Beiträge von Tomentella

    Hallo romana,


    vielen Dank für die Info. Dann ist ja dieser Fund erstmal "abgehakt".


    @Pablo- Wenn du dir das Buch von Bernard Rivoire bestellen willst, sende ich dir seine Email-Adresse. Es ist allerdings in französisch, nur Schlüssel sind zusätzlich in englisch.


    LG

    Frank

    Hallo Romana und Pablo,


    die exakteste Sporenmessung von Bernard Rivoire bei Ceriporia mellita ist in seinem neuen Buch: (4,7)5,5-6,5(6,9) x (1,4)1,5-1,7(1,9) µm.

    Romana liegt also nur unbedeutend drüber. Kann aber auch eine normale Abweichung der Kalibrierung sein.

    @Romana- kannst mir den Fund zur Begutachtung gern mal schicken,



    LG

    Frank

    Hallo Romana,


    makroskopisch und deiner Sporenangabe folgen, könnte es Ceriporia mellita sein. Sie gehörte früher zum C. purpurea- Komplex und wurde dann als Ceriporia herinkii beschrieben (jetzt Synonym). Sie ist in Europa nicht selten. In Deutschland habe wir erst vier Fundpunkte, was sicher nicht der tatsächlichen Verbreitung entspricht.


    LG

    Frank

    Hallo Romana,


    dass der Byssocorticium von Irmgard sequenziert werden soll, finde ich sehr gut. Vielleicht bringt das etwas Licht in dieses Thema, vorausgesetzt es befinden sich belastbare Vergleichssequenzen in den Datenbanken.

    Kannst du mir bitte noch den Fundort und das Funddatum zukommen lassen, damit ich das Exsikkate richtig beschriftet in meinem Herbar ablegen kann.


    Liebe Grüße

    Frank

    Hallo Romana,


    die relativ dicken, ockerfarbenen Fruchtkörper, die allantoiden Sporen und die sich in KOH auflösenden Lyozystiden sind die unverwechselbaren Merkmale dieser Art, die auch meist an Kiefer wächst.


    LG

    Frank

    Hallo Phillip,


    bitte die Funddaten zu mir (Fundort, Funddatum, Finder, MTB, Wirt). Ich leite die Daten dann auch noch zum Kartierungsbeauftragten des entsprechenden Bundelandes weiter.


    Zur Unterscheidung von P. arcularius und P. brumalis ist die Porengröße ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal:


    P. arcularius 1-3 Poren/mm

    P. brumalis 3-4 Poren/mm


    Meist sind die Fruchtkörper von P. arcularius relativ klein.


    Mikroskopisch hat P. brumalis Sporen 6-7 x 2-2,5 µm, P. arcularius 7-9 x 2,5-3 mm


    LG

    Frank

    Hallo Pablo,


    wenn ich deiner Dokumentation folge, kann ich deiner Bestimmung nur zustimmen. Die Zähne können teilweise noch länger werden als in der Literatur erwähnt. Bis ich 2018 die Art mal selbst in Frankreich gefunden habe, war sie für mich eher ein Alien, an dessen Existenz ich nicht so recht glauben wollte. Die typischen Lamprozystiden, Sporenform und -größe, alles passt.


    Liebe Grüße

    Frank

    Hallo Maria und Pablo,


    Maria: das scheint ja auch botanisch eine sehr interessante Gegend zu sein, wenn ich deine Pflanzenliste lese. In einem Mischwald den zugehörigen Mykorrhiza-Partner zu erkennen ist natürlich ein schwieriges Unterfangen. Die Wurzelausdehnung eines Baumes kann ja bis zur dreifachen Größe der Krone reichen.


    @Pablo: Bei meinen beiden Exsikkaten von Sarcodon glaucopus funktioniert der KOH-Test auch nicht mehr. Wahrscheinlich geht das nur bei Frischmaterial.

    Diese Vergesellschaftung von Stachelpilzen habe ich auch schon gehabt und vielleicht ist da halt ein idealer Standort bzw. eine bestens funktionierende

    Wurzelsymbiose vorhanden.

