Beiträge von nobi_†

    ich würde deinen Fund als Trichoglossum hirsutum bezeichnen weil die meinem von Nobi bestimmten Fund doch sehr ähnelt.

    Wie Uwe und Chris bereits anmerkten, ist das wegen des unbehaarten Stieles keine der behaarten Erdzungen.

    Auch Geoglossum-Arten bilden gern solche breiten Köpfchen, zB Cooke's Erdzunge (G. cookeianum).

    Erdzungen gehören immer unters "Scharfe Glas", wenn man deren Namen wissen will.

    Auch die behaarten, denn da gibt es ebenfalls mehrere.


    Uwe58.

    Wenn Du es genau wissen willst, kannst Du mir gern ein Exemplar schicken.

    Ich bin jederzeit bereit, so etwas zu mikroskopieren.


    Liebe Grüße

    Nobi

    Liebe Maria,

    ein gelungener Beitrag ist das wieder geworden! :thumbup:

    Die Wiesenkeulen sind idR nur mikroskopisch sicher bestimmbar, die "Geweihförmige" sollte jedoch stimmen.

    Der kräftige weiße Ellerling auf dem letzten Bild ist vermutlich die weiße Variante des Wiesenellerlings (Cuphophyllus pratensis var. pallidus).

    Auch bekannt unter dem wissenschaftlichem Namen Cuphophyllus berkeleyi. Laut Index Fungorum alles eine Art.


    Liebe Grüße

    Nobi

    Hallo Christine,


    auf jedem Fall ist das einer der sogenannten Rindenhelmlinge.

    Wenn ich das richtig sehe sind die Lamellen breit angewachsen bis leicht herablaufend. Das und der etwas getönte Hut könnte zum Bogenblättrigen Helmling (Mycena speirea) führen. Allerdings gibt es noch einige ähnliche weißliche Rindenhelmlinge, die, wie Harald bereits schrieb, nur mikroskopisch sicher zu trennen sind.


    Liebe Grüße

    Nobi

    Danke! Über solch überwältigendes Feedback freut pilz sich natürlich ungemein! ==)

    Soviel Lob ist ja schon fast peinlich.:/

    Supertoller Bericht

    Vielen Dank für die tollen Impressionen.

    Beide Teile sind großartig

    Super Bericht. Beide Teile sind großartig und die Bilder :thumbup::thumbup::thumbup:

    einfach umwerfend

    Wirklich der Wahnsinn! :thumbup:

    So schön in Szene gesetzt.

    Und immer wieder diese genialen Aufnahmen, bei denen man eigentlich nichts mehr besser machen kann!!

    Wunderbare Berichte und wunderbare Fotos.

    Ich bin einfach nur begeistert von den tollen Funden und Aufnahmen.

    Naja, wir tun halt, was wir können.

    Uns macht es einen Riesenspaß, solche Beiträge zu schreiben. Und wir freuen uns natürlich, wenn es Euch gefällt.

    Besonders schön, daß ihr auch vermeintlichen "Trivialarten" diese großartigen Aufnahmen gönnt.

    Finden wir auch! ==3


    Danke, Nobi

    Interessante Anfrage, Stefan!

    Was soll ich sagen - ich finde es nicht gut, wenn auf Erstanfragen völliger Laien nur ein wissenschaftlicher Name genannt wird.

    Oftmals übrigens ohne Erklärung! :(

    Ich wäre dann schnell weg aus dem Forum.

    ich bin also immer dafür die deutschen Namen mit den lateinischen zu nennen, denn denke daran, dass hier im Forum nicht nur Spezis mitlesen sondern auch Pilzfreunde die nicht jeden Namen auf "Schlau" verstehen.

    Sehe ich exakt so, Ulla!:thumbup:

    Ich wurde in meinen Anfangszeiten hier gelegentlich gerügt, dass ich mehr Latein als Deutsch schreibe.

    Kuschel war da wohl meine härteste Kritikerin. Und ich denke, sie hatte Recht!

    Nach und nach habe ich begriffen, dass das viele verschreckt.

    Seitdem bemühe ich mich, stets einen plausiblen deutschen Namen neben dem wissenschaftlichen zu nennen.


    Liebe Grüße

    Nobi

    Wahnsinn! Was für eine Resonanz auf unseren Beitrag! Das motiviert ungemein und macht Lust, weitere Themen zu eröffnen. :)

    Was für ein toller Bericht Nobi! Danke fürs Zeigen und ich freue mich schon auf den zweiten Teil.

