Erstfund Gallenröhrling gar nicht bitter

Es gibt 34 Antworten in diesem Thema, welches 10.517 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Safran.

  • Hallo mal wieder,


    noch vom APR 2015 Streß träumend in den Winterschlaf ging ich nahtlos in die Frühjahrsmüdigkeit, weil in meiner Welt Pilze einen Stil und Hut haben müssen. Daran muss ich noch arbeiten. Deshalb meist hier nur mitlesend. Nun aber endlich... Urlaub für Pilze. Und nun gibt es keinen Regen X( .


    Naja, bin aber bockig trotzdem in den Wald. Der belohnt mich mit meinem Erstfund Gallenröhrling:
    Nadelwald unter Kiefern, den Kleinen hab ich erst für was anderes gehalten, doch dann das dunkle Netz gesehen. Röhren und Fleisch weiß.
    Da hab ich dann auch die Kostprobe gemacht. Also geschmeckt hab ich da gar nix. Ist's am Ende gar keine Gallenröhrling? Nee, dass muss einer sein. Mein Geschmacksinn scheint eher abgestumpft vom vielen Fastfood :haue:


    Der große Bruder hatte auch die rosa Färbung, aber der war schon so alt, den wollte ich nicht probieren.



    Grüße aus dem Moseltal

    Marco
    ----------------------------------------------------------------------------
    Wenn das Leben Dir einen Korb gibt... geh Pilze sammeln. ==18

  • Hallo Marco!


    Besonders bei angetrockneten Fruchtkörpern ist der bittere Geschmack manchmal gar nicht mehr zu schmecken.
    Deine sind schon Gallenröhrlinge. Das ist mit dem braunen (oft reliefartig hervortretenden) Stielnetz und in dem Alter noch weißen, an verletzten Stellen rosaverfärbten Röhren kaum anzweifelbar.


    VG Ingo W


    P.S.: ich las sogar mal von einer Form/Varietät des Gallenröhrlings, die man aufgrund von Nichtbitterkeit kreiert hat.

    ________________________________________________________________
    "Pilz nur von oben ist wie Käfer nur von unten"

    150-15 (APR 2022) = 135-5 (GnE-Wette verloren "über 11 gelöst") = 130 + 4 (am nächsten an der 222.Schnapps-Punktzahl) = 134 + 7 (7.Platz im APR 2022) = 141 + 4 (KISD-Prozente von GnE) = 145 -15 (APR 2023) = 130 + 3 (10. Platz) = 133 + 3 (Unbewusst-Phal) = 136 + 5 (Lupus-Wette-APR-Sieger=ü300) = 141 + 5 (GnE-Gewinnsteuer-APR23) = 146 + 7 (Phalplatz 1) = 153

    Link: Gnolmengalerie

    Link: APR 2023

    Link: Phalabstimmung 2023

    Link: Nanzen

    Einmal editiert, zuletzt von Ingo W ()

    • Offizieller Beitrag

    Hallo.


    Es kommt auch ein wenig drauf an, ob man eine richtige Geschmacksprobe macht, oder nicht.
    Ich denke, du hast schon ein Stück vom Pilz abgebissen und mal einige Sekunden lang durchgekaut vor dem Ausspucken?
    Denn manche Leute machen so komische und unsachgemäße Dinge wie "Leckproben", also den Pilz nur mal kurz mit der Zungenspitze berühren. Dann wundern sie sich, weil sie Geschmäcker nicht wahrnehmen. In solchen Fällen rate ich zum Auspendeln, das ist genauso zuverlässig wie Leckproben. ;)
    Wenn du aber eine sachgemäße Kauprobe gemacht hast, und kein bitterer Geschmack rauskam, dann waren das vielleicht auch einfach unbittere Gallenröhrlinge, Der Geschmack ist nicht immer intensiv ausgeprägt. Oder sie waren halt zu trocken, wie Ingo vermutet.



    LG; Pablo.


  • Hallo.


