Beiträge von EmilS

    Liebe Pilzfreunde,


    einmal mehr treiben mich Champignons in den Wahnsinn. ;) Ich dachte, es wäre bestimmt A. urinascens, aber so einfach ist es natürlich nicht.
    Hutgrößen von mindestens 20 Zentimetern. Auf dem Grünstreifen am Straßenrand, bei Laubbäumen.

    Sporen im Schnitt 8,1 x 5 µm, Q=1,6.


    Jetzt kommen einige Arten infrage, ich weiß auch, dass das keine einfache Sektion ist. Mangels eigener Erfahrung kann ich aber nicht gut einschätzen, was jetzt am wahrscheinlichsten ist und was einem das Erscheinungsbild in Verbindung mit Sporengröße und Wachstum an vermutlich nährstoffreichen Stellen außerhalb des Waldes sagt (zum Beispiel wächst A. macrocarpus laut Gröger im Nadelwald, laut Parra muss er das aber nicht, Danke an der Stelle nochmal an Lukas).



    Für Hinweise bin ich dankbar.

    Viele Grüße,

    Emil

    Liebe Pilzfreunde,


    eine Frage zu diesem Porling. Blass ockerorangeweißlich, Oberseite zottig und sehr weich und saftig. Ich hätte zunächst gesagt Climacocystis borealis, aber Mittelhessen ist zwar bergig, aber nicht gebirgig, und vor allem ist das Laubholz (Buche?), woran sie wachsen. Darf er anscheinend manchmal, aber mich macht das schon stutzig.

    Meine Alternatividee war Tyromyces kmetii, aber dafür sind sie mir zu zottelig und zu wenig orange.


    KOH negativ (nach langer Zeit nachdunkelnd, aber auf keinen Fall eine deutliche, schnelle Reaktion) und im Schnitt nicht orange, wie es T. k. sein sollte (?). Eine Duplex-Trama könnte ich mir einbilden, aber sicher bin ich nicht, ich weiß auch nicht, wie das aussehen muss.


    Die Sporen passen zu beiden, die unterscheiden sich ja nicht großartig. Sie sind sehr klein, kaum messbar. So um die 4 µm lang. Dickwandig spitze Zystiden habe ich bisher noch nicht gefunden, man muss aber dazu sagen, dass ich ihn trocknen gelassen habe und an zerquetschtem, aufgeweichtem Material gesucht habe, von dem ich nur vermute, dass es Hymenium ist (muss es Hymenium sein?). Kann also gut sein, dass ich sie bisher übersehen habe. Vielleicht wäre Anfärben in Kongorot auch keine so schlechte Option.


    Für Hinweise bin ich dankbar.

    Viele Grüße, Emil


    Hallo Bernd,


    Danke für die ausführliche Antwort.

    Könnte -agaricites nicht auch sowas wie „zu Agaricus gehörend“ bedeuten, als Hinweis darauf, dass es sich ja um einen Agaricomyceten handelt? Einfach ist es nicht.


    Die Autoren sind mit der Etymologie eben auch nicht so genau. Sie schreiben „a mushroom“, was ja einiges heißen kann. Zudem scheint auch ihre Übersetzung des Suffixes „-ites“ als „Fossil“ mindestens unüblich zu sein.


    Viele Grüße,

    Emil

    Hallo zusammen,


    ich habe auf Wikipedia den Artikel zu dem fossilen Pilz Gondwanagaricites magnificus geschrieben.


    In der Publikation steht: „The genus name is a combination of Gondwana, the ancient supercontinent, the Greek word agarikon, “a mushroom,” and the Greek suffix -ites, denoting a fossil.“

    Ich habe also dementsprechend beim Abschnitt „Namensgebung“ geschrieben, dass der Gattungsname sich aus Gondwana, dem altgriechischen Wort agarikon, was „Pilz“ bedeutung, und dem Suffix ‑ites (das ein Fossil bezeichnet) zusammensetzt.


    Jetzt wurde dieser Abschnitt bearbeitet. Der Editor ist der Meinung, dass „agarikón“ im Original „ἀγαρικόν“ heißt und mit „Zunderschwamm“ übersetzt werden muss. Belegt wird das mit zwei griechischen Wörterbüchern. Zitat: „Na, dann eben mit Quellenangaben. "a mushroom" bedeutet "ein(e Art) Pilz", aber was denn für einer? "Pilz" heißt μύκης, ist also wohl was anderes.


    Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass das Wort ursprünglich „Zunderschwamm“ bedeutet. Schließlich ist ja auch die Gattung Agaricus beispielsweise davon abgeleitet... Und ich könnte mir vorstellen, dass der Editor übersehen hat, dass es ein altgriechisches Wort ist, was dementsprechend nicht identisch mit dem neugriechischen ist und allgemein für Pilze anstatt nur für den Zunderschwamm verwendet wurde.

    Allerdings kenne ich mich nicht damit aus, inwiefern sich die altgriechische Sprache von der neugriechischen unterscheidet.


    Meine Frage ist jetzt also, ob die altgriechische Schreibweise für „agarikon“ „ἀγαρικόν“ stimmt und vor allem, ob die neugriechische Übersetzung mit „Zunderschwamm“ anstatt „Pilz“ korrekt ist.

    Ideal wären Quellenangaben, damit ich die Information für Wikipedia verwenden kann. Vielleicht liege ich ja auch falsch und es passt alles so (auch wenn der fossile Pilz als Agaricomycet nichts mit dem Zunderschwamm zu tun hat).


    Danke und viele Grüße,

    Emil

    Hallo Stefan,


    das ist Marasmiellus peronatus (Brennender Rübling). Auf den hat auch Amethystina angespielt und er zählte früher zu Gymnopus, also sind wir uns alle einig. ;) Wenn du eine Geschmacksprobe machen würdest, würde sie scharf schmecken.


    Viele Grüße,

    Emil

    Hallo zusammen,


    da fällt mir natürlich gleich das Paper zu gelbhütigen Hexenröhrlingen mit Schlüssel (Urban & Klofac, 2015) ein, aber ich meine, dass da nur die Exemplare ohne Stielnetz behandelt werden.

    In diesem Schlüssel von Klofac (2011) werden auch gelbe Röhrlinge mit Stielnetz behandelt, dafür fehlt N. xanthopus, der zu diesem Zeitpunkt noch nicht beschrieben war. Interessant ist, dass „B. pseudosulphureus/junquilleus“ in der 2011-Version noch auf Artebene unterschieden, später dann aber zum Flockenstieligen (bzw. Glattstieligen) Hexenröhrling gestellt wird.

    Gibt es den Böhmerwaldröhrling (Boletus gabretae) in der aktuellen Artauffassung noch? Hartmut Schubert hat den mal schön dokumentiert. Aber den neuesten Stand zur Artauffassung taxonomischen Stellung weiß ich nicht.


    Viele Grüße,
    Emil

    Hallo zusammen, Danke schon mal für eure Anregungen.
    Einen Schleimpilz würde ich eigentlich ausschließen, der müsste in diesem Zustand ja richtig schaumig-schleimig sein und M. crustacea kenne ich auch anders.

    Die Konstistenz war ähnlich einem Saftporling. Mit dem Weißen Polsterpilz gut zu vergleichen. Also schon weich (wahrscheinlich vom Regen heute vollgesogen), aber stabil. Und ja, bei Laubbäumen (hauptsächlich Eiche). Städtische Parkanlage auf besserem Boden (mit Boletus aereus und Rubroboletus legaliae).

    Ich gucke mal, ob er Sporen abwirft. Ansonsten kann ich ja nochmal ein bisschen Material quetschen und anschauen.

    Viele Grüße, Emil

    Hallo zusammen, hat jemand zufällig eine Ahnung, was dieses (bestimmt über 20 cm) große, vom Regen saftige und leicht seifig riechende Gebilde sein kann, das Gras und Blätter umwächst? Ich habe da gar keine Idee. Ich habe auch was mitgenommen, aber bräuchte schon einen Anhaltspunkt...
    Viele Grüße, Emil

    Hallo zusammen,

    hat jemand einen Tipp zu diesen Streiflingen von heute? Parkanlage, bei Eichen und mit Boletus aereus und Rubroboletus legaliae vergesellschaftet.

