Beiträge von Karl W

    Hallo Stefan,

    auch ich sehe keine Chance die drei Zapfenrüblinge (ohne Substrat) nach makroskopisch Merkmalen zu trennen.

    Hier noch eine kleine Ergänzung da der Geschmack zweifellos nicht zu den mikroskopischen Merkmalen gehört ==Gnolm7.
    Gelegentliche angetroffene Exmplare mit deutlich bitterem Geschmack waren bei mikroskopischer Überprüfung immer S. tenacellus. Der überwiegende Teil meiner untersuchten Funde von S. tenacellus war jedoch ebenso mild wie S. stephanocystis und S. esculentus.

    LG Karl


    schokoladenbraun - schwarzbraun - rostbraun - tabakbraun - dunkelbraun
    Ich kann mir für diese fünf verschiedenen Braun-Bezeichnungen dasselbe vorstellen. Beim Schlüsseln bedeutet dies für mich: Nimm einen Würfel.

    Wie Schupfnudel schon schrieb helfen regelmäßige Sporenabwürfe um sich ein Bild zu machen.

    Schokoladenbraun ist sicher ein unglücklicher Begriff, der aber seit jahrzehnten verwendet wird. Wenn man sich alleine den Unterschied zwischen Bitter- und Milchschokolade vorstellt, geht für mich schokoladenbraun je nach Kakaoanteil schon in schwarzbraun über. Man muss eben alle angegebenen Merkmale berücksichtigen und eventuell beide Schlüsselwege gehen. Zumindest Rost wirst Du aber schon gesehen haben und die Farbe trennen doch Welten ;).


    Leider komme ich mit dem Schlüssel G zu keinem Ziel bzw. wenn ich mich für einen Weg entschieden habe und die Bilder im Internet angeschaut habe, sehe ich keine direkte Ähnlichkeit mit meinem Pilz.

    Zu Deinem Pilz wirst Du auch nicht kommen, da er wahrscheinlich frisch dunklere Hutfarben hat, einen glatten Rand aufweist und ohne Mikroskop auf Artebene nicht bestimmbar ist. Außerdem hast Du einen Gattungsschlüssel vor Dir und geh besser in die entsprechende Gattungsbeschreibung im Buch, statt ins Netz.
    Leider verlieren manche Pilze ihre Hutfarbe bei Trockenheit und besonders Wind schon nach Stunden, was beim entscheidenden Schlüsselpunkt sogar erwähnt wird.

    LG Karl

    Ich sehe hier erstmal einen zierlichen Dunkelsporer was mich zu Schlüssel F führt.

    Hallo Sebastian,

    den Schlüsselpunkt 1 hast Du dann großzügig übersprungen ("nur Huthaut und Lamellen") passt ja schon nicht. Zur richtigen Gattung kommst Du nur, weil die Gattung doppelt aufgeschlüsselt wird, da sie sowohl häutige als auch fleischige Arten enthält.

    LG Karl

    Hallo Peter,

    das Sporenpulver ist dunkelbraun bis schwarzbraun (nicht schwarz), womir Du zu Schlüsel F kommst und dann weiter zu Schlüssel G.

    LG Karl

    Die Thedgonia an der Königskerze ist ja interessant.

    Da fällt mir grad ein...Unter welchem Namen kartiert man denn die Thedgonia an Liguster im Online-Kartierungsprogramm? Das Programm kennt weder Thedgonia ligustrina noch Cercospora ligustrina.

    Hallo Werner

    T. bellecensis als auch T. ligustrina ist sind in den Taxalisten der Onlinekartierung und Mykis nicht enthalten. Für Mykis gebe ich das an Frank Dämmrich Tomentella weiter, da ich ohnhin noch zwei weitere Arten melden wollte. Wie das mit der Onlinekartierung läuft weiß ich nicht genau.

    LG Karl

    Hallo zusammen,

    nachdem Jochen Lucky den Schwarzmündigen Kelchberking (Plectania melastoma) schon bei feuchtem Wetter wunderschön abgelichtet hatte Haariges und sonstiges vom Niederrhein besuchten wir am letzten Freitag den Fundort gemeinsam mit Tanja bei trockener Witterung und wurden nicht enttäuscht. Die Orangetöne traten wunderschön zu Tage
    .

    Jochen entdeckte auch noch die für mich erste Giftlorchel (Gyromitra esculenta) des Jahres.


    Auf dem Rückweg machte ich mit Tanja noch einen Halt in der Nähe eines Weihers und wir suchten einige Moospolster an Verbundpflaster nach Mossbecherlingen ab. Überraschend zeigte sich stattdessen ein winziger Rotbrauner Nabeling (Omphalina pyxidata)


    gefolgt vom Mauernabeling (Arrhenia rickeni)


    und bald die Objekte der Begierde in größerer Zahl.




