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letzter Beitrag von Calabaza am

Gezonter Ohrlappenpilz (Auricularia mesenterica)

  • Guten Abend,

    heute auf der Suche nach dem Judasohr habe ich eine große Menge

    des Gezonten Ohrlappenpilzes (Auricularia mesenterica) gefunden und einige mitgenommen.

    https://de.wikipedia.org/wiki/gezonter_ohrlappenpilz


    Generell wird diese Pilzart in unseren Breiten als ungenießbar bezeichnet,

    jedoch konnte ich einige Nachweise finden, dass dieser Pilz ähnliche Eigenschaften

    hat wie das Judasohr (nach absteigender Glaubwürdigkeit sortiert :D):

    heilkraft_der_pilze_korrigierte_version_februar_2007.pdf


    https://books.google.de/books?id=zd2nlcnzgvcc&pg=pa121&dq=auricularia+mesenterica&hl=de&sa=x&ved=0ahukewik45_zm8dnahxccuwkheixcksq6aeiejaj#v=onepage&q=auricularia%20mesenterica&f=false (mehrere Nennungen)


    https://books.google.de/books?id=rb86agaaqbaj&pg=pa294&lpg=pa294&dq=auricularia+mesenterica+essbar&source=bl&ots=whnz2yj7v5&sig=acfu3u2ulqrw8dy-zbqxxmpbst8jm1eakg&hl=de&sa=x&ved=2ahukewju39yjl8dnahwrzaqkhq1bcrg4chdoatafegqidbab#v=onepage&q=auricularia%20mesenterica%20essbar&f=false


    Auch soll er im Buch "Ling Zhi, Shiitake & Co." von Dr. Jürgen Weihofen erwähnt werden,

    auf das sich einige Heilpilzpulver bei Amazon beziehen.

    Jedoch konnte ich kein Online-Exemplar davon finden, hat eventuell jemand von euch dieses Buch?


    Da der Pilz nicht als giftig gekennzeichnet ist, werde ich mal einen Versuch unternehmen ihn zu verspeisen :D.

    Ich habe die Hoffnung, dass die pelzige Oberseite Soßen und Suppen gut aufnimmt

    und so für einen vorzüglichen Geschmack bei dem gewohnten zäh-bissfestem Kaugefühl sorgt.


    Es würde mich sehr freuen, wenn jemand Erfahrungen mit diesem Pilz hat :kaffee:

  • BurningBrain

    Hat den Titel des Themas von „Gezonte Ohrlappenpilz (Auricularia mesenterica)“ zu „Gezonter Ohrlappenpilz (Auricularia mesenterica)“ geändert.
  • Ahoj, Brain,


    bin gespannt auf Deine Erfahrungen.


    LG

    Malone

  • Hallo,


    das erste Bild könnte auch gut Phaeotremella foliacea s.l. (Blattartiger Zitterling) zeigen!


    LG, Chris

    ...........................:snail:


    Der Verzehr von Pilzen, nur weil jemand im Internet sagt das seien die oder die ist zutiefst leichtsinnig!!


    Meine Bilder stehen unter der Creative Commons Lizenz CC BY-NC-SA was euch alles erlaubt (kopieren/veröffentlichen/bearbeiten & veröffentlichen etc.) sofern ihr sie unter der gleichen Lizenz, mit Namensnennung und nicht kommerziell nutzt.

  • Ah ja, jetzt sehe ich auch rechts im Bild die stiegelige Oberseite der Fruchtkörper.


    LG

    ...........................:snail:


    Der Verzehr von Pilzen, nur weil jemand im Internet sagt das seien die oder die ist zutiefst leichtsinnig!!


    Meine Bilder stehen unter der Creative Commons Lizenz CC BY-NC-SA was euch alles erlaubt (kopieren/veröffentlichen/bearbeiten & veröffentlichen etc.) sofern ihr sie unter der gleichen Lizenz, mit Namensnennung und nicht kommerziell nutzt.

