Beiträge von EmilS

    Hi,

    also das sieht für mich auch eher nach einer T.-scalpturatum-Kollektion aus.

    Das, was ich mir nach Lektüre des Standardwerks von Christensen & Heilmann-Clausen notiert habe, ist Folgendes:


    1) T. argyraceum: Blasserer, nur in der Mitte grauer, kaum beflockter, sondern eher silbrig-faseriger, spitz gebuckelter Hut. Jung mit Cortina. Eher am Wegrand (?). Sporen länglicher, Q > 1,6.

    2) T. scalpturatum: Etwas breitere Sporen und dunkle, stärkere Hutschuppung (Hut jung dunkelgrau, gleichmäßig filzig, später deutlich schuppig). Halbkugelig und nicht gebuckelt. Eher im Wald (?). Q < 1,6.

    3) T. inocybeoides: Sehr ähnlich T. argyraceum, aber ohne Velum und mit größeren Sporen.


    Ergo sehe ich eigentlich nichts, was mich zweifeln lässt, sieht man von der Cortina ab. Aber das würde ich vermutlich vernachlässigen, zumal die jungen Frk auch sehr dunkelschuppig aussehen. Mischkollektionen kann man aber natürlich nie ausschließen.


    Viele Grüße,
    Emil

    Hallo zusammen,


    ich habe die Lösung gefunden. Hängt wohl mit dem R3-Zertifikat und veralteten Browsern zusammen, die dieses nicht erkennen (ich kann Google Chrome mit meinem Betriebssystem momentan nicht updaten).


    → Hier ein Artikel dazu.


    Na jedenfalls weiß ich jetzt, dass es harmlos ist und keine echten Sicherheitslücken dahinter stecken.


    Viele Grüße,

    Emil

    Hallo zusammen,


    der interessanteste Fund gestern war dieser Braunsporer an Buchenholz, der sich aufgrund der etwa 10 µm großen, nierenförmigen Sporen und der langgestreckten, schlanken Pileozystiden als Simocybe sumptuosa (Großsporiger Olivschnitzling) herausstellte (zumindest fällt mir nichts besseres ein). Interessant fand ich aber die mit 4–5 Zentimetern für Simocybe außergewöhnliche Hutbreite und den goldgelben Farbton desselben. Ich dachte zuerst von oben, einen Holzritterling oder Goldrübling (Callistosporium) vor mir zu haben. Außerdem roch der Pilz deutlich nach Obstkompott (ähnlich dem Birnen-Risspilz), nach dem Herumliegen kam noch eine chemische Note hinzu. Davon habe ich nirgends etwas finden können – hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht, zum Beispiel Ingo W ?

    Außerdem gab es noch diese cf. Antrodia serialis (?) an Nadelholz. Mitgenommene Stücke waren leider zu jung und haben nicht gesport. Wie ich die Porlinge kenne, kommt da sicherlich alles Mögliche in Betracht. Beorn kannst du vielleicht mal drüber schauen und gucken, ob das hinkommen könnte oder die ganz falsche Ecke ist? Natürlich gerne auch jeder andere Porlingskenner.


    Schön waren dann diese häufigeren, (noch?) leicht bestimmbaren Funde:

    Ochsenzunge (Fistulina hepatica) – einer der Pilze mit mehreren einzigartigen Merkmalen, während andere gar keins haben.


    Tintenfischpilz (Clathrus archeri), in größeren Mengen vertreten.


    Viele Grüße,

    Emil

    Mit Mehlgeruch könnte es in Richtung E. lividoalbum gehen (nur geraten und die meisten Rötlinge riechen nach Mehl).

    Hallo Michael,


    Rötlinge (Entoloma spec.). Ob man die ohne Mikroskop auf Artebene bestimmen kann, bezweifle ich.


    Viele Grüße, Emil

    Hallo Pablo,


    ich habe getrocknetes Material angeschaut. Phragmobadidien (sind das in diesem Fall diese fingerförmigen Zellen an den Sporen?) habe ich keine gesehen, Sporen ebenfalls nicht. Allerdings habe ich keine einzige Schnalle gesehen und noch Trockenmaterial übrig, falls ich nochmal Lust habe, weiter zu suchen.

    Zusammen mit deiner Erfahrung und deiner Einschätzung „die Wahrscheinlichkeit ist relativ hoch“, lege ich den vorerst unter Vorbehalt als Sebacina incrustans (s. l.?) ab.


