Beiträge von Markus Wilhelm

    Hallo zusammen,

    ich zitiere: "kurz gesagt: schwierig"!

    Nun, ich habe das Werk von Consiglio und habe auch immer wieder mit dieser Gattung zu tun. So ganz sicher dürften diese Arten nur mit Sequenzierung bestimmt werden. Nach dem Schlüssel kommen eher 2 Arten in Frage: R. applicatus und R. trichotis. Bei beiden heisst es bei den Sporen: "globose to subglobose" was ja hinkommt. Eine Hilfe könnte sein: R. applicatus hat eher graulichen Filz gegen die Hutmitte; R. trichotis eher schwärzlichen Filz. Das ist aber auf dem Foto nicht sichtbar (hatte der schon Frost?). Die Cheilozystiden (als Gloeosphexen) sind leider keine grosse Hilfe.

    Also ich bin bei dieser Art auch eher unschlüssig. Aber das gehört ja auch zu unserem Metier!

    Viele Grüsse, Markus

    Hallo zusammen,


    die sogenannten "Rosasporer" wie Dachpilze, Rötlinge und auch Scheidlinge etc. haben in Wirklichkeit braunes Sporenpulver, so im Bereich zimtbraun-hellbraun. Wenn man das mit Farbtabellen betrachtet, ist das eindeutig! Es gibt wenige richtige rosasporige Pilze wie z.B. Omphalina discorosea oder auch einige Rindenpilze. Das Rosa kommt durch die hellen Lamellen zustande, auch junge Egerlinge haben ja rosa Lamellen. Die Farbe erhält man am besten, wenn man die Pilze auf einen Objektträger absporen lässt. Die Farbkonzentration und -Helligkeit ist je nach Feuchtigkeit und Dichte auch etwas veränderlich.


    viele Grüsse,

    Markus

    Danke, Christoph,


    ich bin eben nur in unseren Mooren unterwegs und habe den immer als L. holopus benannt. Aber es ist schon so, ganz woanders gibt es eben auch andere Pilze, das sehe ich auch bei meinen Aufenthalten im Süden! L. scabrum und L. cyaneobasileucum scheint mir doch auch logisch zu sein. In Mooren gibt es ja auch Lactarius scoticus, das ist wohl auch eine gute Art, immer viel kleiner und heller als L. pubescens. Aber es könnte natürlich auch etwas mit dem anderen Substrat zu tun haben, wer weiss! Schön ist ja, dass wir dadurch immer wieder etwas zu diskutieren haben!

    Ich werde diese Moor-Raufüsse dann nächstes Jahr kritischer beobachten, ein Wunder dass die noch Leccinum sind........

    Liebe Grüsse,

    Markus

    Hallo zusammen,



    hier eine "Altlast" aus dem Jahre 2009. Es ist ziemlich sicher nur das Konidienstadium, aber keine Sporen, und eben auch keine Ascosporen, somit wohl kaum bestimmbar. Aber einfach interessant: Auf etwas 4 m2 sassen an einigen Spitzen des Winter-Schachtelhalms Schwebefliegen (Episyrphus balteatus), die alle mit diesen keuligen Auswüchsen eines vermutlich Cordyceps- Pilzes ausgestattet waren. Vielleicht hat das jemand schon gesehen oder kennt das fertile Stadium?




    Viele Grüsse, Markus


    Hallo zusammen,

    nochmal allen Danke für eure Statements! Ich denke, dass L. variicolor gut ist, und habe auch recherchiert, dass diese L. cyaneobasileucum sich von L. scabrum unterscheiden lässt. Schwieriger scheint L. nucatum / holopus zu sein, da wird makroskopisch nicht viel zu machen sein. Der Blauverfärbung gebe ich nicht viel Bedeutung, das ist mit zu inkonstant! Auch danke für den Hinweis bei den Kaulobasidien, das wäre ja nicht schlecht, wenn das nicht nur in sehr spezieller Literatur erwähnt würde!


    Viele Grüsse aus der Pilzwüste am Oberrhein, Markus

    vielen Dank für diese Meldungen! Nun, ich versuchte, die Pilze mit Gröger und der neuen Flora Ag. Neerlandica zu bestimmen. Das ist aber kaum möglich, (ausser L. variicolor). Zu vage sind da die Schlüsselpunke. Da bleibt schlussendlich wohl nur die DNA- Analyse. Bei holopus und scabrum bleiben aber meiner Erfahrung nach die Farben konstant, ohne Übergänge. L. cyaneobasilieucum kann hinkommen, ich habe eben nicht diese Cylindrocysten gefunden wie bei variicolor. Die Blauverfärbung ist sicher auch nicht entscheidend, je nach Feuchtigkeit wird die beeinflusst. Die Diskussionen über die Röhrlinge werden wohl dauernd ein Thema sein, und mit diesen neuen Gattungen wird's noch komplizierter. Ich bin sowieso etwas irritiert: Bei Boletus oder anderen Gattungen werden durch diese Mathematiker (oft nicht-Mykologen!) bei kleinsten Unterschieden neue Gattungen kreiert. Andererseits soll Rhodocybe (gemina) das gleiche sein wie Clitopilus, mit völlig unterschiedlichen morphologischen Merkmalen? Das scheint mir doch etwas unseriös!

