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letzter Beitrag von pilzmel am

Gesucht: Psathyrella spadiceogrisea

  • [font="Arial"]Hallo zusammen,[/font]
    [font="Arial"]ich suche mal wieder den Frühlings-, Schmalblättrigen Mürbling/Faserling Psathyrella spadiceogrisea. Allerdings sollte der in etwa so aussehen (die runden Sporen ignorieren):[/font]
    [font="Arial"] [/font]


    [font="Arial"] [/font]
    [font="Arial"]Das ist der uralte Ikonotypus von 1770. Einen –žechten–œ Pilz als (Epi-)Typus gibt es noch nicht, und versuche seit einigen Jahren einen solchen zu finden. Alles mit Ähnlichkeit erwies sich entweder als andere oder derzeit noch problematische Art. Man mag jetzt denken, dass das Bild dann vielleicht gar nicht spadiceogrisea zeigt, aber die Fachwelt hat sich so schön dran gewöhnt.[/font]
    [font="Arial"]Wenn jemand behilflich sein kann, wäre das super. Der Idealfall ist eine etwas größere Portion Pilze; die müssen untersucht, sequenziert etc. werden, und es soll dann noch genug als Typus übrig bleiben.[/font]
    [font="Arial"]Beste Grüße,[/font]
    [font="Arial"]Andreas [/font]

  • [font="Arial"]Hallo Andreas,[/font]
    [font="Arial"]gerne halte ich die Augen offen.[/font]
    [font="Arial"]Gibt es bevorzugte Habitate der Art? Gibt es Merkmale die eine grobe Vorbestimmung ermöglichen?[/font]
    [font="Arial"]Brauchst du die Pilze frisch oder getrocknet?[/font]
    [font="Arial"]Schick mir bitte vorsorglich deine Postanschrift per PN, damit das dann Zeitnah rausgehen kann. :alright:[/font]

  • Hallo Björn,
    schon mal Danke!
    Die Pilze sollten rappeldürre sein. Und ein Foto ist wichtig.
    Der Art wird ein bevorzugtes Vorkommen im Auwald nachgesagt, kann aber auch ganz woanders wachsen. Nicht gerade auf Kalktrockenrasen, aber so wählerisch ist sie nicht. Gerne auf, an oder bei Totholz (Äste, Späne).
    Kleiner bis mittelgroßer, brauner bis graubrauner Pilz mit flüchtigem Velum und engen Lamellen. Unscheinbar; im Herbst zur besten Pilzsaison würde man nicht drauf achten.
    Beste Grüße,
    Andreas



    [hr]
    Hallo Ralf,
    die sehen überall anders aus. Aber je näher dran, desto besser!
    Beste Grüße,
    Andreas

  • Hi,


    ich halte auch gerne die Augen offen und denke an dich, bei entsprechenden Funden. Ist die Art hygrophan?


    Du möchtest bestimmt Exsiccate haben.


    l.g.
    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Hallo, Andreas!


    In der Tat eine recht seltsame spadiceogrisea, die dort zu sehen ist.
    Hygrophan ist sie ja normalerweise immer ein bissschen (oder ein bisschen mehr), aber hier scheint der HUt so dunkel rotbraun zu sein, zudem mehr oder weniger papilliert.


    Die fast - büschelige Wuchsweise direkt an Holz hat auch eine Bedeutung, oder?



    LG, Pablo.

  • Hallo zusammen,
    ich nochmal. Danke für das Interesse.
    Hygrophan ja, sogar stark. Alternd mit Buckel, dann ohne Velum. Büschelig ist vielleicht übertrieben, und etwas "sparsam" ist der Pilz schon geraten. Holz ist meist in der Nähe, muss aber nicht als unmittelbare Unterlage wie im Bild dienen. In der zweiten Auflage von 1800 sind die Hüte eher grau als rotbaun, aber die ältere Version ist nun mal der Typus.
    Nun haltet mich nicht für spinnert! Einen Neotypus kann man quasi blind aufgreifen, der Epitypus sollte sich wenigstens annähern. Sonst gibt es garantiert einen Spielverderber, der dran rummäkelt.
    Beste Grüße,
    Andreas

  • Hallo, Andreas!


    Die Augen halte ich offen. Kollektionen aus dem Umfeld finden sich hier eigentlich regelmäßig. Gut dabei, wenn es nicht an massivem Substrat sein muss, denn da war >dieser Fund< (wenn auch kein direkter Holzkontakt ersichtlich war) für mich schon eine Ausnahme. Ansonsten eher auf mit Detritus versetzem Erdboden, zwischen kleinen Zweiglein oder Spänen. So was Dunkles habe ich noch nicht gesehen, aber vielleicht auch zu wenig drauf geachtet.