    Recht kräftig, Stiel deutlich genattert. Volvainnenseite hell ockerbräunlich. Jung hell weißlich. Älter relativ robust und sehr groß (ca. 20 cm).
    Ich habe einen mitgenommen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es A. lividopallescens ist, aber ich habe teilweise etwas von einem Aggregat gelesen, teilweise (der wahrscheinlich aktuellere Stand) von einer einzigen plastischen Art, deren Sporenform und -maße, sowie das Vorhandensein von Zystiden variabel sein kann... Was kann ich zur Bestätigung untersuchen?
    Viele Grüße, Emil

    Hallo Nobi,


    schön, dass du Gerhard Schöne erwähnst. Dessen Musik begleitet mich seit meiner Kindheit. „Irgendwann“ gehört zu den besten Liedern. Ich finde das Original aber schon deutlich schöner als das Cover.


    Er hat ja eine Vielzahl an Liedern geschrieben. Nicht nur melancholische, sondern auch viel Fröhlicheres, Kinderfreundlicheres. Davon ist einiges ja auch recht bekannt.

    Ich finde die tiefsinnigen natürlich schöner. Ein weiteres ist das hier:


    Als westdeutsches Pendant dazu könnte man vielleicht Wenzel bezeichnen. Zum Beispiel:


    Viele Grüße,

    Emil

    Hallo zusammen,


    hier kamen wieder einige sehr schöne Sachen. Vieles davon kenne ich und noch mehr hat mir gefallen.

    „Carry on Wayward Son“ und „People are Strange“ gehören zum Beispiel auch zu meinen Lieblingsliedern.


    Hier noch weitere schöne Sachen aus etwas verschiedenen Rock-Richtungen, die zu meinen absoluten Favoriten gehören. Hier auch nichts sonderlich Unbekanntes, aber immer wieder hörenswert:



    Gibt natürlich noch etliche weitere, die vielleicht an anderer Stelle kommen (da muss ich aufpassen, mich nicht zu wiederholen ;).


    Viele Grüße,

    Emil

    Hallo zusammen,


    ich habe ganz vergessen, mich hier zurückzumelden. Ich habe mir aus Zeitgründen nur die Sporen angeschaut, aber die waren deutlich allantoid und im Schnitt 6,5 x 2,5 µm groß, allerdings mit recht großer Varianz der Länge und Variabilität der Form.

    Die Pilze wachsen immer noch großflächig am Standort. Ich werde den Stamm weiter beobachten. Vielleicht kommen ja noch mal frische nach.
    Danke auch Pablo für die Ausführungen zur Mikroskopie.


    Viele Grüße,

    Emil


    & als „Dankeschön“ hier noch ein Fund von Sarcoscypha jurana von diesem Jahr. An dem Standort habe ich übrigens auch eindeutige Coriolopsis gallica gefunden.

    Hallo zusammen,


    wir haben ja noch fast Osterzeit. Deshalb möchte ich euch diese Version von Mozarts Lacrimosa zeigen. Gespielt auf dem elektronischen Instrument Theremin.



    Viele Grüße,

    Emil

    Liebe Pilzfreunde,


    ich habe eine Frage zur BArtSchV. Darüber herrscht immer mal wieder Uneinigkeit und ich habe da schon verschiedene Vermutungen gehört, weshalb ich da auch nicht sicher bin.


    Und zwar gibt es ja Pilzarten, die ohne Ausnahme geschützt sind. Die dürfen wildwachsend in keiner Form und an keinem Ort gesammelt werden – das ist klar.

    Dann gibt es die Pilzarten, die geschützt sind, aber in geringen Mengen für den eigenen Bedarf gesammelt werden dürfen. Betrifft einige der gängigen Speisepilzarten.


    Wie sieht es aber bei Speisepilzen aus, die nicht geschützt sind? Wäre es erlaubt, beispielsweise 5 Kilogramm Hallimasch aus dem Wald zu tragen? Oder betrifft die „Eigenbedarfsregelung“ das Pilzesammeln allgemein? Wenn ja, was ist dann der Unterschied von mit Ausnahme geschützten Arten und ungeschützten Arten? Geht es dabei nur um das gewerbliche Sammeln? Dafür braucht man doch ohnehin eine Genehmigung, richtig? Welche Pilzarten werden überhaupt in Deutschland gewerblich gesammelt, wenn Steinpilz, Pfifferling & co. wegfallen?