    Saustark, wie immer. Und erst recht, wenn Ihr beiden unterwegs seid.

    Tolle Funde und klasse Bilder.

    Sehr schöner Bericht. Hat mich gefreut euch zu begleiten. g:-)

    Hallo Nobi,

    toller Bericht in Bildern und Worten, danke für‘s Mitnehmen!

    Ein toller Bericht von Euch beiden! Wie immer kurzweilig geschrieben, super bebildert und mit was für wundervollen Motiven - da bin ich doch gerne mitgestromert!

    Hallo Nobi & Matthias,
    ihr habt Euch mal wieder selbst übertroffen. Großartiger Bericht.

    da habt Ihr einen ganz feinen Bericht ins Forum gestellt: wunderbare Aufnahmen;

    Hallo Nobi und Matthias,

    da kann ich mich den Worten meiner Vorredner nur anschließen...und möchte Quärkla probieren! ==Pilz27

    Ich freue mich, dass es Euch gefallen hat und danke Euch allen für die lieben Worte!

    Quärkla ist nur echt im Fichtelgebirge, Grüni. ;) Einen Tipp habe ich ja bereits gegeben...

    Zu den Birkenpilzen direkt nach den Rotkappen: Man kann das alles (auch die Weißen, siehe Struktur der Stielschuppen) als "Leccinum cyaneobasileucum s.l." bezeichnen.

    Bei den Birkenpilzen bin ich voll bei Pablo. Die weiße Form von Leccinum cyaneobasileucum wächst auch hin und wieder bei mir in den Gebirgswäldern.

    Dein Leccinum "scabrum" und die weißen Birkenpilze sind beide Leccinum cyaneobasileucum (Graufilziger Birkenpilz). Typisch die fehlenden Stielschuppen.


    Ja, klar, wenn man sich die Stiele genau anschaut, eigentlich logisch. Vielen Dank euch Dreien, wird noch korrigiert.

    Und herzlich willkommen im Forum, Peter! Für einen Erstbeitrag ganz ordentlich! :D:D:D

    Eigentlich wollten wir ja mehr auf Kleinpilze schauen, aber die Menge der Großpilze ließ uns dafür kaum Zeit, zudem wollte ich ja Nobi die Cantharellula zeigen, die natürlich ganz abgelegen wächst.

    Nun stell Dir mal vor, mein lieber und bester Co-Autor, was wir noch alles hätten finden können, wenn diese kilometerlange Wanderung nicht gewesen wäre. ==Gnolm11

    Genau. Unvorstellbar! ;)


    Liebe Grüße und nochmals danke an alle.

    Nobi

    Was für ein toller und frostiger Beitrag, Claudia!

    Man sieht, dass unsere kleinen Lieblinge zu jeder Jahreszeit faszinierende Motive sein können.

    Anfang 2017 hatte ich mal einen ähnlichen Beitrag geschrieben.


    Der Rotrandige ist tatsächlich ein Prachtexemplar!:thumbup:

    Auch ich liebe ihn und muss ihn einfach hin und wieder fotografieren.

    Meinen liebsten Fund zeige ich Dir gern. Ist der nicht auch ein Wunderwerk der Natur?



    Liebe Grüße

    Nobi

    Mein absoluter Favorit ist die Kombination mit Putenkeulen (kann man ja auch sehr gut wie Gulasch zubereiten)...

    P.S.: Es eigenen sich Putenunter- oder -oberkeulen, nicht aber trockenes Putenfleisch.

    Das Problem ist, dass ich Pute nur abgepackt im Supermarkt bekomme.:(

    Pute verbinde ich immer mit Massentierhaltung (es gab hier einst einen "Putenhof" in unserer Nähe) - und das muss ich nicht haben.

    Nichtdestotrotz. Interessante Rezeptidee! ==Pilz27


    Liebe Grüße

    Nobi

    Hallo, liebe Pilzfreunde!


    Nachdem Ihr nun etwas Zeit hattet, Euch den vorherigen Beitrag in aller Ruhe zu Gemüte zu führen, möchte ich gern mit dem zweiten Teil meiner diesjährigen Impressionen aus dem Fichtelgebirge fortfahren. Ich hoffe, ihr habt wieder Platz vor euren Monitoren genommen und harrt gespannt der Dinge, die da folgen werden.


    Anknüpfend an Teil 1 möchte ich auch hier mit einem „Fliegenfoto“ starten, welches Matthias wieder wunderschön in Szene gesetzt hat.


