Einstieg in Bayerische Pilzkartierung

Es gibt 34 Antworten in diesem Thema, welches 831 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Tomentella.

  • Geschätzte Pilzgemeinde,

    Ich "kartiere" seit geraumer Zeit über iNaturalist meine Pilzfunde. Mal hochprofessionell, mal pragmatisch.

    Finden solche Daten irgendwie Einzug in die Bundesland-Artenlisten ohne mein weiteres zutun und wenn nicht, wie kann ich denn besser dazu beitragen?


    Ich weiß grob wie es in Sachsen läuft und hatte dort beruflich auch ein, zwei Programme in der Hand oder es vom lieben "climbingfreak" ❤️ erklärt bekommen. Aber wie es in meiner Heimat funktioniert, habe ich noch nicht herausgefunden.


    Freue mich auf Eure gute Beratung!

    Liebe Grüße

    Christina

  • Hallo Christina,


    die Gepflogenheiten sind von Bundesland zu Bundesland etwas unterschiedlich. Für Hessen werden die Daten mit "Forschungsqualität" (und stichprobenartiger Überprüfung) aus iNaturalist von mir in die Kartierung nach Pilze-Deutschland bzw. Rote-Liste-Zentrum übernommen. Da es mittlerweile ein schönes Datenübernahmetool gibt, gestaltet sich das relativ problemlos. Etliche andere Landeskoordinatoren machen das so, ob das alle machen weiß ich nicht. Ich weiß auch nicht wie Peter Karasch ( Feldmykologe) das für Bayern handhabt, da musst du ihn mal anfragen.


    Beste Grüße

    Harald

  • Hallo allerseits,


    der Feldmykologe war das letzte Mal am 29. Oktober 2025 hier aktiv. Ich hatte schon vor Jahren ein paar schöne Funde zu ihm per e-Mail gemeldet, z.B. den Semmelporling Albatrellus confluens am bayrischen Untermain zwischen Miltenberg und Aschaffenburg.


    Trotz Erinnerungs-Mail ist der bis heute nicht kartiert. Da habe ich die Lust verloren, weitere bemerkenswerte Funde (z.B. Tricholoma colossus und roseoacerbum, Phlegmacium brunneolividum - alles durch Pablo Alvarado bestätigt!) dorthin zu melden.


    Neben iNaturalist trage ich interessante und seltene Funde auch noch in die dänische Datenbank svampe.databasen.org ein, die auch für internationale Funde offen ist. Der große Vorteil dort: das Forum wird regelmäßig von Berufsmykologen wie z.B. Thomas Laessoee und Jacob Heilmann-Clausen besucht und die schauen sich interessante Funde, die ihnen von den Moderatoren gemeldet werden, tatsächlich selber an.


    Beste Grüße,


    Frank

  • Vielen Dank für die tollen Infos!

    Na dann bin ich ja mit iNaturalist schon mal nicht ganz falsch und wenn ich mal was besonders tolles habe, kann ich mich ja dann auch an besagter Stelle melden. Schon sehr spannend, wo Föderalismus sich so alles bemerklich macht. 😂

  • Hallo Christina,

    ich glaube, wir kennen uns über fb aus der Zeit in der ich im Altmühltal war. Wenn dem so ist, also wenn ich richtig liege, dann freue ich mich sehr, Dich auch hier im Forum zu treffen.


    Über die Pilzkartierung in Bayern hatten wir es hier in Nürnberg erst kürzlich. Dies ist in meinen Augen alles ziemlich chaotisch - sorry.

    Man kann z.B. über das Rote-Liste-Zentrum kartieren: Da werden die Daten von der DGFM zwar in das Rote-Liste-Zentrum übertragen, umgekehrt funktioniert dies allerdings nicht - ergo, diese einfach zu händelnde Möglichkeit scheidet leider aus.


