Beiträge von kuhmaul

    Was denkt ihr?

    Hallo,


    die einen denken so, die anderen so, ist ja auch i.O.

    Aber solange die pos. KOH Reaktion oder die hier bei meinem Bild in Wasser sichtbaren Elemente nicht nachgewiesen werden, ist es für mich keine R. ochroleuca.


    So bleibt es weiter bei R. spec wegen mangelnder Angaben.

    Auch eine einfache R. ochroleuca will schliesslich richtig bestimmt sein.


    Grüsse

    claus

    Und R. fellea hat noch den typischen " Felleageruch" der schwer zu beschreiben ist.

    Hallo,

    für mich riecht R. fellea wie ein feuchter oder nasser Schlüsselbund, oder nach Geranienblättern.

    Auf dem einen Bild (1) ist der Hut stark exzentrisch gewachsen sichtbar, ein Merkmal das R. fellea ja öfters haben soll. Hat das auch R. ochroleuca? Nur, mit dieser kann ich mich hier schwer anfreunden.

    Wird wohl bei spec. rauslaufen...


    claus

    Bei den Haaren von R. heterophylla sind die unteren Glieder mehr aufgeblasen als bei R. vesca, zumindest bei einem erheblichen Teil.

    Karl genial, das sieht man jetzt sehr deutlich auch in der Gegenüberstellung einer R. vesca


    1) Haare bei R. vesca, schlanker, weniger aufgeblasen, aber der Crin zwischen 5 + 6 ebenfalls vorhanden

    Dein Bild 3 R. melliolens, das war mein erster Täubling den ich unter dem scharfen Glas hatte.

    Oehrling hatte mir damals gesagt, suche mal nach Dermatozystiden die so aussehen wie aneinander gereihte Büroklammern.

    Die hatte ich dann sofort endeckt, hallo... meine erste Bestimmung! Das vergesse ich nie mehr.

    2) hier sind meine Büroklammern (septierte Dermatozystiden) von R. melliolens


    3) und die von Oehrling zitiert und zu R. vesca dazugehörig eine fast runde Spore mit sehr feinem Ornament und ohne messbare Warzenhöhe


    Ich hoffe, Karl ist mir nicht böse deswegen

    claus

    Danke Oehrling,


    Naja die Hutfarben bei Täublingen, ein tägliches Rätsel. Aber da hat Karl bei so kritischen Funden halt die meiste Erfahrung und kann davon provitieren. Neid pur!


    Ich habe halt nur geschlüsselt und da habe ich mich gefragt, Mensch, wie hält den der die auseinander?

    Und das wollte ich eben nur wissen weil ich die R. heterophylla noch nicht gehabt habe und bei dessen Bestimmung bestimmt gescheitert wäre.


    Nochmals Danke für den Tip damals mit den Büroklammern :Kuschel:


    Grüsse

    claus

    Hallo Karl,


    da hast du mit Täublingen wieder voll meinen Geschmack getroffen und wunderbare Schönheiten noch dazu die du uns zeigst.


    Deine Bestimmung zu Bild 1 habe ich versucht nach zu vollziehen.

    Frage, schliesst du R. vesca (Fleischroter Speisetäubling) jetzt nur wegen dem Sporenvolumen aus?

    Ich sehe da bei mir sonst keinerlei andere Kriterien vesca auszuschliessen und R. heterophylla hatte ich leider noch nicht, aber die soll ja vom Volumen her die kleinsten Sporen unter den Täublingen überhaupt haben.


    Dein Bild 3 R. melliolens, das war mein erster Täubling den ich unter dem scharfen Glas hatte.

    Oehrling hatte mir damals gesagt, suche mal nach Dermatozystiden die so aussehen wie aneinander gereihte Büroklammern.

    Die hatte ich dann sofort endeckt, hallo... meine erste Bestimmung! Das vergesse ich nie mehr.


    Danke und Grüsse

    claus

    Hallo Pilzfreunde,


    eins hat mich dieser Fund gelehrt, dass ich endlich mal meine eingefahrenen Pilzstrecken verlassen und auch mal wieder andere, mir noch unbekannte Abschnitte besuchen soll. Die vielen Forstarbeiterspuren in meinen gewohnten Arealen zwingen mich gerade dazu mal wo anders hinzugehen. Zwar war meine Zeit an diesem Tag stark begrenzt, aber immerhin eine R. ionochlora, die ich noch nie bei mir gefunden hatte und dann diesen hier.


    Andere Wälder haben eben auch schöne Mädchen und schon sind wir beim Thema.

