Corne‘s Sammelmappe - Dauerthread

Es gibt 49 Antworten in diesem Thema, welches 6.052 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Grüni/Kagi.

  • Vielen Dank für eure lieben und wertschätzenden Worte g:-)


    Den Fräser/Dremel lasse ich jetzt mal unkommentiert …..


    Wobei… das ist, liebe Claudia, als würde ich zu Dir sagen: „Warum malst Du Deine Bilder ? Druck sie doch einfach aus“ :glol:


    Liebe Grüße,

    Corne

  • ==Gnolm7 wobei: Oft drucke ich tatsächlich meine Bilder aus, also erst einmal die Motive dafür oder Teile davon. (Weil ich ungern wochenlang vor einem herumrennenden Motiv hocke und weil Pilze nur ein, zwei Tage frisch bleiben.} Und weil ich viele Bilder weggebe oder weggegeben habe, habe ich mir sogar ein Album mit Fotos von meinen Bildern zur Erinnerung gemacht, und die sind ja auch gedruckt. Ich habe sogar einen Tintenstrahldrucker zu Weihnachten bekommen, weil der ein bisschen besser dafür geeignet ist, als der Laserdrucker. ==Gnolm13 Du siehst, ich nutze durchaus die Errungenschaften der Technik bei der Ölmalerei ==Gnolm19 .

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


    Hier im Forum gibt es grundsätzlich keine Verzehrfreigaben.

    Pilzsachverständige findest du hier.

    Einmal editiert, zuletzt von Wutzi ()

  • Wooooow Corne! Das ist der absolute Hammer!

    :ganbeten:

    Bin gerade erst auf deine Sammelmappe gestoßen. Wunderschön, deine Becherchen-Skulptur!

    Du hattest ja neulich bei Tuppie schon ein paar Fotos deiner Werke gezeigt. Bin immer wieder beeindruckt, was du mit Holz so alles anstellen kannst.

    Danke fürs Zeigen deiner Arbeitsweise. Gerne mehr davon! ==Pilz25

    Pilzige Grüße,

    Grüni/Kagi ==12


    117 Pilzchips


    (120PC Stand 07.01.24 -15PC Einsatz APR 2024 = 105PC +4PC Platz 9 APR 2024 +3PC Gnolmhessisch-Bonus +3PC für Sozialphahl= 115PC Stand 05.01.2025 -15PC Einsatz APR 2025 = 100PC +3PC 1. Rätzler über die Mitte +3PC Am nächsten an Schnapspunktzahl 222 +2PC 1500. Beitrag im Rätzelthread +3PC Selbsteinschätzung +3PC Bonus Bunte Gratulations-Lobhudelei +3PC Sondierungsphahl Salate = 117PC Stand 10.01.2026)


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  • Glück auf aus der Schnitzerstube :gwinken:


    Auch an dieser Stelle möchte ich mal nachlegen.

    Letztes Frühjahr hat unsere Geschäftsfühererin auf Arbeit eine kleine Tochter bekommen und wir als Standort Zwönitz haben uns überlegt, was wir denn zur Geburt schenken können. Im Erzgebirge ist es Tradition, das zur Geburt ein Engel (bei einem Mädchen) oder ein Bergmann (bei einem Junge) geschenkt wird. Aber es sollte schon was besonderes sein und nix von der Stange. Also wurde ich angefragt, ob ich nicht „schnell“ einen Engel schnitzen könne. Da ich noch keine Gesichter sicher schnitzen kann (und Frauengesichter sind noch schwieriger) einigten wir uns schnell auf einen „moderne Form“ ohne Gesicht. Da ich aber auch letztes Jahr meine PSV-Prüfung machen wollte und mitten in der Vorbereitung war, konnte ich aushandeln, das die Schnitzerei als Arbeitszeit bewertet wurde und ich das im „Homeoffice“ bzw. nach der Prüfung dann als Überstunden machen kann :gbravo:


    Zunächst schaute ich mir im Internet einiges an und fertigte aus den zusammengetragenen Ideen einen ersten Entwurf:



    Dann ging es ans Holz: mein Chef brachte mit Lindenholz mit, das war aber aufgrund der Dimensionen nicht verwendbar. Im Schnitzverein suchten wir dann weiter (was für einen Odysee :gomg::( man sieht ja erst was mit dem Holz los ist, wenn man es zugeschnitten hat! Im ersten Stück Risse, im zweiten Stück Dreck, im dritten Stück Holzwürmer :gkopfwand: beim vierten hat es dann geklappt :gzwinkern: (abgesehen von einem winzigen Ästchen, aber das war nicht schlimm).

