Ein täubling

Es gibt 16 Antworten in diesem Thema, welches 2.424 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Cortinarius.

  • Hallo Thomas,

    probieren hast Du Dich nicht getraut ;) Wenn man die Gattung sicher erkennt ist das unkritisch. Ein kleines Stück des Pilzes zerkauen und wenn nicht sofort scharf ca. 1 Minute weitermachen und dann ausspucken. Bei manchen Arten tritt eine gewisse Schärfe nicht sofort auf.

    LG Karl

  • Hallo Tomas,

    auf deinen Bildern sehe ich auf meinem Monitor eine Huthaut mit grünen und braunen Farben. Solche Muster kenne ich von Reiftäublingen. Ein Ockertäubling sollte -wie der Name schon sagt- von oben einheitlich ocker sein. Die Lamellen wären rein weiß. Wenn Du einen scharfen Kontrast zwischen einer einheitlichen ockerfarbigen Huthaut und weißen Lamellen feststellen könntest, könntest Du in dieser Richtung weiter ermitteln, wenn die Bilder aber nicht extrem farbverfälscht erscheinen, kannst Du Dir das sparen. Der Geschmack von Ockertäublingen wird übrigens uneinheitlich beschrieben. Sie können mild, leicht scharf und bitter schmecken. Wenn sie aber scharf sind, ist diese Schärfe weder extrem, noch irgendwie verzögert. Nach meiner Erfahrung kommt nach Zubereitung unangenehm der bittere Geschmack durch.

    Bezüglich der Arten bei den "Reiftäublingen" kann ich leider nichts beitragen, da hat sich seit der Drucklegung meiner Bücher zu viel getan.

    Das hindert mich aber nicht daran, solche zu verspeisen, wenn ich sie finde, denn ich empfinde deren Geschmack - sowohl roh als auch zubereitet - als sehr angenehm.

    Gruß,

    Marcel

  • Hallo Karl,

    ich kann keinen deutlich gekerbten Hutrand erkennen.

    Ich sehe da eher Trocknungsschäden.

    Leider sind meine Kenntnisse zum aktuellen Artkonzept bei den "Reiftäublingen" -so hießen die früher- wie erwähnt nahe null.

    Aber auf den Bildern, die ich von den Pilzen, die heute Papageientäublinge heißen, finde, erkenne ich eine leichte Riefung.

    Ich habe übrigens noch nie einen Ockertäubling gefunden, bei dem die Farbe in irgendeiner Form von der von mir beschrieben Farbgebung abgewichen ist.

    War die Huthaut nicht einheitlich ocker, dann war es keiner, waren die Lamellen nicht rein weiß, dann war es keiner.

    Ich sammele Täublinge zum Essen und nehme vor dem Mitnehmen immer noch mal eine Kostprobe. Anfangs hatte ich da immer mal den Effekt, dass der Geschmack anders war als erwartet. Zedernholztäublinge schmecken schon recht unangenehm. Seit ca. 10 Jahren erlebe da keine solche Überraschungen mehr und orientiere mich da vor allem an der Farbe und an den Farbmustern, die ja nur die Huthautstruktur abbilden. Natürlich schaue ich dann noch nach ein paar anderen Dingen, wie zum Beispiel einer eventuellen Riefung oder einem zu kurzen Röckchen bei den Speisetäublingen.

    Der umgekehrte Fall gilt da unter Umständen nicht:

    Wenn ich mal einen gelben Speisetäubling finden würde, würde der vermutlich stehen bleiben.

    Ich teste gelegentlich nämlich auch mal Exemplare von denen ich weiß, dass die scharf sein werden, um den Geschmack einschätzen zu können und Gallentäublinge schmecken schon übel.

    Obwohl die wären wieder deutlich gerieft, das sollte man schon sehen, aber wenn das Teil aus der Entfernung nicht essbar aussieht, laufe ich nicht hin.

    Gruß,

    Marcel

  • Hallo Tomas,


    was sagt dir die gefärbte Lamellenschneide bei dem abgebildeten Pilz? Mich macht das sehr stutzig, warum ist die schwärzlich gefärbt? Und die Hutfarbe wäre für mich genau die, die GRÖGER beschreibt: "Hut trüb ockerbraun mit grau-violettem Hauch". Geht es vielleicht in diese Richtung? Das was natürlich DAZU nicht passt, ist der angegebene Geruch, der sollte dann schon stinkend/bittermaldelartig riechen. Ist beim Pilz ein Stielschnitt noch möglich? Das wäre interessant zu sehen...

    Das ist halt das, was mir zu dem Pilz erstmal auffällt und das sollte man erstmal abklären denke ich.


