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letzter Beitrag von Beorn am

Magie, Hexen, drei Beten und eine Seherin – ein Ausflug nach Leutstetten

  • Servus beinand,


    anlässlich des Geburtstags meiner Frau Sonja haben wir zu dritt (Sonja, Hündin Tapsie und ich) einen mystisch-geschichtlichen Ausflug nach Leutstetten gemacht, auf den wir euch alle mitnehmen wollen. Vorweg sei gesagt, dass ich nicht esoterisch angehaucht bin, also nicht an Geister, Hexen, Göttinen und Ähnliches glaube, aber viele Mythen haben einen wahren Kern… Ich möchte euch auf unseren Ausflug in die Welt der Magie und der Mythen mitnehmen. Der Ausflug ist etwas textlastig, da ich einige Eindrücke beschreiben möchte.


    Jedenfalls haben wir das besucht, was in der Esoterik als „Kraftorte“ bezeichnet wird. Für mich ist eigentlich jeder ursprüngliche Wald ein Kraftort. Wer kann sich der Faszination entziehen, den ein echter Urwald ohne menschlichen Einfluss auslöst? Doch hier geht es um ganz spezielle Kraftorte.


    Leutstetten ist doppelt berühmt – einerseits wegen der seltenen Pilzarten, die dort zu finden sind (und einem wunderschönen Naturwaldreservat) – andererseits wegen der Heiligen Orte des Würmtals bzw. dem als Mühltal bezeichneten Abschnitts. Der Sage nach soll sogar Karl der Große dort geboren worden sein – in der Karlsburg, von der nur noch allerletzte Reste vorhanden sind.


    Doch sehr lange vor Karl dem Großen war das Mühltal ein Ort der Kelten (bevor dann die Römer kamen und ebenfalls dort siedelten). Ein Zeugnis dessen ist ein Hügelgrabfeld, welches – nicht mehr sehr idyllisch – direkt an der S-Bahn-Linie zu finden ist. Die Hügelgräber sind auffallend groß und jedes einzelne wurde aufgegraben und entleert. Die Grabbeigaben lassen vermuten, dass es sich um höhergestellte Persönlichkeiten handelte, die dort begraben wurden.


    So sehen diese Hügelgräber aus - im Wald, völlig vergessen und allesamt aufgegraben, also leer.


    Da ich nicht pietätlos sein möchte, bin ich nur deshalb in das Grab gesteigen, weil ich ja weiß, dass es leer ist. Ich darf übrigens vorstellen: Tapsie (die Dame in weiß - der Kamerataschenträger bin ich)


    Ein Grab enthielt aber eine Besonderheit – ein Frauenskelett mit einem symbolischen Rad als Schmuckstück. Das Rad ist das Symbol der Wilbet, auch Vilbeth, Willbet, Firbet genannt. Auch dieses Grab ist natürlich leer. Es ist besonders groß und man sieht es schon von weitem:





    Ich habe auch mal gelesen, dass das englische Wort „wheel“ von dem Namen dieser Göttin / Seherin / magischen Frau stammen soll. Das Skelett wurde von Julius Naue (1832-1907) ausgegraben – er hat offenbar das gesamte Gräberfeld geplündert – äh, nein – archaeologisch bearbeitet. Im zweiten Weltkrieg wurde das Skelett und die Grabbeigaben nach Berlin verfrachtet und sind seitdem verschollen.


    Aufgrund des Radschmucks entstand die Interpretation, dass dieses Hügelgrab das Grab der Firpet / Wilbet sei und wird daher hier als das Grab der Seherin bezeichnet. Dementsprechend wird dem Grab, obwohl es geöffnet wurde, eine besondere Kraft zugeschrieben. Es finden auch kultische Zeremonien statt, es werden kleine Opfergaben gebracht (man siehe den Schnuller und das Bärli auf dem Bild) und gerne werden Wunschbänder aufgehängt.



    Und da zeigt sich, dass nicht alle Esoteriker wirklich an den Wurzeln ihres Tuns interessiert sind, sondern dass viele entweder dumme Trittbrettfahrer sind oder wirklich so tumb sind… denn die Wünsche sollen sich dann erfüllen, wenn das Band, welches aufgehängt wurde, verwittert ist und zu Boden fällt. Bei natürlichen Stoffen passiert das. Die meisten Bänder sind aber aus Plastik. Sehr beliebt sind Geschenkbänder. Dass die nicht verrotten, hat sich wohl nicht herumgesprochen – und auch Mikroplastik in der Umwelt ist für diese Esoteriker wohl kein Thema.





    Die Energie, die von dem Grab der Seherin ausgeht, habe ich ehrlich gesagt nicht gespürt. Im Gegenteil, die Bahnstrecke und ein auf der anderen Seite verlaufender Radlweg nehme Viel von der Mystik weg. Vielleicht sollte man mal zu Mitternacht bei Vollmond das Grab besuchen und dort die Energie in sich aufnehmen?!


    Diese Runen wurden in eine Buche direkt neben dem Grab geritzt:



    Die Runen bedeuten buchstabengetreu „Windmein“. Das Pentagramm, das vor den Runen im Baum geritzt zu finden ist, hat meines Wissens aber keinen germanischen Ursprung:



    Zudem ist die Seherin, um die es geht, Keltin gewesen und keine Germanin. Warum man dann Runen schnitzt, erschließt sich mir nicht ganz, aber vielleicht denke ich mit zu viel Logik.


