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letzter Beitrag von Azalee am

Austernseitlinge beim PSV

  • Hallo zusammen,


    "mein" PSV hier vor Ort gibt Austernseitlinge quasi aus Prinzip nicht frei. Beim ersten Mal war er zwar sicher, dass ich ihm Austern vorbeigebracht hatte, das fand er aber zu früh im Herbst (September), deshalb keine Freigabe. Beim zweiten Mal vor ein paar Tagen, als meine Freundin wegen anderer Pilze dort war und von mit mir gemeinsam gefundenen Austern berichtete, sagte er, er hätte sie vermutlich ohnehin grundsätzlich nicht freigegeben.


    Wir vermuten jetzt, dass er sich vielleicht einfach auf dem Gebiet der Seitlinge nicht absolut sicher fühlt? Kann das der Grund sein? Das wäre überhaupt nicht schlimm und völlig in Ordnung, dann lieber nicht freigeben und sich nur zu sicher bestimmten Pilzen äußern. Aber ich frage mich, ob es noch einen anderen Grund geben könnte. denn nach allem, was ich bisher über Austernseitlinge weiß, sehe ich da keine große Verwechslungsgefahr. Und auch hier im Forum werden Fotos von eindeutigen Austern ja oft sehr schnell bestätigt. Ich gehe z.b. auf Nummer sicher und würde keine zu hellen Austernseitlinge einpacken, falls es sich womöglich um einen ohrförmigen Seitling handeln sollte. Angesichts der Vorsicht unseres PSVs bin ich jetzt wiederrum verunsichert, ob die ganze Sache noch Tücken hat, die ich bisher übersehen habe...


    Wie denkt ihr zu dem Thema?

  • Hi.


    Am einfachste wäre es wohl ihn zu fragen? Schon möglich, dass er sich die Abgrenzung zum ohrförmigen Seitling nicht zutraut, wobei die eigentlich nicht so schwierig ist. Aber wenn die Funderfahrung fehlt, kann das schon sein. Ich finde zum Beispiel auch sehr selten Austernseitlinge. Den Ohrförmigen Seitling habe ich auch noch nie finden können.

    Die anderen ähnlichen Seitlinge sind ja essbar, da wäre eine Verwechslung harmlos.


    LG.

    Bin lediglich fortgeschrittener Anfänger.
    Posts sind nicht als Essensfreigabe zu verstehen. :-]

  • Hi,


    aus fachlicher Sicht ist nur die Verwechslung mit dem Ohrförmigen ein Problem. Ansonsten sind Austern verwechslungstechnisch unkritisch für jemanden der sich einigermaßen mit Pilzen auskennt und ähnliche weitere Giftpilze gibt es nicht.


    Ich vermute daher, dass der PSV die Art nicht sicher (er)kennt und deswegen auf Nummer sicher geht. Weißt du wie alt der PSV ungefähr ist und wann er seine Prüfung abgelegt hat?


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Hallo!


    Seit ich von dieser Problematik des ohrförmigen Seitlings weiß, ist mir der Appetit auf Lungenseitlinge vergangen. Laut der mir vorliegenden Literatur sollte der Lungenseitling auf Laubholz und der ohrförmige Seitling auf Nadelholz wachsen, was ja ein gutes zusätzliches Abgrenzungskriterium wäre.

    ABER

    Früher hieß Galerina marginata "Nadelholzhäubling", jetzt "Gifthäubling".

    Solange ich den ohrförmigen Seitling nicht mindestens einmal persönlich in den Händen hatte, um mich mit den Merkmalen vertraut zu machen, werde ich die Lungenseitlinge weiter meiden. Pilzbücher und Fotos im Internet sind die eine Sache, persönliche Anschauung und Erfahrung ist meiner Meinung nach eine andere Sache.


    Warum sollte ich ein Risiko eingehen, wenn es Dutzende von Alternativen für die Bratpfanne gibt?


    Vielleicht denkt der PSV genau so ...


    Grüße,


    Frank

  • Hallo alle zusammen,


    ich liebe Pilze vor der Linse meiner Kamera und in der Pfanne.

    Mit der Pfanne habe ich einen Grundsatz, der steht fest wie ein Fels.

    Es kommen in meinen Sammelkorb nur Pilze die ich zu 100,00% sicher bestimmen kann.

    Alles andere kommt mir nicht in die Pfanne.

    Auch so esse ich oft und reichlich leckere Pilze.

    In diesem Jahr auch schon einmal sehr früh die hier besprochenen Austernseitlinge.

    Was nutzen 1 Million leckere Pilze wenn man sich ein einziges Mal irrt?

    Daher kommen solche Diskussionen bei mir nicht auf.