    Mit dem Buchen-Zwerg-Täubling, Mädchentäubling, Mädelchen-Täubling, Roter Mädchen-Täubling oder wie die ganzen Namen alle heissen, habe ich schon eine gewisse Zeit verbringen müssen um euch keinen Unsinn zu erzählen und auch um eine gescheite Doku anzufertigen.


    Geschlüsselt habe ich mit EINHELLINGER, seine Merkmale und die von Fr. MARXMÜLLER mit ihren Zeichnungen mit meinen Merkmalen verglichen. Das müsste also soweit hinhauen. Nachfolgend gebe ich euch wieder die Funddaten und paar Fotos vom Pilz.


    FUNDDATEN:


    R20-008 puellula

    30.06.2020 - 14:24

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    RUSSULA FUNDORT, By-Rhön, Mischwald, Gras, Laubschicht, feucht, Kollin 400 - 800 m

    BÄUME 20m UMKREIS, Buche (Fagus), Lärche (Larix)

    EXEMPLARE, mittel, gesellig

    HUT GRÖSSE, 4 - 6 cm

    HUT FARBE, rosa/rot, creme/weiss, entfärbt

    HUT OBERFLÄCHE, matt, seidig, glänzend

    HUT MITTE, heller, dunkler, ws/cr, br/gr/sw

    HUT RAND, leicht gerieft, höckrig

    PEELING, 1/2 abziehbar

    UNTER HUTHAUT, weisslich

    LAMELLEN, spröde, weiss bis creme

    STIEL OBERFLÄCHE, weisslich/creme, reifartig, runzelig/geriffelt

    STIEL KONSISTENZ, zerbrechlich, weich, hohl, wattig, wässrig

    GERUCH, neutral

    GESCHMACK, mild

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    Standort: halbe Strecke Basaltwerk

    Arbeits - Name: unbekannt

    Anz. Exemplare: 3


    Haupt Baumpopulation: älterer Buchenwald


    FeSo4: rosa

    Guajak: pos 2sec

    Phenol: neg

    KOH: neg

    SV: neg

    NH3: neg


    SpP Farbe: IIb - IIc


    Sonst. Angaben:

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    Bild 1) Hier in dem Gestrüpp vor den Füssen standen die 3 Exemplare


    Bild 2) sahen für mich irgendwie schwärzlicher aus als meine gewohnte R.mairei


    Bild 3) man sah denen schon an, dass die sehr zerbrechlich sein werden


    Bild 4) erstmal frei legen


    Bild 5) Hut irgendwie braun-rötlich und 5cm Dm


    Bild 6) Einer die Mitte hell, der Andere dunkel, Hh 1/2 abziebar, darunter weisslich


    Bild 7) hab es geahnet, Stiel sehr fragil und zerbrechlich


    Bild 8) Lamellen creme-ocker, ohne Zwischenlamellen


    Bild 9) SpP war IIb - IIc


    Bild 10) Wasser, schon hier eine Freude zu mikroskopieren


    Bild 11) Wasser, zebra-artige Darstellung der Hyphen


    Bild 12) Kongo, Dz zyl. lang, mehrfach, 3+ septiert


    Bild 13) Kongo, Haare kurzgliedrig, apikal abgerundet, fast gleich dick Bild (oben + unten)


    Bild 14) Sv, Nachweis Dermatozystiden


    Bild 15) SV, auch hier sind die Zebras zu sehen


    Bild 16) KF, ohne Incrustierung, schön die Septen und die Form zu erkennen


    Bild 17) Melzer, Sporen-Warzen paar isoliert, paar verschmolzen


    Bild 18) Melzer, Gesamteindruck aber mehrheitlich verbunden


    Bild 19) Melzer Ornament überwiegend 0,5 - 0,8mü hoch


    Bild 20) Vermessungsprotokoll Sporen, Die Zeit für 117 messungen hat sich gelohnt, passt


    Mehr ist mit meinen Mitteln aus dem Fund nicht herauskitzeln. Das war ein super Fund für mich und ich habe mich sehr darüber gefreut ihm den Namen Russula puellula zu geben.


    Vielen Dank für euer Interesse. Liebe Grüsse


    claus

    Hallo Micha,


    kann das sein, dass das Teil schon vergammelt war? Das sieht mir so aus.


    Bedenke, ohne genaue Sporenpulverfarbe werden wir kein Glück haben den festzunageln.


    LG

    claus

    Hallo liebe Pilzfreunde,


    eigentlich wollte ich euch ja heute meine R. insignis vorstellen, sie ist jetzt aber im Forum schon mehrmals gezeigt worden und deshalb habe ich umdisponiert und zeige euch R. exalbicans die ich in der Nähe und am gleichen Tag gefunden habe.


