2 Kaiserlingsfunde in D. i. d. letzten Woche - Amanita Caesarea breitet sich nach Norden und Osten aus

Es gibt 54 Antworten in diesem Thema, welches 3.252 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Wolfgang P..

  • Hallo zusammen,


    Ich wollte auf zwei bemerkenswerte, nicht ganz alltägliche, Funde hinweisen.

    Es sind nicht meine Funde, das wäre zu schön gewesen um wahr zu sein, trotzdem sehr erfreulich.


    Der erste Fund ist vom 16.09.26 im Rhein-Lahn-Kreis (Rheinland-Pfalz, rechtsrheinisch) von User "NoahTM", vorgestellt im 123 Forum.


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    Der zweite, vom 19.09.26 in Mittelhessen (genauerer Standort unbekannt), von einem User im Reddit Pilze Forum, als Bestimmungsanfrage von User "Gutmenschmusik".


    r/Pilze - Was habe ich hier gefunden?


    r/Pilze - Was habe ich hier gefunden?


    Mehr Fotos finden sich in den Links.


    Interessant finde ich, daß beide Fundorte - klar Eichen in der Nähe hatten - aber nicht im Wald waren, sondern an noch sonnenexponierteren Stellen:

    Einmal am Rand eines Fußballplatzes und einmal im Industriegebiet.


    Auch bemerkenswert: die letzten mir bekannten A. Caesarea - Funde in Deutschland aus den Jahren 2021 (Juli) und zuletzt 2023 (September) waren in Rheinland Pfalz aus dem Naheland (Quelle: passion-pilze-sammeln.com).

    Ich fand noch auf pilzradar.de eine Fundmeldung vom 5.9.2023 im Rheingau-Taunus-Kreis, (allerdings ist sie nur durch ein einziges Foto dokumentiert, von noch nicht aufgeschirmten "Eiern", was ja theoretisch auch Scheidenstreiflinge sein könnten.).


    Das würde also bedeuten, daß der Kaiserling aus der Pfalz über den Rhein in den Taunus gesprungen ist, und jetzt auch weiter nördlich im Westerwald fruktifiziert!


    Kennt jemand weitere Fundmeldungen / Kartierungen?


    Schöne Grüße allerseits!


    P.S. Ich hatte einmal das Glück einen einzelnen Kaiserling zu finden, Juni 2018 am Waldrand eines alten Eichenwaldes am Fuße der Karpaten in Siebenbürgen / Rumänien. Die Chancen, daß ich dieses Glück nochmal haben werde sehe ich unter 0,01% aber ich klage nicht, bin trotzdem glücklich.

  • Zitat

    Der genaue Standort ist durchaus bekannt, dort wachsen noch andere spannende Sachen. Das wird aber nicht breitgetreten um Pilztourismus zu vermeiden.

    Also ich konnte den Standort jetzt mit 5 Minuten Recherche punktgenau lokalisieren...


    Björn

  • Hallo,

    im westlichen Rhein-Main-Gebiet sind zwei Fundstellen bekannt, eine auf hessischer und eine auf rheinland-pfälzischer Seite.


    Auf letzerer weiß ich, dass es letzes Jahr auch Funde gab.


    Leider werden gerade beim Kaiserling die Naturschutz-Gesetze nicht nur nicht eingehalten, sondern geradezu verhöhnt.

    In anderen Pilzforen schmücken sich Sammler mit vollen Kaiserlings-Körben. Kaum ein Fruchtkörper erreicht die Sporenreife.


    Das ist schade, denn die Art wäre ja eigentlich in Ausbreitung begriffen (zur Ursache halte ich mal den Mund).


    Daher ist wohl gerade bei dieser Art große Zurückhaltung bei der Nennung von Fundstellen angebracht.


    Wolfgang

  • Hallo,

    ich hab mich mit "genauer Standort" falsch ausgedrückt, und wurde teilweise falsch verstanden.

    Ich hätte "in welchem Landkreis - mir unbekannt" schreiben sollen.

    Den genauen (oder punktgenaue) Standort zu erfahren interessiert mich nicht, und war auch nicht intendiert.

    Es ist auch gut wenn bei Kartierungen vorsichtig vorgegangen wird, damit es keinen Tourismus gibt.

    Eine grobe Angabe der Region, oder der Landschaft (Westerwald etc.) ist völlig ausreichend.


