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letzter Beitrag von Beorn am

MAB-Exkursion Rheinaue Monheim 24.03.2019

  • Hallo zusammen,


    nachdem ich am Samstag Abend gegen 11 von meiner Konferenz in den italienischen Alpen zurück gekommen bin, ging es am Sonntag Morgen trotz Erkältung bei herrlichem Wetter mit einer großen Truppe auf eine MAB-Pilzexkursion in die Rheinaue in Monheim, wo zahlreiche Pilze auf uns warteten:


    1. Puccinia lapsanae auf Lapsana communis


    2, Peronospora alsinearum auf Stellaria media


    3. Zwei Rindenpilze, um die Mario sich kümmert


    4. Meottomyces dissimulans


    5. Bjerkandera adusta


    6. Uromyces ficariae auf Ficaria verna


    7. Uromyces rumicis auf Ficaria verna


    8. Neoërysiphe galeopsidis auf Lamium cf. purpureum


    9. Noch ein Porling, der in Marios Händen ist


    10. Perenniporia fraxinea


    11. Rutstroemia bolaris


    12. Morchella semilibera


    13. Daldinia concentrica


    14. Schleimpilz


    15. Mollisia sp.


    16. Schleimpilz


    17. Peronospora aparines auf Galium aparine


    18. Hyaloperonospora niessliana auf Alliaria petiolata


    19. Phaeobotryosphaeria visci auf Viscum album


    20. Hier scheitere ich leider an der Bestimmung der Pflanze (im Feld wurde sie mir als Anemone nemorosa in die Hand gedrückt, aber da paßt der Rost nicht). EDIT: Sieht stark nach Puccinia adoxae auf Adoxa moschatellina aus.


    21. Coelosporium senecionis auf Senecio sp.


    22. Peronospora ficariae auf Ficaria verna


    Björn

  • Hallo, Björn!


    Top. :thumbup:


    Ich wage mal einen kleinen Ratespaß: Bei der zweiten Kruste wird Mario zu Hyphoderma roseocremeum kommen.

    Beim Porling Nr. 9 landet er meiner Ansicht nach bei Oxyporus latemarginatus.


    schaun mer mal, wie das Gefühl mich da betrogen hat.



    LG; Pablo.

  • Zur Verdeutlichung, wo wir am Sonntag mit dem Mykologischen Arbeitskreis Bergisches Land (MAB) waren, hier noch zwei Bilder als Ergänzung zu der tollen Bilderschau von Björn.

  • Hallo, Jörg!


    Ui, das sieht ja auch aus, als hätte man bei euch ebenfalls großzügig Eschenbestände zerstört.

    Das ist ein sehr trauriger Anblick zur Zeit, und besonders unangenehm dabei, daß dabei zur Zeit gerne das Lügenmärchen verbreitet wird, daß das Eschenfällen irgendwas mit Naturschutz zu tun hätte.



    LG, Pablo.

  • Hallo Leute,


    von mir kommt später noch was, bin noch nicht ganz durch mit den Bestimmungen doch eines möchte ich gerne schon mal zeigen, für Pablo ;-).


    Oxyporus latemarginatus, nebenbei Zweitfund für NRW ( sagt zu mindestens Pilze Deutschland)






    Also Pablo, gut geraten.

    Gruß Mario
    Ein Gruß aus den Bergischen Land


    Pilzchips 40 / 13 PC fürs APR.


    Bei Geschmackprobe bitte nicht runter schlucken.

  • Hallo, Mario!


    Das war dann gut geraten. Oxyporus latemarginatus sollte eigentlich nicht selten sein. Etwas weiter den Rhein rauf (also bei mir in der Ecke) ist das sogar eine häufige Art, und im Herbst beim Treffen in Wiesbaden hatten wir ja auch eine üppige Kollektion an einem liegenden Ahornstamm. Was das Substrat betrifft, ist der nicht wählerisch, sogar einen Fruchtkörper an Kiefer hatte ich mal bekommen von einem Pilzkollegen hier aus der Ecke. Kann aber sein, daß der schon ab und an mit Oxyporus corticola verwechselt wird. Den hatte ich noch nicht, bzw. nur einmal Oxyporus ravidus aus Österreich bekommen. Die Gloeozystiden von O. corticola sind eventuell nicht immer leicht zu finden (waren sie bei O. raavidus jedenfalls nicht), aber die Breite der Subikulumhyphen gibt ja auch einen guten Hinweis (siehe den brauchbaren Schlüssel auf Franks Tomentella - Seite).