    Ehrlich gesagt hätte ich mir das Schüsseln mit dem EINHELLINGER ab S.311 oben bei so einem markanten Pilz zielführender vorgestellt. Einteils verlangt er ab diesem Abzweig Nadelbäume, ist ja noch ok wenn man Birken dazu rechnet und dann nicht noch zu den Laubbäumen abbiegt, dann aber gleichzeitig auch "Stiel typisch rosa, rot oder violett".

    Auf einer anderen Stelle zu exalbicans Seite 76 schreibt er "rosa Stiele kommen vor, wenn auch wesentlich seltener".

    Den Stiel typisch rosa hat mein Pilz jedoch nicht.


    Diese Birke sollte schon da sein, ohne Birke kein R. exalbicans. Da wollen wir nur hoffen dass meine Bestimmung auch ok ist.

    Na gut, hier erstmal die Funddaten, die wurden später ergänzt mit den chemischen Reaktionen und der SpP Farbe zum Pilz.


    R20-016 exalbicans

    12.07.2020 - 15:25

    Arbeits - Name: unbekannt

    Anz. Exemplare: 3


    Haupt Baumpopulation: Fichte

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    RUSSULA FUNDORT, Mischwald, Nadelwald, Waldrand, Moos, feucht, Kollin 400 - 800 m

    BÄUME 20m UMKREIS, Buche (Fagus), Fichte (Picea), Kiefer (Pinus), Lärche (Larix), Birke (Betula)

    EXEMPLARE, jung, mittel, paarweise

    HUT GRÖSSE, 7 - 10 cm

    HUT FARBE, violett/purpur, creme/weiss, braun/schwarz, gefleckt

    HUT OBERFLÄCHE, gedrückt/vertieft, matt, samtig

    HUT MITTE, dunkler, br/gr/sw

    HUT RAND, gerieft

    PEELING, 1/3 abziehbar

    UNTER HUTHAUT, weisslich

    LAMELLEN, spröde, weiss bis creme, beige bis ocker, Stiel-gabelig

    STIEL OBERFLÄCHE, weisslich/creme, grau/schwarz, runzelig/geriffelt

    STIEL KONSISTENZ, weich, fest, voll, wässrig

    STIEL VERLETZUNG, ins bräunliche, ins grau/schwarze

    GERUCH, neutral, schwach

    GESCHMACK, mild, verzögert, leicht scharf, scharf

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    FeSo4: neg falb

    Guajak: neg, erst nach 5sec schwach gn

    Phenol: neg

    KOH: neg

    SV:

    NH3:


    SpP Farbe: IIIa - b


    Sonst. Angaben: rel. groß, junge Exemplare deutlich scharf, älteres Exemplar später zu Hause mehr olivlich-beige

    manueller WP

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    1) schöner Waldweg, links Laubbäume recht Nadelbäume


    2) wir sehen alles Nadelbäume... und, sieht jemand die verlangte Birke?


    3) der steckt aber drin


    4) scheint einen langen Stiel zu haben


    5) ja, langer zylindrischer Stiel mit allerlei Wurzelwerk daran


    6) Lamellen beige bis leicht ockerfarben, Stielgabelig


    7) stark grauende Stieloberfläche mit gelblicher zugespitzter Basis


    8) markanter rosa Hutrand, blass und die Mitte irgendwie dunkel braun-grün


    9) Huthaut zu 1/3 abziebar, darunter weisslich


    10) Kongo, Dermatozystiden


    11) kongo, teils sehr lang


    12) Kongo, überwiegend zylindrisch


    13) Kongo, und 0 - 2x septiert


    14) in SV gut und markant markiert


    15) SV


    16) KF, keine Incrustationen zu sehen


    17) Melzer, Sporen teilnetzig, aber auch mit vielen isoliert stehenden Warzen


    18) Melzer, Warzen bis ca 0,8mü hoch


    Was meint ihr? Kann man den Pilz als Russula exalbicans abheften?

    Danke für eine Antwort.


    Grüsse

    claus

    Servus Chef,


    es waren zwar stellenweise am Rand schmale Bereifungen zu sehen, nur so gleichmässige Flocken habe ich bei meinem Pilz nicht beobachtet, eher sah die Hut Oberfläche mehr aderig von aussen nach innen aus.


    Danke für dein Bild

    claus

    Hallo Pilzfreunde,


    nach diesen plausiblen Beiträgen von Karl und Oehrling sehe ich doch ein wenig Hoffnung, gerade in den Fällen wo die SV wie auch die Guajak Reaktion bei einer vermuteten Art öfters verschieden war und hier äusserst extrem und mit negativer Auswirkung zum Vorschein kam.

