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letzter Beitrag von Digitalpilz am

Kräuterseitling auf Pappe

  • Hallo Interessierte,


    ich habe vor ca. 3 Wochen ein Stück Supermarkt-Kräuterseitling kleingeschnitten und auf feuchte Pappe gelegt, komplett unsteril. Der Pilz hat die Pappe schön besiedelt nach ca. 10 Tagen. Um nährstoffreichere Brut zu erlangen, habe ich dann 2 Plätzchen Kaffeesatz aus dem Vollautomaten dazugefügt. Es dauerte etwa einen Tag, bis Schimmel alles überwuchert hat und dann auch das Myzel des Kräuterseitlings zerstörte. Das war so schon fast zu erwarten. Den Versuch habe ich trotzdem gemacht,weil er so kaum Arbeit bereitet hat. So schnell gebe ich aber nicht auf und probiere es noch einmal. Diesmal werde ich aber bei Pappe bleiben. Hier werde ich den Verlauf mit Bildern dokumentieren, die wahrscheinlich für sich sprechen. Vielleicht ist nächste Woche Schluss, im besten Fall seht Ihr schließlich eine Ernte.


    In die Eisdose habe ich mit dem Cutter ein Loch geschnitten und ein Pflaster aufgeklebt. So kann Luft ausgetauscht werden, hoffentlich aber nicht zu viele Schimmelsporen eindringen. Die Pappe habe ich mit kochendem Wasser befeuchtet, so dass nichts getropft hat.









    Weitere Fortschritte oder Kontaminierungsfotos werde ich im laufenden Prozess einfügen.


    LG Michael

  • Bin gespannt!

    Liebe Grüße,

    Grüni/Kagi ==11


    116 Pilzchips


    (Stand Nov.2020=112 -15 Einsatz APR 2020 -1 für Belis Pilzgral-Rätzel +5 Präsenz-Bonus APR 2020 +5 Platz 14 APR 2020 +5 Gnolmisch-Bonus APR 2020 -2 Einsatz FPPR +5 Platz 1 FPPR +2 Platz 2 Sonderwertung FPPR =116)


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  • Spannend

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    Pilzchips nach Gewichtsschätzung : 123 :D (minus 10 Einsatz für Gesamtfundliste des Nordtreffens)
     
    Neuer Stand: 113 -2 Chipse für FPPR 2021 Neuer Stand 111

  • So, nach 2,5 Wochen zeigt sich am Rand der oberen Pappe Myzel. Die Durchfeuchtung der Pappe war zwischenzeitlich etwas mau, hatte einige Tropfen Wasser zugefügt.



    Ich habe mich entschlossen, jetzt mit Strohpellets weiter zu versuchen, das soll später auch Substrat für die Zucht benutzt werden.

    50 g Strohpellets mit 60 g kochendem Wasser vermischt, abkühlen lassen.




    Als Deckschicht auf die besiedelte Pappe gegeben.




    Jetzt wieder warten, warten warten, in der Hoffnung, dass das Myzel stärker wächst, als mögliche Schimmelsporen.


    Bei den nächsten Veränderungen stelle ich weitere Bilder ein.


    LG Suku

  • Hallo,

    ganz interessant. Aber durchblicken tue ich nicht.

    Was ist das für ein brauner Block, auf dem die Pappe liegt?

    Und warum liegt die Pappe da drauf?

    Und was denn für eine Deckschicht?

    Ich hoffe, dass ich mit den vielen Fragen nicht nerve.


    Gruß

    Anton

  • Das IST die Pappe, die auf dem Grund eines Kunststoffgefäßes oder einer Pappkiste (Obststiege o.ä.) liegt.

    Liebe Grüße,

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  • Hallo Michael,


    deine Versuche sind sehr interessant und gleichzeitig auch lehrreich - nicht nur für dich.

    Genau das ist es, was die Freude am Entdecken entfacht. :thumbup:


    Solche Versuche werden natürlich viel eher kontaminiert, als wenn man in Reinräumen steril arbeiten kann, aber ich bin sicher, wenn du dran bleibst werden sich Erfolge einstellen.


    Freundliche Grüße

    Peter

  • Hallo allerseits,

    Solche Versuche werden natürlich viel eher kontaminiert, als wenn man in Reinräumen steril arbeiten kann, aber ich bin sicher, wenn du dran bleibst werden sich Erfolge einstellen.

    Meiner Erfahrung nach ist steriles Arbeiten oft gar nicht nötig. Jedenfalls nicht, wenn man (gekaufte) Seitlings-Körnerbrut auf Stroh bringt oder - wie hier - Pilze zerschnibbelt und die zum Impfen nimmt. Ich bleibe bei Körnerbrut, weil die halt noch Energie in Form von Nährstoffen mitbringt. Aber das Wichtigste ist IMHO, dass das Stroh nicht zu nass ist. Staunässe ist unbedingt zu vermeiden. Daher würde ich Stroh- und Wassermenge genau aufeinander abstimmen.


    Ich habe noch nie einen Mykobag gekauft, sondern benutze stattdessen einfache, aber große Gefrierbeutel, wo ich nach dem Befüllen und Beimpfen mit einer Nadel ganz viele kleine Löcher einsteche. Die kann man nicht autoklavieren, ist aber auch nicht notwendig.


    Für steriles Arbeiten ist IMHO ein Reinraum nicht notwendig. Ein Autoklav (Dampfdrucktopf) und ein Brenner reichen da völlig aus. Ferner sollte natürlich die Arbeitsfläche gereinigt werden, hektische Bewegungen sind zu vermeiden, zu beimpfende Platten und Gläser sollten nur kurzzeitig geöffnet werden, kein Durchzug etc. Für die Körnerbrut verwende ich Marmeladengläser in Sturzform mit Schraubdeckel. In die Schraubdeckel mache ich zwei Löcher, etwa 4-5 mm. Das eine wird mit Tesa abgeklebt und ist nur zum Beimpfen (mit Flüssigmycelspritze) und das andere zur Belüftung und wird mit einem Zigaretten-Eindrehfilter zur Belüftung ausgestattet. Das System funktionierte immer gut für mich. Um die Gläser zu beimpfen, könnte man etwas Flüssigmedium mit einem möglichst steril aus der Innenseite des aufgebrochenen Pilzes entnommenen Stückchen beimpfen. Das Beimpfen sollte dann auch steril durchgeführt werden, dafür reicht ein Brenner direkt daneben. Und natürlich Werkzeug vorher sterilisieren oder abflammen.


    Grüße


    Oliver

  • Hallo Pilzfreunde,


    meine Dokumentation endet heute:gheulen:.

    Die Kontamination hat mal wieder gewonnen. Ich finde spannend, welche Farben Schimmel annehmen kann, z.T. mit einer gewissen Ästhetik. Auch wie schnell der wachsen kann ist schon faszinierend, aber manchmal fänd' ich ein wenig Zurückhaltung doch netter. Der ist so verfressen :gaufsmaul:! Jetzt besorge ich mir einen Dampfkochtopf.


    LG Michael



  • Ach, wie schade! Es fing so gut an.

    Liebe Grüße,

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  • [...]

    Jetzt besorge ich mir einen Dampfkochtopf.


    [...]

    Da gibt es einen guten amerikanischen, der mit einem auf 1,5Bar eingestellten Gravitationsventil arbeitet. Sehr geräumig, teuer, aber im Vergleich zu den Alternativen noch billig. Der Selbstimport macht das Teil aber erheblich teuer. Manchmal bekommt man den auch beim Pilzzuchtbedarf in D.


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    Wenn Du aber nur Substrat autoklavieren möchtest, tuns auch die sterilisierbaren Beutel die es z.B. auch in 8l gibt. Mit Tesa zukleben und im Ofen geschätzt zwei Stunden bei 80-100Grad erhitzen.


    Viele Grüße

    Ralph

  • Da gibt es einen guten amerikanischen, der mit einem auf 1,5Bar eingestellten Gravitationsventil arbeitet. Sehr geräumig, teuer, aber im Vergleich zu den Alternativen noch billig. Der Selbstimport macht das Teil aber erheblich teuer. Manchmal bekommt man den auch beim Pilzzuchtbedarf in D.

    Hallo zusammen,


    man kann auch einen einfachen Dampfdrucktopf nehmen, den viele ohnehin zuhause haben. Ein richtiger Tischautoklav macht vor allem dann Sinn, wenn er größer sein soll. Ich bin oder war ein Fan von den All American Sterilizers. Ein großer Vorteil: der ist konisch dichtend, man muss also nicht hin und wieder neue Dichtungen kaufen. Ein großer Nachteil: Es gibt den nicht offiziell für den europäischen Markt, er muss also selbst importiert werden und falls man sich für die Variante mit eingebauter Hitzequelle entscheidet, dann muss man die hier von einem Fachmann von 110V auf 230V umbauen lassen. Für einen meiner früheren AG-Leiter haben wir das gemacht und alle waren zufrieden. Für uns war das eine preisgünstige Lösung. Für einen Privatmann ist das schon eine Investition. Ich persönlich autoklaviere nie Säcke, nur Gläser mit Roggensubstrat und Medium zum Plattengießen. Da reicht mir ein normaler Dampfdrucktopf vollkommen aus. Nur habe ich mir extra "passende" Marmeladengläser in Sturzform gekauft, da passen insgesamt 4 in den Dampfdrucktopf. Wichtig ist, dass man einen Einsatz hat, so dass die Gläser nicht mit dem Boden im Wasser stehen und dass man die Luft beim Erhitzen vollständig entweichen lassen muss, bevor man das Ventil schließt.


    Wenn Du aber nur Substrat autoklavieren möchtest, tuns auch die sterilisierbaren Beutel die es z.B. auch in 8l gibt. Mit Tesa zukleben und im Ofen geschätzt zwei Stunden bei 80-100Grad erhitzen.

    Man kann kein feuchtes Substrat im Ofen sterilisieren, weil man da nicht über 100°C kommt. Was man aber machen kann, ist die fraktionierte Sterilisation: da reicht kochen bzw erhitzen auf 100°C, was man ein paar Mal (kit zeitlichem Abstand) wiederholt, um zwischendurch noch vorhandene Sporen etc. keimen zu lassen, die man dann eben beim zweiten und dritten Mal kochen killt. Geht auch, ich würde aber einen Dampfdrucktopf nehmen.


    Viele Grüße


    Oliver

  • Statt des Einsatzes kann man auch ein mehrfach gefaltetes Küchenhandtuch verwenden und die unteren Gläser stehen bei mir immer ein Drittel im Wasser. Hat immer ganz gut geklappt (Roggenbrut und Agarflasche von Schott)


    Gruß Ralph

  • Hallo Ralph, hallo Oliver,


    danke für die Tipps. Ich werde es wohl als nächstes mit steriler Körnerbrut versuchen. Ein Dampfkochtopf schwirrt noch irgendwo in der Familie herum (Corona macht momentan die Treffen schwierig). Das Substrat wird weiterhin aus unsterilen Strohpellets bestehen.


    Ich hatte einen erfolgreichen Versuch mit Austernseitelingen aus gekaufter Brut. Die Pellets wurden da, laut Anleitung, lediglich zwei Stunden bei 110 Grad und schon gewässert erhitzt.


    Die Brut hat für die Besiedlung lange gebraucht, Kontis gab es aber keine. Mein Ziel ist es, Brut in kleinstem Masstab selber zu erstellen mit geringem Aufwand. Da scheint mir die Methode mit dem Dampfkochtopf und Körnern geeignet.


    LG Michael

  • Hallo Michael,


    bei Strohpellets mache ich das so, dass ich die - in einen ganz normalen Gefrierbeutel 5L - lediglich mit kochendem Wasser (natürlich genau abgemessen) übergieße und den dann in eine Styroporbox stelle, so dass die Temperatur sich länger hält. Über Nacht ist das Substrat abgekühlt und kann dann beimpft werden.


    Feucht im Ofen bringt imho aus mehreren Gründen nicht so viel: Erstens kann man kaum die Wassermenge abschätzen, da beim "Sterilisieren" ja Wasser verdampft. Die Wassermenge sollte aber genau stimmen. Zweitens dauert es, bis innen die Temperatur erreicht ist, die sowieso bei feuchtem Substrat und Normaldruck nicht höher als 100°C betragen kann. Daher ist das eher Energieverschwendung.


    Kräuterseitling und Austernpilz sind bei mir hervorragend auf Strohpellets gewachsen. Der Kräuterseitling mochte es bei mir gerne kühler. Nur Staunässe sollte generell vermieden werden, sonst wächst das Mycel an den Stellen nicht und später bilden sich dann vermutlich dort Kontis heraus.


    2240-2e490ec455687738c3598d9c7e1ccec1fc230311.jpg Zitat von Suku Mein Ziel ist es, Brut in kleinstem Masstab selber zu erstellen mit geringem Aufwand. Da scheint mir die Methode mit dem Dampfkochtopf und Körnern geeignet.

    Auf jeden Fall. Klappte bei mir gut. Wichtig sind einheitliche (Sturz-)Gläser und dass man da ein Mal die richtige Menge Körner, ggf. Zusatzstoffe wie Gips oder Kalk, und halt Wasser genau abstimmt, so dass das fertige Glas noch etwas Luft oben hat (da schüttelt es sich besser). Für jedes Glas sollte man die Zutaten einzeln abwiegen. Ich habe die oft vorbereitet, so dass ich nur noch Wasser zugeben und autoklavieren muss. In den Deckeln habe ich Löcher, die ich mit Eindreh-Zigarettenfilter zur Belüftung verschließe, finde ich sehr praktisch und ist preiswert. Beim Herausnehmen aus dem Autoklav stecke ich die erst drauf, damit sie halbwegs trocken bleiben. Wenn man keine Löcher im Deckel hat, darf man nicht vergessen die Deckel nur lose aufzulegen und keinesfalls zu verschließen. Filter sind aber sehr empfehlenswert. Früher hatte ich nur Alufolie drüber und gelegentlich Kontis, mit Filtern fühle ich mich wohler.


    Grüße


    Oliver

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