    Dann gibt es noch Mykis: Ziemlich kompliziert wenn man nur gelegentlich kartiert und eingibt, aber für Dich vielleicht eine gute Möglichkeit. Schau Dir das einmal an, Stefan kann Dir da sicher weiterhelfen. Mir persönlich ist diese Möglichkeit zu umständlich, kompliziert.


    Ob die Daten von iNaturalist durch den bayerischen Koordinator (oder wem auch immer) an die DGFM weiter gegeben werden, haben wir noch nicht heraus gefunden. Eine PSV, mit der ich eben über dieses Thema gesprochen habe, will dies jetzt aber einmal testen / herausfinden.

    Ich persönlich teste dafür pilzkartierung.de/ - eine etwas in die Jahre gekommene Seite zu der es heißt: ...mit dem Vorteil, dass man seinen Fundpunkt gleich sieht. Die Daten von dort werden einmal jährlich nach Pilze-Deutschland übertragen. Eine gesonderte Meldung an den Landeskoordinator ist hierbei nicht nötig.


    Tja, und was die direkte Meldung an den bayerischen Landeskoordinator angeht, da habe ich ähnlich Erfahrungen gemacht wie oben beschrieben, allerdings ist dies schon viele Jahre her - wer weiß, was damals der Grund war.


    Liebe Grüße


    Maria

  • Hallo in die Runde,


    Wir hatten vor einigen Wochen einen Vortrag von Bernhard Otto zu dem Thema. So wie ich das verstanden hatte, werden Funde aus möglichst vielen Quellen in die Datenbanken der DGfM übernommen, es also ganz egal sein sollte, ob man über iNaturalist (oder einigen anderen Apps) pilzkartierung.de oder klassisch über Mykis kartiert - ob das allerdings schon so umgesetzt oder das Fernziel ist, kann ich nicht sagen.


    Hin und wieder hatte ich Funde bei pilzkartierung.de eingetragen und meine sie einige Zeit später auf pilze-deutschlands wiederentdeckt zu haben.


    Viele Grüße

    Michael

  • Hallo Michael,


    nachdem ich mich eben erst kürzlich mit dem Thema etwas beschäftigt habe, schreibe ich einmal wie ich dies alles verstanden habe.


    Ich glaube, dies ist ein Ziel und man ist da erst auf dem Weg - es funktioniert aber noch nicht überall / nicht wirklich.


    Dann scheint es Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern zu geben und dies scheint mir, zumindest ein Stück weit, vom jeweiligen Landeskoordinator abhänig zu sein. Wenn ich dies richtig verstanden habe, muss der Landeskoordinator die Daten der diversen "Datenbanken" an Pilze Deutschland weiter leiten (und dabei optimalerweise sichten). Ob und wie oft dies geschieht scheint unterschiedlich zu sein. Die bisher einzige "Datenbank" die anscheinend direkt an Pilze-Deutschland überträgt ist wohl pilzkartierung.de. (was mir da nicht gefällt ist, dass die Funde anscheinend nicht wirklich geprüft werden).

    So, ich hoffe jetzt, dass ich dies alles richtig verstanden habe und bitte um Korrektur falls nicht.


    Liebe Grüße


    Maria

  • Die bisher einzige "Datenbank" die anscheinend direkt an Pilze-Deutschland überträgt ist wohl pilzkartierung.de. (was mir da nicht gefällt ist, dass die Funde anscheinend nicht wirklich geprüft werden).

    Hallo Maria,

    es wird da wohl schon manchmal geprüft, hatte 2025 ein paar Funde aus dem bayerischen Odenwald eingegeben und hatte bei der MTB-Eingabe einen Tipfehler gemacht so das es dann ein "Hessischer Fundpunkt" geworden wäre. Da hatte mich der Zuehli als hessischer LK angemailt und nachgefragt,

    viele Grüsse

    Matthias

  • Zur Prüfung bzw. Verifizierung der Funde ist zu sagen, dass das aufgrund der Datenmengen nicht immer bis ins Detail zu leisten ist.

