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letzter Beitrag von Beorn am

Welcher Schirmling?

  • Hallo zusammen,


    nach viel Abstinenz sowohl vom Wald (mit Ausnahme von einmal Steinpilzwahnsinn vor 4 Wochen) als auch vom Forum war heute Früh Zeit für einen Ausflug.


    Gefunden haben wir...fast nichts. Viel zu trocken alles. Ein paar Schwefelköpfe und 1 kleine Marone und nachfolgende Schirmlinge. Sie kommen mir unbekannt vor, vielleicht sind es aber auch durch Trockenheit verkümmerte Parasols? Schlanker Riesenschirmling käme mir auch passend vor.


    Ring ist verschiebbar, gefunden zusammenstehend unter Eichen.

    Geruch kaum vorhanden.

    Keine Verfärbung an Schnitten.






    Jemand ne Idee?

    Danke und Grüße!

    Patrick

    LGs Patrick

    Pilzsucher rund um München.

    CHIP-COUNT: 110 - 5 (an erebus verschenkt) = 105
    davon im Einsatz: 0

  • Hallo Patrick,

    für mich schaut das nach einer gewöhnlichen Macrolepiota procera aus, aber warten wir mal ab.

    LG

    romana

    Pilzchips 100-5 für APR2016-10 für APR-Platzierungswette+3 für APR+15 APR-Platzierungswette=103-15 für APR2017+Platzierungswette=88+17 APR 3.Platz + 2 APR-Platzierungswette= 107-1(OBR)-15(APR2018)=91

  • Servus Patrick,


    es handelt sich um einen Riesenschirmling (Gattung Macrolepiota) und hier um eine der Arten mit dünnem Ring, also kein Parasol. Am Einzelfruchtkörper und Foto finde ich es schwierig, da ich gerne sehen würde, wie der Hutbuckel normalerweise ausgeprägt wäre. Jedenfalls ist es (wegen der groben Hutschuppen) entweder Macrolepiota konradii s.str. oder Macrolepiota excoriata. Für ersteren ist mir der Hutbuckel nicht zitzenartig genug.

    Mit dem Mikroskop könnte man es entscheiden - Macrolepiota excoriata hat Schnallen an den Basidienbasen, M. konradii hat dort keine Schnallen (ist aber nicht einfach zu erkennen, man braucht da Erfahrung).


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • hallo Christoph,

    ich arbeite hier mit dem Tintlings-Schlüssel von Gernot Friebes. Ich hätte den als M. rhodosperma geschlüsselt!


    schlüssel zur Gattung Macrolepiota

    1 Ring dick, oft wattig und am Rand ± stark ausgefranst,

    meist komplex/doppelt und mit Laufrille

    (hierher die Arten der Sektion Macrolepiota: M.

    procera und verwandte Taxa). 2

    1* Ring einfach, ohne Laufrille, dünn und häutig

    (hierher die Arten der Sektion Macrosporae: M.

    mastoidea, M. excoriata und verwandte Taxa)

    → Wenn Hutschuppen grobschollig, dünn, sich an

    den Rändern häufig ± ablösend sowie Stiel

    meist leicht genattert, in der Stielrinde bisweilen

    rötend und Hut ohne zitzenförmigem Buckel

    siehe M. rhodosperma (Schlüsselpunkte 6 und

    8).

  • Hallo,


    ich kann zur Auflösung zwar nichts beitragen, aber möchte eine Frage stellen. Da ich ja kürzlich auch mal einen Parasol eingestellt habe; und im Idealfall irgendwann auch genug Fachkenntnisse habe, um einen Parsolpilz sicher sammeln zu können, interessieren mich natürlich auch ganz besonders die ähnlichen Pilze, die keine Parasolpilze sind. Ich sehe einen weißen großen Schirm, mit braunen Flecken, knolliger Stielansatz, Natterung am Stiel, weiße Lamellen, der Ring ist verschiebbar, keine Rötung an den Schnittstellen. Damit hätte ich den potentiell gesammelt (keine Angst ohne fachkundige Begleitung sammle ich nichts!). Was genau ist hier das entscheidende Kriterium? Der etwas verkümmerte Ring?


    LG, Michael

  • ... entweder Macrolepiota konradii s.str. oder Macrolepiota excoriata. Für ersteren ist mir der Hutbuckel nicht zitzenartig genug.

    Hallo Christoph,


    fällt EXCORIATA nicht weg wegen fehlender Natterung, die man, meine ich, in Bild 3 erkennen kann?

    Beste Grüsse aus dem Südwesten
    Marco
    ----------------------------------------------------------------------------
    Wenn das Leben Dir einen Korb gibt... geh Pilze sammeln. ==18

  • interessieren mich natürlich auch ganz besonders die ähnlichen Pilze, die keine Parasolpilze sind.

    Ach ja, ein schwieriges Terrain auf das man sich da begibt. Als erstes sind die rötenden Riesenschirmlinge in die Gattung Chlorophyllum gewandert, da gibt es nach meiner Auffassung drei heimische Arten (brunneum, olivieri, rachodes). Das scheint relativ einfach und übersichtlich zu sein - scheint...

