Beiträge von Tomentella

    Hallo Karl,


    diese langgestreckten Poren passen nicht so recht zu Spongipellis spumeus. Könnte das nicht einfach eine große Trametes gibbosa sein?

    S. spumeus ist frisch sehr saftig und braucht ewig um zu trocknen! Bis jetzt kenne ich diese Art nur von Pappel.


    LG

    Frank

    Hallo Armin,


    bei deinen Mikrofotos kann ich keine Dendrohyphidia erkennen. Die Sporen sind nicht cyanophil. Cyanophile Sporen bedeutet, dass die Sporenwände sich in Baumwollblau deutlich dunkelblau einfärben und vom blasseren Sporeninhalt abheben.

    Es spricht also alles für Crustomyces heteromorphus.


    LG

    Frank

    Hallo Pablo,


    der Größe und Form der Sporen folgend, würde Scopuloides leprosa und Phlebiopsis ravenelii in Frage kommen. Ph. ravenelii hat nur Lamprozystiden und keine apikal abgerundeten "Leptozystiden". S. leprosa hat diese apikal abgerundeten und teilweise fast kopfigen "Leptozystiden". Auch die Lamprozystiden mit seitlichen Auswüchsen kenne ich nur von S. leprosa. Das typische Kennzeichen, deutliche dicke Rhizomorphen, fehlt allerdings bei deinem Fund. Also so recht entscheiden kann ich mich hier nicht. Kannst den Fund ja bei Gelegenheit mal mit zu mir senden.


    LG

    Frank

    Hallo Bernd,

    Moin, wenn ich sowas von Kiefern aus einem feuchten Standort sammle (Moorwald, Bruchwald - den gibts hier auch mit Kiefern), sollte das doch auch jetzt gehen, oder ist das zu früh in der Entwicklung?

    meine Erfahrung ist, dass die meisten Frühjahrsfunde bei Corticiaceen entweder überständig oder zu jung sind, abgesehen von den wenigen "kälteliebenden" Arten, die über das Winterhabjahr vorkommen. Im Sommer braucht man dann eher feuchte Gebiete, sonst drohen Trockenschäden. Es bleiben für das Hauptvorkommen dann doch nur wieder die Herbstmonate September bis November. Hat man genügend Funde zur Verfügung, ist dieser Trend deutlich in Phänologie-Diagrammen ersichtlich.


    LG

    Frank

    Hallo Pablo,


    bei schwach amyloiden Zystiden sind diese in Melzer nur grau, bei stark amyloiden dunkelblau. Bei Frischmaterial sind die Unterschiede wahrscheinlich deutlicher!? Für deine T. glebulosus ist die Amyloität so passend, wie du sie darstellst.

    Ich sende dir mal per Email einen Artikel von Frank Oberwinkler über die Gattung Tubulicrinis, wo Tubulicrinis globisporus noch unter Tubulicrinis cf. callosus beschrieben und bebildert ist. Ansonsten habe ich auch nur die Beschreibung aus den nordischen Corticiaceen Werk.


    LG

    Frank

    Hallo Pablo,


    schade, dass man bei deinen Bildern keine intakten Zystiden erkennen kann, auch keine ansatzweise kopfigen. Bei der Sporenform bleiben natürlich nicht viele Arten übrig. Tubulicrinis accedens wird nur durch die Sporenform von T. themometrus getrennt, von einigen Autoren auch synonymisiert. Tubulicrinis inornatus hat andere Zystiden und Tubulicrinis cinctus eine nur schwache Jod-Reaktion. Wenn deine Zystiden deutlich amyloid sind, kommt eigentlich eher T. gobisporus in Frage, da die Arten mit kopfigen Zystiden auch nur schwach amyloide Zystiden besitzen.

    Die Art kenne ich aus Österreich und Tschechien. Kannst den Fund ja nochmal mit meinem Vorschlag vergleichen.


    LG

    Frank

    Hallo Heide,


    Junghuhnia nitida hat Porengrößen von 5-7 P/mm, A. romellii von 6-8 P/mm, also sehr ähnlich. Erstere hat breit elliptische Sporen (4-4,5 x 2,5-3 µm) und inkrustierte Zystiden, letztere hat schmal elliptische Sporen (3,5-4 x 2-2,5 µm), beide sind dimitisch, falls du mikroskopieren solltest.


