Beiträge von Toffel

    Hallo Pablo,



    In diesem speziellen Fall irritiert mich aber viel mehr die Fleischfarbe im Stiel: Mit so einem rosabraun, das dann halt recht gut zu X. subtomentosus passen würde.


    ich hatte schon X. ferrugineus mit schmutzig rosa verfärbendem Fleisch, vor allem im Stiel. Das hat mich anfangs irritiert, aber was soll es im Nadelwald Anderes sein? Auch hier war ja kein Laubbaum in der Nähe.


    Viele Grüße
    Steffen

    Hallo SchnigSchnag,



    Er wurde in der Kontrolle als Rotfussröhrling bestimmt.


    wenn dir das als Bestimmung reicht. In Mitteleuropa gibt es sechs Arten von Rotfußröhrlingen. ;)


    Ich denke, das sollte X. pruinatus sein. So kräftig gelbes Fleisch hat sonst eigentlich keiner und das ist laut Literatur ein gutes Merkmal. Die Art ist sehr variabel und das Blauen dauert auch sehr lange.


    Viele Grüße
    Steffen

    Hallo Abeja,


    D. childiae und D. pyrenaica sind schwer zu trennen. Über die Sporen geht da wohl auch nicht so viel; die unterscheiden sich nur um 1 µm. Aber das muss wohl reichen. Ich habe mich am Wochenende mit Rolf Hedlich unterhalten, der sich mit der Gattung beschäftigt hat. Er hat mir bestätigt, dass es auch Unterschiede in der KOH-Reaktion gibt. Nach meiner Erfahrung ist bei D. pyrenaica ein kräftiger orangefarbener Ton mit drin, was bei dir nicht der Fall zu sein scheint. Außerdem meine ich einen Stielansatz zu erkennen. Mal sehen, was sich machen lässt, wenn sie da ist.


    Viele Grüße
    Steffen

    Hallo Maria,


    die neuen könnten auch Irpex lacteus sein. Ich habe den, wie auch S. pachyodon, noch nicht gefunden und kann sie daher auch nicht sicher mit deinen Bildern trennen. Aber die Hüte sind wohl zu groß für Irpex. Die ersteren werden wohl Spongipelllis sein, wegen der langen Zähne.
    Hericium ist jedenfalls auf keinem der Bilder zu sehen. H. cirrhatum ist zudem viel dickfleischiger.


    Viele Grüße
    Steffen

    Hallo Maria,



    Nach dem Studium der (deutschsprachigen) Veröffentlichungen stellt sich mir die Frage, warum es in Deutschland bis vor Kurzem keine Fundmeldungen gab bzw. seit ein paar Jahren nur einige sehr wenige? Auch mit der Hypothese, dass diese Pilze wohl gelegentlich als Daldinia concentrica falsch bestimmt worden sind, verstehe ich dies nicht, denn auch dieser Pilz scheint ja nicht wirklich häufig vorzukommen. Und dann finde ich da zufällig diese Pilze - wo kommen die her? Also gab es diese Pilze hier schon immer und man hat sie nur nicht gefunden/bestimmt? Oder wandern diese nun durch die Klimaerwärmung bei uns ein? Und wenn das Letztere stimmt, wie geschieht dieses "Einwandern"?


    wo hast du nachgesehen? Ich sagte doch, dass die Gattung selten ist. ;) Ich würde sagen, sogar noch seltener als Erdsterne (Geastrum). Es gibt aber auch noch Selteneres. Das ist ein Grund für die wenigen Nachweise.


    Bei brd.pilzkartierung.de finden sich immerhin 12 Nachweise, die sich auf drei Gebiete zusammenfassen lassen: Frankfurt (Main), Mannheim und Freiburg. Das sind wärmebegünstigte Regionen. Nördlich der Alpen dürfte die Art hauptsächlich in solchen Gebieten vorkommen, da es sich um eine wärmeliebende Art handelt.


    Zum Einwandern: Wenn die Bedingungen für einen Pilz in einer Region passen, wo sie bis dahin nicht ausreichend gegeben waren, kann der Pilz dort wachsen. Die Sporen befinden sich ja in einem gewissen Umkreis um das ursprüngliche Verbreitungsgebiet. Die Ausbreitung geht also mit einer gewissen "Geschwindigkeit" voran, sicher aber auch sprunghaft.