    Die ökologische Bestimmungshilfe in diesen interessanten Mischwald werden wir wohl nicht in Anspruch nehmen können. Gehen wir von Laubbäumen

    als Mykorrhiza-Partner aus, bleibt bei den "kleinsporigen" Arten der Gattung Sarcodon (Sporen < 6,5 µm) nur noch S. lepidus, eine Art die ich noch nicht gesehen habe.

    Da die meisten Stachelpilze zu den Theleophorales gehören, wundern mich die Bestimmungsprobleme nicht, da ich diese genügend von den tomentelloiden Pilzen kenne.


    LG

    Frank

    Hallo Maria,


    da die Gattung Sarcodon auch zu den Mykorrhiza-Pilzen gehört, wäre die Ökologie auch ein wichtiger Hinweis zur Bestimmung. Dein Fund hat viele Merkmale von Sarcodon glaucopus (makroskopisch passend, mikroskopisch sind schnallenlose Hyphen und die Sporengröße passend). S. glaucopus ist allerdings an Nadelbäume gebunden, im Flachland an Pinus im Bergland an Picea (dort auf basischen Standorten). Wäre dein Fund eindeutig unter Laubbäumen, könnten man S. glaucopus ausschließen.

    S. glaucopus wird im Fleisch mit KOH blaugrün, der ähnliche S. fennicus hat keine Farbreaktion mit KOH. Der ebenfalls unter Laubäumen wachsende S. scabrosus hat grobe "Schollen" auf dem Kopf und fällt m.E. hier raus.


    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende

    Frank

    Also - ich habe da jedenfalls noch Schwierigkeiten, da den Unterschied in der Dextrinoidität zu erkennen...

    Hallo Pablo,


    nach deinen Bildern hätte ich das auch.

    Ich habe natürlich die Dextriniodität bei makroskopisch eindeutigen Funden selten geprüft, werde das aber nun öfter machen.


    LG

    Frank

    Hi Pablo,


    der Hauptunterschied zwischen Coniophora arida und C. puteana ist die chemische Reaktion der Sporen in Melzer. C. arida ist stark dextrinoid und C. puteana schwach oder nicht dextrinoid.


    Zur Unterscheidung reifer Fruchtkörper:

    C. puteana hat gelbbraune, dann braune Sporen in KOH und dicke, ablösende Fruchtkörper


    C. arida hat erst gelbe, dann gelbbraune Sporen und dünnere, anhaftende Fruchtkörper.


    Die Varietät C. arida var. suffucata (wahrscheinlich dein Fund?) ist durch starke Inkrustationen der Hyphen gekennzeichnet und besitzt meist deutliche Rhizomorphen und fimbriate Ränder im Gegensatz zu C. arida var. arida.


    LG

    Frank

    Hi Pablo,


    ja, das problematische Präparieren bei dieser Art ist typisch durch die dichten Strukturen. Du kannst mir gern das Exsikkat mal zusenden.

    Deine purpurschwarze KOH-Reaktion ist mir allerdings noch nie aufgefallen. Ich hab mal meine Proben getestet, da passiert mit KOH kaum eine Farbänderung.


    LG

    Frank

    Hallo Pablo,


    makroskopisch passt dein Fund zu Conferticium ochraceum/insidiosum und auch mikroskopisch, wenn er keine Schnallen hat und die Sporen wirklich glatt sind. Die 1 µm zu kurzen Sporen würden mich nicht vorrangig stören. Das Problem wäre wieder die Trennung beider Arten, was einige Mykologen nicht für richtig halten (z. B. Ginns & Freemann (1994): The Gloecystidiellaceae of North America). Sie schreiben auch von teilweise cyanophilen und dextrinoiden Reaktionen bei europäischen Funden. Wenn man beide Arten trennen will, hat man ein ähnliches Problem wie bei Antrodia serpens und A. heteromorpha, die auch hauptsächlich ökologisch trennbar sind. Conferticium ochraceum (14 Funde) kenne ich nur von Picea aus höheren Lagen, Conferticium insidiosum besiedelt Laubholz in wärmeren Lagen (z. B. Quercus in Frankreich).


    LG

    Frank

    und nenne meine "niveas" S. nemoralis s.l.

