Glück auf liebe Pilzfreunde 
Am Freitag nach der Arbeit habe ich mich mit Kauz getroffen, um nach Wiesenpilzen Ausschau zu halten. Wir hatten uns auf ein Gebiet geeinigt, welches er mir im Frühjahr gezeigt hat und wo wir Vibressea truncorum gefunden hatten. Also habe ich Kauz aufgelesen und wir fuhren los. Zunächst geht es durch ein kleines Waldstück, an dessen Wegrändern schon viel los war.
1. grünfleckende Fichtenkoralle 

2. auch die grauen Korallen waren massenhaft vertreten:

3. klein und unscheinbar: orange-schneidiger Helmling 

4. hier hatten wir beide überhaupt keine Idee, aber ich stell den Pilz nochmal als extra Anfrage ein:

5. dann erreichten wir endlich die Wiesen: Leider absolut tote Hose
die Wiesen sahen perfekt aus, aber es gab praktisch gar nix. Noch nichtmal Jungfern-Ellerlinge oder schwärzende Saftlinge. Vielleicht grad ein „schlechtes Jahr“ für diese Wiese ? Ich werde es auf jeden Fall im nächsten Jahr nochmal probieren…. Kann mir nicht vorstellen, das es dort nix geben soll. Nur ein paar runzelige Korallen winkten uns zu…

6. also brachen wir kurzerhand ab und fuhren in ein Gebiet gleich um die Ecke. Dort hat ich schon Saftlinge gefunden und wir probierten es dort mal aus. Gleich zu Beginn ein hoffnungsvoller Auftakt: Hygrocybe Splendidissima
(prächtiger Saftling)

7. ein paar Meter weiter: Hygrocybe fornicata agg.
(blassrandiger Saftling)

8. ganz neu für mich waren diese hübschen Kerlchen: Cuphophyllus lacmus, violettgrauer Ellerling
(leider kommt die deutlich violette Hutfärbung auf den Bildern net so rüber)

9. im tiefen Gras standen Massen an Keulchen. Da diese grad schwer zu bestimmen sind, lasse ich es 


10. es ging weiter mit Hygrocybe laeta, dem zähen Saftling. die standen da zu hunderten….

11. und erneut Hygrocybe splendidissima mit trockenem Hut und (fast) freihen Lamellen (gell, Claudia Wutzi )

12. gelbe Saftlinge gab es auch. Und da ich meinte, eine leichte Bereifung an der Stielspitze festzustellen, habe ich den als Hygrocybe chlorophana eingetütet (stumpfer Saftling) 

13. Hygrocybe ceracea, den zerbrechlichen Saftling, gab es auch. Eher klein, gern fast büschelig wachsend, mit trockenem Stiel und Hut und vor allem breit angewachsenen Lamellen ist er recht einfach zu bestimmen:

14. Ebenfalls in größerer Zahl und allen Alterstadien gab es Hygrocybe reidii, den Honig-Saftling. Leicht erkennbar am Kunsthonig-Geruch an der Stielbasis. Außerdem sind Stiel und Hut trocken und er hat so ein typisches Orange

15. ebenfalls orange ist der Orange-Ellerling (Cuphophyllus pratensis) und fehlt auf derlei Wiesen eigentlich nie:

16. sehr schleimig sind meine Lieblingspilze, die papageigrünen Saftlinge
hier mit leicht violettem Einschlag auf den Hüten:

17. rot mit feuchtem Hut und breit angewachsenen Lamellen ist, nach aktuellem Stand, der kirschrote Saftling 

18. was mich wirklich umgehauen hat war die große Anzahl an Hygrocybe punicea, dem größten oder granatroten Saftling
Bestimmt an die hundert Exemplare!

Diese Gruppe war schon entnommen und aufgelegt, was ich leider erst nach der obigen Gruppe festgestellt hab:



19. Aber wie so oft im Reich der Pilze sind es nicht die großen, sondern die ganz kleinen Pilze, die die absoluten Kracher sind. Ich hatte schon davon gehört, das es sie hier geben soll, aber selbst noch nie gefunden. Wirklich winzig, aber dafür umso schöner ist der Fund des Tages: Atheniella adonis , der korallenrote Helmling 

Erst einer, dann wurden es immer mehr:

Selten direkt nebeneinander:

Noch seltener: eine 5er Gruppe 

Da sag nochmal einer, man könne mit einem Handy keine guten Bilder machen 

Was für ein herrlicher Ausflug!
In diesem Sinne wünsche ich Euch einen schönen Rest-Sonntag und Danke Euch für Eure Aufmerksamkeit!
Gliggauf! Corne 