Beiträge von Karl W

    Liebe Dungpilzfreunde

    Heute kann ich Euch mal die Anamorphe von Poronia punctata in unglaublicher Vielfalt zeigen. Ähnlich wie auf diesen Bildern waren mindestens 20 Dunghaufen bestückt. Die Hauptfruchtform war noch nicht zu sehen. In den letzten 20 Jahren konnte ich die Nebenfruchtform zwar gelegentlich beobachten aber nie auch nur annähernd in solchen Mengen und immer war überwiegend die Hauptfruchtform dabei. Vielleicht besteht ja ein Zusammenhang mit der dreimonatigen Trockenheit und Hitze im Vorfeld.





    Das die Anamorphe gestielt sein kann, war mir neu



    Beim Trennen der Äpfel wurde es noch besser




    Im Inneren sah es dann so aus


    Hier noch zwei Mikros von Konidienträgern und Sporen





    LG Karl

    Hallo zusammen,

    nach dreimonatiger Hitze und Trockenheit gab es endlich mal wieder Regen in der Eifel. Summen von 50 bis in der Spitze > 100 mm erforderten eine Kontrolle unserer Gebiete. Die Fahrt lag wie immer in den bewährten Händen meines Freundes Rainer. Um das Fazit vorwegzunehemen: Entweder es wird ein grottenschlechtes Pilzjahr in der Eifel, oder es war einfach noch zu früh nach den Niederschlägen. In einem unserer besten Gebiete ließen Röhrlinge, Täublinge, und weitere Mykorrhizapilze ebenso auf sich warten, wie fast alle übrigen Arten. Einige Bilder kamen in fast zwei Stunden aber doch noch zusammen.

    Anis-Zähling (Lentinellus cochleatus)




    Ochsenzunge oder auch Leberreischling (Fistulina hepatica)


    Wer den Pfennig nicht ehrt, ist den Dickröhrling nicht wert :)
    Ästchen-Schwindling (Marasmiellus ramealis)


    Im Übergang zum Nadelwald das gleiche Bild, aber zumindest zwei Pärchen zeigten sich
    Gold-Röhrling (Suillus grevillei)


    Falscher Pfifferling (Hygrophoropsis aurantiaca)


    Weiter ins nächste Gebiet. Es war ja erst 9:00 Uhr und der Optimismus noch nicht verflogen


    Im nächsten Gebiet war wieder tote Hose und es wurde ein Stop an einer der zahlreichen weißen Wiesen eingelegt, die wir bisher ignoriert hatten.


    Wiesenegerlinge (Agaricus campestris)


    Die Entscheidung sammeln oder weiterfahren, führte nach 15 Minuten zu folgendem Ergebnis :)


    Einige von zahlreichen taufrischen Nelkenschwindlinge (Marasmius oreades) durften die Ausbeute abrunden


    War das jetzt der Frustkorb? Wir konnten uns nicht entscheiden.

    Lange Gesichter nach dem Besuch im besten Kalklaubwald und einem benachbarten Mischwald.
    Für einen einsamen, winzigen Körnchenröhling (Suillus granulatus) wurde die Kamera nicht ausgepackt.
    Nach dem obligatorisch Besuch der Lieblingseisdiele ging es weiter.

    Überraschung an einer einzelnen Eiche am Straßenrand und vom Auto aus erspäht. Uff doch noch ein Röhrling :)
    Fahler Röhrling (Hemileccinum impolitum)


    Der Besuch einer Wiese scheiterte an grasenden Rindern, aber zumindest die Pilzsuche vom Auto aus blieb erfolgreich

    Großer Blutegerling (Agaricus langei) in stattlicher Zahl








    Das letzte, eventuell noch Erfolg versprechende Gebiet, war ein Bruchwald mit Erlen, Birken und Weiden
    Waschkörbe voller Rauhfüße hatten wir ja nicht erwartet, aber keiner war dann doch kaum zu glauben.
    Zwei Einzelexemplare bildeten beinah den Abschluss eines langen Tages

    Nordischer Milchling (Lactarius trivialis)


    Geschmückter Gürtelfuß (Cortinarius armillatus)


    Inzwischen hatten die Adleraugen von Rainer noch einen Becherling entdeckt und bei genauer Suche kam eine schöne Gruppe zusammen.
    Erfreulicherweise stellte sie sich als persönlichen Erstfund für mich heraus.

