Beiträge von kuhmaul

    Hallo Oliver,


    R. grisea agg. steht z.B. bei EINHELLINGER S319 und bei 4b, soll heissen, dass diese 4b/Grund-Merkmale auf alle folgenden Griseinae zutrifft. In den anschliessenden Punkten von a - g hast du dann die Qual der Wahl welche Art von denen auf deine erhobenen Merkmale am besten zutrifft. Ob diese aufgeführten Punkte komplett sind bezweifele ich.


    Mir persönlich würde der Punkt "g" ohne Hochkomma mit deinen Merkmalen, auch mikroskopisch am besten gefallen. Den hast du gar nicht auf dem Schirm gehabt? Vergleiche mal, vielleicht passt es ja auch für dich.


    LG

    claus

    Hallo Andreas,


    nach der Lamellenfarbe zu urteilen wäre meine Tendenz eher R. turci.

    Ende der Fahnenstange. Zu einer Täublingsbestimmung bedarf es etwas mehr als nur nussiger Geschmack und Fichte, sorry.


    claus

    Wutzi war schneller und ich schliesse mich der Meinung an, obwohl ich noch keine R. mustellina gefunden habe.

    ABER, nach meiner Literatur gibt es bei diesem keine violettlichen Töne und eine derart starke Hutrandriefung ist auch nicht beschrieben.

    Mal sehen ob ich mit diesen dürftigen Angaben überhaupt was Vergleichbares dazu finde.


    claus

    Hallo Peter,


    solch eine kleine Geschmacksprobe nehme ich persönlich NUR bei einem sicher bestimmten Täubling. Diese Probe wird auf der vorderen Zunge max. 20 sek. hin und her gerieben und anschliessend wieder ausgespuckt!

    Dabei ist mir das egal ob der jetzt mild oder scharf war, Haupsache es war eine Täublingsart!


    claus

    Hallo Claudia,


    schöner Beitrag von dir, endlich mal Pilze zu sehen aber mit bestimmt viel Vorarbeit aber auch mit Vorfreude.

    Frage, auf Bild 10 ganz rechts oben das Schild Zitronenblättriger Täubling... ähm... da komme ich nicht klar? fo. var. viridis oder was?

    Danke für das Engagement und das Zeigen.


    LG

    claus

    wie genau nimmst Du eine Geschmacksprobe?

    Hallo Peter,


    ..."genau genommen" mache ich erst zwei Schnitte in den Hutrand, ziehe da die Huthaut ab, notiere wie weit abziebar und die Farbe darunter, und knipse dort ein wenig Hutfleich MIT Lamellen ab. Nur, bei diesem Täubling soll ja nur die Huthaut bitterlich schmecken die ich aber bei meinen Versuchen trotzdem immer festgestellt habe.


    Hier auch ein Buckeltäubling, zwei kleine Schnitte und 1/3 abziehbare Huthaut, darunter violettlich und das ist genau der Versuchsort ohne Dreck auf der Hutoberfläche.


    Grüsse

    claus

    Hallo liebe Hygrocybe-Freunde,


    danke für die tolle Überzeugungsarbeit pro H. punicea trotz meiner spartanisch kurzen Angaben. Die Makroaufnahme muss ich das nächste mal besser machen.


    Ja, der Pilz war so ungefähr 7cm gross, wobei er mir beim herausnehmen abgerissen war und bestimmt noch min. einen cm in der doch festen Wiese verblieb. Der Rest der Gruppe war kleiner, enger zusammen und halt nicht so gut zu fotografieren. Die Ehrfurcht vor so einem schönen Exemplar war halt grösser um es noch mehr zu untersuchen.

    Aber das mit den freien/angewachsenen Lamellen und dieser wunderbare Farbverlauf vom Stiel werden bei einem weiteren Fund nochmals überprüft.

    Dann hefte ich den Fund als Hygrocybe punicea - Granatroter Saftling mal ab.

    Danke nochmals und Grüsse


    claus

    Hallo Pilzfreunde,


    eigentlich war ich ja heute wieder auf Täublingsjagd, aber wie schon seit Wochen Null Komma Nix zu finden. Nicht mal ein vermadeter Giftpilz.

    Auf meiner Lieblingswiese direkt am Waldrand bei Buchen und Eichen stand aber eine kleinere Gruppe von diesen Hygrocybe rum, als Entschädigung sozusagen.

    Liege ich da mit Hygrocybe coccinea richtig?

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    Im I-Net sehen die ganzen Saftlinge für mich irgenwie alle gleich aus und blicke wie dieser Weggenosse hier nicht durch.

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    Danke für eine Antwort und Grüsse aus der sonst pilzleeren Rhön

    claus

    Matthias,


    das ist doch nur reine Spekulation von mir, aber Nadelwald mit Kiefern, dazu ein gebuckelter Hut, bei beiden mit violettem Farbton, das käme für R. amara/caerulea schon typisch. Ausser lila kann der aber auch bräunlich und schwärzlich daherkommen. Schade, dass Peter den nicht probiert hat. Ausser ein paar Maden und bitterlichem Geschmack hätte er nicht abbekommen.


    LG

    claus

    Hallo ?


    die NULL Guajak Reaktion auf dem Stiel in Verbindung mit sehr scharf und Nadelwald deutet auf R. badia hin.

    ( ha, der das mit NULL weiss, probiert diese R. badia dann erst gar nicht mehr)==Gnolm7

    Der Sporenpulverabwurf müsste dann ~ IIIc - IVa ergeben. Soweit meine Einschätzung


    Nochmals der Hinweis: Die chemischen Reaktionen testet man auf der Stieloberfläche und auf den Lamellen.


    LG

    claus

    Hallo Jörg,


    ja es ist schon schade, dass dieser Täublingsdame nicht näher auf den Leib gerückt wurde. Ich finde sie hübsch und auch als was besseres.

    Wie gerne hätte ich gewusst wie sie riecht, schmeckt und welch anmutendes Gesicht sich hinter ihrem Sporenabwurf versteckt.


    Kurz: ich sehe nur das was du siehst, eine sehr attraktive Frau mit einem viskösen rotgelben Hut und stämmigen, braungefärbten Füssen.

    Diese Braunfärbung "an de Füss" schliesst übrigens deine Vermutung R. exalbicans aus, seine werden mit der Zeit und Berührung mehr gräulich. Aber irgendwo her kenne ich diese dicklich-bräunlich-gefärbten Stiele?

    Allein das wäre ein Grund für mich gewesen, die Dame mit einem 20% Fläschen zu verführen...


    Reine Spekulation wegen Mangels an Beweisen.


    LG

    claus

    Ich sehe unter machen Post, eine Berechnung der Sporengröße. Kann das dieses Programm auch oder muss ich selbst den 95% Intervall berechnen?

    ja kann es auch, allerdings ohne 95%, UND? wer brauch denn sowas zum bestimmen? ich nicht.

    Hier, macht er zu jedem Bild extra, musst halt mal an den Icons rumdrücken...


    reicht doch, oder?

    LG

    claus

    Hallo Oliver,


    mit deinen aufgeführten Merkmalen incl. der starken Guajakreaktion kommt man eigentlich an R. fageticola syn. nobilis nicht vorbei und kann die anderen Emeticantinae ausschliessen. Wenn dein Fund an den Lamellen oder an dem Stiel bei Berührung oder Reiben auch nicht gegilbt hat, kann man dazu sicher auch R. luteotacta verneinen.

    Auch die bis ca zur Hälfte abziehbare Huthaut, die keulig und wenig septierten Pileozystiden und das teilnetzige Sporenornament spricht für fageticola. Und wenn man mal daneben liegt, auch nicht schlimm, da lernt man halt was dazu.


    Zu deinen immer besser werdenden Mikros noch eine Bemerkung


    Die Dermatozystiden sehen noch sehr zerdrückt aus,

    über das Sporenornament kann man nicht meckern, die Schärfe sehr gut,

    das Messbild mit dem Messprogramm von Jens Rüdig braucht schon seine Eingewöhnung, hat aber auch gewisse Einstellmöglichkeiten. Versuche mal die Linienstärke auf 1px zu setzen etc.

    Gemessen wird eine Spore immer Länge dann Breite, nächste Spore, Länge dann Breite... usw. zum Schluss Ausdruck der Messreihe.

    Wie gemessen wird zeigt dir das nachfolgende Beispielbild, ohne Warzen und beachte, dass die zwei Messlinien immer rechtwinklig zueinander stehen.


    Beispiel zur Veranschaulichung einer Messung: EDIT: in Wasser


    Dein Beitrag ist top gemacht :daumen: und diesen Pilz hätte ich nicht anders benannt. Bei weiteren Fragen gerne wieder...


    Liebe Grüsse

    claus

    Was für ein schönes Exemplar und wurde nicht weiter beachtet, war vielleicht sogar was edles.

    Ich schliesse mich meinem Vorredner an und muss passen, so komme ich auch auf keinen grünen Zweig.


    LG

    claus

    EDIT

    ahh, da habe ich zu lange rumgedackelt...


    Ich würde mich über Interpretationen der Strukturen freuen und Tipps, was ich anders machen sollte.

    Hallo Oliver,


    versuche mal die abgezogene Huthaut so gut wie möglich von Tramaresten abzuschaben um diese grossen blasenartigen/kugligen Gebilde loszuwerden. Die Transparenz vom max 1mm² Präparat wird dadurch bestimmt besser. Diese keuligen und septierten Zystiden ja das sind Dermato- bzw. hier Pileozystiden. Gut wäre eine Vergrösserung von 400.


    Deine Vorschläge R. carpini oder R. versatilis kommen schon in die engere Wahl, das ist jetzt die Aufgabe vom Mikroskopieren, was sollte ich sehen damit ich zu einem Namen komme. Ohne Sporenpulverangabe ist so eine Entscheidungsgruppe manchmal sehr gross. Bei deinen Mikros erahne ich sehr hohe Stacheln der Sporen, aber auch das trifft bei beiden zu, wobei ich nach der guten Mikroaufnahme Nr5 und den grünen Hutfarben eher zu R. carpini tendiere. Siehe Bild, aber die müsste man in Kongo nochmals mehrfach nachweisen um da sicher zu sein. Das schmal auslaufende Endglied der Zystide sieht wie verhungert oder das Ganze wie eine Spritze aus. Nur meine Vermutung.


    Bild Nr5 verändert


    LG

    claus

    Aber ich denke, man erkennt gut die Haare und ihre Färbung.

    ...

    Ich hab mir die Huthaut von R. ochroleuca unter dem Mikroskop angeschaut. Echt spannend!

    Hallo Oliver,


    spannend ist an einer R. ochroleuca so gut wie nix, ausser der rötlichen KOH-Färbung am Stiel. ==Gnolm13

    Aber man sieht hier bei deinem ersten Bild schon was der EINHELLINGER immer und immer wieder im Schlüssel damit meint:

    "Hyphen der HDS an bestimmten Stellen mit gelblichbraunen membranären Pigment"


    Ich hänge mal zwei Bilder von heute mit dran (Exsikkat aus 2018) die das nochmals verdeutlichen.

    1) KOH 3%, 100fach, gelbliche Hyphen stellenweise in der HDS zu sehen


    2) KOH 3%, 400fach, meistens in Klumpen, manchmal auch nur in einer "Membran" gelb/braun zwischen den Septierungen


    3) KF, 400fach, was auch immer wieder zu sehen ist sind diese zebra-artigen Muster in Karbolfuchsin


    Klappen wir diesen Pilz zu es gibt noch viel spannenderes zu sehen.

    Hier ist noch ein interessanter LINK zur Täublings Mikroskopie, viel Erfolg damit

    Danke nochmals für deine Bilder und gerne mehr davon!


    Liebe Grüsse

    claus

    Hallo Oliver,


    erstmal Glückwunsch zum Mikroskop, deine Übungen und Aufnahmen können sich jedenfalls sehen lassen!

    Ich werde euch das letzte mal noch mit Bildern nerven

    Nix da, wir würden uns freuen wenn noch weitere Bilder deiner Untersuchungen gezeigt werden.

    Hast du eigentlich die Huthaut deines R. ochroleuca Exsikkats schon drunter gehabt?


    LG

    claus

    Es wurmt mich gerade etwas, dass ich das nicht am Frischpilz gestern Abend noch gemacht habe, dass geht ja regelmäßig flott.


    Es wird wohl bei den Unsicherheiten bleiben, ich tue mich da einfach schwer.

    Hallo Sebastian,


    jeder tut sich da schwer. Wenn dazu noch bei den Täublingen die äusserst wichtigen Makromerkmale lückenhaft sind wie hier mit FeSo4, roter Stiel (fehlt bei R. puellula), rauscht man halt schnell im Schlüssel an einer wichtigen Abfrage vorbei.

    Ein "Lieblingswunschpilzname" (der muss es sein!) tut sein übriges noch dazu. Aber auch mein vorgeschlagener Name muss nicht richtig sein, nur eine Vermutung.


    Dieser Satz hier ist nicht von mir sondern stand irgendwann mal hier im Forum und lautet sinngemäss von Climbingfreak

    "Nach einer gewissenhaften makroskopischen Aufnahme sollte im Schlüssel ein plausibler Name auftauchen, erst dann sollte man das mikroskopisch überprüfen". Wie wahr...


    Deine Mikroaufnahmen der Sporen finde ich übrigens sehr gut und wohl kaum besser darzustellen!

    Für mich ist das nicht isoliert, sondern mit einzelnen Verbindungen und Graten zebriert.

    Aber vielleicht meldet sich ja noch ein richtiger Täublingskenner?


    Liebe Grüsse

    claus