Beiträge von Corne

    Hallo Peter,


    Und um Deine Frage zu beantworten: wir PSVs machen das aus Liebe und nicht des Geldes wegen. Eine Korbkontrolle kostet Dich maximal die Fahrt und Zeit zum PSV. Wie Matthias schon schrieb, sind alle PSVs, die ICH KENNE, berufstätig oder Rentner. Aber bei allen ist es ein Ehrenamt. Bei den Rentnern hast Du eventuell mehr Glück, was die Verfügbarkeit angeht. Die Berufstätigen haben halt nicht immer Zeit, vor allem, wenn man noch Familie hat.


    Ich habe selbst früher Stäublinge mitgenommen, vor allem, wenn es nicht viel andres gab, was ich kannte. Wenn Du Interesse hast, Dich mehr mit der Thematik zu beschäftigen, schau mal, ob es einen Verein in Deiner Nähe gibt. Dort findet man Gleichgesinnte und oft werden auch Exkursionen veranstaltet, auf denen man viel lernen kann. Dann wirst Du auch in der Bestimmung sicherer und entdeckst noch viele Alternativen zu den Stäublingen.


    VG corne

    Danke für eure Einschätzungen. Ich finde bei mir oft die schwarzgeschuppte Form. Wenn der ordentlich Frost abbekommen hat (hatten wir letzte Woche mal) und die grünliche Farbe rausgeblichen ist, dann könnte das schon gut hinkommen. Passt für mich noch am Besten.

    Hallo Pilzfreunde,


    Wir fanden diesen Pilz am Freitag. Habitat war hauptsächlich saurer Fichtenwald, es könnten durchaus Birken und Buchen eingestreut gewesen sein. Der Pilz wuchs an einem alten vermoderten Stumpf (unter dem Moos). Leider waren nur sehr alte Fruchtkörper da. Die Oberfläche war feinfilzig und am Stiel war keinerlei Ringzone zu erkennen. Die Hüte hatten ca 8cm Durchmesser, Stiel 1cm+. Auffallend war die rötliche Verfärbung in den Lamellen am Rand. Was sicher auf einen Frost-/Trockenschaden hindeutet. Täubling oder Milchling würde ich ausschließen, Pluteus ebenfalls. Habt ihre eine Idee ? Ich kann mich noch nichtmal für eine Gattung entscheiden… :gkopfkratz:


    VG Corne


    Glück auf liebe Pilzfreunde :gwinken:


    Am Freitag nach der Arbeit habe ich mich mit Kauz getroffen, um nach Wiesenpilzen Ausschau zu halten. Wir hatten uns auf ein Gebiet geeinigt, welches er mir im Frühjahr gezeigt hat und wo wir Vibressea truncorum gefunden hatten. Also habe ich Kauz aufgelesen und wir fuhren los. Zunächst geht es durch ein kleines Waldstück, an dessen Wegrändern schon viel los war.


    1. grünfleckende Fichtenkoralle :gbravo:



    2. auch die grauen Korallen waren massenhaft vertreten:



    3. klein und unscheinbar: orange-schneidiger Helmling :love:



    4. hier hatten wir beide überhaupt keine Idee, aber ich stell den Pilz nochmal als extra Anfrage ein:



    5. dann erreichten wir endlich die Wiesen: Leider absolut tote Hose :gnichttraurig: die Wiesen sahen perfekt aus, aber es gab praktisch gar nix. Noch nichtmal Jungfern-Ellerlinge oder schwärzende Saftlinge. Vielleicht grad ein „schlechtes Jahr“ für diese Wiese ? Ich werde es auf jeden Fall im nächsten Jahr nochmal probieren…. Kann mir nicht vorstellen, das es dort nix geben soll. Nur ein paar runzelige Korallen winkten uns zu…



    6. also brachen wir kurzerhand ab und fuhren in ein Gebiet gleich um die Ecke. Dort hat ich schon Saftlinge gefunden und wir probierten es dort mal aus. Gleich zu Beginn ein hoffnungsvoller Auftakt: Hygrocybe Splendidissima :ghurra: (prächtiger Saftling)



    7. ein paar Meter weiter: Hygrocybe fornicata agg. :love: (blassrandiger Saftling)



    8. ganz neu für mich waren diese hübschen Kerlchen: Cuphophyllus lacmus, violettgrauer Ellerling :ghurra: (leider kommt die deutlich violette Hutfärbung auf den Bildern net so rüber)



    9. im tiefen Gras standen Massen an Keulchen. Da diese grad schwer zu bestimmen sind, lasse ich es ;)




    10. es ging weiter mit Hygrocybe laeta, dem zähen Saftling. die standen da zu hunderten….



