Mückologischer Bayernbesuch bei Tricholomopsis mit tollen Pilzen

Es gibt 38 Antworten in diesem Thema, welches 15.212 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Toffel.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo ihr lieben,


    drum prüfe, wen du einlädst. Christoph hat Toffel und mich bei der letzten BMG-Tagung zu sich eingeladen. Solche Einladungen lösen Steffen und ich recht zeitnah auch ein, insbesondere dann, wenn es Pilze gibt. ==Gnolm7==Gnolm10==lamessbar==pfiff==borste==fliege==koralle


    Für gestandene Sachsen ist Bayern immer ein heißes Pflaster. Es gibt unendlich viele Fettnäpfchen in die man reintreten kann, z.B. im Biergarten ein "kleines Getränk" zu bestellen, Weißwurst mit Ketchup essen ist eine Todsünde, als Nicht-Bayer kein Fan des FC Bayern sein und ähnliches. Natürlich gab es einen kulturellen Austausch am ersten Abend mit diversen Youtube-Videos z.B.


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    Gut, kommen wir zu den wichtigen Dingen. Hin und wieder werde ich auch noch ein paar kulturelle Schmankerl scho no einistreun. ==Gnolm7


    Am ersten Tag hatte Christoph einen wichtigen Termin. So mussten Steffen und ich alleine los.


    Einen Exkurs muss ich noch machen: Schuhplattler


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    Vergesst den Blödsinn, den die in dem Video über die Entstehung des Schuhplattlers sagen. Der ist nur zur Mückenabwehr entwickelt worden; ganz klar. Überall Mücken, egal wo man ist. Selbst bei strömendem Regen sind die Viecher noch geflogen. Wir haben das nur mit seeeehr viel Repellent überlebt. Meine rechte Hand war nach einem Mückenstich für ein paar Tage fürchterlich angesschwollen. Wenn wir ein Foto machen wollten und demzufolge ruhig stehen mussten, kamen sie in Scharen.


    Also zurück zu den Schwammerln. Da Steffen und ich sind alleine los sind, hatten wir anfangs nur ein paar Trivialarten, so dass wir uns mit der Fotographie von diesen begnügt haben. Falls ihr das eine oder andere Bild nicht so toll findet, denkt bitte an die Mücken. ==Gnolm10==Gnolm12


    junge Samtfüße - Tapinella atrotomentosa



    Hymenipellis radicata - Wurzelnder Schleimrübling



    Speisetäubling - Russula vesca



    Eutypa spinosa - Steffen fand immer spannende Pyrenos.



    Polyporus tuberaster - Sklerotienporling



    schöne Glockenblume



    Jackrogersella cohaerens - Zusammenfließende Kohlebeere



    Hier waren wir zum ersten Mal unsicher. So ein komisches Zeug ist eigentlich Steffens Metier. Hier aber war er erst Mal ratlos was das sein kann. Es fiel der Name Camarops im Feld.



    Am Abend konnten Steffen und Christoph das Rätsel lösen. Bicogniaxia mediteranea - Südlicher Rindenkugelpilz (wer lässt sich nur so blöde deutsche Namen einfallen?) Ab diesem Zeitpunkt ging es mit den Pilzfunden deutlich bergauf, da Christoph uns nun begleitete. Zudem werde ich ab jetzt nur noch deutsche Pilznamen verwenden, wenn das wirklich Sinn macht.


    Christoph hatte seinen Termin erledigt ab nun waren wir zu dritt und haben gezielt Habitate angefahren, die lohnenswert waren. Es ging mit einem Neufund für ein kleines Minipark-Gelände los über den Christoph sich sehr gefreut hat. Russula insignis- Milder Kammtäubling; der einzige Kammtäubling mit roter KOH-Reaktion in der Stielbasis.



    Echte Mykologen in ihrem natürlichen Habitat und mit natürlichem Verhalten zu beobachten hat immer was. ==Gnolm7==Gnolm10



    Ich habe inzwischen Bjerkandera fumosa - Graugelber Rauchporling auf vergrabenem Holz gefunden.



    Dort ein Massenpilz; hier selten Russula olivacea - Rotstieliger Ledertäubling; gut an der himbeeroten Phenol-Reaktion und der Hutfarbe, die sich auf den Lamellenschneiden nahe der Hutkante zeigt, zu erkennen.



    Tagsüber hatte ich natürlich noch ein paar Blättchen mitgenommen und abends noch nachbestimmt. Der hier war leicht. Ramularia lapsanae an Rainkohl.




    Am 2. Tag ging es in einen Auwald. "Au"wald, deswegen weil die dort Mücken fast unerträglich waren. ==Gnolm10==Gnolm12==Gnolm4 Es ging auch gut botanisch los, denn endlich hab ich mal den Riesenbärenklau - Heracleum mantegazzianum live gesehen.



