Beiträge von Tomentella

    Hallo Romana,


    das sieht sehr nach einer Byssocorticium-Art aus. Man muss bei den blauen Arten die Schnallenverhältnisse und die Sporengrößen beachten:

    B. efibulatum, ohne jegliche Schnallen, Sporen 3-4 µm

    B. caeruleum, ohne jegliche Schnallen, Sporen 4,5-5,5 µm

    B. atrovirens, mit Schnallen an den meisten Basidien, Basalhyphen nur vereinzelt mit Schnallen, Sp. 3-4 µm, häufigste Art, Mykorrhiza-Partner oft Buche

    B. pulchrum, mit Schnallen an den meisten Basidien, Basalhyphen nur vereinzelt mit Schnallen, Sp. 5-6 µm


    Beste Grüße

    Frank

    Tomentelloide Pilze wachsen gern mal über Steine drüber. Die filzig-spinnwebigen Fruchtkörper von Amaurodon müssten sich abziehen lassen, so dass du nicht den ganzen Stein zu Pablo tragen musst. :) Wenn es ein Vertreter der Gattung Amaurodon sein sollte, dann höchstwahrscheinlich A. atrocyaneus. Amaurodon viridis ist zähnig und grünlich.

    Und wenn es doch Farbe ist, gibt es was zu Lachen.


    LG

    Frank

    Hallo Christoph,


    wenn du die Kremplinge mal ansehen würdest, wäre ich dir dankbar. Es sind ja nicht viele Arten in Europa. Ich sende dir per Email einen Auszug in Excel.


    Die Missverständnisse mit Josef sind längst aus den Weg geräumt. Ich habe nur nochmal die Umstände erklärt, damit bei den Forumnutzern nicht der Eindruck entsteht, es werden Verbesserungen an der Taxrefliste nicht akzeptiert bzw. es werden keine Spezialisten einbezogen, im Gegenteil.


    Da gerade für unsere Sachsenflora die Boletales anstehen, werden wir das L. albostipitatum/L. leucopodium- Problem nomenklatorisch vernünftig lösen. Der Bearbeiter der Gattung Leccinum wird sich sicher mal bei dir melden.


    Beste Grüße

    Frank

    Hallo Christoph,


    Zitat

    Die Taxref-Liste der DGfM hat es so übernommen und ich fürchte, dass keine Spezialisten dort hinzugezogen werden. Man sollte die Gattungen den Spezialisten überlassen (z.B. Ramaria dem Josef Christan - er hat drei Jahre gekämpft, bis seine Verbesserungen der TaxRef-Liste übernommen wurden - da habe ich es hautnah erlebt, wie schwierig es sein kann, als Spezialist die Taxrefliste überarbeiten zu "dürfen").


    Als Verantwortlicher der Taxrefliste und im Namen der vielen Gattungsspezialisten, die an ihr mitarbeiten, muss ich doch auf deine Kritik kurz antworten:

    Eine lange Liste von Gattungsspezialisten arbeitet an der Taxrefliste Deutschland mit und all diesen bin ich dankbar, da niemand in der sich inflationär ändernden Taxonomie allein noch durchblicken kann und auch viele Widersprüche zwischen Index fungorum und Mycobank bestehen.


    Als Josef Christan damals die Taxrefliste der Gattung Ramaria überarbeitet hat, habe ich den fachlichen Teil sofort übernommen. Die 1 : 1 Übernahme der Nomenklatur seiner Monografie war zu dem Zeitpunkt programmtechnisch nicht möglich, da es noch keine Zuordnungen von Jahreszahlen der Erstbeschreibung und auch keine Qualifizierungsvermerke (für sensu Einträge etc.) gab. Diese damals berechtigten Forderungen von Josef waren erst nach der Überarbeitung der bestehenden Taxrefliste mit diesen zusätzlichen Feldern, deren Inhalten und Verknüpfungen erfüllbar (es waren auch keine gleichen Artnamen im unterschiedlichem Sinne möglich). Wir hatten ca. 25 000 Datensätzen, die bearbeitet werden mussten, um für alle Arten diese zusätzlichen Informationen anzuzeigen. Inzwischen sind wir bei über 35 000 Taxa und Synonyme. Die meiste Zeit meiner mykologischen Arbeit steckt in dieser Taxrefliste, die in den letzten beiden Jahren auch noch mit der Taxrefliste der tschechischen und österreichischen Mykologen abgeglichen wurde.