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    Und nun freue ich mich, Euch unseren Überraschungsgast vorstellen zu können. Genau, den Schwammer-Dieter, der uns im Forum mit seinen Beiträgen seit Jahren begeistert und der uns zu unserer Freude auf unserer Tour zum Waldstein begleitete! ==12


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    Mittlerweile schreiben wir Freitag, den 04.10. und wir starteten wie erwartet in einem Höllentempo von mindestens einem Meter pro Minute. :D

    Kein Wunder, wenn es ständig was zu entdecken gibt, wie diese Sepiabraunen Adermooslinge (Arrhenia obscurata).


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    Irgendwann ging es dann doch weiter und wir erreichten den Weißenstädter See, an dessen Ufer sich viele bemooste Bäume befanden, die wir natürlich im wahrsten Sinne des Wortes „unter die Lupe“ nehmen mussten! Und wieder ging es im Schneckentempo auf der Stelle vorwärts. :snail: Während uns das „Hauptfeld“ enteilte, konnten wir einige nicht alltägliche Pilze an den moosigen Rinden aufspüren.

    Los ging es mit dem Flechtenparasiten Marchandiomyces aurantiacus, den ich schon lange suchte und nun endlich entdeckte! :)


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    Zwischen den Flechten und Moosen fielen uns winzige braunrote Helmlinge auf,


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    die sich als Rötliche Rindenhelmlinge (Mycena meliigena) zu erkennen gaben.


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    In unmittelbarer Nachbarschaft fanden wir mit dem Blauen Rindenhelmling (Mycena pseudocorticula) einen weiteren Vertreter dieser ökologisch interessanten Pilzgruppe.

    So schön wie Matthias hat die beiden "Zwerge" wohl noch niemand in Szene gesetzt!


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    Auch den weißlichen Ranzigen Rindenhelmling (Phloeomana minutula) konnten wir entdecken.


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    Und schließlich sogar noch den Bogenblättrigen Helmling (Mycena speirea).


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    Klasse. Vier Rindenhelmlinge in einem Biotop!

    Doch nun schnell der enteilten Truppe hinterher. Auf einer Wiese noch en passant die Rosa Graswatte (Laetisaria fuciformis) dokumentiert


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    und dann hurtig hinauf zum Waldstein-Gipfel!

    Haste gedacht! ==17

    Denn schon wieder gehen meine beiden Pilzfreunde ehrfurchtsvoll in die Hocke - und natürlich wiederum zurecht! ==3


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    An einem Totholzstamm wuchsen diese hübschen kleinen Braunen, die sich als Spitzhütige Häublinge (Galerina triscopa) entpuppten.


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    Sind sie nicht wunderschön!


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    Nicht weit davon entfernt konnten wir diese Körnigen Flockenschüpplinge (Flammulaster granulosus) entdecken


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    sowie an Ahorn-Blattstielen massenhaft Ockergelbe Stromabecherlinge (Lanzia luteovirescens)


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    Nachdem wir noch ein wenig „Kleinkram“ fotografieren mussten, wie u.a. die immer wieder sehenswerten Gestreiften Teuerlinge (Cyathus striatus)


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    oder den „Ohrlöffler“ (Auriscalpium vulgare)


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    erreichten wir abgeschlagen die Gaststätte auf dem Waldstein, wo wir bei diversen Getränken und kleinen Snacks, wie z.B. dieser deftigen Brotsuppe ==Pilz27


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    wieder Kräfte für den Rückweg sammelten, der uns neben der bizarren Herbstlorchel (Helvella crispa)


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    auch einige schöne Schleierlinge brachte, wie den hübschen Kupferroten Hautkopf (Cortinarius uliginosus)


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    oder den äußerst kompakten Violettrandigen Schleimkopf (Cortinarius balteatus),

    den meine Frau mit der Bemerkung „Hab‘ ich noch nie gesehen - ist das etwas Besonderes?“ aus einem dichten Gebüsch anbrachte.


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    Nach den schönen Funden liefen wir entspannt nach Weißenstadt zurück, wobei ich noch ein paar „Nichtpilze“ knipste wie diesen immer wieder schön anzusehenden Kokon des Spinnenfressers (Ero furcata).


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    Oder einige herbstliche Hagebutten


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    und diese Riesen-Preiselbeeren.


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    Das war es dann auch schon und ich freue mich, dass Ihr uns auf unserer kleinen Wanderung begleitet habt! ==12


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    Das war es natürlich noch nicht, denn an diesem an Highlights reichen Tag gibt es noch ein weiteres Highlight zu vermelden - einen Erstfund für uns drei!