    Podosphaera filipendulae an Großem Mädesüß; markant für die Art sind die Deformationen. War für mich eine Erstsichtung.



    kleiner Dachpilz - Pluteus cf semibulbosus, wurde leider nicht mikroskopiert



    Mycena pelianthina - Schwarzschneidiger Rettichhelmling; dort ein Massenpilz; in Sachsen dagegen... lassen wir das. ==Gnolm6==Gnolm4



    Geocacher, die ihren Müll im Wald nicht mitgenommen haben. ==Gnolm7==Gnolm10



    Christophskraut - Actaea spicata, die einzige Ranunculaceae in Mitteleuropa, die echte Beeren als Früchte hat. Klar dass mir das Christoph gezeigt hat. ==Gnolm7==Gnolm10



    Fruchtstände vom Aronstab - Arum maculatum



    Massen von Hymenoscyphus fraxini standen rum; Auslöser für das Eschentriebsterben.



    eine Hypoxylon an Esche, deren Namen ich vergessen habe; edit: Hypoxylon cercidiculum - Mährische Kohlenbeere; danke Werner ==Gnolm8


    Einbeere - Paris quadrifolia



    Einen tollen Fund hatten wir dann im Au-Wald dann doch noch. Limacella ochraceolutea - Ockergelber Schleimschirmling



    Fotografierender Mykologe



    Danach ging es in den Eibenwald von Paterzell. Das war für mich die Wiedersehensfreude groß, denn ich hatte daran tolle Erinnerungen. Hier mal eine Auffrischung: DGfM-Tagung Teil 2: Der geheimnisvolle Eibenwald


    Es ging sehr gut los; Netzhexen - Suillellus luridus. Wir wollen ja nicht undankbar sein.



    hatten wir noch kurz zuvor als Halbleiche...



    endlich mal wieder "woas Gscheits"; Inocybe fraudans - Birnenrisspilz; markant sind die radialfaserige Huthaut, das schnelle Röten und der schwer zu beschreibende Geruch (aufdringlich süßlich mit stechender Gaskomponente); laut Literatur wohl mit Birnenblüten vergleichbar. Da hab ich allerdings arge Zweifel. Leider habe ich noch nie an einer Birnenblüte gerochen. Wird mal Zeit... Zumindest ist das eine Art, die makroskopisch sofort anzusprechen ist, wenn man den Geruch kennt. ==Gnolm19==Gnolm25



    Scharfblättriger Schwärztäubling - Russula acrifolia; Name ist Programm.



    Auch immer wieder hübsch Delicatula integrella



    auch immer wieder hübsch: fotografierende Mykologen zu fotografieren



    Zungenkernkeule - Elaphocordyceps ophioglossoides; wir haben nicht nach der Hirschtrüffel gegraben, welcher dieser Pilz parasitiert



    Pycnoporellus fulgens - Leuchtender Weichporling; wird mit KOH blutrot. Hier muss man aber aufpassen. Hapalopilus croceus macht das auch.



    Mal noch 1-2 Impressionen




    Carex cf pendula - Hängesegge; ansonsten gilt das alte Botaniker-Sprichwort: "Die Weiden und die Seggen sind des Botanikers Schrecken." ==Gnolm4==Gnolm5==Gnolm6



    Schöner Gilbweiderich



    Winterschachtelhalm - Equisetum hyemale wurde mir von Christoph gezeigt.



    Über diesen Wiederfund habe ich mich auch gefreut. Inocybe lanuginosa = I. ovatocystis. Die wichtigsten Merkmale: Aufrecht geschuppte Huthaut, Pleurocystiden vorhanden; Cheilos recht kurz und gedrungen; eiförmig, Höckersporer



    Mikrobild



    Soo das waren die ersten beiden Tage. Am Sonntag gab es eine gemeinsame Exkursion mit einingen Münchnern. Wir sind dann extra bestimmte Kalkboleten-Habitate angefahren und auch fündig geworden.


    Von meiner Seite aus wars das erstmal.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Stefan!


    Also - daß das Zurechtfinden für Sachsen im bayrischen Ausland schwierig sein kann, überrascht mich nicht.
    Daß man sich aber nachher dennoch immer gut zusammenfindet und Spaß hat, überrascht mich auch nicht.
    Daß man unbedingt Bayern - Fan sein muss... Nunja, der 1.FCN ist ja mehr was für Franken, aber wass ist mit Augsburg oder 1860 (hoffentlich bekomme ich jetzt nicht eins über die Rübe).
    Daß Bayern und Sachsen zusammen die famosesten Pilze finden - auch keine Überraschung.


    ABER TOFFEL MIT VOLLBART ?!?

    Da hätt's mir fast das Blech weg gehauen. Schaut aber gut aus. :)



    LG; Pablo.

