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Angaben zur Pilzbestimmung
#1
Hallo!

Die Kurzversion für Angaben:
Da Bestimmungen nach Bild oftmals sehr schwierig sind, weil man zusätzliche Angaben wie Standort, Geruch, etc. am Bild nicht erkennen kann, bitte ich Euch einige Merkmale und Beschreibungen so gut wie möglich gleich mitzuliefern.

- Größe der Fruchtkörper
- Beschreibung Hut
- Beschreibung Fruchtschicht (das sind die Lamellen oder Röhren)
- Beschreibung Stiel
- eventuelle Verfärbungen bei Druck und im Schnitt
- Geruch (erst unverletzt, dann angekratzt)
- evtl. Geschmack (nur für Kenner der wichtigsten Giftpilze)
- Begleitbäume, Substrat
- evtl. Bodensäuregehalt (sauer oder basisch)
- evtl. Sporenpulver (vor allem bei Täublingen)

Beim Fotografieren solltet ihr auf Folgendes achten:

Bild des Pilzes:
- von oben
- von unten
- komplett samt Stielbasis
- Querschnitt
- am Fundort

Um so mehr Angaben gemacht werden, desto präziser werden die Antworten sein.

----------------------------------------------------------
Die ausführliche Version:

Pilzbestimmung per Bilder und Internet ist nicht nur vom Wissen und der Erfahrung der Bestimmer abhängig, sondern zu einem Großteil auch vom Informationsgehalt der Aussagen und Bilder zum Pilz.

Am besten beschreibt man den Pilz so, dass ihn ein anderer nach dieser Beschreibung wirklichkeitsnah zeichnen könnte. Selbstverständlich muss man das nicht in die Länge ziehen: wenn bestimmte Details auf einem Foto gut zu sehen sind, kann sich eine dazugehörige Angabe auch erübrigen.

Natürlich können nicht immer alle Fragen beantwortet werden, aber viel Angaben zum Pilz bringen die richtige geistige Vorstellung beim Antwortwilligen.

Als Hilfe zur Beschreibung der Pilze ein paar Stichpunkte.
Als Beispiel dient hier ein Lamellenpilz, bei anders aufgebauten Pilzen muss also modifiziert werden:

Beschreibung Hut:
- Durchmesser/Breite
- Farbe
- Beschaffenheit der Oberfläche (z.B. schuppig, faserig, glatt, mit Pusteln, schleimig, rau, am Rand gerieft usw.)
- sonstige Auffälligkeiten

Beschreibung Fruchtschicht:
- Lamellenfarbe
- Lamellenanwuchs am Stiel (z.B. breit angewachsen, herablaufend, frei usw.)
- Farbe von eventuell anhaftendem Sporenstaub in den Lamellen
- sonstiges Auffälligkeiten (vielleicht andersfarbige oder sägeblattähnliche Schneiden oder auffällig gegabelt oder relativ dichtstehend oder brüchig oder weich)

Beschreibung Stiel:
- Länge
- Beschaffenheit der Oberfläche (z.B. schuppig, gerillt, glatt, mit Schleierresten oder Gürteln, schleimig, usw.)
- Konsistenz (z.B. brüchig, auffasernd)
- Beschreibung von eventuell vorhandenem Ring
- Stielbasis (z.B. knollig, zuspitzend, mit Wurzel, in Volva steckend usw.)
- sonstiges (z.B. innen hohl, wattig, gekammert oder gummiartig usw.)

Beschreibung Geruch: (langsam riechen, Zeit lassen!):
- unverletzt
- nach Verletzung (Stiel ankratzen, über die Lamellen streichen!)

Beschreibung Geschmack:
- in manchen Gattungen zielführend, aber nur empfehlenswert für fortgeschrittene Pilzkenner, welche die wichtigsten Giftpilze kennen

Beschreibung Färbeverhalten:
- schon vorhandene Färbung ohne eigenes Zutun?
- Verfärbung bei Druck oder Schnitt?
(Einige Gattungen erfordern zur Arteingrenzung einen Längsschnitt durch den Pilzfruchtkörper, um das Färbeverhalten einschätzen zu können, besonders Röhrlinge!)