    Bspw. hatte ich für 2024 die Daten aus Naturgucker/Pilzgucker.de extrahiert bekommen. Das waren ca. 11000 Funddaten und das soll man alles prüfen, da sitzt man im Grunde monatelang drüber. Man macht halt stichprobenartige Kontrollen und im vorliegenden Fall sind dann auch mehr als 4000 Datensätze rausgeflogen.

    Manchmal ist es ein wenig mühselig...


    Beste Grüße

    Harald

  • Da frage ich mich ehrlich gesagt, wie dies funktionieren soll. Also man/jeder soll wohl überall kartieren können und diese Daten sollen dann alle geprüft und übertragen werden? Etwas überspitzt ausgedrückt, ich weiß, aber in die Richtung soll es ja anscheinend gehen, was vom Prinzip her ja nicht schlecht ist.


    Nur ihr arbeitet doch alle ehrenamtlich und dies noch neben Beruf, Familie und Co. Wie soll dies denn funktionieren?


    Und wenn ich mir alleine hier zum Teil die Bestimmungsvorschläge ansehe - die landen dann "alle" in der Kartierung? Mmmh - ich denke ein ziemlich schwieriges und komplexes Thema und ich ziehe vor euch Koordinatoren den Hut! ==Pilz24


    Liebe Grüße


    Maria

  • Hallo miteinander!


    Also – ich habe z.B. 5 Funde von Bactridium flavum im MTB 7625 zwischen 2013 und 2022 bei pilzkartierung.de eingetragen, die kann man dort auch sehen. Sie sind aber nie in pilze-deutschland angekommen. Auf Rückfrage sagte man mir, meine Meldungen müssten vom DGfM-Landeskoordinator für pilze-deutschland freigegeben werden. Anfangs war das Karl Keck, der mich gut gekannt hat und wußte, dass die Bestimmung korrekt war – trotzdem wurden meine Fundmeldungen nicht übertragen. Nach dem Ausscheiden von Karl war Flavius Popa zuständig, wir kennen uns nicht, ich wurde nicht (per Mail) kontaktiert, und es wurden auch keine Meldungen von mir übertragen. Inzwischen ist mir das echt zu blöd, da noch weiter hinterher zu laufen. Dann eben nicht...

    Es wundert mich, dass Deine (Michael) Meldungen so problemlos übertragen wurden, obwohl Du ja "im Verhältnis" noch nicht so lange mykoaktiv bist und auch keinen der DGfM-Titel (z.B. PSV) inne hast. Oder muss man vielleicht DGfM-Mitglied sein?


    An der pilze-deutschland-Kartieung vermisse ich weitergehende Angaben wie sie z.B. die mykologischen Datenbanken Österreichs, der Schweiz oder Frankreichs bieten, teils auch mit Fotos der kartierten Funde. Oder in der pilzkartierung.de kann man ein MTB eingeben und bekommt eine nach Artnamen alphbetisch geordnete Tabelle mit allen Meldungen sowie spezifischen Fundangaben + einen Kartenausschnitt des Gebiets.


    Mykis kann ich auch nicht verwenden, weil es nur mit MicroSoft läuft, und letzteres kommt mir nicht auf den Rechner. iNaturalist läuft m.W. über US-amerikanische Server, dort gibt es nur schlechten Datenschutz – wer weiß, was mit meinen Daten und Fotos passiert, wo die überall landen, wer oder was damit trainiert wird. Abgesehen davon sind Einträge rein nach KI-Bestimmungen m.E. nicht zielführend, und sogar die sogenannte Forschungsqualität ist öfters nicht wirklich befriedigend. Also dokumentiere ich meine Funde erstmal und weiterhin nur für mich – immer mit Fotos + ggf. auch die Mikro-Fotos + teilw. mit zusätzlichen Notizen/Zeichnungen. Wenn es irgendwann mal ein gutes Tool und ein zuverlässiges Kartierungsportal gibt, sehen wir weiter.