  • Servus Stefan,


    es war super, dass ihr beide uns besucht habt. Gemeinsam macht Mykologie einfach mehr Spaß :)


    Die Bilder werden sich doppeln, da ihr ja meist das, was ich abgelichtet habe, auch fotografiert habt. Aber ich zeige die Schwammerl dann eben aus einer andere Perspektive heraus. Schön, dass du den Söllner Hans hier würdigst - mit ihm bin ich quasi aufgewachsen. Und Polt ist eh unschlagbar *hihi


    Die Biscogniauxia mediterranea habe ich auch abgelichtet:






    Diese Art bildet viel größere Stromata als die häufige Biscogniauxia nummularia. Man sieht auch schön, dass am Stromarand manchmal ein senkrechter, krustiger Rand gebildet wird, der nach oben ragt. Die Perithecienmündungen ragen auch weit aus dem Stroma heraus. Insofern hat die Art Wiedererkennungswert. Ich habe sie vorher noch nie (bewusst) gesehen.


    Und die Delicatula sowieso - ich finde die richtig hübsch.




    Die Limacella heißt übrigens Limacella ochraceolutea bzw. mittlerweile Myxoderma ochraceoluteum, denn Limacella wurde mittlerweile in drei Gattungen zerlegt. Meines Wissens gibt es in Bayern zwei Fundstellen. Leider hatten wir nur einen Fruchtkörper finden können. Ich habe auch schon um die Hundert Fruchtkörper dieser schönen Art in dem Wald, in den ich euch geführt habe, gefunden. Dazu noch Limacella vinosorubescens, den Riesenrötling und weitere nette Arten. Wir hatten dafür sehr viel Mücken, Bremsen, es war schwül-heiß und eben immerhin eine gelbe Limacella.


    Die Delicatula ist aus dem Paterzeller Eibenwald. Da ist sie ein häufiger Wegrandpilz in nassem Substrat.


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • eine Hypoxylon an Esche, deren Namen ich vetgessen habe

    GriasDi Stefan,

    toller Bericht!

    Es war schön, dass ich auch einen Tag dabei sein konnte und Dich und Steffen mal persönlich kennenlernen durfte.

    Bei dieser Kohlenbeere handelt es sich um Hypoxylon cercidiculum, der Mährischen Kohlenbeere. Frühe H. moravicum.

    Ich bin ja seit ein paar Jahren auch viel in Oberfranken unterwegs und war überrascht, dass die Art dort und auch in Türingen so gut wie nicht nachgewiesen wird, obwohl dort intensiv nach so Kernpilzen an Holz Ausschau gehalten wird. Im Münchner Raum fehlt der hingegen bei keiner Exkursion, wenn's ein paar Eschen gibt.

    An liabn Gruaß,

    Werner

  • Servus Werner und co,


    dafür gibts die Mährische Kohlenbeere in Unterfranken reichlich.


    LG Rudi

    aktuell vor dem APR21: 8 Punkte... Eintritt: 8-5= 3 Punkte - inzwischen durch Stummmalus 3-5= -2 Punkte

    Platz12 : +4P, Segmentwette: +4P, Pltzierungswette: +10P= 16 Chips

    wp.markones.de

    • Offizieller Beitrag

    Hallo ihr lieben,


    erst Mal herzlichen Dank für die lieben Worte und Korrekturen. Habe ich geändert/ergänzt. Einen herzlichen Dank geht an Christoph und seiner lieben Frau, die uns sehr herzlich aufgenommen und sehr gut verpflegt haben. Ich werde auch nicht zu viel verraten, dass dieses Treffen durchaus ein guter Grundstein für gute Freundschaft zwischen dem Pilzverein München und der Mykologischen Fachgruppe Dresden ist. Ein Gegenbesuch aus München wurde ja schon im groben besprochen. :) Es wird auch nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir bei Christoph waren.


    Hier noch 1-2 kulturelle Schmankerl.


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    Zur Vorbereitung auf den 2.Teil kann ich euch noch folgenden älteren Beitrag empfehlen, denn ein Exkursionsgebiet war Bernried am Starnberger See, wo die große DGfM-Tagung 2016 stattfand.


    Mykologisches Mückenmassaker im Kloster Bernried


    Morgen stelle ich dann die Erlebnisse des Sonntags ein.


    l.g.

    Stefan

  • Hallo Stefan,


    eine tolle Tour habt ihr da gemacht. Es ist immer schön wenn man sich mit anderen Forianern trifft und sie einmal persönlich kennenlernt. Das war ja bei uns ebenso.

    Vergesst den Blödsinn, den die in dem Video über die Entstehung des Schuhplattlers sagen. Der ist nur zur Mückenabwehr entwickelt worden;

    Das weiß ich schon lange aber dass werden die Einheimischen nie zugeben :ghurra: .

    Es gibt unendlich viele Fettnäpfchen in die man reintreten kann, z.B. im Biergarten ein "kleines Getränk" zu bestellen, Weißwurst mit Ketchup essen ist eine Todsünde, als Nicht-Bayer kein Fan des FC Bayern sein und ähnliches.

    Weißwurst mir Ketchup ist nicht nur eine Todsünde sondern auch eine Straftat. Diese sollte nicht unter einer fünfjährigen Einzelhaft bei Wasser und Brot bestraft werden. Dagegen habe ich als Nichtbayer überhaupt kein Problem kein Fan des FCB zu sein. Ganz im Gegenteil bin ich 34 Spieltage lang ein Fan von deren Gegnern. Das gilt sogar für RB Leipzig, die ich fast genau so wenig erriechen kann.