    Was glaubt Ihr, warum wir hier sonst alle niederknien?


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    Ich mache an dieser Stelle mal Schluss, da Matthias das Rätsel sicher selbst gern auflösen möchte.==3


    Bleibt neugierig.

    Liebe Grüße vom Nobi

    OK, Cratie, da bin ich wohl einer Werbespammerin auf den Leim gegangen. :(

    Alle der bisherigen vier Beiträge von Julia enthalten kommerzielle links und sonst nichts wirklich wichtiges, wie ich soeben merkte..

    So etwas hat im Forum der "Pilzverrückten" tatsächlich nichts zu suchen!


    Nichtsdestotrotz ist die Rezeptesammlung von Alexander wirklich einmalig!:thumbup:


    Liebe Grüße

    Nobi

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    PS. Danke, Pablo!

    Passt mir gerade prima, das Musikprogramm.:) Da ich gerade alleine daheim bin, lass ich’s über die Anlage laufen und hab mir schon mal einen Whisky dazu eingeschenkt..

    Slàinte mhath!

    Und wie das past, Ralph!

    Hier mal das Cover seines zweiten Soloalbums.


    Hallo, liebe Pilzfreunde!


    Herbstzeit ist Fichtelgebirgszeit, zumindest für mich - und das schon seit gut 20 Jahren.

    Auf verwunschenen Pfaden durch die ausgedehnten Wälder streifen, sich an dem ein oder anderen Weiher eine Pause gönnen, hin und wieder einen Gipfelblick genießen und sich von der fränkischen Küche verwöhnen lassen - das ist Entspannung pur für Körper und Seele!

    Und dann gibt es ja noch unsere Lieblinge, die Pilze.


    Durch dieses wunderbare Hobby lernte ich Matthias kennen, der mich und meine Freunde nach 2015, 2016, 2017 und 2018 auch in diesem Jahr Anfang Oktober zu unserer Freude wieder bei zwei Touren begleitete. Davon möchte ich gern erzählen und Euch an unseren Erlebnissen teilhaben lassen. Da es nach dem trockenen „Katastrophensommer“ wider Erwarten noch einen tollen und artenreichen Pilzherbst gab, sind doch recht viele Bilder zustande gekommen, die ich trotz „Rotstift“ nicht alle in einen Beitrag packen konnte, deshalb die zwei Teile!

    Matthias hat mir dankenswerter Weise wieder erlaubt, einige seiner Bilder zu nutzen, die ich rechts unten mit einem kleinen © Matthias versehen habe.

    Und nun Vorhang auf.


    Verwunschene Wege, mal schmal…


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    mal breiter.


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    Die Fliegenpilze sorgten für leuchtende Farbtupfen, wohin man schaute.


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    Manchmal in Gelb


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    meist natürlich in ihrer angestammten Farbe.


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    Bleiben wir beim Rot und wechseln zu den Rotkappen.

    An einem bekannten Standort fanden wir unter Espen die Weißstielige oder Espen-Rotkappe (Leccinum leucopodium). Ich nenne sie einfach mal so. ;)


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    Birken-Rotkappen (Leccinum versipelle) gab es auch und das in nie dagewesener Menge!


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    Wo Rotkappen wachsen, sind Birkenpilze natürlich nicht weit!

    Ob Gemeine (Leccinum scabrum), ohne schwarze Stielschuppen wohl eher Graufilzige Birkenpilze (Leccinum cyaneobasileucum).

    Klingt gut. Danke Pablo, Jörg und Peter!:thumbup:


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    Vielverfärbende (Leccinum variicolor), die sich bereits durch ihre scheckigen Hüte verraten


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    oder Weiße, die übrigens nicht im Moor wuchsen, sondern in einem Hangwald (unter Birke, klar). Hat jemand eine Idee, auf welchen Namen die hören könnten?

    Ahhh. Ebenfalls Graufilzige Birkenpilze, weiße Variante (Leccinum cyaneobasileucum). Danke nochmals, ihr Drei!:thumbup:


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    Die weißen blieben im Wald stehen, von den anderen kamen die knackigsten ins Körbchen.


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    Die Wanderung durch den „Rotkappen- und Birkenpilzwald“ führte uns übrigens von Weißenstadt nach Grub, wo unser Ziel das Gasthaus Wunderlich war.

    Dort gab es mit den Quärkla eine regionale Spezialität zu verkosten.