  • Ich bin auch gespannt, stelle mir allerdings generell die Frage, warum man einen Pilz, der nicht auf Speisepilzliste der DGfM verzeichnet ist, verzehren muss, ohne über weitere Kenntnisse zu verfügen. Wo liegt hier der Reiz ?

  • Calabaza : Falls der Pilz ein geeigneter Ersatz für das Judasohr ist und zudem die erhofften kulinarischen Vorteile mit sich bringt halte ich das für sehr reizvoll.

    Weiterhin wird dem Pilz in einigen Literaturstellen heilende Wirkung zugeschrieben, was die enge Verwandtschaft mit dem Judasohr auch vermuten lässt.

    Desweiteren handelt es sich hierbei um einen kosmopolitischen Pilz, sodass ich mich hier definitiv nicht nur auf die Verzehrliste des DGfM stützen möchte, da durchaus zu unterstellen ist, dass der Pilz aufgrund seiner "schimmeligen"/pelzigen Obertextur (laut chris77 striegelig, ich sage einfach flauschig dazu) hierzulande verschmäht wird, jedoch anderswo ein akzeptierter Speisepilz ist.

    Alles in allem kann ich hierbei nur gewinnen :D

  • Weiterhin wird dem Pilz in einigen Literaturstellen heilende Wirkung zugeschrieben

    Ahoj,

    wäre schön, die Quellen hier zu lesen.

    jedoch anderswo ein akzeptierter Speisepilz ist.

    Wo denn?

    Des tät mich tatsächlich int'ressiern.

    Alles in allem kann ich hierbei nur gewinnen

    Der DgfM die Kompetenz abzusprechen, ist schon, sagen wir mal, recht mutig.


    Nichtsdestowenigertrotz harre ich der Ergebnisse Deines heroischen Selbstversuches.

    Bitte auch die Spätfolgen beachten.



    LG

  • Ahoj, Brain,


    nur zur Info:

    bei uns gilt die Frühjahrslorchel als tödlicher Giftpilz.

    Kommt ja auch bald aus den Löchern...

    Hierzu liest sich, daß insbesondere in Skandinavien et al., dieser Pilz, essbar sei,

    aber:! nach einer ganz besonderen Zubereitungsart.!


    Was die in Nepal und Malaysia mit dem Gezonten veranstalten,

    konnte ich Deinen Quelltexten, die ich eingehend studiert habe, leider nicht entnehmen.

    Auch nicht, ob dies dort wirklich und wahrhaftig ein- und dieselbe Art Pilz ist.


    Will sagen: ich bewundere Deinen (Wage)mut, ich rate indes dringend zur Vorsicht!

    Zweitens: such Dir einen "Tripmaster", jemand, der Dein Experiment live überwacht.


    Allerdings darf ich Dich öffentlich gar nicht zu so Etwas ermutigen, sondern rate Dir hiermit offiziell davon ab!


    Beste Grüße

    Malone

  • Malone : An dieser Stelle wiederum verlasse ich mich auf die allgemein gängige Empfehlung

    der Ungenießbarkeit, bedeutet für mich definitv Ungiftig und damit gleichbedeutend, dass ich keine (bleibenden/lebensbedrohlichen) Vergiftungserscheinungen zu befürchten habe (im Gegensatz zur Lorchel, die ich in diesem Kontext eher als Kugelfisch der Pilze betrachten würde).


    Zweitens: such Dir einen "Tripmaster", jemand, der Dein Experiment live überwacht.

    Dies kenne ich eher von andersartigen und definitiv nicht nur als Ungenießbar gekennzeichneten Pilzen *hrhrhr*

  • Zitat von Malone "Zweitens: such Dir einen "Tripmaster", jemand, der Dein Experiment live überwacht."

    Dies kenne ich eher von andersartigen und definitiv nicht nur als Ungenießbar gekennzeichneten Pilzen *hrhrhr*


    An dieser Stelle darf ich Dir leider keine positive Empfehlung aussprechen;

    mir sind die Hände gebunden.


    Pass auf Dich auf!


    Und: lass'von Dir hören/lesen!