Beschreibung Ökologie und Fundumstände:
- Begleitbäume, Substrat
- Begleitpilze (auch als Foto!)
- wie gewachsen, Beschreibung Habitat (z.B. gesellig, allein, nasser Standort, auf Brandstelle, an ansitzenden Ästen, im Park, Moor, Pfütze usw.)
- evntl. Bodensäuregehalt (z.B. Kalk, sauer)

Sporenpulver:
Bei kritischen Arten ist ein Sporenabwurf zur Einschätzung der Sporenfarbe notwendig. Dazu älteren Hut mit Fruchtschicht nach unten auf durchsichtige Glasscheibe legen, gegen Austrocknung abdecken, kühl stellen).
------------------------------------------

VG Ingo W
Edit: Text zusammengefasst und modifiziert im Nov. 2014
________________________________________________________________
[Bild: attachment.php?aid=177501]:"Pilzis ne bloß von o'm anguck!!  Unten auch wichtich is!"
Da hört ihr es, das wissen selbst die Gnolme.
Das Pilze-Bestimmen geht nämlich schon beim Finden los!

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#2
Hallo Ingo,
ich versuche bei meinen Beschreibungen der Pilze möglichst viel mitzuteilen, allerdings ist das bei der Pilzsuche bei mir meistens so, dass ich mich fast nur auf den Waldboden konzentriere und dann versuche gute Fotos zu machen. Dann vergißt man sehr leicht sich die Baumlandschaft anzusehen, besonders, wenn man die Waldstücke schon seit vielen Jahren kennt.
Meistens will ich nur zwei bis drei Pilzarten mit nach Hause nehmen, aber meistens sind es dann doch mehrere....
Deine Vorschläge zur Beschreibung sind wohl der Idealfall, das ist für den Anfragenden schon etwas zeitaufwendig. Wenn ich z.B. Pilze in der Natur gefunden habe und zu Hause dann Schnittbilder fotografiere, anschließend die Bildbearbeitung durchführe, die Auflösung herunterfahre, die Sporen auf einem Glasträger auffange, ggf. Mikroskopaufnahmen anfertige und die Beschreibungstexte entwerfe, dann brauche ich schon einige Stunden (auch wenn man schon längere Erfahrung mit der Technik hat).
Ich glaube nicht, dass jemand welcher eine schnelle Antwort haben will, sich die Zeit nehmen wird.
Nun, das ist jetzt nur meine persönliche Einschätzung.

Eventuell wäre es sinnvoll eine Art "Vordruckseditor" einzubinden, indem man alle wichtigen Merkmale eintragen kann. Technisch ist das heute kein größeres Problem, nur vom Aussehen sollte man sich etwas einfallen lassen.

Gruß:
Lothar
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#3
Hallo Ingo!
"Langsam riechen" gefällt mir am besten...Wink

Nee, aber im Ernst...ich finde die Aufstellung sehr gut.
Und es ist im Prinzip auch nicht zuviel, weil ja doch nur im Idealfall alles angegeben werden wird.
So hat man wenigstens alle Kriterien und hilft dem Ratsuchenden, darauf überhaupt erstmal sein Augenmerk zu richten.


Lothar..das mit dem Vordruck wär natürlich echt praktisch!
LG Inken

_____________
Essensfreigabe nur beim PSV vor Ort!

Pilzchips: 107 (100 + 20 APR 2013 + 5 APR 2014 - 15 Kollekte APR2015 + 17 APR 2015 -10 Kollekte APR2016-10 Einsatz Podiumswette)
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#4
Hallo Lothar!

Zitat:Ich glaube nicht, dass jemand welcher eine schnelle Antwort haben will, sich die Zeit nehmen wird.
Ist das nicht das Grundübel? Schnell fotografieren, schnell einstellen, schnell Antwort haben wollen?
So funktioniert das aber meistens nicht (mal die üblichen Speisepilze ausgenommen).