    Und das am Ruhetag! Ein Anruf hatte genügt, dass uns dennoch die Tür geöffnet wurde! Gelebte Gastfreundschaft!


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    Hatten wir die Ausflüge bisher ohne Matthias gemacht, konnte ich ihn am 03.10. endlich zu einer gemeinsamen Runde begrüßen. Genau, am Tag der deutschen Einheit. Der „Wessi“ und der „Ossi“. Wie symbolträchtig. Meine liebe Frau und unsere Freunde wanderten den laaaaaangen Quellenweg, währende Matthias und ich eine kurze und intensive Runde ins Zeitelmoos bevorzugten. Nun kommen auch endlich die kleineren Pilz zu ihrem Recht. :D


    Niederliegender Schwindling (Rhizomarasmius setosus), ein häufiger, allerdings unscheinbarer Besiedler verrottender Buchenblätter mit auffällig behaartem Stiel.


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    Farblich ähnlich, ebenfalls mit behaartem Stiel, allerdings auf alten Blattstielen und weiteren verrottenden Pflanzenteilen wachsend ist das Rotstielige Fadenkeulchen (Typhula erythopus).


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    Dann zeigte mir Matthias einen kleinen Stein mit winzigen schwarzen Punkten. Was ist das denn?


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    Nun, es handelt sich hierbei um eine Flechte, die Kiesel-Porpidie (Porpidia crustulata). Hier erkennt man schön die kleinen Becherchen, also die Apothezien. Schon spannend, welche Lebensräume diese Zwerge zu besiedeln in der Lage sind.


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    Einige größere Ascomyceten fanden wir auch, wie diese Gallertkäppchen (Leotia lubrica)


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    oder die hübschen Hasen-Öhrlinge (Otidea leporina).


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    Sehr gefreut habe ich mich über die Grünspitzige Koralle (Ramaria apiculata), die ich vorher noch nie bewusst wahrgenommen hatte. :)


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    Und diesen Laubwald-Hörnling (Calocera cornea) fand ich so bizarr, dass ich ihn einfach fotografieren musste! Selten, dass man ihn so verzweigt antrifft.


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    Bleiben wir noch ein wenig am Holz und bewunderen diese prächtigen Schmetterlinge (Trametes versicolor)


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    sowie die nicht minder schönen Blauen Saftporlinge (Oligoporus caesius).


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    Auch die Babys des Dunklen Hallimasch (Armillaria ostoyae) fand ich äußerst fotogen und zeige sie Euch gern.


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    Diese jungen Moos-Schwefelköpfe (Hypholoma polytrichi) fielen durch ihre satte orangbraune Färbung auf.

    Die Art gehört zu den weniger bekannten der Gattung und ich habe sie bisher erst einige Male gefunden.


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    Kleine Blätterpilze gab es zuhauf, unmöglich sie alle zu zeigen, deshalb an dieser Stelle nur noch zwei von Matthias fotografierte.

    Weißmilchender Helmling (Mycena galopus).


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    Mousseron, Knoblauch-Schwindling (Mycetinis scorodonius).


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    Trivial, aber dennoch hübsch anzuschauen. Goldröhrling (Suillus grevillei).


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    Ein Highlight für mich und ein persönlicher Erstfund war der Rötende Wachstrichterling (Cantharellula umbonata), den mir Matthias an einer altbekannten Stelle zeigte.


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    Auf dem Rückweg zum Parkplatz trafen wir einen Pilzsammler, der sich beklagte, dass es heuer keine Steinpilze gäbe.

    Kurz darauf entdeckte Matthias einen Prachtburschen von Kiefern-Steinpilz (Boletus pinophilus), vor dem ich erstmal auf die Knie gehen musste.


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    Hier in seiner ganzen Schönheit.


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    Und hier sehen wir Matthias bei der Arbeit im „Tintlingsfeld“. Junge Schopfis gehören paniert und gebacken zu seinen kulinarischen Favoriten und von denen gab es noch so viele, dass es für eine ausgiebige Mahlzeit reichte!


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    Schließlich entdeckten wir direkt am Wegrand zu unserer großen Freude noch eine Gruppe wunderschöner Kiefern-Habichtspilze (Sarcodon squamosus).


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    Unmitelbar am Parkplatz fand ich schließlich noch diese braunen „UMOs“, die Matthias sofort als Leberbraune Ackerlinge (Agrocybe erebia) ansprach und die ich bisher nur von Bildern kannte. Ein weiterer Erstfund für mich!