    Schöne Grüße,

  • Hallo zusammen,


    die oben erwähnte mittelhessische Kaiserlingsstelle wurde mir 2020 per Mail mitgeteilt, weil ich der lokale PSV für diese Region bin. Seitdem tauchen in jedem Jahr zuverlässig Exemplare auf.

    Ich habe versucht, die Stelle nicht zu bekannt werden zu lassen, aber im Laufe der Jahre waren natürlich trotzdem einige Interessierte zu Besuch. Ist ja auch in Ordnung, solange es respektvoll geschieht und die Exemplare stehen gelassen werden. Das hat an diesem Fundort aber bisher gut funktioniert, soweit ich weiß.

    Hier mein damaliger Beitrag dazu: Kaiserlicher Besuch


    Viele Grüße

    Emil

  • Hallo miteinander,

    ich hatte einmal, einige Jahre lang, das Glück, nebeneinander wachsend, zwei Pilze zu finden - einen ziemlich selten (ich glaube RL1) und einen bis dahin anscheinden unbekannten Pilz - beides Stachelinge und beide hier im Forum, ziemlich lange sogar, angefragt und dokumentiert. Was ist passiert? Ich erhielt ziemlich viele Anfragen und Bitten die Fundstelle zu zeigen - so gut wie alle habe ich abgelehnt, zweien habe ich zugesagt, da ich beide Personen seit einiger Zeit kannte und ich ihnen vertraute. Einer war unser Oehrling hier - der war wirklich hilfreich, ist hier auch dokumentiert, und hat die Fundstelle auch nicht weitergegeben. Der andere war - naja - man soll nicht nachtragend sein - jedenfalls organisierte der danach eine anscheinend richtig große Expedition zum Fundort, so groß, dass ich vom Revierförster darauf angesprochen wurde! Ich fand dann nur noch ausgerupfte Pilze, fachmänisch durchschnittene Pilze, vergessene Stative .. Seitdem wächst dort übrigens keiner dieser Pilze mehr - vielleicht Zufall, vielleicht anderen Ursachen geschuldet - ich weiß es nicht! Jedenfalls wurden diese Pilze von anderen Personen als "Erstfund" dokumentiert wobei mir dies eigentlich egal ist, ich aber in diesem Zusammenhang finde, dass es trotzdem nicht in Ordnung ist.

    AUF JEDEN FALL, so meine Erfahrung, vor allem auch aus dem botanischen Bereich - da ist es ja oft noch krasser - sollten man solche Funde erst einmal eher geheim halten - leider!

    Aber so einen Kaiserling hier in Deutschland würde ich schon auch sehr gerne einmal finden und bestaunen :)

    Liebe Grüße

    Maria

  • Und wir hatten am Wochenende einen Gig im Westerwald... :gomg: leider hab ich keine Kaiserlinge gefunden. Gefunden, besser gesagt, eingefunden, haben sich hauptsächlich schräge Vögel vor meinem Merch-Stand um ihre noch schrägeren Storys loszuwerden (so von der Art "Ihr (also wir, die Band) seid nur so bekannt, weil ich 20000 Follower hab und Eure Videos teile) :gkopfwand:


    VG Corne

  • In 5 Jahren wird es auch Kaiserlinge in Brandenburg geben. Wärmebegünstigte Eichenwälder gibt es zwar nur wenige, sind aber kartiert. Wenn die Spots regelmäßig kontrolliert werden, wird der Erfolg kommen. Da ich der extrovertierte Typ bin, wird es in der Regionalpresse erscheinen. Großes Foto: Ich mit Jägerhut, mein Hund und vor uns die Trophäe. Danach ein großes Fest auf dem Rittergut.

  • Jetzt mal - Spaß beiseite - hätte ich im Nachgang noch eine ernsthafte Überlugung bzw Frage gerade an die Herren Pilzsachverständigen ( EmilS , matthias0, Wolfgang P. )


    Was würde dagegen sprechen dem Kaiserling beim Vermehren unter die Arme zu greifen durch gezielten Transport einzelner Exemplare in ähnliche Habitate?


    Was würde das bedeuten - so als Gedankenspiel:

    Der PSV müsste vorab mal den genauen Partnerbaum feststellen und nach ähnlichen, möglichst identischen Habitaten mit den gleichen Eichen Bodenbeschafenheit etc. Ausschau halten.