    Hier noch ein kleiner Altar, der vielleicht zu kultischen Zwecken genutzt wird oder doch nur reiner Kitsch ist?



    Tapsie fand das Hügelgrab eher langweilig und konnte nicht verstehen, warum wir hier so lange geblieben sind...



    Direkt am Grab, also auf dem Seitenhang des Grabhügels, fand ich nämlich Lenzites betulinus, den Birkenblättling (natürlich nicht an Birke, sondern an Buche) - und das Fotografieren dauert halt ein Bisserl, da braucht Tapsie Geduld.





    Zudem – ob es Zufall ist – wachsen hier viele Hexenröhrlinge – Suillellus luridus wuchs fast überall, selbst direkt im Wegschotter des Radlwegs / Forstwegs, der durch das Gräberfeld angelegt wurde:









    Die Sommersteinpilze waren leider alle schon durch – nur noch Reste früherer Pracht, daher aus Pietätsgründen kein Foto.


    Doch weiter auf unserem Ausflug… zur drei-Bethen-Quelle (oder auch drei-Beten-Quelle geschrieben). Die Sage um die drei Beten prägt in der Tat das Mühltal. Mitten in der „radikalchristlichen“ Zeit, um 1643, als noch Scheiterhaufen brannten und der 30-jährige Krieg noch tobte, wurde in der Einbettl-Kapelle (Einbettl kommt von Einbet / Einbeth / Ainbeth / Ainpet, ein Name der drei Beten) ein Gemälde der drei Beten zur Anbetung platziert. Das Kuriose: die drei Beten werden mit ihren heidnisch-keltischen Namen genannt: Ainpet, Gberpet und Firpet (Einbeth, Warbeth, Wilbeth) und angegebet. Das „S“ vor dem Namen, welches „Sankt“ bdeuetet, macht aus den dreien einfach und schnell drei christliche Heilige. Das zeigt aber, wie lange sich die keltisch-religiöse Vergangenheit trotz des Christentums, das teils sehr radikal gegen heidnische Bräuche vorging, gehalten hat. Die Anbetung dreier Frauen passte allerdings nicht in das männliche christliche Weltbild, in dem Frauen als vom Teufel verführbar und verderbt galten (man denke an die Interpretation des Wortes femina zu fe mina / fe minus, weniger Glaube im Hexenhammer).


    Doch zurück ins Mühltal… Auf einer Linie zwischen der Einbettl-Kapelle und dem Grab der Seherin finden sich die 3-Bethen-Quelle. Hier tritt kurz oberhalb der Würm ein kleines Rinnsal aus dem Kalkstein einer Endmoräne der Würmkaltzeit.



    Ich kenne diese Quelle schon sehr lange, denn wenn man hier spazieren geht, fallen wieder die Gebets- und Wunschbänder auf. Es ging früher das Gerücht um, dass hier nachts zu Vollmond Hexen nackt an der Quelle tanzen. Ein anderes Gerücht besagt, dass die Quelle heilende Eigenschaften besitzt, vor allem gegen Augenleide.


    Früher hatten viele Starnberger eine kleine Radtour zu Quelle gemacht und sich Wasser in Kanister abgefüllt, um es als Heilwasser zu trinken. Zum leichtern Abfüllen wird das Rinnsaal dann durch ein Rohr geleitet:



    Es gab sogar für Autofahrer einen Karrenwagen mit Kanistern, damit man mit diesem zur Quelle gehen kann, sich das Wasser nimmt und am Auto umfüllt. Mittlerweile finden sich Warnschilder des Gesundheitsamts, dass das Wasser kein Trinkwasser sei und zu viele Colibakterien zu finden seien…


    Früher galt es als Trinkwasser und wurde auch auf den Mineralgehalt untersucht. Es enthält unter anderem etwas Schwefel und schmeckt süßlich. Ich hatte es früher auch ab und zu direkt von der Quelle getrunken, da es erfrischend kühl an heißen Sommertagen wirkt.


    Auch an der drei-Bethen-Quelle trifft der christliche Glaube auf Naturmystik und Heidentum – es wurde u.a. eine Marienstatue aufgestellt:



    Schön, wenn Religionen friedlich koexistieren können und man sich nicht mehr gegenseitig die Schädel einschlägt, weil jeder meint, der andere Gott sei der falsche Gott und wer an falsche Götter glaube, müsse sterben.


    Und wieder die üblichen Bänder, von Plastik an einer Stange (und einer Werbebroschüre einer schweizer Esoterikerin - sah jedenfalls so aus, habe es nicht durchgelesen)...



    ... bis hin zu echten Stoffbändern und zu tibetanischen Tüchern...