    Es kommt auch ein wenig drauf an, ob man eine richtige Geschmacksprobe macht, oder nicht.
    Ich denke, du hast schon ein Stück vom Pilz abgebissen und mal einige Sekunden lang durchgekaut vor dem Ausspucken?
    Denn manche Leute machen so komische und unsachgemäße Dinge wie "Leckproben", also den Pilz nur mal kurz mit der Zungenspitze berühren.


    Hi Pablo,


    weil's mein "erstes Mal" war, hab ich natürlich erstmal nur mit der Zungenspitze geleckt. Weil da nix war, hab ich dann ein kleines Stück vom Hutfleisch raus geschnitten und in den Mund genommen. Immer noch nix, dann wurde richtig durchgekaut und ausgespuckt.


    Danke für die schnellen Antworten Pablo und Ingo.

    Grüße aus dem Moseltal

    Marco
    ----------------------------------------------------------------------------
    Wenn das Leben Dir einen Korb gibt... geh Pilze sammeln. ==18

    • Offizieller Beitrag

    HalloKozaki,


    es kann auch sein, dass du den Bittergeschmack gar nicht wahrnimmst, das geht übrigens einigen Leuten so. ;)


    @Pablo: Meine Gallis habe ich bisher immer mit einer Leckprobe identifizieren können. Da kam das Bittere schon sehr gut durch. Natürlich sollte schon im Anschluss, sofern eine Nicht-Bitterkeit festgestellt wurde eine "wirkliche" Kostprobe unternommen werden. Das hat ggf. den Vorteil, dass man nach kurzer Zeit sich der Bittergeschmack verliert...


    l.g.
    Stefan

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Stefan!


    Mag sein, daß das bei Gallenröhrlingen oft reicht. Irgendwann (ist schon ein paar Jahre her), habe ich es auch mal auf die unsachgemäße Weise probiert. Klappt oft, aber eben nicht immer. Bei einer ganzen Reihe von Fruchtkörpern (insbesondere bei jungen, wenig bitteren Exemplaren) hat das schon einen Unterschied gemacht.


    In vielen anderen Bereichen geht es dann ja sowieso nur noch mit richtigen Kauproben. Zungenspitzen an Ritterlinge halten = Blutdruckmessung durch Handauflegen an der Stirn.


    Mal ganz im ernst:
    Weiß jemand einen einzigen Grund, eine Geschmacksprobe falsch durchzuführen, wenn man es genauso gut richtig machen kann? :/



    LG, Pablo.

  • Hallo,


    ich oute mich einmal - ich gehöre auch zu denjenigen die Bitterstoffe anscheinend nicht so gut wahrnehmen (liegt vielleicht am vielen Löwenzahnsalat ;) )


    Reines Lecken an Gallenröhrlingen bringt bei mir gar nichts! Und beim Probieren muss ich meistens sehr lange darauf herumkauen bis ich das Bittere wirklich wahrnehme, manchmal kommt der leicht bittere Geschmack sogar erst ein paar Sekunden nachdem ich alles wieder ausgespuckt habe. Allerdings, wenn ich einmal bei einem Gallenröhrling unsicher bin und probiere, dann handelt es sich um junge Exemplare - vielleicht haben die tatsächlich noch nicht so viele Bitterstoffe entwickelt?


    Liebe Grüße


    Maria


  • Hallo Kozaki,


    es kann auch sein, dass du den Bittergeschmack gar nicht wahrnimmst, das geht übrigens ca. 30-40% der Weltbevölkerung so. ;)


    Hi Stefan,


    darf ich fragen, woher Du diese Zahlen hast? Ich finde nichts darüber. Blöde Frage: Gilt das mit der Nichtwahrnehmung des Bittergeschmacks generell oder nur für den Gallenröhrling?


    Dass ich einen abgestumpften Geschmackssinn habe, ist mir schon bei Täublingskostproben aufgefallen. Die sind allerdings nicht bitter, aber das währe ein anderes Thema.


    Vielen Dank für alle Antworten

    Grüße aus dem Moseltal

    Marco
    ----------------------------------------------------------------------------
    Wenn das Leben Dir einen Korb gibt... geh Pilze sammeln. ==18

    • Offizieller Beitrag

    Hall zusammen!