    LG; Pablo.

  • Hallo Pilzfreunde,


    ich hatte einiges zu mikroskopieren und bearbeiten (und Fertig bin ich immer noch nicht) das nimmt nun mal seine Zeit in Anspruch, leider muss ich zwischendurch auch noch Geld verdienen gehen ;(;(;(.


    Jetzt aber kommt ein bisschen was von mir.


    Der Anfang macht Phanerochaete sordida


    Hier verstecken sich ein paar Arten da muss ich noch mal genauer schauen, bleibt also erst mal als Aggregat stehen. Merkmale dieser Art sind die Cremefarbene, glatte Fruchtkörper. Mikroskopisch kommt man gut zur Gattung durch das fehlen der Schnallen, die etwas locker geschichteten Subikulum Hyphen und die schöne Lamprozystiden.


    Leider kein schönes Makrobild

    Die Inkrustierung bei den Zystiden sind ziemlich schnell weg.


    Auch nicht selten ist Systotrema brinkmannii, leider sind die typischen Zähnchen nicht immer so ausgebildet.


    Hier sind die 6 sporige Basidien ein gutes Erkennungsmerkmal um schon mal die Gattung klar zu machen.

    Die kleine Sporen machen dann den Rest


    Lyomyces sambuci ist jetzt auch ein Aggregat?

    Ein paar Becher zum Abwechslung.


    Mollisia lividofusca mal wieder ohne braunes Hymenium


    Dasyscyphella nivea ganz typisch



    Weiter geht es mit den Rindengedöns


    Den hatte ich schon lange nicht mehr.

    Granulobasidium vellereum gut zu erkennen durch seinen beinah runde dickwandige Sporen, und die Chlamydosporen.

    Hier rechts unten in Bild die Chlamydosporen


    Von Radulomyces confluens habe ich nur eine kurze mikro.


    Jetzt kommen wir mal zu den 2 Rindenpilze die Björn oben schon gezeigt hatte bei Nr. 3 (Björn, ich habe mir erlaubt deine Bilder auszuleihen, ich weiß das du nichts dagegen hast) ;-)


    Pilz 1 hat mich etwas genervt (nicht so viel wie Pilz 2) Hauptsächlich weil der an den Zystiden so komische Inkrustierungen hatte mit den ich nicht ganz klar kam. Der Pilz hat jedenfalls Zähnchen und ich denke das es sich um Fibrodontia gossypina handeln sollte, eigentlich bin ich mir ziemlich sicher.


    Ein interessanter Merkmal ist wohl die Orange Verfärbung mit KOH. Gelesen habe ich das Im Italienischen Forum und geschrieben hatte das Gérard Trichies.


    Hier noch ein paar Mikro.

    Die Zähnchen bestehen aus dickwandige Skelettoiden Hyphen die wie oben schon erwähnt mit inkrustierungen versehen sind, der gesamte Fruchtkörper ist auch mit Kristalle überseht.

    Auch die Sporen passen ganz gut dazu.


    Mit den Zweiten Pilz am Stamm komme ich nicht klar. Hyphoderma ist es nicht, ich komme aber noch nicht auf die Lösung, viell. fällt euch etwas dazu ein.


    Auch dieser Pilz hat schöne dickwandige Skelettoiden Hyphen, ne eigentlich sind es Zystiden.



    Das nächste was noch auffällt sind die Sternförmige Kristalle die überall verteilt sind.


    Danach wird es schwierig, die Hyphen sind stark verklebt und es ist sehr schwer die zu trennen ohne alles zu zerstören. Na ja irgendwann mit sehr viel Feingefühl habe ich geschafft ein paar Basidien zu sehen.



    Da war ich aber ziemlich überrascht als ich so was zu sehen bekam, sehen für mich wie Phragmobasidien aus. Mehr konnte ich aus den Pilz nicht raus holen, noch nicht mal Schnallen, bei den ich keine gesehen habe, konnte ich 100 Prozentig ausschließen. Jemand eine Idee was es sein könnte? Viell. in Richtung Sebacina? Ich wäre Dankbar für eine kleine Hilfe.


    Ich habe da noch ein Paar Schleimis ich weiß aber nicht ob ich die noch mache oder Jan-Arne gebe mal sehen. Und dann gibt es noch die 3 Anamorphe aus diesen Beitrag, jetzt kann ich mich darum kümmern.