    Selbstverständlich wird man immer wieder Fehler und nicht aktuelle Namen in so einer großen Datenbank finden und ich bin für solche Hinweise und Verbesserungen sehr dankbar.

    Beste Grüße

    Frank

    Hallo Beli,


    ein gutes makroskopische Merkmal für Polyporus tuberaster sind auch die kleinen, aufrecht stehenden Schüppchen auf dem Hut, die man im Bild mit der KOH Reaktion gut sieht.


    Beste Grüße

    Frank


    Hallo Mario,


    nach dem Vergleich deiner neu gesendeten Probe mit meinem Exsikkaten kann ich jetzt diesen Fund zuordnen. Es ist Stereum gausapatum, was mir durch den jetzt von dir erwähnten Wirt Eiche in den Sinn kam. Im Schnitt erkennt man zwischen Context und Tomentum eine typische dunkelbraune Linie aus agglutinierten Hyphen. Dein Fund ist überständig und der braune Filz auf den Hütchen ist fast verschwunden. Die Fruchtschicht ist im Exsikkat ähnlich dicht einer Phlebia. Amyloide Sporen konnte ich auch bei meinen Exsikkaten nicht mehr erkennen, was uns ja von der Gattung Stereum wegbrachte. Die Gloeocystiden, die du so interpretiert hattest, sind die saftführenden Skeletthyphen (Pseudocystiden), die den frischen Pilz bei Verletzung bluten lassen. Die Sporengrößen liegen im Bereich der Angaben in CNE 6-9 x 3,5-4,5 µm.

    Da die häufigen Stereum-Arten eher selten mikroskopiert werden, sind die Charakteristika dieser Gattung nicht immer sofort im Gedächtnis.

    Bei den Krümmeln aus der Fruchtschicht, die du mir als Erstes geschickt hattest und der Angabe Weide, wäre ich nie auf diese Art gekommen.

    Beste Grüße

    Frank

    Hallo Maren,


    in der Gattung Amaurodon sind die Sporen in KOH blau bis violett. Die Intensität der Sporenfärbung nimmt bei Exsikkaten im Laufe der Zeit ab.

    Bei frischen Fruchtkörpern kann teilweise diese Blaufärbung auch in Wasser beobachtet werden, wie ich das bei Amaurodon viridis schon gesehen habe. Sie ist also nicht nur bei A. aquicoeruleus vorhanden, wie bei Agerer beschrieben.

    Bei dem Fund der Geschwister Heide war in Wasser keine Färbung der Sporen mehr zu erkennen.

    Wenn du meinem Schlüssel auf www.Tomentella.de folgst, kommst du zu A. atrocyaneus. Es müssten auch vereinzelt Schnallen vorhanden sein.


    Die Arbeit von Agerer/Bougher 2001 habe ich nur in Papierform, ist aber als pdf bestellt!


    LG

    Frank

    Hallo Nobi,


    im Dezember habe ich mit Matthias Theiß die letzte Exkursion im Gondwanaland gemacht. Bis jetzt haben wir nur 28 Arten aus dieser Tropenhalle bestimmen können. Es liegen auch noch unbestimmte Blätterpilze bei Jesko Kleine. Wir haben die "Exkursion" als normale Besucher durchgeführt, mit Eintritt und ohne Kartierungserlaubnis. Ich wusste gar nicht, dass es sowas dort gibt.