    Nun, auch hier an der Quelle stellte sich kein Gefühl der Mystik ein, denn sie liegt auf einem der Hauptradlwege zwischen München und Starnberg. Viele Radler radln verbissen, weil da eben ein Weg ist und schauen weder nach links oder rechts. Und wenn man zu zweit nebst Hund extra Platz macht, schaffen es die meisten nichtmal, ein Danke rauszubringen oder gar nur zu nicken oder zu lächeln. Nein, für Höflichkeiten, Begrüßungsformeln oder einfach nur Nettigkeit ist da kein Platz. Radln in der Natur ist ja kein Spaß, das ist eine Aufgabe – der Tacho misst, das Fitnessarmband nimmt auf – und man muss ja sei Pensum schaffen. Traurig irgendwie. Dabei wäre gerade diese Quelle eine Möglichkeit, mal komplett zu entschleunigen. Vielleicht liegt es auch an der Gegend – bei mir in Mammendorf grüßt man sich noch im Wald, wenn man sich begegnet. Und als ehemaliger Tutzinger weiß ich, wie sich ein Dorf verändern kann, wenn nur eine sich als reiche Oberschicht fühlende Klientel zuzieht und die einheimischen wegziehen. Und diese Oberschicht muss nicht grüßen (aber auch da gibt es natürlich Ausnahmen, man sollte nie zu sehr pauschalisieren). Es fällt nur sehr auf. Vielleicht liegt es auch am Münchner Einfluss – anonyme Großstadt…


    Wie auch immer, wir haben die Quelle verlassen – wobei es eigentlich drei Quellen sind. An der ersten stehen normale Bäume, an der zweiten ein Baum mit Zwiesel (zwei Stämme, in bodennähe verzweigend) und an der dritten Quelle ist eine Esche mit drei Stämmen zu finden. Die Bäume sind aber noch recht jung, die Zahlenmystik kann daher noch nicht alt sein. Oder vielleicht doch kein Zufall?


    Die eigentlich letzte Station war nun die Einbettl-Kapelle in Petersbrunn (hier mit Sonja, dem Geburtstagskind, und Tapsie):



    Der Name sagt es schon, auch hier ist eine Quelle. Und hier wurde das oben erwähnte Gemälde der drei Beten aufgehängt. Esoteriker sagen, es sei wieder ein Kraftort und die Kraft sei zwischen den beiden Buchsbäumen am Eingang zur Kapelle am größten:



    Die Einbettl-Kapelle liegt wie gesagt auf einer Linie mit der drei-Bethen-Quelle und dem Grab der Seherin.


    Neben der Kapelle steht ein Mahnmal, denn hier ging der Todesmarsch von Dachau entlang.




    Die fehlenden Leerzeichen zwingen den Betrachter, aufmerksam zu lesen und so den Text auch in sich aufzunehmen. Der Rost vermittelt die Trostlosigkeit dieses Todesmarschs. Ein, wie ich finde, gelungenes Mahnmal. Schade, dass die Raser, auf die ich gleich eingehen werde, selbst hier nicht vom Pedal gehen - oder gar mal anhalten, um sich weiterzubilden oder der Toten zu gedenken, die auch hier ihr Leben ließen.


    Am Kriegsende wurden 7000 Gefangene aus Dachau und den umgebenden Todeslagern wie z.B. Kaufering zu Fuß in Richtung Alpen getrieben. Die Gefangenen durften weder Nahrung aufnehmen noch trinken. Der Marsch diente als langsame, grausame Hinrichtung. Der Todeszug ging durch das Mühltal hindurch. Allein der Gedanke daran lässt einen erschauern. Und da ich einen der Überlebenden des Todesmarsches persönlich erleben durfte (als Zeitzeuge bei mir an der Schule), habe ich zudem einen kleinen persönlichen Bezug zu diesem Beispiel menschlicher Unmenschlichkeit.


    Zurück zu Kapelle… sie steht auf einer Quelle (jetzt hört man nur noch Wasser unter einem Gullideckel rauschen), die ebenfalls durch den Mineralgehalt und den enthaltenen Schwefel als Heilquelle galt. Es wurde hier sogar ein eigenes Heilbad erbaut, welches mittlerweile komplett der Straße, die durch das Mühltal geht, weichen musste:



    Statt Ort der Ruhe, Entspannung und des Heilbades rasen Autos und Motorräder vorbei. Es ist zwar Tempo 40 ausgeschildert, aber wer hier mit dem neusten Sportwagen angeben will, muss auf 120 hochbeschleunigen. Und was wäre das ruhige Mühltal ohne hochtourigen Motorrad-Lärm? Da tun mir die Esoteriker eigentlich sehr leid, die hier Orte der Kraft suchen. Oder nur Orte der Ruhe, inneren Einkehr, Besinnung und Meditation. Der nächste Porsche oder Jaguar beenden diese Hoffnung. Ich empfehle mal, die Straße selber zu fahren und sich an die vorgeschriebene Geschwindigkeit zu halten. Dann erzeugt dieser Ort der Stille pure Aggression bei manchen Sportwagenfreunde. Hauptsache hoher Spritverbrauch und lauter Motor – dazu enge Kurven, Wanderer, Spaziergänger – ideal, um rücksichtsloses Verhalten zu zeigen und mit den ach so tollen und teuren Autos zu protzen. Dass die Straße an einem wirklich tollen Naturwaldreservat vorbei führt und dass in der Würm Flutender Hahnenfuß weiße Blütenteppiche erzeugt, kann man so nicht erleben. Dafür möglichst viel Benzin verbrennen, damit es nächsten Sommer wieder schön warm wird.


    Unser kleiner Ausflug ist fast zu Ende. Leider ist die Kirche St. Alto in Leutstetten, in dem das Gemälde der drei Beten jetzt hängt, verschlossen. Schade, sonst hätte ich das noch zeigen können.