    Bei den "Parasolen", Gattung Macrolepiota sinds wohl so knapp ein Dutzend Arten, die da zusammenkommen. Da kann man auch bei näherer Beschäftigung leicht in Verwirrung kommen.


    Beste Grüße

    Harald

    Pilzberatung gibt es nur vor Ort beim Pilzberater. Keine Beratung per Internet oder Telefon! Bilderbestimmung ist keine Essfreigabe!

  • Bei den "Parasolen", Gattung Macrolepiota sinds wohl so knapp ein Dutzend Arten, die da zusammenkommen. Da kann man auch bei näherer Beschäftigung leicht in Verwirrung kommen.

    Ich hatte das bisher immer so im Hinterkopf, dass alle Macrolepiotas zu den essbaren Arten gehören, bei wikipedia steht aber dieser Satz:

    "Nicht alle Arten der Gattung sind essbar".


    Weiß jemand welche da gemeint sind? Ich vermute es geht vielleicht um Arten, die bei uns nicht vorkommen? Bin aber nicht sicher.

    Bin lediglich fortgeschrittener Anfänger.
    Posts sind nicht als Essensfreigabe zu verstehen. :-]

  • Hallo Schupfnudel,


    für die Bewertung der Aussage in Wikipedia müsste man wissen, welches Gattungskonzept der Autor meint.


    Die giftigen Arten in Deutschland bzw. solche, die wiederholt aber nicht immer zu Magen-Darm-Vergiftungen führen, wurden - glaube ich - alle nach Chlorophyllum (z.B. brunneum) oder Leucoagaricus (z.B. nympharum, bei 123pilze als Speisepilz bezeichnet) ausgelagert.


    Für einen Speisepilzsammler ist das wenig beruhigend, wenn er die drei Gattungen makroskopisch nicht unterscheiden kann.

    Wenn man sich auf die nicht-rötenden Arten mit doppeltem Ring und genattertem (auch fein genattertem) Stiel beschränkt, hat man zwar ein paar potentiell essbare Vertreter mit ausgeschlossen, aber auch das Risiko minimiert. Allerdings bin ich auch nicht up-to-date, ob bei uns mit dem Klimawandel mediterrane Arten mit dieser Merkmalskombination zu befürchten sind.


    Gruß,

    Wolfgang


    P.S.: ich würde die Pilze im Eingangs-posting als konradii bezeichnen, was natürlich nicht als Verzehrfreigabe zu deuten ist.

  • Servus Patrick,


    mit dem hinzugefügten Foto bin ich auch bei M. konradii (Harald, klar, die ablösenden Schuppen sind untypisch für M. excoriata, nur war mir die Zitze nicht ausgeprägt genug...).

    larchbolete - im Prinzip hast du recht, M. rhodosperma sieht ähnlich aus von oben. Aber der Ring müsste da viel dicker sein, eine deutliche Laufrille zeigen. Auf den Fotos sieht der Ring für mich labbrig-dünn aus. Ist aber halt nur am Foto betrachtet. M. rhodosperma ist ein kleiner, grobscholliger Parasol mit deutlich gelbrosa Sporenpulver.

    Was die Anwednung als Speisepilzsammler angeht, hat Wolfgang P. bereits alles geschrieben ;-). Und bei den echten Parasolen, also genattert + dicker Ring ist mir auch im mediterranen Raum nichts Giftiges bekannt. Bei Chlorophyllum hingegen ist mit Zuwanderung zu rechnen (Chl. molybdites), weshalb Chl. rhchodes s.str. nicht als Speisepilz zu sammeln ist (extreme Verwechslungsgefahr bei jungen Fruchtkörpern).


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • So in etwa hatte ich auch das auch im Kopf. Rötende Arten meiden, ordentliche Natterung und properer, verschiebbarer Ring ist gut. Wer weiß was da genau bei Wikipedia gemeint ist. Den Artikel mit der Quelle habe ich mal überflogen, aber nix gefunden, was die Aussage bestätigt.


    Ich lese in letzter Zeit immer mal in amerikanischen Foren mit Pilzbestimmungs-Sektion und habe das Gefühl, dass ich C. molybdites mittlerweile gut erkennen würde - so oft wie der angefragt wird. ;-)


    Die grünen Sporen sind halt auch mal eine nette makroskopische Dreingabe. Da könnte sich der Rest der Chlorophyllums mal 'ne Scheibe abschneiden mit ihren mickrigen Ring- und Knollendetails.

    Bin lediglich fortgeschrittener Anfänger.
    Posts sind nicht als Essensfreigabe zu verstehen. :-]

  • Hi.


    Die Beschreibung im verlinkten Portrait könnte allerdings überarbeitet werden, weil man der Sporenpulverfarbe (war bei den Funden schon komisch rosa) und der Rinsgtruktur doch noch mehr Bedeutung beigemessen werden muss. Insbesondere in der Abgrenzung zu M. konradii (der in gernot Friebes Schlüssel unter "mastoidea var, konradii" läuft, wenn ich das gerade richtig erinnere).


    LG, Pablo.

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