Beiträge von Toffel

    Hallo Dodo,


    das Päckchen ist heute angekommen. Ich habe den Pilz gerade bestimmt:


    Die Stromata sind tot, aber es lassen sich zahlreiche Sporen finden. Das Perispor löst sich in KOH (Damit sind D. loculatoides und D. vernicosa = D. fissa raus.). Die Sporen sind 13-16 x 6,5-7,5 µm groß. Die Keimspalte ist gerade und so lang wie die Spore. Irritert haben mich die blass gelblichen (bis leicht bräunlichen) KOH-extrahierbaren Elemente. Daher bin ich mit dem SIM-Schlüssel (Studies in Mycology Nr. 77) zuerst bei D. asphalatum rausgekommen. Das ist aber eine tropische bis subtropische Art mit oft längerem und schlankerem Stiel. Wenn man von dunkleren Pigmenten ausgeht, kommt man bei D. childiae raus. In den SIM wird "isabelline" sogar als erstes unter den KOH-extrahierbaren Elementen genannt. Passt also. Den Schlüssel finde ich an dieser Stelle dann aber etwas unglücklich (Man muss zimtfarben bis orangebraun anstatt sepia bis bernsteinfarben wählen, um bei D. childiae rauszukommen.).


    Mit dem Europa-Schlüssel von Fournier und Stadler kommt man viel schneller und unmittelbar zu D. childiae. ;)


    Es handelt sich also um Daldinia childiae.

    Bei dem Substrat würde ich auf Pappel (Populus spec.) tippen.


    Viele Grüße

    Steffen

    Hallo,


    ich kopiere meine Einschätzung aus der PN noch mal hier hin:


    Ich denke, dass es sich um D. vernicosa handeln dürfte; wegen der deutlichen und langen Stiele und weil die Fruchtkörper zu zerfallen scheinen. Sie müssten dann auf verbranntem Holz vorkommen. Kann das sein? Frische Fruchtkörper müssten innen gelatinös sein.


    Einen Brandschaden am Holz kann man erahnen, aber ich bin mir nicht sicher.


    Viele Grüße

    Steffen

    Hallo,

    Ansonsten kann ich mal meinen Freund "Toffel" anschreiben. Vielleicht hat er die entsprechende Arbeit. Er hat sich in letzter Zeit intensiver mit Nectria s.l. beschäftigt.

    ich habe die Arbeit leider nicht, ich kannte sie nicht mal. ;) Im Internet scheint sie nirgends abrufbar zu sein. Kannst du mir sie schicken, Werner?


    Beschreibungen der Art sind aber auch im Internet zu finden:

    All Fungi | Fungi and Lichens of Great Britain and Ireland

    Demnach sind deine Sporen in der Tat zu klein für D. diatrypellicola. Außerdem werden keine Mikrokonidien beschrieben.

    Ich glaube, bei den Sporen der Nectriaceae sollte man insbesondere die ältere Literatur nicht so ernst nehmen. Interessant ist auch, dass hier bei D. diatrypicola steht, dass die Funde auf Diatrype stigma meist D. episphaeria s. str. zuzuordnen sind. Dort gibt es aber zahlreiche Nachweise, bei denen die Ascosporen zu groß und warzig sind. Vielleicht ist die Variationsbreite bei N. magnusiana ja vielleicht auch größer als bisher angenommen. Daher würde ich deinen Funde auch erst mal unter N. magnusiana ablegen.

    Bei Ascofrance hast du es noch nicht versucht, oder?


    Viele Grüße

    Steffen

    Hallo Pablo,



    In diesem speziellen Fall irritiert mich aber viel mehr die Fleischfarbe im Stiel: Mit so einem rosabraun, das dann halt recht gut zu X. subtomentosus passen würde.


    ich hatte schon X. ferrugineus mit schmutzig rosa verfärbendem Fleisch, vor allem im Stiel. Das hat mich anfangs irritiert, aber was soll es im Nadelwald Anderes sein? Auch hier war ja kein Laubbaum in der Nähe.