    Holz zuschneiden:



    Bohrung für Schraube:



    Motiv auftragen und Sägeschnitte anzeichnen:



    Seitlich:



    Grob aussägen bzw. Einschneiden:




    Schraube eindrehen:



    Einspannen und endlich loslegen:



    Die äußere Form war recht komplex, sodass ich wenig wegschneiden konnte und viel selbst mit dem Messer abtragen musste. Man muss sich so langsam an die äußere Form heranarbeiten. Arme freistellen:





    Und auch die Haarsträhne wird schon mit angelegt:



    Flügel und Kopf abrunden:



    Flügel aushöhlen (dabei muss das Material auf der Rückseite zur Stabilität noch stehen bleiben). Den Sockel habe ich dann aber auch mit eingekürzt, d.h. vor allem der linke Arm steht über den Sockel raus:



    Flügel weiter bearbeiten, Arme freistellen:



    Sind die Flügel fertig ausgehöhlt, kann die Rückseite angelegt werden. Zwischen den Flügeln sollen die Haare offen herunterhängen:


    :


    Haare, Kopf und Gesicht ausarbeiten. Die Übergänge (Kopf-Schulter-Flügel usw) können sehr zeitraubend sein. Erstens kann man nicht in eine Richtung durchziehen. Die Schnittrichtung richtet sich ja nach der Faserrichtung und an so kleinen Stellen muss man ständig aus anderen Richtungen schneiden. Hier noch ein Spänchen, dort noch eins… und am nächsten Tag stellt man fest, das da noch viel mehr raus muss :gkopfkratz:



    So ist das gröbste erstmal angelegt:



    Und auch jetzt heißt es wieder: Flächen glätten, Stoßstellen und Falten nachziehen, Material wegnehmen, Ecken säubern …

    Jetzt erst fiel mir auf, das ich mir vorher keine Gedanken gemacht habe, wie eigentlich der Flügelansatz am Körper sein soll… da muss man dann „unterwegs“ einfach improvisieren :gomg:



    Sind die Formen angelegt, wird eigentlich nur noch “versäubert“. Das kann man dann aber bis zum Exzess treiben :gzwinkern:

    auch bei den Flügel hieß es immer wieder: da muss noch mehr weg… (besser als „da muss wieder was ran“ g:D)



    Schnitt für Schnitt kommen die Formen raus:



    Die Arme kann man zum Beispiel erst verschlanken, wenn die Hände fertig sind. Gerade bei den Händen muss man viel quer zur Faser arbeiten. Da braucht es viel Kraft und sehr scharfe Eisen, die immer wieder frisch abgezogen werden müssen. Also Hände ausarbeiten:



    Die linke Hand ist „segnend“ angedeutet, die rechte bringt das Licht:



    Es geht dem Ende entgegen! Die Flügel werden außen final abgetragen:



    Haare ausarbeiten, Kleid und Sockeloberfläche versäubern, Kerze fertigstellen:



    Der Sockel muss natürlich auch gemacht werden. Ein Mauerwerk oder eine Fels-Optik passt hier natürlich nicht. Also schön gleichmäßig mit einer flachen Röhre durchziehen:



    Je glatter das Holz, desto mehr kommt die Maserung hervor. Sieht sehr schön aus! Aber dabei braucht es ordentlich scharfe Eisen, dann sieht der Schnitt wie poliert aus. Stumpfe Eisen ergeben eine matte Oberfläche.