    Dafür sind wir am Ende dann zu einem „meiner Tempel“ gefahren. Einem kleinen Stückerl Wald zwischen der Straße und der Würm, der reicht an seltenen Arten ist (z.B. Rubroboletus rhodoxanthus, Rubroboletus rubrosanguineus, Suillellus mandax – natürlich neben S. luridus – Caloboletus radicans, Ramaria formosa s.str. usw.). Ein bisserl was hat sich auch hier gezeigt. Und mit diesen Pilzen beschließe ich unseren Ausflug in die Welt der Magie, der Mythen und der Hexen(röhrlinge).


    Russula olivacea, der bekannte und berühmt-berüchtigte Rotstielige Ledertäubling:






    Dann Russula fageticola, ein Doppelgänger von Russula nobilis (R. mairei), der aber häufiger als Russula nobilis ist:




    Stiel etwas ockerlich fleckend


    (starke Guajak-Reaktion, was ihn makroskopisch direkt - abgesehen vom Habitat - von Russula silvestris unterscheidet)


    Und zu guter Letzt der Rosahütige Röhrling, Rubroboletus rhodoxanthus, noch als Baby und noch gelben Poren:





    Liebe Grüße und danke für’s mitgehen,

    Christoph

  • Hallo Christoph,


    ein schöner Bericht - vielen Dank dafür! Wir finden solche Orte auch immer sehr spannend und gucken sie uns gerne an.

    Bei uns in der Nähe gibt es auch eine "Heilige Quelle".

    Es ist aber wirklich nur die eine Quelle. Ein paar wenige Infos findet man hier.

    Die Quelle ist sehr schön. Wir haben allerdings tatsächlich mal wieder nur ein Foto mit Murph:



    Bei dieser Quelle befindet sich auch ein kleiner Altar. Er ist jedes Mal, wenn wir da sind, anders gestaltet.



    Wir haben schon viele Leute beobachtet, die sich mit dem Wasser eindecken. Wir selber haben es noch nicht probiert, obwohl es keine Warnhinweise gibt.

    Jedes Jahr im Frühjahr "pilgern" wir zu dieser Quelle - allerdings zieht es uns dann alsbald weiter, um Orchideen und "Heilige Wabenköpfe" zu finden :gzwinkern:


    Liebe Grüße


    Holger und Sabine


    P.S Falls Dich die Bilder mit Murph stören, nehmen wir sie gerne wieder raus.

  • Danke für den sehr schönen und interessanten Beitrag, Christoph!

    An Esotherik und Kraftorte glaube ich als halbwegs rational und wissenschaftlicher denkender Mensch wohl ebenso wenig wie Du.

    Aber interessant und beeindruckend ist es schon, an solch historischen Orten zu verweilen. Ich versuche dann gern, mich in diese längst vergangenen Zeiten hineinzudenken und ein Teil dieser zu werden.


    Mit diesen Dingen war ich selbst erst kürzlich in Berührung gekommen, als wir in Italien durch jahrtausendalte Etruskerwege wanderten.

    Interessanterweise hatte dieser Urlaub noch einen weiteren esotherischen Aspekt, indem wir den Tarotgarten der Niki de Saint Phalle besuchten.

    Den kann man natürlich auch ganz ohne esotherischen Hintergrund genießen. Falls Du magst, kannst Du Dir das gern hier nochmals ansehen.


    Schön, dass Ihr obendrein noch ein paar Schwammerln gefunden habt!

    In dem Zusammenhang erwähnst Du Russula nobilis - gefällt mir! :D

    Schön, wenn Religionen friedlich koexistieren können und man sich nicht mehr gegenseitig die Schädel einschlägt, weil jeder meint, der andere Gott sei der falsche Gott und wer an falsche Götter glaube, müsse sterben.

    Dem ist nichts hinzuzufügen!


    Liebe Grüße vom Nobi

    Hier geht es zu meinen Themen.

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  • Hallo Christoph,


    ein kulturpessimistisch klingender Beitrag, der nachdenklich macht. Genauso wie von Dir beschrieben, kenne ich das. Ich liebe das Mühltal übrigens auch sehr, auch wenn sich mir dort, bezogen auf die Boleten, bisher nur der Satan zeigt...

    Die Autostrada ist wirklich pervers. Wann kommen endlich wirksame Tempokontrollen, nicht nur punktuell sondern auf ganzer Strecke? Und zwar 24-7 das ganze Jahr Und für alle die Angst um Ihre Privatsphäre haben, das Ding schaltet sich erst ein, wenn ihr 10 km/h schneller fährt als erlaubt! Und zwar nicht nur im Mühltal, sondern flächendeckend. Träumen darf man ja mal...


    Früher war ich gern mit meinen Hunden auf der Forstwegseite unterwegs, aber man wird dort ständig von Radlfahrern über den Haufen gefahren. "Schleich Dich vom Fahrradweg du W..... mit deinen Dreckskötern" und ähnliches hört man alle 5min. Wohlgemerkt, keineswegs ein Fahhradweg sondern ein Forstweg, auf dem Radler sich den Langsameren umd Schwächeren anpassen müssten. Der Grund warum ich noch nicht vermöbelt wurde, ist wahrscheinlich ein schwarzer Riesenschnauzrüde, der sehr laut und tief grollen kann 🐶

    Am Parkplatz im Tal treffen sich immer wieder organisierte Downhiller, die auf der Ostseite hochradeln und dann die wunderbaten Steilhänge runterbrettern und zerfurchen. Da überlege ich mir manchmal kriminelle Dinge zu tun (mach ich dann natürlich nicht). Aber das ist so eine unglaubliche Schweinerei.....


