Beiträge von kuhmaul

    Hallo Karl,


    wenn ich mir jetzt so deine Vergleichsbilder mit der ockergelben Farbveränderung gegenüber meiner Bilder ansehe muss ich feststellen, dass ich beim Schlüsseln tatsächlich verkehrt abgebogen bin. Da war meine Revision wenigstens nicht umsonst und das ungute Gefühl ist beseitigt.


    Ha, da muss ich mir zu "lebhaft gelb" (EINHELLINGER) und "klall-gelb" (MARXMUELLER) jetzt nur noch "ockergelb" (KARL) merken,

    aber das schaff´ ich.


    Herzlichen Dank für deine Erklärung und die schönen Bilder, wieder was gelernt. :thumbup:


    Grüsse aus der Rhön

    claus

    Hallo Pilzfreunde,


    eine wohl falsche Vorstellung von "lebhaft-gelber Verfärbung der Lamellen und Stiel bei Berührung oder Reiben" so wie es EINHELLINGER in seinem Schlüssel für R. luteotacta fordert, veranlassten mich damals diesen ausblassenden Täubling doch lieber als R. fageticola einzustufen da dieser sich ja auch leicht verfärben kann. Gefunden wurde dieser Pilz bei einer lichten Waldwegkreuzung im Laubwald. R. silvestris wächst mehr im Nadelwald, R. betularum wächst mit Birke, R. persicina hat dunkleres SpP. Nach einer mikroskopischen Revision von diesem rothütig-ausblassenden, scharfen und weiss-sporigen Speitäubling muss jetzt aber davon ausgegangen werden, dass es sich um R. luteotacta handelt die ich bisher selbst nicht kenne, für andere aber vielleicht auch schon makroskopisch erkennbar gewesen wäre. Für mich war er es mit seiner Ockerverfärbung nicht, daher bitte ich um eure Einschätzung zu Fund.


    Funddaten:

    19.08.2019 - 13:47

    Arbeits - Name: Buchenspeitäubling

    Anz. Exemplare: 3

    --------

    FUNDORT, Mischwald, Laubwald, Laubschicht, feucht, 480 m,

    BÄUME 20m UMKREIS, Buche (Fagus), Eiche (Quercus),

    EXEMPLARE, jung, mittel, paarweise,

    HUT GRÖSSE, 4 - 6 cm,

    HUT FARBE, rosa/rot, creme/weiss, gefleckt,

    HUT OBERFLÄCHE, gedrückt/vertieft, rostfleckig,

    HUT MITTE, rt/rs, ws/cr,

    HUT RAND, gerieft,

    PEELING, 0 - 1/6 abziehbar, 1/3 abziehbar,

    UNTER HUTHAUT, weisslich,

    --------

    LAMELLEN, spröde, weiss bis creme, Y-gabelig, Zwischenlamellen,

    SCHNEIDE, tränend,

    --------

    STIEL OBERFLÄCHE, weisslich/creme, ockerlich/bräunlich, fleckend,

    STIEL KONSISTENZ, fest, wattig,

    GERUCH, neutral,

    --------

    GESCHMACK, sofort, scharf - noch erträglich,

    SPORENPULVER, Ia, Ib,

    --------

    Chemie:

    FeSo4, nur schwach rosa,

    GUAJAK (8 sec), Stiel: +++ schlagartig,

    --------

    Geruch: ohne Honiggeruch am Exsikkat

    wg pos. Guajak Reaktion als solchen vorab bestimmt


    1) Laubwald, überwiegend Buchen, auch Eiche, feuchte Waldwegsenke, drei Exemplare


    2) Speitäubling war klar, die tränenden Lamellen registriert aber nicht zuzuordnen


    3) alle Exemplare stark ausgeblasst, der Grösste mit 5cm Dm


    4) die Huthaut nur ganz wenig abziehbar, darunter weisslich, Oberfläche irgendwie rostfleckig


    5) bemerkenswert die starke „Ocker-/Rostfärbung“ am Stiel


    6) Sporenpulverfarbe Ib (nach 2 Jahren), nachgedunkelt? oder nicht bemerkt?


    7) SV, Dermatozystiden vorhanden, schwach eingefärbt (bei R. fageticola kenn ich sie bedeutend intensiver)


    8) Kongo, schlanke, verschiedenförmige und teils auffallend kopfige Pileozystiden


    9) Kongo, auch teils relativ lang und unseptiert, Haare final stumpf


    10) Kongo, MARXMUELLER schreibt: „darunter viele sehr lange, die an Schlangen erinnern“, (kann hinkommen)


    11) Melzer, Sporenform oval, die Warzenhöhe 0,5 – 1mü


    12) Melzer, Stackversuch 1, trotz isolierter Pusteln schnell mit Sporen von R. fageticola zu verwechslen


    13) Melzer, Stackversuch 2, isolierte Pusteln mit gratigen Verbindungen (R. fageticola hat zudem noch feine Linien)


    14) Messprotokoll, auch hier wurden die Sporen ein weiteres Mal vermessen und nur die grössten Sporen rausgepickt mit dem Ergebnis 0,2mü mehr im Schnitt gegenüber der Erstmessung. Das was EINHELLINGER und weiterführende Literatur als Mittelwert für R. luteotacta angeben erreiche ich erst mit meinem Maximalwert von 8 x 6,8mü.



    Vielen Dank für das Interesse und ich freue mich auf eine/eure Antwort oder Erfahrung

    claus

    Hallo Sebastian,


    danke für Deine Antwort, die Tauben sind gestern schon früher als erwartet im Schuhkarton gelandet und eigentlich hatten sie mit mehr "Gegenwind" gerechnet.

    Auch Dir und natürlich allen Pilzfreunden hier wünsche ich im nächsten Jahr wieder schöne Funde und bleibt alle gesund!