    Viele Grüße
    Steffen

    Hallo SchnigSchnag,



    Er wurde in der Kontrolle als Rotfussröhrling bestimmt.


    wenn dir das als Bestimmung reicht. In Mitteleuropa gibt es sechs Arten von Rotfußröhrlingen. ;)


    Ich denke, das sollte X. pruinatus sein. So kräftig gelbes Fleisch hat sonst eigentlich keiner und das ist laut Literatur ein gutes Merkmal. Die Art ist sehr variabel und das Blauen dauert auch sehr lange.


    Viele Grüße
    Steffen

    Hallo Abeja,


    D. childiae und D. pyrenaica sind schwer zu trennen. Über die Sporen geht da wohl auch nicht so viel; die unterscheiden sich nur um 1 µm. Aber das muss wohl reichen. Ich habe mich am Wochenende mit Rolf Hedlich unterhalten, der sich mit der Gattung beschäftigt hat. Er hat mir bestätigt, dass es auch Unterschiede in der KOH-Reaktion gibt. Nach meiner Erfahrung ist bei D. pyrenaica ein kräftiger orangefarbener Ton mit drin, was bei dir nicht der Fall zu sein scheint. Außerdem meine ich einen Stielansatz zu erkennen. Mal sehen, was sich machen lässt, wenn sie da ist.


    Viele Grüße
    Steffen

    Hallo Maria,


    die neuen könnten auch Irpex lacteus sein. Ich habe den, wie auch S. pachyodon, noch nicht gefunden und kann sie daher auch nicht sicher mit deinen Bildern trennen. Aber die Hüte sind wohl zu groß für Irpex. Die ersteren werden wohl Spongipelllis sein, wegen der langen Zähne.
    Hericium ist jedenfalls auf keinem der Bilder zu sehen. H. cirrhatum ist zudem viel dickfleischiger.


    Viele Grüße
    Steffen

    Hallo Maria,



    Nach dem Studium der (deutschsprachigen) Veröffentlichungen stellt sich mir die Frage, warum es in Deutschland bis vor Kurzem keine Fundmeldungen gab bzw. seit ein paar Jahren nur einige sehr wenige? Auch mit der Hypothese, dass diese Pilze wohl gelegentlich als Daldinia concentrica falsch bestimmt worden sind, verstehe ich dies nicht, denn auch dieser Pilz scheint ja nicht wirklich häufig vorzukommen. Und dann finde ich da zufällig diese Pilze - wo kommen die her? Also gab es diese Pilze hier schon immer und man hat sie nur nicht gefunden/bestimmt? Oder wandern diese nun durch die Klimaerwärmung bei uns ein? Und wenn das Letztere stimmt, wie geschieht dieses "Einwandern"?


    wo hast du nachgesehen? Ich sagte doch, dass die Gattung selten ist. ;) Ich würde sagen, sogar noch seltener als Erdsterne (Geastrum). Es gibt aber auch noch Selteneres. Das ist ein Grund für die wenigen Nachweise.


    Bei brd.pilzkartierung.de finden sich immerhin 12 Nachweise, die sich auf drei Gebiete zusammenfassen lassen: Frankfurt (Main), Mannheim und Freiburg. Das sind wärmebegünstigte Regionen. Nördlich der Alpen dürfte die Art hauptsächlich in solchen Gebieten vorkommen, da es sich um eine wärmeliebende Art handelt.


    Zum Einwandern: Wenn die Bedingungen für einen Pilz in einer Region passen, wo sie bis dahin nicht ausreichend gegeben waren, kann der Pilz dort wachsen. Die Sporen befinden sich ja in einem gewissen Umkreis um das ursprüngliche Verbreitungsgebiet. Die Ausbreitung geht also mit einer gewissen "Geschwindigkeit" voran, sicher aber auch sprunghaft.