    Zu Deinen Ausführungen bezüglich der Esoteriker. Klar wird da Plastik verwendet, das ist aber kein spezieller Ausdruck von Esos, sondern einfach ein Bild unserer Zeit. Ich habe schon Geo-Cacher gesehen die versucht haben die Würm umzuleiten um an vermeintliche Caches zu gelangen.


    Nicht Geocacher, Radler, Esos oder Pilzler sind das Problem. Die Unfähigkeit, etwas ausserhalb des eigenen Egos wahrzunehmen ist, glaube ich das Thema.



    Die Kampfradler fahren eine Woche später mit Ihrem Porsche zu Achtsamkeits-Exertitien ins Kloster, fahren mit Bello ins NSG znd tegen sich auf, dass andere den gleichen Gedanken haben ...



    Grüßle

    RudiS

  • Servus beinand,


    schön, dass ihr ein mit auf diesen Ausflug gegangen seid.


    rudi - Grüß mir den BayerWald von mir :-)


    Mausmann - Hihi, drum sehe ich auch nie die Frauenzimmer tanzen, weil aich ich ständig von den Pilzen aufgehalten / abgehalten werde...


    HoBi - Warum sollten mich Murph-Bilder stören?! Nein, keine Sorge! Eure Quelle ist deutlich größer - die 3-Beten-Quelle ist wirklich nur dieses kleine Rinnsal. Die Coli-Bakterien sind schon sehr nervig - ich vermute mal, es hängt mit der Kombination der Überdüngung der Landschaft und irgendwo her müssen die Fäkalbakterien ja kommen


    nobi -

    An Esotherik und Kraftorte glaube ich als halbwegs rational und wissenschaftlicher denkender Mensch wohl ebenso wenig wie Du.

    Aber interessant und beeindruckend ist es schon, an solch historischen Orten zu verweilen. Ich versuche dann gern, mich in diese längst vergangenen Zeiten hineinzudenken und ein Teil dieser zu werden.

    Exakt - genau sehe und empfinde ich das auch. Allein dir Vorstellung, dass hier Menschen vor ca. 3000-4000 Jahren einen Friedhof errichtet haben, dessen Spuren bis heute noch sichtbar sind - und das obwohl die Gräber ausgeräumt wurden - das ist schon beeindruckend und regt zum Verweilen und Nachdenken an.


    Mit diesen Dingen war ich selbst erst kürzlich in Berührung gekommen, als wir in Italien durch jahrtausendalte Etruskerwege wanderten.

    Interessanterweise hatte dieser Urlaub noch einen weiteren esotherischen Aspekt, indem wir den Tarotgarten der Niki de Saint Phalle besuchten.

    Den kann man natürlich auch ganz ohne esotherischen Hintergrund genießen. Falls Du magst, kannst Du Dir das gern hier nochmals ansehen.

    Oh, den Thread hatte ich übersehen (ich bin im Moment immer mal wieder unterwegs - morgen geht's gleich weiter). Die Etruskerwege sind beeindruckend (und nicht nur diese)!


    rudi S - kulturpessimistisch sollte das gar nicht rüberkommen. Nur kritisch gegenüber der Plastikunkultur und den hirnlosen Rasern in Benzinschleudern. Wobei mir letzere auch leid tun, denn sie haben offenbar einiges zu kompensieren. Geschwindigkeitskontrollen wären aber wirklich ein Segen. Und zwar wirklich regelmäßig.


    Das Mühltal ist ein absoluter Hotspot für R. rhodoxanthus - er ist vor allem am Parkplatz gegenüber des NWR häufig. Er wächst sogar direkt an der Brücke auf der Ostseite der Würm. In dem kleinen Wäldchen südlich des Parkplatzes sind zwei Myzelien. die regelmäßig viele Fruchtkörper schieben. Und im NRW wächst er auch direkt am Hang, also gegenüber der Straße. Ich habe viele Röhrlinge im Mühltal gesehen und bin da seit vielen Jahren unterwegs. Nur Satanspilze hatte ich da noch nirgends - wohl aber R. rubrosanguineus (der jung auch wie ein Satan aussieht) - aber auch erst einmal unten beim Parkplatz. Hätte auch gedacht, dass es dort zu feucht für den Satan wäre. Die Satanspilze kenne ich von lichteren, sonnenbeinflussten und wärmeren Ecken. Da wäre ich schon neugierig, wo der Satan sein soll. Ich hätte da eher an die Ecken mit B. fechtneri, S. queletii außerhalb des Tals gedacht.


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Servas Christoph,


    dass Tapsie a bissale ungeduldig wurde geht ja noch an, wenn ich meine Canon zücke stehe ich plötzlich allein im Wald. Weg sind's, die Weiberleit. Und mit ihnen unsere Hundsis. Geht mir bei Pilzexkursionen aber auch nicht viel anders. Als Einzelgänger kann ich mich wenigstens auch anscheinend uninteressanten Funden widmen, pinkeln ohne 360° Kopfrotationen hinzulegen, Schmetterlingen hinterher jagen ...