    Liebe Grüsse

    claus

    Hallo liebe Pilzfreunde,


    auch auf die Gefahr hin, dass dies mal wieder etliche meiner Tauben wegen Fehlbestimmung frühzeitig vom Dach geholt werden, wollten die partout nochmals raus bevor sie im Schuhkarton landen. Besonders gefährdet sehe ich dabei mal wieder meine roten Tauben die nie richtig still halten wollten bei einer Bestimmung und ein Defizit an Fruktifikation mit gleichzeitiger totaler Beweismittelbeseitigung durch Schleimtiere war in diesem Jahr auch nicht gerade hilfreich meiner Lieblingsbeschäftigung nachzugehen, aber seht selbst. Mit ein paar relevanten Zusatzinfos pro Pilz geht das Geflatter aus 2021 jetzt los…viel Spass!


    R21-001 R. cyanoxantha – Frauentäubling

    SpP Ia, mild, Waldrand/Gras, weiche schmierige Lamellen, FeSo4 negativ


    R21-002 R. vesca - Fleischroter Speisetäubling

    SpP Ib, mild, mikroskopisch festzunageln mit sogenannten lanzettartigen CRIN in der HDS (Bild)


    R21-003 R. raoultii - Blassgelber Täubling, Erstfund

    SpP Ia, leicht scharf, Buche/Eiche, Gras, Waldrand, stark grauend/vergehend, Mikro: grob netziges Ornament (Bild), keulige Dz und lange schmale „Haare“


    R21-004 R. roseoaurantia - Fleischrosa Täubling, Erstfund, gleiche Stelle wie raoultii

    SpP Ia, mild, Buche/Eiche, Gras, Waldrand, Hut bleich, sehr schwach rosalich, körnig bereift und im Mikro als büschelig inkrustierte Primordialhyphen auffallend


    R21-005 R. cyanoxantha – Frauentäubling

    SpP Ia, mild, Waldrand/Gras, FeSo4 negativ, biegsame Lamellen, gleiche Stelle wie 001


    R21-006 R. aurea – Goldtäubling

    SpP IVa, mild, Waldrand/Gras, immer wieder an der gleichen Stelle, Gelbfärbung überall, leicht kenntlich, Mikro: keine Dz, keine inkr. Ph


    R21-007 R. fageticola cf. – Buchenspeitäubling sl. (Sorgenkind)

    SpP Ia, erträglich scharf, Buche/Eiche, Gras, direkt Waldrand, Exsikkat ohne Honiggeruch, Guajak St ++ / La ++, hier wachsen vermutlich verschiedene rote Arten auf engstem Raum durcheinander und muss in Zukunft differenzierter betrachtet werden.


    R21-008 R. laeta - Freudiger Täubling, Erstfund

    SpP IVc, mild, Laubmischwald, nähe Moor, mikroskopisch mit inkrustierten Dermatozystiden als auch mit inkrustierten Primordialhyphen, in Kongo sind „Tennisschläger“ Zystiden erkennbar (Bild)


    R21-009 R. pseudointegra - Ockerblättriger Zinnobertäubling

    SpP IVb, leicht bitter, leicht fellea-Geruch, Guajak St 0 / La ++, in KF stark inkr. Primordialhyphen erkennbar (Bild)


    R21-010 R. rubra cf. - Scharfer Zinnobertäubling, Erstfund

    SpP kein Abwurf, scharf-noch erträglich, Guajak St +++ / La +++, bereifter Hut, zuerst für mini R. lepida gehalten, Hopphopp und Datenverlust bei der Bestandsaufnahme erfordern einen Neufund


    R21-011 R. violeipes - Violettstieliger Pfirsichtäubling

    SpP IIa, mild, Geruch Krabbenartig, Guajak St 0 / La 0, Laubwaldrand/Gras, nur blasenförmige Elemente mit spitz zulaufendem Endglied in der Huthaut erkennbar, auch schon im Wasserpräparat (Bild)


    R21-012 R. raoultii - Blassgelber Täubling, gleiche Stelle wie R21-003 raoultii

    SpP Ia, scharf-noch erträglich, Buche/Eiche, Gras, Waldrand, Huthaut klebrig, weit abziehbar


    R21-013 R. graveolens var. purpurata - Purpurroter Heringstäubling, Erstfund

    SpP IId-IIIa, mild, Geruch fischig, FeSo4 grün, Buche/Eiche, Gras, Waldrand, Huthaut körnig-matt, Stiel mit rötlichem Fleck, Stiel bräunend. Bis zur Geschmacksprobe optisch für eine R. fragilis gehalten, der Eisensulfat Test und der Fischgeruch bestätigte den Heringstäubling. Dz zylindrisch, sehr lang, gleichmässig um 5mü, Divertikel, weit septiert. Ob ich den hier als var purpurata aufführen kann entzieht sich meiner Recherche.


    R21-014 R. aurea – Goldtäubling, fast gleicher Platz wie R21-006 R. aurea

    SpP IVb, mild, Waldrand/Gras, auch hier die Gelbfärbung unter der Huthaut, mikroskopisch teilnetziges spitzwarziges Sporen-Ornament und die HDS nur mit „Haaren“ ausgestattet, Terminalzelle ausspitzend


    R21-015 R. virescens - Grüngefelderter Täubling

    SpP Ib, mild, Laubwald, mikroskopisch nicht untersucht, das gab wie immer eine exzellente Vorspeise


    R21-016 R. carpini - Hainbuchen Täubling, Erstfund

    SpP IVc, mild, Geruch leicht fellea-artig, nur bei Hainbuchen wachsend, Huthaut über ½ abziehbar, Sporenornament fast rein isoliert mit bis zu 1,5mü hohen Stacheln, Terminalzellen der „Haare“ manchmal aussehend wie eine Spritze samt Injektionsnadel (Bild)


    R21-017 R. lepida - Harter Zinnobertäubling

    SpP IIa, mild, Geruch neutral, Fichtenwald, Hut matt, Haut kaum abziehbar, stark ausblassend und nur leicht rosa, Konsistenz fest, Dz in SV nur schwach angefärbt, inkr. Primordialhyphen vorhanden, wohl eine ungefärbte Varietät von dieser Art


    R21-018 R. melliolens – Honigtäubling

    SpP Ib–IIa, mild, Geruch nächster Tag Honig, Mischwald, Buche, Kiefer, Lärche, Hut klebrig, stark rostfleckig, Huthaut wenig abziehbar, Mikroskopie: Dz zylindrisch, lang, multiseptiert (Bild), Sporenform gross, rundlich mit netzig kaum hervorstehenden Ornament (Bild)


