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Es gibt 23 Antworten in diesem Thema, welches 1.339 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von lupus.

  • Glück auf liebe Kameraden :gwinken:


    Gestern habe ich mich mit einer Pilzfreundin zu einer Wiesen-Pilz-Tour in den höheren Lagen im Erzgebirge verabredet. Dort gibt es eine Wiese, auf welcher zur Boletus-Tagung Hygrocybe citrinovirens, der gelbgrüne Saftling, gefunden wurde. Den hatte ich schon damals in Wiesbaden verpasst, als ich mal dort war, und zur Boletus-Tagung wieder. Bei bestem Herbstwetter und einer herrlichen Stimmung ging es auf die Wiese




    1. nach 20m war das Tagesziel schon erreicht: H. citrinovirens stand überall auf der Wiese :ghurra: Leider waren wir fast eine Woche zu spät, sodass es schwer fiel, schöne Exemplare zu finden.



    Ganz schön große Teile …






    2. ebenfalls sehr häufig, wie zu erwarten, der Orange-Ellerlling. Teilweise in Exemplaren mit mehr als 10cm Hutdurchmesser :gbravo:




    3. überall braune „Glatzen“ im Erzgebirge :glol:




    4. hübsche rote Saftlinge gab es auch zahlreich. Ich tue mir immer noch schwer damit, coccinea und splendidissima auseinander zu halten. Angeblich soll splendidissima ja am Fuß auch einen leichten Honig-Geruch haben. Aber mit Schnupfen bei nasskaltem Wetter war da nix zu machen. Dennoch würde ich die hier als Hygrocybe splendidissima, den prächtigen Saftling, bezeichnen, Prächtig war er auf jeden Fall :glol: korrigiert mich gern, wenn ich falsch liege, schreibt mir dann aber bitte auch, woran ihr das fest macht :gzwinkern:




    5. die waren leichter zu bestimmen: Birken-Rotkappen :gnicken:




    6. Habe ich bei uns noch nie gefunden, bin mir aber ziemlich sicher, das das H. aurantiosplendens, der glänzende Orange-Saftling, ist :ghurra:






    7. Ein weiterer Massenpilz war Hygrocybe quieta, der gebuckelte Saftling. Ihn kann man leicht an dem orangen Schimmer in den Lamellen erkennen, der nicht aus jedem Winkel sichtbar ist :gbravo:




    8. ich konnte zum Glück auf die Nase meiner Begleitung zurück greifen, sodass wir diesen Saftling als Hygrocybe reidii, den Honig-Saftling, identifizieren konnten :gnicken: (zu diesem Zeitpunkt wusste ich den Trick bei den roten noch nicht).




    9. Mitten auf der Wiese stand eine einsame Tanne. Um sie herum, hübsch im Kreis, fanden wir eine große Anzahl an Lachsreizkern :gbravo: für mich der erste Fund im Erzgebirge.




    10. etwas weiter in der Wiese drin dann eine weitere Sensation, die uns erstmal Rätsel aufgab. Das es ein Rötling ist, hatten wir schnell raus. Ich bekam dann aber einige Tips und alle waren sich einig, das der Pilz in Richtung E. bloxamii geht. Leider schon bissl alt, aber selbst da war der Blauton noch hübsch anzusehen. Ein ganz schön großer Pilz :love:




    11. leider nur ein Exemplar fanden wir von Gliophorus irrigata (agg.). Den finde ich nämlich fast so hübsch wie seinen grünen Bruder. Man könnte meinen, sie sind aus mundgeblasenem Glas :love:




    12. recht ähnlich vom Aussehen, und doch anders, gaben uns diese Ellerlinge Rätsel auf :gbravo: Er wurde eingepackt und ich harre noch der Huthaut-Mikroskopie :gzwinkern:




    13. ein weiterer rätselhafter Ellerling war dieser hier:




    Vom Format her wie die Orange-Ellerlinge, aber irgendwie weißer in den Lamellen :gkopfkratz: im direkten Vergleich:






    Einfach nur Frost/Trockenschaden ?