    Da der Engel ein persönliches Geschenk werden soll, muss natürlich der Name / Widmung rein. Dafür wird vor eine Fläche freigestellt. Das passiert natürlich erst nach der Gestaltung des Sockels, damit auf dem schmalen Rand dasselbe Muster zu sehen ist, wie auf dem Rest des Sockels:



    Dann kommt der schwierigste Part überhaupt: die Schrift einschneiden! Dazu braucht es zunächst einen Entwurf, was rauf soll und wie es angeordnet wird. Dann wird das mit Bleistift vorgezeichnet und anschließend mit einer scharfen Röhre (0,5mm Breite) eingeschnitten. Je mehr Rundungen eine Schrift hat, umso schwerer. Man kann einen Kreis nicht in einem durchziehen. Für einen Kreis braucht es mindestens 4 Schnitte aus verschiedenen Richtungen (immer einen Viertelkreis), weil man besonders hier auf die Faserrichtung des Holzes achten muss. Wenn bei so filigraner Schrift ungewollt Fasern ausbrechen, ist alles umsonst! Auch muss man, wenn man aus verschiedenen Richtungen schneidet, genau den anderen Schnitt treffen. Sonst ist die Linie versetzt oder man hat Schnittspuren, die man im Nachgang noch sieht.

    Und schon ist es passiert :gomg: :gkopfwand: einmal nicht aufgepasst, und schon rutschte die Röhre vom „p“ ins „h“! Das ist ungefähr so, als würde nach der letzten Lackierung die Nase abbrechen :girre: Und jetzt ?



    Improvisieren: flächig das Holz abtragen, bis die Buchstaben weg sind. Kann man natürlich nicht ewig oft machen. Deshalb lohnt es sich auch, erst vorsichtig und dünn zu schneiden, und dann etwas kräftiger nachzuziehen.



    Zweiter Versuch perfekt :gbravo:



    Letzter Handgriff mit den Messer: die Signatur!



    Noch ein Schutzwachs drauf, fertig:






    Unsere Geschäftsführerin hat sich sehr gefreut und war sehr gerührt. Sie hat zur Übergabe vor Aufregung so sehr mit dem Engel rumgefuchtelt, das ich jeden Moment gedacht hab: „gleich bricht sie nen Flügel ab oder haut ihn runter“ :gomg: Gott sei Dank ist nix passiert!


    Die Figur ist übrigens ca. 25-30cm hoch (inkl. Sockel).


    In diesem Sinne Danke für Eure Aufmerksamkeit und bis zum nächsten Projekt (das übrigens glitschig ist, hinten 5 und vorne 4 Zehen und gelbe Flecken auf schwarzem Untergrund hat g:-)).


    VG corne :gwinken:

  • Mega Respekt vor dieser Arbeit

    - da haste ja mind 40 Std Arbeitszeit Plus jetzt ;)

    Hab ich es richtig verstanden, also wenn das alles geschnitzt ist, ist da nix mit Sandspapier geglättet, oder doch? Sorry hab ja von Schnitzen keine Ahnung.

    Schön, wenn sich die Beschenkte so gefreut hat, ich denke, das ist nochmal ein besonderer Moment auch für Dich, dass Deine Arbeit gewertschätzt wird - super, dass Du so eine Tradition weiterführst und auch noch so klasse!

    Denkt man gar nicht, was so ein Corne alles kann! Du hast wirklich ein Talent dafür :*

    Liebe Grüße aus dem Vogtland

    die Schwarzhex

    :gwinken: Sandra

    (PC 100 - 10 (fürs APR 2020) = 90 - 15 (APR 21) = 75-10 (APR22) = 65 + 7 (APR 22 Auflösung) - 5 (Rätsel-Gedicht)= 67 - 10 (APR 23) = 57 + 5 Gnanzierung = 62 - 10 (Ast-Wette gegen Björn) = 52 - 10 (APR 24)- 1 (legaler Bestechungsversuch im Vorfeld des APR zugunsten GI)= 41 + 21 (Thorwulf Spende)= 62 + 38 (Hannes2 Spende) = 100 PC :gbravo: + 3 Gnolmengastfreundlich = 103-15 (APR 25) = 88+ 1 Nannettenrätsel=89 + 3 Jammerei auf hohem SchwarzhexxNiveau = 92+ 3 (Platz 20 APR25)=95