    LG

  • Guten Abend Burning Brain,


    ich kann mich den Empfehlungen von Malone nur anschließen.

    Wenn dir die Heilwirkung des Judasohr wichtig ist und du bei dir keine findest, kannst du alternativ den nächsten Asia oder Thaishop aufsuchen.

    Dort findest du den Black Fungus, auch als Mu-Err bezeichnet. Diese Art wird uns beim Chinesen als chinesische Morchel untergejubelt.

    Alternativ könntest du auch Auricularia Thailandica beim Asiaten finden. (Für wenige Euro) Die Fruchtkörper sind getrocknet, aber nicht gereinigt. Der Mu-Err ist noch bissfester als unser Judasohr, ihm wird aber die gleiche Heilwirkung zugesprochen.

    Jürgen Guthmann führt in der aktuellen Auflage "Heilende Pilze" sehr wohl auch das Judasohr an, allerdings nicht den A. m. Da das Werk noch nicht all zu alt ist, gehe ich davon aus, dass berücksichtigt wurde, was an heilenden Pilzen zu verstehen und nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen auch entsprechend einzuordnen ist.

    Der Gezonte Ohrlappenpilz wächst natürlich großflächig und ist dadurch sehr ergiebig, aber ich denke, wenn du ihn entsprechend häufig findest, sollte das auch mit Judasohren möglich sein. Dann wärst du auf der sicheren Seite. Genau wie das Judasohr nimmt auch der Gezonte Ohrlappenpilz seine ursprüngliche Größe nach einem Trocknungsvorgang ein, allerdings sind die Fruchtkörper gerade im striegeligen Bereich, also auf der Oberseite, auch schon oft nach kurzer Zeit mit Grünzeug belegt. Wem es schmeckt, ok. Mein Fall wäre es nicht, obwohl ich die Art optisch schön finde, abgesehen von der fraglichen Verzehrtauglichkeit.

    Ein schönes Restwochenende,

    Markus

  • Da ich momentan auch Versuche mit der Schmetterlings-Tramete mache, möchte ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass auch dieser Pilz grundsätzlich als "Ungenießbar" deklariert ist, jedoch diese Art hier im Board konsequent positiv betrachtet wurde und keinerlei Bedenken irgendeiner Art geäußert wurden.

    Der Pilz ist zwar ein anerkannter Heilpilz jedoch hauptsächlich durch die immense Werbung zu seinem Status Quo gelangt. Dies soll unter keinen Umständen ein persönlicher Angriff sein, doch habe ich die Vermutung dass hier ein wenig mit zweierlei Maß gemessen wird :D.


    Zum Thread: Ich werde die Tage einen direkten Vergleich mit WOK-Gemüse und dem darin enthaltenem Judasohr anstellen :).

  • Hallo BuBrai,

    wie du auf zweierlei Maß kommst, ist mir nicht ganz klar, aber letztendlich ist es deine Entscheidung, was du für verzehrtauglich hälst. Die bisherigen Schreiber und Kommentatoren haben insofern keine Langeweile, dass wir dich bei Laune halten müssten, sondern sachliche Kommentare zu deinen kulinarischen Vorhaben anbringen wollten.

    FG, Markus

    (Trametes versicolor musst zu sehr fein mahlen, ein Thermomix ist da genial. Im übrigen auch was Judasohren betrifft, die lassen sich leicht als Verdickungsmittel einsetzen wenn sie feingemahlen sind. Der Thermomix ist auch hier perfekt. )

  • Ich habe nun einen Kochversuch unternommen und bin sehr zufrieden.

    Rezept ist eine Kartoffel-Hähnchen-Curry-Sahne-Suppe mit einer großen Hand voll der

    Pilze [Gezonter Ohrlappenpilz (Auricularia mesenterica)].

    Die Pilze wurden erst sorgfältig getrocknet, anschließend eine Nacht lang gewässert mit mehrmaligem Wasserwechsel und anschließend wieder einige Stunden angetrocknet, dann der Suppe während des Kochens zugegeben.