    Viele Grüße,

    Emil

    Hallo Lukas,


    Über A. nivescens/osecanus scheint es dann verschiedene Meinungen zu geben. Der Fund von Tricholomopsis hatte einen glatten Hut. Vielleicht kann er seine Einschätzung abgeben, falls er irgendwann mal wieder reinliest. Ich habe mich auch schon einigermaßen mit Agaricus spec. abgefunden, obwohl ich jedes Mal denke, dass die zu bestimmen sein müssten.


    Viele Grüße, Emil

    Hallo Pablo und Beli,


    ich war heute nochmal da und habe mir die Kollektion angeschaut. 11 Tage später sahen die Fruchtkörper quasi genauso aus, wenn, dann waren sie noch etwas blasser. Heute waren sie nicht ganz so durchgeweicht wie das letzte Mal, trotzdem sehr feucht. Die Porenform ist recht rundlich.


    Diesmal hat auch die KOH-Reaktion geklappt. Ich glaube, das Problem war einmal der sehr nasse Fruchtkörper beim letzten Mal, außerdem, dass ich das KOH auf die Trama aufgetragen habe. Die Reaktion ist auf dem Hut deutlich stärker als auf der Trama.


    KOH 3% (links) und 20% (rechts).


    Das mit der orangen Trama habe ich von Aphyllopower: „ Schneidet man die Hüte durch, erkennt man, dass der gesamte Tramabereich unter der Cutis stark orange durchgefärbt ist (s.Bild).


    Danke für eure Anregungen. Ich werde den Fund dann als T. kmetii ablegen.

    Viele Grüße,
    Emil

    Liebe Pilzfreunde,


    einmal mehr treiben mich Champignons in den Wahnsinn. ;) Ich dachte, es wäre bestimmt A. urinascens, aber so einfach ist es natürlich nicht.
    Hutgrößen von mindestens 20 Zentimetern. Auf dem Grünstreifen am Straßenrand, bei Laubbäumen.

    Sporen im Schnitt 8,1 x 5 µm, Q=1,6.


    Jetzt kommen einige Arten infrage, ich weiß auch, dass das keine einfache Sektion ist. Mangels eigener Erfahrung kann ich aber nicht gut einschätzen, was jetzt am wahrscheinlichsten ist und was einem das Erscheinungsbild in Verbindung mit Sporengröße und Wachstum an vermutlich nährstoffreichen Stellen außerhalb des Waldes sagt (zum Beispiel wächst A. macrocarpus laut Gröger im Nadelwald, laut Parra muss er das aber nicht, Danke an der Stelle nochmal an Lukas).



    Für Hinweise bin ich dankbar.

    Viele Grüße,

    Emil

    Liebe Pilzfreunde,


    eine Frage zu diesem Porling. Blass ockerorangeweißlich, Oberseite zottig und sehr weich und saftig. Ich hätte zunächst gesagt Climacocystis borealis, aber Mittelhessen ist zwar bergig, aber nicht gebirgig, und vor allem ist das Laubholz (Buche?), woran sie wachsen. Darf er anscheinend manchmal, aber mich macht das schon stutzig.

    Meine Alternatividee war Tyromyces kmetii, aber dafür sind sie mir zu zottelig und zu wenig orange.


    KOH negativ (nach langer Zeit nachdunkelnd, aber auf keinen Fall eine deutliche, schnelle Reaktion) und im Schnitt nicht orange, wie es T. k. sein sollte (?). Eine Duplex-Trama könnte ich mir einbilden, aber sicher bin ich nicht, ich weiß auch nicht, wie das aussehen muss.


    Die Sporen passen zu beiden, die unterscheiden sich ja nicht großartig. Sie sind sehr klein, kaum messbar. So um die 4 µm lang. Dickwandig spitze Zystiden habe ich bisher noch nicht gefunden, man muss aber dazu sagen, dass ich ihn trocknen gelassen habe und an zerquetschtem, aufgeweichtem Material gesucht habe, von dem ich nur vermute, dass es Hymenium ist (muss es Hymenium sein?). Kann also gut sein, dass ich sie bisher übersehen habe. Vielleicht wäre Anfärben in Kongorot auch keine so schlechte Option.