  • Hallo,


    Ich habe 65h dafür gebraucht. Das liegt hauptsächlich dran, das ich viel Material mit den Eisen wegnehmen musste und wenig „vorschneiden“ konnte. Außerdem habe ich so ein Projekt zum ersten Mal gemacht, da ist man vorsichtiger. Würde ich den Engel nochmal machen, ginge es sicher schneller.


    hilmgridd danke für deine lieben Worte :*

    Tatsächlich habe ich ja einiges dieser Zeit im Homeoffice gemacht und den Rest habe ich vor Weihnachten abgesetzt. Ist also nix mehr übrig ;)

    Nein, geschliffen ist gar nichts, das ist alles glatt geschnitzt. Das macht nicht jeder so, aber es fällt mir schwer, das „gröber“ zu lassen. Mein Monk sagt mir immer, das da noch die Ecke weg muss und die und die :giggle:


    VG

  • Hi Corne,


    schöne Idee, dass die Figur keine Füße hat. Jedoch würde mich die schiefstehende Kerze beim Betrachten wahnsinnig machen … :grolleyes:


    Viele Grüße,

    Steffen

  • Die Kerze steht nicht schief :gomg: Da ist Dynamik / Bewegung in der Figur und aus der Bewegung heraus erscheint das so :grolleyes:

  • Lieber Corne,


    toll, dass du zu diesem Thread noch mal was ergänzt hast - so konnte ich den auch entdecken und zu deinen genialen Schnitzereien, die ich live gesehen habe, den Entstehungsprozess verfolgen 😃


    Beste Grüße

    Sabine

    100 Startguthaben minus APR-Gebühr 2024 = 90 + 3 (drittschnellstes Jokerverballern 2024) = 93 + 10 (dritter Platz APR 2024) = 103 minus 15 für APR 2025 = 88 + 2 (Nannettes Zwischenrätsel als 11. gelöst) = 90 + 6 (6. Platz Platzierungswette APR 2025) = 96

  • Hallo Sabine,


    gern geschehen :)


    Ich werde hier immer mal wieder was einstellen. Habe noch vieles, was ich auch früher schon gemacht habe und auch Dinge, die noch am Entstehen sind.

    VG Corne

  • Hallo Corne, wie wunderschön! Was für eine tolle Arbeit; und ich finde den Entstehungsprozeß super interessant! Wer so etwas wunderbares geschenkt bekommt, weiß es hoffentlich richtig zu schätzen. Die Tradition, zur Geburt eines Kindes einen handgeschnitzten Engel zu schenken, ist sehr berührend. Mir erscheint nur der linke segnende Arm des Engels bzw die Hand etwas groß im Verhältnis zum Rest, oder ist das der Perspektive auf den Fotos geschuldet?

    Pilzige Grüße,

    Grüni/Kagi ==12


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  • Hallo Grüni,


    Tatsächlich ist der linke Arm etwas länger. Aber auch hier spielt die Bewegung in der Figur eine Rolle. Auch in der Natur ist nichts absolut symmetrisch. Würde man Figuren so schnitzen, sähe das furchtbar aus. Hier betont die Länge des Arms auch die Bewegung, wenn man den Arm zum Segen erhebt. Der rechte Arm mit der Kerze ist natürlich auch näher an den Körper gezogen, um das Licht zu schützen. Man könnte jetzt argumentieren , das sich die Kerzenflamme nicht zur Seite neigt. Das wäre tatsächlich mal ein "Fehler in der Konstruktion" (fällt mir jetzt erst auf, wo ich drüber nachdenke g:-) ). Dennoch sind die Unterschiede zwischen den Armlängen bei weitem nicht so gravierend, wie sie auf den Fotos rüberkommen. Das liegt an der Perspektive :gzwinkern:


    VG Corne

  • Hallo Corne, das dachte ich mir, daß das wahrscheinlich nur auf den Fotos so rauskommt - und es sollte auch keine Kritik an deinem wunderschönen Engel sein! <3

    Pilzige Grüße,

    Grüni/Kagi ==12


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  • So ein wunderschöner Engel. <3


    Was für eine tolle Arbeit Corne.


    Da könnte man sich glatt überlegen nochmal schwanger zu werden....

    ...ach nööö doch lieber nicht!!!