    Der Flaum auf dem Pilz fühlt sich ähnlich an wie beim Judasohr, lediglich etwas dicker und nimmt wie erwartet sehr gut die Suppenflüssigkeit auf und hält diese bis in den Mund :D.

    Der Geschmack der Suppe ähnelt dem einer Hallimasch-Suppe, also angenehm pilzig und sehr harmonisch mit der Sahne zusammen. Der Pilz selbst hat keinen besonderen Eigengeschmack beinahe unscheinbar. Dadurch, dass der Pilz ein wenig dicker ist löst sich die Oberhaut beim Kauen leichter vom Rest des Pilzkörpers ab, sodass zwei sehr glibberige Pilzlappen entstehen - so wie auch beim Judasohr nur eben mit etwas dickeren Pilzlagen. Dies ist bestimmt nicht jedermanns Ding, stört mich persönlich jedoch nicht im Geringsten.


    Als Fazit erachte ich diesen Pilz daher als würdiges Äquivalent (kulinarisch gesehen) zum Judasohr und werde weitere Versuche damit unternehmen. Falls jemand das Rezept möchte, schreibe ich es gerne auf :).

  • Ich habe nun einen weiteren Versuch mit China-Gemüse-Suppe mit Garnelen durchgeführt

    und konnte im direkten Vergleich die geringere Bissfestigkeit des Gezonter Ohrlappenpilz gegenüber dem Judasohrs bestätigen. Geschmacklich jedoch kaum ein Unterschied.

    Auch konnte ich nach knapp einer Woche und zwei Mahlzeiten keinerlei negative Effekte beobachten.


    Jedoch hoffe ich nicht, dass sich allzu viele Sammler davon animiert fühlen, da der Gezonte Ohrlappenpilz in einigen Bundesländern als Gefährdet (3) geführt wird.

  • Hallo BB,


    erstmal danke, dass Du uns an Deinem kulinarischen Experiment hast teilhaben lassen!:)

    Ich wäre allerdings nie auf die Idee gekommen, den Gezonten Ohrlappenpilz, auch aufgrund seiner samtig-striegeligen Oberseite, zu verkosten.:rolleyes:


    Als PSV, auch Pilzberater genannt, würde ich den Pilz übrigens unter keinen Umständen zum Essen freigeben!

    In der einschlägigen Literatur wird er grundsätzlich als "ungenießbar", "kein Speisepilz" beschrieben.

    Möglicherweise enthält er Stoffe, die die Gesundheit schädigen können. Was wissen wir schon?

    Es sei denn, Du kannst mit Quellen punkten, wo er u.a. als Heilpilz empfohlen wird. Dann her dami!


    Wenn ich asiatisch koche, ziehe ich jedenfalls das Judasohr vor! Und dabei wird es wohl auch bleiben.


    Liebe Grüße

    Nobi

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  • nobi , Calabaza , Malone

    Da hier immer wieder auf den DGfM verwiesen wird, möchte ich dies hier einmal geklärt haben:


    Wenn ein Pilz als "Ungenießbar" gekennzeichnet ist, gehe ich davon aus, dass dies mit Absicht geschehen ist und nach eindeutiger Überprüfung, dass dieser Pilz NICHT giftig ist.

    Ansonsten kann ich mich weder darauf verlassen, dass ein als "Essbar" geltender Pilz wirklich ungefährlich ist, noch, dass ein als "Tödlich" gelisteter Pilz wirklich meine unsägliche Schwiegermutter ins Jenseits befördert.


    nobi

    Bedeutet, wenn ich mit Ihrem Ansatz "Was wissen wir schon?" und einer nicht wirklich gültigen Klassifizierung (im Sinne der Genießbarkeit, nicht einer zweifelhaften Artbestimmung) Pilze sammeln gehe kann ich eigentlich auch gleich Russisch Roulette spielen?

  • Hallo,


    Wenn die Literatur eine Art als ungenießbar bezeichnet, heißt das für mich keinesfalls, dass sie definitiv ungiftig ist, sondern dass keine Vergiftungen oder auch nur Verdachtsfälle bekannt sind.