    Falls ein Kaiserling dann auftaucht könnte dann (nur) der PSV einen einzelnen Fruchtkörper, (oder einige wenige, falls es genügend sein sollten), der bereits aufgeschirmt ist und noch entnommen weitersporen kann, entnehmen, und in dieses andere passende Habitat bringen und zum absporen ablegen.


    Wäre sowas denkbar, machbar?

    Mir ist vorab schon klar, daß es keine Erfolgsgarantie gibt, und keine schnelle oder meßbare Ergebnisse erwartbar sind! Das behaupte ich nicht. Auch wenn die Chancen gering sind fände ich persönlich eine "gute Tat" die man erwegen könnte. Auch wenn man die Ausbreitungschancen nur um 1% oder 5% erhöhen könnte finde ich das trotzdem eine Mühe wert.

    Und ich würde, dies nicht nur auf den Kaiserling beschränken, sondern vielleicht auch andere seltene Arten in Betracht ziehen.

    (Ich habe das gelegentlich mit Steinpilzen gemacht, ein paar mal auch mit vermutlichen Bronzeröhrlingen.)

  • Also zuerst möchte ich betonen, dass der Kaiserling (ebenso wie der Bronze-Röhrling) durch die Bundesartenschutzverordnung vollumfänglich geschützt ist und nicht entnommen werden darf. Da sprechen also schon rechtliche Hürden dagegen.

    Was die „ähnlichen Habitate“ angeht, so sind die passenden Bedingungen für Mykorrhiza-Pilze bisher noch zu wenig bekannt, als dass man genau identifizieren könnte, welche Habitate wirklich geeignet wären.

    Zusätzlich ist es noch nicht damit getan, dass aus einer auskeimenden Spore ein Primärmyzel entsteht. Für die sexuelle Vermehrung der Ständerpilze wäre es außerdem notwendig, dass dieses Primärmyzel auf ein anderes, genetisch kompatibles Primärmyzel trifft (also eines anderen Individuums derselben Art, welches außerdem einen anderen Kreuzungstyp aufweist).

    Der Gedanke ist sicherlich ehrenhaft, aber aufgrund der thematisierten Probleme denke ich, dass den Pilzen mehr geholfen ist, wenn man die Exemplare einfach vor Ort alt werden und ihr Maximum an Sporen produzieren können. Ich bin generell der Überzeugung, dass man die Natur mehr sich selbst regulieren lassen und möglichst wenig eingreifen sollte – natürlich sind korrigierende Interventionen mit der Intention des Naturschutzes aufgrund von Urbanisierung und anderer menschengemachter Einflüsse zuweilen notwendig.

    Viele Grüße

    Emil

  • Hallo Albus,

    Emil hat ja schon sehr gut geantwortet.


    Man muss sich ja darüber klar sein, dass die gezielte Verbreitung von guten Speisepilzen kein Naturschutz-Thema ist, sondern ein Waldnutzungs-Thema.

    Da die meisten Waldbesitzer Pilzsammler nicht unbedingt lieben, müsste man da noch einige Überzeugungsarbeit leisten.


    Grundsätzlich funktionieren würde das wohl schon. Wenn ich das Projekt angehen würde, würde ich aber wahrscheinlich anders vorgehen, und an einem Kaiserlings-Standort junge Eichen heranziehen und dann mit etwas Erde an die neuen Standorte verpflanzen. Oder die Eichen auf sterilem Substrat mit Kaiserlingssporen behandeln und dann auspflanzen, wie man das bei Hasel und Trüffeln macht. Man sieht die Mykorrhiza ja unter dem Bino, kann also die Erfolgsquote schnell kontrollieren. Ich würde die Eichensetzlinge vielleicht auch in Kroatien oder so vorziehen, wo der Kaiserling klimatisch zu Hause ist und nicht geschützt.


    Gruß,


    Wolfgang

  • Hallo nochmal, und vielen Dank an die beiden PSV für die lehrreichen Rückmeldungen.


    Für die sexuelle Vermehrung der Ständerpilze wäre es außerdem notwendig, dass dieses Primärmyzel auf ein anderes, genetisch kompatibles Primärmyzel trifft (also eines anderen Individuums derselben Art, welches außerdem einen anderen Kreuzungstyp aufweist).


    Dieser Aspekt war mir unbekannt, vielen Dank, wieder was dazu gelernt.