Schau, du schreibst auch wie lange du brauchst, bist du mit deiner Pilzart fertig bist.
Ich brauche i.d.R. einen Tag für ein Pilz-Portrait (bin allerdings auch etwas langsam).
Warum soll man der restlichen pilzunbedarften Menschheit suggerieren, dass man Pilze so nebenher bestimmt, am besten mit einem unscharfen Bild des Hutes aus 3 m Entfernung ohne Angaben?

VG Ingo W
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[Bild: attachment.php?aid=177501]:"Pilzis ne bloß von o'm anguck!!  Unten auch wichtich is!"
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#5
Hallo Ingo,

bei meinem jetzigen Kenntnisstand gehe ich mit dir komform.
Vor einem Jahr noch hätte ich mich damit überfordert gefühlt, aufgrund mangelnder Kenntnisse.

Da erfahrungsgemäß (aus anderen Bereichen) ohnehin weniger Informationen kommen, als die geforderten, betrachte ich die erwünschten Bestimmungsmerkmale als sehr sinnvoll.

Lothar`s Beitrag bezüglich eines Formulars ist eine gute Idee, wobei ich mir dieses Formular bislang selbst erstellt hatte und in mehrfacher Anfertigung bei mir trug. Wir dürfen doch unterstellen, dass derjenige, der sachkundige Hilfe erwünscht, von sich selbst aus in der Lage ist, die notwendigen Merkmale zu liefern. "Merkzettel für Interessierte" würde ich passend finden. Schließlich stellt ja keiner einen Antrag auf irgendeine staatliche Unterstützung. Und ein bisschen Mitarbeit kann und darf schon erwartet werden.
Die eigentliche Frage bezog sich allerdings auf die Bestimmungsmerkmale. Da es sich oft (nicht immer) bei Anfragen zur Pilzbestimmung um gänzlich unerfahrene Mitglieder handelt, hielte ich noch eine Klammer hinter der Frage, die mögliche Antworten, nicht zwangsläufig abschließend, aber beispielhaft zumindest darlegend, für sinnvoll.

Einen lieben Gruß,

Markus
Keine Verzehrfreigabe im Forum, über das Internet oder nur per Fotos.  Wende Dich an einen Pilzsachverständigen der DGfM-e.V.    oder entscheide eigenverantwortlich.  
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#6
Hallo, Ingo!

Was man vielleicht noch zur Fruchtschicht ergänzen könnte, wäre da der haptische Befund: Lamellen weich oder brüchig, wachsig oder trocken, leicht abschiebbar...

Und folgenden Teil aus den Freeze'schen Regeln könnte man einfach mal noch koplett übernehmen:

Beim fotografieren solltet Ihr auf folgendes achten:

Bild des Pilzes von:
- oben
- unten
- komplett samt Stielbasis
- Querschnitt


und ergänzen mit dem Punkt:
- Standort

Freilich wird das alles aber nichts daran ändern, daß weiterhin viele Leute ein Bild hochladen mit den sehr ausführlichen Angaben dazu:
"Was ist das?"

Denn die wenigsten werden da bei ihrem Waldausflug diese ganze Palette im Kopf haben, und erst zuhause auf den Gedanken kommen, hier mal nachzufragen.

Dennoch ist so ein Leitfaden wichtig, um einerseits beim zweiten Mal gleich auf bestimmte Details achten zu können. Und andererseits auch für jemanden wie mich: In meinen Anfragen fehlt auch immer mal so noch einiges. Ich glaube, ich kopiere mir das mal, dann habe ich das nächste mal einfach ein paar Blätter dabei, die ich nur noch vor Ort mit dem Pilz in der Hand ausfüllen muss. Big Grin

Ach ja, was man auch noch erwähnen könnte:
Bitte nicht mehr als zwei oder drei Pilze pro Anfrage!

Denn bei diesen Mammut - Pilzlisten gehen nicht nur Merkmale unter, da hat man auch spätestens nach dem fünften Pilz (den man dann auch oft nur vage beurteilen kann) keine Lust mehr...


LG, Beorn.