    14. auch neu für mich im Erzgebirge: Hygrocybe lepida, der pfifferlingsähnliche Saftling :gbravo:




    15. überall rote Punkte in der Wiese :love:






    16. es gab natürlich auch ein paar grüne Punkte, wenn auch nicht so viele wie erhofft :love: Gliophorus psittacinus, papageigrüner Saftling:




    17. so, jetzt kommen wir langsam zu den spektakulären Funden :glol: es gab natürlich auch Keulchen. Einige gelbe, die ich gar nicht erst fotografiert hab. Dafür fand ich ein hübsches Gruppenfoto, auf dem mindestens 3, wenn nicht gar 5 Arten gleichzeitig zu sehen sind :ghurra: (ein Keulchen versteckt sich hinter der gegabelten Keule). Jetzt hätte ich gern die Experten dabei gehabt, mit denen ich zur Boletus-Tagung unterwegs war :gzwinkern: ( AlexanderK )!




    18. und nun präsentiere ich Euch meinen Fund des Jahres, wenn nicht gar meines letzten Jahrzehnts:

    Ganz vorsichtig freischneiden… (die Schere war schon mit auf dem legendären Saftlingstreffen in Wiesbaden :giggle:





    Tatataaaaaaa ==konfetti




    Neben irgendwelchen profanen orangen Saftlingen standen mehrere Exemplare von Microglossum rufescens (agg. wahrscheinlich) :ghurra: Was für ein Tag! Ich habe erstmal einen mittelschweren Freudentanz aufgeführt :giggle: Falls jemand Bedarf hat, wir haben Exikate mitgenommen.


    18. abschließen möchte ich mit einem Pilz, der nicht ganz so besonders ist, aber für mich neu im Erzgebirge und der einfach auch so so wunderschön ist: Hygrocybe intermedia, der feuerschuppige Saftling <3 Ein herrlicher Farbtupfer im Nebel!




    Vielen Dank, das ihr mit auf diesen Ausflug gegangen seid! Bis zum nächsten Mal,


    Liebe Grüße, Corne (überwältigt und zutiefst glücklich) :gwinken:


    (Abschiedsfoto)




  • Uff, lieber Corne, das haut einen ja wahrlich um. Was für eine Farbenpracht und Vielfalt. Meinen aufrichtigen Neid. Danke für die attraktive und lebhaft geschriebene Präsentation.


    LG Michael

    Schipse (Historie im Profil): 114+11(Platz 1 APR)+6(5.bester Phäle)+3(bester Phalschphal)+2(Teamphal)+3Kultur=139


    Warnhinweis

  • Hallo Corne,



    eigentlich wollte ich heute auch einen Bericht von meinen Touren dieser Tage einstellen. Aber bei Deinem Sensationsbericht mache ich das ein wenig später.

    Ich konnte soooo herrlich mit Euch gehen und war auch im Geiste bei Euch. Dann hattet Ihr auch noch so herrliche Funde.



    Gratulation




    Ganz liebe Grüße aus dem hohen Norden

    Liebe Grüße vom


    Bläuling


    Meine Bestimmungsversuche sind KEINE Verzehrfreigaben



    Schipse: 100-10 Startgebühr für APR 2024= 90 + 2 = 92

    Schipse: 92-10 Startgebühr für APR 2025 = 82

  • Hallo Corne,


    was für eine Pracht. Jetzt habe ich noch mehr Wut auf mein schmerzendes Knie das eine Teilnahme an dieser tollen Wiesenbegehung verhindert hat. Da wäre ca. ein Dutzend Erstfunde für mich dabei gewesen.


    Danke dass ich wenigstens viral mit mitgehen durfte.