    Es ist schon beklemmend, wenn man vor einem Mahnmal steht und die Greuel der Nazis hautnah zu spüren bekommt. Von Kärnten über den Loibl dauert es keine halbe Stunde auf slowenisches Staatsgebiet. Durch den Loibltunnel geht die Reise, den haben Gefangene durch den Berg treiben müssen. Die Fundamente dieses Lagers sind erhalten und beschildert. Vom Mahnmal selbst konnte ich keine Frontaufnahme im Internet finden, ich werde morgen eine nachreichen.


    Einige deiner Funde sind mir so was von fremd,


    Zitat


    Dafür sind wir am Ende dann zu einem „meiner Tempel“ gefahren. Einem kleinen Stückerl Wald zwischen der Straße und der Würm, der reicht an seltenen Arten ist (z.B. Rubroboletus rhodoxanthus, Rubroboletus rubrosanguineus, Suillellus mandax – natürlich neben S. luridus – Caloboletus radicans, Ramaria formosa s.str. usw.).


    An zwei Funden bin ich noch immer dran, an Psythyrella hirta und Protostropharia cf. dorispora. Richtig, ich stierl bis auf weiteres in diesem Pferdeapfel ... hat man ja sonst nix, woran man sich erfreuen könnte, g:D Mikroskopische Aufnahmen davon habe ich ins Funga Austria eingestellt, vielleicht guckst du und Nobi bei Gelegenheit mal rein. Die Psathy ist für mich eigentlich durch, dem Schiefporiger Dung-Träuschling bin ich heute wiederbegegnet. Futter für's Mikro,




    Ob Jogger, Radlfohra oda fuaßmarode Erholungsuchende, gegrüßt wird bei uns im Wald immer. Angeben können die Nobelkarossenfahrer in Pörtschach und Velden, im Schritttempo, so viele nehmen an den Treffen teil. Die Harley Davidson Teilnehmer sind im bestem Alter, auge x pi sind 90 % davon betuchte Pensionisten. Anders die GTI-Fahrer, die sind eine echte Landplage. Vollkoffer, gummigummi gebend und wochenlang rund um den Wörtherteich straßenverstopfend unterwegs.


    Mit der Esoterik halte ich es so wie du ----> ist was für die Anderen, ==Gnolm7


    Liabe Griaß,

    Peda

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  • Hallo Christoph,

    danke für den schönen Bericht. Deine Schilderungen gehen mir schon unter die Haut. Ich kenne das Gefühl, das Du beschreibst. In mir entsteht immer so eine Mischung aus Wut und Hoffnungslosigkeit, wenn ich auf derartige Zeugnisse von menschlicher Egomanie, Dummheit und Ignoranz stoße. Und wenn der Wald gerade stirbt und die Gesellschaft auseinanderfällt, denke ich, dass wir es nicht besser verdient haben.


    Manchmal, wenn ich unter einem Baumriesen stehe oder die sich in glitzernden Tautröpfchen brechenden Sonnenstrahlen betrachte, fühle ich mich dem Wald ganz besonders nah. Wenn ich die Baumriesen berühre, berührt mich ihr Alter, ihre Erfahrung und ihre Lebenskraft. Das hat nichts mit Magie zu tun. Es ist eher Achtsamkeit und hat meiner Meinung etwas damit zu tun, ob ich aufgeschlossen bin für die Schönheit und Einzigartigkeit der Natur.


    Vielleicht waren die magischen Orte Deines Ausfluges einmal besonders schön und haben die Menschen in früheren Zeiten bezaubert, so das sich deshalb Sagen um sie herum gesponnen haben. Für mich sind das jetzt eher vermüllte Wallfahrtsorte. Schade drum. Und dass die Leute ihren Plastikmüll an die Bäume binden ist ein Beweis mehr von der tiefen Entfremdung unserer Spezies von der Natur.



    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


    Hier im Forum gibt es grundsätzlich keine Verzehrfreigaben.

  • 'n Abend,


    die versprochenen Aufnahmen vom Loibl,





    LG

    Peter

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  • Manchmal, wenn ich unter einem Baumriesen stehe oder die sich in glitzernden Tautröpfchen brechenden Sonnenstrahlen betrachte, fühle ich mich dem Wald ganz besonders nah. Wenn ich die Baumriesen berühre, berührt mich ihr Alter, ihre Erfahrung und ihre Lebenskraft. Das hat nichts mit Magie zu tun. Es ist eher Achtsamkeit und hat meiner Meinung etwas damit zu tun, ob ich aufgeschlossen bin für die Schönheit und Einzigartigkeit der Natur.

    Servus Claudia,


    das trifft es sehr gut, finde ich. Dieses Erleben der Natur - ebenso wie das Erleben von geschichtsträchtigen Orten - ist keine Magie, aber sehr emotional. Man muss sich nur darauf einlassen. Das gilt eigentlich für Vieles in der Natur. Deshalb empfinde ich z.B. bei Trophäenbildern übervoller Pilzkörbe (z.B. kiloweise Steinpilze) nichts davon, wohl aber bei einem Foto eines Steinpilzes, um bei dem Beispiel zu bleiben, das als Makroaufnahme die filigrane Netzstruktur des Stiels zeigt. Manchmal empfinde ich die Trophäenschau dann auch ähnlich wie die Kampfradler - die einen sind auf dem Drahtesel in der Natur, um schnell viele Kilometer zurückzulegen und ihr Fitnesssoll zu schaffen. Die Kampfsammler rennen herum, um möglichst schnell möglichst viel in den Korb zu stopfen. Erleben der wahren Vielfalt der Natur sehe ich in beidem eher weniger.