    Tanja meinte noch hoffentlich keine Octospora mit langweiligen glatten Sporen, wobei ich ja mit allem zufrieden gewesen wäre da ich meisten zu blind bin um die Dinger zu entdecken. Der erste Blick ins Mikroskop machte Tanja schon glücklich:). Lamprospora mit runden netzigen Sporen.


    Sieht nach Lamprospora miniata agg. aus meinte Tanja bald darauf




    Einmal in Melzer


    Einmal in Baumwollblau/Lactophenol


    Nach Sporenmessungen, Vergleich mit verschiedenen Quellen, Einschätzung des Sporenornaments usw. näherten wir uns Lamprospora miniata var. ratisbonensis an. Wer sich schon mit Bryoparasitischen Pezizales beschäftigt hat weiß natürlich das man zur sicheren Bestimmung fast immer das Moos braucht. Zur Erleichterung war der Moosrasen ziemlich einheitlich und kein Wirrwar aus vier oder mehr Arten und nach Blicken durch die Stereolupe und Betrachtung eines Blättchens unter dem Mikroskop sah es für Didymodon vinealis als Wirtsmoos Bildatlas der Moose Deutschlands und damit unseren Favoriten Bryoparasitic Pezizales immer noch gut aus. Moosspezialist Ulrich Abts aus Krefeld, dem ich eine Probe vorbeibrachte bestätigte am nächsten Tag eindeutig Didymodon vinealis als Wirtsmoos und damit auch die Bestimmung von Lamprospora miniata var. ratisbonensis.
    Das hat Spaß gemacht:kaffee:

    LG Karl

    GriasDi Karl,

    ich hab bei der 4sporigen Entoloma cetratum gleich an E. (cetratum var) cuneatum gedacht. Spricht da was dagegen?

    An liabn Gruaß,

    Werner

    Hallo Werner,

    den Einwand kann ich sehr gut nachvollziehen. Die Fruchtkörper sind jedoch nicht papilliert, jung einheitlich braun gefärbt und die helle Hutmitte ist lediglich ausgeblasst. Mirkoskopisch ist da nicht viel drin. Leider wurden in der Vergangenheit die Kaulozystiden oft nicht betrachtet. Nach meiner Beobachtung sind die bei E. pallescens, cunneatum und lanuginosipes jeweils bis über 100 mµ lang und bei E. cetratum nur bis 60 mµ. Ich hatte auch schon Funde von E. testaceum und E. testaceum var. bavaricum 4-sporig mit allerdings teilweise spärlichen Cheilozystiden, bei denen ich selber die Kaulos nicht beachtet hatte.
    Soweit mir bekannt ist werden wohl nicht alle Arten erhalten bleiben (Noordeloos mündlich) und ich warte eigentlich schon länger auf eine Publikation. Machiel wird aber zunächst die Arbeit über die Sektion (oder Untergattung) Cyanula fertigstellen.

    LG Karl

    Hallo Björn


    Du hast unsere Funde perfekt in Szene gesetzt :daumen:

    4. Das Schöne an Touren mit Karl: Rötlinge bekommen sehr einfach einen Namen. Hier Entoloma pallescens

    Einfach nicht gerade und wenn man bei Ludwig unter E. cetratum nachliest wird es "unerfreulich". Es bleibt abzuwarten, wieviele Arten aus dem Komplex nach DNA-Analysen kassiert werden. Unser Fund hatte 4-sporige Basidien, Schnallen und keine Zystiden, weshalb ich in Verbindung mit der dunklen Hutfarbe unschwer zu E. pallescens komme.

    6. Ein mild schmeckender Zapfenrübling. Wenn man genügend quetscht, sind die Zystiden natürlich alle blitzblank. Am Ende aber auch ein Foto, das nicht gequetscht wurde. Da meine ich Kristallschöpfe auf den Zystiden zu erkennen. Oder müßten die noch kräftiger ausgeprägt sein?

    Nach Mikros ist das eindeutig der Bittere Kiefernzapfenrübling (Strobilurus tenacellus), dessen bitterer Geschmack oft nicht eindeutig ist. Beim Milden Kiefernzapfenrübling (Strobilurus stephanocystis) sind die Kristallschöpfe wesentlich stärker ausgeprägt und ein Teil der Zystiden ist dickkeulig. Schau mal in Pilze der Schweiz Band 3


    7. Von Karl und Tanja bestimmt: Pholiota graminis an Juncus sp.

    Der Schüppling wird in der Literatur häufig als Synonym von P. conissans aufgefasst (siehe aber Ludwig und Komentare bei Gröger). Solange die Arten in Mykis getrennt erfasst werden, bleibe ich ebenfalls bei der Trennung. Zusammenlegen ist später einfacher als trennen.

    8. Ebenfalls an Juncus: Ein cyphelloider Pilz, wo ich keine rechte Idee zu habe.

    Schwiiiiiierig :). Calptella capula sollte schlankere Sporen habe und sonst hätte ich auch keine passende Idee. Lehmann beschreibt in Fungi Cimbricae 3 eine Arrhenia retiruga f. cyphelloides mit teilweise sehr ähnlichen Abbildungen.

