Beiträge von Tomentella

    Hallo zusammen,


    die Unterscheidung dieser Arten ist mikroskopisch schwierug. Makroskopisch, ökologisch und geografisch gibt es schon einige Unterschiede und zusammen mit chemischen Reaktionen, wie z. B. amyloide Strukturen, kann man enige dieser neuen Arten unterscheiden. Postia caesia (meist Nadelholz) und Postia alni (meist Laubholz) sind die häufigsten Arten aus dieser Gruppe in Deutschland. Die bei uns oft als P. subcaesia bestimmten Funden beziehen sich wahrscheinlich größtenteils auf P. alni. P. subcaesia hat ihre Hauptverbreitung mediterran (wie oben schon erwähnt) und bildet ziemlich große Fruchtkörper bis 11 cm, die auf dem Hut deutlich behaart sind. Postia alni ist eher kahl auf dem Hut.


    @Thorben, deine Sporenmaße würden nicht zu P. alni und auch nicht zu P. subcaesius passen (vorallem wegen der Sporen bis 1,9 µm Breite), eher zu P. simulans, aber in der Gruppe der bläulichen Saftporlinge bin ich auch noch am Lernen.


    LG

    Frank

    Hallo Thorben und Werner,


    es gibt "Dank" der Genetik inzwischen 24 (!) blauende Postia Arten. Es wird immer schwieriger, die Arten morphologisch zu unterscheiden.


    Postia caesia complex (Polyporales, Basidiomycota) in temperate Northern Hemisphere

    O. Miettinen*, J. Vlasák, B. Rivoire, V. Spirin 2018

    doi.org/10.3114/fuse.2018.01.05


    "Abstract: Taxonomy of the Postia caesia complex is revised based on morphology and two genetic markers, ITS and tef1.

    In total, we recognize 24 species, multiplying the known species diversity in the complex. We provide descriptions for 20

    temperate Northern Hemisphere taxa. Identity of the core species, P. caesia, is re-established, and a neotype from the

    type locality is selected. Four new combinations are proposed, and 10 new species are described: P. arbuti, P. auricoma,

    P. bifaria, P. comata, P. cyanescens, P. glauca, P. livens, P. magna, P. populi, and P. yanae."


    LG

    Frank


    P.S. Ist vielleicht besser sich mit Kriechtieren zu beschäftigen. Da gibt es in Deutschland nur 13 Arten.:D

    Hallo zusammen,


    nur zur Info: Sarcodontia crocea (Schwein.) Kotl. 1953 ist eine amerikanische Art und inzwischen von Karen Nakasone zu Phlebia hydnoidea gestellt. Der entsprechende Artikel ist noch nicht veröffentlicht, soll aber dieses Jahr noch erscheinen. Die europäischen Funde müssen Sarcodontia setosa (Pers.) Donk 1952 heißen. Es bleibt für uns natürlich der Apfelbaum-Stachelschwamm, den ich bis jetzt vier mal in Sachsen gefunden habe. Er kann auch an Buche vorkommen, wie z. B. 2016 im NP Sächsische Schweiz.


    LG

    Frank

    Hallo Bernd,


    Nr. 2 könnte tatsächlich Inonotus leporinus sein. Da ich diesen Porling noch nicht live gesehen habe, wäre ich sehr interessiert, dir diesen Fund durch ein zugeschicktes Exsikkat zu bestätigen.


    LG

    Frank

    Hallo Björn,


    mit Nr. 2 und Nr. 3 liegst du richtig.

    Nr. 1 und Nr. 4 würde ich mir gern mal ansehen


    LG

    Frank


    P.S. Das waren alles erstmal nur sehr kurze Kommentare zwischen zwei Tagungen, wo man nicht weiß, was man zuerst machen soll. :)

    Hallo Bernd,


    Bild 2 könnte eventuell Abortiporus (Loweomyces) fractipes (Bruchwald-Saftporling) darstellen. Schwarzerle als Wirt würde gut passen. Die Art ist sehr selten.


    Bild 4 könnte auch Antrodia xantha sein. A. alpina färbt sich mit KOH schön rot. A. xantha verfärbt sich nicht. Teste doch mal.


    LG

    Frank

    Hallo Harald,


    deiner Beschreibung und den Fotos folgend, würde ich hier sogar Tomentella sublilacina s. str. favorisieren. Natürlich mit der Einschränkung, dass ich den Fund nicht selbst in der Hand hatte.


    LG

    Frank

    Wie sieht es eigentlich mit Sequenzierung bei Tomentella aus?