    Der Plastikmüll an den Bäumen ist für mich aber eine besondere Stufe der Schrägheit und auch der Ignoranz gegen die Natur.


    Liebe Grüße,

    Christoph


    Wobei ich niemandem da reinreden will. Vermutlich haben manche entsprechende Glücksgefühle, wenn sie sehen, dass sie heute 100 km geradelt sind, andere, wenn sie in einem Steinpilzaspekt stehen und der Korb immer schwerer wird - ich hingegen eher, wenn ich Details der Natur sehe und empfinde. Jeder empfindet ja subjektiv. Und das ist gut so, solange es nicht rücksichtslos ist.


    Als letztes Beispiel - die "Röhrlingsfreunde" (die keine Pilzarten kennen und daher jeden Röhrling rupfen,dann wegwerfen oder gleich wieder wegwerfen, weil ihnen die Porenfarbe nicht gefällt, oder die bei passender Farbe lecken und nur Bitteres wegwerfen, empfinde ich als rücksichtslos. Bei mir gibt es Ecken, da kann kein Hexenröhrling groß werden - immer werden sie abgerupft und weggeworfen. Statt einfach mal ein Pilzbuch zu nehmen und auch mal zu lesen, werden manchmal ja auch hier im Forum erst größere Mengen eingesammelt, werden Merkmale (aus Unwissenheit) weggeschnitten, um dann die obligatorische Frage zu stellen, was das wohl sei, was gesammelt wurde. Auch das empfinde ich dann als ähnlich rücksichtslos und fern von der Natur und dem Naturerleben.


    Sorry für das Abschweifen, aber das war nur eine Gedankenassoziation, eine Gedankenkette, die bei mir beim Lesen deiner Zeilen hochkam. Ich hoffe, ich trete keinem auf die Füße - vielleicht wird dadurch aber nachvollziehbarer, warum manche Pilzfreunde empfindlich auf manche Speisethemen reagieren (wobei ich selber ja auch gerne Pilze esse, aber auch dann lieber sehr bewusst, mittels eines besonderen Zubereitung und nicht in zu großen Mengen).

  • Servus Peter - Habichtla,


    ja, der Loibltunnel ist mindestens so bedrückend. Gut, dass es diese Mahnmale gibt - auf, dass die Menschheit nie vergisst, was die damalige Zeit und das damalige Menschenbild an Grausamkeiten erzeugt hatte. Man muss aus der Geschichte lernen. Danke für das Zeigen des Loibl-Mahnmals, auch wenn es wiederum etwas sehr Trauriges ist.


    Um mit etwas Schönem zu enden, zeige ich einen Ochsenröhrling vom Samstag (den natürlich vor Ort blieb und wachsen darf - und etwas zugedeckt und versteckt vor "Schwammerlfreunden", denn die Steinpilzfraktion rupft selbst Ochsenröhrlinge raus und schmeißt sie wieder weg (er wächst in der Nähe eines Wegs - der Fundpunkt ist seit Jahren bekannt) und nochmal Rubroboletus rubrosanguinues (auch vom Samstag, der blieb auch stehen).


    Zwei Ochsenröhrlinge - jung sind sie gelb, später färben sie um... und hier ist einer frühreif (die Poren bleiben bei diesen Ochsen hier bis ins Alter gelb und werden höchstens einen Hauch orangelich)


    Ein weiterer, junge Ochse, einen halben Meter vom Pärchen entfernt.


    Und der gute, alte Rubroboletus.


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Hallo Christoph!

    Zunächst einmal: Unbekannterweise richte bitte verspätete Geburtstagsgrüße an Deine Holde aus!


    Danke für diesen tollen Bericht, der zum Nachdenken anregt. Irgendwie fühlt es sich nicht richtig an, dass diese Gräber geplündert wurden und nicht wieder aufgetürmt. Man hat sie hinterlassen wie hohle Zähne. Wie schön, dass da die Hexenröhrlinge sprießen!

    Sicher werde ich nun mal was über die drei Beten nachlesen.


    Die Geschichtträchtigen Orte, wie das Mahnmal des von Dir genannten Todesmarschs sind erdrückend, besonders in Zeiten, in denen rechtes Gedankengut wieder salonfähig zu werden droht. Dass die Menschen da mit ihren Autos vorbeirasen, macht einen nur noch wütender oder auch gelähmter gegenüber der Unmenschlichkeit, die an diesem Ort einmal geschehen ist.


    Trotz dieser geschichtlichen Hintergründe hattet Ihr drei aber bestimmt eine schöne Runde. :)


    Nun, zu diesen "Kraftorten"... ich bin keine Esotherikerin, aber ich habe manchmal ein feines Gespür für Orte. Manche nennen das Schwingungen, ich nicht.

    Es gibt Orte, die werden als Kraftorte beschrieben und da gibt es trotzdem nichts, das mich irgendwie in seinen Bann zieht. Andere Orte, ich erinnere mich an ein halbverfallenes Haus im Odenwald oder manche Bäume, da krabbelt es mir den Rücken rauf und runter.

    Manchmal kommt es aber, wie Du auch schon geschrieben hast, auf die richtige Zeit an, zu der man einen Ort besuchen muss, um die entsprechende Energie wahrnehmen zu können.

    Diese Unmengen von Plastikbändern und Chichi würden mich wahrscheinlich auch stören.