    Ich kann deinen etwas konservativere aber nuancierten und argumentierten Standpunkt 100%ig nachvollziehen.

    und nur nochmal betonen, daß meine Vorschläge nur Gedankenexperimente sind, keine Kritik oder Handlungserwartungen.

    In der Tat ist es so, daß man einerseits der Natur ihren Lauf lassen sollte, andererseits, einige Menschen mit Wald (im weiteren Sinne) und Boden manchmal durchaus rücksichtslos zuwerke gehen, und andere sich dann Gedanken machen wie man seltenen Arten minimal weiterhelfen könnte.


    Auch nur in diesem Sinne (Gedankenexperiment) sind mir zwei weitere Methoden eingefallen wie man das machen könnte, siehe unten.


    Wenn ich das Projekt angehen würde, würde ich aber wahrscheinlich anders vorgehen, und an einem Kaiserlings-Standort junge Eichen heranziehen und dann mit etwas Erde an die neuen Standorte verpflanzen. Oder die Eichen auf sterilem Substrat mit Kaiserlingssporen behandeln und dann auspflanzen, wie man das bei Hasel und Trüffeln macht. Man sieht die Mykorrhiza ja unter dem Bino, kann also die Erfolgsquote schnell kontrollieren.

    Das wäre ein tolles Projekt!

    Das war mir nicht unbekannt: als ich mich vor Jahren viel über den Boletus Edulis eingelesen habe, hab ich bezüglich seiner Verbreitung gelesen, und gewundert, daß er auch in Neuseeland oder Südafrika vorkommt.

    Um mir das zu erklären habe ich weiterrecherchiert (damals konnte man mit dem alten Google schnell gute Artikel finden), fand ich einen Artikel über seine unfreiwillige Einführung nach Neuseeland. Ex-Englische Neuseeländer hatten sich Eichensetzlinge aus der alten Heimat per Schiff bestellt. Ob als Nutzbaum für den Bootsbau, oder für Parks, kann ich jetzt nicht erinnern. Hab mehrmals versucht diesen Artikel zu finden, war mir in dem neuen "KI-verseuchten" Google nicht mehr möglich.

    Jedenfalls ist es logisch, daß nur so, über infizierte Setzlinge, auch die Boletii u. a, nach Neuseeland gelangen konnten.


    Ein andere Möglichkeit wäre eine Pilzexkursion mit dem Auto nach Italien oder besser Kroatien oder Rumänien zu machen mit dem Ziel sofort zurückzukehren sobald man viele Kaiseringe in Boxen oder Kisten (unten Erde, oben offen), bzw. auch ohne viele Kaiserlinge, aber mit umso mehr Kaiserlingssporen. Um sie dann hier in möglichst aussichtreiche Habitate zu verteilen, und auch da wo, wie Emil sagte, das Primärmyzel gesichert ist.


    In Rumänien gibt es zumindest einen Pilzmarkt wo man in passenden Jahren/Jahreszeiten Kaiserlinge günstiger kaufen kann als aus Italien. Hab diesen Pilzmarkt leider nicht besucht, obwohl er auf dem Nachhauseweg war, weil ich erst später davon erfuhr (Link). Diese Stadt, Arad, liegt in der Nähe der Grenze zu Ungarn an der Autobahn, und ich fuhr immer an ihr vorbei...


    Zweitens wäre es auch theoretisch möglich Sporen hier vor Ort zu sammeln ohne den Pilz zu entnehmen.

    Man könnte einen Behälter, einen Blumentopf aus Plastik, oder etwas ähnlich einem Katzenklo, halbieren und in der Mitte ein Loch für den Stiel schneiden, etwas feuchte Erde rein, und um den FK platzieren, über Nacht stehen lassen, (oder von morgens bis abends und ggf. bewachen ;-), und dann die besporte Erde mitnehmen ;)



    Schönes Wochenende, und einen Schönen Pilzherbst wünsch ich Euch

    Viele Grüße

  • Hallo Albus,

    was die Sporengewinnung angeht, denkst Du zu kompliziert. Warum willst Du Sporen auf Erde?


    Wenn Du in Rumänien ein paar Fruchtkörper gekauft hast (die alten, schon weit aufgeschirmten, die sind sicher nochmal billiger und haben reife Sporen. Von unterschiedlichen Händlern, damit die genetische Vielfalt höher ist ), kannst Du einfach die Lamellen abkratzen, zerkrümeln, und in eine halbvolle Flasche Wasser geben, schütteln und absieben.