    ABER TOFFEL MIT VOLLBART ?!?

    Da bin ich auch mehr als verblüfft. Auf dem Bild habe ich Steffen nicht einmal mehr erkannt :gkopfkratz: .

    aber wass ist mit Augsburg

    Genau genommen sind das ja gar keine "richtigen" Bayern sondern Schwaben g:D .


    Ich wäre auch gern bei eurer Tour mit dabei gewesen aber mein blödes Bein läßt einfach nichts mehr zu. Irgendwann nehme ich mir einen Strick und erschieß mich wenn das so weitergeht.


    Danke dass ich euch bei dieser Tour beleiten durfte.


    VG Jörg

    • Offizieller Beitrag

    Hi,


    weiter gehts; zumindest bis zu meiner Mittagspause. ==Gnolm7


    Sonntag war eine gemeinsame Exkursion mit Werner Edelmann und Isarschwammerl-Schorsch geplant. Es wurden gezielt bekannte Röhrlingsvorkommen angefahren.


    Es fing gut an in einem Bachtal. Rubroboletus rhodoxanthus - Blasshütiger Purpurröhrling; gut erkennbar an der gelben Trama und dem Blauen im Hut, das max. nur bis zum oberen Stielteil reicht.




    Nicht zu verwechseln mit Rubroboletus rubrosanguineus - Weinroter Purpurröhrling. Der sieht ähnlich aus, hat allerdings eine deutlich weißere Trama und blaut komplett bis zur Basis runter. Den haben am nächsten Tag gefunden. Ich zeige ihn aber trotzdem schon jetzt wegen des besseren Vergleichs.



    viel davon gesprochen; bisher für mich ein Phantom; nun endlich selbst begegnet. Suillellus mendax - Trügerischer Hexenröhrling zum Vergleich noch ein frisches Exemplar, dass wir am Folgetag gefunden haben







    Cantharellus pallens - Blasser Pfifferling



    Agaricus bitorquis - Stadtchampignon; interessant war, dass die Schaeffer-Rektion positiv war. Eigentlich sollte sie für die ganzen Bivelares negativ sein. Wir waren alle verwundert. Christoph hat einen Beleg gemacht.



    Danach ging es nach Bernried in den Kurpark/Krankenhauspark; einer bekannten Satans-Stelle. Die Satane - Rubroboletus satanas beglückten uns mit ihrer Anwesenheit. ==Gnolm26==Gnolm3




    gut versteckter Wubi - Caloboletus radicans



    Franzi - Amanita strobiliformis



    Lactarius acerrimus - Queraderiger Milchling



    eine Kollektion von vielen Täublingen, die zur Bestimmung mitgenommen worden; hier wurde glaube ich der Arbeitsname Russula maculata genannt.



    zum Abschluss noch eine schöne Epipactis bevor ich in die Mittagspause starte



    l.g.

    Stefan

  • Servus beinand,


    soweit ich das mitbekommen habe, hat sich die Russula maculata bestätigt - Werner hatte sie, glaube ich, mitgenommen. Die Russula persicina war zu hinüber und bleibt daher ein cf. (sie ist aber von dort bekannt).


    Ja, der Park rund um die Klinik Höhenried ist bekannt für die tollen Pilzvorkommen.


    Ich habe ja nur in Leustetten und später in Tutzing fotografiert. Hier ein paar Fotos von mir – erst aus Leutstetten:




    Cantharellus pallens (= C. subpruinosus) ist bei uns ja was alltägliches. Trotzdem findet man selten so schöne Exemplare, denn die werden meist von Speisepilzsammlern weggerupft. Typisch sind die am Hutrand deutlich gelberen Leisten. Ich habe die Fotos noch nicht nachbearbeitet und daher auch den Weißabgleich noch nicht optimiert. Die Farben sind im Original etwas gelber.


    Jetzt zu Rubroboletus rhodoxanthus ss. Kallenbach non ss. orig.:



    Die Poren werden früh dunkel blutrot, das Stielnetzt ist ebenfalls tief blutrot (arterielles Blut), das Fleisch im Kontrast leuchtend gelb.



    In der Stielbasis sind meist blut- bis weinrote Bereiche zu sehen, sie ist aber nicht so stark durchgefärbt wie bei der Gattung Suillellus. Wie Stefan schon geschrieben hat, blaut diese Art im Hut und allenfalls ganz oben im Stiel. Beim rechten Fruchtkörper sieht man den Kontrast zwischen dem blutroten, dichten Netz und dem gelben Fleisch.