    Ich bin mal meine ganzen velutipes-Funde durchgegangen und ab und zu kommt da tatsächlich einer dazwischen, wo die Guajakreaktion positiv ist, gleichzeitig aber die SV-Reaktion erst am nächsten Tag festgestellt wird. Hier ein Bild Beispiel von zwei Funden aus 2020.


    22) Screenshot Handy, beachte rote Markierung


    So zieht es sich durch die ganzen Funde. Egal, jetzt habe ich wenigstens eine Erklärung des Phänomens, das mir noch nicht aufgefallen ist.

    Leute, wir bedanken uns für euer grossartiges Wissen das ihr mit uns teilt und wir werden uns davon eine Fotokopie unters Kopfkissen legen. :gwinken:


    Liebe Grüsse

    claus

    Hallo zusammen,


    Jörg, danke für dein vorzeitiges Lob, nur so ganz überzeugt war ich leider selbst mit meinem Ergebnis nicht. Daher diese Anfrage. In der Zwischenzeit weiss ich, dass du da aber auf das falsche Pferd setzen würdest, das ist nämlich eine Pfeife!


    Auch dir Karl W und dir Oehrling erstmal herzlichen Dank für eure Meinung und eure Hinweise zum Pilz.


    Was mir den ganzen Tag nicht aus dem Kopf ging war die Tatsache, dass auf dem SV Bild (12) vom 2.Tag eine gewisse Reaktion sichtbar war, wenn auch nicht eosinrot. Sollte die denn nicht nur bei den Roseinae sein? Dann käme hier mit diesen Merkmalen ja nur R. violeipes oder R. minutula in Frage. R. roseoaurantia (incarnata) hätte diese Reaktion aber nicht, da andere Gruppe.


    Sollte die „meinige“ Reaktion wirklich erst am 2.Tag zum Vorschein gekommen sein? Die Stielteile waren doch trocken, nur eine Stiel-Hälfte fehlte aber in der Zwischenzeit.


    Die spurlos verschwundene zweite Stielhälfte ist dann unter einem Objektivdeckel plötzlich wieder aufgetaucht und so konnte ich heute einen weiteren SV Test starten.


    20) Sulfovanillin Test positiv am 3.Tag


    21) Nochmals eine Nahaufnahme Stielspitze von Bild(8), das fiel mir echt nicht auf, typ velutipes oder?


    Nach dieser Beweislast gibt es jetzt keine Diskussion mehr, dass der Pilz R. velutipes ist, sonst nichts. Das erklärt auch das Bräunen vom Exsikkat.


    Da bin ich jetzt von dieser Art im Jahr 2017 (hier damals grössere Diskussion) und jetzt fast auf den Tag genau, zum zweiten Mal hinters Licht geführt worden. Damals wegen erst nachträglich durchgeführter SV Probe, diesmal wegen fehlender SV Reaktion am Pilz und dadurch falsch abgebogen zu den Lilaceinae.


    Wenn keine weiteren Einwände von der Expertenseite bestehen, benenne ich meinen Fund in

    Russula velutipes. Ich danke euch für eure Mühe.


    Liebe Grüße

    claus

    Hallo liebe Pilzfreunde,


    ich denke, einen nicht alltäglichen Fund kann ich euch mal zeigen, der mir zwar beim Finden grosse Freude gemacht hat, aber dann auch erstmal grosse Ratlosigkeit ausgelöst hat.

    Den zu Schlüsseln wäre vielleicht das kleinere Übel gewesen, denn die Mikroskopie der Huthaut erwies sich als eine Herausforderung sonder gleichen.

    Die Huthaut zäh, die Darstellung im Mikro ohne viel Kontrast, ein Wirr-warr der Haare, keine Auffälligkeiten von Zystiden und zu guter letzt schwer auffindbare, mini Inkrustationen und Primordialhyphen die in Kf + Lactoglycerol gar nicht, sondern erst in Kf + Salzsäure nur schwach sichtbar wurden.


    Hier gebe ich euch erstmal ein paar Funddaten zum Pilz, so wie ich sie Vorort und später immer ergänzend notiere.