    Und wenn ein Pilz keine oder sehr wenig Bekanntheit als Speise- oder Heilpilz hat, würde ich immer davon ausgehen, dass ihn nur so wenige (vielleicht niemand?) gegessen haben könnten, dass eventuelle negative Auswirkungen vorhanden sein könnten, aber mangels einer ausreichenden Anzahl von Testpersonen nicht aufgefallen sind.


    Demnach würde ich ungenießbar keineswegs mit ungiftig gleichsetzen, sondern mit Giftigkeit unbekannt.


    Was würdest du denn von der DGfM, Pilzberatern oder Autoren eines Pilzbuchs erwarten? Dass sie jeden Pilz, von dessen Konsum sie ohnehin abraten, selbst probiert sowie chemisch auf sämtliche bekannte und unbekannte Giftstoffe hin analysiert haben müssten?



    Beste Grüße,

    Craterelle

  • @Craterelle

    Also wie bereits in meinem Threadstart(!) angegeben konnte ich einige Quellen finden in denen der Pilz - da Kosmopolit als essbar und sogar im asiatischen Raum als Heilpilz geführt wird. Die meisten euerer Beiträge lassen jedoch vermuten, dass diese nicht eingesehen worden sind....

    Auch mit Verweis auf die TCM (auch wenn die Quelle mir nicht allzu professionell erscheint) gehe ich davon aus, dass dieser Pilz bereits von einigen Generation von Menschen gegessen wurde.

    An dieser Stelle können wir diskutieren, ob der Pilz auch hierzulande die gleichen Eigenschaften aufweist (oder etwa wie bei dem Fliegenpilz vom Standort abhängt)


    Ich konnte diese Definition von "Ungenießbar" als "Unbekannt" nirgends finden, wäre meiner Meinung nach auch grob fahrlässig eine potentielle Giftigkeit nicht zu erwähnen.

    Als Quelle führe ich hier der Einfachhalt halber mal den ersten Absatz dieses Ratgerbers des DGfM an:

    reattachment?name=dgfm-poster-2017-1x1-des-pilzesammelns.pdf&reattachment=b186fbeb00ad4b33e8c315e7d91d9bb8


    Daher erwarte ich von der einschlägigen Literatur/versierten Ratgebern zumindest eine gründlichere Recherche als meine eher oberflächliche, sowie eine klare Begriffs-definition und Abgrenzung.


    Kennt denn vielleicht jemand von euch einen Pilzexperten aus Fernost, ich bemühe mich hier zwar momentan um einen Ansprechpartner, jedoch seid ihr eventuell besser vernetzt.

  • Ich konnte diese Definition von "Ungenießbar" als "Unbekannt" nirgends finden, wäre meiner Meinung nach auch grob fahrlässig eine potentielle Giftigkeit nicht zu erwähnen.

    Hallo,

    ich glaube hier unterliegst Du einem Trugschluss.

    Niemand wird einen Pilz in grob fahrlässiger Weise als ungenießbar bezeichnen, wenn er als giftig bekannt ist.

    Viele Pilzbücher vermuten die Giftigkeit einiger Arten - entweder aus der Verwandtschaft bekannter giftiger Pilze oder aus wenigen, aber nicht bis ins Detail zurückverfolgten Vergiftungen.

    Zu deinem Trugschluss: Stell Dir vor, ein Pilz schmeckt extrem bitter oder er ist so hart, dass man ihn nicht kauen kann. Niemand hat deshalb je größere Mengen davon verspeist. Biochemisch tiefer untersucht wurde er ebenso nicht. Damit ist er für mich erst mal "ungenießbar". Niemand wird ihn einfach als "giftig" einschätzen. Es gibt ja gar keinen Grund dazu. Es ist durchaus möglich, dass dieser Pilz giftig ist, wenn man es schaffte, davon ein paar Exemplare zu verspeisen...