    Im Stiel reagiert das Fleisch mit Melzers Reagenz. Das ist mir früher schon aufgefallen. Wenn an aber "ordnungsgemäß" mit dem Mikorksop die Amylonreaktion prüft, fällt sie negativ aus. Dafür legt man ein Stück Stielfleisch erts in Melzers und mikroskopiert es dann in Chloralhydrat (Singer hat es so empfohlen). Bei Suillellus sieht man dann schön blaue Septen und teils auch andere Zellwandbereiche blau- bis violettgrau. Hier beim R. rubrosanguineus (non ss. Krombholz) tut sich da aber nichts. Ich muss mal schauen, was hier das Blauen bewirkt.



    Typisch für die ganze Gattung sind diese dunkleren Areolen, die alle mir bekannten Rubroboleten zeigen (und auch bei Caloboletus vorkommen). Hier noch ein paar Fotos mehr:




    Bei den älteren, schön rosa gefärbten Fruchtkörpern sind diese Areolen oft fast schwarz.


    Agaricus bitorquis - ja,. ein eigentlich sehr typisches Vorkommen, das wir Mingerer schon kennen. Seit mittlerweile über 30 Jahren fruktifiziert dieses Myzel (sicher noch länger, aber ich bin dort erst seit 30 Jahren unterwegs).





    Wenn da nicht diese Reaktion wäre:



    Senkrecht habe ich Anilin aufgetragen, dann quer dazu konz. Salpetersäure und erhalte ein schönes Orange- bis Blutrot als Reaktion.



    Ich muss aber dazu sagen, dass ich dort vorher am Hut etwas gerieben habe (das ist bei Wiesenegerlingsverwandten üblich, da sie dann manchmal Schaeffer-positiv werden). Hier ergab sich auch ein Orange, aber nur kleinflächig - die Reaktion fällt hier gelb aus.


    Was aber wirklich wundelrich ist: auch mit KOH ergibt sich eine Reaktion:




    Das Fleisch in Hut und Stiel wird gelb, nicht stark, aber weahrnehmbar. Laut Literatur sollte mit KOH gar nichts passieren. Für mich ist es makroskopisch dennoch ein typischer Agaricus bitorquis - das Fleisch hat sich an der Luft auch langsam rotbräunlich verfärbt (Stielbasis, schwache Verfärbung). Das Röten variiert ja von deutlich rot werdend bis nur etwas rotbräunlich verfärbend, aber irgendwie röten sollte er schon, ewas hier auch der Fall war. Ich habe natürlich einen Beleg gemacht und werde bei Gelegenheit (im Winter) reinmikroskopieren. Oder sequenzieren lassen, wenn sich mikroskopisch keine exakte Deckung mit A. bitorquis ergeben sollte.


    Zum Schluss eine sehr hübsche Pachyella aus Tutzing, die aber leider (wie so oft), nicht reif genug für eine Bestimmung war (Sporenornamentation!):


    Soweit erstmal vom 2. August 2020 – wir gehen ja Tag für Tag durch ^^


    Danke für's virtuelle Mitgehen,


    liebe Grüße,

    Christoph

    • Offizieller Beitrag

    Hi,


    von meiner Seite kommen nur noch ein paar Restbilder von Sonntag. Zuerst ein paar Bilder von Schorsch.







    Ein Bild aus dem Park



    Für mich eine Erstsichtung; der Gelbe Eisenhut - Aconitum lycoctonum




    Ebenso die Große Sterndolde - Astrantia major




    ein paar Impressionen aus dem wildromantischen Tal bei Tutzing






    Zum Abschluss des Sonntages noch ein süßer Rostpilz an Wiesenwachtelweizen, den ich bis dato noch nicht kannte. Coelosporium melampyri



    l.g.

    Stefan

    • Offizieller Beitrag

    Bon Soir!


    Wow, die Boletenkollektionen sind ja eine Pracht. :thumbup:

    Und interessante Details zur Melzer - Reaktion, Christoph.
    Rubroboleten finde ich bei mir leider bisher nicht (außer satanas), hatte aber bei mandaxen zB schon den Fall, daß es mal makroskopisch schwach war (dafür dann mikroskopisch deutlicher / Zellwände) ebenso wie beides deutlich ausgeprägt.
    Wenn's denn auch hier mal langsam los gehen würde (wird wohl erst nach der kommenden Dürrephase so sein), und zu den Röhrlingen noch ein paar Schleierlinge und Ritterlinge rumstehen, dann schleppe ich auch wieder meine drei Fläschchen mit. :)



    LG, Pablo.

  • Hallo,


    das sind ja ganz tolle Sommerboleten von denen ich bis auf den Satan noch keinen gefunden habe. Diesen Park muß ich mir notieren um ihn im kommenden Jahr einmal zu besuchen.


    Tricholomopsis


    Ich bin gespannt was beim Champi rauskommt. Mehr Stadtchampignon geht ja optisch gar nicht mehr.


    Danke für die tollen Impressionen.


    VG Jörg

  • Hallo zusammen,


    Stefan hat mich gebeten, auch noch ein paar Bilder zu zeigen. Vieles wurde ja schon präsentiert, aber ein paar Sachen gibt es noch.


    Vom ersten Tag wurde eigentlich schon alles gezeigt. Daher fange ich mit dem zweiten Tag an.