    Klar, bei mir als Raucher und "Scharfesser" braucht es eben auch etwas mehr Masse im Mund, damit ein Geschmack deutlich wird. Es gibt sicher viele Leute mit feineren Geschmacksnerven als meine, aber wahrnehmen kann ich Geschmäcker durchaus. Daß es darüber hinaus sehr wohl auch Personen gibt, die einzelne GEschmäcker gar nicht wahrnehmen können, stimmt dennoch. Wie viele es im Fall der Bitterwahrnehmung sind, da kenne ich selbst keine Zahl.



    LG, Pablo.

  • Hallo,


    zum Gallenröhrling kann ich zwar nichts sagen aber zur Wahrnehmung der Bitterstoffe an sich schon ein wenig. Wir nehmen Bitterstoffe mit 25 sogenannten Rezeptoren auf bzw. wahr. Wie und ob wir Bitterstoffe nun wahrnehmen hängt von vielen Komponenten ab. Geboren wird jeder Mensch mit den gleichen Fähigkeiten dieser Rezeptoren.


    Es sind wie schon gesagt viele Komponenten die zu einer unterschiedlichen Wahrnehmung von Bitterstoffen führen. Eine davon ist unsere eigene Ernährung bzw. unser Konsumverhalten. So kann z.B. der häufige Genuss von starkem Kaffee zu einer Veränderung der Wahrnehmung führen, Rauchen, wie Pablo schon anführte, ebenso. (Dies sind nur zwei Beispiele aus einer ganzen Reihe von Möglichkeiten) Auch die ganz alltägliche Ernährung kann zu Unterschieden führen. Was wir z.B. bereits üblicherweise als bitter empfinden (weil wir kaum etwas bitteres essen) wird von den meisten Franzosen, um nur ein Beispiel zu nennen, noch nicht als bitter empfunden (da diese öfter etwas bitteres essen).


    Liebe Grüße


    Maria

  • Hallo zusammen,


    den/die Bitterstoff/e im Gallenröhrling können geschätzte 4-6 % nicht wahrnehmen, andere Quellen sprechen von 10. 30-40% habe ich noch nicht gehört, gibts da eine Quellenangabe dazu? Wer den Bitterstoff im Gallenröhrling nicht wahrnehmen kann - ich zähle dazu - der kann auch beim längerem Kauen keinerelei Bitterkeit wahrnehmen. Ich könnte diesen Pilz also essen. Wer die Bitterkeit wahrnehmen kann, dem reicht eine Zungenspitze zur Kostprobe;-) Er muss wohl wirklich seehr bitter sein;)


    Grüßle
    Jürgen


    Anmerkung: Dass Raucher oder Scharfschmecker einen eingeschränkteren Geschmacks- oder Geruchssinn hätten, hat sich als Mythos erwiesen. Raucher können halt sich selbst nicht riechen (verrauchte Klamotten, Aschegeruch;-), weil deren Geschmacksknospen adaptiert sind .... aber wer kann mit adaptiertem Riechkolben schon seinen eigenen Körpergeruch riechen?;-)

  • Ich kann bitter ebenfalls nicht wahrnehmen, also z. B. auch nicht beim grünblättrigen Schwefelkopf.
    Wieviele Menschen den Bittergeschmack nicht wahrnehmen können, weiß ich nicht, aber was ich weiß, es ist die am häufigsten vorkommende Geschmacksbeeinträchtigung. Hat man diese wie ich, gilt dies generell und nicht nur für den Gallenröhrling? Die Beeinträchtigung kann unterschiedlich ausgeprägt sein.
    V.G.
    Thomas

    AUCH VON MIR KEINE ESSENSFREIGABE. EINE BESTIMMUNG IST OHNE JEDE GARANTIE.

    Einmal editiert, zuletzt von Bergwald ()

  • Hallo!


    Sehr aufschlussreich!
    Ich hätte jetzt auch nicht gedacht, dass das so viele betrifft mit dem Nichtschmeckenkönnen von bitter.


    Dann finde ich es klasse, was Jürgen über Raucher und Riechenkönnen sagt. Also ich habe sehr lange und viel geraucht, und auch zu dieser Zeit zählte ich (und andere) mich zu den besten Pilznasen. Seit dem ich aufgehört habe, kann ich aber nicht etwa besser riechen. Ich halte das auch für Mythos. Natürlich versteht es sich von selbst, dass man den zu erschnüffelnden Pilz nicht gerade in die Kippen-Haltehand nimmt.