    Viele Grüße – Rika

  • Hallo zusammen,


    man muß weder einen DGfM-Titel haben noch muß man Mitglied in der DGfM sein. Ich bin weder das eine noch habe ich das andere, aber es gibt trotzdem mittlerweile 11909 Fundmeldungen bei Pilze-Deutschland von mir. Dabei habe ich nach Rücksprache mit meinem Landeskoordinator mittlerweile den Workflow, daß ich meine Funde in eine Tabelle eingebe, die ich von ihm mal bekommen habe. Da gibt es als Spalten alles, was man auch bei Mykis eingeben kann (kommt für mich als Linux-Nutzer auch nicht in Frage). Die Tabelle schicke ich dann zweimal im Jahr an den Landeskoordinator, der die Daten dann relativ unkompliziert in Mykis importieren kann.


    Ich denke, daß es an dieser Stelle wichtig ist, mit seinem Landeskoordinator zu sprechen und nicht nur zu sagen: Ich hab Pilz X 5 mal kartiert, aber er taucht nicht auf. Fragt nach, warum er nicht auftaucht, dann bekommt man eine Antwort und kann das Problem lösen.


    Zur Datenqualität bei iNaturalist kann ich auch nur sagen, daß die z.T. unterirdisch ist. Ich habe neulich im Kontext der Roten Liste der Ascomyceten mal alle deutschen Funde von Ramularia rubella, die Research Grade Status haben, ausgeben lassen. Das waren 60 Stück. Ich habe dann stichprobenhaft die ersten 10 Beobachtungen angeschaut. Keiner der Funde zeigt auch nur einen Pilzrasen auf den Blattflecken, geschweige denn ist mikroskopiert worden. Aber RG ist es trotzdem, weil es dafür ja nur 2 Leute braucht, die (keine Ahnung haben und) sich einige sind.


    Björn

  • Hm, ich wollte gerade nochmal prüfen, aber pilze-deutschland.de ist für mich aktuell nicht zu erreichen - der Server gibt mir nur ungültige Antworten...

    Und ja, es stimmt, dass ich noch nicht so lange aktiv bin und auch keinen Titel habe. Bei pilzkartierung.de kariert man aber ja so oder so faktisch anonym- selbst wenn man seinen Realnamen angibt, kontrolliert doch niemand, on man auch derjenige ist, der man vorgibt, zu sein?


    Viele Grüße

    Michael

  • Hallo in die Runde,


    seit https://nabu-naturgucker-akade…lrepositorygui&ref_id=859

    Lüders Pilzkurse 1 und 2 anbietet, wird das Meldeportal eifrig beworben, um einen umfangreichen Datenfundus zu erzielen.

    Man kann sich dort bei Unsicherheit auch eine VALIDIERUNG ERFRAGEN:
    Also gute Begleitung zur Datenqualität und zum Lernen.

    Auch der Waldkurs dort von Patrick Kuss läuft auf Kartierung hinaus.

    Der Kurs Pilze2 Aufbauwissen wird meines Wissens auch von der DGfM empfohlen als Vorbereitung/Voraussetzung /als Modul für die PSV-Prüfung.


    Mein Lieblingsportal ist das holländische observation.org, dort werden länderübergreifend Daten gesammelt und teilweise gut validiert.

    Die spanischen Validatoren sind recht fleißig, auch bei den Heuschrecken kriege ich tagesgenau grüne Häkchen, gelegentlich werden bei Zweifelsfragen auch blaue Obervalidatoren hinzugezogen.

    Bei den Pilzbeobachtungen in Deutschland werden meist nur Allerweltspilze aus meiner Liste abgehakt (gestern der Goldgelbe Zuitterling), bei Scutinellia spec. muß ich leider bleiben, da mir dort niemand weiterhilft, wenn ich meine einen unsicheren Pulvinula convexella und einen Scutinellia kerguenlensis laut KI und Winkler gefunden zu haben.