    Zunächst also die Funde aus dem Auwald.


    Polyporus alveolaris (Wabenporling). In Südbayern bestimmt nicht selten, für mich aber ein Erstfund (zumindest wissentlich).


    Steccherinum boudotii (Rundsporiger Resupinatstacheling)


    Hypoxylon cercedicolum (Mährische Kohlenbeere). Noch mal als Nahaufnahme.


    Es folgen zwei Funde von der Nachsuche aus der Nähe von Brandenberg in Moorenweis.


    Biscogniauxia mediterranea (Südliche Kohlenbeere) in voller Pracht.


    Hypoxylon fuscum (Rotbraune Kohlenbeere)


    Nun die Funde aus dem Eibenwald.


    Gleich zu Beginn gab es Peziza limnaea (Schlammbecherling). Die Bestimmung gestaltete sich schwierig. Mit Spooner bin ich zunächst bei P. brunneoatra gelandet. Der hat aber nach Homeyer zahlreiche Guttulen in den Sporen. P. limnaea passt am ehesten. Die Sporen sind laut Spooner etwas zu groß, nach Homeyer passen sie aber. Nur der nicht ganz so feuchte Standort macht mich etwas nachdenklich. Ich kenne die Art eigentlich von richtig schlammigen Senken. Immerhin war der Standort aber eine Wegböschung.

    Peziza cf. succosa (Gelbmilchender Becherling) passt wohl besser. Die Milch war entweder weggetrocknet oder ich wollte sie nicht sehen. ;) Danke Felli.


    Im Wald war diese umgestürzte Eibe beschildert. Aus ihr wachsen neue Bäume.


    Chamaemyces fracidus (Schwarzfleckiger Schmierschirmling)


    Das Sumpffoto nochmal unverwackelt. ;)


    Fomitiporia hartigii (Tannenfeuerschwamm), leider schon teilgeerntet.


    In einer weiteren feuchten Senke gab es Pleurotus pulmonarius (Lungenseitling) ...


    ... und Scutellinia nigrohirtula (Rauhaariger Schildborstling)


    So, das war's von Tag 2. Die anderen folgen noch.


    Viele Grüße

    Steffen

  • Hier nun einige Ergänzungen von Tag 3.


    Das zweite Exkursionsgebiet war eine Stelle mit Butyriboletus fechtneri (Sommerröhrling) und Rubroboletus satanas (Satansröhrling). Zunächst regnete es stark, so dass wir erst einige Minuten im Auto abwarten mussten. Als der Regen nachgelassen hatte, konnten wir zur Tat schreiten. Die gesuchten Röhrlinge waren nicht da. Dafür aber:


    Albatrellus confluens (Semmelporling) Albatrellus cristatus (Grüner Kammporling, danke Christoph)


    Danach haben wir eine alte Eiche aufgesucht, an der Buglossoporus quercinus (Eichen-Zungenporling) wachsen könnte. Einem Hinweisschild ist zu entnehmen, dass die Eiche ca. 400 Jahre alt war als sie am Ostersonntag 2011 von einem Blitz getroffen wurde und anschließend zurückgeschnitten wurde. Daher wird sie auch Blitzeiche genannt.


    B. quercinus war nicht zu finden. Bei der Suche nach anderen Holzbesiedlern wie Xylobolus frustulatus (Mosaik-Schichtpilz), für den das Holz jedoch vermutlich zu sonnenexponiert ist, konnte ich noch zwei besondere Ascomyceten (Schlauchpilze) finden:


    Nemania carbonacea. Laut Pilze Deutschlands der 3. Fund. Erstfund für Süddeutschland.


    Hysterobrevium smilacis (Lippen-Mauersporling). Die Sporen dieser Art sind sehr variabel, so dass die Bestimmung zunächst nicht sicher war. Wir fanden Bilder von Sporen mit 7 Septen und mehr. Laut Beschreibung haben die Sporen meist 3 bis 5, im Ausnahmefall bis zu 9 Quersepten. Passt also. Erstfund für Bayern.


    Die tote Alteiche war somit sehr ergiebig.


    Viele Grüße

    Steffen

  • Servus Steffen,

    bei der Peziza melde ich mal vorsichtig Zweifel an.

    Sporenbilder in Baumwollblau wären mal nicht schlecht.

    Die Farben passen nicht zu P. limnaea

    Rein makroskopisch würde ich da erstmal mit einem gelbmilchenden Becherling, P. succosa vergleichen


    Grüße

    Felli

  • Servus Steffen,


    der Albatrellus confluens war doch der junge Albatrellus cristatus, der noch nicht grün verfärbt war, oder? ;)


    Nemania carbonacea - das ist ja cool. Das Hysterobrevium wird vermutlich einfach übersehen oder makroskopisch falsch als Hysterium pulicare bestimmt (ich erinnere mich da an die Kartierung damals). Die Nemania dagegen ist ja richtig auffällig... Und ich hatte die gar nicht mitbekommen. Freut mich sehr!