    LG, Pablo.

  • Hallo Andreas,


    wie in der PN angekündigt habe ich angeklopft und eine Antwort bekommen,


    "Die Psathyrella spadiceogrisea Gruppe ist häufig. Die grauen am häufigsten, die braunen seltener (und nur mit ganz frischen Fruchkörpern wirklich zu beurteilen, die blassenen sehr schnelle aus bzw. werden bald grau und dann ist Sense bei den Psathis ..."


    Es ist also entscheidend, den Epitypus in der idealen Wachstumsphase anzutreffen und aussagekräftige Aufnahmen hinzubekommen. Den FO festzuhalten natürlich auch. Du stellst einem Gespenst, das seit 247 Jahre herumgeistert nach, da mache ich selbstverständlich mit.


    Der zweite Absatz der Antwort,


    "Ein Epitypus sollte nach Möglichkeit aus der Sammelgegend des originalen Typus stammen, also hier aus der Gegend des Ikonotypus. Ist eine Empfehlung, aber kein Muss. Wenn es sich eine ganz tolle und eindeutige Kollektion von woanders handelt, darf es auch sein - ist aber natürlich angreifbarer."


    In welcher Region wurde der gezeichnete Ikonotypus gefunden? Interessiert mich nur so nebenbei, hat sich ja vieles verändert. Aber den dort anzutreffen würde es den Spielverderbern schwerer machen, dran zu mäkeln.


    LG
    Peter



    [font="Times New Roman, serif"][font="Calibri, sans-serif"] [/font][/font]

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    Es reicht ein Hut aus Zunderschwamm als Statussymbol. Brennt nur der Kopf, wenn der Blitz einschlägt.

    Chips: 52 - 5 für Pablo = 47

    47 - 10 für APR 2019 = 37,000

  • Hallo Peter,
    richtig, Geisterjagd! J. E. Schäffer zeichnete seinen Pilz nach Material aus der Umgebung Regensburg. Funde von dort wären natürlich der Idealfall, aber inzwischen habe ich den Zirkel weiter gespannt. Und neige zu einer gewissen Toleranz bei der Hutfarbe. Die darf gerne deutlich grauer sein als abgebildet, das wird jeder Mäkler einsehen.
    Na mal sehen, was in diesem Jahr an Funden auftaucht. Hoff!
    Beste Grüße,
    Andreas

  • Hallo, Andreas,
    Das ist jetzt blöd -
    den hatten wir letzte Woche in der Mikroskopgruppe.
    Bzw. wir hatten den Pilz, den wir so benennen.
    Unsere Exemplare haben ausgeprägt sargförmige Sporen mit starkem Porus,
    aus Abwurf sind sie in Wasser präpariert ockerfarben, in KOH stumpf-dunkelbraun,
    aus Lamellenpräparaten in KOH auch mit stark rötlichen Sporen untermischt.
    Pleuros reichlich, breit stumpf flaschenförmig, Cheilos sehr spärlich, teils etwas kleiner.
    Ich hänge Dir dann noch ein Bild an, muss es erst suchen.
    Wir werden mal am Fundort für dich Ausschau halten,
    ich habe es noch Sepp (Boletus) gesagt, das ist in seinem Revier...
    Lieben Gruss, Harald Andres



    Edit:
    Hier noch die Bilder vom letzten Wochenende
    (sorry, sind nur Behelfsbilder vom Standort,
    geschossen mit dem Natel):



  • Hallo zusammen,


    ich hätte da zum Thema gerade etwas interessantes: kürzlich fand ich eine schöne Gruppe im Elsass. Vermutlich durch die Mikromerkmale P. spadiceogrisea. Das Kuriose: ich finde immer wieder sterile Faserlinge, ohne jegliche Basidien und daher weissen Lamellen. Diese jedoch hatten alle Basidien mit Sterigmen, jedoch keine Sporen. Weder junge noch alte Pilze machten Sporenabwurf. Irgendwo fand ich etwa 3 Sporen im Präparat, die zur Art stimmten.
    Es könnte mit der Witterung zusammenhängen, wird laufen da wieder einmal ein eine Rekordtrockenheit herein, seit Oktober kaum nennenswerter Niederschlag!
    Ein Gruss aus der Wüste und schöne Ostern, Markus

  • Hallo Markus,
    das ist wirklich merkwürdig und interessant. Bei (sub)sterilen Pilzen findet man ja meist keine Sterigmen. Ob tatsächlich die Witterung dran schuld ist? Spadiceogrisea sollte eigentlich hart im Nehmen sein. Weiss der Kuckuck!
    Auch dir Angenehme Ostern!
    Andreas

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