Edit:
Markus, find' ich ja super, daß du schon so ein Protokoll hast. Bist da weiter als ich. Wink
Ingo, klar ist es ein Übel. In der Regel versuche ich aber dennoch, auch dünne Anfragen zu beantworten. Sofern es denn möglich ist.
Wo mir dann das Messer in der Tasche aufgeht, sind diese Anfragen, wo schon die Pfanne heiß ist, oder 20 Pilze der selben Art ausgerupft auf dem Tisch liegen, in der Hoffnung, es könnte lecker sein. Angry
Antworten
#7
Hallo Beorn!

Zitat:In der Regel versuche ich aber dennoch, auch dünne Anfragen zu beantworten. Sofern es denn möglich ist.
Ja klar, wenn das möglich ist schon.
Warum ich mich um eine Erweiterung der Angaben-Abfrage bemühe, hat eigentlich eher den Grund, dass mir in letzter Zeit auffiel, dass es schon einige Leute gibt, die artig den Fragebogen abarbeiten.

Allerdings eben dann nur noch die gestellten Fragen beantworteten, und dabei fiel die ganze Zeit z.B. die Fruchtschicht unter den Tisch, also fast keiner hat mehr was zu den Lamellen gesagt, weil das nicht gefordert war.

Vielleicht sollte man beide Fassungen behalten? Für die einen, bei denen es schnell gehen muss das bisherige Konzept (ergänzt mit Lamellenbeschreibung) und eine anspruchsvollere, für die, die es genau machen wollen.

Hallo Markus!

Zitat:hielte ich noch eine Klammer hinter der Frage, die mögliche Antworten, nicht zwangsläufig abschließend, aber beispielhaft zumindest darlegend, für sinnvoll.

Hatte ich das nicht gemacht?

VG Ingo W
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#8
Hallo zusammen!

Zitat:...das mit dem Vordruck wär natürlich echt praktisch!

--> Das finde ich nach wie vor überhaupt nicht!

Bitte lest dazu diesen Beitrag hier: KLICK!

Als "vorweggenommenes Fazit":

Bis heute bringen es viele nicht fertig, selbst die grundlegendsten Bestimmungsmerkmale anzugeben!

Damals wurde als dankenswerte und sinnvolle Alternative zu einer "standardisierten Anfrage" von den Machern dieses Forums der blinkende Link geschaffen, der eigentlich jedem auffallen müsste, der eine neuen Beitrag erstellt!

Eine Erweiterung dieser Bestimmungsmerkmale im Sinne von Ingo's Liste halte ich für sehr sinnvoll, der engagierte und begeisterte Anfragende wird sie sich zu Herzen nehmen!

Derjenige, der sich aber keine Zeit dafür nehmen möchte, wird auch kein Formular ausfüllen wollen, zumindest nicht korrekt oder vollständig!

Die notwendigen Angaben dort erfordern nämlich ebenfalls eine gewisse Sorgfalt und damit verbunden einen ebenso teilweise erheblichen Zeitaufwand!

Das Formular als Hilfe für "Faule" und "Eilige" ist somit ebenfalls nicht sinnvoll, denn nach wie vor müssten die Fakten durch den Anfragenden geliefert werden und können nicht durch das Formular bereitgestellt werden!

Hallo Ingo!

1. Es fehlt m. E. der "Sprödblättertest" in der Rubrik "Fruchtschicht".

2. Es fehlt der Tipp zum "Spucketest" in der Rubrik "Hut"

3. Es fehlt die Angabe zur Fundregion:

a) Manche Pilze gibt's in den Bergen, aber nicht im Flachland,
b) manche (exotischen) Pilzarten "arbeiten" sich von einer bestimmten Himmelsrichtung her durch Deutschland bzw. Europa,
c) manchmal werden Arten eingestellt, die der Anfragende während eines Aufenthaltes in der Dominikanischen Republik gefunden hat...

Wenn Du damit fertig bist, stelle ich meine Gedanken zur Bestimmung von "Baumpilzen" ein Smile !

Gruß,

Fredy
Pilzliebe geht nicht durch den Magen, sondern durch das Objektiv!
Antworten
#9
Hallo Fredy!