    Viele Grüße
    Steffen

    Hallo Maria,


    der Pilz ist angekommen. Die KOH-Untersuchung ergab schon eine Überraschung: gelbbräunlich (s. Foto). Ich hatte allerdings schon ein wenig damit gerechnet, weil ich auf den Fotos Stielansätze zu erkennen glaubte. Zusammen mit den recht großen Stromata (bis 2,5 bzw. 3,5 cm) und vor allem mit den Sporen von (12) 12,5-15 (16) x (5,5) 6-7 µm habe ich den Fund als Daldinia childiae bestimmt. Die Art hat laut Literatur keine Substratvorlieben.
    D. pyrenaica hat nach meiner Erfahrung einen Rotton in der KOH-Reaktion, ist etwas kleiner und stärker an das Substrat gedrückt. Die Art kommt vorwiegend auf Eichen und Weidengewächsen (Salicaceae, v. a. Weiden und Pappeln) vor.


    Viele Grüße
    Steffen

    Bilder

    • IMG_5740 kl.JPG

    Hallo,


    die braunen Schuppen am Stiel würde ich auf einen Trockenschaden schieben. Wenn die Lamellen so stark biegsam sind, könnte es eine grüne Form des Frauentäublings sein (R. cyanoxantha var. peltereaui) oder auch der Grüne Speisetäubling (R. heterophylla). Sind das Eichenblätter auf den letzten Bildern? Eisensulfat habt ihr nicht zufällig?


    Viele Grüße
    Steffen

    Hallo Christoph,



    Ohne Information zum Verfärbungsmuster wird man das aber kaum entscheiden können. Ich traue mir nur von außen (abgesehen von typischen, jungen Pappelrotkappen oder typischen Birkenrotkappen sowie Fichtenrotkappen, wie ich sie kenne) keine genaue Bestimmung zu. Auf den Symbiosepartner achte ich immer nur als letztes Merkmal, da der oft eh nicht festzulegen ist.


    wie unterscheidest du Rotkappen am Schnittbild? Sind die Unterschiede verlässlich? Die Funga Nordica, Gröger, Noordeloos und Kibby trennen vor allem nach den äußeren Farben und nicht nach der Verfärbung.


    Viele Grüße
    Steffen

    Hallo beli,


    ich meine hier einen Boletus zu erkennen. Vergleiche doch mal mit dem Glattstieligen Hexenröhrling (B. queletii), wenn wieder Fruchtkörper erscheinen. Der hat so rotes Stielfleisch.


    X. engelii habe ich noch nie mit so rotem Stielfleisch gesehen, auch alt nicht. Die roten Punkte können zwar schon mal fehlen, aber der Stiel ist dann durchgehend (dunkel)-gelb gefärbt - wie sonst auch. Die roten Punkte können sich also nicht im Stielfleisch "verteilen" o. ä. Hin und wieder findet man schon mal Exemplare mit größeren roten Bereichen, aber längst nicht mit solchen Ausmaßen wie bei dir; die Farbe ist ja auch eine andere.


    Viele Grüße
    Steffen

    Hallo Peter,



    ich möchte noch den Fahlen Röhrling
    in den Ring werfen...


    ich werfe noch den Anhängsel-Röhrling (B. appendiculatus) hinterher. :)


    Hallo Marco,



    Fahler Röhrling gefällt mir nicht schlecht... aber sei's drum. Er wird wohl das Geheimnis seines Namens mit in den Magen genommen haben.


    wie hat er denn geschmeckt und wie war die Konsistenz?


    Waren die dunkel blauenden Röhrlinge in der Mitte eigentlich der Schwarzblauende Röhrling (Boletus pulverulentus) oder der Starkblauende Rotfußröhrling (X. cisalpinus)? ;)


    Viele Grüße
    Steffen

    Hallo Christoph,



    Heiderotkappe und Birkenrotkappe sind das selbe. Die linke mit den klar schwarzen Schuppen sieht wirklich sehr danach aus. Die rechte mit dem dunkleren Hut könnte(!) in der Tat eine Fichtenrotkappe sein, aber nur "könnte". Wie ich schon schrieb, musst du sie u.a. durchschneiden und die Verfärbung dokumentieren (auch über längere Zeit). Ich glaube aber nicht recht an die Fichtenrotkappe bei deinem Foto - die Huthaut steht mir zu weit über und der Hut sieht sehr faserschuppig aus, was für Leccinum versipelle typisch ist. Ich denke daher bei beiden eher an die Heiderotkappe.