    Viele Grüße
    Steffen

    Hallo Maria,


    der Pilz ist angekommen. Die KOH-Untersuchung ergab schon eine Überraschung: gelbbräunlich (s. Foto). Ich hatte allerdings schon ein wenig damit gerechnet, weil ich auf den Fotos Stielansätze zu erkennen glaubte. Zusammen mit den recht großen Stromata (bis 2,5 bzw. 3,5 cm) und vor allem mit den Sporen von (12) 12,5-15 (16) x (5,5) 6-7 µm habe ich den Fund als Daldinia childiae bestimmt. Die Art hat laut Literatur keine Substratvorlieben.
    D. pyrenaica hat nach meiner Erfahrung einen Rotton in der KOH-Reaktion, ist etwas kleiner und stärker an das Substrat gedrückt. Die Art kommt vorwiegend auf Eichen und Weidengewächsen (Salicaceae, v. a. Weiden und Pappeln) vor.


    Viele Grüße
    Steffen

    Bilder

    • IMG_5740 kl.JPG

    Hallo,


    die braunen Schuppen am Stiel würde ich auf einen Trockenschaden schieben. Wenn die Lamellen so stark biegsam sind, könnte es eine grüne Form des Frauentäublings sein (R. cyanoxantha var. peltereaui) oder auch der Grüne Speisetäubling (R. heterophylla). Sind das Eichenblätter auf den letzten Bildern? Eisensulfat habt ihr nicht zufällig?


    Viele Grüße
    Steffen

    Hallo Christoph,



    Ohne Information zum Verfärbungsmuster wird man das aber kaum entscheiden können. Ich traue mir nur von außen (abgesehen von typischen, jungen Pappelrotkappen oder typischen Birkenrotkappen sowie Fichtenrotkappen, wie ich sie kenne) keine genaue Bestimmung zu. Auf den Symbiosepartner achte ich immer nur als letztes Merkmal, da der oft eh nicht festzulegen ist.


    wie unterscheidest du Rotkappen am Schnittbild? Sind die Unterschiede verlässlich? Die Funga Nordica, Gröger, Noordeloos und Kibby trennen vor allem nach den äußeren Farben und nicht nach der Verfärbung.


    Viele Grüße
    Steffen

    Hallo beli,


    ich meine hier einen Boletus zu erkennen. Vergleiche doch mal mit dem Glattstieligen Hexenröhrling (B. queletii), wenn wieder Fruchtkörper erscheinen. Der hat so rotes Stielfleisch.


    X. engelii habe ich noch nie mit so rotem Stielfleisch gesehen, auch alt nicht. Die roten Punkte können zwar schon mal fehlen, aber der Stiel ist dann durchgehend (dunkel)-gelb gefärbt - wie sonst auch. Die roten Punkte können sich also nicht im Stielfleisch "verteilen" o. ä. Hin und wieder findet man schon mal Exemplare mit größeren roten Bereichen, aber längst nicht mit solchen Ausmaßen wie bei dir; die Farbe ist ja auch eine andere.


    Viele Grüße
    Steffen

    Hallo Peter,



    ich möchte noch den Fahlen Röhrling
    in den Ring werfen...


    ich werfe noch den Anhängsel-Röhrling (B. appendiculatus) hinterher. :)


    Hallo Marco,



    Fahler Röhrling gefällt mir nicht schlecht... aber sei's drum. Er wird wohl das Geheimnis seines Namens mit in den Magen genommen haben.


    wie hat er denn geschmeckt und wie war die Konsistenz?


    Waren die dunkel blauenden Röhrlinge in der Mitte eigentlich der Schwarzblauende Röhrling (Boletus pulverulentus) oder der Starkblauende Rotfußröhrling (X. cisalpinus)? ;)


    Viele Grüße
    Steffen

    Hallo Christoph,



    Heiderotkappe und Birkenrotkappe sind das selbe. Die linke mit den klar schwarzen Schuppen sieht wirklich sehr danach aus. Die rechte mit dem dunkleren Hut könnte(!) in der Tat eine Fichtenrotkappe sein, aber nur "könnte". Wie ich schon schrieb, musst du sie u.a. durchschneiden und die Verfärbung dokumentieren (auch über längere Zeit). Ich glaube aber nicht recht an die Fichtenrotkappe bei deinem Foto - die Huthaut steht mir zu weit über und der Hut sieht sehr faserschuppig aus, was für Leccinum versipelle typisch ist. Ich denke daher bei beiden eher an die Heiderotkappe.


    ich vermute hier zwei Arten. Links ist ziemlich sicher L. versipelle zu sehen (stark kontrastierende Stielschuppen, heller Hut).
    Rechts liegt vermutlich eine andere Art (schwächer kontrastierende Stielschuppen, dunklerer Hut, stärker überhängende Huhaut). Hier könnte ich mir L. vulpinum gut vorstellen. Die weit überhängenden Lappen der Huthaut und der rotbraune, filzig wirkende Hut passen da gut. Die Art ist nur schwer von L. piceinum zu trennen; Anhaltspunkte sind der Mykorrhiza-Partner und die Hutfarbe, wobei beide unter Fichten vorkommen können.