    LG

    Frank

    Hallo Andreas,


    Antrodiella romellii kann ebenfalls orangefarbene Töne haben. Auf dem Foto hier sind sie natürlich sehr intensiv, was eventuell auch an der Kamera oder den Lichtverhältnissen liegen kann. Bei Porling auf Porling sollte man Antrodiella immer mit erwägen. Andererseits habe ich Junghuhnia nitida auch schon extrem blass gefunden. Wenn die Farben stimmen, ist J. nitida die bessere "Wahl".


    LG

    Frank

    Hallo Heide,


    sieht schon mal toll aus, dieser Porling auf Porling. Auf anderen Porlingen wachsen gern Vertreter der Gattung Antrodiella (mit orange Tönen z.B. A. romellii). Farblich und mit kleinen Poren könnte hier auch Junghuhnia nitida in Frage kommen. Ohne Mikroskopie kommen wir hier aber nicht weiter.


    LG

    Frank

    Hallo Nosozia,


    Hermann Jahn schreibt: "Im Winterhalbjahr sind die Poren mehr oder weniger durch blaß- bis goldgelbe Harzausscheidungen verschlossen!"

    Ich empfehle ebenfalls, den Standort zu beobachten. Vielleicht kommen mal frische kupferrote Lackporlinge zum Vorschein. Kann aber dauern, sie bilden nicht jedes Jahr Fruchtkörper. :)


    LG

    Frank

    Hallo Thorben,


    wenn die Porengröße 5-7 p/mm ist, kommt mit dieser Sporenform und -größe nur Phellinus (Fuscoporia) ferreus in Frage. Bei Porengrößen 2-3 p/mm kann man noch an Ph. contiguus denken, aber da sind die Sporen breiter (3-3,5 µm).

    Die Setae auf deinem Foto passen doch (!?) und auch das Substrat.


    LG

    Frank

    Hallo Nosozia,


    noch ein Hinweis zur Unterscheidung Ganoderma resinaceum und G. pfeifferi: G. resinaceum hat hellbraunes Fruchtfleisch und der extrem seltene

    G. pfeifferi hat dunkelbraunes Fruchtfleisch.


    LG

    Frank

    Die niveocremeum - Sporen sind von der Kollektion, die ich dir mal geschickt hatte, Frank. Eventuell hast du den Beleg noch (13.02.2018, Südhessen, Viernheimer Heide, Glockenbuckel, Pinus).


    Hallo Pablo,


    deinen Fund von der Viernheimer Heide habe ich mir heute nochmal genau angeschaut. Unser unterschiedliches Funddatum ist sicher nur eine Verwechslung.

    In deinem Fund sind hauptsächlich 4-sporige Basidien zu finden. Neben wenigen 6-sporigen Basidien gibt es einige 2-sporige Basidien, die auch die tlw. zu großen Sporen erklären.

    Zur Sporenform muss man die Entwicklung der Sporen auf den Sterigmen beobachten. Die sehr jungen Sporen beginnen rund, im „pubertären“ Alter sind sie elliptisch und erst im ganz reifen Alter strecken sie sich zu zylindrischen Sporen. Sie sind einseitig etwas konkav und wenn diese Seite im Präparat nach unten liegt, wirken sie weiterhin schmal elliptisch. Zylindrisch-suballantoide Sporen findet man also nur in richtig reifen Fruchtkörpern. Dein Fund passt sehr gut zu meinem 4-sporigen Fund, der ja auch durch Sequenzierung zu S. niveocremeum „gemacht wurde“, obwohl Hallenberg und auch Elia Martini (seine Zeichnung im Anhang) ihn morphologisch für eine unbeschriebene Art der Gattung Sistotremastrum hielten.


    Ich bin mir aber sicher, dass zukünftig noch weitere Arten in dieser Gattung beschrieben werden, was die jetzige Variablität eigentlich andeutet.


    LG

    Frank

    Sistotremastrum_sp.pdf

    Hallo Matthias,


    dein Beitrag kam gerade parallel rein. Allein den Sporengrößen folgend, würde dein Fund schon zu S. guttuliferum passen. Irritierend sind die konstant siebensporigen Basidien. Den Fund von Thorben kann ich so nicht einschätzen. Aber er schickt mir ja immer mal was zu, dann können wir das klären. Wenn du willst, schau ich mir deinen Fund auch mal an.