    Bei den deutschen Rostpilzen ist das anders, da ist Bjoern Sothmann zeitnah und fleißig. Danke!


    Was mir bei https://observation.org/ gefällt wie die KI im Laufe der letzten 2 Jahre präziser wurde und die Zugänglichkeit zu meinen eigenen Archiven ist sehr effizient.

    Was aus meinen täglichen Meldungen wird weiß ich nicht.

    Bei den Libellen wurde ich schon mal von der SGL (Schutzgemeinschaft Libellen Baden-Württembergs9 angefragt, wegen Plausibilitätsprüfung und Nachbeobachtunsort.


    Zu Käfern erhielt ich mal eine Anfrage aus einem Forschungsprojekt für Bildrechte.

    Ich fühle mich dort momentan gut aufgehoben.

    Vielleicht holt sich der BaWü DGfM Koordinator meine Daten, wenn sie ihm interessant erscheinen.

    Momentan bin ich noch fleißig am Dazulernen und freue mich, wenn ich ab und zu auch hier etwas anfragen darf zur Vertiefung und Abklärung.


    In Zukunft werden wohl Datenqualität und Effizienz einen Quantensprung machen und unser "Kartierungsversuch" mit punktgenauen Meldungen und mit Belegfotos hilft evt auch dem Naturschutz.


    Mit zuversichtlichen Grüßen, inge

  • Hm, ich wollte gerade nochmal prüfen, aber pilze-deutschland.de ist für mich aktuell nicht zu erreichen - der Server gibt mir nur ungültige Antworten...

    Und ja, es stimmt, dass ich noch nicht so lange aktiv bin und auch keinen Titel habe. Bei pilzkartierung.de kariert man aber ja so oder so faktisch anonym- selbst wenn man seinen Realnamen angibt, kontrolliert doch niemand, on man auch derjenige ist, der man vorgibt, zu sein?


    Viele Grüße

    Michael

    Hallo Michael,


    ich hatte gerade ein richtig gutes und interessantes Gespräch mit dem Betreiber der Pilzkartierung.de. Für mich auch neu - aber die Kartierungseingaben werden auch dort geprüft, und zwar vom jeweiligen Landeskoordinator. Und der kann dann bei Pilzkartierung.de nachfragen, wer hinter einem Kürzel-Namen steckt - völlig anonym ist dies jedenfalls nicht. Und wenn ich ehrlich bin, dies beruhigt mich und ich finde es auch gut so.

    Liebe Grüße


    Maria

  • Hallo zusammen,


    Zitat

    ich hatte gerade ein richtig gutes und interessantes Gespräch mit dem Betreiber der Pilzkartierung.de. Für mich auch neu - aber die Kartierungseingaben werden auch dort geprüft, und zwar vom jeweiligen Landeskoordinator. Und der kann dann bei Pilzkartierung.de nachfragen, wer hinter einem Kürzel-Namen steckt - völlig anonym ist dies jedenfalls nicht. Und wenn ich ehrlich bin, dies beruhigt mich und ich finde es auch gut so.

    Und woher weiß der Betreiber von Pilzkartierung.de, wer hinter einem Namen steht? Man wird dort ja kaum seinen Personalausweis bei der Registrierung vorzeigen müssen.


    Zitat

    Mein Lieblingsportal ist das holländische observation.org, dort werden länderübergreifend Daten gesammelt und teilweise gut validiert.

    Die spanischen Validatoren sind recht fleißig, auch bei den Heuschrecken kriege ich tagesgenau grüne Häkchen, gelegentlich werden bei Zweifelsfragen auch blaue Obervalidatoren hinzugezogen.

    Bei den Pilzbeobachtungen in Deutschland werden meist nur Allerweltspilze aus meiner Liste abgehakt (gestern der Goldgelbe Zuitterling), bei Scutinellia spec. muß ich leider bleiben, da mir dort niemand weiterhilft, wenn ich meine einen unsicheren Pulvinula convexella und einen Scutinellia kerguenlensis laut KI und Winkler gefunden zu haben.