    11. und erneut Hygrocybe splendidissima mit trockenem Hut und (fast) freihen Lamellen (gell, Claudia Wutzi )



    12. gelbe Saftlinge gab es auch. Und da ich meinte, eine leichte Bereifung an der Stielspitze festzustellen, habe ich den als Hygrocybe chlorophana eingetütet (stumpfer Saftling) :gbravo:



    13. Hygrocybe ceracea, den zerbrechlichen Saftling, gab es auch. Eher klein, gern fast büschelig wachsend, mit trockenem Stiel und Hut und vor allem breit angewachsenen Lamellen ist er recht einfach zu bestimmen:



    14. Ebenfalls in größerer Zahl und allen Alterstadien gab es Hygrocybe reidii, den Honig-Saftling. Leicht erkennbar am Kunsthonig-Geruch an der Stielbasis. Außerdem sind Stiel und Hut trocken und er hat so ein typisches Orange



    15. ebenfalls orange ist der Orange-Ellerling (Cuphophyllus pratensis) und fehlt auf derlei Wiesen eigentlich nie:



    16. sehr schleimig sind meine Lieblingspilze, die papageigrünen Saftlinge :love: hier mit leicht violettem Einschlag auf den Hüten:



    17. rot mit feuchtem Hut und breit angewachsenen Lamellen ist, nach aktuellem Stand, der kirschrote Saftling :kaffee:



    18. was mich wirklich umgehauen hat war die große Anzahl an Hygrocybe punicea, dem größten oder granatroten Saftling :love: Bestimmt an die hundert Exemplare!



    Diese Gruppe war schon entnommen und aufgelegt, was ich leider erst nach der obigen Gruppe festgestellt hab:





    19. Aber wie so oft im Reich der Pilze sind es nicht die großen, sondern die ganz kleinen Pilze, die die absoluten Kracher sind. Ich hatte schon davon gehört, das es sie hier geben soll, aber selbst noch nie gefunden. Wirklich winzig, aber dafür umso schöner ist der Fund des Tages: Atheniella adonis , der korallenrote Helmling :ghurra:



    Erst einer, dann wurden es immer mehr:



    Selten direkt nebeneinander:



    Noch seltener: eine 5er Gruppe :ghurra:



    Da sag nochmal einer, man könne mit einem Handy keine guten Bilder machen ;)



    Was für ein herrlicher Ausflug!


    In diesem Sinne wünsche ich Euch einen schönen Rest-Sonntag und Danke Euch für Eure Aufmerksamkeit!


    Gliggauf! Corne :gwinken:

    Hallo Leute,


    Ich möchte nun obigen Wiesenpilzen-Bericht noch etwas ergänzen. Jörg hat mich am Dienstag zu einem Spaziergang besucht und wir haben uns das mal zusammen angesehen. Für ihn waren mehr als ein Dutzend Erstfunde dabei. Natürlich sind wir Stellen abgelaufen, wo unsere Gruppen vom Samstag noch lagen, aber es gab auch neue Entdeckungen.

    1. hier ist er: Hygrocybe splendidissima :gzwinkern:



    2. gleich am Anfang und auch in einer völlig anderen Ecke der Wiese entdeckten wir einen weiteren Spot von Microglossum rufescens :ghurra:



    3. Dieser Pilz kam mir irgendwie komisch vor. Von oben dachte ich zunächst an einen Ellerling, aber von unten passte der Lamellenansatz gar nicht. Es ist ein Saftling: Hygrocybe fornicata (agg.) - der blassrandige Saftling :gbravo:



    4. Nebenbei entdeckt und doch nicht verwunderlich: Calvulinopsis corniculata - die geweihförmige Wiesenkeule



    5. Fund des Tages: Neohygrocybe ovina - der rötende Saftling :ghurra: wenn ich den nicht schonmal in Wiesbaden gezeigt bekommen hätte, wäre ich glatt dran vorbei gelaufen. Jörg auch :glol:



    VG und einen schönen Abend noch!


    Corne

    Hallo Claudia,


    Coole Idee! Aber bei deinen letzten beiden Bildern zeigst Du eindeutig Hygrocybe punicea (längsfasriger Stiel und dieses dunkle Rot).


    Ich hänge gleich selber noch paar Bilder mit rein.

    1. Diese Aufnahme ist vom Wiesbadener Saftlingstreffen und da wurde mir die Gruppe als splendidissima gezeigt:



    2. diese Aufnahme stammt von der Boletus-Tagung 2026 und wurde mir ebenfalls als splendidissima erklärt (von mehreren Personen):



    3. den habe ich selber auf besagter Boletus-Tagung gefunden, und den würde ich, schon aufgrund seiner Größe, auch als splendidissima bezeichnen (die Experten, die damals mit waren, haben das alle abgenickt):



    4. den hatten wir gestern noch auf unserer neuen „Wunderwiese“, den würde ich jetzt aber ebenfalls als splendidissima ansprechen:



    VG Corne


    (PS: ich hoffe, es werden noch viele Bilder von mir folgen :gbravo:)

    Achja, dann versuchte ich noch einen Sporenabwurf zu machen. Also Stiel abgeschnitten, Hut mit Lamellen nach unten auf Objektträger, Deckel vom Deckglas-Döschen drüber und unter eine Lampe mit Glühbirne. Die hab ich dann so gut positioniert, dass nach einer halben Stunde der Pilz gar war :gomg: :gkopfwand: der hätte gut in die Suppe gekonnt, aber mit irgendwas brauchbares finden war da nix mehr….

