Beiträge von kuhmaul

    Hallo Pilzfreunde,


    letztens bin ich schon auf dem Rückweg nochmals in eine lichte grasbewachsene Rückegasse reingegangen. Dieser recht helle mit Kiefern und einzelnen Fichten - Buchen - Birken bewachsene Abschnitt war einfach schön anzusehen.

    Matschige Fichtenreizker und sonst noch Unbekannte standen da im höheren Gras rum und dann sah ich rund um eine Kiefer diese Täublinge. Insgesamt waren es 3 - 4 grössere Ansammlungen von jeweils ca. 8 Stück. Attraktiv sahen sie ja nicht gerade aus und mir ist es schwergefallen einen Schönling für ein Foto rauszudeuten. Diese relativ kleinen, zerbrechlichen und weinrot mit violett farbenen Pilze kannte ich noch nicht und so enstand diese Doku.

    Die Funddaten zum Pilz


    R20-043 cessans

    17.10.2020 - 14:48

    Standort: Hochplateau A7

    Eingestuft - Name: Pilz bei kiefer

    Anz. Exemplare: 20

    Haupt Baumpopulation: Ki

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    RUSSULA FUNDORT, Mischwald, Nadelwald, Grünfläche/Wiese, Moos, Gras, feucht, Kollin 510 m,

    BÄUME 20m UMKREIS, Buche (Fagus), Fichte (Picea), Kiefer (Pinus), Birke (Betula),

    EXEMPLARE, jung, mittel, älter, gesellig,

    HUT GRÖSSE, 1 - 3 cm, 4 - 6 cm,

    HUT FARBE, rosa/rot, violett/purpur, creme/weiss, braun, schwarz, entfärbt,

    HUT OBERFLÄCHE, gedrückt/vertieft, matt,

    HUT MITTE, heller, dunkler, br/gr/sw,

    HUT RAND, glatt - nicht gerieft, leicht gerieft, höckrig, zurückgezogen,

    PEELING, 1/2 abziehbar,

    UNTER HUTHAUT, violettlich, weisslich,

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    LAMELLEN, spröde, ocker bis gelb, queradrig,

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    STIEL OBERFLÄCHE, weisslich/creme, grau/schwarz, runzelig/geriffelt,

    STIEL KONSISTENZ, zerbrechlich, weich, voll, gekammert, wattig, wässrig,

    STIEL VERLETZUNG, ins grau/schwarze,

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    GERUCH, neutral,

    GESCHMACK, mild, verzögert, leicht scharf


    SpP Farbe: IVc


    FeSo4: falb, rosa

    Guajak (8sec) Stiel: ++ und auch schnell +++

    Guajak (8sec) Lamellen: ++ und auch schnell +++

    Phenol: neg

    KOH Stielbasis: neg

    SV:

    NH3: St u La neg


    Sonst. Angaben: alle 4 Stiele gekammert

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    1) da vorne, rechts der Kiefer standen die Gruppen


    2) Moos, Gras, Kiefernadeln, feuchte Sache


    3) diese hatte ich mir zuerst rausgesucht, hatten aber ein Baby dabei (auf re Hut)


    4) zwei weitere in unterschiedlichem Alter


    5) diese gefallen mir jetzt


    6) Hut ca 4-5cm, rot-wein-braun, violettlich, gedrückt, Mitte oft heller oder braun/schwärzlich


    7) typisch war immer diese dunkel/violette Fleckung auf dem Hut, Oberfläche matt bis seidig glänzend


    8) der Hutrand nicht bis leicht höckrig gerippt, auch wie etwas zurückgezogen, auch weissfleckig


    9) Lamellen überwiegend gleichlang, queradrig, im Alter gelb


    10) Stiel weiss, leicht keulig, gerunzelt, bei Berührung die Runzeln leicht grau erscheinend


    11) Huthaut bis zu 1/2 abziebar, darunter weisslich/violettlich


    12) alle aufgesammelten Stiele waren gekammert


    13) beim Eintrocknen mehr ins gräuliche wie ins bräunliche verfärbend


    14) die Sporenpulverfarbe ist IVc und der Geschmack mild bis verzögert leicht scharf


    15) KF, Inkrustationen wurden in der Hds nicht festgestellt


    16) SV, Dermatozystiden sind vorhanden


    17) Kongo, markante Divertikel sind vorhanden (blaue Pfeile)


    18) Kongo, Huthauthaare kurzgliedrig und abgerundet


    19) Wasser, Sporen mehrheitlich ovoid


    20) Melzer, Sporenwarzen um 0,5my hoch, EINHELLINGER sagt: "halbrund", er hat Recht, kommt irgendwie hin...