    Bei den deutschen Rostpilzen ist das anders, da ist Bjoern Sothmann zeitnah und fleißig. Danke!

    Was die Pilzvalidierung bei Obs angeht, spielen zwei Faktoren rein. Zum einen gibt es mit Peter Eenshuistra und mir eigentlich nur zwei aktiven PIlzvalidatoren. Wenn jetzt im Herbst zur Hochsaison jeden Tag mehrere Tausend Pilzbeobachtungen hochgeladen werden, haben wir also nicht einmal die Möglichkeit uns jede Beobachtung auch nur anzuschauen, geschweige denn sie zu validieren. Der andere Faktor ist, daß abgesehen von Allerweltsarten das meiste eben nicht nur anhand eines Fotos bestimmt werden kann. Wer also seine Funde nicht mikroskopiert, kann entsprechend nicht damit rechnen, daß ihm Scutellinias validiert werden.


    Obervalidatoren gibt es übrigens nicht. Entweder man ist Validator oder man ist keiner. Grüne Haken bedeuten, daß ein Validator den Fund akzeptiert hat. Blaue Haken bedeuten, daß ein Fund dem Validator als plausibel erscheint, auch wenn eine Bestimmung nicht 100% sicher ist. Graue Haken sind die automatische Validierung, die ist bei PIlzen aber so weit es geht nicht aktiviert.


    Zitat

    In Zukunft werden wohl Datenqualität und Effizienz einen Quantensprung machen und unser "Kartierungsversuch" mit punktgenauen Meldungen und mit Belegfotos hilft evt auch dem Naturschutz.

    Als Physiker möchte ich darauf hinweisen, daß ein Quantensprung der kleinstmögliche Sprung ist. Davon abgesehen, kann ich bei Obs aber in der Datenqualität keine Sprünge nach oben erkennen, sondern wenn dann nur nach unten. Durch die ganzen Bioblitze wird der Fokus ja auf Quantität statt Qualität gelegt und entsprechend hat man dann am Ende hunderte Fotos anhand derer man nicht mal die Pilzgattung sicher bestimmen kann.


    Björn

  • Hi.


    Ist nicht die Mushpits App eine relativ einfache Kartierungsoption? Ist ja ähnlich wie iNaturalist, aber nur für Pilze und die Daten sollen wohl in die Kartierung übernommen werden.

    Auf iNat sind natürlich immer mal wieder falsch bestimmte Funde dabei, aber ganz ehrlich in der klassischen Kartierung kann ja auch jeder alles eingeben und man hat häufig gar keine Validierungsmöglichkeit...


    LG.

    Posts sind nicht als Essensfreigabe zu verstehen. :-]
    93 Chibs - APR-Gebühr 2024 = 83 Chibs

  • Hallo Schupfi,


    ich sehe schon einen Unterschied zwischen Fehlern, die jedem mal passieren und die entsprechend auch in der klassischen Kartierung auftreten und den Problemen mit iNaturalist, wo gerade bei Nischenthemen wie anamorphen Ascomyceten auf Deutsch gesagt zwei Dumme reichen um einen Fund in die Kartierung zu bringen und keiner merkts.


    Björn

  • Hallo,


    ich versuche einmal auf den Punkt zurück zu kommen :)

    Pilzkartierung ist wichtig und sinnvoll - ich denke, da sind wir uns alle einig.

    Eine gute und abgesicherte Pilzkartierung ist derzeit mehr als schwierig. Ich denke, da besteht auch weitgehend Konsenz.

    Die Möglichkeiten der Pilzkartierung sind derzeit sehr vielfältig und in meinen Augen äußerst difus und verwirrend.