    Zitat


    10 Meter sind für Baumwurzeln nichts. Ungestört, also nicht im geschlossenen Bestand können Wurzeln teils sehr weit reichen - bis 80 Meter wurde mal bei einer Birke ausgemessen. Wenn sich die Bäume im Bestand gegenseitig stören, dann natürlich nicht. Aber allein die Rhizomorphen von Röhrlingen können locker mal 20 Meter überbrücken. Deshalb irrt man sich oft bezüglich des Baumpartners.


    Insbesondere auch wenn der Symbiose-Partner die besagte Fichte ist, die ja zu den Flachwurzlern zählt. Weißt du zufällig, wie groß die Entfernung bei Pfahlwrzlern wie der Eiche sein kann?


    Viele Grüße
    Steffen

    Hallo Nobi,



    Wenn ich mir Deine Täublingsbilder und ~berichte so ansehe (du bringst ja bereits seit 2014 Täublingsbeiträge in diesem Forum!), mir dazu die Russula-Serie im Tintling zu Gemüte führe, frage ich mich, warum sich so wenige an Täublinge trauen.
    Es scheint doch alles so logisch! ;)


    vielleicht weil die Gattung relativ umfangreiche Untersuchungsmethoden erfordert; Chemie, HDS, Sporenpulver, ... Wenn die Fruchtkörper etwas älter und voller Maden sind, ist letzteres nicht so angenehm zu ermitteln. :) Dann kommt es bei einigen Arten noch auf Reaktionszeiten an. Es soll Leute geben, die mit Stoppuhren die Reaktion der Chemikalien beobachten. Vielleicht ist es auch die makroskopische Variabilität, bei der man sich auch nach einiger Erfahrung noch ganz schön in die Irre führen lassen kann.


    Viele Grüße
    Steffen

    Hallo Pablo,



    Aber ist das Basismycel wirklich weiß?
    Ich glaube da nämlich etliche gelbe Fäden zu sehen. Aber ausgehend von den Fleischfarben (Huttrama und obere Stieltrama quietschegelb + unteres Stieölfleisch rosabräunlich) ist es eben dennoch eine >Ziegenlippe<. Mittlerweile glaube ich nicht mehr daran, daß die Farbe des Basismycels ein KO - Kriterium ist. Immerhin gestehen auch einige namhafte autoren X. subtomentosus "weißliches bis blassgelbes" Basismycel zu.


    Ziegenlippen habe ich bisher immer mit gelblichem Mycel gefunden. Es sind aber auch stärker weißliche Abschnitte zu sehen, wie ich das bei meinen Funden auch habe. X. ferrugineus hat dagegen kräftig gelbes Basalmycel, ungefähr wie reifer Goldschimmel.


    Viele Grüße
    Steffen

    Hallo Haufen,


    das ist X. chrysenteron s. str., eine der weniger stark blauenden Arten. Das oft unter dieser Art zusammengefasste X. cisalpinus blaut deutlich stärker, weshalb er auf deutsch auch Starkblauender Rotfußröhrling heißt. Vielleicht kommt deine Erwartung, dass der Fund stärker blauen müsste, daher?


    Viele Grüße
    Steffen

    Hallo,


    das ist X./H. rubellus agg., vermutlich X./H. engelii. Die roten Punkte in der Stielbasis lassen sich gut erkennen.


    Viele Grüße
    Steffen

    Hallo Alina,


    der Winzling auf dem Rettichhelmlingsbild ist vermutlich der Winzige Eichenblatthelmling (Mycena polyadelpha). Wenn da noch Buchen sind, dann vielleicht auch der Buchenblatthelmling (M. capillaris).


    Viele Grüße
    Steffen

    Hallo Frank,



    Die Oberfläche war auffallend (man verzeihe mir den LAIENSCHWAFEL :( ....) "pockennarbig" , womit ich ausdrücken möchte dass die Austrittsöffnungen für das Sporenmaterial mit bloßem Auge, relativ gut zu erkennen war.


    Wäre froh zu erfahren (auch wenn die Fotos mangelhaft sind..) in welche Richtung ich suchen muss, um genau zu erfahren um was es sich hier handelt.


    nach dem Aussehen und deiner Beschreibung würde ich Richtung Eutypa tendieren. Es könnte sein, dass wir das so mithilfe von Fotos nicht herausbekommen werden. Ein Foto aus geringerer Entfernung wäre aber gut.


    Viele Grüße
    Steffen

    Hallo,


    ich habe mir den Pilz inzwischen angesehen. Schnallen habe ich an den generativen Hyphen nicht gesehen, was für P. badius spricht. Die Hyphen sind allerdings ziemlich dicht und kurz, so dass ich mir nicht ganz sicher bin. Mal sehen, ob ich den Pilz noch jemandem geben kann, der mein Ergebnis bestätigen kann.


    Viele Grüße
    Steffen