Eigentlich wollte ich es ursprünglich knapper schreiben, nur erst mal das wesentliche einfordern. Ist eigentlich jetzt schon wieder zu viel, denke ich.
Erst wollte ich nur blank "Beschreibung Hut", "Beschreibung Stiel" schreiben, weil kurz und knapp. Schätze aber, dann kommen Antworten wie "Der Stiel sieht aus wie ein Stamm" und "Der Hut ist rund".

VG Ingo W
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#10
Sicherlich ist all das Gesagte hier hilfreich und wünschenswert.

Ich möchte aber auch mal darauf hinweisen, daß vieles was man sich als Bestimmungsmerkmal wünscht auch schwer zu liefern ist für einen nicht "versierten" Pilzfreund!!!

Es ist doch nun mal so daß jene, die sich hier Hilfe erhoffen, normalerweise einen deutlich geringeren mykologischen Wissensstand vorweisen können als diejenigen hier, die solche Anfragen beantworten können.

Selbst wenn man schon recht naturverbunden ist kann das alles zu Vermutungen führen die falsch sind. Ich denke, viele lassen lieber Infos weg anstatt da etwas verkehrtes ins Forum zu schreiben.
Ich denke, das ist recht normal.

Substrat erkennen, Boden deuten, Lamellenwuchs definieren, Geruch beurteilen und und und. Das ist schon sehr spezifisch in vielen Dingen. Für einen Ungeübten oder Unsicheren, für jeden Saisonsammler, sind solche Dinge nicht eindeutig.

Ich bin jetzt mehr als ein Jahr hier intensiv dabei und weiß auch heute noch so vieles nicht, gerade Bäume z.B. machen mir Kummer und andere Pflanzen. Gerüche (und somit auch Geschmack) habe ich für mich als schwieriges Gebiet erkannt, weil ich manches offenbar nicht oder anders erfasse.
Weiter sind sämtliche Begriffe zur Definition von Pilzen nicht selbsterklärend.
Wer sich nicht auskennt muß diese Begriffe nach Gefühl benutzen, sie erst nachlesen und verstehen oder halt weglassen.
Auch ich muß hier manchmal nachsehen und das reflektieren.

Was ich zum Ausdruck bringen will.
Es ist oft nicht einfach gute Details zu liefern, besonders für diejeniegen, die nicht ständig in den Pilzen sind.
Da liefert man dann doch lieber das was man meint zu wissen oder redet ein wenig drumherum oder wartet auf Nachfragen.


Schön ist natürlich schon eine optimale Liste von Bestimmungshilfen zu präsentieren. Aber den Anspruch auf intensive Beantwortung würde ich vollends verwerfen.

Diejenigen, die intensiv den Pilzen nachstellen, die werden schon bemüht sein möglichst hilfreiche Angaben zu liefern, je nach Bedarf oder Möglichkeit.



Was eine Vorgabemaske anbetrifft bin ich persönlich kein Freund davon.
Ich fände das so automatisiert, so steril und zu unpersönlich. Da beschreibe ich lieber mit meinen Worten was ich zu sagen habe.
Ich würde die Maske jedenfalls überwiegend nicht nutzen wollen.
Antworten
#11
Hallo zusammen,

die Grundproblematik sehe ich selbst darin, das für eine annehmbar sichere und belastbare Bestimmung gewisse grundlegende Bestimmungsmerkmale geliefert werden müssen. Und zwar vom Anfragenden.

Wenn ich jetzt sehe, wer hier wieder darüber diskutiert, welche Bestimmungsmerkmale geliefert werden sollten, ist das fachlich sicherlich richtig, aber für Einsteiger zu hoch. Für solche Einsteiger, die noch keine oder wenig Ahnung haben.

Von daher stelle ich mir die Frage, ob es selbstverständlich ist, Grundsätzliches zur Pilzbestimmung voraussetzen zu können, oder ein Unterforum " Grundsätzliches zur Pilzbestimmung" aufzumachen und dann gemeinschaftlich konsequent darauf hin zu weisen.

Die hier regelmäßig von Einsteigern eingehenden Anfragen zur Pilzbestimmung und den (berechtigten) Antworten sorgen teilweise für großes Mißgefallen. Sowohl für die Anfragenden, als auch für die uneigennützigen wohlwollenden Bestimmungsversuche.