    Dann fährst Du in den Wald und gießt mit dieser Suspension die von Dir vorher ausgesuchten Eichen.


    Wolfgang

  • Hallo,


    ich will euch nicht entmutigen. Eure Ideen in allen Ehren, aber ich denke, die Wahrscheinlichkeit, auf diese Art Fruchtkörper eines Mykorrhizapilzes zu erzeugen, dürfte gegen Null gehen.


    Es erinnert mich ein wenig an Aussagen eines Regionalpolitikers, der gar nicht einverstanden war mit dem Naturschutzstatus von Pilzen. Er hat empfohlen, die essbaren Pilze bedenkenlos in großen Mengen zu sammeln und in Körben zu transportieren. Die Körbe sollten beim Transport auch geschwenkt werden. Allein durch die Löcher im Korb und den luftigen Transport würden sich die Sporen deutlich besser verbreiten als wenn die Pilzfruchtkörper an Ort und Stelle verbleiben. Quasi kein Pilzschutz, sondern - viel besser - stärkere Verbreitung von Pilzen. :)


    Wenn man sich ansieht, welchen Aufwand Trüffel-"Züchter" betreiben, um ihre Bäumchen zu mykorrhizieren und diese dann zur Fruchtkörpererzeugung zu bringen, dann kann man sich vorstellen, dass es für Erfolge viel Arbeit und noch viel mehr Erfahrung braucht.


    Trotzdem wünsche und gönne ich natürlich jedem den Erfolg!


    Gruß

    Peter

  • Hallo zusammen,


    abgesehen von den Erfolgsaussichten kann man auch mal die Frage nach der Sinnhaftigkeit eines solchen Unterfangens stellen. Der Kaiserling ist hier in Deutschland ja offenbar an der absoluten Nordgrenze seines Verbreitungsgebiets angekommen (auch wenn diese sich in Folge der Klimakatastrophe sicher nach Norden verschieben wird). Warum sollte man den Pilz hier also künstlicher weiter verbreiten? Bei anderen Arten, wie z.B. der mediterranen Melampsora pulcherrima käme ja auch niemand auf die Idee, befallenes Bingelkraut in die Nähe von Zitterpappeln und umgekehrt zu bringen, damit die Art sich weiter ausbreitet.


    Björn

  • Zumal ein Kaiserling auch nicht groß anders schmeckt als ein Perlpilz nach Entfernen der Huthaut (außer man will den Kaiserling unbedingt roh essen, was beim Perlpilz nicht möglich ist). Sagt einer, der beide Arten schon im Abstand weniger Tage im Vergleich verkostet hat. Den gibt es nämlich hin und wieder auf unserem Wochenmarkt für ein gutes Dutzend Euro pro 100 Gramm.


    Der Kaiserling wird mMn kulinarisch total überschätzt. Bei Trüffeln verstehe ich die Mühewaltung eher, auch wenn die erzielbaren Trüffeln immer "nur" Tuber aestivum sind und keine wirklichen Edeltrüffeln wie Alba oder Perigord. Aber bei Kaiserlingen, die man bei einem gutsortierten italienischen Gemüsehändler kaufen kann?


    FG

    Oehrling

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

  • Was würde dagegen sprechen dem Kaiserling beim Vermehren unter die Arme zu greifen durch gezielten Transport einzelner Exemplare in ähnliche Habitate?

    Ich sag nur Römerstraßen… ^^

    Warum sollte man den Pilz hier also künstlicher weiter verbreiten? Bei anderen Arten, wie z.B. der mediterranen Melampsora pulcherrima käme ja auch niemand auf die Idee, befallenes Bingelkraut in die Nähe von Zitterpappeln und umgekehrt zu bringen, damit die Art sich weiter ausbreitet.

    Naja, die Gründe sind ja recht klar. Dem Kaiserling haftet eine fast schon mythische Aura an. Ein Fund dieser Art wäre für viele was ganz besonderes und der absolute Pilzolymp. Andererseits, wenn er hier häufiger wird, lässt auch diese Besonderheit natürlich nach…

    Rein rational betrachtet hast du natürlich vollkommen Recht, warum sollte man eine mediterrane Pilzart einer anderen vorziehen?


    LG Suillus