    Gruß Mario
    Ein Gruß aus den Bergischen Land


    Pilzchips 40 / 13 PC fürs APR.


    Bei Geschmackprobe bitte nicht runter schlucken.

  • Servus Mario,


    der Corti mit den Sternkristallen und den auffälligen Zystiden dürfte Lagarobasidium detriticum sein. Die Phragmosbasidien passen aber nicht dazu - daher gehe ich davon aus, dass er von dem Pilz, zu dem diese Basidien gehören, parasitiert wird. Die Sporen passen auch nicht zu Lagarobasidium (müssten ein bisserl dickwandig sein und ein bisserl breiter). Es gibt ja z.B. Exidiopsis-s.l.-Arten, die in anderen Pilzen fruktifizieren. Um den Parasiten zu bestimmen, müsstest du den genauer analysieren (Schnallen? Wie sieht die Basidienbasis aus? Gibt es andere Auffälligkeiten?)


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Hallo Christoph,


    also doch ein Befall? Das war auch mein erster Gedanke gewesen nur es gibt nur diese Basidien und es ist schon verdammt schwer die aus zu machen. Bei Lagarobasidium detriticum war ich auch schon, nur habe ich es wieder verworfen da die Sporen auch zu größ sind und die Zystiden eigentlich dünnwandig sein sollten und nicht dickwandig andererseits sind die Sporen Cyanophyl gewesen was auch gut passen würde. Ich weiß nicht ob ich es schaffe da mehr raus zu holen ich werde es aber versuchen. Danke dir für den Tipp.

    Gruß Mario
    Ein Gruß aus den Bergischen Land


    Pilzchips 40 / 13 PC fürs APR.


    Bei Geschmackprobe bitte nicht runter schlucken.

  • JA!!!!!!


    Hallo Frank danke dir, jetzt kann ich mich richtig freuen für den Fund.


    Heterochaetella dubia, also doch kein Befall, den hätte ich aber auch lange suchen können in meinen Bücher.

    Gruß Mario
    Ein Gruß aus den Bergischen Land


    Pilzchips 40 / 13 PC fürs APR.


    Bei Geschmackprobe bitte nicht runter schlucken.

  • Hallo, Mario!


    Ui, tolle Funde! :thumbup:

    Die Heterochaetella dubia hatte ich ebenso wie Fibrodontia gossypina jeweils erst ein Mal unterm Mikro. und die Heterochaetella noch unter dem alten Gattungsnamen "Stypella" abgeheftet, und eben erst nicht wiedergefunden.

    Schön, die beiden nochmal live und in Farbe zu sehen.

    Meine Heterochaetella war noch ganz jung und "glasig:








    Beim Mannheimer Fund der Fibrodontia gossypina die Kristalle an den Hyphidien dafür zu dicken, klobigen Klumpen angewachsen (vielleichta auch, weil die Hyphidien so zusammenklebten):









    LG, Pablo.

  • Hallo Pablo,


    scheint bei dir auch ein Auwald Fund zu sein, ich meine die Fibrodontia hier in Bergischen konnte ich Sie bis her nicht finden, es ist wirklich interessant zu sehen wie die Pilz Funde sich unterscheiden je nach Ökologie und Standort, ich weiß es zwar aber es selbst zu erleben ist schon was anderes.

    Gruß Mario
    Ein Gruß aus den Bergischen Land


    Pilzchips 40 / 13 PC fürs APR.


    Bei Geschmackprobe bitte nicht runter schlucken.

  • Servus beinand,


    Heterochaetella dubia ist ein toller Fund. Ich war da ja total auf dem Holzweg und hatte mich von den Kristallen und der Form der Cystidenspitzen verleiten lassen. Ich hatte zwar schon die eine oder andere Stypella unter dem Mikroskop, aber noch nie Heterochaetella dubia selbst gesehen. Jetzt, wo man's weiß... ;-).


    Coole Sache - und es zeigt sich, wie so oft, wieviel Erfahrung Frank hat.


    Die Fibrodontia hatte ich auch noch nie unter dem Glas oder auch nur in der Hand.


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Hallo Björn,


    der eine Schleimer hört auf den Namen Perichaena corticalis und bei der Comatricha möchte ich mich anhand der Bilder nicht festlegen.


    LG, Jan-Arne

                                                                               
    Im Forum gibt es keine Verzehrfreigaben, nur Hilfestellungen zu eigenständigen Vergleichen!


    Hier findet ihr eine Übersicht über bestimmungsrelevante Informationen!

