Beiträge von Karl W

    Hallo Björn,

    früher oder später solltest Du Dir Eisensulfat- und Guajaklösung zulegen, wenn Du weiterhin Täublinge bearbeitest. Leider kann ich Dir so keine Bestimmungshile geben. Möglicherweise eine Fabranomalie.

    LG Karl

    sehe ich das richtig, daß ich die beiden Hemileccinums am sichersten mikroskopisch über die Huthaut unterscheiden kann? Dann würde ich mir da einfach mal einen Fruchtkörper aus dem Vorgarten klauen ausleihen.

    Hallo Björn,

    das siehst Du richtig und würde ich auch empfehlen. Ich kenne H. impolitum überwiegend mit der von Dir gezeigten hellen Hutfarbe und nur sehr junge Exempare dunkel, was H. depilatum für Deine Fund natürlich nicht unbedingt ausschließt.

    Hallo Bjoern,


    Hemileccinum depilatum erkenn man am besten an dessen gehämmerte Hutoberfläche. Das ist schlecht zu erklären. Am besten du guckst mal hier. H. impolitum hat das nie.

    Hallo Jörg,

    auf der Seite sind sicherlich auch H. depilatum dabei, aber auch Aureoboletus gentilis und wer weiß was noch.

    LG Karl

    Hallo zusammen,

    völlig unerwartet fand ich zu Wochenbeginn in einem Klinikgelände ein Massenvorkommen von Täublingen. Die schönsten Kollektionen möchte ich Euch hier zeigen.

    Sehr scharf im Geschmack und mit auffallendem Geruch, der etwas an reifen Käse erinnert.
    Brauner Camemberttäubling (Russula amaenolens)


    Zumindest jung schmeckt auch der nächste Kandidat scharf. Vorkommen meist unter Eiche, Fabe feucht mitunter leuchtend rot, abgetrocknet oder älter jedoch meist weinrot bis puprfarben. Typisch sind die fast nie fehlenden ockerfarbenen Flecken oder eingestreuten Punkte, die jedoch nicht immer so deutlich sind wie in diesem Bild.
    Purpurschwarzer Täubling (Russula bresadolae) meist noch als Russula atropurpuea abgebildet


    Die nächste Kollektion, sollte selbst den letzten Zweifler davon überzeugen, dass man Täublinge nicht nur nach Farbe bestimmen kann. Zwar waren mir durch häufige Funde fast alle abgebildeten Farbtöne bekannt, aber noch nie gleichzeitig an einem Fundort. Ja auch das blassgelbe Exemplar links, hatte wie alle Heringstäublinge eine grüne Eisensulfatreaktion und war kein übersehener "Pfirsischtäubling" :)
    Gebrauchliche deutsche Namen sind Purpurroter- oder Fleischviolette Heringstäubling, was sicherlich irreführend ist.
    Starkriechender Heringstäubling (Russula graveolens)


    In typischer Ausprägung ist die nächste Art leicht zu erkennen, jedoch kann die violette Stielfarbe unauffällig sein oder fehlen. Hilfreich ist dann noch der irgendwie fischartige Geruch. Woher die oft verwendete Bezechnung Pfirsichtäubling kommt, hat sich mir nicht erschlossen.
    Violettstieliger Täubling (Russula violeipes)


    Nahezu unverwechselbar ist in normaler Ausprägung ein weiterer Täubling. Findet man Einzelexemplare ohne Grüntöne ist die schöne Zeichnung jedoch absolut unauffällig und der Pilz bleibt wohlmöglich sogar unbeachtet.
    Grüngefelderter Täubling (Russula virescens)


    Ich hatte auch schon noch extremere fast weiße Exemplare nahezu ohne Zeichnung


    Hier noch einer im schönsten Kleid


    LG Karl

    Ein Hallo an die Spezialisten

    Darf ich diesen Pilz ungestraft Hortiboletus bubalinus nennen, oder gibt es noch eine Alternative? Wäre für mich der erste eigene Fund.