    R21-019 R. fragilis - Wechselfarbiger Speitäubling

    SpP Ib, sehr scharf/brennend, Geruch neutral, Guajak St + blieb blass/ La 0, Mischwald, Buche, Eiche, Kiefer, Lärche, Lamellenschneide hier nicht gesägt, Dz zylindrisch, keulig, kopfig, schnabelig, die Zylindrischen 3+ septiert, die „Haare“ zylindrisch, apikal rund


    R21-020 R. atropurpurea - Purpurschwarzer Täubling

    SpP Ia, scharf – noch erträglich, Geruch neutral, Laubwald, direkt an Eiche, Hut matt bis seidig, stark rostfleckig, Dz zylindrisch, keulig, kopfig, 0-1 septiert und die „Haare“ zylindrisch aber apikal mehr ausspitzend als bei R. fragilis


    R21-021 R. raoultii - Blassgelber Täubling, gleiche Stelle wie R21-003 + R21-012 raoultii

    SpP Ia, verzögert scharf – noch erträglich, Geruch neutral, Buche/Eiche, Gras, Waldrand, Hut klebrig/speckig, Hutrand wie bei den Vorigen fast weiss und höckrig gerieft, Dz auffallend kopfig/keulig, Terminalzellen der „Haare“ spitz zulaufend (Bild)


    R21-022 R. romellii - Weißstieliger Ledertäubling

    SpP IVc, mild, Geruch neutral, Laubwaldrand/Gras, stattlicher Pilz, Lamellenfarbe tief ockergelb, mikroskopisch an der Basis gegabelte dann lange, sehr schmale „Haare“ die auch noch spitz auslaufen, Dz in SV schlecht angefärbt, Sporenornament lückenhaft netzig


    R21-023 R. ochroleuca - Weissblättriger Ockertäubling (Verlegenheitsfund)

    SpP Ib, verzögert leicht scharf, Fichtenwald, Chemie: Stielbasis mit KOH 20% rötlich, Mikroskopie: Dz fehlen, im Wasserpräparat sind gelbbraune Hyphen deutlich zu erkennen (Bild) und das funktioniert ggü. KOH immer


    R21-024 R. densifolia - Dichtblättriger Schwärztäubling, Erstfund

    SpP Ia, mild verzögert leicht scharf, fest, Geruch schwach fischig, Fichte/Kiefer, FeSo4 grünlich, Lamellen engstehend mit Zwischenlamellen, Stiel bei Berührung oder Schnitt erst rötend dann schwärzend


    R21-025 R. nigricans - Dickblättriger Schwarztäubling (Verlegenheitsfund)

    SpP Ia-Ib, mild, hart, Geruch neutral, Mischwald Buche/Eiche, FeSo4 grünlich, Lamellen weitstehend mit Lameletten, Stiel schon bei Berührung rötend dann schwärzend


    R21-026 R. fellea – Gallentäubling

    SpP Ib, scharf – noch erträglich, Geruch fellea/Geranien, Laubwald Buche/Eiche, Guajak St 0 / La 0, eintönig ockergelb gefärbt, Mikro: Dz zylindrisch wenig septiert, im Wasserpräparat gelblich-braun hervortretend


    R21-027 R. velutipes – Morgenrottäubling

    SpP Ib, mild, Geruch neutral, Laubwald Buche/Kiefer, Chemie: Guajak St 0 / La ++, SV auf Stielrinde Eosin rot (Bild), Mikro: keine Dz vorhanden, in KF schmale stark inkr. Primordialhyphen vorhanden


    R21-028 R. atrorubens cf. - Schwarzroter Speitäubling, Erstfund und das Ergebnis meiner Recherche

    EINHELLINGER zwingt mich hier wegen „purpurfarben“ von den Emeticinae weg zu den Atropurpurinae,

    SpP Ia, sehr scharf/brennend, Geruch: Brot/Gebäck am Exsikkat nach Honig, Guajak St ++ / La ++, Mischwald Buche, Kiefer, Lärche und vereinzelt Eiche. Im Moos an einer verrottenden Stubbe (Lärche?) neben einer Lärche. Hut irgendwie purpurrot, rau körnig, seidig matt, Rand fast ungerieft runzlig, Mitte schwärzlich purpur/rot, unter Hh rötlich, Frasstellen rötlich, Peeling ½+, Stiel fest, stark gerunzelt, Lamellenschneide nicht gesägt, nicht gefärbt, an natürlichen Druckstellen stark bräunlich wie zergehend.

    Mikroskopie: keine inkr. Ph, Dz lang, zylindrisch bis schwach keulig, 1-3 septiert, „Haare“ zylindrisch ca 3-4-5mü, apikal rundlich, Verzweigungen leicht aufgeblasen. Sporen: 7,7 x 6,2mü, oval flachgedrückt, Ornament lückig netzig, stumpf-konische Warzen bis 0,5 aber auch drüber


    R21-029 R. badia – Zedernholztäubling

    SpP IIIc-IVa, verzögert sehr scharf/brennend, Geruch null, Mischwald, Buche Kiefer Lärche, an Stubbe (Kiefer?), Guajak St 0 / La ++, Peeling 1/3 darunter rötlich, Lamellen am Rand rötlich, Stiel fest, rötlich behaucht, Mikro: Dz zylindrisch, schwach keulig, 1-3 septiert, Sporenform oval, Ornament teilnetz/netzig, Warzen 0,5 – 1mü hoch


    R21-030 R. faginea – Buchenheringstäubling (Verlegenheitsfund weil wieder nichts anderes zu finden war)

    SpP IVa, mild, Geruch Hering/Fisch, Laubwald, Buche, Birke, stattlicher Pilz, fest matt rau/körnig, Stiel mit FeSo4 grünlich (Bild) und färbt bei Berührung gelblich-braun, Mikro: Dz vorhanden, Sporenornament fein teilnetzig wirkend, Spitzstachelig bis zu 1,3mü Höhe


    R21-031 R. pseudointegra cf - Ockerblättriger Zinnobertäubling, (neue Waldgegend, einziger Fund am Tag)