    Hallo Werner,


    Skeletocutis nemoralis s.l. wäre natürlich auch eine gute Benennung, so mal S. nemoralis höchstwahrscheinlich die häufigere Art in Deutschland sein wird. Ich wollte nur nicht in Mykis neben dem Aggregat, in das erstmal alle S. nivea-Funde automatisch gerutscht sind, noch eine sensu lato Art dieses Komplexes einfügen.


    LG

    Frank

    Hallo Pablo,


    hier stoßen wir Amateure leider an unsere Grenzen, besonders bei diesen kryptischen Arten. Morphologisch habe ich bei meinen Exsikkaten bis jetzt auch keine nachvollziehbaren Unterschiede feststellen können. Bleibt allein die Ökologie, wobei Skeletocutis nemoralis hauptsächlich an Fraxinus vorkommen soll, aber eben nicht immer. Die Funde unter dem Aggregat Skeletocutis nivea ss. auct europ. abzulegen, wäre vielleicht wissenschaftlich korrekt, macht einen aber nicht sehr glücklich, zumal die Skeletocutis nivea ss. str. eine tropische Art ist, die 1838 von Junghuhn aus Indonesien (Java) beschrieben wurde.

    Solange es keine privaten Schnelltests zur Genanalyse gibt, werden wir noch öfter vor solchen Problemen stehen. :-)


    Ich wollte Otto Miettinen mal Exsikkate zur Bestimmungshilfe zusenden, aber er hat dankend abgelehnt. Die Unterscheidung wäre auch für ihn nur genetisch möglich!


    Liebe Grüße

    Frank

    Hallo Pablo und Werner,


    @ Werner: hast du die zweite Edition von Ryvarden/Melo? In der ersten steht es noch so drin, wie Pablo es ausdrückt. In Spirin, Vlasak, Niemelä & Miettinen in Mycologia, 105(6), 2013 "What is Antrodia sensu stricto?" ist A. albida schon Synonym zu A. heteromorpha und hier werden beide Arten im Schlüssel so unterschieden:


    7. Pores 8–13 per cm, in mature basidiocarps fusing

    together in an irregular manner, with serrate or lacerate

    dissepiments. Basidiocarps often pileate, cream-colored.

    Mainly on gymnosperms . . . . . . . . . . . . A. heteromorpha

    7. Pores 12–17 per cm, usually not fusing together,

    with even dissepiments. Basidiocarps resupinate,

    sometimes with slightly projecting upper margin,

    brownish. Almost exclusively on angiosperms.

    Central and southern Europe . . . . . . . . . A. serpens


    Nach meiner Erfahrung ist der beste Unterschied dieser beiden Arten die Ökologie. A. serpens ist eher wärmeliebend und an Laubholz gebunden.

    A. heteromorpha ist nur in den rauhen Kammlagen der deutschen Mittelgebirge (Harz, Erzgebirge, Bayerischer Wald) an Picea zu finden.


    LG

    Frank

    Hallo zusammen,


    Radulomyces rickii wird mit 3 % KOH bräunlich, das ist richtig. Mit 20 % KOH ergeben sich oft andere Ergebnisse in der Färbung von Corticiaceen als mit 3-5 % KOH. Ich glaube nicht, dass R. rickii an Nadelholz vorkommt. Also entweder es ist nicht R. confluens oder das 20% ige KOH narrt uns. Ich kann es momentan leider nicht nachvollziehen, da ich solch starkes KOH nicht im Hause habe.


    LG

    Frank

    Hallo Andreas und Pablo,


    Tyromyces chioneus hat außer breiteren Sporen (1,5-2 µm) bei P. tephroleuca (1-1,5 µm) immer in der Röhrentrama lange, dünne und unseptierte Skeletthyphen, die sich einzeln durch's Präparat schlängeln.

    Makroskopisch sind bei T. chioneus normalerweise der süßliche Geruch und die glatte Hutdeckschicht auffällig.

    Am Standort könnte man noch nach der Fäuleart unterscheiden. Postia erzeugt Braunfäule, Tyromyces Weißfäule.


    LG

    Frank