    LG Karl

    Hallo Norbert,

    die Guajak-Reaktion kannst Du als negativ notieren. Eine Wartezeit von 15 Minuten ist für diese Reaktion viel zu lange und auch eine eventuelle Verfärbung nach zwei Min. hat kaum noch Aussagekraft. Negativ für R. ionochlora ist aber ok.

    LG Karl

    Magst du noch sagen, warum das erste Bild X. longipes darstellt und was es mit den 20 cm danebenstehenden auf sich hat?

    Hast du die auch mikroskopiert?

    Hallo Ingo,

    mikroskopierte steht oben dabei ;) und ja, das gilt für beide. War halt nur ein Beispiel, dass X. longipes keinesfalls immer schlank ist.

    LG Karl

    Und dann schrieb ich ja, dass da ganz viele dieser Pilze standen. Stimmt aber nicht. Da stehen ganz viele auf den Hängen die von oben exakt so aussehen nur haben die keine farbige Lamellenscheide. Bis ich die mit den farbigen Lamellenscheiden wieder gefunden hatte ^^

    Hallo Maria,

    das verschiedene sehr ähnliche Arten aus dieser Gruppe durcheinander wachsen ist absolut normal und manchmal geradezu fürchterlich. Es kann auch sehr schnell passieren, dass man mal eine Mischkollektion auf einem Bild hat. Ohne mikroskopishe Absicherung ist eine sichere Bestimmung oft nicht möglich. Makroskopisch kommen neben schwarzblauen auch blassbraune Schneiden vor und oft sind nicht alle Lamellenschneiden vollständig oder nur ein Teil der Lamellen gefärbt (Lupe). Weiter zu beachten wäre eine eventuelle blaugraue Färbung der Lamellen selbst und die Beschaffenheit der Stieloberfläche (glatt, faserig, an der Spitze bereift). Es lohnt sich nur einheitliche Kollektionen von jungen und alten Frk. zu sammeln, da manche Farbtöne nur bei jungen Frk. zusehen sind und rasch verschwinden.

    Hier mal ein Beispiel


    und das ist noch nicht mal extrem. Bei den meisten Arten verschwindet die blaue Stielfarbe viel rascher als im Bild oben

    LG Karl

    Hallo Karl,


    ich bin zwar nicht Nobi aber bei dir gibt es noch viel mehr Interessantes zu finden als hier. Wenn ich gesundheitlich besser drauf wäre würde ich solch ein Angebot sofort annnehmen.

    Hallo Jörg,

    auf so engem Raum so viele Arten wie in Deinem Park sind schon außergewöhnlich :daumen:. Sicherlich gibt es in der Eifel weitere interessante Arten, aber gewöhnlich müssen wir dafür mehrfach verschiedene Gebiete anfahren und richtig gut ist nur jede zehnte Tour.

    LG Karl

    Ich bleibe mal bei Ganoderma resinaceum ;). Der Bursche legt sich immer noch gewaltig ins Zeug und hat das Größenwachstum noch nicht völlig abgeschlossen.

    LG Karl



    ich habe noch getrocknetes Material und mit etwas Glück kann ich mich heute Abend auch noch auf Nachsuche begeben. Allerdings gehts morgen erstmal nach Frankreich in den Urlaub. Ich habe die getrockneten Fruchtkörper aber separiert und könnte sie zu gegebener Zeit verschicken.

    Hallo Tobias,

    das Material ist ja lange haltbar und daher eilt es ja nicht.

    Schönen Urlaub
    Karl

    Hallo Karl,


    ich bin darüber auch schon ins Grübeln geraten. Vielleicht liegt es ja, wie auch der intensive Geruch daran, dass die Fruchtkörper sehr frisch waren. Jedenfalls hat sich bei den entnommenen Pilzen der Blauton im Hut schnell verloren und die Hüte wirkten allesamt bald schiefergrau (so nach 2-3 Stunden).


    lG, Tobias

    Hallo Tobias,

    ich hatte mit Gerhard Wölfel und Machiel Noordeloos Kontakt und beide kenne die Art nicht so blau. Hast Du getrocknetes Material von dem Fund?