    SpP kein Abwurf, mild verzögert leicht bitter, Geruch Bonbons, fellea, Gebäck, etwas fischig, Laubwaldweg Buche/Eiche, auch Kiefer Lärche, an feuchter Stelle Weggraben, Dm 5cm matt, nicht gerieft, durchnässt, Huthaut an rosa Stelle zu 1/3 an entfärbter Stelle zu ½ abziehbar. Chemie sinnlos, inkrustierte Primos vorhanden, in SV ist das Ergebnis von schwach angefärbten Zystiden nicht befriedigend, Mikroskopisch würde R. pseudointegra zwar passen aber auch noch andere, deshalb cf


    R21-032 R. fragilis - Wechselfarbiger Speitäubling

    SpP Ia-Ib, sehr scharf/brennend, Geruch neutral, Guajak St 0 / La 0, Laubwald Buche/Eiche/Fichte bei Eiche, Hut 2,5cm, braun-purpur, fest, matt klebrig, Lamellenschneide gesägt (Bild), Mikro: Dz vorhanden, keulig, kopfig, wellig, zylindrisch lang und mehrfach septiert, „Haare“ zylindrisch lang final rund, Sporenform rundlich, Ornament schön geordnet weitmaschig netzig, Warzen stumpf Höhe knapp über 0,5mü.


    Leider sind wir schon am Ende angelangt und es könnte einfach so weitergehen, aber die Saison hat nicht mehr hergegeben. Trotzdem hoffe ich, dass es euch ein wenig gefallen hat und die Vorfreude auf das kommende Jahr wie bei mir schon geweckt ist. Hiermit sage ich Herzlichen Dank an die Pilzfreunde Mainfranken und auch an alle Forum Mitglieder die ihr Wissen mit anderen teilen.


    Grüsse aus der Rhön


    claus

    Hallo Andreas,


    auch dir erstmal Danke dass du da mal darüber geschaut hast und dein Einwand ist bestimmt auch gerechtfertigt. Mich ärgert es ebenso mit nicht sehr aussagekräftigen Bildern eine Hypothese aufzustellen die auch falsch sein kann. Wie w.o. erwähnt, ist Nachmikroskopieren nicht mehr möglich und gerne hätte ich eine bessere Beweisführung aufgezeigt und hänge deshalb nochmals ein damaliges Foto dran.


    13) KF


    Ob damit ein erfahrenes Auge mehr erkennen kann weiss ich nicht, für mich wären das schwache Inkrustationen auf einer geleeartigen (Glühbirnenartig) Aussenhaut und damit halt auch nur ein Bestimmungsweg um hier, wie das Ergebnis auch zeigt zu einem durchaus passenden Namen zu gelangen, allerdings mit cf. das habe ich verpasst.


    Klar könnte das auch ohne Inkrustationen eine aus der Emetica sl Gruppe sein, aber ohne Sporenpulverabwurf sind beide oder sogar weitere Spekulationen erfolglos. Wichtiger als eine Namensvergabe war für mich die Erkennung der Hutbereifung, dazu die Schärfe und dazu ein neuer ungeklärter Fundplatz und da freue ich mich auf das nächste Jahr.


    Danke und liebe Grüsse


    claus

    Hallo Oehrling,


    erstmal Danke für Deine rasche und für mich eher positive Antwort zum Pilz UND dich mal wieder zu hören.


    Ja, das mit dem Sporenpulver ist klar, da brauchen wir garnicht darüber reden, dass ohne einen Sporenpulverabwurf nichts geht.

    Überhaupt ist bei diesem Pilz wie du lesen kannst viel schiefgelaufen, viel liegt aber auch in der Tatsache begraben dass ich die Gruppe um R. mairei überhaupt nicht gescheit einordnen kann und meist wiederwillig einen Fund bearbeite. Zu dem genannten Sporenornament meinerseits muss ich sagen, dass das nur bei einem Lamellenfragment möglich war und eine richtige Beurteilung halt dadurch nicht möglich ist. Auch diese Sporenbilder wurden aus Versehen aus dem Handy gelöscht. Halt Supergau, ausgerechnet bei einem schönen Erstfund.

    Aber, ich freue mich trotzdem dass ich mit meiner Beurteilung zum Pilz nicht ganz daneben liege und werde den Fundplatz mal im Auge behalten.

    Herzlichen Dank nochmals und liebe Grüsse aus der Rhön

    claus

    Hallo Pilzfreunde,


    in diesem Jahr war man ja froh wenn man endlich mal wieder einen Täubling gesehen hat, egal welcher und an diesem Tag waren es sogar vier Stück. Dieser Story-Pilz stand im Buchenwald keine zwei Meter weg vom Asphaltweg. Optisch vollkommen klar, eine Mini-Ausgabe von Russula lepida – Harter Zinnobertäubling. Bei diesem brauchte es keine Kamera auspacken, da reicht ein Handyfoto mit Doku dachte ich und das Fatale nahm seinen Lauf. Oh, der ist ja scharf, doch einer aus dem ungeliebten und schwer definierbaren Emetica Aggregat und ich gab ihm den Arbeitsnamen R. fageticola. Der nötige Sporenabwurf war erfolglos, gequetschte Lamellen ergaben ein (teil)netzige Ornament und die Elemente der HDS waren bei einer flüchtigen Überprüfung im grünen Bereich, einzig die Guajakreaktion war irgendwie intensiver/schneller als gewohnt, ok der ist noch klein, dann R. fageticola. Hier erstmal die Pilzdaten


    R21-010 fageticola

    25.07.2021 - 12:44

    --------

    Eingestufte Art: mini lepida

    Anz. Exemplare: 2

    Haupt Baumpopulation: Buche

    --------

    Sporenpulver: kein Abwurf,

    GESCHMACK, sofort, scharf,

    --------

    FUNDORT, Laubwald, Waldweg, Laubschicht, trocken, 470 m,

    BÄUME 20m UMKREIS, Buche (Fagus), Eiche (Quercus),

    EXEMPLARE, jung, paarweise,

    HUT GRÖSSE, 1 - 3 cm,

    HUT FARBE, rosa/rot, creme/weiss,

    HUT OBERFLÄCHE, matt, samtig,

    HUT RAND, nicht gerieft, leicht gerieft,

    PEELING, 1/3 abziehbar, 1/2 abziehbar,

    UNTER HUTHAUT, rötlich,

    --------

    LAMELLEN, spröde, weiss bis creme,

    --------

    STIEL OBERFLÄCHE, weisslich/creme,

    STIEL KONSISTENZ, fest,

    STIEL VERLETZUNG, ins bräunliche,

    GERUCH, schwach, Brot/Gebäck,

    --------

    Chemie:

    FeSo4, negativ / falb-ocker,

    GUAJAK (8 sec), Stiel: +++ schlagartig, Lam: +++ schlagartig,

    PHENOL (gepr.),

    KOH (gepr.),

    NH3 (gepr.),

    --------

    Sonst. Angaben: La Druckstellen bräunen, kein Abwurf, kein Hds Exsikkat angefertigt


    Leider nur Handybilder

    1) auf den ersten Blick wie eine mini R. lepida, aber der Pilz war ja scharf


    2) Hutdurchmesser max 3,5cm


    3) auch die Huthaut ein wenig weiter abziehbar als bei R. lepida, unter der Hh rötlich, wie bei R. fageticola


    4) die Lamellenfarbe könnte durchaus für R. fageticola und weisses Sporenpulver passen, also…


    5) diese Wachstumsform war schon etwas ungewöhnlich, Stielbasis bei Berührung ocker-bräunlich


    Jetzt, bei der Durchsicht aller diesjährigen Funde fällt mir bei diesem Pilz eine Hutbereifung auf den Fotos auf.


    6) die Bereifung vorher nicht bemerkt, auch das gilben/bräunen der Lamellen R. fageticola zugeschoben


    7) und auch die sichtbare Stielbereifung habe ich nicht bemerkt


    Haben denn nicht alle Täublinge mit Hutbereifung auch Inkrustierungen? R. fageticola hat doch gar keine Inkrustierungen und wäre damit doch eine Fehlbestimmung! Hier die vorhandenen Mikroaufnahmen:


    8) Pileozystiden in Sulfovanillin waren vorhanden, alle Formen, zylindrisch, kopfig, spindelig, dick, schmal


    9) Karbolfuchsin, und tatsächlich, es waren auch inkrustierte Zystiden vorhanden gewesen!


    10) sie waren sogar in Kongorot sichtbar wenn man aufgepasst hätte, hätte!


    11) Dermatozystiden in der Breite von 8mü und mehr zu sehen


    12) Haarelemente zylindrisch und final rundlich, 1 TS = 2,5mü


    Eine Nachprüfung der HDS ist leider nicht möglich, denn auf meiner Exsikkattüte „R21-010 fageticola“ steht die Notiz „LEER“ weil damals dieser Pilz mit anderen Prüfresten aus Versehen in der BIO landete. Das Fatale entwickelt sich zum Supergau, ohne Sporenpulverfarbe hilft das beste Bestimmungsbuch hier nicht weiter.


    Fakt ist „es ist ein scharfer Täubling mit Inkrustierungen“

    Fakt ist aber auch die Regel „Täublinge mit inkr. Primordialhyphen sind mild“, meine Überlegungen waren jetzt folgende:


    suche alle Täublinge mit inkrustierten Dermatozystiden, das waren 13 Stück und filtere davon diejenigen mit inkr. Primordialhyphen (mild) raus, übrig bleiben 7 Stück.

    Jetzt sind nur noch Scharfe und die restlichen Milden übrig (aber ohne inkr. Primordialhyphen)


    R. paludosa

    R. rubra (scharf)

    R. rutila (scharf)

    R. seperina

    R. tinctipes

    R. velenovskyi

    R. viscida


    Jetzt noch alle restlichen überwiegend Milde davon weggefiltert (passt eh keiner richtig zu den o.a. Merkmalen) und es bleiben noch Zwei, Juhuu


    R. rubra

    R. rutila


    Beide Arten sind mir bisher nicht bekannt, makroskopisch wie mikroskopisch per Literatur aber sehr nahe stehend und für mich deshalb nur per Chemie zu trennen.

    Im Protokoll meines Pilzes steht „Guajak +++ schlagartig“, diese Reaktion ist bei R. rubra vorgegeben,

    bei R. rutila ist diese Reaktion mit „Guajak 0 negativ“ vorgegeben und diese fällt somit aus dem Rennen.

    Mit einem Sporenabwurf wäre eine Bestimmung bestimmt einfacher und eine Fehlbestimmung bestimmt auch vermeidbar gewesen. Ich bin überzeugt, dass meine Überlegungen zu dem gezeigten Täubling jetzt besser zu ihm passt und er auf den Arbeitsnamen Russula rubra cf – Scharfer Zinnobertäubling hören sollte.

    Was meint ihr, könnte das hinkommen?


    Raucht der Kopf? Ha, ja mir auch… Danke für Euer Interesse!

    Liebe Grüsse


    claus

    Gratulation an die Gewinner,


    das war ein schönes Thema und doch schwierig, wer nimmt schon zerfressene Pilze auf...

    Bei der morgendlichen Rasur kam dann die Erleuchtung.


    Mit dem 7. Platz bin ich höchst zufrieden, denn wenn noch mehrere teilgenommen hätten sähe es für mich ja schlechter aus.

    Danke an das Team und dabei sein ist alles.


    Grüsse

    claus

    Hallo Pilzfreunde,


    wie mein Briefkopf verrät sitze ich mit meiner Bestimmung wirklich zwischen zwei Stühlen und weiss mich nicht zu entscheiden.

    Mit SpP Ia, mild, mit incr. Primordialhyphen und ohne SV-Reaktion gibt mir EINHELLINGER die Richtung der Lilacinae vor. Wenn ich jetzt annehme, dass mein Fund kein ausgeblasstes Exemplar ist, komme ich zu R. incarnata (fusioniert zu roseoaurantia?)

    (R. incarnata steht aber noch in der Nomenklatur-Russulales-2000, nicht aber R. roseoaurantia)

    Im ausgeblassten Fall wäre da aber noch R. emeticicolor oder R. lilacea mit ähnlich strukturierter Huthaut und Guajak wird mir da kaum weiterhelfen.