    Die Bestimmung ist nicht sicher? Also weg damit.


    Gruß André

  • Ja, so sehe ich es ja auch. Ich finde Austern sehr eindeutig. Der PSV ist schon ein wenig älter, wie alt genau weiß ich nicht, aber (deutlich) >70. In vielen Dingen ist er absolut up to date, in manchen Fällen bilde ich mir ein, aktuellere Kenntnisse (aufgeschnappt) zu haben (z.B. bzgl. der Essbarkeit von Nebelkappen).

    Ja, sowas in der Art hat er auch mal gesagt. Aber es geht ja nicht um Lungenseitlinge, sondern um Austernseitlinge. Wie gesagt, die weißen würde ich nicht sammeln.

    Hm, vielleicht hast du mich falsch verstanden. Ich bin mir mit meinen Austernfunden nicht unsicher. Ich frage mich, warum mein PSV unsicher ist bzw. sie generell nicht freigibt. Das von dir geschilderte Vorgehen gilt ja für alle Pilze, selbst die "einfachsten".


    Ihn einfach fragen, ja, das werde ich beim nächsten Mal wohl tun. Allerdings gab er beim ersten Besuch mit Austern (die frühen) ja schon als Erklärung ab, dass die Verwechslung mit dem Ohrförmigen eben so kritisch sei und er die Seitlinge grundsätzlich eher nicht als klassische Sammelpilze freigeben mag. Dann kam auch noch der frühe Monat hinzu... Nur, jetzt passt die Zeit, wir hatten sogar schon Frost, aber es scheint eher ein generelles Problem zu sein.


    Wie gesagt, mich stört das nicht weiter. Ich schätze ihn sehr und habe dieses Jahr schon unglaublich viel von ihm gelernt. Ich habe mich nur ernsthaft gefragt, ob ich mit meiner Austerneinschätzung womöglich falsch liege und diese Pilze verwechselgefährdeter sind als ich dachte... Ihr habt mich allerdings bestätigt, ich werde also auch weiterhin diese höchst leckeren Pilze sammeln und genießen ;-)

  • N'abend!


    Ehrlich gesagt: Ich finde das ein Beispiel für einen guten und verantwortungsbewussten PSV. :thumbup:
    Man kann eben nicht alle Pilze aus dem ff kennen. Und dann ist es meiner Ansicht nach besser so rum, als wenn jemand eine Sicherheit vortäuscht, die er / sie gar nicht hat, und dann dabei was schief geht.

    Freilich kann man sagen, daß Pleurotus ostreatus gut erkennbar ist - aber eben auch nur dann, wenn man diese Art wirklich kennt. Von regelmäßigen, eigenen Funden her. Und wenn man eben die Verwechslungspartner auch ebenso aus eigenen Funden kennt. Pleurocybella porrigens ist für mich auch sozusagen ein "Schwarzwaldpilz", aber in anderen Gegenden ist der alles andere als häufig. Wenn man den dann nicht kennt, dann doch lieber Vorsicht als einen fehler zu riskieren?

    So am Rande: Selbstverständlich bildet Pleurotus ostreatus auch im Sommer im Freiland Fruchtkörper, die Haupterscheinungszeit von Pleurotus ostreatus ist Januar bis Dezember, genau wie bei Grünblättrigem Schwefelkopf, Fleckblattflämmling usw. Im Sommer ist Pleurotus osteratus meistens etwas blasser und weniger üppig als die dunklen, fetten Winterformen. Sind halt zT ausgebüchste Zuchformen bzw. Hybriden, und dann oft schwer von echten Lungenseitlingen zu untescheiden. Diese Verwechslungen sind aber in der tat egal, denn alle Seitlinge sind essbar. Und andere potentiell ähnliche Arten (Panellus serotinus, Hohenbuehelia petalodes, Panus conchatus, Lentinus cyathiformis usw.) sind allesamt harmlos, wenn eine Gefahr ausgeht, dann vom Ohrförmigen Seitling - von dem in Europa aber auch keinerlei Vergiftungsfälle bekannt sind.



    LG; Pablo.


  • Ehrlich gesagt: Ich finde das ein Beispiel für einen guten und verantwortungsbewussten PSV. :thumbup:
    Man kann eben nicht alle Pilze aus dem ff kennen. Und dann ist es meiner Ansicht nach besser so rum, als wenn jemand eine Sicherheit vortäuscht, die er / sie gar nicht hat, und dann dabei was schief geht.