    LG

    Frank

    Hallo Pablo und Matthias,


    @Pablo- Dein Fund von der Viernheimer Heide war vom 06.04.2018! Das Exsikkat habe ich noch. Sporenbreiten bis 5,5 µm, wie du sie oben angibst, wären mir allerdings aufgefallen. Da kann was nicht stimmen. Ich schau mir das Exsikkat morgen nochmal an. Die Sporen bei S. niveocremeum wirken normalerweise immer schlanker als bei S. guttuliferum. Bei Eriksson in NC werden die Sporen von S. niveocremeum als "ellipsoid-subcylindrical-suballantoid" bezeichnet, was die etwas variable Form erklärt. Man findet bei einem Sporenabwurf ja auch immer Sporen die von Form und Größe abweichen und die je nach Lage im Präparat die Form "wechseln"!

    Aber ist das dann tatsächlich das, was in der Telleria - Arbeit als S. chilensis vorgestellt wird?

    @Matthias- Ich weiß nicht, was dein Fund tatsächlich darstellt. Ich würde hier ebenfalls eine Sequenzierung vorschlagen. Konstant siebensporige Basidien habe ich noch nie gesehen und kann ich mir auch nicht erklären. Das widerspricht jeder normalen Zellteilung. Als Amateur würde ich hier einen Gendefekt vermuten, der die achte Sterigme verkümmern lässt. Ob das nur eine wilde Theorie ist, kann Christoph vielleicht beurteilen.


    LG

    Frank

    Hallo ihr beiden,


    die Gattung Sistotremastrum ist ja durch ihre leicht gestielten und mehrsporigen Basidien gekennzeichnet, deren Sterigmen nach dem Sporenabwurf nach innen zusammenfallen und die Basidien sehen dann oben wie abgeschnitten aus. Die Anzahl der Sterigmen ist sehr variabel. Sie kann von 4-8 reichen und ist kein Kriterium für eine bestimmte Art dieser Gattung. Ich hatte einen Fund einer komplett viersporigen Art, die Nils Hallenberg für Sistotremastrum spec. nov. hielt und die nach der Sequenzierung doch „nur“ S. niveocremeum war.


    2017 stieß ich in Sachsen auf zwei Sistotremastrum- Funde, die mit ihren Sporenmaßen zwischen S. suecicum und S. niveocremeum lagen. Zeitgleich fand noch Hans Bender in NRW diese „neue“ Art und schickte sie mir zur Bestimmung. Inzwischen hatte ich den Artikel von Telleria et al. (2012) zu Sistotremastrum guttuliferum bekommen, wo diese Art auf den Azoren und Madeira gefunden und neu beschrieben wurde. Zu dieser neuen Art passten meine Sporenmaße und -formen exakt und ich ließ meine Funde sequenzieren, mit dem Ergebnis, dass sie zu 99-100 % mit den makronesischen Funden übereinstimmten. Die namensgebenden Tröpfchen in den Subikularhyphen von S. guttuliferum sind allerdings nicht konstant und können auch in S. niveocremeum vorkommen. Die aus Chile neu beschriebene S. chilensis ist nur durch schmälere und langzelligere Subikularhyphen von S. guttuliferum unterschieden und hatte sicher den gleichen Vorfahren in der evolutionären Entwicklung.


    Die Sporenmaße der drei in Deutschland vorkommenden Arten überlappen sich in der Länge leicht und man muss deshalb die Sporenbreite und –form berücksichtigen. Während S. suecicum die schmalsten Sporen besitzt (4,5-6 x 1,5-2 µm), sind S. guttuliferum durch schmal elliptische Sporen (5–6.5 × 2.5–3 μm) und S. niveocremeum mit zylindrischen bis suballantoiden Sporen (6–9 × 2.5–4 μm) gekennzeichnet.


    LG

    Frank

    Hallo Bernd,


    makroskopisch passt dein Bild weder zu Fibroporia citrina noch zu Antrodiella citrina. Kannst du was zur Konsistenz dieses Pilzes sagen? Ist er ziemlich fest oder wachsartig? Irgendwie erinnert er mich an die Gattung Ceriporia. Richtig weiter kommen wir also nur mit mikroskopischen Merkmalen.


    LG

    Frank


    P.S. Da war gerade Andreas schneller mit ähnlicher Vermutung!

    Hallo Thorben,


    auf Grund der makroskopischen Merkmale und der Sporengröße und -form, halte ich das für Phlebiella (Xenasmatella) tulasnelloidea, wie Andreas schon angedeutet hat.

    Die Gattung Trechispora hat meist kleinere Sporen und keine "schleimigen" Fruchtkörper. Wenn du noch Pleurobasidien findest, ist das Rätsel gelöst.


    LG

    Frank