    VG Jörg

  • Hallo Corne,

    Deine Nummer 4. halte ich (in Übereinstimmung mit Ingo ^^ ) nicht für H. splendidissima sondern für H. coccinea. Zum einen sind die etwas mickerig und die Lamellen sind zu breit angewachsen. Wäre im Schnittbild sicher noch besser zu erkennen. Bei H. splendidissima steigen die Lamellen bauchig nach oben auf uns sind nur schmal angewachsen.



    LG Karl

  • Hallo Karl,


    Vielen Dank für Deine Enschätzung. Die ganze Wiese steht mit kleinen und größeren roten Pilzen voll. Ich bin da etwas überfordert. Danke für den Tip mit den Lamellen. Ich werde mal versuchen, mir eine genaue Gegenüberstellung zwischen coccinea und splendidissima zu machen. Ich habe gestern (war mit Jörg nochmal dort) auch mal den „Kissing Test“ versucht, denn ich hatte am Montag mir Deinen Vortrag angeschaut. Die Pilze waren alle nass, denn es gab Frost in der Nacht auf Dienstag. Bei einer Gruppe war das Gefühl wie, egal wie ich die Lippe anlecke, wenn der Pilz rankommt, fühlt es sich trocken an und klebt an der Lippe. Bei einem anderen war das Gefühl feucht, als würde alles „noch nasser“ werden.


    VG Corne

  • Hallo Lieber Corne!


    Ein sehr schöner Beitrag von dir! Glückwunsch zu den vielen Persern! Echt fantastische Arten dabei!

    Liebe Grüße vom Enno  



    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~W~E~R~~~S~U~C~H~E~T~~~D~E~R~~~F~I~N~D~E~T~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


    Übers Internet verteile ich KEINE Essensfreigabe! Wer sich unsicher ist sollte einen Pilzsachverständigen aufsuchen!


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  • Moin Corne, mit der Unterscheidung von splendidissima und coccinea tu ich mich auch schwer. Am einfachsten ist es noch sie anzusprechen, wenn du sie einmal richtig bestimmt hast und am diesem Ort immer wieder aufsuchst und genau beobachtest. Die Fotos im Netz haben jedenfalls bei optimistischer Einschätzung eine Trefferquote von 60-70%.

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


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  • Hallo,


    Danke dass Du mit Mut machst, liebe Wutzi :gbravo:


    Ich habe mal die KI bemüht. Und zwar habe ich meinen KIBBY genommen (ich weiß, nicht die beste Saftllingsliteratur), habe die Texte zu coccinea und splendidissima abfotografiert und in die KI geladen und eine Gegenüberstellung machen lassen. Das kam raus dabei:


    Merkmalsvergleich im Überblick

    HutformKonvex (gewölbt)Rundlich-konisch (kegelig)
    HutoberflächeBei Nässe fettig (greasy)Immer trocken und matt
    Hutgröße10–60 mm20–70 mm (tendentiell etwas größer)
    LamellenansatzBreit angewachsen (adnat), teils mit herablaufendem ZahnSchmal angewachsen (narrowly adnate)
    StielformZylindrisch, oft zusammengedrücktZylindrisch-spindelig, oft verdreht oder zusammengedrückt
    GeruchKeiner (nil)Frisch keiner, aber beim Trocknen nach Honig
    SporenformLänglich-ellipsoid, oft an der Spitze verengtEllipsoid-eiförmig (ovoid)
    HäufigkeitHäufig und weit verbreitet (in Großbritannien)Ungewöhnlich bis selten



    Es gibt auch eine Zusammenfassung der wichtigsten Unterschiede:


    Die 3 größten Unterschiede zur Bestimmung

    Wenn du die beiden Arten im Feld oder unter dem Mikroskop unterscheiden musst, solltest du vor allem auf diese drei Hauptmerkmale achten:

    1. Die Hutoberfläche und Form: H. coccinea hat einen gewölbten Hut, der bei feuchtem Wetter spürbar fettig wird. Der Hut von H. splendidissima ist eher kegelig geformt und bleibt auch bei Feuchtigkeit völlig trocken und matt.
    2. Der Geruch beim Trocknen: Das ist der sicherste Makro-Unterschied bei älteren Exemplaren. Während H. coccinea völlig geruchlos bleibt, entwickelt H. splendidissima beim Eintrocknen einen markanten, süßlichen Honiggeruch.
    3. Der Lamellenansatz: Schau dir an, wie die Lamellen am Stiel aufeinandertreffen. Bei H. coccinea sitzen sie breit an und laufen manchmal sogar ein Stückchen am Stiel herab. Bei H. splendidissima sind sie nur ganz schmal am Stiel angeheftet.