Da sehe ich Handlungsbedarf. Evtl. sollte mal jemand unbedarftes, mit Interesse "mit ins Boot genommen zu werden", um Bestimmungsmerkmale mit zu gestalten, befragt werden. Die Brücke von Null-Ahnung eines Interessierten bis hin zum verstehenden Mitleser scheint sehr groß zu sein. Auch ich habe dafür sehr lange gebraucht und dafür extrem viel Zeit verwendet. Ich bin aber noch lange nicht am Ende der Brücke angekommen.

Die Frage ist nun, was gewünscht ist. Für eine belastbare Bestimmung bedarf es einer konsequenten Beschreibung des Fundes, für den Einsteiger für viel Verständnis, da es sich nicht um eine Materie handelt, die im Normalfall im täglichen Lebensablauf stattfindet und von daher wie gewohnt üblich ist. Und die Befassung damit, wiederum von daher seitens der Lehrer sehr viel Geduld und ein ausgeglichenes Gemüt erfordert.

Schlaft mal drüber nach. Ich wünsche euch eine gute Nacht.

LG, Markus
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#12
Hallo!

Also zurück zum Ursprung!
Hoffentlich nimmt freeze das jetzt nicht übel.
Was haltet ihr dann von einer leichten Modifizierung des bisherigen Textes?
Ist insgesamt kaum länger und spricht weitere Dinge an, die mir wichtig erscheinen.
Zunächst nochmal das Original:
-------------------------
Bisher
Da Bestimmungen nach Bild oftmals sehr schwierig sind, weil man zusätzliche Angaben wie Standort, Geruch, etc. am Bild nicht erkennen kann, bitte ich Euch, diese Merkmale so gut wie möglich gleich mitzuliefern.

- Durchmesser des Hutes
- Länge des Stiels
- Höhe des gesamten Fruchtkörpers
- Beschaffenheit des Hutes (schmierig, trocken, glatt, rau, etc.)
- Verfärbung des Fruchtkörpers auf Druck
- Verfärbung des Fruchtkörpers im Schnitt
- Geruch
- Standort, Bäume in der Nähe
- Ökologie des Bodens (sauer, kalk, basenreich, etc.)

- evtl. Sporenpulver (vor allem bei Täublingen)
- evtl. Geschmack (nicht immer!!!)

Beim fotografieren solltet Ihr auf folgendes achten:

Bild des Pilzes von:
- oben
- unten
- komplett samt Stielbasis
- Querschnitt

Umso mehr Angaben gemacht werden, umso präziser werden die Antworten sein.
----------------------------------
leicht modifiziert
Da Bestimmungen nach Bild oftmals sehr schwierig sind, weil man zusätzliche Angaben wie Standort, Geruch, etc. am Bild nicht erkennen kann, bitte ich Euch einige Merkmale und Beschreibungen so gut wie möglich gleich mitzuliefern.

- Größe der Fruchtkörper
- Beschreibung Hut
- Beschreibung Fruchtschicht (das sind die Lamellen oder Röhren)
- Beschreibung Stiel
- eventuelle Verfärbungen bei Druck und im Schnitt
- Geruch (erst unverletzt, dann angekratzt)
- evtl. Geschmack (nur für Kenner der wichtigsten Giftpilze)
- Begleitbäume, Substrat
- evtl. Bodensäuregehalt (sauer oder basisch)
- evtl. Sporenpulver (vor allem bei Täublingen)

Beim Fotografieren solltet ihr auf Folgendes achten:

Bild des Pilzes:
- von oben
- von unten
- komplett samt Stielbasis
- Querschnitt
- am Fundort

Um so mehr Angaben gemacht werden, desto präziser werden die Antworten sein.

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VG Ingo W

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#13
Hi Ingo,

ich werde mir dieses Schema mal als Vorbild nehmen und dann hoffentlich bessere Angaben zu den Pilzen liefern.

Gibt es einen Tipp, wie man kostengünstig den Bodensäuregehalt in irgendeiner Form messen kann oder braucht man dafür entweder ein teures Gerät / muss etwas Ahnung von Pflanzenkunde haben?

lg,

Jan-Arne
                                                                           
Im Forum gibt es keine Verzehrfreigaben, nur Hilfestellungen zu eigenständigen Vergleichen!