    Soweit erstmal zu meiner Problematik, jetzt aber zum Fund selbst.


    Mitte Juli 2021 staunte ich nicht schlecht, als dieser optisch nächste R. raoultii-Fund an der gleichen Stelle sich bei der Geschmacksprobe als mild herausstellte.


    R21-004 roseoaurantia cf

    12.07.2021 - 13:08

    --------

    Eingestufte Art: raoultii

    Anz. Exemplare: 1

    Haupt Baumpopulation: Buche

    --------

    SPORENPULVER: Ia,

    GESCHMACK, mild,

    --------

    FUNDORT, Laubwald, Waldrand, Waldweg, Grünfläche/Wiese, Moos, Gras, feucht, Kollin,

    BÄUME 20m UMKREIS, Buche (Fagus), Eiche (Quercus),

    EXEMPLARE, jung, einzeln,

    HUT GRÖSSE, 4 - 6 cm,

    HUT FARBE, rosa/rot, creme/weiss,

    HUT OBERFLÄCHE, matt, bereift, rauh/körnig,

    HUT RAND, leicht gerieft,

    PEELING, 1/2 abziehbar, 3/4 abziehbar,

    UNTER HUTHAUT, weisslich,

    --------

    LAMELLEN, spröde, weiss bis creme,

    --------

    STIEL OBERFLÄCHE, weisslich/creme,

    STIEL KONSISTENZ, zerbrechlich, weich, voll, wattig,

    --------

    GERUCH, neutral,

    --------

    Chemie:

    FeSo4, nur schwach rosa,

    GUAJAK (8 sec), Stiel: ++ hell dann dunkler, Lam: ++ hell dann dunkler,

    PHENOL (gepr.),

    KOH (gepr.),

    NH3 (gepr.),

    SV Frischpilz (gepr.) negativ,

    --------

    Sonst. Angaben:

    Hut hat eine sehr schwach rosa Tönung, Huthaut Bereifung vor Ort aufgefallen, Zwischenlamellen wenig,

    iPh büschelig, breit, lang, apikal alle auffallend spitz zulaufend


    1) am Laub-Waldrand noch in der Traufe zur angrenzenden Wiese, 500m


    2) noch glaubte ich, dass dies eine weitere R. raultii ist


    3) Hutdurchmesser ca 5cm, creme-weiss, matt, mit einem rosalichen Anflug, schwach gerieft


    4) erst spät bemerkte ich die starke Hutbereifung die sich über den ganzen Hut verteilte (Ausschnitt)


    5) die Huthaut knapp über die Hälfte abziebar, darunter weiss, Oberfläche auch hier irgend wie rosa schimmernd


    6) Lamellen weiss, fast ohne Lameletten, in Stielnähe gabelig


    7) der Stiel weiss, die Basis leicht runzlig, die Stielspitze leicht beflockt


    8) die Sulfovanillin Reaktion war am Frischpilz negativ


    9) Sulfovanillin am Exsikkat bräunliches-violett-rot (Anmerkung: auf eine Verfärbung am Exsikkat mit SV gebe ich persönlich überhaupt nichts mehr, da andere untersuchte Arten wenn auch unterschiedlich mehr oder weniger darauf reagiert haben und eine Fehlinterpretation daraus entstehen kann.)


    10) Sporenpulverfarbe Ia


    11) HDS in SV, keine Pileozystiden festgestellt


    12) HDS in KF 10x, büscheliges Erscheinen der Huthautbereifung


    13) HDS in KF 40x, ein wenig näher


    14) HDS in KF in 400x, inkrustierte Primordialhyphen sind vorhanden, auffallend ist auch manchmal diese "zebraartige Zeichnung der Hyphen"

    die auch hier bei "Forum di Micologia AMB Gruppo di Muggia e del Carso" bei R. roseoaurantia und den KF-Bildern zu sehen sind


    15) HDS in KF 400x, hier freie, zuspitzende und nicht inkrustierte Hyphenenden, hat das nicht R. lilacea auch? Und kann das nicht auch durch evtl. zu langes Auswaschen passieren?


    16) HDS in Kongo, HDS Primordialhyphen lang und mehrfach septiert, Endglied meist zugespitzt und mit einem Öltropfen versehen


    17) die durchschnittliche Breite beträgt ca. 4 - 6 mü


    18) HDS in Kongo, das wichtigste dürften aber pro R. roseoaurantia die Haare sein, erkennbar schwach keulig sind sie ja


    19) die Haarbreite liegt um die 5 mü


    20) Wasser 1000x, Sporenform oval, die Stacheln nicht viel herausragend


    21) Melzer 1000x, die Warzenhöhe beträgt bei Ausreissern somit auch nur knapp bis zu 0,8 mü, MARXMÜLLER gibt für R. lilacea ca. 1,5 mü an


    22) Melzer 1000x, das Sporenornament ist weitgehend isoliert mit teils feinen und auch gratigen Verbindungen versehen


    23) der Hilarfleck amyloid


    24) Messprotokoll zu den Sporen


    Meine Fundeinschätzung:

    Ganz am Anfang hatte ich mal eine Anfrage hier im Forum: "Ist das jetzt R. chloroides oder R. delica"?

    Daraufhin derjenige: "Entscheide doch mal selbst, nur so lernt man"

    Ich entschied mich nach Sachlage meiner Erhebung für R. chloroides und er sagte "Gut gemacht" und ich war happy...meine erste Bestimmung!


    Und genauso mache ich das jetzt, ich benenne meinen Fund nach Schlüssel und der Sachlage mit

    Russula roseoaurantia cf - Weißbereifter Reif-Täubling


    Und wenn jemand doch einen besseren Vorschlag dafür hat, immer her damit, nur daraus lernt man.

    Danke für Euer Interesse

    claus

    Aber dass du das kleine Pilzlein mit dem Stock malträtiert hast, ist nicht in Ordnung!

    Claudia, es war doch keine Pilzaustellung, also halb so wild, sonst wäre das anders ausgegangen...:giggle:

    Mit dem Geruch von diesem Pilz haben doch noch mehrere zu kämpfen deshalb wird die nächste R. fragilis zusätzlich noch zerquetscht.