    Meine Theorie ist: wer angeblich nicht gut riechen kann, versteht nicht das Prinzip des "Auf-sich-Einwirken-lassens". Viele Pilz-Unbedarfte wissen auch nicht, wo der Geruch zu finden ist, also dass eben die meisten Pilze ihren Geruch "im Saft" verbergen (deshalb durch Darüberstreichen oder Ankratzen fein verletzt werden müssen), und nur die geringere Zahl der Pilzarten erst beim Trocknen oder Vergehen anfängt zu riechen.


    Und dann wollte ich Jürgen und Thomas fragen: wie ist das mit einem sehr herben Bier? Das ist für euch dann nicht bitter?


    VG Ingo W

    ________________________________________________________________
    "Pilz nur von oben ist wie Käfer nur von unten"

    150-15 (APR 2022) = 135-5 (GnE-Wette verloren "über 11 gelöst") = 130 + 4 (am nächsten an der 222.Schnapps-Punktzahl) = 134 + 7 (7.Platz im APR 2022) = 141 + 4 (KISD-Prozente von GnE) = 145 -15 (APR 2023) = 130 + 3 (10. Platz) = 133 + 3 (Unbewusst-Phal) = 136 + 5 (Lupus-Wette-APR-Sieger=ü300) = 141 + 5 (GnE-Gewinnsteuer-APR23) = 146 + 7 (Phalplatz 1) = 153

    Link: Gnolmengalerie

    Link: APR 2023

    Link: Phalabstimmung 2023

    Link: Nanzen

    Einmal editiert, zuletzt von Ingo W ()


  • Hallo!


    wie ist das mit einem sehr herben Bier? Das ist für euch dann nicht bitter?


    VG Ingo W


    Hallo Ingo
    Herbes Bier muß nicht bitter schmecken. Es gibt aber auch Biere, die bitter schmecken, aber nicht mal als herb bezeichnet werden. Ich selbst kann "bitter" gut schmecken, mag es sogar. Aber es ist nun mal so, es gibt bittere und nicht bittere Gallenröhrlinge.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Leute!


    Zitat


    Dass Raucher oder Scharfschmecker einen eingeschränkteren Geschmacks- oder Geruchssinn hätten, hat sich als Mythos erwiesen.


    Schreib' doch nicht sowas, Jürgen. Das ist doch für mich wieder ein grund weniger, endlich mit diesem Mist aufzuhören. ;)


    Was in Sachen Gerüche und Geschmäcker übrigens merkwürdig ist: Oft klappt es gut, aber bei manchen Kollektionen habe ich echt Schwierigkeiten, den typischen geruch zu filtern. Da hat man einen Mehlräsling in der Hand, weiß ja schon optisch genau, was es ist und riecht... Risspilze ?!?
    Warum das denn? OK, bei der nächsten Kolelktion klappt es wieder, aber manchmal fallen auch einzelne Abgrenzungen schwer. Riecht der Rötling nun tatsächlich mehlgurkig oder geht das mehr ins heuartige...?


    Es ist nicht alles immer eindeutig.


    Was die Gallenröhrlinge betrifft: Es ist ein paar jahre her, aber so 2012 oder 2013 habe ich mir mal den Spaß erlaubt, so ziemlich jede gefundene Kollektion anzuknabbern. Es gibt wirklich Unterschiede. Klar waren da welche dabei, wo schon ein Rumtasten mit der Zunge an den Röhren einen Effekt hatte. Aber es gab auch Exemplare auf denen habe ich rumgekaut und rumgekaut, das dauerte an die 15 Sekunden, dann kam was leicht Bitteres, dann wars wieder weg.
    Ist ja bei anderen Pilzen auch so: Einzelne Inhaltsstoffe, hier halt die Träger für den Geschmack, sind nicht in allen Fruchtkörpern konstant angereichert.



    LG, Pablo.