  • Hallo Björn,


    hat jemand von euch die Daldinia untersucht? Da gibts mehrere Arten; auch in der Größe. :)


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Hallo zusammen,


    wieder mal toll, was Mario da alles rausbekommen hat!


    Auch vielen Dank an Jan-Arne für die Bestimmung des einen Schleimers. Die Comatricha drücke ich dir dann bei Gelegenheit mal in die Hand ;)


    Ich muß gestehen, daß ich mich nicht mehr genau erinnere, inwiefern wir die Daldinia untersucht haben. Karl W war sich da aber ziemlich sicher. Vielleicht kann er da auch noch etwas zu sagen.


    Björn

  • Hallo Stefan

    Ich verwende gewöhnlich die Arbeit von Wollweber & Stadler ZfM 67/1. Das Vorkommen an Esche, die Größe der Fruchtkörper und der weit fortgeschrittene Entwicklungsstand bereits im März, lassen es m. E. zu auf eine genauere Untersuchung zu verzichten. Die Extraktion von Pigmenten in 10% iger KOH wird jedoch noch von einem weiteren Exkursionsteilnehmer durchgeführt.

    LG Karl

  • Ahoi!


    Zu der Frage von Mario nach dem Fundort: Sowohl die Fibrodontia als auch die Heterochaetella stammen aus Auwäldern hier in der Gegend, beide nahe am Rhein, einmal RLP - Seite einmal BW - Seite.


    Wenn du magst, kann ich dir ein Stückchen Fibrodontia schicken, Christoph.

    Ich wusste eben nicht mehr, ob ich die an Frank geschickt hatte, aber laut meiner Liste müsste das Material bei mir liegen und Ursula Sauter hat's mit abgesichert.



    LG; Pablo.

  • Servus Pablo,


    sehr gerne...


    Und ich werde wirklich alt. Ich hatte Heterochaetella dubia 2003 im Rahmen eines Kartierungsprojekts gefunden. Da man da aber am Fließband bestimmt, hatte ich das Mikrobild nicht mehr im Kopf. Ich hatte in meinen alten Notizen nachgesehen, da mir ja die Mikromerkmale des Fotos bekannt vorkamen und mir das jetzt keine Ruhe gelassen hat... und siehe da, jetzt weiß ich wieder woher... Auf Lagerobasidium kam ich wegen der Kristalle, aber die hat Heterchaetella dubia ja eben auch Sternkristalle.


    Jetzt fange ich schon an, Pilze wieder zu vergessen. Das ist der Anfang... ==Gnolm4


    Die Fibrodontia hatte ich aber wirklich noch nie. Da freu ich mich schoin drauf.


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Servus, Christoph!


    Beleg ist vorhanden und schon mal rausgekramt, kann also die Tage auf Reisen gehen.

    So am Rande: Interessierst du dich noch gelegentlich für Tubaria?
    Da hätte ich noch >so was<, wo's mir wiederstrebt, da einfach TuFur dran zu schreiben. Aber mangels Zeit und Erfahrung in der Gruppe täte ich die eigentlich schon gerne abgeben, wenn sich das nicht so über die Bilder doch als banale TuFur einordnen lässt (die ich aber mit solchen Schlachtschiffen von Fruchtkörpern noch nie gesehen habe).

    Ist aber nur dann relevant, wenn du damit sowieso beschäftigt bist, sonst wartet der Beleg halt einfach weiter auf eine andere Gelegenheit.



    LG; Pablo.

  • Servus Pablo,


    die Tubaria kannst du sehr gerne mitschicken. Ich schaue mir regelmäßig Tubarien aus dem Tubaria-furfuracea-Formenkreis an. Es ist halt (immer noch, seit Jahrzehnten) die Frage, was die Merkmale taugen. Sollte man die beschriebenen Taxa anerkennen, dann kann man grob sagen, dass...


    für Tubaria hiemalis das auch jung spärliche Velum universale, die durchaus kräftigen Fruchtkörper und die breiten Tramahyphen sprechen. Die Sporen sind nur recht klein,

    für Tubaria romagnesiana spricht, dass die Sporen so kleine sind, der Rest aber nicht

    für Tubaria furfuracea spricht alles, wenn man die drei zusammenschmeißt.


    Die Cheilozystiden scheinen aber generell sehr variabel zu sein, sodass sie mehr oder weniger wegfallen...


    Langer Rede kurzer Sinn: sehr gerne ;-)


    Liebe Grüße,

    Christoph

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