    Gruss

    claus

  • Hallo Tomas,


    hier ist nochmal der link zur Orientierung, welche Angaben für eine Bestimmungsanfrage sinnvoll sind: Angaben zur Pilzbestimmung


    Bilder reichen in der Regel nicht, und je mehr Angaben du machen kannst, desto größer die Chance, eine zufriedenstellend Antwort zu bekommen.

    Natürlich ist es etwas aufwendiger, aber es schult auf dauer. Denn man ist dadurch mehr angehalten, schon im Wald auf wichtige Parameter (z.B. Begleitbäume/ Substrat) zu achten. Ich selber muss mich mich da da auch immer ranhalten, in der Begeisterung für den Pilzfund nicht alles Wichtige drumherum zu vergessen. Aber es lohnt sich!


    Liebe Grüße

    Rotfüßchen

    "Pilze sind erst einmal nicht anwesend, sie verstecken, verbergen, verschließen und tarnen sich, aber es gibt eine Wahrscheinlichkeit und eine Hoffnung, sie zu finden. Die Suche bedeutet Aufbruch, Verheißung, Abenteuer, und je vergeblicher und erfolgloser der letzte Pilzgang war, desto mehr Spannung, Erfüllung, Belohnung verspricht der nächste." (Hans Helmut Hillrichs: Pilze sammeln)


    Pilzmärchen

  • Hallo Pilzfreunde,


    wie? sind die Rolläden schon unten?

    Interessiert es keinen mehr, was das für ein Täubling gewesen sein KÖNNTE?

    und...

    - ein trüb ockerbrauner Pilzhut

    - wieso der Täubling dunkle Lamellenschneiden hat und auf die ich aufmerksam gemacht habe?

    - der bei Buche gewachsen ist

    - einen gekerbten und höckerigen Hutrand hat

    - der Geruch nicht obstartig nicht stinkend war (?)

    - die Geschmacksprobe scharf ist

    - das Sporenpulver (fast) weiß ist


    Da sich dazu keiner mehr äussert, werfe ich mal Russula illota - Morsetäubling in den Ring.

    Ob ich mir da mal wieder den Mund verbrannt habe werden wir spätestens bei der Rückkehr von Oehrling bemerken.


    Bis dahin...

    claus

  • Klar interessiert das noch :)
    Für eine genaue Benennung bleiben mir zu viele Unsicherheiten
    - die Lamellenschneiden sind zwar teilweise braun aber nicht unterbrochenen wie bei R. illota. Möglicherweise ein Alterungs- oder Trockenschaden wie auch am Hutrand
    - oben steht zwar Geruch nicht obstartig und nicht stinkend, aber auch angenehm pilzig. Das passt mir nicht zu dem Geruch von R. ilota
    - auch zu weiteren Täublingen aus dem Bereich sehe ich keine zufriedenstellende Übereinstimmung
    Weißes SPP passt dann doch noch eher zum Ockertäubling und scharf kann der gelegentlich sein. Ist dann eben ein überständiges Exemplar

    LG Karl

    PS. Ich hab mal in meinem Bilderfundus gesucht

    R. illota mit "Morsezeichen"


    R. ochroleuca uralt kann sogar so aussehen :giggle: mikroskopisch überprüft!

  • Hallo

    Hab das gerade erst gelesen

    Da kann ich Karl nur zustimmen Recht typisch für einen älteren Ockertäubling

    Das Ockergelb bekommt dann von der Mitte her einen grau-grünlichen Ton

    Der Stiel beginnt von unten her leicht zu grauen

    Der frische Pilz ist an der Stielbasis leicht bräunlich , betupft man dieses braune "Velum" mit Kalilauge wird es rot-braun

    Eine Reaktion die in keinem Pilzbuch erwähnt ist.

    Diese Reaktion entspricht der von R.viscida

    , dem Lederstieltäubling

    Gruß

    Uwe

  • Hallo Pilzfreunde,


    eure Argumente überzeugen mich. Nicht jeder Täubling mit dunklen Lamellenschneiden ist gleich R.illota und die Merkmale von Tomas deuten ja auch nicht ganz auf diese Art.

    Na, da habe ich durch mein Rolladenhochziehen doch wieder etwas von euch lernen können. Danke.


    Hier habe ich auch noch ein Bild von ochroleuca 2018, hätte ich das früher endeckt, hätte ich vielleicht anders gedacht. Hätte, hätte...

    Es geht halt nichts über eine genauere Fundbeschreibung, oder?


    (Bild kuhmaul)


    Uwe, ist zwar ein anderes Thema, aber KOH hat bei meiner R. viscida 2019 am Exsikkat nicht funktioniert, habe ich zu spät gelesen. Ist das normal? Geht das nur am Frischpilz?


    Nochmals Danke und Grüsse

    claus