    Wir haben ja hier einige, die sich da auskennen dürften, z. B. mollisia . Danke für eure Antworten.


    Viele Grüße,

    Emil

    Hallo,


    dass Zuchtformen des Austern-Seitlings in der Kultur sehr hell sind, ist normal und bei den meisten verkauften Austern-Seitlingen der Fall. Dass diese Formen außerdem auch ohne Frostreiz auskommen und ausgewildert das ganze Jahr zu finden sein können, macht es auch so schwierig, solche Sommerformen des Austern-Seitlings vom Lungen-Seitling (den ich zumindest deutlich seltener finde als weißliche Sommerformen des Austern-Seitlings) zu unterscheiden.

    Die Reaktion mit Sulfovanillin ist wohl nicht zuverlässig und kann bei beiden Arten vorkommen. Ein einigermaßen sicheres Merkmal soll die Dicke der Hyphenwände sein (mikroskopisch). Ansonsten muss man wieder über die Summe der Merkmale gehen. Siehe dazu auch Pablos Portrait.

    Bei den hier gezeigten Zuchtpilzen ist die Art natürlich völlig eindeutig.


    Viele Grüße,

    Emil

    Lieber Christoph,

    jetzt ärgere ich mich natürlich, dass ich kein Exsikkat angefertigt habe, um es vielleicht irgendwann einmal sequenzieren zu lassen. Ich muss mir das generell mal angewöhnen. Hier dachte ich, es gäbe nicht viele mögliche Arten und ich hätte alles an dem Pilz untersucht, was nötig war. Irrtum.

    Das mit A. abruptibulbus und A. essettei wusste ich auch nicht, interessant. Die „neuen“ Karbol-Champignonarten hattest du schon ein paarmal im Forum erwähnt, aber erkennen würde ich sie natürlich auch nicht, sind ja in den meisten Büchern (allen?), die ich besitze, auch gar nicht enthalten.
    Dann erwarte ich gespannt deine Agaricus-Monografie, die irgendwann einmal erscheinen wird. ;)


    Lieber Harald,

    da komme ich gerne mal drauf zurück. Irgendwie reizt es einen ja doch immer wieder, Champignons mitzunehmen, weil man so häufig welche findet und doch immer wieder irgendwie denkt, es wäre machbar. Und es ist natürlich auch schade, wenn mir ohne dieses Buch zu besitzen sämtliche aktuellen Erkenntnisse dazu verschlossen bleiben.


    Viele Grüße,
    Emil

    Lieber Christoph,


    Danke für die ausführliche Antwort. Das ist ja fürchterlich. :D In allen Werken, die ich so habe, bestehen die Minores noch aus nur wenigen (um die 5) Arten und sind leicht bestimmbar.

    Ich glaube, ich lasse von Champignons dann ab jetzt erst mal endgültig die Finger. Ohne den Parra zu besitzen, ist das sicher hoffnungslos. Wobei der mit 2008 aber auch schon recht alt ist (Kibby ist z. B. neuer). Bleibt er trotzdem das Standardwerk für die Gattung? Und werden diese Gruppen noch bearbeitet, sodass man bald evtl. nicht mehr nur über die Sequenzen gehen muss? Da ist ja für Hobbypilzler nicht viel zu machen.


    Viele Grüße, Emil

    Hallo zusammen,


    ein schöner Fund von Mitte November. Gefunden im Wald bei Buchen und Fichten.

    Auffällig ist der helle Hut ohne purpurbraune Töne. Stark gilbend, KOH positiv, starker Anisgeruch. Stielbasis zwiebelförmig. Sporen 5,2 x 3,8 µm. Cheilozystiden 8–12 µm breit, ballonförmig.


    Nach Studium von Kibby, Gröger, GroPiBaWü sieht die Sache recht eindeutig aus, nur zur Abgrenzung von ähnlichen Arten besteht anscheinend Uneinigkeit. Ich weiß nicht, ob diese Art valide ist. Bei Pilze-Deutschland gibt es auch nur wenige Fundmeldungen und keine in dieser Region. Vielleicht kann hier ein Agaricus-Kenner nochmal drüberschauen, Tricholomopsis ?


    VIele Grüße, Emil