    LG Karl

    Hallo Mausmann,
    inzwischen müsste Alles ok sein.
    LG Karl

    Danke für den Hinweis mit den Bildern, die ich wohl nur sehe weil sie noch im Cache sind und Caloboletus ist natürlich klar.

    LG Karl

    Hallo zusammen,

    auch wenn die weitgehend anhaltende Trockenheit nur ein geringes Pilzaufkommen zuläßt kommt doch einiges zusammen, wenn man an fünf Tagen in Folge unterwegs ist. Seit Wochen habe ich vergeblich meine bekannten Fundstellen im Krefelder Stadtwald abgesucht. Selbst am Rand des Weihers der sonst eine Bank ist, bisher Fehlanzeige. Am letzten Donnerstag dann ein einzelner Röhrling, der aber dafür alles bisher gesehene in den Schatten stellte.

    Wurzelnder Bitterröhrling (Caloboletus radicans)


    Völlig überraschend dann mitten in der Wiese noch als Zugabe eine wunderschöne Kollektion des Blutroten Röhrlings (Hortiboletus rubellus)


    Am nächsten Tag in einem Feuchtgebiet, das seinen Namen kaum noch verdiente, standen sicher fast 100 Exemplare auf fünf Metern in einem ausgetrockneten Graben.
    Blutroter Röhrling (Hortiboletus rubellus)




    Am Samstag ging es dann auf eine lange Eifeltour. Erfreulicherweise wurden wir gleich am ersten aufgesuchten Standort fündig und freuten uns über zahlreiche wenn auch noch kleine Exemplare.
    Satansröhrling (Rubroboletus satanas)






    Im gleichen Bereich fanden sich kleine und nach kurzer Suche auch größere Exemplare von
    Wurzelnder Bitterröhrling (Caloboletus radicans)




    Wir hatten uns gut informiert wo es stärkere Niederschläge gab, aber in kaum einem Gebiet gab es mehr als drei Arten und meist keine Röhrlinge. Dazwischen aber immer wieder Lichtblicke und man freute sich über wenige Exemplare vom.
    Körnchenröhrling (Suillus granulatus)


    Plötzlich dann die Stimme von Rainer " Warum fotografierst Du nicht die Vielen" ^^ Im tiefen Gras erst aus unmittelbarer Nähe zu entdecken gabe es etliche Exemplare und einen Hexenring
    Körnchenröhrling (Suillus granulatus)




    Nach weiteren Nichtfunden in zwei Gebieten gab es wieder Erfreuliches :)
    Ochsenröhrling (Imperator torosus)




    Normalerweise zerschneiden wir solche Raritäten nur, wenn es für eine Bestimmung unverzichtbar ist oder zahlreiche Exemplare erscheinen. Diesmal machten wir eine Ausnahme, da es von den Eifelfunden noch kein Belegmaterial für ein Herbar gibt. Der Pilz blaut sehr stark bei Berührung und Verletzungen, hat aber im Gegensatz zu den Purpur- und Hexenröhrlingen gelbe Röhrenmündungen.
    Ochsenröhrling (Imperator torosus)


    Den für mich überraschendsten Fund gab es dann kurz vor dem Parkplatz. Seit Jahren kommen dort Netzstielige Hexenröhrlinge vor, die jedoch nie näher untersucht wurden. Beim Anschnitt fiel sofort das rote Fleisch im Hut auf, bevor die bekannte Blauverfärbung einsetzte. Im Foto nur schwierig darzustellen aber noch eindeutig erkennbar. Es sollte sich um eine Varietät des "normalen" Hexenröhrlings handeln.
    Netzstieliger Hexenröhrling (Suillellus luridus var. erythrotheron)






    Auch am Sonntag auf einer Gemeinschaftsexkursion mit dem Arbeitskreis Pilzkunde Ruhr gab es einige Röhrlinge. Augenscheinlich kommen die Rotfußröhrlinge auch mit geringer Bodenfeuchte zurecht und erstaunliherweise gab es immer wieder mal sehr frische Exemplare ohne Schimmel. In fast optimalem Zustand zeigte sich mehrfach
    Blutroter Röhrling (Hortiboletus rubellus)