    VG

    Glück auf :gwinken:


    Ich war heute nochmal im Park und habe tatsächlich noch ganze 2 Saftlinge gefunden, von denen ich einen zum mikroskopieren mitnahm. Und dann hab ich nochmal einen Versuch gewagt, den Lamellenquerschnitt zu mikroskopieren. Das ist mir denke ich ganz gut geraten.

    Seht selbst:



    Heute waren deutlich sehr lange Zellen zu sehen (400x). Ich habe lange gesucht, bis ich eine Stelle gefunden habe, die sich halbwegs messen lies. Die Zellen waren meist nur an einem Ende scharf zu bekommen oder dann einfach größer als das Bild. Ich habe einmal 340um (oben) und einmal 397um gemessen, und bei letzterer ist das Ende noch nicht in Sicht. Damit sollte dann doch Hygrocybe helobia bestimmt sein.

    Seht ihr das genauso ? Aretah  Karl W  Sennepilz ?


    VG corne

    Hallo,


    Danke dass Du mit Mut machst, liebe Wutzi :gbravo:


    Ich habe mal die KI bemüht. Und zwar habe ich meinen KIBBY genommen (ich weiß, nicht die beste Saftllingsliteratur), habe die Texte zu coccinea und splendidissima abfotografiert und in die KI geladen und eine Gegenüberstellung machen lassen. Das kam raus dabei:


    Merkmalsvergleich im Überblick

    HutformKonvex (gewölbt)Rundlich-konisch (kegelig)
    HutoberflächeBei Nässe fettig (greasy)Immer trocken und matt
    Hutgröße10–60 mm20–70 mm (tendentiell etwas größer)
    LamellenansatzBreit angewachsen (adnat), teils mit herablaufendem ZahnSchmal angewachsen (narrowly adnate)
    StielformZylindrisch, oft zusammengedrücktZylindrisch-spindelig, oft verdreht oder zusammengedrückt
    GeruchKeiner (nil)Frisch keiner, aber beim Trocknen nach Honig
    SporenformLänglich-ellipsoid, oft an der Spitze verengtEllipsoid-eiförmig (ovoid)
    HäufigkeitHäufig und weit verbreitet (in Großbritannien)Ungewöhnlich bis selten



    Es gibt auch eine Zusammenfassung der wichtigsten Unterschiede:


    Die 3 größten Unterschiede zur Bestimmung

    Wenn du die beiden Arten im Feld oder unter dem Mikroskop unterscheiden musst, solltest du vor allem auf diese drei Hauptmerkmale achten:

    1. Die Hutoberfläche und Form: H. coccinea hat einen gewölbten Hut, der bei feuchtem Wetter spürbar fettig wird. Der Hut von H. splendidissima ist eher kegelig geformt und bleibt auch bei Feuchtigkeit völlig trocken und matt.
    2. Der Geruch beim Trocknen: Das ist der sicherste Makro-Unterschied bei älteren Exemplaren. Während H. coccinea völlig geruchlos bleibt, entwickelt H. splendidissima beim Eintrocknen einen markanten, süßlichen Honiggeruch.
    3. Der Lamellenansatz: Schau dir an, wie die Lamellen am Stiel aufeinandertreffen. Bei H. coccinea sitzen sie breit an und laufen manchmal sogar ein Stückchen am Stiel herab. Bei H. splendidissima sind sie nur ganz schmal am Stiel angeheftet.


    Damit wäre bewiesen, das Karl recht hat. Sagt die KI :grofl:


    Ich möchte hier ausdrücklich vermerken, das es mir gar nicht darum ging, Karl, ihn zu be- oder widerlegen. Aber ich wollte einfach mal probieren, was die KI aus zwei Fotos mit Texten machen kann. Ehe ich jedes zweite Wort mühsam selber übersetzen muss. Das fand ich schon gut. Hat keine 5min gedauert.

    Hallo :gwinken:


    Ich bin heute auch dabei. Ich hätte viel zu zeigen, lasse aber Jörg den Vortritt, da wir zusammen unterwegs waren. Würde dann nur noch ergänzen :gzwinkern:


    VG corne

    Hallo Karl,


    Vielen Dank für Deine Enschätzung. Die ganze Wiese steht mit kleinen und größeren roten Pilzen voll. Ich bin da etwas überfordert. Danke für den Tip mit den Lamellen. Ich werde mal versuchen, mir eine genaue Gegenüberstellung zwischen coccinea und splendidissima zu machen. Ich habe gestern (war mit Jörg nochmal dort) auch mal den „Kissing Test“ versucht, denn ich hatte am Montag mir Deinen Vortrag angeschaut. Die Pilze waren alle nass, denn es gab Frost in der Nacht auf Dienstag. Bei einer Gruppe war das Gefühl wie, egal wie ich die Lippe anlecke, wenn der Pilz rankommt, fühlt es sich trocken an und klebt an der Lippe. Bei einem anderen war das Gefühl feucht, als würde alles „noch nasser“ werden.


    VG Corne