    Liebe Grüße
    Birgit

    ____________________________________________________

    "Was die Raupe Ende der Welt nennt, nennt der Rest der Welt Schmetterling."

    (Laozi 老子)

  • Glück Auf liebe Pilzfreunde :gwinken:


    Da es ja selbst im Erzgebirge sommerlich warm und trocken ist und die Pilze grad Pause machen, dachte ich, ich setz hier mal wieder einen Artikel an. Hab den schon lang auf dem Herzen und heute einfach mal Zeit dafür. :gnicken:


    Wie der eine oder andere vielleicht schon mitbekommen hat, bin ich (endlich :gzwinkern:) in die Pilzmikroskopie eingestiegen. Aber mit „ich kaufe mir ein Mikroskop und lege los“ ist es halt nicht getan. Die erste Frage, die sich stellt, ist: „Wo stelle ich das Teil eigentlich hin ?“

    Jeder, der schon bei mir war hat auch meinen Hobbyraum gesehen. Das „Prunkstück“ meiner Wohnung ist ein Sammelsurium aus Arbeitsflächen, Regalen, Werkzeugen usw. welches mich befähigt, allerlei handwerklichen Tätigkeiten nachzugehen. Sei es schnitzen, Elektronik-Basteleien (Gitarren-Verstärker), Holzbearbeitung, Schneiderei, Feinmechanik usw. Nur der Computer-Arbeitsplatz wurde bisher stiefmütterlich behandelt und „irgendwie untergebracht“. Genau hier bedurfte es aber die größte Anpassung, denn einerseits hat das Mikroskop ja eine Kamera, welche am Rechner angeschlossen werden muss, andererseits sollte die Arbeitsfläche und vor allem die Unterbringung möglichst sauber sein. Ausreichend Arbeitsfläche ist ebenso unabdingbar wie die Unterbringung von Literatur, Werkzeug und Chemie in „greifbarer“ Nähe.

    Also habe ich mir viel Gedanken gemacht. Bevor ich anfange, irgendwas umzubauen oder irgendwo reinzuschneiden, mache ich mir erstmal ein 3D-Modell. Das hilft ungemein, die eigenen Vorstellungen auf „Papier“ zu bringen und schauen, was geht und was nicht. Da ich beruflich Hardware-Entwickler bin, steht mir in diesem Bereich Erfahrung und auch Software zur Verfügung.


    Es geht los: erste Vorarbeiten bestanden darin, Platz für „mehr Schreibtisch“ zu schaffen: hier seht ihr schon den ersten Schritt. Das Regal mit den kleinen Fächern wanderte von links nach rechts, der Arbeitstisch von rechts nach links g:-)



    So sah der alte Computer-Arbeitsplatz aus (an dem Sitze ich immer beim Online-Treffen :gnicken:)



    Das muss natürlich erstmal demontiert werden:



    Der Schreibtisch meiner Kindheit hat nun wirklich ausgedient. Verbrannt werden musste er aber nicht, das Holz kam anderweitig zum Einsatz. Als erstes brauchte ich natürlich einen Tisch. Bei Kleinanzeigen fand ich kostenlose Profi-Tische im Mekka der Pilze und des Neides: in Chemnitz :gbravo: hat grad so ins Auto gepasst :gkopfkratz:



    Eine Platte wurde in Länge und Breite angepasst und der Tisch war schnell aufgestellt:



    Im Zwischenraum zur Vitrine war genug Platz für einen schmalen Schrank. Da sollen die Mikroskope untergebracht werden. Und hier konnte ich einen Großteil des alten Schreibtisches verarbeiten:



    Perfekt :gbravo:



    Doch mit einem leeren Schreibtisch ist es nicht getan. Auch hier hilft das 3D-Modell zur weiteren Gestaltung. Muss ja einiges untergebracht werden :gzwinkern:



    So der Plan…. Aus dem 3D-Modell kann man auch die Schnittkanten festlegen, die Bretter nummerieren und nach Maß zuschneiden:



    Zuschneiden der Bretter:



    Dann muss es „nur noch“ RICHTIG zusammengebaut werden. BTW ich hab das „billige“ Fichtenholz 18mm ausm Baumarkt genommen :gnicken:



    So sieht es fertig aus:



    Dann wieder Teil-zerlegen und lackieren. Hier nehme ich einfache Lasur und gern in einem „Mittelgrau“, da sieht man den Dreck später nicht so :giggle:




    Bretter zuschneiden, Aufbau montieren, teilzerlegen und lackieren wurde übrigens an einem Samstag erledigt :gklimper:


    Nach dem Trocknen nochmal mit feinem Schleifpapier drüber (mit der Hand in Faserrichtung), damit die aufgestellten Fasern gebrochen sind und die Oberfläche glatt wird. So kann man das auch mal gut mit dem Lappen abwischen. Dann wird wieder montiert:



    Und bestückt… wobei die Verkabelung schon auch nochmal richtig Zeit in Anspruch nehmen kann! (Wenn man es ordentlich macht)



    Unten links neben den Ablagefächern kommt noch die Schreibtisch-Steuerung rein: Hauptschalter, PC-Steuerung mit Audio- und USB-Anschlüssen und der Verstärker für die Boxen :gbravo: Natürlich auch mit 3D-Modell vorher geplant!



    Auf der anderen Seite des Raumes war eine Lücke entstanden:



    Die wurde natürlich sinnvoll geschlossen, vor allem, weil ich auch noch einzelne Schubkästen übrig hatte:



    Diesesmal ohne 3D-Modell, das hab ich “live“ gemacht :gpfeiffen:



    Muss ja alles wieder seinen Platz bekommen :gzwinkern:


    Gleich kommt der Teil 2, bitte wartet noch mit Euren Kommentaren :gnicken:

  • Teil 2: Die Vorvorarbeiten sind abgeschlossen. Kommen wir zu den Vorarbeiten :giggle:


    Wenn man mikroskopieren will, braucht man gute Präparate. Um gute Präparate herzustellen, ist eine Stereo-Lupe von großem Vorteil. Ich kam günstig an 3 Zeiss Technival 2 Stereo-Lupen heran. Da ich so ein Modell auch auf Arbeit für die Kontrolle von Platinen habe, hatte ich schon eine gewisse Routine damit und bin mit dem Gerät sehr zufrieden. Die 3 gebrauchten Modell waren natürlich nicht in neuwertigem Zustand, bedenkt man vor allem, wie alt die Teile sind. Zum Glück habe ich jetzt eine große Arbeitsfläche auch für feine Arbeiten :gzwinkern:


    Die erste Idee war, aus 3 Modellen 2 taugliche zu machen und eine weiter zu verkaufen. Das würde die Anschaffungskosten nochmals reduzieren. Zuerst wurde der Uhrmacher aufgesucht und um Rat gefragt :gbravo: (mein Papa :love:)


    Dem Antrieb hatte es aufgrund verharzten Fettes die Zähne gezogen :gomg:



    Also zerlegen und Fett entfernen:



    Der Maestro bei der Arbeit:



    Dank des Profis sowie einem heissen Tip von Peter was das Fett betrifft sowie einer neuen Zahnstange aus Messing ist der Antrieb besser als je zuvor :ganbeten:



    Ich habe bei Papa natürlich genau zugeschaut und mir viel erklären lassen, sodass ich alle weiteren Schritte selbst zuhause durchgeführt habe. Außerdem habe ich einen lieben Freund, der in der Forschung bei Zeiss arbeitet. Der war so freundlich, mir ein Rundum-Sorglos-Linsen-Reinigungs-Paket zusammenzustellen :ghurra: (Im Erzgebirge gilt immer noch die alte Devise: ich bräuchte das und das von Dir und könnte Dir dafür das und das geben oder machen :gnicken: Beziehungen sind alles!)

    Beim Technival 2 wird die Vergrößerung in Stufen umgeschaltet. Ein Zoom wäre zwar an der einen oder anderen Stelle sicher praktischer, ist aber in der Regel mit einem Verlust bei der Optik behaftet. Ich hab dann einfach mal die Walzen ausgebaut, alles gereinigt und neu gefettet :gbravo:


    Ausbau der Walze mit „improvisiertem“ Werkzeug (rechts)



    Reinigen:




    Einsetzen und fetten:



    Läuft wie geschmiert!



