Beiträge von UmUlmHerum

    Hallo Harald & Björn!


    Merci für Eure Anmerkungen!


    ––> Also ist die Konzentration nicht wirklich festgelegt. ––> Nun, mein Plan ist: Ich werde die Mischung unmittelbar vor dem Weggehen herstellen, in eine 1-ml-Einwegspritze füllen, und zu meinen derzeitigen (wirklich zahlreichen) Austernbänken mitnehmen ––> dann jeweils den SV-Test vor Ort durchführen + Doku-Foto dazu. So werde ich jedenfalls für alle Frk. die gleiche Konzentration verwendet haben, und 2-3 Std. sollte sich das SV schon halten!?*) Da es dort auch jede Menge angetrocknete bzw. trockene Frk. gibt, wäre dies auch interessant.

    *) Sollte sich die Wirksamkeit des SV während der Tour abschwächen, würde ich das ja ggf. an einer veränderten (auch abgeschwächten)? Farbreaktion sehen.


    Aber ich habe gerade keine Zeit, 30...40 Proben auch noch mikroskopisch zu überprüfen. Jetzt schau ich mal, ob sich diese (zarteren) weißen Exemplare durchgehend von den graubraunen durch SV unterscheiden lassen. Dann sehen wir weiter...


    Viele Grüße – Rika

    Hallo Emil,


    Deine Einwände sind nachvollziehbar und verständlich.

    Ich habe nicht mikroskopiert, sondern nur mal zwei Büschel ausgewählt, die sich farblich stark unterschieden – praxisnah im Feld sozusagen.

    Die Frk. waren am Montag, als ich sie "geerntet" und am Abend einem Vereinskollegen zum SV-Test übergeben hatte, im ± gleichen Zustand, was die Feuchte betraf.

    Wie man jedenfalls sehen kann,

    ...

    Nach meiner Erfahrung lassen die sich immer noch mit der Sulfovanillin-Reaktion (weinrote Färbung) auseinander halten, die bei ostreatus deutlich ausfällt und bei pulmonarius garnicht bis schwach.

    ...

    hat sich Haralds Aussage bei unserem aktuelle Test mit angetrockneten Frk. bestätigt. Andreas' G. Vorbehalte gegenüber (sehr) nassen Frk. ist bestimmt auch richtig.


    Nachdem immer noch eine Menge "Sommeraustern" wachsen, plane ich, SV in einer kleinen Einwegspritze mitzunehmen und vor Ort Massentestungen durchzuführen.


    Für mich stellt sich noch die Frage, in welcher Konzentration man das SV anmischen sollte? Ich habe Schwefelsäure 65% + die Vanillin-Kristalle. Dörfelt schreibt für mikr. Studien 1 g "Valinin" (Schreibfehler) mit 10 ml 75%iger Schwefelsäure – ich habe keine Feinwaage! Die Konzentration könnte ja auch eine Rolle bei der Reaktion spielen. Was meint Ihr?


    Viele Grüße – Rika

    Guten Abend zusammen!


    Liebe Kristin, verzeih' bitte, wenn ich (noch mal) in Deine Frage reingrätsche.

    Aber zuerst schnell noch eine kurze Antwort zu Deiner Frage: (1) Die "Engelsohren" Pleurocybella porrigena wachsen auf Nadelholz – Austern können das zwar auch, aber das kommt nur sehr selten vor, die Frk. sind dort i.d.R. nur vereinzelt und klein; ich habe Austern auf Fichte zwar schon einige Male gesehen, sie waren immer grau/graubraun, nie rein weiß. (2) Die "Engelsohren" haben keinen Stiel – man kann sie am ehesten mit jungen Stümmelfüßchen (Gattung Crepidotus) verwechseln, aber letztere haben braunes Sporenpulver. Recht informativ ist die Seite von Wikipedia hierzu: https://de.wikipedia.org/wiki/…6rmiger_Wei%C3%9Fseitling


    Nun wieder zu den "Sommeraustern":


    Wir haben inzwischen verschiedene "Sommeraustern" mit Sulfovanillin getestet: Die Fruchtkörper waren schon 3 Tage gelegen und daher ein wenig angetrocknet. Die Sulfovanillin-Reaktion war überaus deutlich:



    Damit können wir bestätigen, dass dieser Test auf leicht angetrockneten Fruchtkörper sehr gut funktioniert! Vermutlich ist das im Moment die einzig sichere und schnelle Methode, um die beiden Arten zu unterscheiden. Die Frk. dürfen anscheinend nicht wässrig sein – das macht ja auch Sinn wg. Verdünnung. Und nun ist mir, die diese Frk. gesammelt hat, auch bewußt, dass auf dem gleichen Substrat (hier von liegender Buche) sowohl Pleurotus ostreatus als auch P. pulmonarius gleichzeitig fruktifizieren können! Inwieweit Zuchtaustern-Gene hybridisiert sind, wissen wir natürlich weiterhin nicht...