    Hallo Harald,


    in dieser Gattung passiert es oft, dass eine Sequenzierung nicht gelingt. Die genauen Gründe kenne ich auch nicht. Entscheidend ist aber die Untersuchung der Typen, die hauptsächlich von Elia Martini aus der Schweiz durchgeführt wird. Nach seinen morphologischen Erfahrungen dieser Arbeit gibt es sehr viel mehr Arten, als bis jetzt bekannt sind. Da sich kaum die älteren Typen der Arten sequenzieren lassen und die morphologischen Unterschiede schwierig zu interpretieren bzw. in einem Schlüssel unterzubringen sind, sind nachvollziehbare Neubeschreibungen ein große Herausforderung. In den letzten Jahren haben chinesische und skandinavische Mykologen bei den tomentelloiden Pilzen neue Arten beschrieben, die wir (Elia Martini und ich) trotz 25 jähriger Erfahrung, oft nicht nachvollziehen können.


    LG

    Frank

    Hallo Harald,


    in Kongorot habe ich Tomentellen sehr selten mikroskopiert, sodass ich zu den Farben in diesen Medium nicht viel sagen kann. Tomentella ellisii darf in KOH keine braunen Hyphen haben. Die Sporenstacheln sind mir für T. ellisii auch etwas zu lang. Wenn die Sporen nicht so relativ regelmäßig wären, würde T. sublilacina besser passen, was Pablo auch schon erwähnte. Es kommt also auf eine intermediäre Form zwischen T. ellisii und T. sublilacina raus, die ich nicht genau einordnen kann. Allerdings habe ich mehrere ähnliche Funde. Wenn du länger mit Tomentellen arbeitest, musst du mit diesen Problemen "leben", was die Undankbarkeit dieser Gattung aufzeigt. Einen Schlüssel zu kreieren, der all diese Abweichungen berücksichtigt ist die größte Herausforderung.


    LG

    Frank

    Hallo Mario,


    Nr. 1- könnte Tomentella terrestris sein, farblich nicht ganz passend, Funde auf Erde weichen oft von der typischen Form ab, T. terrestris hat immer eine glatte, feste Oberfläche (im Gegensatz zu den anderen eher filzigen Oberflächen der Tomentellen)

    Nr. 2 - Tomentella sublilacina s.l.

    Nr. 3 - Tomentella ellisii s.l., da es sich wie bei T. sublilacina um einen Komplex handelt


    LG

    Frank

    Hallo Bernd,


    ob das nun gleich ein unbeschriebener, gestielter Porling ist, kann ich schlecht einschätzen. Nach den Bildern fällt mir momentan nichts ein. Du kannst mir ja mal eine Kollektion dieses Porlings (getrocknet, damit nichts passiert) zusenden und ich würde mich dann drum kümmern. Ich treffe mich dieses Jahr ja auch noch mit Bernard Rivoire in Frankreich.


    Liebe Grüße

    Frank

    Hallo Mario,


    Tomentella botryoides sieht vom Hymenophor immer dunkelgrau bis braunschwarz aus und hat einen schönen rostfarbenen Rand. In deinem ersten Foto kann man das erahnen. Das Verblassen im trockenen Zustand ist eher ungewöhnlich. Mikroskopisch passen deine Fotos gut zu dieser nicht seltenen Art.


    Liebe Grüße

    Frank

    Hallo Mario,


    wenn es denn eine Trechispora ist, kommst du bei den glatten Sporen und der Sporengröße in meinem Schlüssel (auf Tomentella) zur Frage 8:

    8. Kristalle stäbchenförmig mit gespaltenen Enden T. cohaerens

    8. Kristalle anders T. confinis


    Versuch das mal unter dem Mikroskop zu klären. Gelbe Rhizomorphen kann ich nicht so richtig erkennen, aber vielleicht gehören die gar nicht dazu.


    LG

    Frank

    Hallo Björn,


    deine Tomentella ist eine junge T. punicea. Wenn sie reift, wird sie von der Mitte aus bräunlich und fester mit einer granulosen Oberfläche und es bleibt dann nur ein farbenfroher, byssoider Rand. Wie man auf deinen Fotos gut sieht, färbt sich das Präparat in KOH gelbgrün, ebenso wie einige Basidien. Bei der farblich ähnlichen, deutlich dimitischen, dunkelrostroten Tomentella umbrinospora färbt sich das Präparat in KOH intensiv bernsteinfarben. Diese Farbunterschiede im Präparat könnte ich in meinem Schlüssel noch aufnehmen, um beide Arten besser trennen zu können.


    LG

    Frank

    Hallo Björn,


    der amyloide Apikulus bei dieser Art ist das Kennzeichen für die sensu stricto Art. Es gibt diese amyloide Reaktion noch bei Tomentella ramosissima, die derzeit in Europa noch als Synonym zu Tomentella lapida geführt wird, aber wahrscheinlich eine eigenständige amerikanische Art ist. Außerdem bei den außereuropäischen Arten Tomentella amyloapiculata Yorou 2012 (Afrika), Tomentella subamyloidea Agerer & Bougher 2001 (Australien) und den seltenen Arten Tomentella fuliginea (Burt) Bourdot & Galzin 1924 und Tomentella fuscoferruginosa (Bres.) Litsch. 1939.


    LG

    Frank