Hallo, Besucher der Thread wurde 678 aufgerufen und enthält 9 Antworten

letzter Beitrag von Beorn am

2020-Speisepilze in NRW

  • Ein frohes neues Pilzjahr für alle! Ihr seid hoffentlich alle gesund und habt die Corona-Ferien zur Pilzsuche nutzen können. Ich habe heute 1,4kg Schwefelporlinge geerntet. Fußläufig in der Nachbarschaft, einmal an einer uralten Weide, einmal an einer recht jungen Pappel. An beiden Bäumen ist der Pilz erstmalig erschienen. Ist das jetzt ein Zeichen für ein gutes Porlingsjahr oder eher ein Indiz für den schlechten Zustand der Bäume?

    Ich bin gerne wandernd oder spazierend in der Natur unterwegs und freue mich über alles Essbare, dass ich dabei finde. Als Privatier habe ich jetzt die Zeit, um mein Wissen zu erweitern. Solange ich nicht alles weiß, gibt es von mir keine Verzehrfreigabe.


    Viele Grüße
    Teetrinker:ghurra:

  • Hallo Teetrinker,


    na ja, ich würde mal sagen, immer wenn ein Baum von Pilzen befallen ist, wird das über kurz oder lang kein gutes Ende für ihn nehmen.

    Auf ein gutes Pilzjahr würde ich deshalb nicht schließen. Eher vielleicht im Gegenteil. Die Bäume sind von der Trockenheit der letzten zwei Jahre sehr geschwächt und sicher auch deshalb anfälliger für Pilzbefall. Wenn nicht bald ausgiebiger Landregen kommt, sehe ich, vor allem für Mykkorhiza-Pilze eher schwarz.


    Lass dir die Schwefelporlinge schmecken. Ich konnte sie leider gar nicht gut vertragen und kann mich noch sehr gut an das elende Magengrummeln danach erinnern.


    Liebe Grüße

    Rotfuß

    "Pilze sind erst einmal nicht anwesend, sie verstecken, verbergen, verschließen und tarnen sich, aber es gibt eine Wahrscheinlichkeit und eine Hoffnung, sie zu finden. Die Suche bedeutet Aufbruch, Verheißung, Abenteuer, und je vergeblicher und erfolgloser der letzte Pilzgang war, desto mehr Spannung, Erfüllung, Belohnung verspricht der nächste." (Hans Helmut Hillrichs: Pilze sammeln)


    Pilzmärchen

    Einmal editiert, zuletzt von Rotfuß ()

  • Hallo Rotfuß,


    wenn das die Pilzleichen von der Eiche waren, die Du im Juli 2016 gegessen hast, dann wundert es mich nicht, dass Du die nicht vertragen hast <X;). Ich habe sie genauso zubereitet (danke für den Tipp) und es war richtig lecker.


    Wer auch Lust auf Schwefelporling hat, der sollte es mal im Kurfürstlichen Thiergarten Arnsberg versuchen

    Erlebnis-Wanderung: Waldkultur entdecken | "Kurfürstlicher Thiergarten Arnsberg"


    Ist auf jeden Fall ein herrlicher Spazierweg und vor 3 Jahren wuchsen dort reichlich Schwefelporlinge an Buchen.

    Ich bin gerne wandernd oder spazierend in der Natur unterwegs und freue mich über alles Essbare, dass ich dabei finde. Als Privatier habe ich jetzt die Zeit, um mein Wissen zu erweitern. Solange ich nicht alles weiß, gibt es von mir keine Verzehrfreigabe.


    Viele Grüße
    Teetrinker:ghurra:

  • Hallo,

    ich bin neu um Forum und beschäftige mich auch erst seit einigen Monaten mit Pilzen. Bei einem Ausflug in die Region des südlichen Münsterlandes konnte ich einen ersten Röhrling in diesem Jahr entdecken. In naher Umgebung gab es dann noch Schopftintlinge und Austernseitlinge. Das hat mich doch sehr überrascht, zumal es hier seit Wochen nicht geregnet hat. Hat jemand eine Idee, um welchen Röhrling es sich handeln könnte?

    Schöne Grüße Stefan

  • Hallo und willkommen im Forum. Dein Röhrling ist ein Goldröhrling. Den Schopftintling mit den schwarzen Lamellen würde ich aussortieren.


    LG.

    Bin lediglich fortgeschrittener Anfänger.
    Posts sind nicht als Essensfreigabe zu verstehen. :-]

  • In naher Umgebung gab es dann noch Schopftintlinge und Austernseitlinge.

    Austernseitlinge, kann meines Wissens nicht sein, bzw jetzt im Sommer, kommen eigentlich nur sobald es kälter wird. Oder gibt's da solche Ausnahmen? Bin auch kein Experte... Aber evtl hast du da lungenseitlinge gefunden? ( Vorsicht vor dem ohrförmigen seitling!, Giftig.)


    Gruß, gena

  • Hallo, Gena!


    Haupterscheinungszeit von Pleurotus ostreatus (Austernseitling): Januar bis Dezember. Ausnahmen wären also nur Funde an den Tagen zwischen dem 31. Dezember und dem ersten Januar. :gzwinkern:

    Keine Ahnung, wie es zu der Annahme kommt, daß das irgendwie ein "Winterpilz" wäre, weil das ja gar nicht stimmt. Das Mycel braucht einen gewissen Kältereiz (Temperaturen phasenweise unter 10° / 15° C sinkend), aber auch im Sommer ist es nachts ja mal frisch. Und die Zuchtbetriebe, die ganzjährig die Läden mit Seitlingen beliefern, kühlen ihre Substrate auch nicht auf unter null Grad runter, weil sonst das Pfund Austern im Sommer sowas um die 50 Eu kosten müsste.


    LG; Pablo.

  • Hi, habe auch mal gelesen dass die Kulturpilze keinen Kälteschock benötigen. Dachte aber es wäre eine andere varietät, also die Zuchtform. Da ich meine auch erst im Winter finde, so wie samtfußrüblinge. Und irgendwie haben sie ja dieses Winter Image bzw habe ich es zumindest immer so aufgeschnappt. Andererseits steht im Pilzbuch und inet januar bis Dezember. Pilze, man lernt nie aus und sie überraschen immer aufs neue! Schönen Gruß, gena

  • Hallo, Gena!


    Das mit den Wilden austern und den Zuchtaustern kannst du dir ein wenig vorstellen wie Labrador und Schäferhund: Die sehen etwas unetschiedlich aus, verhalten sich auch etwas individuell - ist aber beides die gleiche Art und können auch problemlos Nachwuchs untereinander haben. Bei den ganzen verschiedenen Wild - Und Zuchtformen bei Austern ist es ähnlich: Die Sporen der Zuchtformen kommen ja auch in der freien natur an, und kreuzen sich da mit wilden Sippen der gleichen Art.
    Möglicherweise war das tatsächlich mal so, daß die wilden Formen einen stärkeren Kältereiz brauchten, als verschiedene Zuchtformen, aber das dürfte sich durch die natürliche Vermischung mittlerweile nivelliert haben.



    LG, Pablo.

    • Neu
    • Gäste Informationen
    Hallo, gefällt Dir das Thema und willst auch Du etwas dazu schreiben, dann melde dich bitte an.
    Hast Du noch kein Benutzerkonto, dann bitte registriere dich, nach der Freischaltung kannst Du das Forum uneingeschränkt nutzen.