    Damit wäre bewiesen, das Karl recht hat. Sagt die KI :grofl:


    Ich möchte hier ausdrücklich vermerken, das es mir gar nicht darum ging, Karl, ihn zu be- oder widerlegen. Aber ich wollte einfach mal probieren, was die KI aus zwei Fotos mit Texten machen kann. Ehe ich jedes zweite Wort mühsam selber übersetzen muss. Das fand ich schon gut. Hat keine 5min gedauert.

  • Damit wäre bewiesen, das Karl recht hat. Sagt die KI

    Das glaube ich auch ohne KI sofort. Ich habe jetzt eine Woche lang jeden Tag rote Hüte angeschaut. ==Gnolm4 Oft beobachtet konnte ich den leicht konischen Hut bei H. splendidissima, einen verbeulten bis verdrehten Stiel, Hüte mit einem Durchmesser von 8 oder 9 cm bei einzeln stehenden Exemplaren und auch die schmaler angewachsenen Lamellen. Unterschiede bei der Huthaut aber beim besten Willen nie. Das mag am Wetter liegen, die Pilze waren immer regen- oder taunass. Aber ich kann nicht sagen, dass ich immer so deutliche Unterschiede erkenne. Im Feld ist das oft eine elende Raterei. H. splendidissima steht hier oft mit punicea zusammen, das wäre ein zusätzliches Indiz.


    H. edit: conica coccinea beobachte ich oft mit einer helleren Lamllenschneide und einem Nubsi auf dem Hut. Farblich kann ich nur wenige Unterschiede erkennen, beide blassen im Stiel über Orange nach gelb aus. H. splendidissima hat mitunter einen richtig fetten Stiel, der fast an den von H. punicea herankommt. Das kann H. coccinea nach meiner Beobachtung nicht. Überhaupt finde ich in großen Beständen die einzelnen Exemplare von H. splendissima deutlich variabler als dies bei H. edit: conica coccinea der Fall ist. Interessant finde ich auch, dass ganz junge H. splendidissima oft durchgehend rot gefärbt sind, also von der Basis über den Stiel bis zur Huthaut keine Farbabweichungen zeigen (Foto1) Bei H. conica ist mir das noch nie so deutlich aufgefallen. Da sind Stielspitze und Lamellen schon jung etwas heller als der Rest.

    1.


    2. Später färben sie allerdings alle um und bekommen hellere Lamellen und einen helleren Stiel. Das Taschenmesser ist übrigens 8,5 cm lang.

    Lieben Gruß


    Claudia


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    Einmal editiert, zuletzt von Wutzi ()

  • Hallo Claudia,

    Bei H. conica ist mir das noch nie so deutlich aufgefallen.

    Das solltest Du korrigieren ;) !


    VG Jörg

    Beweise es, dann tu ich das, lieber Jörg. :) Allerdings hast du Recht. Ich habe ich tatsächlich noch nie so junge coccinas genauer beäugt. Für Fotos sind sie dann nicht so geeignet und nur so zum anschauen entnehme ich sie ungern. Das werde ich morgen mal in Angriff nehmen

    Lieben Gruß


    Claudia


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  • Hallo Claudia,


    Du hast dich oben einfach nur verschrieben, H. conica statt H. coccinea und das übrigens zweimal;) .


    VG Jörg

  • Hallo Claudia,


    Du hast dich oben einfach nur verschrieben, H. conica statt H. coccinea und das übrigens zweimal;) .