    Für Hinweise bin ich dankbar.

    Viele Grüße, Emil


    Hallo Bernd,


    Danke für die ausführliche Antwort.

    Könnte -agaricites nicht auch sowas wie „zu Agaricus gehörend“ bedeuten, als Hinweis darauf, dass es sich ja um einen Agaricomyceten handelt? Einfach ist es nicht.


    Die Autoren sind mit der Etymologie eben auch nicht so genau. Sie schreiben „a mushroom“, was ja einiges heißen kann. Zudem scheint auch ihre Übersetzung des Suffixes „-ites“ als „Fossil“ mindestens unüblich zu sein.


    Viele Grüße,

    Emil

    Hallo zusammen,


    ich habe auf Wikipedia den Artikel zu dem fossilen Pilz Gondwanagaricites magnificus geschrieben.


    In der Publikation steht: „The genus name is a combination of Gondwana, the ancient supercontinent, the Greek word agarikon, “a mushroom,” and the Greek suffix -ites, denoting a fossil.“

    Ich habe also dementsprechend beim Abschnitt „Namensgebung“ geschrieben, dass der Gattungsname sich aus Gondwana, dem altgriechischen Wort agarikon, was „Pilz“ bedeutung, und dem Suffix ‑ites (das ein Fossil bezeichnet) zusammensetzt.


    Jetzt wurde dieser Abschnitt bearbeitet. Der Editor ist der Meinung, dass „agarikón“ im Original „ἀγαρικόν“ heißt und mit „Zunderschwamm“ übersetzt werden muss. Belegt wird das mit zwei griechischen Wörterbüchern. Zitat: „Na, dann eben mit Quellenangaben. "a mushroom" bedeutet "ein(e Art) Pilz", aber was denn für einer? "Pilz" heißt μύκης, ist also wohl was anderes.


    Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass das Wort ursprünglich „Zunderschwamm“ bedeutet. Schließlich ist ja auch die Gattung Agaricus beispielsweise davon abgeleitet... Und ich könnte mir vorstellen, dass der Editor übersehen hat, dass es ein altgriechisches Wort ist, was dementsprechend nicht identisch mit dem neugriechischen ist und allgemein für Pilze anstatt nur für den Zunderschwamm verwendet wurde.

    Allerdings kenne ich mich nicht damit aus, inwiefern sich die altgriechische Sprache von der neugriechischen unterscheidet.


    Meine Frage ist jetzt also, ob die altgriechische Schreibweise für „agarikon“ „ἀγαρικόν“ stimmt und vor allem, ob die neugriechische Übersetzung mit „Zunderschwamm“ anstatt „Pilz“ korrekt ist.

    Ideal wären Quellenangaben, damit ich die Information für Wikipedia verwenden kann. Vielleicht liege ich ja auch falsch und es passt alles so (auch wenn der fossile Pilz als Agaricomycet nichts mit dem Zunderschwamm zu tun hat).


    Danke und viele Grüße,

    Emil

    Hallo Stefan,


    das ist Marasmiellus peronatus (Brennender Rübling). Auf den hat auch Amethystina angespielt und er zählte früher zu Gymnopus, also sind wir uns alle einig. ;) Wenn du eine Geschmacksprobe machen würdest, würde sie scharf schmecken.


    Viele Grüße,

    Emil

    Hallo zusammen,


    da fällt mir natürlich gleich das Paper zu gelbhütigen Hexenröhrlingen mit Schlüssel (Urban & Klofac, 2015) ein, aber ich meine, dass da nur die Exemplare ohne Stielnetz behandelt werden.

    In diesem Schlüssel von Klofac (2011) werden auch gelbe Röhrlinge mit Stielnetz behandelt, dafür fehlt N. xanthopus, der zu diesem Zeitpunkt noch nicht beschrieben war. Interessant ist, dass „B. pseudosulphureus/junquilleus“ in der 2011-Version noch auf Artebene unterschieden, später dann aber zum Flockenstieligen (bzw. Glattstieligen) Hexenröhrling gestellt wird.

    Gibt es den Böhmerwaldröhrling (Boletus gabretae) in der aktuellen Artauffassung noch? Hartmut Schubert hat den mal schön dokumentiert. Aber den neuesten Stand zur Artauffassung taxonomischen Stellung weiß ich nicht.


    Viele Grüße,
    Emil