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    Nachdem ich mich von Matthias für diesen Tag verabschiedet hatte, fuhr ich noch zum Fichtelsee, um die eingangs erwähnten Tageswanderer dort abzuholen und zurück zu unserer FeWo zu bringen. Der See lag da wie im Märchen!


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    Da ich noch ein wenig Zeit hatte, schaute ich an einigen wassernahen Erlenzweigen nach, ob nicht, wie dieses Jahr bereits in Mecklenburg, die Erlen-Narrentasche (Taphrina alni) zu finden war. Und tatsächlich konnte ich sie auch hier in ihrer ganzen Schönheit entdecken!


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    Ich denke, jetzt habt Ihr erstmal genug zu lesen und zu sehen bekommen, sodass ich mich bis zum Teil 2 des Beitrages von Euch verabschieden möchte. Dann können wir auch einen Überraschungsgast begrüßen!

    Zum Abschluss noch eine Bild vom Fichtelsee in der Abenddämmerung.


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    Liebe Grüße vom Nobi


    Und hier geht es zu Teil 2.

    Sehr schöne Live-Session von den guten alten Chigaco, Ralph!:thumbup:

    Ich hatte gestern auch mal wieder ein ganz großes Live-Erlebnis. Mark Lanegan, einst Sänger der (semi)legendären Screeming Trees, seit Jahren solistisch oder mit seiner Band unterwegs. Er spielte in einem kleinen aber feinen Club im Herzen der Dresdener Neustadt. Wie das etwa klang, könnt ihr bei der folgenden 4AD-Session hören. Unglaubliche Stimme, der Mann!


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    Als Vorband gab es mit den Membranes, Urgesteine des Postpunk, ein weiteres Insider-Schnäppchen!


    Liebe Grüße

    Nobi

    Eventuell hat Nobi dazu eine Idee?

    Nun, ich hatte das Thema "Indian Ink" wohl 2012 ins Dungpilzforum eingebracht und damit alle überrascht! ;)

    Die Idee, mit Schwarzer Tusche anzufärben, hatte ich von Nils Lundqvist.

    Negativreaktion, sozusagen. Alles färbt sich, außer die gelatinösen Anhängsel, um die es uns ja geht.

    Der Beitrag ist in den Tiefen des ursprünglichen Dungpilzforums verschollen. Mir fehlt die Zeit, ihn jetzt zu suchen.

    Doch noch gefunden. Antworten 237-242.

    Ralf antwortete wenig später, nachdem er das jetzige Dungiforum etabliert hatte, wie folgt.

    Mikroskopieren mit Tusche.

    Den "Tuschenreport" von Björn hat Florian ja bereits verlinkt.


    Ob es qualitative Unterschiede zwischen verschiedenen Tuschen gibt, vermag ich nicht zu sagen.

    Ich arbeite seit Jahren mit der gleichen.


    Liebe Grüße

    Nobi

    Danke für Deine Antwort, Ulla.

    Hast Du den Myxo exsikkiert? Es sind ja mehrere Fruchtkörper, da könnte man nochmal drüberschauen.

    Es waren leider nur wenige Fruchtkörper. Vier habe ich mitsamt etwas Substrat getrocknet.

    Würde ich Dir gern zuschicken, vielleicht geht ja noch was.

    Könntest Du mir nochmal Deine Adresse per PN senden?


    Liebe Grüße

    Nobi

    Hallo, Schleimpilzler,


    nach ca. drei Wochen fand ich auf kultiviertem Schafdung vom Ochsenkopf einen Myxo, den ich Euch gern zeigen möchte.

    Vielleicht kann man ihm ja trotz suboptimaler Bilder einen Namen, und wenn es auch nur ein cf-Name sein sollte, geben?


    Fruchtkörper um 0,5 mm, braunviolett, mit unscheinbarem Stielchen.




    Sporen nahezu kugelig, glatt oder feinstwarzig (schwer zu beurteilen), blass violett, um 10-12 µm, einige anormal und deutlich größer.




    Liebe Grüße vom Nobi

    Habe den Bericht der Nachexkursion soeben erst entdeckt, Harzi!

    Großartige Aufnahmen des Ascobolus; denn hätte ich zu unserer Tagung auch gern gefunden.

    Ich fand den vor über 30 Jahren letztmalig im feuchten Uferbereich einer mit Wasser gefüllten Tongrube.

    Heue steht da eine Tankstelle und der Ascobulus behnitziensis ist wohl aktuell aus Sachsen verschwunden. ==17


    Liebe Grüße

    Nobi