    Dazu noch ein weiterer Vertreter der Gattung. Eichen-Filzröhrling (Hortiboletus engelii)


    Man kann auch blöd sein :haue:. Stielbasis angeschnitten um die orangen Pünktchen zu zeigen und dann ein Blatt übersehen, das der Wind darauf geweht hat.
    Eichen-Filzröhrling (Hortiboletus engelii)


    In einem noch nicht ausgetrockneten Torfmoosbestand fanden sich winzige Rauhfußröhrlinge
    Wollstieliger Rauhfuß (Leccinum cyaneobasileucum) wird in der Flora Agaricina Neerlandica VII wieder von der weißen Form als var. brunneogriseolum unterschieden


    Gestern dann noch ein Abstecher zu einem Standort, an welchem bei guten Bedingungen zahlreiche Röhrlinge und Täublinge zu finden sind. Aus dem trockenen und harten Boden quälten sich tatsächlich einige kleine Exemplare hervor und auch ein älterer Herr trotzte der Trockenheit.
    Wurzelnder Bitterröhrling (Caloboletus radicans)


    Den Abschluss bildet zwar kein Röhrling, aber immerhin ein Vertreter der Röhrlingartigen (Boletales) von der Eifeltour. Ich nehme mir ja nur selten Zeit mal eine banale Art zu fotografieren und dazu noch einen Einzelfruchtkörper. Bei geringem Pilzaufkommen und geeignetem Standort hier mal eine Ausnahme :)
    Falscher Pfifferling (Hygrophorpsis aurantiaca)


    LG Karl

    .Da können trotz Sorgfalt durchaus noch Fleischreste vorhanden gewesen sein, aber ich sehe es so langsam als eine gewisse

    Hh-Eigenart bei R. velutipes an. Karl, Du arbeitest einfach zu sauber... oder du sagst mir einfach deine Meinung was du dazu denkst, darauf lage ich grossen Wert bei dir.

    Hallo Claus

    Weder Marxmüller, Galli, Romagnesi oder Breitenbach & Kränzlin zeichnen die Zellen, so wie Du sie in Bild 1 zeigst. Mir sind diese Elemente nie aufgefallen, aber ich habe natürlich mehr auf die Abwesenheit von Dermatozystiden und die kräftigen Inkrustationen der primordialen Hyphen geachtet. Hinzu kommt, dass ich R. velutipes inzwischen kaum noch mikroskopiere wenn die Stielflocken deutlich und die SV-Reaktion positiv ist.
    Aber jetzt kommt es: Sarnari zeichnet die HDS mit derartigen Elementen
    Sowohl auf den Bildern von Tobias als auch auf Deinen Bildern, sehen die Elemente ja zumindest teilweise keinesfalls nach den runden Zellen von anhängendem Hutfleisch aus. In Verbindung mit der Zeichnung von Sarnari (leider kann ich den Text nur sehr unvollkommen lesen) scheint Deine Beobachtung zutreffend zu sein. Hoffentlich finde ich bald wieder R. velutipes, um das selber nachzuvollziehen.

    LG Karl

    Tip: Mit Kongorot müssten in dessen Huthaut unter anderem blasige (ballonartige) Zellen zu sehen sein.

    Hallo Claus,

    ich kenne R. velutipes nur mit stark inkrustierten primordialen Hyphen, fehlenden Dermatozystiden und mehr oder weniger zylindrischen Haaren mit Stumpfen Enden. Gelegentlich sieht man mal eine leichte Erweiterung auch an den Enden. Die von Dir zitierten blasigen (ballonartigen) Zellen sind mir fremd. Hast Du eine Abbildung?

    LG Karl

    Ich habe mal die Sache mit der Huthaut probiert und dabei folgende Strukturen, die ich als durchaus blasig bezeichnen würde gefunden.

    Hallo Tobias,

    Die blasigen Zellen auf Deinen Bildern sind m. E. Reste vom Hutfleisch.

    LG Karl