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Hallo Felli,


    danke für deinen Einwand. Eine Milch habe ich nicht beobachtet. Könnte aber sein bei den Verfärbungen. Von den Sporen her käme es hin (grobwarzig, ca. 18 x 10,5 µm, mit zwei Öltropfen). Ich merke mir das mal als cf. vor.


    Hallo Christoph,


    ich hatte mir den Fund nicht aufgeschrieben, wusste aber noch, dass es um die Hutfarbe ging. Dachte, es ging um A. ovinus und A. confluens. Ich korrigiere das.


    Grüße

    Steffen

  • Jetzt folgen die letzten beiden Tage.


    Zunächst gab es Hypholoma subviride (Zwerg-Schwefelkopf). Er wird häufig mit H. fasciculare (Grünblättriger Schwefelkopf) zusammengefasst. Er unterscheidet sich neben dem deutlich kleineren Wuchs durch enger stehende Lamellen. Dass H. subviride meist an stärkeren Substraten vorkommt, während H. fasciculare auch an dünneren Ästen wächst, widerspricht der Auffassung, dass es sich hier um eine Kümmerform des Grünblättrigen Schwefelkopfes handelt.


    Lactarius illyricus (Netzsporiger Buchenmilchling)


    Am letzten Tag hatten wir zunächst einen seltsamen Röhrling. Die auffällig leuchtenden Poren ließen zunächst an Aureoboletus gentilis (Goldporiger Röhrling) denken. Die Huthaut war aber rau und weder schmierig noch schmeckte sie salzig. Als nächstes wurde A. moravicus (Mährischer Röhrling) vermutet, weil sich im Schnitt zunächst bräunliche Verfärbungen unter der Huthaut zeigten. Das schwache Blauen im oberen Fruchtkörperteil entpuppte den Fund aber schließlich als Xerocomus subtomentosus (Ziegenlippe). Die rissige Huthaut weist auch auf einen Trockenschden hin, wodurch die satte braune Farbe sicherlich noch verstärkt wurde.


    Eine weitere Kohlenbeere gab es mit Hypoxylon intermedium (Eschen-Kohlenbeere). Makroskopisch lässt sie sich meist gut durch die halbkugelige Form, das Vorkommen auf Esche (Fraxinus excelsior) und die graubraune Farbe ansprechen. Weitere charakteristische Merkmale sind gelbgrünliche Elemente in KOH und auffällig große Ascosporen.

    Die Art hat, ähnlich wie H. cercedicolum (Mährische Kohlenbeere), ihren Verbreitungsschwerpunkt in Süddeutschland, wo sie sehr häufig ist. Bei uns in Sachsen fehlen beide Arten praktisch völlig.


    Anschließend hatten wir noch drei Ramarien, wobei die unscheinbarste die interesanteste war. :)


    Zunächst Ramaria flavescens (Gelbliche Koralle)


    Anschließend, etwas kompakter wachsend, R. largentii (Orangefarbene Koralle, obwohl eigentlich die erstere oben mehr orange gefärbt war ;) )


    Jetzt war meine Kamera ausgestiegen, vermutlich weil Wasser hineingeraten war. Die restlichen Fotos habe ich mit Stefans Fotoapparat gemacht. Die Bilder folgen noch.


    Die letzte Koralle sieht banal aus, hatte es aber in sich, denn die Mikromerkmale schienen zu keiner Art zu passen. Zu kleine Sporen für R. eumorpha (Ockergelbe Koralle) und fehlende sternförmige Kristalle für R. helodes. Schließlich konnten wir aber doch noch einen Stern finden. Der Standort im Feuchtgebiet passt auch. Vermutlich waren die Zacken der anderen Kristalle abgebrochen oder unvollständig ausgebildet.

    Von R. helodes gibt es bisher nur einen offiziell gemeldeten Fund, nördlich des Starnberger Sees. In Josef Christans Ramaria-Monografie ist aber bereits von mehreren Standorten die Rede. Wahrscheinlich werden beide Arten meist nicht getrennt bzw. mikroskopiert. Für mich war bei rosafarbener KOH-Reaktion bei dünnfleischigen, ockerfarbenen Korallen mir R. eumorpha bisher auch Schluss.


    Jetzt fehlen nur noch die Fotos auf Stefans Apparat.

    Bis dahin möchte ich mich noch mal bei Chrstoph für die schönen Tage und die tolle Gastfreundschaft bedanken. Leider hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung für eine Fahrt in die Alpen gemacht, aber interessante Funde gab es allemal. Und wir kommen definitiv wieder. :)


    Viele Grüße

    Steffen

  • Hallo Pablo,


    da werden dir die spektakulärsten Funde präsentiert und dich bringen ein paar Haare aus der Fassung. :D Aber danke. :)


    Grüße

    Steffen

    • Offizieller Beitrag

    Hallo ihr lieben,


    herzlichen Dank für deine Ergänzungen Steffen und den Vorgriff. So hab ich nun weniger Arbeit. ==Gnolm7==Gnolm10


    Aufgrund des Dauerregens der letzten beiden Tage kamen wir nur noch für je 2-3 h raus, was insgesamt nicht so schlimm war, denn es gab genug anderweitiges zu besprechen und nachzubestimmen. Leider haben wir dann aber auch nicht mehr so viel fotografiert. Die Ramarien am letzten Tag aber waren spannend, denn Christoph hat uns da ein paar Kniffe gezeigt und Hinweise gegeben.