    21) Melzer, Sporen-Ornament teilnetzig bis netzig


    22) Messprotokoll Sporen


    Auf Grund des komplett netzartigen Sporen-Ornamentes kann somit R. nauseosa (Ornament isoliert) sowie R. laricina (Ornament vereinzelt verbunden) die ja im gleichen Schlüsselzweig auftauchen, ausgeschlossen werden.

    Ich hoffe Russula cessans hat euch genauso gefallen wie mir und Berichtigungen und Kommentare sind wie immer gerne gesehen.


    Bis bald...

    Grüsse aus der Rhön


    claus

    Hier nochmal die orangeroten Verfärbungen etwas größer, die ich meinte. Links unten am Hutrand und etwas über der zentralen Hutmitte.

    jaa jetzt..., diese orangeroten Flecken kenne ich von meinem alten Auto, nennt sich bei uns rostfleckend nicht rotfleckend.


    Grüsse

    claus

    Der Täubling rötet recht auffällig.

    Hallo Schupfnudel,

    da komme ich jetzt nicht klar... rötet?


    Na ja, ich dachte halt an eine R. violacea, aber mit Rötung hat die trotz evtl. passendem Sporenpulver nichts am Hut, oder?

    Grüsse

    claus

    Hallo Oehrling,


    meine Rückmeldung hat sich wegen eines Waldbesuchs und einem "gracilen, gebuckelten und queletti-ähnlichen Pilz" hinausgezögert.


    Ich habe den obigen Pilz und den Bestimmungsablauf nochmal in die Revision genommen und muss freudig gestehen, dass du mal wieder recht hast.

    R. firmula hatte ich ehrlich gesagt nur wegen eines vorhergehenden Fundes mit stark taillierten Dzy ausgeschlossen die aber der o. a. Fund, allerdings in abgeschwächter Form, auf anderen Bildern aber auch zeigt.

    Vergleiche mit den übrigen Merkmalen passen auch, da sehe ich keinerlei Diskrepanz und Zweifel mehr wie vorher.


    Ich danke dir für dein Eigreifen und für dein fundiertes Wissen das du mit uns teilst.:daumen:

    Ähh, wann kommt denn endlich dein "Oehrling´s modern konzipierter Russula-Schlüssel"? wird Zeit...


    Grüsse aus der Rhön

    claus

    Hallo liebe Wutzi und liebe Rotfuß,


    das ehrt mich, dass ich euch eine Freude gemacht habe. :love:

    Deswegen habe ich extra für die Damen beim Sulfovanillin das pinkfarbene Bild genommen.:giggle:


    Liebe Grüsse

    claus

    Hallo Schupfnudel,


    bei der 13 könnte ich mir vorstellen, dass dieser nach Fischkonserve und gleichzeitig nach Pelargonien/Fellea riecht.

    Schmecken würde der übrigens ziemlich scharf.


    Grüsse und Danke für die Wiesenpilze

    claus

    Hallo Pilzfreunde,


    da ja die Täublings-Beiträge hier im Moment im Keller sind, dann halt mal wieder einen risikoreichen Beitrag von mir.


    Einen 6,5cm grossen Täubling den ich im Fichtenwald trotz seiner Schönheit wohl besser gleich wieder über die linke Schulter geworfen hätte. Nach drei Sekunden so richtig knackig scharf wie anfangs eine R. fellea zwang mich schnell zum Ausspucken.

    Der nicht gerade zierliche Habitus, dem dunklen Sporenpulverabwurf und dem scharfen Geschmack liesen mich bei der Bestimmungsarbeit erstmal ein paar erfolglose Runden bei den scharfen Urentinae drehen, nichts passte richtig.

    Ein vorheriger Abzweig bei EINHELLINGER führte mich dann doch noch zu den milden oder "etwas scharfen", zierlichen und weiss-stieligen Arten der Tenellae.

    Ausser dem Habitus, dem markant scharfen Geschmack (der nur bei WIKI richtig erwähnt wird) und den völlig fehlenden Divertikel an den DZ meines Fundes (in div. Mikrozeichnungen) komme ich dann mikroskopisch an R. nauseosa - Geriefter Weichtäubling nicht vorbei. Also eine knackig-scharfe R. nauseosa? Meine makroskopische Bestandsaufnahme habe ich wie immer durchgeführt, trotzdem gab es bisher keinen, der mich so lange wie dieser in Anspruch genommen hat.

    Hier meine Fundbeschreibung dazu


    R20-042 nauseosa

    13.10.2020 - 14:51

    Standort: Waldb re

    Eingestuft - Name: unbekannt

    Anz. Exemplare: 1

    Haupt Baumpopulation: Fi

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    RUSSULA FUNDORT, Nadelwald, Waldrand, Moos, Nadelstreu, feucht, Kollin 450 m,

    BÄUME 20m UMKREIS, Buche (Fagus), Fichte (Picea),

    EXEMPLARE, jung, einzeln,

    HUT GRÖSSE, 6,5 cm,

    HUT FARBE, braun/grau,

    HUT OBERFLÄCHE, gedrückt/vertieft, matt,

    HUT MITTE, heller, ge, ws/cr,

    HUT RAND, leicht gerieft, höckrig,

    PEELING, 1/3 abziehbar,

    UNTER HUTHAUT, weisslich,

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    LAMELLEN, spröde, beige bis ocker, Stiel-gabelig, queradrig,

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    STIEL OBERFLÄCHE, weisslich/creme, reifartig, runzelig/geriffelt,

    STIEL KONSISTENZ, weich, voll, wattig,

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    GERUCH, neutral, schwach, leicht fruchtig,

    GESCHMACK, sofort, verzögert, scharf, leicht bitter

    ZUSATZ GESCHMACK: dieselbe Schärfe nach Std. auch zu Hause, am 6.Tag 80% getrocknet gekaut, weniger Schärfe immer noch in den Lamellen festzustellen


    SpP Farbe: IVc


    FeSo4: schwach rosa

    Guajak (8sec) Stiel: +++

    Guajak (8sec) Lamellen: ++ / +++

    Phenol: neg

    KOH Stielbasis: neg

    SV:

    NH3:

    Sonst. Angaben: Lamellen entfernt stehend


    1) Fundort war am Eingang dieser Fichtenparzelle


    2) keine 10m vom Parzellen-Eck entfernt an dieser ersten Fichte


    3) Hut ca 6,5cm Dm und irgendwie braun-gelb-grau, Hutrand leicht höckrig gerippt, Hutmitte trichterförmig vertieft, heller


    4) Lamellen ockergelb mit orangem Schimmer, entfernt stehend


    5) Lamellen meist gleich lang, wenig kurze Zwischenlamellen


    6) Stiel rein weiss, wie leicht bepudert mit ockerfarbenen Flecken an der Basis, leicht keulig


    7) die Huthaut entgegen der Beschreibungen zum Pilz (2/3+) nur zu 1/3 abziebar, darunter weisslich


    8) Hutfarbe fast unverändert nach dem Sporenabwurf am nächsten Tag


    9) und jetzt orange-gelbe Verfärbung der Lamellen


    10) Stieloberfläche mit bräunlich-gelber Verfärbung, kein grau (re ob KOH-Fleck)


    11) Sporenpulverfarbe war für mich eher IVc


    12) KF, keine Inkrustationen festgestellt


    13) SV, Dermatozystiden dagegen zahlreich vorhanden


    14) Kongo, Pileozystiden meist keulig, auch kopfig und Schlangenkopf artig, wenig oder auch mehrfach septiert, aber trotz intensiver Suche keinerlei Divertikel an den DZ festzustellen.


    15) Kongo, einzig die Haare, die verzweigt, knorrig, verformt oder einzelne Auswüchse hatten, meist apikal rundlich, kopfig, manchmal schnabelartig.


    16) Wasser, die Sporenform mehrheitlich breit oval, auch rundlich


    17) Melzer, die Sporenwarzen über 1my, einzeln bis 1,5my erreichend, teilweise nicht amyloid, stumpfkeglig und auch krumm


    18) Melzer, Sporen überwiegend isoliert-stachelig mit einzelnen gratigen Verbindungen


    19) Melzer, primitiver Stack, ausgesuchter Bereich mit einer ab und zu gratig / perlschnurartig vorkommenden Spore


    20) Messprotokoll Sporen


    Im Grossen und Ganzen passt die Mikroskopie auf meinen Pilz ganz gut, ein Restzweifel bleibt aber vor allem wegen der Schärfe, des Habitus und der fehlenden Divertikel bestehen. Oder einfacher gesagt, vielleicht doch verkehrt abgebogen oder doch noch im Rahmen.

    Da das ein Erstfund war hoffe ich ja nicht, dass da jetzt jemand kommt und sagt: " ei, Russula nauseosa sieht doch immer so aus...":haue:


    Ich danke für eure Aufmerksamkeit und wenn ihr dazu eine Meinung habt, raus damit ich würde mich freuen.

    Bis bald... (dann aber das Gegenstück Russula cessans mit Kiefer)


    Grüsse aus der Rhön


    claus

    Ach so, noch was

    Nummer 1 (R. ionochlora?):

    ....

    Lamellen cremefarben

    Sporenpulver ockergelblich

    R. ionochlora kann es ja wegen seines cremefarbenen Sporenpulvers IIa nicht sein, da kommt man beim Schlüsseln einfach nicht hin.

    Die Sporenpulverfarbe und der Geschmack sind das A+O zur Bestimmung.

    Nummer 2 (keine Idee, wirkt aber recht "charakteristisch" )

    Standort: Kiefernwald auf Sandboden, im Unterwuchs Birken; Eichen, Buchen; an offener Stelle (Fahrspur) in Nachbarschaft von Besenheide (Calluna vulgaris)

    Geschmack deutlich scharf, Geruch für mich unauffällig

    ...

    Sporenpulver kräftig dunkelocker

    Da kämen schon noch weitere in Betracht, die wären aber für mich zu gewagt.

    Merke: Ein Täubling ist nie charakteristisch, er ist eher wie ein voller Kleiderschrank einer Frau. :cool:


    Grüsse

    claus

    Hallo Jann,


    ich rate bei sowas ja immer gerne mit und gebe mal einen Tip ab was ich zu den zweien denke.

    Beim ersten Täubling komme ich nach deiner sehr guten Beschreibung und Chemie auf R. turci

    Der zweite ist schwieriger einzuschätzen, meine Vermutung nach deiner Beschreibung und Chemie R. badia


    Aber das wären ja nur meine Arbeitsnamen vor einer mikroskopischen Kontrolle.

    Die Chemikalien bitte auf die (Schneckenspur freie) Stielrinde auftragen, das KOH am besten an der Stielbasis,

    denn dort reagieren evtl. R. ochroleuca, R. viscida, R. insignis


    Hat mich gefreut auch wenn ich daneben liegen sollte, Danke

    claus

    Ich denke an Russula Atropurpurea var. ???

    Hallo Phillip,

    und ich denke eher an Russula brunneoviolacea.

    Hut: Hh 1/3 abziehbar,

    nach deinem Bild 5 wären es aber schon die geforderten 2/3 bis 3/4 Abziehbarkeit, oder?

    Aber von mir alles nur Spekulation ohne SpP Angabe, an R. atropurpurea glaube ich nicht dran.


    Grüsse

    claus

    Das ist die dunkle Variante ohne Ausblendung. Ich finde beides Mist.

    Hallo Claudia,


    die dunkle Aufnahme ist jetzt nicht mal sooo schlecht, man erkennt wenigstens was, was man normalerweise ja auch danach sucht. Solche Aufnahmen sind fast normal. Ich bearbeite meine Fotos mit der Helligkeit ja auch nach. Du bist schon auf dem richtigen Weg.

    Nur, warum sehe ich mit 1000-Oel nicht wenigstens bei einer Spore auch nur einen Bruchteil davon ein wenig schärfer, und dann kommt die Basidie da gleich mit drei sichtbaren Sterigmien rüber. Irgend etwas ist da für mich faul, wie wenn ein Fischauge davor wäre. Ich habe da keine weitere Idee für dich, tut mir leid, vielleicht jemand anders.


    Grüsse

    claus

    Danke claus, das baut mich richtig auf.

    Liebe Claudia,


    Entschuldigung, aber ich habe angenommen dass, wenn schon jemand wie du die Scheibenwischeranlage bei einem Mikroskop betätigen kann auch weiss wo das Gaspedal ist. :haue:

    Dann probiere erstmal Verena´s Vorschlag aus, vielleicht ist das ja die Lösung des Problems und zwingend eine Russula Spore muss es ja auch nicht sein, gelle?


    Bis dann...

    claus

    Hallo Claudia,


    wenn du das gleiche Bild auch durch das Okular siehst kann ich nur sagen: Grauenhaft...

    Da könnte ich nicht mal erahnen, dass das eine Russula Spore ist, geschweige denn, eine vernünftige Aussage über das Ornament abzugeben. Ich melde mich später noch mal, muss erst mal was ausprobieren.


    claus

    Huthaut abgezogen, kleines Schnipselchen herausgeschnitten und in Wasser auf den Objektträger gelegt.

    ...und was ist mit abschaben? den Kurs bei Andreas vergessen?

    Du weisst doch auch wie man einen DÜNNEN Kammschnitt macht... Den habe ich doch von dir gelernt!

    Also: Huthaut abziehen, Rückseite gut! abschaben, Stückchen (1qmm) in Kongo, quetschen und ab unters Mikroskop. Mein Kurs war heute umsonst...

    Ich habe neues Immersionsoel, habe Glück, dass ich noch einen Rest altes habe.

    Grüsse

    claus

    Hallo Karl,


    ich finde es einfach klasse, dass du zu dem Portait noch ein paar Bilder mit angefügt hast.
    Das zeigt wunderbar wie gerade dieser Täubling doch in den Farben unterschiedlich sein kann und eine makroskopische Einschätzung manchmal sehr schwer fallen kann.

    Herzlichen Dank für diese Ergänzung.

    Grüsse

    claus

    Hallo Claudia,


    zu einer Bestimmung des Pilzes sage ich nichts.

    Nur, ich habe schon etliche integra´s gehabt, nur nicht mit dieser HDS wie du sie zeigst.

    Kommt mir fast so vor wie wenn da Teil einer Subcutis nur mit Safthyphen abgebildet ist.

    Keine typischen Haare und keine DZ für mich zu sehen. Schon komisch. Bei so einem Bild hätte ich persönlich auf jeden Fall ein neues Präparat hergestellt um Unsauberkeit auszuschliessen. Auch kann ich nicht erkennen, ob das in Wasser oder Kongo etc. aufgenommen ist.


    Zu deinen Sporenbildern, auch hier ist viel Lamellenmaterial dabei, hat aber hier nichts mit der Schärfe zu tun. Auch dein Melzer schliesse ich aus. Was ich nicht ausschliessen kann, ist dein Immersionsoel.


    Grüsse

    claus

    Hallo ihr beiden,


    danke vielmals für euer Lob.

    Das motiviert mich doch mal wieder in so einen scharfen Kerl zu beissen...==taube


    Herzliche Grüsse aus der Rhön

    claus

    Liebe Täublingsfreunde,


    beinahe wäre ich über diesen unscheinbaren, kleinen, schon halb angefressenen Täubling drüber-gelatscht und hätte damit einen neuen Erstfund dem Erdboden gleichgemacht.


    Diesen relativ kurzen Wiesenabschnitt am Waldrand mit Eiche, Buche und einer Birke besuche ich ja öfters und er hat mir mit seiner dauerhaften Bodenfeuchte mit Moos und Gras den ein oder anderen schönen Fund beschert. Auch dieser Fund war mit seinem rosa Hut-Rand, dem Grünanteil und seiner dunkel violetten Mitte wunderschön anzusehen, nur die Bergung dieses fragilen Teiles im Gras war eine chirurgische Meisterleistung.

    Vor allem war er aber beim probieren so richtig schön scharf und mit seinem fast weissen Sporenpulver Ib kam ich dann später im Bestimmungsteil bei EINHELLINGER damit in die Sektion der Atropurpurinae. Die Sporen waren überwiegend rundlich und am Fundort war ja auch keine Erle vorhanden, zur Auswahl standen dann nur R. fragilis und R. cavipes.

    Ein Test "rosa/rot" mit Chemie-NH3 auf den Lamellen verlief negativ, so schied R. cavipes aus und es blieb nur R. fragilis übrig.

    Hier die Funddaten zu meinem Pilz:


    R20-037 fragilis

    03.10.2020 - 13:08

    Standort: Gef, re Wiese

    Eingestuft - Name: fragilis? etc.

    Anz. Exemplare: 4

    Haupt Baumpopulation: Ei, Bu, Bi

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    FUNDORT, Laubwald, Waldrand, Grünfläche/Wiese, Moos, Gras, feucht, nass, Kollin 440m,

    BÄUME 20m UMKREIS, Buche (Fagus), Eiche (Quercus), Hainbuche (Carpinus), Birke (Betula),

    EXEMPLARE, jung, mittel, paarweise,

    HUT GRÖSSE, 1 - 3 cm, 4 - 6 cm,

    HUT FARBE, grün, violett/purpur,

    HUT OBERFLÄCHE, gedrückt/vertieft, matt, seidig, samtig,

    HUT MITTE, dunkler, vio/purp,

    HUT RAND, leicht gerieft, 1/3 abziehbar, 1/2 abziehbar,

    UNTER HUTHAUT, weisslich,

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    LAMELLEN, spröde, weiss bis creme,

    SCHNEIDE, wellig/gesägt,

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    STIEL OBERFLÄCHE, weisslich/creme,

    STIEL KONSISTENZ, zerbrechlich, weich, hohl, wattig, wässrig,

    STIEL VERLETZUNG, ins cremeliche,

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    GERUCH, neutral, schwach, fruchtig, Brot/Gebäck,

    GESCHMACK, sofort, scharf (es gibt Schlimmere)


    SpP Farbe: Ib


    FeSo4: rosa, oberste Stielspitze

    Guajak (8sec) Stiel: 0, neg, blass-gn 20sec

    Guajak (8sec) Lamellen: 0, neg, br/blass-gn 20sec

    Phenol: neg

    KOH Stielbasis: neg

    SV: Stielmark hellblau und grau

    NH3: neg, auf Lamellen


    Sonst. Angaben: gleicher Standort wie R20-022 velenovskyi, Geruch feuchter dünner Obst-Kuchenboden


    1) Hut mit schönem violett, Rand leicht rosa


    2) leicht oliv-grüner Anteil vor der dunkel-violetten Hutmitte


    3) die Lamellen rein weiss, unauffällig, Geruch so gut wie neutral


    4) der Stiel dagegen auffällig lang, auch rein weiss, sehr zerbrechlich


    5) die Huthaut lies sich fast zu 2/3 1/2 abziehen, darunter weiss, Rand leicht gerieft


    6) bei der Bestimmungsarbeit wurden gesägte Lamellen festgestellt


    7) auch eine notierte hellblaue SV-Reaktion im Stielfleisch wurde bestätigt


    8) KF, Incrustationen wurden in der Huthaut nicht festgestellt


    9) SV, gut angefärbte kurzgliedrige Pileozystiden waren dagegen zahlreich vorhanden


    10) Kongo, Exsikkat, DZ zylindrisch, keulig, kopfig, mehrfach septiert


    11) Kongo, Exsikkat, sehr oft zu sehen diese Tröpfchen in den Zystiden


    12) Kongo, Exsikkat, Haare unscheinbar, fast hyalin, zylindrisch, abgerundet


    13) Wasser, die Sporenform kann man schon überwiegend rundlich nennen


    14) Melzer, die Warzen stumpfkeglig und um die 0,5mü hoch


    15) Melzer, das Ornament überwiegend engmaschig, aber auch dazwischen teilnetzig


    16) Messprotokoll, das Sporenmass dürfte ein wenig grösser sein, aber passt


    Danke für euer Interesse, bis bald und passt auf wo ihr gedenkt im Wald hinzutreten...

    Grüsse


    claus

    Hallo Miss Tuppi,


    bei deinem 03 könnte ich mir einen Lactarius controversus, Rosascheckiger Milchling vorstellen.

    Der ist in der Grösse, liebt Populus und hat so´n rosa getönten Hut und rosafarbene Lamellen.


    Grüsse und Danke

    claus