    Apropos Leccinum: An allen Funden habe ich überall am Stiel (in der Mitte) sehr häufig Basidien gefunden, das wird auch in keinem meiner Bücher erwähnt, ist doch auch interessant!

    Ich wollte einfach nur aufzeigen, wie unzuverlässig die Sporenmasse sein können. Vor allem in den alpinen Stufen aber auch Tropen kommt noch eine sehr häufige 2-sporigkeit bei normalerweise 4-sporigen Arten dazu.

    Viele Grüsse, Markus

    Hallo zusammen,

    ich habe schon lange die Erfahrung gemacht, dass die Sporen alles andere als konstant sind. Hier wieder einmal ein Beispiel. Da es bei uns keine Pilze wegen Trockenheit gibt, bleiben noch die Moore. Und da fand ich unter derselben Birke die 3 Leccinum: L. holopus, L. variicolor und L. scabrum. (wie im Foto) Ich untersuchte die 3 gleich jungen Fruchtkörper. L. variicolor hat mikroskopisch deutlich andere Merkmale, die anderen sind nicht sehr unterschiedlich. Jedoch hatte ich bei allen 3 Arten bis zu 5 um zu kleine Sporen! Klar, von jungen Pilzen, aber immerhin von einem Sporenabwurf.

    Hier das Beispiel von Leccinum scabrum anhand eines älteren Exemplars. Ich denke, das Ergebnis ist verblüffend...


    Viele Grüsse, Markus



    hier die jungen Sporen


    Und von einem grösseren Exemplar


    Hallo zusammen,


    am Oberrhein ist die Art nicht allzu selten. Hier ein Fund vom 14.10.2012 aus Grissheim, ein weiterer auf der Gegenseite im Elsass, auf Schwarzpappel. In diesem Raum findet man auch nicht allzu selten Pluteus aurantiorugosus oder Omphalina discorosea.


    Viele Grüsse, Markus

    Bilder

    • Simocybe coniophora nah 4214.jpg

    Hallo Marco,
    das könnte schon A. elatella sein, vielleicht auch ein etwas alter A. praecox. Die lang auswachsenden Sterigmen sind typisch für "gestresste" Pilze, z.B. bei alpinen Arten oder auch wenn man sie lang im Kühlschrank lagert. Nicht selten wird dann daraus eine neue Art oder Variation...
    Viel Grüsse,
    Markus

    Hallo Pablo,


    nun, der Pilz kann schon so wachsen. Typisch ist, dass kaum Trama vorhanden ist, er besteht fast nur Röhren.
    Aber diese Zystiden sind schon meist vorhanden.
    Anbei noch ein Bild dieser schönen Art, auf Tanne (Abies alba)


    viele Grüsse,
    Markus

    Hallo zusammen,


    ich habe bei diesem schönen Porling sofort an Auriporia aurulenta gedacht, wäre dies nicht auch eine Option? Da scheinbar Sporen recht rar zu finden waren, und der Pilz schon etwas alt war. Auriporia finde ich nicht selten und sieht auch genau so aus!
    Ist einfach so ein Gedanke :)


    viele Grüsse, Markus

    Hallo zusammen,


    ich hätte da zum Thema gerade etwas interessantes: kürzlich fand ich eine schöne Gruppe im Elsass. Vermutlich durch die Mikromerkmale P. spadiceogrisea. Das Kuriose: ich finde immer wieder sterile Faserlinge, ohne jegliche Basidien und daher weissen Lamellen. Diese jedoch hatten alle Basidien mit Sterigmen, jedoch keine Sporen. Weder junge noch alte Pilze machten Sporenabwurf. Irgendwo fand ich etwa 3 Sporen im Präparat, die zur Art stimmten.
    Es könnte mit der Witterung zusammenhängen, wird laufen da wieder einmal ein eine Rekordtrockenheit herein, seit Oktober kaum nennenswerter Niederschlag!
    Ein Gruss aus der Wüste und schöne Ostern, Markus

    Danke, Peter,
    es ist eben immer wieder erstaunlich und dann auch schwierig, wenn Arten die Frechheit haben, anders zu wachsen wie in der Literatur "vorgeschrieben"!
    Hier ein paar Bilder, von einer auch weisslichen Form, seitlich am Holz wachsend oder Holz umschliessend.


    viele Grüsse, Markus

    Hallo Harald und alle anderen,


    da ich viel in den Wiesen unterwegs bin, sehe ich viele verschiedene Dermoloma. Es ist in der Tat recht schwierig, eine Art "festzunageln"! Man hat ja fast nur die Wahl zwischen der Amyloidität. Bei den Farben muss man bedenken, dass die Gattung mit dieser hymeniformen HDS extrem Farbveränderlich ist! So blassen fast schwärzlich Exemplare schlussendlich fast weisslich aus. Die Runzeligkeit ist oft zu beobachten. Auch die Grösse ist variabel: so fand ich in Südfrankreich D. cuneifolium (Bild) mit über 10 cm Hutbreite! Vielleicht sind es auch tatsächlich mehr Arten, die aber nur gentechnisch unterschieden werden können?
    Zu beachten ist auch eine noch nicht lange beschriebene, rötende Art, D. magicum, scheint häufiger geworden zu sein.


    Mit vielen Grüssen, Markus

    Bilder

    • Dermoloma cuneifolium nah 4489.jpg