  • Hallo,


    die unterschiedliche Wahrnehmung von Bitterstoffen wird seid langem wissenschaftlich untersucht. Vieles hat man schon herausgefunden aber bei weitem noch nicht alles.


    Im Internet findet man eine ganze Reihe von Studien und Artikeln. Hier einmal zwei gut allgemeinverständliche Artikel:
    Warum manche Bitterstoffe nicht immer bitter schmecken, andere aber schon, LABO-online
    Von Super- und Bitterschmeckern, Spektrum


    Sehr interessant fand ich auch dieses Studie: Receptor Polymorphism and Genomic Structure Interact to Shape Bitter Taste Perception


    Nachdenklich sollte einem aber auch stimmen, dass aus unseren Lebensmittel die Bitterstoffe immer mehr herausgezüchtet werden - bestes Beispiel: Endivien-Salat.


    Ich hoffe, ich konnte für den Einen oder Anderen interessanten Lesestoff beitragen ;)


    Liebe Grüße


    Maria

  • Hallo Pablo!

    Zitat


    ......aber bei manchen Kollektionen habe ich echt Schwierigkeiten, den typischen geruch zu filtern. Da hat man einen Mehlräsling in der Hand, weiß ja schon optisch genau, was es ist und riecht... Risspilze ?!?


    Liegt auf jeden Fall nicht an deiner Nase, sondern den Effekt gibt es.
    Zu der Zeit, als man den zystidentragenden Mehlräsling (Clitopilus cystidiatus) noch als eigene Art sah (vielleicht ist das auch noch aktuell), war es eine gute Ausrede, wenn man mal nicht Mehl/Gurke gerochen hat, sondern eher käsig/spermatisch. Das Problem dabei ist, dass Zystidenanwesenheit und Geruch nicht korrelieren, also beide "Arten" sowohl gurkig als auch käsig riechen können.


    Ich habe mir das dann versucht auf andere Art und Weise zu erklären: wie schon gesagt, die meisten Pilzgerüche liegen im Saft, andere entstehen beim Abtrocknen (Maggipilz, Kokosflockenmilchlinge, Nelkenschwindling) oder Vergehen (Stachelbeer-Täubling, oft auch die Heringstäublinge).


    Nun gibt es aber auch Pilze, die zweierlei Gerüche vereinen. Die riechen trocken nach etwas und angekratzt nach was anderem. Dieser Effekt hat schon zu einigen Missverständnissen geführt in erklärenden Pilzbüchern.


    Dabei sind teilweise Gerüche miteinander verwandt, das mag man gar nicht glauben. Zum Beispiel Schokolade/Kakao und Rettich. So kann es sein, dass man z.B. Fälblinge findet, die trocken süßlich-schokoladig riechen, welche aber angekratzt, wenn ein paar andere zusätzliche Geruchsmoleküle dazukommen, dann plötzlich nach Rettich riechen.


    Schaut man sich den Gurkenschnitzling an, so kann der je nach Zustand entweder angenehm gurkig riechen oder extrem fischig-tranig.
    Stinktäublinge haben nach meinem Empfinden jung überhaupt keinen negativen Geruch, der erinnert mehr an chlorhaltiges Schwimmbadwasser, älter wirds mehr der gammelnde Camembert.


    Ich muss jetzt aufhören, sonst finde ich wieder kein Ende mehr......


    VG Ingo W


    Edit:
    Uwe meint:

    Zitat

    Aber es ist nun mal so, es gibt bittere und nicht bittere Gallenröhrlinge.


    Sehe ich auch so.


    Zitat

    Es gibt aber auch Biere, die bitter schmecken, aber nicht mal als herb bezeichnet werden.


    Echt?

    ________________________________________________________________
    "Pilz nur von oben ist wie Käfer nur von unten"

    150-15 (APR 2022) = 135-5 (GnE-Wette verloren "über 11 gelöst") = 130 + 4 (am nächsten an der 222.Schnapps-Punktzahl) = 134 + 7 (7.Platz im APR 2022) = 141 + 4 (KISD-Prozente von GnE) = 145 -15 (APR 2023) = 130 + 3 (10. Platz) = 133 + 3 (Unbewusst-Phal) = 136 + 5 (Lupus-Wette-APR-Sieger=ü300) = 141 + 5 (GnE-Gewinnsteuer-APR23) = 146 + 7 (Phalplatz 1) = 153

    Link: Gnolmengalerie

    Link: APR 2023

    Link: Phalabstimmung 2023

    Link: Nanzen

    Einmal editiert, zuletzt von Ingo W ()

    • Offizieller Beitrag

    Hi.