    ich vermute hier zwei Arten. Links ist ziemlich sicher L. versipelle zu sehen (stark kontrastierende Stielschuppen, heller Hut).
    Rechts liegt vermutlich eine andere Art (schwächer kontrastierende Stielschuppen, dunklerer Hut, stärker überhängende Huhaut). Hier könnte ich mir L. vulpinum gut vorstellen. Die weit überhängenden Lappen der Huthaut und der rotbraune, filzig wirkende Hut passen da gut. Die Art ist nur schwer von L. piceinum zu trennen; Anhaltspunkte sind der Mykorrhiza-Partner und die Hutfarbe, wobei beide unter Fichten vorkommen können.


    Zitat


    10 Meter sind für Baumwurzeln nichts. Ungestört, also nicht im geschlossenen Bestand können Wurzeln teils sehr weit reichen - bis 80 Meter wurde mal bei einer Birke ausgemessen. Wenn sich die Bäume im Bestand gegenseitig stören, dann natürlich nicht. Aber allein die Rhizomorphen von Röhrlingen können locker mal 20 Meter überbrücken. Deshalb irrt man sich oft bezüglich des Baumpartners.


    Insbesondere auch wenn der Symbiose-Partner die besagte Fichte ist, die ja zu den Flachwurzlern zählt. Weißt du zufällig, wie groß die Entfernung bei Pfahlwrzlern wie der Eiche sein kann?


    Viele Grüße
    Steffen

    Hallo Nobi,



    Wenn ich mir Deine Täublingsbilder und ~berichte so ansehe (du bringst ja bereits seit 2014 Täublingsbeiträge in diesem Forum!), mir dazu die Russula-Serie im Tintling zu Gemüte führe, frage ich mich, warum sich so wenige an Täublinge trauen.
    Es scheint doch alles so logisch! ;)


    vielleicht weil die Gattung relativ umfangreiche Untersuchungsmethoden erfordert; Chemie, HDS, Sporenpulver, ... Wenn die Fruchtkörper etwas älter und voller Maden sind, ist letzteres nicht so angenehm zu ermitteln. :) Dann kommt es bei einigen Arten noch auf Reaktionszeiten an. Es soll Leute geben, die mit Stoppuhren die Reaktion der Chemikalien beobachten. Vielleicht ist es auch die makroskopische Variabilität, bei der man sich auch nach einiger Erfahrung noch ganz schön in die Irre führen lassen kann.


    Viele Grüße
    Steffen

    Hallo Pablo,



    Aber ist das Basismycel wirklich weiß?
    Ich glaube da nämlich etliche gelbe Fäden zu sehen. Aber ausgehend von den Fleischfarben (Huttrama und obere Stieltrama quietschegelb + unteres Stieölfleisch rosabräunlich) ist es eben dennoch eine >Ziegenlippe<. Mittlerweile glaube ich nicht mehr daran, daß die Farbe des Basismycels ein KO - Kriterium ist. Immerhin gestehen auch einige namhafte autoren X. subtomentosus "weißliches bis blassgelbes" Basismycel zu.


    Ziegenlippen habe ich bisher immer mit gelblichem Mycel gefunden. Es sind aber auch stärker weißliche Abschnitte zu sehen, wie ich das bei meinen Funden auch habe. X. ferrugineus hat dagegen kräftig gelbes Basalmycel, ungefähr wie reifer Goldschimmel.


    Viele Grüße
    Steffen

    Hallo Haufen,


    das ist X. chrysenteron s. str., eine der weniger stark blauenden Arten. Das oft unter dieser Art zusammengefasste X. cisalpinus blaut deutlich stärker, weshalb er auf deutsch auch Starkblauender Rotfußröhrling heißt. Vielleicht kommt deine Erwartung, dass der Fund stärker blauen müsste, daher?


    Viele Grüße
    Steffen

    Hallo,


    das ist X./H. rubellus agg., vermutlich X./H. engelii. Die roten Punkte in der Stielbasis lassen sich gut erkennen.


    Viele Grüße
    Steffen