    Die DGFM versucht anscheinend die Kartierung voranzubringen, vielleicht ein wenig zu koordinieren, und beauftragt anscheinend die Landeskoordinatoren mit der Qualitätskontrolle.
    Die Landeskoordinatoren erhalten anscheinend nun eine Fülle von Kartierungen, kennen in der Regel wohl den Eingebenden und dessen Kenntnisse nicht, und sollen nun überprüfen.
    Ob, wann und wie die Landeskoordinatoren dem allem nachgehen wissen wir nicht. (Von zweien weiß ich, dass sie dem sehr ernst- und gewissenhaft nachgehen soweit es eben in ihrem Möglichkeiten liegt.)

    Für mich stellen sich hier nun eigentlich ganz andere Fragen, zum Beispiel, wie wir "Eingebenden" die Landeskoordinatoren bei ihrer immensen Arbeit unterstützen können!

    Liebe Landeskoordinatoren - bitte äußert Euch wie wir Euch unterstützen können! Was können wir tun um Euch zu unterstützen.


    Liebe Grüße


    Maria

  • Beitrag von Maria ()

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  • Als Physiker möchte ich darauf hinweisen, daß ein Quantensprung der kleinstmögliche Sprung ist. Davon abgesehen, kann ich bei Obs aber in der Datenqualität keine Sprünge nach oben erkennen, sondern wenn dann nur nach unten. Durch die ganzen Bioblitze wird der Fokus ja auf Quantität statt Qualität gelegt und entsprechend hat man dann am Ende hunderte Fotos anhand derer man nicht mal die Pilzgattung sicher bestimmen kann.


    Björn

    Leider muss ich hier Björn vollkommen recht geben.


    Die vielfältigen Möglichkeiten der Kartierung, deren Unmengen an Daten dann irgendwann (wann auch immer oder auch nur vielleicht...?) zusammenfließen sollen, sind in meinen Augen mehr als verwirrend.

    Die Landeskoordinatoren können alle diese Daten gar nicht validieren. Wie soll das möglich sein?

    Sie kennen die eine oder andere ihnen vertrauenswürdig erscheinende Person, kennen aber nicht deren Wissensstand in alllen Gattungen.

    Bei allen anderen Personen läuft es dann stichprobenartig (mehr geht doch gar nicht!) auf "glaubwürdig - weil den Fliegenpilz wohl jeder kennt" oder "nicht glaubwürdig - weil die Meldung Kahler Krempling sicher nicht valid auf Artebene mikroskopisch geklärt wurde" hinaus.


    Der eingeschlagene Weg der Kartierung läuft leider in Richtung "Masse" an Daten. Traurig, dass die Qualität - und damit die Aussagekraft dieser Daten - immer weniger werden wird.


    Ich vermisse ein schlüssiges Konzept (der DGfM), das die Qualität der Daten sicher stellt.


    Gruß

    Peter

  • Rein theoretisch Stelle ich mir auch ein Primat von Weiterbildung vor ,Nachlaufen und Zeit sparen vor. In der Praxis bleibt mEn ein ziemlich unberechenbar es Gemisch von Zweifelhaftigkeiten und große Schwierigkeiten, einheitliche Standards durchzusetzen, so dass oft ein etwas elitären Eindruck der Eingeweihten entstehen wird. Die können aber auch einem ganz falschen Gleis unterwegs sein. Gemeinsame Anstrengungen bringen oft schnellere und gründlicher Ergebnisse.

  • Rein theoretisch Stelle ich mir auch ein Primat von Weiterbildung vor ,Nachlaufen und Zeit sparen vor. In der Praxis bleibt mEn ein ziemlich unberechenbar es Gemisch von Zweifelhaftigkeiten und große Schwierigkeiten, einheitliche Standards durchzusetzen, so dass oft ein etwas elitären Eindruck der Eingeweihten entstehen wird. Die können aber auch einem ganz falschen Gleis unterwegs sein. Gemeinsame Anstrengungen bringen oft schnellere und gründlicher Ergebnisse.

    äh - ???