    Es ist aber einfach ein spannendes Thema...
    Klar, die Fruchtkörper der Pilze sind so lebendig wie die Pilze selbst. Da passieren ständig Dinge auf biochemischer Ebene. Daß sich das Aussehen im Wachstum verändert ist ja nur ein kleiner, Ssichtbarer Teil dessen, was da abläuft. Warum auch sollten gerüche davon unbeeinträchtigt sein? Sind sie nicht.


    Persönlich glaube ich, daß das noch weiter geht, manche Schwankungenin der Biochemie der Fruchtkörper auch auf das chemische verhalten und den Stiffwechsel des Mycels zurückzuführen sind.


    Ob das tatsächlich mal jemand erforschen wird, wenigstens in Feldstudien an einzelnen Arten?
    vermutlich nicht. kann sich ja kein Konzern was davon kaufen.
    Spannend wäre es auf jeden Fall, weil es nicht nur unheimlich viel über die Lebenseweise von Pilzen erzählen kann, sondern auch unsere eigene menschliche Wahrnehmung ein Stück weiter erklären könnte.


    Ähm...
    Tschuldigung. Mythenmetzsche Abschweifung Ende.



    LG, Pablo.


  • Ist eigentlich bekannt wie der Stoff heißt der die Bitterkeit beim Gallenröhrling verursacht?


    Liebe Grüße


    Maria

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Maria!


    Leider nein, da habe ich keine Ahnung. Mehr als ein rudimentäres Verständnis, wie einige Dinge funktionieren, kann ich nicht bieten.
    Aber vorstellbar wäre es sogar, daß es nicht ein Stoff, sondern mehrere Stoffe sind. Auch wenn Geschmäcker wohl längst nicht so komplex sind wie Gerüche...



    LG, Pablo.

  • Hallo Pablo,
    beim herben Bier bilde ich mir zumindest ein, dass es anders schmeckt, als z.B das Normalbier. Es könnte sein, dass da noch ein oder einige andere Veränderungen im herben Bier vorhanden sind. Mir fiel noch ein, dass eine Nachbarin mir einen Salat schenkte -habe leider den Namen vergessen- der stark bitter schmecken sollte. Das tat er auch, so dass meine Frau nach dem ersten Biss nichts mehr davon aß. Mir schmeckte er ausgezeichnet, er war ja nicht bitter ;)
    Viele Grüsse.
    Thomas

    AUCH VON MIR KEINE ESSENSFREIGABE. EINE BESTIMMUNG IST OHNE JEDE GARANTIE.

  • Hallo zusammen,


    also ich kann, obwohl ich die Bitterstoffe im Gallenröhrling überhaupt nicht warhnehmen kann, andere bittere Substanzen sehr wohl schmecken. Stark gehopftes Bier, starken Kaffee, Bitterschokolade, Bitterstoffe in Wildkräutern, andere "bittere" Pilze wie z.B. den grünblättrigen Schwefelkopf oder die Huthaut von Cortinarius infractus aggr. usw usf. ... nur eben den Gallenröhrling nicht;-) Ich hatte übrigens mal für einen geplanten Artikel recherchiert, woher der Mythos stammt, dass Menschen, die die Bitterkeit des Gallenröhrlings nicht schmecken können, Diabetes haben, oder dafür anfällig sind. Vermutlich hat das Hans Dieter Zehfuß mal in der Pollichia in die Welt gesetzt, nachdem er einen Artikel darüber gelesen hat, dass der bittere Geschmacksrezeptor bei Diabetikern sozusagen defekt ist. Ich kenne jedoch mindestens einen Diabetiker, der die Bitterkeit des Gallenröhrlings schmecken kann! Ist alles halt nicht soo einfach;-)