    Danke, genau so sehe ich es ja auch. Finde ich völlig in Ordnung. Und natürlich sollte er nur sein Okay zu Pilzen geben, die er auch kennt. Ich habe hier ja auch nicht geschrieben, um meinen PSV zu kritisieren, sondern wirklich nur um sicherzugehen, dass ICH nichts übersehen habe. Ich sammele immerhin erst den zweiten Herbst...

  • Hallo,


    einen kleinen Nachtrag gibt es noch. Meine Freundin war heute wieder beim PSV und er sprach sie von sich aus noch mal auf die Austern an. Er hat ihr und damit auch mir geraten, sie nicht zu sammeln. Er erzählte von einem asiatischen Pilz, der furchtbare Schmerzen verursachen könne, gegen die nichts helfe, und der auch schon in Europa gesichtet worden sei. Leider hat sie nicht nach dem genauen Namen dieses Pilzes gefragt.


    Meine eigenen Recherchen fand ich nur das Acromelalga Syndrom, auf das diese Beschreibung zutrifft. Allerdings wird es von zwei Trichterlingen ausgelöst. Der Bambustrichterling aus Asien und dem in Südeuropa vorkommenden Parfümierten Trichterling. Aber die kann man doch nicht mit Austernseitlingen verwechseln?


    Wisst ihr noch weitere Pilze, auf die die Warnung des PSV zumindest teilweise zutreffen könnte? Bei nächster Gelegenheit werde ich ihn definitiv noch mal dazu befragen. Vielleicht wusste er den Namen allerdings auch nicht genau, sonst hätte er ihn vermutlich von sich aus gesagt.


    Sehr merkwürdig. Ich bin wirklich sehr vorsichtig bei Pilzen, aber hier habe ich gerade das Gefühl, dass ich unnötigerweise verunsichert werde :|

  • Hi,


    der PSV wird einfach was versechselt haben oder man hat ihm was falsches erzählt oder er hat was gelesen und das falsch verstanden. Das Acromealga-Syndrom wird von keinem Pilz ausgelöst, der dem Austernseitling ähnlich sieht; zumindest ist mir da nix bekannt.


    Der Verwechslungsparter vom Parfümierten Trichterling ist der Fuchsige Röteltrichterling Paralepista flaccida. Wichtig ist an der Stelle, dass der PSV nur die Pilze freigibt, die er kennt und die auch "unkritisch" sind. Alles andere ist erst Mal sekundär. Dass man da noch Mal Rundmails an die PSV starten könnte, die dann solche Themen noch Mal aufgreifen, steht auf einem anderen Blatt.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


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  • Okay, danke dir. Der Parfümierte Trichterling war beim Fuchsigen Röteltrichterling schon Thema, dem meine Freundin ihm schon mal gebracht hat, deshalb kann ich mir auch nicht vorstellen, dass er den meinte. Er wird wohl wirklich etwas verwechselt haben.

  • Salve!


    Oder es ging tatsächlich was durcheinander bei den Vergiftungssymptomen. Wobei die Vergiftungsfälle in Japan durch Pleurocybella porrigens sicherlich auch nicht schmerzfrei abgelaufen sein dürften...
    Aber wie Stefan schon schreibt: Er hat im Kopf, daß es potentiell schädliche verwechslungspartner gibt (:thumbup:), er hatte die vermutlich noch nicht selbst in der Hand, ist darum unsicher bei der Unterscheidung, und gibt sie nicht frei. Wenn er den nächsten Kurs zur Verlängerung des Scheines besucht, hat er vielleicht Glück und es ist zB ein Giftpilzkurs, dann ist das auch alles nochmal etwas sicherer drin.



    LG; Pablo.

  • Hi, ja die Bestimmung von Austernpilzen kann schon etwas heikel sein. Das ist natürlich für deinen PSV und auch für dich eine blöde Situation. Ich hoffe, dass ihr bald auf einen grünen Zweig kommt.

    Denn Austernpilze sind richtig gesund, sie enthalten viel Vitamin B (was Vitamin B für Wirkungen hat, steht übrigens hier ausführlich: edit: Link entfernt, da unerlaubte Werbung). Deswegen ess ich Austernseitlinge so gerne und gottseidank kann ich sie mittlerweile auch recht gut bestimmen :)

    LG

  • Gelbe Karte wegen unerlaubter Werbung


    l.g.

    Stefan

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    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


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  • Hi, ja die Bestimmung von Austernpilzen kann schon etwas heikel sein. Das ist natürlich für deinen PSV und auch für dich eine blöde Situation. Ich hoffe, dass ihr bald auf einen grünen Zweig kommt.

    Nee, ich bringe die Austern einfach nicht dorthin. Außerdem finde ich sie überhaupt nicht heikel, muss ich sagen. Da gibt's ja nun ganz andere Kandidaten...

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