    Schupiger Porling - "Polypprus" squamosus gehört jetzt zu der Gattung Cerioporus.



    Ästchenschwindlinge - Marasmiellus ramealis



    Bild von Toffel/Steffen; mal wieder ein so ein "Zwischending"; Schmeckte sehr scharf, die Sporen waren stark gefügelt. Nun war die Frage ob das nun Lactarius pterosporus (recht mild und nicht nach Kokos riechend) oder aber Lactarius subruginsosus (scharf, nach Kokos riechend, Sporen nicht so stark geflügelt) ist. Die Kollektion schmeckte scharf, roch nach Kokos, allerdings waren die Sporen für L. subruginosus zu stark geflügelt. Ich hoffe, ich hab mir die Unterscheidungsmerkmale der beiden Arten richtig gemerkt. ==Pilz26 Auf jeden Fall war es ein toller Fund für mich, denn von den Rosamilchlingen finde ich max. nur den Mohrenkopf.



    Russula fageticola soll u.a. mittels der schnellen Guajak-Reaktion von Russula mairei unterscheidbar sein. Inwieweit die Trennung ihre Berechtigung hat, sollen andere entscheiden...



    Stereum subtomentosum - Samtiger Schichtpilz; wurde von Steffen mitgenommen wegen der braunen Farbe. Foto stammt auch von Steffen Die Chance auf St. insignitum wäre noch möglich gewesen...



    Zum Abschluss natürlich noch die obligatorische Distel; diesmal Cirsium palustre, die Sumpfkratzdistel; natürlich mit Rost (Puccinia laschii) dran.



    Steffen und bedanken uns bei Christoph und seiner lieben Frau für die Gastfreundschaft und die schöne, lustige gemeinsame Zeit. Bei Wernder Edelmann, Isarschwammerl-Schorsch und Helmut Grünert für die tollen gemeinsamen und lehrreichen Exkursion(en). Auf ein Wiedersehen freuen wir uns sehr. Wir werden Christoph nicht das letzte Mal besucht haben.


    l.g.

    Stefan

  • Servus beinand',

    eigentlich alles, das ich fotografiert hab, wurde bereits gezeigt.

    Ein bisschen was kann ich aber noch beitragen.

    Bei der Epipactis unter der Alleeeiche aus dem Kurpark Höhenried handelt es sich um, E. purpurata.

    Typisch ist das büschelige Wachstum, die üppigen zu allen Seiten gerichteten und gleichzeitig blühenden walzenförmigen Blütenstände und die Violett überlaufenen Stängel und Blätter.

    Herr Garnweidner teilte mir mit, dass die Art früher häufiger war und hauptsächlich durch Rehverbiss stark dezimiert wurde.





    Aus dem Würmtal hab ich noch den Braunen Hexenkrautrost, Puccinia circaeae an Circaea lutetiana, dem Gewöhnlichen Hexenkraut





    Und hier nochmal zwei Bilder von Coleosporium melampyri, dem Kiefernnadel-Wachtelweizenrost.

    Ein Rost der von der Kiefer zum Wachtelweizen wechselt und deshalb am Wachtelweizen nur vorkommt, wenn's auch Kiefern gibt.

    Die Spermogonien und Aecien werden im Frühjahr an Kiefernnadeln gebildet, die Uredien und Telien dann an den Blattunterseiten des Wachtelweizens, hier Melampyrum pratense - Wiesenwachtelweizen.




    In dem Buchenmischwald bei Andechs konnte ich noch den Rost an Haselwurz, Puccinia asarina finden, den ich wegen der Dunkelheit und dem Regen aber nicht fotografiert hab.


    An liabn Gruaß,

    Werner

  • Servus Karl,


    das stammt vermutlich von mir. Reumaux gibt in seinen "Les Russules Emetiques" an, dass Russula mairei s.str. schwach reagiere, Russula nobilis stark und Russula fageticola auch, wenn ich mich recht erinnere.Die meisten Autoren geben aber Russula nobilis als Synonym von Russula mairei an.

    Das französische Buch ist aber sehr kritisch zu lesen. Für mich sind die Hauotunterschiede zwischen Russua fageticola und Russula mairei der lange Stiel und das weichere Fleisch von R. fageticola, während R. mairei festfleischig ist und gerne einen Grüntouch in den Lamellen zeigt. Ich schmiere aber immer Gujak drauf, um zu schauen, ob ich die R. mairei ss. Remaux haben könnte.


    Ich finde die Speitäublinge recht verwirrend, aber spannend.


    Liebe Grüße,

    Christoph