    Ich will damit in keiner Weise sagen, dass dein Ohrlappenpilz giftig sei. Andere Völker könnten so etwas durchaus sammeln und irgendwann lernen auch wir hier in Europa daraus.

    Ich will dich nur sehr gerne davon abhalten, Dinge, die als "Ungenießbar" gekennzeichnet sind zu probieren.

    Selbst scheinbar essbare Pilze werden nach jahrelangen Erfahrungen und einzelnen Vorkommnissen immer wieder auf giftig heruntergestuft. Siehe Nebelkappe oder Grüner Ritterling. Die Biochemie der Pilze ist an vielen Stellen noch unbekannt. Da lauern langfristige Gefahren. Bspw. mutativ wie auch in der Leber akkumulierend...


    Bleib wohl!

    :)

    Tom

  • coindigger

    Grundsätzlich stimme ich dir zu, dass ein Pilz der schwer bis garnicht konsumierbar, oder 'ekelerregend' abschreckend riecht/schmeckt/konsistent ist oder aber sehr selten vorkommt und zudem nicht als Verwechselungspartner von essbar gelisteten Pilzen in Frage kommt, sehr wenig erforscht ist und demnach tendenziell mit Vorsicht zu genießen ist, falls überhaupt.

    Auch die Statusänderungen von Pilzen ist mir bewusst, jedoch bin ich weiterhin beigeisterter Anhänger des Sparrigen Schüpplings (Pholiota squarrosa) sowie des Gemeinen Hallimaschs (Armillaria ostoyae), obwohl er neuerdings als tendenziell giftig gilt - ich habe die Vermutung das moderne Mägen anfälliger sind, ähnlich der immer verbreiteter werdenden Allergien gehen alles und nichts -.-.


    In diesem betrachtetem Fall trifft jedoch beinahe nichts davon zu:

    - milder Geschmack und Geruch

    - Konsistenz ähnlich dem Judasohr, der Flaum entspricht in etwa dem von Auricularia polytricha (siehe Bild, Quelle: file:2007-10-17_auricularia_polytricha_(mont.)_sacc_6978.jpg)

    - die Gattung Auricularia halte ICH eher für unbedenklich bezüglich einer Giftigkeit(Auricularia - Wikipedia)

    - er ist weltweit verbreitet und damit sicherlich wohlbekannt

    - er ist ein Verwechslungspartner mit dem Judasohr (für mich eher nicht so, jedoch ist hier vom schlimmsten anzunehmenden Sammler auszugehen) und damit sicherlich untersucht und/oder versehentlich verspeist worden

    - eine oberflächliche Suche ergab einige Quellen, die eine Verwendung als Speise- und sogar Heilpilz nahe legen


    Daher hatte ich gehofft auf Basis all dieser Anhaltspunkte eine Diskussion anregen zu können, die eventuell zu einer eindeutigeren Bewertung der Verzehrtauglichkeit oder Giftwirkung führt als ein allgemeines "Ungenießbar" :).

  • Daher hatte ich gehofft auf Basis all dieser Anhaltspunkte eine Diskussion anregen zu können...

    Nun, das ist Dir doch gelungen! Selten wurde hier so intensiv über eine Anfrage diskutiert!:thumbup:

    die eventuell zu einer eindeutigeren Bewertung der Verzehrtauglichkeit oder Giftwirkung führt als ein allgemeines "Ungenießbar" :).

    Dazu sind wir hier im Forum wahrscheinlich nicht die kompetentesten Ansprechpartner. Größtenteils sind hier "nur" Hobbymykologen unterwegs und keine Profis mit universitärem Hintergrund, die unter Umständen belastbare Antworten auf Deine Fragen hätten.

    Es gibt jedenfalls keinen Grund für Dich, enttäuscht zu sein, nur weil Deine Eingangsanfrage hier nicht zu Deiner Zufriedenheit beantwortet wurde und Du den ein oder anderen kritischen Kommentar "ertragen" musstest.


    Ich bin jedenfalls schon gespannt auf weitere Anfragen von Dir.


    Liebe Grüße

    Nobi

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