    Auch der Okularkopf wurde überarbeitet:



    Ganz schön verklebt :gkopfkratz:



    Kein Wunder, das die Lampe irgendwie nicht so hell sein will wie die anderen :glol:



    Übrigens, an alle Hobby-Elektriker an dieser Stelle der Hinweis: das kommt dabei raus, wenn man einen verzinnten Kontakt in einer Schraubverbindung betreibt :gomg: das Zinn „fließt“ mit der Zeit, d.h., es gibt nach. Die Verbindung wird locker, dadurch korrodiert sie und der Übergangswiderstand erhöht sich. Das führt nicht nur zu „weniger Licht“ in der Lampe, es führt auch zur Erwärmung der Anschlusstelle und kann im schlimmsten Fall brennen!



    Also Kabel neu angesetzt und stehe da: Lupe fertig :gbravo:



    Letzten Endes habe ich dann alle 3 Lupen neu aufgearbeitet, da ich eh einmal Routine hatte und das Werkzeug noch rumstand.

    Natürlich ist durch die Reparatur an der einen oder anderen Stelle die Optik leicht aus dem Tritt gekommen, aber das kann man ja wieder nachstellen. Dafür habe ich mir zunächst eine kleine Zeichnung gemacht und anhand dieser dann ausgerichtet:






    Das eine oder andere kann man einfach auch selber machen :gzwinkern:

    Für meine Lupe habe ich sogar einen Durchlicht-Fuß organisieren können :gbravo:



    Auf Arbeit kann ich nicht nur 3D-Modelle zeichnen, sondern auch drucken! Da wir dieselbe Lupe auf Arbeit haben, war es natürlich unbedingt notwendig, eine ordentliche Zubehör-Box zu haben. Selbstverständlich musste erst ein Prototyp gedruckt werden :giggle:

    Für den hat natürlich hinterher, nach dem Druck der eigentlichen Box, keiner mehr Verwendung :giggle:



    Alles passgenau:



    Damit sind die Vorarbeiten abgeschlossen :gbravo:


    Weiter gehts gleich im Teil 3!

  • Das Bild bedarf keines weiteren Kommentars :ghurra:



    Alles ist vorbereitet, jetzt kann es endlich losgehen:



    Da das Kabel der Kamera fast fest im Schreibtisch verbaut ist, muss ich die Kamera aus dem Mikroskop entnehmen, wenn es in den Schrank kommt. Damit die Kamera nicht „rumfliegt“, hat auch hier der 3D-Drucker Abhilfe geschaffen und das Restmaterial auf Arbeit konnte auch reduziert werden :gzwinkern:



    Ich habe mir dann Zeit genommen, mit einigen Dauerpräparaten erstmal bissl rumzuspielen und das Mikro besser kennenzulernen. Aber irgendwann ist man damit auch durch und es kommt der Tag, an dem der Nachbar und Schnitzkollege plötzlich mit Pilzen aus dem Blumentopf vor einem steht und fragt, was das ist :gbravo:



    Der erste Verdacht, es könne sich um Erdmuschelinge (Hohenbuehelia) handeln, die ich noch nie gesehen, geschweige denn gefunden hatte, wäre durch ein Blick ins Mikroskop schnell bestätigt (sagte mir der liebe Stefan Climbingfreak ). Diese Gattung wäre leicht an großen Zystiden zu erkennen.

    Also erstmal alles aufbauen :gbravo: schon der Blick durch die Stereo-Lupe deutete für mich auf die erwähnten Zystiden hin, denn an den Lamellen war eine Art „Fell“ zu erkennen:



    Ok, dann Probe nehmen und unters „richtige“ Mikroskop:



    400fach Vergrößerung in Wasser, scharf gestellt und Tataaaa: da sind sie schon :ghurra: das ging ja einfach! (Bild noch mit Handy durchs Okular). Dann muss natürlich die Kamera ran:



    Dann auf 1000x geschwenkt:



    Von Stefan kam noch der Hinweis, ich hätte viel zu viel Material unter dem Glas :gomg: also nochmal präparieren, bissl rumspielen und ich habe mich das erste Mal am Färben probiert:

    400x im (von boccaccio )hochgelobten Phloxin B



    Herrlich :love:


    1000x in Phloxin B:



    Die Fotos sind nicht gestackt. Eins nach dem Anderen ;)


    So, nun kann es losgehen in dieser neuen Welt des genaueren Hinschauens :gbravo:


    An dieser Stelle möchte ich mich bei folgenden Personen nochmal ausdrücklich bedanken für ihre Hilfe, Zeit und Rat, mit der sie mich dabei unterstützt haben: Peter , boccaccio , Climbingfreak , Aretah , Navajoa (die Reihenfolge ist zufällig gewählt :gzwinkern:).