    LG

    Frank

    Hallo Nobi,


    der gebänderte Porling aus dem Gondwanaland ist Rigidoporus microporus (Fr.) Overeem. Er ist einer von vier neuen "Porlingen", die in den letzten Jahren im Gondwanaland gefunden wurden und für Deutschland neu sind, kein Wunder, es sind tropische Arten.

    Amylosporus campbellii (Berk.) Ryvarden

    Grammothele fuligo (Berk. & Broome) Ryvarden

    Gyrodontium sacchari (Spreng.) Hjortstam (stachliges Hymenophor)


    Beste Grüße

    Frank

    Mit Fibrodontia gossypina liegst du meiner Meinung nach auch richtig. Die plättchenförmigen Umhüllungen der Pseudoskeletthyphen sind ein gutes Merkmal und die Orangefärbung mit KOH ebenfalls.

    Ich habe die Art erst drei mal gefunden. Scheint also doch eher selten zu sein. :-)

    Hallo zusammen,

    nach Emailkontakten zu Karl-Henrik Larsson und Henrik Nilsson ist mir jetzt klar geworden, dass Hyphoderma setigerum auch in Europa einen Komplex darstellt. K. H. Larsson vermutet sogar, dass in Europa bis 5 Arten und weltweit 15-20 Arten in diesem Komplex existieren.

    Als Konsequenz sollten wir Funde von Hyphoderma setigerum gut dokumentieren, nach morphologischen Unterschieden suchen und natürlich herbarisieren. Wenn sich dann doch mal jemand genetisch und morphologisch intensiver mit diesem Komplex beschäftigt, hoffe ich, dass wir Amateure diese Ergebnisse nachvollziehen können, was bei Aufspaltungen in der neueren Zeit (z. B. bei Skeletocutis nivea, Cryptic species diversity in polypores: the Skeletocutis nivea species complex, MycoKeys 36: 45-82 2018) nicht immer möglich ist.

    Beste Grüße

    Frank

    Hallo Mario,


    also das was du mir geschickt hast, ist strikt resupinat und anhaftend. Es sind allerdings parallel verlaufende Hyphen zum Substrat vorhanden und einige Arten können ja auch subpileat werden, wie z. B. Phlebia albida oder Phlebia radiata und das was du "Gloeophere Hyphen" nennst, wird bei einigen Phlebia-Arten als "numerous oil-drops in the plasm" beschrieben.


    LG

    Frank

    Hallo Mario,


    deine Exsikkate sind heute gut angekommen.

    Nach dem "Schichtpilz" habe ich zuerst geschaut. Es ist eine Phlebia. Makroskopisch am besten zu Phlebia livida passend, aber ohne Schnallen und zu großen Sporen. Es gibt in Europa allerdings nur zwei schnallenlose Phlebia- Arten. Phlebia deflectens mit kleineren Sporen und Phlebia viride-salebrosa. Hier würden die Sporengröße und -form passen, die in der Literatur beschriebene und namensgebende Farbe allerdings nicht.

    Ich vergebe hier trotzdem erstmal den Namen Phlebia cf. viride-salebrosa, bei den wenigen "Krümmeln", die du mir geschickt hast. Ich kenne die Art bis jetzt noch nicht. Vielleicht ist es auch eine unbeschriebene Art!? Kannst du nochmal Material nachsammeln?


    Um die Xylodon-Exsikkate kümmere ich mich später


    Beste Grüße

    Frank

    Hallo Christoph,


    die Arbeit von Nilsen et al. (2003) kenne ich noch nicht. Ich habe sie über Researchgate "bestellt". Erstaunlich finde ich nur, dass 15 Jahre lang niemand dieses Thema aufgegriffen hat und Yurchenko und Wu auch nicht auf diese Unterschiede eingehen. Ich werde mal mit K.H. Larsson über dieses Thema diskutieren.


    Beste Grüße

    Frank

    Hallo Mario und Pablo,


    wir haben bis jetzt sicherlich nicht viel in diesem Hyhoderma setigerum-Komplex übersehen. Die beiden ostasiatischen Arten haben es noch nicht nach Europa geschafft und H. bisetigerum ist nur von Madagaskar bekannt. Eine mikroskopische Abklärung ist aber bei Corticiaceen immer nötig, auch wenn man die Art makroskopisch bestens zu kennen glaubt. Man erlebt immer wieder Überraschungen.


    Beste Grüße

    Frank

    Nachdem ich die Beschreibung von Galzinia vesana gelesen habe, fällt diese Art auch raus. Die Sporen bei deinem Fund sind viel zu klein.

    Bleibt also doch nur die DNA.


    LG

    Frank

    Hallo Pablo,


    deine Exsikkate sind gut angekommen. Den Problemfall 11.) habe ich schon mal unters Mikroskop gelegt und meine Ergebnisse decken sich mit deinem- es bleibt ein Problemfall! Es ist zwar mikroskopisch eine Sistotrema, aber makroskopisch sehr befremdend. Ich werde ihn für eine Sequenzierung aufheben. Es gibt noch eine Galzinia vesana mit ähnlichen mikroskopischen Merkmalen, aber da muss ich erst mal Literatur versorgen.


    Beste Grüße

    Frank

    Hallo Pablo,

    bin nun wieder zu Hause und habe mir mal deine Bilder zu den Funden angeschaut. Deine Dokumentationen sind immer sehr gut, trotzdem kann ich bei einigen Funden nur was sagen, wenn ich sie auch in der Hand halte.

    1.) T. atroarenicolor kann ich voll zustimmen.


    2.) abgesehen von den fehlenden Skeletthyphen läßt sich S. himantoides gut durch die Sporenmaße von L. pulverulenta trennen:

    L. pulverulenta 5,5 -7 x 3,5-4 µm,  S. himantoides 9-12 x 5-6,5 µm, wird wohl eine junge S. himantoides sein.


    3.) Fibricium subceraceum ist durchaus möglich, würde ich mir aber gern nochmal ansehen.


    4.) Aphanobasidium pseudotsugae ist sehr häufig und frisch an einen typischen   Apothekergeruch zu erkennen. Da bei deinen Mikromerkmalen auch

    A. subnitens möglich wäre, bitte schicken.


    Nun zu den Porlingen:

    5.) passt makroskopisch und ökologisch nicht zu Skeletocutis kuehneri, eher würde Skeletocutis odora (vulgaris) passen. Zu mir. :-)


    6.) Wenn Cartilosoma nicht passt, fällt mir momentan nix ein. A. primaeva ist eine nordische Art, die ich nicht kenne. 


    7.) Physisporinus vitreus hättest du am Standort schon an seinen unangenehmen Geruch erkennen können (ähnlich Fomitopsis pinicola)

    Rigidoporus pouzarii ist möglich, zumindest makroskopisch. Habe schon zwei Funde zum Vergleich, also zu mir.


    8.) Die Sporen und der Habitus würden zu O. floriformis passen, die braune Oberfläche eher nicht, also zu mir.


    9.) Makroskopisch und mikroskopisch würde hier auch Oligoporus balsameus gut passen, bei dem die Zystiden gern kollabieren!


    10.) Antrodiella ist eine "schmutzige" Gattung. Ohne Wirtsangabe und Begleitpilze, wie du schon selbst schreibst, wird es schwer.

    Hier könnten z. B. Antrodiella pallescens oder A. faginea in Frage kommen. Also....

    LG

    Frank



    Hallo Mario,


    deine Messergebnisse zweifle ich nicht an, denn dann müssten deine Sporen ja auch zu lang sein und die sind eher etwas kurz. Sie sind auch leicht elliptisch und nicht so deutlich zylindrisch, wie bei X. nespori. X. brevisetus kommt bei der Sporenform und -breite aber auch nicht in Frage.

    Kurzum schick das Exsikkat einfach mal zu mir.


    LG

    Frank