    Grüßle
    Jürgen
    [hr]


    also "scharf essen" ist ja gesund! Würde ich beibehalten;-) Rauchen allerdings weniger;-) Ich war übrigens ebenfalls mal ein starker Raucher (hab 2004 damit aufgehört), und hatte während der Raucherphase nie das Gefühl, einen eingeschränkten Geschmackssinn zu haben. Allerdings bin ich heute oft nicht wenig schockiert, wenn ich Raucher "wahrnehme", und mir vorstelle, dass ich selbst mal so mit verrauchten Klamotten unterwegs war, und mich selbst überhaupt nicht gerochen habe;-)) Wenn ich heute drei vier Stündchen in einer Raucherkneipe sein muss (als Musiker hat man da manchmal keine andere Wahl;-) dann rieche ich bis auf die Unterhose nach Zigarettenqualm :( ... und für die Stimme ist das auch sehr schlecht!


    Grüßle
    Jürgen

  • Hallo Jürgen!

    Zitat


    .....obwohl ich die Bitterstoffe im Gallenröhrling überhaupt nicht warhnehmen kann, andere bittere Substanzen sehr wohl schmecken.


    Hattest du mal einen Gallenröhrling, bei dem du nichts bitteres wahrgenommen hast, aber ein anderer glaubwürdig bitter geschmeckt hat?


    VG Ingo W

    ________________________________________________________________
    "Pilz nur von oben ist wie Käfer nur von unten"

    150-15 (APR 2022) = 135-5 (GnE-Wette verloren "über 11 gelöst") = 130 + 4 (am nächsten an der 222.Schnapps-Punktzahl) = 134 + 7 (7.Platz im APR 2022) = 141 + 4 (KISD-Prozente von GnE) = 145 -15 (APR 2023) = 130 + 3 (10. Platz) = 133 + 3 (Unbewusst-Phal) = 136 + 5 (Lupus-Wette-APR-Sieger=ü300) = 141 + 5 (GnE-Gewinnsteuer-APR23) = 146 + 7 (Phalplatz 1) = 153

    Link: Gnolmengalerie

    Link: APR 2023

    Link: Phalabstimmung 2023

    Link: Nanzen

  • Sehr interessanter Thread.


    Es muß sowohl bei Bitterstoffen als auch bei scharfen Stoffen unterschiedliche Wahrnehmungen geben. Daß manche die Bitterkeit von Gallenröhrlingen gar nicht wahrnehmen können, habe ich auch schon gelesen.


    Ich selbst nehme sie wahr und zwar sehr stark.


    Da ja mein Töchterchen und ich gerade bei Pilzen (besonders Taüblingen) mittlerweile oft beide die Geschmacksprobe machen: es ist total verblüffend, wie anders wir denselben Pilz oft wahrnehmen. Das gilt auch für andere Stoffe.


    Das absolut scheußlichst bitterste ist für mich Bärentraubenblättertee, meine Tochter findet den nur leicht bitter. Ich hingegen kann in Auberginen NULL Bitterkeit wahrnehmen, kann kaum verstehen, warum manche die entbittern. Mein Töchterchen empfindet Oliven als bitter 8|
    Bei den Samtfußkremplingen, angeregt durch den Thread mit dem Wurstsalat: Der bleibt für mich auch mit Abbrühen..... scheußlich bitter, meine Tochter empfindet die Bitterkeit nicht. Es sind bei unseren Tests immer dieselben Pilze, so daß nicht eine unterschiedliche Anreicherung von Bitterstoffen in verschiedenen Pilzindividuen die Ursache sein kann.


    Wir beide schmecken bitter, aber die Wahrnehmung ist bei unterschiedlichen Substanzen oft anders.


    Bei scharf ist es bei uns das gleiche, obwohl wir beide gemessen am Bevölkerungsdurchschnitt ziemlich schärfeunempfindlich sind, aber unterschiedliche Schärfen werden von uns anders wahrgenommen. Ich regagiere z.B. stärker auf Chillischärfe, mein Töchterchen auf Szetchuanpfefferschärfe (den kann ICH PUR essen) , bei Pilzen ist es bei uns das gleiche.