→ Hier ← findet ihr eine Übersicht über bestimmungsrelevante Informationen!
Antworten
#14
Hallo Jan-Arne,

ohne große Worte, schau Dir dieses pdf-Dokument mal an, da steht so ziemlich alles, was Du über den Bodensäuregehalt wissen solltest.

Klick mal hier

Gruß Anton
Antworten
#15
(23-11-2012, 06:20)pingelanton schrieb:  Hallo Jan-Arne,

ohne große Worte, schau Dir dieses pdf-Dokument mal an, da steht so ziemlich alles, was Du über den Bodensäuregehalt wissen solltest.

Klick mal hier

Gruß Anton

Danke! Smile
                                                                           
Im Forum gibt es keine Verzehrfreigaben, nur Hilfestellungen zu eigenständigen Vergleichen!

→ Hier ← findet ihr eine Übersicht über bestimmungsrelevante Informationen!
Antworten
#16
Hallo zusammen,

Der modifizierte Text wurde übernommen.
weiterhin frohes sammeln wünscht,
Andreas

http://www.pilzraritaeten.de

[Bild: 38.GIF] Bei Online-Pilzbestimmungen bitte die zusätzlichen Angaben zur Pilzbestimmung beachten !



Antworten
#17
Hallo Andreas!

Du bist aber fix, ich dachte, wir diskutieren da noch die Fehler raus.

Weil ich da jetzt keinen Edit-Zugriff mehr habe, könntest du dann noch diesen Satz erneuern (neue Rechtschreibung):

"Beim Fotografieren solltet ihr auf Folgendes achten:"

VG Ingo W
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[Bild: attachment.php?aid=177501]:"Pilzis ne bloß von o'm anguck!!  Unten auch wichtich is!"
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Pilzwettchips: 128
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#18
Hallo Ingo,

Sorry das ich deine Angaben schon vorzeitig übernommen haben. Wenn es weitere Verbesserungsvorschläge gibt werde ich diese später dann nachtragen.
weiterhin frohes sammeln wünscht,
Andreas

http://www.pilzraritaeten.de

[Bild: 38.GIF] Bei Online-Pilzbestimmungen bitte die zusätzlichen Angaben zur Pilzbestimmung beachten !



Antworten
#19
Hallo Andreas!

Die Verfeinerung wäre noch angebracht:

"- Geruch (erst unverletzt, dann angekratzt)"

VG Ingo W
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[Bild: attachment.php?aid=177501]:"Pilzis ne bloß von o'm anguck!!  Unten auch wichtich is!"
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#20
Zitat: "Ich glaube nicht, dass jemand welcher eine schnelle Antwort haben will, sich die Zeit nehmen wird."

Hallo Ingo, zuerst einmal möchte ich Danke sagen für Deine Bereitschaft, hier zu helfen.Alright

Ich bin absoluter Anfänger und habe durch Deine erste ausführliche Auflistung schon wieder Vieles gelernt.
Diese Auflistung der zu beachtenden Dinge ist abgespeichert und wird, sobald ich mal einen interessanten Pilz finde, meine Vorlage sein. Ein Ausdruck davon wird mich dann schon auf den Suchen begleiten, denn sonst würde ich sicher mehr als die Hälfte vergessen.

Eine schnelle Antwort...brauche ich persönlich nicht. Sollte sich herausstellen, dass ich mal einen mir unbekannten, aber essbaren Pilz gefunden habe, so hätte ich nur ein Exemplar mitgenommen, die anderen fotografiert und die Stelle kann man ja erneut besuchen, sobald es Gewissheit gibt.

Gewisse Gewissheit im Sinne von Internetbestimmung natürlich. Ich möchte lernen, welches Merkmal ich vielleicht nicht beachtet habe und irgendwann zu eigener Sicherheit gelangen.

Vielen Dank auch an Anton für das PDF zu den Morcheln!Alright
Viele Grüße, Mirko
Antworten


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