    Ein Ort, den ich sehr liebe ist die Milseburg in der Rhön.

    Auch hier ist es die Zeit, zu der man sie erklimmen sollte wichtig: Tagsüber ist sie ein toller Ort, um die Aussicht zu genießen und sich die Geschichte der Milseburg zu erwandern.

    Aber morgens um 5, bei Sonnenaufgang da oben zu stehen und sich den Wind um die Nase wehen zu lassen: man schweigt und spürt, hält innerlich den Atem an während die Lungen sich mit der klaren Luft füllen... ein unbeschreibliches Gefühl!



    Danke für diese tolle Morgenlektüre!

  • Hallo, Christoph!


    Ein toller Bericht. :thumbup:

    Also für meinen Geschmack ist da etwas zu viel buntes Plastikgedöns in die Bäume gehängt.
    Es darf ja jede/r ein wenig esoterische Romantik genießen, aber: Kann man dann nicht Wollfäden oder andere natürlichere Textilien aufhängen?

    "Kraftorte" kenne ich dagegen durchaus auch. Die sind aber meistens nichts besonderes, sondern einfach Stellen in diversen Wäldern, wo ich mich immer besonders wohl fühle, wenn ich da durch laufe. Woran es liegt weiß ich nicht, aber wenn jemand zB sowas sagt wie "die Bäume atmen hier anders" oder "in diesem Boden strömt ein besonderer geist" - ist vermutlich nur eine eigene Weise etwas auszudrücken, wofür man sonst schwer Worte findet.


    Gruß auch an Tapsie: Labbis sind mit die ungeeignetsten Hunde für Pilzsucher. Meine Eltern hatten mal eine, die hat sich komplett gelangweilt auf die nächsten Pfifferlinge gelegt, gegähnt und dann ein paar Rotbuchenstämme in mikroskopisch kleine Späne zerkaut, wenn ich was fotografiert habe. Aber dafür sooooooo lieb.



    LG; Pablo.

  • Servus Pablo,


    hihi, Tapsie wird so oft als Labbie bezeichnet. Sie ist aber eine Istrianische Kurzhaarbracke und hat mit einem Labbie relativ wenig gemein. Sie ist für die Schwarzwildjagd gezüchtet worden... (Grüße habe ich ausgerichtet, sie döst gerade neben mir, drum kann sie gerade nicht rückantworten).


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Hallo, Christoph!


    Oh, das ist ja interessant!
    Sieht so aus, als wären Hunderassen mitunter ebenso schwierig auf Bildern zu erkennen wie Hexenröhrlinge.
    Daß Istrianische Kurzhaarbracken gibt, war mir bislang auch unbekannt. Sieht spannend aus, und wenn sie für die Wildschweinjagd eingesetzt werden, dann haben sie immerhin einen guten Bezug zum Wald (Labbies ja eher zu Wasser).



    LG; pablo.

  • Servus Pablo,


    ob sie reinrassig ist, weiß ich nicht. Wir hatten sie als "Labbie-Mix" vor dem Tierheim gerettet (eine Münchner Familie hat sie aus Kroatien importiert und kam dann nicht mit ihr zurecht). Nachdem die Erziehung schwierig war, haben wir sie von einem Experten anschauen lassen, der sie als "starski kratkodlaki gonič" identifizierte. Ihr fehlt auch das Unterfell des Labbies - Mittelmeerhund eben, nicht so frosthart. Ihr Ohren sind jahreszeitlich bedingt mal sehr blass, mal deutlicher braun (braun ist typisch für die Rasse).


    Tapsie wurde auch jagdlich ausgebildet, wie wir feststellen konnten. Wir hatten uns bei einem Jäger Rat geholt, da sie draußen wirklich schwierig war. Bracken sind ja so gezüchtet, dass sie sehr eigenständig entscheiden und autark jagen können. Wir haben dann auch ihren "Jagdbefehl" rausbekommen, mit dem man sie sofort in den Jagdmodus bringen kann.


    Offenbar war sie aber für die Jagd nicht gut genug und kam dann in Kroatien an die Kette, wo sie schließlich halb verhungert gerettet wurde. Dann über Umweg nach München zu uns. Ein paar Jahre Arbeit unsererseits später wurde aus ihr eine Hündin, die draußen auch frei laufen kann, da der Rückruf gut genug klappt.


    Falls nicht reinrassig, dann aber mit hohem Anteil der Istrianer-Bracke. Ich kannte die Rasse vorher auch nicht. Und ich weiß auch, warum Bracken bei uns normalerweise nicht an Nichtjäger vermittelt / verkauft werden.


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Respekt Christoph, da hast Du eine ganze Menge Konsequenz und Ausdauer aufwenden müssen. Es ist so schön, wenn man dann einen Hund hat, mit dem man entspannt auch ohne Leine durch den Wald strolchen kann.

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


    Hier im Forum gibt es grundsätzlich keine Verzehrfreigaben.

  • Hallo, Christoph!


    Das ist tatsächlich ein ganz anderer Aufwand, als einen reinen Labradorwelpen zu erziehen (denn der macht das quasi selbst).

    Die Geschichte ist schon hart, aber eben alles andere als ein Ausnahmefall. Nun, Tapsie hat Glück gehabt, und ist offenbar bei den richtigen Leuten gelandet. :thumbup:



    LG; Pablo.

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