    VG Jörg

    ==Gnolm12 ich hab's nicht mal bemerkt. Ich korrigiere das gleich, danke Jörg!

    Lieben Gruß


    Claudia


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  • Ich hab’s auch erst gemerkt, was Jörg meint, als ich Jörgs zweite Nachricht gelesen hab :gomg:  :grofl:


    VG

  • Hallo Leute,


    Ich möchte nun obigen Wiesenpilzen-Bericht noch etwas ergänzen. Jörg hat mich am Dienstag zu einem Spaziergang besucht und wir haben uns das mal zusammen angesehen. Für ihn waren mehr als ein Dutzend Erstfunde dabei. Natürlich sind wir Stellen abgelaufen, wo unsere Gruppen vom Samstag noch lagen, aber es gab auch neue Entdeckungen.

    1. hier ist er: Hygrocybe splendidissima :gzwinkern:



    2. gleich am Anfang und auch in einer völlig anderen Ecke der Wiese entdeckten wir einen weiteren Spot von Microglossum rufescens :ghurra:



    3. Dieser Pilz kam mir irgendwie komisch vor. Von oben dachte ich zunächst an einen Ellerling, aber von unten passte der Lamellenansatz gar nicht. Es ist ein Saftling: Hygrocybe fornicata (agg.) - der blassrandige Saftling :gbravo:



    4. Nebenbei entdeckt und doch nicht verwunderlich: Calvulinopsis corniculata - die geweihförmige Wiesenkeule



    5. Fund des Tages: Neohygrocybe ovina - der rötende Saftling :ghurra: wenn ich den nicht schonmal in Wiesbaden gezeigt bekommen hätte, wäre ich glatt dran vorbei gelaufen. Jörg auch :glol:



    VG und einen schönen Abend noch!


    Corne

  • Hallo,

    Neohygrocybe ovina - der rötende Saftling :ghurra: wenn ich den nicht schonmal in Wiesbaden gezeigt bekommen hätte, wäre ich glatt dran vorbei gelaufen. Jörg auch

    das ist auch kein Wunder denn die Teile sahen von oben wie Pilzleichen aus.



    Es gab auch noch zwei weiter Arten bei denen Elisabeth, Aretah meinte dass es sich um


    Clavaria flavostellifera



    und Hygrocybe neomarchii handeln dürfte.



    VG Jörg

  • Corne

    Hat den Titel des Themas von „WWW - Wiese -Wahnsinn im Westerzgebirge ;)“ zu „WWW - Wiesen-Wahnsinn im Westerzgebirge ;)“ geändert.
  • Glück auf liebe Pilzfreunde :gwinken:


    Am Freitag nach der Arbeit habe ich mich mit Kauz getroffen, um nach Wiesenpilzen Ausschau zu halten. Wir hatten uns auf ein Gebiet geeinigt, welches er mir im Frühjahr gezeigt hat und wo wir Vibressea truncorum gefunden hatten. Also habe ich Kauz aufgelesen und wir fuhren los. Zunächst geht es durch ein kleines Waldstück, an dessen Wegrändern schon viel los war.


    1. grünfleckende Fichtenkoralle :gbravo:



    2. auch die grauen Korallen waren massenhaft vertreten:



    3. klein und unscheinbar: orange-schneidiger Helmling :love:



    4. hier hatten wir beide überhaupt keine Idee, aber ich stell den Pilz nochmal als extra Anfrage ein:



    5. dann erreichten wir endlich die Wiesen: Leider absolut tote Hose :gnichttraurig: die Wiesen sahen perfekt aus, aber es gab praktisch gar nix. Noch nichtmal Jungfern-Ellerlinge oder schwärzende Saftlinge. Vielleicht grad ein „schlechtes Jahr“ für diese Wiese ? Ich werde es auf jeden Fall im nächsten Jahr nochmal probieren…. Kann mir nicht vorstellen, das es dort nix geben soll. Nur ein paar runzelige Korallen winkten uns zu…