    LG Karl

    Hallo Claudia,

    wunderschöne Eindrücke. Die Adonisröschen habe ich noch nie in der Natur gesehen, aber darf mich nach Hitze und Trockenheit des letzten Jahres über zahlreiche Blüten in meinem Steingarten freuen. Bisher hatte ich überwiegend Triebe ohne Blüten.

    LG Karl

    Liebe Ascomycetenfreunde

    Auf am Boden liegenden Mistelzweigen findet man zur Zeit die Anamorphe von Phaeobotryosphaeria visci. Auf abgestorbenen Pflanzenteilen wahrscheinlich in fast jedem Mistelbestand zu finden, aber bisher nur lückig kartiert.








    Konidien bis über 40 mµ lang




    Wahrscheinlich noch nicht völlig ausgereifte Konidien


    LG Karl

    Hallo Thorben

    Man sieht auf Bild 2 doch wunderschön, dass die Haare gekräuselt sind. Auch die nur bei S. austriaca in dieser Form auftretende Sporenkeimung kann man kaum schöner zeigen. Hinzu kommt auch der Anteil an eingedellten Sporen der bei S. coccinea eher geringer ist.
    Hast Du das Präparat der Haare am Hutrand genommen? Besser klappt es von der Außenseite oder am gestielten Teil.

    LG Karl

    Kann die das? Oder sind die Fruchtkörper vielleicht irgendwie geschädigt? Oder leben da vielleicht zwei Arten vergesellschaftet an einem Standort?

    Hallo Pablo,

    die können im Alter schon recht dunkel werden und A. spathulata und A. lobata sind jung nie cyphelloid

    Hier im Ausschnitt aus einem Übersichtsbild, siehst Du rechts und links jeweils einmal die Unterseite


    Hier die Oberseite aus dem gleichen Bestand nur etwas feuchter


    LG Karl

    1) Exidia truncata

    (stimmt der Name so? Da gibt es doch irgendwie ein Durcheinander)

    Hallo Raphael,

    ich muss sicherheitshalber auch immer mal wieder nachschauen und versuche es mal

    Das ist der Abgestutzte Drüsling, der lange als Exidia truncata geführt wurde, aber heute im Sinne der Originalbeschreibung
    Exidia glandulosa (Bull.) Fr. 1822 genannt wird (mit E. truncata als Synonym). Der Deutscher Name ist auch Stoppeliger Drüsling.

    Der Warzige Drüsling heißt heute Exidia nigricans (With.) P. Roberts 2009 (mit E. plana als Synonym). Diese Art wurde lange
    als E. glandulosa und oft mit dem deutschen Namen Hexenbuter bezeichnet.

    LG Karl

    Hallo Ogni,

    das Aussehen und der Standort sind für G. ancilis absolut typisch. Es dauert unvorstellbar lange, bis diese Art reife Sporen ausbildet. Bei diesem Exemplar fand ich zwar Sporen in den Asci aber noch ohne die typischen Enden. Erst nach mehreren Präparaten wurde ich in einem Ascus fündig.




    LG Karl

    ich hatte dieses Jahr schon S. austriaca und S. coccinea und bilde mir ein,daß man da mit der Lupe tatsächlich einen gewissen Unterschied in der Behaarung erkennen kann. Aber bevor ich mir da sichere Aussagen zutraue, möchte ich gerne noch viele weitere Funde vor der Lupe gehabt haben.

    Hallo zusammen

    Die optische Unterscheidung von S. austriaca ist nur möglich, wenn die Exemplare in optimalem Zustand sind. Da die Fruchtkörper fast immer im Moos stehen, sind die Haare aber oft so feucht und angapppt, dass es sogar schwierig wird schöne Präparate zu machen. Bei dem nächsten Bild ist es mir mal optimal gelungen aber leider nur mit einer 1,2 megapixel Einsteckkamera in 640 x 480 Pixel.

    Das gelingt übrigens im unteren Teil oft besser als am Hutrand.

    Hier mal Ein Foto mit der gleichen Kamera durch die Stereolupe bei 30-facher Vergrößerung


    Und hier S. coccinea




    Es kann also mal klappen, aber bei Weitem nicht immer.

    LG Karl

    mit Peltigera didactyla liegst Du richtig.

    Hallo Ingo,

    vielen Dank für Deine Bestätigung. Peltigera didactyla und P. rufescens sind in der Nähe meines Wohnortes kartiert, wie ich inzwischen nachgesehen habe. P. rufescens soll es im Depot geben und die habe ich wahrscheinlich schon gesehen. Bei meinem nächsten Besuch nehme ich mal Material mit, da mein Interesse jetzt geweckt ist. :)

    LG Karl