    Danke an alle, LG

    claus

    Hallo Karl,


    zufällig habe ich gestern noch im I-NET den folgenden Artikel in der


    ZEITSCHRIFT FÜR MYKOLOGIE, Band 75/2, 2009


    Russula atrorubens Quélet und Russula laccata Huijsman –

    zwei unstrittige Arten, R. olivaceoviolascens Gillet – ein „Nomen confusum”!

    WERNER JURKEIT1 & FRITZ KRAUCH2


    gefunden, durchgearbeitet und Notitzen erstellt, war schon sehr interessant diese Aufstellung mit meinem Fund zu vergleichen.


    Ob ich aber jemals diese zwei Gegenspieler sicher abtrennen kann, muss ich abwarten. Wie ich sehe, konkurrieren atrorubens eher mit laccata. Ok, die R. laccata ist ja nur bei Salix, aber die gibt es auch bei mir und Montan oder Ebene spielt ja da bei beiden auch keine Rolle.

    Ich muss abwarten und erstmal finden...


    Den oft beschriebenen typischen Bonbon-Geruch (fragilis-Geruch) habe ich noch nie feststellen können, bei mir immer neutral bis vielleicht ein wenig Gebäck-Geruch, dabei schnüffele ich bestimmt jeden Pilz an und meine Nase ist bestimmt auch nicht schlecht.

    Keine Ahnung wie dieser Duft sein soll...


    Ich danke Dir jedenfalls herzlich für die Bestätigung meines Fundes, sowas freut mich als Russula-Einzelkämpfer besonders.


    Liebe Grüsse aus der Rhön

    claus

    Hallo liebe Pilzfreunde,


    ich fuchtel ja gerne mit meinem Spazierstock im Laub rum ehe ich mich zu einem Fund bücke. Auch vorgestern wieder in der Nähe einer Eiche um eine vermeintliche Eichel zu drehen. Diese Eichel entpuppte sich aber als kleier Pilz dem jetzt der halbe Hut fehlt. Nach Wochen endlich mal wieder ein anderer Täubling wie nur immer R. ochroleuca und dann passiert mir das.

    Der Hut knapp 2,5cm, dunkelbräunlich mit leicht violettem Eischlag, fragil, klebrig UND sofort sauscharf, diesen sonst sehr farbvariablen Pilz zeige ich euch heute.

    Die Funddaten dazu:


    R21-032 fragilis

    16.10.2021 - 14:46

    Wald bei unserer Bauschutt-Deponie

    --------

    Eingestufte Art: evtl. fragilis

    Anz. Exemplare: 1

    Haupt Baumpopulation: Eiche

    --------

    FUNDORT, Laubwald, Laubschicht, feucht, Kollin 400 - 800 m,

    BÄUME 20m UMKREIS, Buche (Fagus), Eiche (Quercus), Fichte (Picea),

    EXEMPLARE, jung, einzeln,

    HUT GRÖSSE, 1 - 3 cm,

    HUT FARBE, violett/purpur, bräunlich/braun,

    HUT OBERFLÄCHE, matt, klebrig/speckig, bereift,

    HUT MITTE, dunkler, br/gr/sw,

    HUT RAND, glatt - nicht gerieft,

    PEELING, 1/2 abziehbar,

    UNTER HUTHAUT, weisslich,

    --------

    LAMELLEN, spröde, weiss bis creme, rel eng-stehend,

    SCHNEIDE, wellig/gesägt,

    --------

    STIEL OBERFLÄCHE, weisslich/creme,

    STIEL KONSISTENZ, fest, voll, wässrig,

    --------

    GERUCH, neutral,

    GESCHMACK, sofort, sehr scharf/brennend,

    --------

    SPORENPULVER, Ia, Ib, (weisslich geschätzt nicht genügend Abwurf)

    --------

    Chemie:

    FeSo4, nur schwach rosa,

    GUAJAK (8 sec), Stiel: 0 negativ, Lam: 0 negativ,

    PHENOL (gepr.),

    KOH (gepr.),

    NH3 (gepr.),

    Sonst. Angaben: kein Abwurf, Lam mit Lupe gesägt, Hut körnig und bereift

    --------

    1) hier zwischen der Eiche und der Stubbe stand dieser Winzling im Laub


    2) der dunkelbraune Hut hob sich kaum vom Laub ab (hier liegt er auf der Stubbe)


    3) die Huthaut bis zu 2/3 abziebar, darunter diesmal weisslich


    4) die Oberfläche matt, körnig, klebrig und mit violettlicher Tönung


    5) die Lamellen cremelich-weiss und brüchig


    6) der halbe Pilz durch das Stochern demoliert, der Stiel weisslich bis wässrig


    7) später bei meinem Verdacht auf R. fragilis eine Nahaufnahme der Lamellen-Schneide gemacht, ist typisch gesägt für eine R. fragilis


    8) die HDS in Kongo, Dermatozystiden teils zylindrisch sehr lang, wellig, eingeschnürt, kopfig, die Haare zylindrisch, apikal rund, bis zu 3mü breit


    9) Kongo, bisweilen sind die DZ auch mit einem flittrigen Inhalt zu sehen


    10) Kongo, ein Hauptaugenmerk bei R. fragilis liegt auf den mehrfach septierten Pileozystiden gegenüber zB. R. atropurpurea


    11) SV, DZ zylindrisch, keulig, spindelig, stark angefärbt, die Septierungen hier sehr schön zu sehen, in Kongo manchmal schwieriger zu erkennen


    12) Karbolfuchsin, inkrustierte Elemente wurden keine festgestellt


    13) Wasser, die rundliche Sporenform ist ebenfalls typisch bei R. fragilis, wobei diese Sporen wahrscheinlich noch nicht richtig "reif" waren


    14) Melzer, die stumpfen Warzen erreichten durchschnittlich eine Höhe von ca 0,4 - 0,8 mü


    15) Melzer, das Sporenornament ist teilnetzig bis fast netzig mit grösseren Lücken zwischen den verbundenen Graten


    16) das Messprotokoll, auch diese Werte liegen gut im Bereich dieses Exemplares



    Zusammenfassung zu meiner Fund-Bestimmung:

    - Eiche

    - weisses Sporenpulver

    - sehr scharfer Geschmack

    - Lamellenschneide gesägt

    - Guajakreaktion auf Lamelle UND Stiel: Null

    - Pileozystiden mehrfach septiert

    - Sporenform mehr rundlich


    man kommt an Russula fragilis - Wechselfarbiger Speitäubling - nicht vorbei, egal ob er verdellert ist oder welche Hutfarbe der Pilz dann hat.