    6. also brachen wir kurzerhand ab und fuhren in ein Gebiet gleich um die Ecke. Dort hat ich schon Saftlinge gefunden und wir probierten es dort mal aus. Gleich zu Beginn ein hoffnungsvoller Auftakt: Hygrocybe Splendidissima :ghurra: (prächtiger Saftling)



    7. ein paar Meter weiter: Hygrocybe fornicata agg. :love: (blassrandiger Saftling)



    8. ganz neu für mich waren diese hübschen Kerlchen: Cuphophyllus lacmus, violettgrauer Ellerling :ghurra: (leider kommt die deutlich violette Hutfärbung auf den Bildern net so rüber)



    9. im tiefen Gras standen Massen an Keulchen. Da diese grad schwer zu bestimmen sind, lasse ich es ;)




    10. es ging weiter mit Hygrocybe laeta, dem zähen Saftling. die standen da zu hunderten….



    11. und erneut Hygrocybe splendidissima mit trockenem Hut und (fast) freihen Lamellen (gell, Claudia Wutzi )



    12. gelbe Saftlinge gab es auch. Und da ich meinte, eine leichte Bereifung an der Stielspitze festzustellen, habe ich den als Hygrocybe chlorophana eingetütet (stumpfer Saftling) :gbravo:



    13. Hygrocybe ceracea, den zerbrechlichen Saftling, gab es auch. Eher klein, gern fast büschelig wachsend, mit trockenem Stiel und Hut und vor allem breit angewachsenen Lamellen ist er recht einfach zu bestimmen:



    14. Ebenfalls in größerer Zahl und allen Alterstadien gab es Hygrocybe reidii, den Honig-Saftling. Leicht erkennbar am Kunsthonig-Geruch an der Stielbasis. Außerdem sind Stiel und Hut trocken und er hat so ein typisches Orange



    15. ebenfalls orange ist der Orange-Ellerling (Cuphophyllus pratensis) und fehlt auf derlei Wiesen eigentlich nie:



    16. sehr schleimig sind meine Lieblingspilze, die papageigrünen Saftlinge :love: hier mit leicht violettem Einschlag auf den Hüten:



    17. rot mit feuchtem Hut und breit angewachsenen Lamellen ist, nach aktuellem Stand, der kirschrote Saftling :kaffee:



    18. was mich wirklich umgehauen hat war die große Anzahl an Hygrocybe punicea, dem größten oder granatroten Saftling :love: Bestimmt an die hundert Exemplare!



    Diese Gruppe war schon entnommen und aufgelegt, was ich leider erst nach der obigen Gruppe festgestellt hab:





    19. Aber wie so oft im Reich der Pilze sind es nicht die großen, sondern die ganz kleinen Pilze, die die absoluten Kracher sind. Ich hatte schon davon gehört, das es sie hier geben soll, aber selbst noch nie gefunden. Wirklich winzig, aber dafür umso schöner ist der Fund des Tages: Atheniella adonis , der korallenrote Helmling :ghurra:



    Erst einer, dann wurden es immer mehr:



    Selten direkt nebeneinander:



    Noch seltener: eine 5er Gruppe :ghurra:



    Da sag nochmal einer, man könne mit einem Handy keine guten Bilder machen ;)



    Was für ein herrlicher Ausflug!


    In diesem Sinne wünsche ich Euch einen schönen Rest-Sonntag und Danke Euch für Eure Aufmerksamkeit!


    Gliggauf! Corne :gwinken:

  • ..................


    Was für ein herrlicher Ausflug!


    ..................

    Ja, einfach wunderschön !


    VG

    Wolfgang

    ----------------------------------------------------
    Ich bin ein fortgeschrittener Anfänger. Meine Einschätzungen zu Bestimmungsanfragen sind mit Vorsicht zu "genießen" !
    Und: Nicht jeder meiner Funde muss unbedingt bestimmt werden, ich freue mich einfach über jedes "Kerlchen"... :gzwinkern: