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letzter Beitrag von Tricholomopsis am

Parasol

  • Hallo,


    ich habe heute folgende Pilze gefunden und frage mich, ob es sich um Parasolpilze handelt.


    Standort: Wiese am Waldrand

    Schirm: Durchmesser ca. 10cm, Schuppen nur in der Mitte, keine Verfärbung des Fleisches

    Lamellen: cremefarben

    Ring: zuerst fest, mit ein bisschen Druck verschiebbar

    Stiel: kaum ersichtliche Natterung

  • Hi.


    Wo kommt denn das her, dass die Leute den Sternschuppigen neuerdings Macrolepiota fuliginosa nennen?

    Ist das gültig umkombiniert?


    LG.

    Bin lediglich fortgeschrittener Anfänger.
    Posts sind nicht als Essensfreigabe zu verstehen. :-]

  • Eher ein Safranschirmling (Macrolepiota rachodes), denn er rötet leicht und hat eben keine Natterung.

    GriasDi Menedemos,

    Arten aus der Gattung Chlorophyllum, Safranschirmlinge röten nicht "leicht", sondern verfärben sich rasch über gelblich safranfarben über orange bis zu schmutzig dunkelbraun bis fast schwarz.

    Ein leichtes röten reicht da nicht. Es gibt auch Macrolepiotaarten, die zumindest in der Stielrinde oder auch sonst wo mehr oder weniger stark röten. Dieses Röten ist aber mit dem Farbumschwung von Safranschirmlingen nicht zu vergleichen.

    An liabn Gruaß,

    Werner

  • Alexander hat mir gerade bei meiner Bestimmungsanfrage diesen hilfreichen Link geschickt. vielleicht trägt der zur Wahrheitsfindung bei:

    https://www.pilzforum.eu/attac…35097-macrolepiota-1-pdf/

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


    Hier im Forum gibt es grundsätzlich keine Verzehrfreigaben.

    Pilzsachverständige findest du hier.

  • Ja, Werner hat Recht und der Parasol kommt auch schon mal ohne deutliche Natterung daher. Für uns Speisepilzsammler gibt es einen ganz einfachen Identifizierungsmodus. Der Parasol riecht auch ohne Anschnitt eindeutig nussig. In seltenen Fällen kann das mal nicht so deutlich sein und man muss ihn dann anschneiden. Die folgende Kostprobe ist dann eindeutig, wenn es auch nussig schmeckt. Der Parasol gehört zu den wenigen Pilzen, deren FK auch roh für uns genießbar sind, also ausspucken ist dann sogar überflüssig.

    LG Mischa

  • Ja, Werner hat Recht und der Parasol kommt auch schon mal ohne deutliche Natterung daher. Für uns Speisepilzsammler gibt es einen ganz einfachen Identifizierungsmodus. Der Parasol riecht auch ohne Anschnitt eindeutig nussig. In seltenen Fällen kann das mal nicht so deutlich sein und man muss ihn dann anschneiden. Die folgende Kostprobe ist dann eindeutig, wenn es auch nussig schmeckt. Der Parasol gehört zu den wenigen Pilzen, deren FK auch roh für uns genießbar sind, also ausspucken ist dann sogar überflüssig.

    LG Mischa

    Hallo Mischa, den Ring nasche ich zwar auch immer roh, aber ganz richtig ist das mit roh ungiftig nicht: Im Buch "Giftpilze-Pilzgifte" von Roth/Frank/Korman ist der Parasol als "Roh schwach giftig" bezeichnet.
    Wirkmechanismus: "Führt zu Störungen im Margen-Darmtrakt". Therapie: "Kohle-Pulvis-Gabe".

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


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  • Eben wegen dem Link unter anderem kommt ja M. fuliginosa als Name für den Sternschuppigen eigentlich nicht in Frage. Ich habe den bisher M. rhodosperma genannt.

    Bin lediglich fortgeschrittener Anfänger.
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  • GriasDi Mischa,

    wenn Du meinst, dass Parasole roh essbar sind, dann täuschst Du dich aber gewaltig.

    Die sind roh sogar gscheid magendarmgiftig.

    Evtl macht Dir ein kleines Stück zum Geschmackstest ned viel aus.

    Ich weiß auch, dass der Ring scheinbar ohne Bedenken roh verzehrt werden kann und toll nussig schmecket.

    Ich weiß von einem Fall aus unseren Verein, der sich mit nicht ausreichend gegarten Parasolhüten (er hatte sie auf den Grill gehauen) vergiftet hat.

    Also bitte nicht erzählen Parasole könnten roh verspeist werden!

    An liabn Gruaß,

    Werner

  • Hallo Mischa, den Ring nasche ich zwar auch immer roh, aber ganz richtig ist das mit roh ungiftig nicht: Im Buch "Giftpilze-Pilzgifte" von Roth/Frank/Korman ist der Parasol als "Roh schwach giftig" bezeichnet.
    Wirkmechanismus: "Führt zu Störungen im Margen-Darmtrakt". Therapie: "Kohle-Pulvis-Gabe".

    Mag sein Claudia, ich kenne dieses Buch nicht. In meinen steht etwas anderes und das passt auch zu unseren Erfahrungen, denn hier wird der Parasol gerne von unseren Damen in Salaten ganz roh verarbeitetet und mit Genuss gegessen und das seit Jahrzehnten und ohne jegliche Beschwerden.

    Natürlich kann es beim Parasol, wie bei jedem anderen Lebensmittel sein, dass es individuelle Unverträglichkeiten gibt. Die dann schnell verortbar, wie harmlos sind.

    LG Mischa


    P.S- Nicht alles was in Büchern steht ist auch richtig!

  • Ach Werner, bitte nicht wieder eine solche Diskussion wie beim Kahlen Krempling. Es macht wenig Sinn, wenn man Behauptungen aufstellt, ohne diese durch wissenschaftlich gesicherte Fakten untermauern zu können. Weder Du noch ich wissen, welche Substanz Deinen bedauernswerten Vereinsfreund vergiftet haben.

    Ob es Reste von Kohlenstoffverbindungen auf dem Grill, Insektizide aus Schutzbesprühungen der Bestände, Urinrückstände von Säugetieren usw. waren.

    Es gibt immer mal wieder "Vergiftungen" bei ganz üblichen Lebensmitteln, deren Ursachen auf Anlagerungen von externen Fremdstoffen basieren.

    Wie schon zuvor beschrieben, wird er hier auch gern roh genossen und zwar, ohne dass mir auch nur ein einziger Fall von Unverträglichkeit bekannt geworden wäre.

    Ich persönlich bevorzuge die Hüte wie ein Schnitzel zu braten. Also in hoch erhitztem Butterschmalz 1min rechts anbraten und 1 min links. " . . . nicht ausreichend gegart . . ." ist für mich ein schlechter Witz, wenn Du jetzt noch schreibst, dass die Parasole, wie der Kahle Krempling min. 25 min. zubereitete werden müssen, dann kann ich nur daraus schließen, dass bayrische FK unserer Speisepilzarten offensichtlich andere Eigenschaften haben, als sie im Rest von Deutschland offensichtlich haben.

    LG Mischa

  • Servus Mischa,


    es kommen immer wieder Vergiftungen mit rohen Parasolen vor. Das passiert vor allem dann, wenn beim Braten im Hutbuckel das Fleisch nicht ganz durch ist (daher wird auch geraten, den Buckel zu kappen). Die Ringe scheinen harmlos zu sein, das Hutfleisch nicht. Solltest du jemanden kennen, der (oder die) den Parasol roh im Salat isst, wäre das die Ausnahme. Die Zahl der Vertgiftungen durch nicht durchgegarte Parasole sind da in der deutlichen Überzahl. Daher kann auch ich nur dringend raten, mit solchen Aussagen zur Harmlosigkeit roh giftiger Pilze vorsichtig zu sein.


    Für uns Speisepilzsammler gibt es einen ganz einfachen Identifizierungsmodus. Der Parasol riecht auch ohne Anschnitt eindeutig nussig. In seltenen Fällen kann das mal nicht so deutlich sein und man muss ihn dann anschneiden. Die folgende Kostprobe ist dann eindeutig, wenn es auch nussig schmeckt.

    Puh, nussigen Geruch können auch Chlorophyllumarten zeigen, auch die giftigen (Aussagen, dass man die am Geruch trennen kann, kann ich nicht nachvollziehen). Und der Parasol hat so klare Bestimmungsmerkmale, dass es keine Kostprobe braucht - gerade nicht für Speisepilzsammler. Diese Methodik halte ich für "schwierig".


    Der gezeigte Pilz ist übrigens kein Parasol. Er ist kleiner, schmächtiger, verliert die Hutschuppen und hat rosa Sporenpulver. Der Ring ist zwar doppelt, aber weniger komplex als beim Parasol. Würde den ein Anfänger als Parasol sammeln, würde ich ihm versuchen, die Erkennungsmerkmale so zu erklären, dass er den Unterschied sieht. Dann kann er den hier gezeigten Pilz zwar dennoch sammeln, aber als einen (vermutlich dann nicht genau bestimmten) Riesenschirmling i.w.S.


    Wenn ich deine Andeutung zu Kremplingen richtig deute, bist du einer der wenigen noch aktiven Kremplingsesser? Von dem Todesfall in Nürnberg bist du informiert? Und den zweiten Fall in

    ist für mich ein schlechter Witz, wenn Du jetzt noch schreibst, dass die Parasole, wie der Kahle Krempling min. 25 min. zubereitete werden müssen, dann kann ich nur daraus schließen, dass bayrische FK unserer Speisepilzarten offensichtlich andere Eigenschaften haben, als sie im Rest von Deutschland offensichtlich haben.

    LG Mischa

    Wenn du für dich privat entscheidest, das Risiko einzugehen, Kremplinge zu essen, dann ist das so und ist für dich sicher o.k. Aber den Krempling generell als eine unserer Speisepilzarten zu bezeichnen bzw. diesen Pilz, der mehrfach tödliche Komplikationen ausgelöst hat, ohne Disclaimer mit Speisepilzen und Garzeiten zu erwähnen, finde ich fahrlässig. Hier lesen auch völlig unbedarfte Anfänger mit. Sorry, finde ich daneben...


    Liebe Grüße,

    Christoph

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