    Bis zum nächsten Zufallsfund mal wieder und ich freue mich auf Kommentare.


    Liebe Grüsse

    claus

    Hallo Oliver,


    eine harte Nuss die du da vorgestellt hast und natürlich habe ich auch versucht, da dahinter zu kommen.

    Ohne sichtbar vorhandene Dz in SV ist das blöd und nicht gerade hilfreich beim Schlüsseln, die starke Gilbung des Fruchtkörpers bei Birke und dunkleres Spp geben aber eine Richtung vor. Mein Weg ging über die Tenellae, die Puellarinae, aber was?
    Das was mir zu schaffen gemacht hat waren die äusserst kleinen Sporen und das IIIc.


    Ich bin froh, dass Karl W mit seiner Erfahrung dazwischen gekommen ist und für diese Erlösung hat er einen "Daumen hoch" verdient.
    Wieder was gelernt, danke für Deinen Beitrag


    LG

    claus

    Hallo Oliver,


    R. grisea agg. steht z.B. bei EINHELLINGER S319 und bei 4b, soll heissen, dass diese 4b/Grund-Merkmale auf alle folgenden Griseinae zutrifft. In den anschliessenden Punkten von a - g hast du dann die Qual der Wahl welche Art von denen auf deine erhobenen Merkmale am besten zutrifft. Ob diese aufgeführten Punkte komplett sind bezweifele ich.


    Mir persönlich würde der Punkt "g" ohne Hochkomma mit deinen Merkmalen, auch mikroskopisch am besten gefallen. Den hast du gar nicht auf dem Schirm gehabt? Vergleiche mal, vielleicht passt es ja auch für dich.


    LG

    claus

    Hallo Andreas,


    nach der Lamellenfarbe zu urteilen wäre meine Tendenz eher R. turci.

    Ende der Fahnenstange. Zu einer Täublingsbestimmung bedarf es etwas mehr als nur nussiger Geschmack und Fichte, sorry.


    claus

    Wutzi war schneller und ich schliesse mich der Meinung an, obwohl ich noch keine R. mustellina gefunden habe.

    ABER, nach meiner Literatur gibt es bei diesem keine violettlichen Töne und eine derart starke Hutrandriefung ist auch nicht beschrieben.

    Mal sehen ob ich mit diesen dürftigen Angaben überhaupt was Vergleichbares dazu finde.


    claus

    Hallo Peter,


    solch eine kleine Geschmacksprobe nehme ich persönlich NUR bei einem sicher bestimmten Täubling. Diese Probe wird auf der vorderen Zunge max. 20 sek. hin und her gerieben und anschliessend wieder ausgespuckt!

    Dabei ist mir das egal ob der jetzt mild oder scharf war, Haupsache es war eine Täublingsart!


    claus

    Hallo Claudia,


    schöner Beitrag von dir, endlich mal Pilze zu sehen aber mit bestimmt viel Vorarbeit aber auch mit Vorfreude.

    Frage, auf Bild 10 ganz rechts oben das Schild Zitronenblättriger Täubling... ähm... da komme ich nicht klar? fo. var. viridis oder was?

    Danke für das Engagement und das Zeigen.


    LG

    claus

    wie genau nimmst Du eine Geschmacksprobe?

    Hallo Peter,


    ..."genau genommen" mache ich erst zwei Schnitte in den Hutrand, ziehe da die Huthaut ab, notiere wie weit abziebar und die Farbe darunter, und knipse dort ein wenig Hutfleich MIT Lamellen ab. Nur, bei diesem Täubling soll ja nur die Huthaut bitterlich schmecken die ich aber bei meinen Versuchen trotzdem immer festgestellt habe.


    Hier auch ein Buckeltäubling, zwei kleine Schnitte und 1/3 abziehbare Huthaut, darunter violettlich und das ist genau der Versuchsort ohne Dreck auf der Hutoberfläche.


    Grüsse

    claus

    Hallo liebe Hygrocybe-Freunde,


    danke für die tolle Überzeugungsarbeit pro H. punicea trotz meiner spartanisch kurzen Angaben. Die Makroaufnahme muss ich das nächste mal besser machen.


    Ja, der Pilz war so ungefähr 7cm gross, wobei er mir beim herausnehmen abgerissen war und bestimmt noch min. einen cm in der doch festen Wiese verblieb. Der Rest der Gruppe war kleiner, enger zusammen und halt nicht so gut zu fotografieren. Die Ehrfurcht vor so einem schönen Exemplar war halt grösser um es noch mehr zu untersuchen.

    Aber das mit den freien/angewachsenen Lamellen und dieser wunderbare Farbverlauf vom Stiel werden bei einem weiteren Fund nochmals überprüft.

    Dann hefte ich den Fund als Hygrocybe punicea - Granatroter Saftling mal ab.

    Danke nochmals und Grüsse


    claus

    Hallo Pilzfreunde,


    eigentlich war ich ja heute wieder auf Täublingsjagd, aber wie schon seit Wochen Null Komma Nix zu finden. Nicht mal ein vermadeter Giftpilz.

    Auf meiner Lieblingswiese direkt am Waldrand bei Buchen und Eichen stand aber eine kleinere Gruppe von diesen Hygrocybe rum, als Entschädigung sozusagen.

    Liege ich da mit Hygrocybe coccinea richtig?

    1

    2

    3

    4


    Im I-Net sehen die ganzen Saftlinge für mich irgenwie alle gleich aus und blicke wie dieser Weggenosse hier nicht durch.

    5


    Danke für eine Antwort und Grüsse aus der sonst pilzleeren Rhön

    claus