    Phylloscypha phyllogena (Cooke) Van Vooren


    Müde aber keinesfalls frustriert traten wir nach ca. 10h die Rückfahrt an und teilten die Meinung, dass es ein schöner Tag gewesen war.
    Ohne solche Erkundungsfahrten, wären so erfolgreiche Touren wie in der Vergangenheit schwerlich möglich.

    LG Karl

    Hallo Marco

    an Dermoloma magicum gibt es m. E. nicht den leisesten Zweifel. Bei meinem ersten Fund war das Röten nicht so ausgeprägt und ich dachte makroskopisch schon an P. metapodium. Am einfachsten erfolgt die Trennung dann über die zellige Huthaut bei Dermoloma (Porpoloma hyphig), aber bei Deinem Fund ist der Fall klar.

    LG Karl

    Hallo Björn, Hans und Nobi,

    tolle Funde und Erläuterunngen zu einigen Arten. Kurz bevor ich zu den Dungpilzbearbeitern abdriften wollte, gibt es ja allmählich wieder andere Pilze und bezüglich des Subtrates halte ich mich jetzt lieber an "Die Gans die goldene Eier legt". :D

    LG Karl

    Lieber Nobi,

    vielen Dank für Deine Mühe und die schönen Darstellungen. Letztlich zeigt sich, dass auch unter ungünstigsten Bedindungen mit endlos langer Trockenheit beachtliche Fundlisten zusammenkommen können, wenn die richtigen Leute coprinusspezi  boccaccio  JanMen mit am Start sind, zu denen Du natürlich jetzt auch zählst.

    46 phytoparasitische Kleinpilze bzw. Pilz-Wirtkombinationen
    19 holzbewohnende
    13 dungbewohnende
    1 Kernpilz an Birkenporling
    und man glaubt es kaum: 1 Blätterpilz auf dem Erdboden, aber der war im Vogelhaus ^^

    LG Karl

    Hallo Andreas,

    allgemein lässt sich das sicher nicht beurteilen. In hier drei trockenen und heißen Jahren 2018 - 2020 noch dazu auf Sandboden, hatte ich die Befürchtung, das ein Myzel von Hygrocybe helobia nicht überlebt hat. Von 2011 bis 2017 erschienen regelmäßig Fruchtkörper oft mehrere Schübe und bis zu ca. 1000 Exemplare.
    2018 kein Frk., 2019 1 Frk., 2020 kein Fruchtkörper. 2021 dann zweimal Massen in Juli und August sowie nochmal ca. 30 Frk. im Oktober. Natürlich kann man von einer Gattung oder Art nicht auf weitere schließen, abermanche Myzelien scheine doch sehr ausdauernd zu sein.

    LG Karl

    Hallo zusammen,

    Hans coprinusspezi hat mir neulich einen Fundort auf einem Holzhäckselhaufen beschieben, den ich am nächsten Tag aufgesucht habe. Wir sind beide unabhängig auf L. meleagris gekommen.





    Makroskopisch ist die Übereinstimmung sehr gut. Teilweise büschelig wachsend, Hutgröße und Verteilung der Schüppchen identisch, Lamellen im Alter gelblich, Stielschüppchen identisch, besonders im unteren Stielteil spontan und schnell auftretend orangerot verfärbend und später schwärzend, Ring am Rand braun gefärbt.

    Die Cheilozystiden können der Beschreibung entsprechen auch wenn Anhängsel nur an einem Teil der Zystiden zu finden waren


    Die Hutdeckschicht wäre noch einen Vergleich Wert. Es sind auf jeden Fall verlängerte variabel geformte Endzellen vorhanden.




    Unsere Sporenmaße waren nicht über 10 mµ lang, wobei in der Literatur auf sehr unterschiedliche Sporenmaße in Abhängigkeit von der Sterigmenzahl (nur 4 sp. gesehen)
    hingewiesen wird. Porus auch unter Ölimmersion nur zu erahnen oder fehlend.


    Ich kann mir beim Fund von Harald auch nur L. meleagris vorstellen.

    LG Karl