    Dank für die spannende Diskussion!


    Viele Grüße – Rika

    Lieber Stefan,


    ganz herzlichen Dank für Deine Links! Genau so was habe ich gesucht!


    Jetzt habe ich den Zweiten (IMA Fungus 2020, The saprotrophic Pleurotus ostreatus species complex) mal quer gelesen – das ist wirklich erhellend!

    Ein kurzes Fazit: P. ostreatus und P. pulmonarius sind genetisch wirklich "weit" von einander entfernt. Und es gibt eine Erklärung, warum sie morphologisch so schwer zu unterscheiden sind – ich zitiere aus einer online-Übersetzung (die Unterstreichungen sind von mir):

    Zitat

    ... Die Abgrenzung der Arten gestaltete sich jedoch aufgrund phänotypischer Plastizität und morphologischer Stasis [Zeitraum ohne Veränderung] lange problematisch.


    ... Es wurde bereits vermutet, dass sich die nordamerikanische Population von P. pulmonarius in Morphologie, Paarungsverhalten und anderen Merkmalen von der europäischen Population unterscheidet (Petersen und Hughes 1993; Vilgalys et al. 1993), was durch unsere Daten bestätigt wurde.


    ... Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich die DNA-Sequenzen in diesen phylogenetischen Arten schneller entwickelt haben könnten als die morphologischen Merkmale. Diese Taxa könnten relativ jung sein und hatten daher möglicherweise nicht genügend Zeit, um morphologische Divergenzen zu entwickeln

    Eine gute Nacht & viel Regen wünscht – Rika

    Hallo miteinander!


    Hat vielleicht jemand eine zugängliche Veröffentlichung zur genetischen Untersuchung der beiden(?) Arten? Ich würde mich sehr dafür interessieren, andere hier Forum vermutlich auch.


    Viele Grüße – Rika

    Hallo zusammen!


    Ich habe mir gerade mal den Link zum Pl.-pulmonarius-Portrait angesehen ... und kann mich dem letzten Beitrag von Boern nur anschließen, Zitat:

    Viele Grüße – Rika

    Hallo Harald,


    wie unterscheidest Du die Sommeraustern von den Lungenseitlingen?


    Die Huthaut-Dicke-Geschichte glaube ich ehrlich gesagt nicht wirklich, habe bei etlichen – (anfangs) komplett weißen sowie grauen/graubraunen – Funden nachgemessen, ohne wirklich eindeutige Unterschiede erkennen zu können. Meine Theorie ist, dass im Winter wachsende Austern generell festere Strukturen ausbilden (Huthaut ebenso wie Trama), Winterfell sozusagen.

    Mehr Gilben und stärkeren Anisgeruch finde ich auch nicht überzeugend.


    Es soll ja genetische Unterschiede geben – wie belastbar sind die?

    Was ist mit der Theorie, dass die derzeitigen "Sommeraustern" Hybride von Pleurotus ostreatus mit bzw. entfleuchte amerikanischen(?) Zuchtaustern (welches Taxon???) seien und daher keinen Kälteimpuls mehr brauchen.


    Viele Grüße – Rika

    Hallo miteinander!


    Ganoderma resinaceum gehört in den G.-lucidum-Komplex! Sie hat – wie alle Arten in diesem Komplex – eine schmelzbare Wachsschicht auf der Hutoberfläche ... die man polieren kann = glänzend/leuchtend. Ich habe G. resinaceum nun schon zweimal auf beschädigter, lebender Eiche gefunden, über mehrere Wochen das Wachstum dokumentiert, mikroskopiert und kenne diese Art daher recht gut – so dickfleischig mit riesigem Zuwachsrand gibt es das weder bei G. lucidum s.str. noch bei carnosum (eh sicher nicht auf Eiche!) und auch nicht bei G. tsugae oder G. valsiacum. Mit den beiden Letzteren beschäftige ich mich nun schon im zweiten Jahr (im August ein weiterer Fund) auf Douglasienstumpf – kommt demnächst zum Sequenzieren. Schrumz wird sicher keinen Stiel finden. Übrigens kann auch G. valesiacum – was auch immer das genau ist (von der es bisher nur ITS gibt, was zur Artbestimmung nicht ausreicht; in A und CH werden "Glänzende" Lackporlinge, die auf Lärche wachsen, als G. valesiacum bezeichnet) ohne Stiel auskommem.


    Viele Grüße – RIka

    Hallo Schrumz,


    Deine Nummer 17 dürfte der Harzige Lackporling (Ganoderma resinaceum) sein. Er wächst typischerweise im unteren Stammbereich von Eichen und ist so wulstig dick. Die Huthaut lässt sich mit dem Feuerzeug schmelzen (wenn der Frk. alt genug ist).


    Viele Grüße – Rika

    Hallo Claudia,


    wenn Du Deinen Phlox morgens fotografierst, liegt er im Schatten und die Sonne steht noch tief = die Blaufarben. Im direkten Sonnenlicht wird es alles Rot. Vergleiche mal das Blattgrün vom Phlox und dem Efeu im Hintergrund. Die unterschiedliche Farbwirkung hat aber wohl auch was mit den Phloxblüten selbst zu tun, der Sonnenhut "verfärbt" sich zwischen Schatten und Sonnenlicht nicht so stark – hat aber auch nicht so eine glatte Blütenoberfläche.


    Ich habe mal bei Deinen beiden ersten Bildern an den Farben gedreht, links Deine Originale, rechts meine Bearbeitung. Nun sieht der Farbunterschied schon lange nicht mehr zu krass aus. Du könntest mal eine Blüte abschneiden und im Haus in die Vase stellen – ich möchte fast wetten, dass sich dann die Farbe (bei gleicher Beleuchtung) über den Tag nicht ändert.


    Viele Grüße – Rika


    Hallo Chris,


    was sollte gegen Entomophthora muscae (= Entomophthora schizophorae) sprechen? Dies ist anscheinend die einzige Art, die unsere Stubenfliegen befällt.

    Wenn Du Dich mit dieser Gattung näher beschäftigen möchtest, dann schau hier rein (kann auch als PDF runtergeladen werden): "Genomic Determinants of Entomopathogenic Fungi and Their Involvement in Pathogenesis" https://link.springer.com/article/10.1186/s43008-021-00084-w

    Hieraus ein Link zur Table 1 "Recognized Entomophthora species": https://link.springer.com/arti…3008-021-00084-w/tables/1


    Viele Grüße – Rika

    Hallo Sigisagi,


    ich sehe nichts, was bei Deinem ersten Fund gegen das Schweinsohr Gomphus clavatus spricht – im Alter sind die nicht mehr lila, siehe z.B. https://de.wikipedia.org/wiki/Schweinsohr_(Pilz).

    Bei Deinem zweiten Fund handelt es sich um die Elastische Lorchel Helvella elastica – die habe ich auch gerade in meinem Wäldern.


    Was ich allerdings nicht verstehe, ist Dein Aussage, dass Du auf Reizker aus bist und die erst noch kommen?? In welcher Klimazone dieser Erde gehst Du in den Wald, dass Du diese Hoffnung um diese Jahreszeit haben kannst? Reizker sind ja nun keine Winterpilze...


    Viele Grüße – Rika

    Hallo Timm,


    tja, wir werden es vermutlich nicht eindeutig herausbekommen...

    Anbei noch ein paar Gallertfältlingsbilder mit allen möglichen Strukturen, allerdings keine solchen supertuper Makros. Mag sich jeder seine eigene Meinung bilden.


    Gute Nacht – Rika





    P.S.: Ich weiß nicht, wieso es mir die beiden letzten (Übersichts-)Bilder mit nur 380 kB bzw. 529 kB runtergeladen hat anstelle von 2 MB ?!? Hab´s mehrfach versucht...

    Guten Abend!


    Ein bisschen verspätet – bin nicht jeden Tag hier unterwegs:

    Ich favoritisiere nachwievor den Wilden Hausschwamm (Serpula himantioides) – noch mal ein Foto vom jungen Zuwachsrand, da sind die Falten noch recht hell, rosa-bräunlich. Nach rechts oben hin sieht man den Farbverlauf zum "üblichen"/reifen Zustand.


    Der Gallertfleischiger Fältling (Merulius tremellosus) hat mehr längsrillige Falten und gegen den Kiefern-Fältling/Orangefarbener Fältling/Weiche Gewebehaut (Leucogyrophana mollusca) spricht m.E. die Farbe und die Form der Falten – siehe auch

    Pilzkunde.de - Dr. Lothar und Katharina Krieglsteiner – Leucogyrophana mollusca - Weiche Gewebehaut - Seite 10


    Timm – hast Du nicht noch weitere Bilder von Deinem Fund?


    Viele Grüße – Rika



    Hallo miteinander,


    wenn Ihr Euch "das Ding" näher anschaut, seht Ihr:

    Es ist innen aus gebündeltem Stroh bestehend, das Gebiss gehört zu einem Raubtier – nicht zu einem Pflanzenfresser, an den "Enden der Beine" sind große Krallen montiert – keine Hufe, die Augen sind aus Glas. Zu was das Ganze mal gedient hat? Keine Ahnung...


    Viele Grüße – Rika

    Hallo miteinander!


    Danke für diese Info, Chris!

    Wenn Ihr mein "Beweis-"Foto anschaut und berücksichtigt, dass ich dieses Ästchen aus der Buchenlaubschicht ausgegraben und die hohe wie auch die Krüppelform unmittelbar nebeneinander, teilweise auf dem selben Substrat beobachtet habe, versteht Ihr, dass ich den Italienern nicht folgen kann. Wobei ich zugeben muss, dass ich mir keine Mikro-Merkmale angesehen habe. Wie groß soll der Unterschied bei den Sporen sein?

    Im Übrigen: Zur Art erheben ohne Genetik (in Jahre 2021)?


    Viele Grüße – Rika

    Hallo Tuppie,


    auf Deinen Bildern 3 +4 erkenne ich gewisse Trockenschäden. Hattet Ihr zwischendrin mal Frost? Vielleicht ist ja auch jemand im Frühstadium draufgetrappt?

    Zitat

    Vermutlich ist es eine Wuchsanomalie wegen der Kälte der letzten Tage ...

    Also, ich interpretiere Deine breiten gewurschtelten Frk. schon als Wachstumsanomalie wie Du ja auch geschrieben hast. Meistens sind diese kleinen Frk. in der Laubstreu verborgen, so dass man sie nur selten sieht. Mittlerweile grabe ich öfter vorsichtig um die großen Keulen, um das Substrat zu finden – i.d.R. sind es bei mir Buchenästchen. Und so treffe ich regelmäßig auf die "Krüppelformen" – immer gemeinsam mit hochgewachsenen "normale" Keulen. Aber mit "Varietäten" ist es eh so eine Sache... da kann man gut streiten, aber keine mikroskopischen oder genetischen Unterschiede finden.


    Gute Nacht – Rika

    Hallo miteinander!


    Der typische Maggi-/Liebstöcklgeruch kommt erst so richtig bei Sporenreife, dann aber dermaßen heftig, dass (m)eine Nase sie schon in 1-2 Meter Entfernung riechen kann. Bis dahin kann es aber dauern ... Phleogena faginea ist ein typischer Winterpilz, der im Herbst beginnt zu fruktifizieren, den tiefen Winter "abwartet" und je nach Witterung bis zum Frühjahr ausreift und sporuliert. Hier ein paar Bilder auf dem Weg zur Vollreife:

    ... vom 23.11.23:


    ... vom 22.10.21:


    ... vom 18.01.22:


    ... vom 06.04.22:


    ... ebenfalls vom 06.04.22 an der gleichen Buche, hier man schon etwas weiter:


    Der Geruch ist übrigens sehr dauerhaft: meine über 5 Jahre alten "Belege" – sie liegen seither offen in einem Döschen am Küchenbord – riechen immer noch, spätestens, wenn man ein bisschen dran reibt.


    Gute Nacht – Rika

    Hallo miteinander!


    Ich verstehe nicht so ganz, wieso diese jungen Röhrigen Keulen als Varietät oder Krüppel-/Hungerformen bezeichnet werden – es sind ganz simpel noch junge Fruchtkörper. Habt doch ein bisschen Geduld mit diesen Spätherbstpilzen! Um diese Jahreszeit kann natürlich immer mal ein Frost dazwischen kommen ... und dann geht halt nix mehr in Sachen Wachstum. Ich habe etliche Fotos von Frk. in verschiedener Größe auf dem selben Ästchen, hier ein aktuelles Beispiel vom 22.11.23, bevor der Frost und große Schnee kam.


    Viele Grüße – Rika


    Hallo,


    die Ersten haben sicherlich einen kleinen Hubbel in der Mitte des Trichters ––> Mönchsköpfe würde ich sagen. Diese wurden bei den Trichterlingen ausquartiert und heißen jetzt Infundibulicybe geotropa.


    Viele Grüße – Rika