    Dank auch an Christian Linkenheld von http://www.mikroskopie.de. Den kann ich nur wärmstens weiterempfehlen. Er verkauft nicht einfach, er berät und berät vor allem passend zu den Wünschen und Gegebenheiten. Guter Mann :gbravo:


    Und auch Dank an alle regelmäßigen Teilnehmer des Online-Treffens, die einem durch Bilder und Berichte Mut und Lust machen, genauer hinzuschauen und immer wieder zu suchen und zu entdecken. Allen voran Jörg, der immer was zu zeigen hat (#esgabauchnochsommersteinpilze :grofl:) und Karl W , der jede Art bestimmen kann, obwohl man auf dem Bild gar keinen Pilz erkennen kann :glol:


    LG, euer Corne :gwinken:

  • Hallo Corne,


    na das ist doch super!


    Wunderschön. Freut mich, dass alles so gut funktioniert.


    Viele Grüße,

    Steffen

  • Hallo Corne,

    du bist der tollste TAUSENDSASSA den ich kenne.


    Ganz, ganz starke Leistung. ==Pilz24


    Danke fürs Teilhabenlassen. Kannst ab sofort frei Plündern in den Chemnitzer Park- u. Neidanlagen

    um Jörgs "Fehlbestimmungen" nun endlich mikroskopisch zu bestätigen. ==Prust

  • Hi Corne


    Das sieht doch schon sehr gut aus mit dem neuen Mikroskop, gratuliere. :thumbup: Wünsche dir ganz viel Spass beim Entdecken der mikroskopischen Pilzwelt.


    LG

    Benjamin

    Mit meinen Beiträgen gebe ich lediglich meine persönliche Einschätzung/Meinung ab. Sie sind nur als Vorschläge zu werten und es gibt damit insbesondere keine Verzehrsfreigaben meinerseits. Eine sichere Bestimmung sowie Verzehrsfreigabe kann nur der Pilzkontrolleur bzw. Pilzsachverständige vor Ort geben.

  • Was für ein toller Bericht, lieber Corne. Vielen Dank dafür!


    Beste Grüße

    Sabine

    100 Startguthaben minus APR-Gebühr 2024 = 90 + 3 (drittschnellstes Jokerverballern 2024) = 93 + 10 (dritter Platz APR 2024) = 103 minus 15 für APR 2025 = 88 + 2 (Nannettes Zwischenrätsel als 11. gelöst) = 90 + 6 (6. Platz Platzierungswette APR 2025) = 96

  • Boah Corne, du kannst einfach ALLES! Und wenn du mal was nicht kannst, ruhst du nicht eher, als bis du es dir draufgeschafft hast! Deine Energie und Gründlichkeit sind echt beneidenswert.

    Pilzige Grüße,

    Grüni/Kagi ==12


    117 Pilzchips


    (120PC Stand 07.01.24 -15PC Einsatz APR 2024 = 105PC +4PC Platz 9 APR 2024 +3PC Gnolmhessisch-Bonus +3PC für Sozialphahl= 115PC Stand 05.01.2025 -15PC Einsatz APR 2025 = 100PC +3PC 1. Rätzler über die Mitte +3PC Am nächsten an Schnapspunktzahl 222 +2PC 1500. Beitrag im Rätzelthread +3PC Selbsteinschätzung +3PC Bonus Bunte Gratulations-Lobhudelei +3PC Sondierungsphahl Salate = 117PC Stand 10.01.2026)


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    Grünis/Kagis verrückte Pilzwerkstatt

    Pilze an ungewöhnlichen Orten finden!