    R20-013

    12.07.2020 - 13:07


    Standort: xxx, re Wiese

    Arbeits - Name: unbekannt

    Anz. Exemplare: 1

    Haupt Baumpopulation: Buche

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    RUSSULA FUNDORT, Laubwald, Waldrand, Gras, feucht, Kollin 400 - 800 m

    BÄUME 20m UMKREIS, Buche (Fagus), Eiche (Quercus), Pappel (Populus)

    EXEMPLARE, jung, einzeln

    HUT GRÖSSE, 4 - 6 cm

    HUT FARBE, violett/purpur, creme/weiss

    HUT OBERFLÄCHE, matt, samtig, bereift

    HUT MITTE, weiss/creme

    HUT RAND, glatt - nicht gerieft

    PEELING, 1/2 abziehbar

    UNTER HUTHAUT, weisslich

    LAMELLEN, spröde, weiss bis creme, Y-gabelig, Stiel-gabelig

    STIEL OBERFLÄCHE, weisslich/creme, ockerlich/bräunlich, fleckend, runzelig/geriffelt

    STIEL KONSISTENZ, fest, voll

    GERUCH, neutral, schwach, Brot/Gebäck

    GESCHMACK, mild

    --------

    FeSo4: neg, nichts

    Guajak: pos 2sec, Lamellen pos spangrün

    Phenol: neg

    KOH: neg

    SV: neg auch am nächsten Tag, auch über längere Zeit

    NH3:

    --------

    SpP Farbe: Ia

    --------

    Sonst. Angaben: Lamellen eng stehend

    manueller Wegepunkt

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    1) Schwache Senke einer Waldwiese vor überwiegend Buchenwald, rechts hinten R. subfoetens (auch Sommersteinpilzecke)


    2) recht auffällig helle Erscheinung


    3) auch den kann man auf die Schnelle für subfoetens halten...


    4) Hut relativ hell, zweifarbig


    5) Hutrand zart (für mich) Fliederfarben, glatt ohne Riefung, Mitte creme-beige


    6) Die Huthaut lies sich bis gut 2/3+ abziehen, darunter weisslich/fliederfarben durchgefärbt


    7) Lamellen creme, engstehend, gegabelt, paar Zwischenlamellen


    8) Stiel weisslich, fest, voll, ohne Farbe, Basis zugespitzt, Huthaut leicht überstehend


    9) Sporenpulver exakt Ia


    10) 1.Tag und nach dem Sporenabwurf, SV neg, der Hut bräunt nach


    11) Guajakreaktion an Lamellen grün, Huthaut überstehend


    12) 2.Tag erneuter SV Test, bräunlich-heidelbeerfarben verzögert


    13) KOH + Kongo, guter Abschitt vom übrigen Haarchaos


    14) KOH + Kongo, Haare zyl, sept, abgerundet, teils auch auffallend kopfig


    15) SV keine DZ zu sehen


    16) Kf + Lactoglycerol, büscheliges Erscheinen, Incrustationen nur erahnbar


    17) Kf + Salzsäure, endlich die Incrustierungen


    18) Melzer, Sporen überwiegend oval, Hilarfleck nicht/teil amyloid, Ornament fein teilnetzig


    19) Melzer, sehr feines, fast nicht messbares Ornament


    Ich freue mich auf Meinungen und Berichtigungen zu meinem Fund

    Antworten kann ich leider aber erst ab morgen Abend.


    Liebe Grüsse

    claus

    Hallo,

    für mich ist das wegen den gesplitterten Lamellen kein Frauentäubling.

    Wenn, dann würden die Lamellen sich verschmieren, verpappen, zusammenkleben etc. aber hier...nee

    Auch die Lamellenfarbe erscheint mir nicht so weiss rüberzukommen..

    Etwas entfernt standen auch noch andere Pilze, ich denke auch Frauentäublinge, die hatten einen rötlichen Hut, also da kommt es eher hin.

    Nach diesem Hinweis und der stark bereiften Huthaut wäre mein Arbeitstitel R. velutipes.

    Aber warten wir mal die Spezies ab, ob die ohne Sporenpulverangabe vielleicht noch einen anderen Vorschlag haben.

    Grüsse

    claus

    Hallo Sebastian,


    ich glaube, die Art und Weise wie man an so einen Fund herangeht hast du jetzt schon drin.
    Die SV-Reaktion am Stiel ist wie auch Karl W schon gesagt sehr variabel, hatte ich heute sogar mit negativ. Da muss ich morgen im angetrockneten Zustand sicherheitshalber nochmal testen.

    ich ließ es gelten und sparte mir das mikroskopieren:

    bei der R. curtipes würde mich interessieren, wie weit die Huthaut abzuziehen war?


    Ansonsten sage ich persönlich: TOP!


    LG

    claus

    gestern habe ich im Stadtwald Duisburg einen Täubling gefunden, bei dem ich gerne die Meinung der Experten hören würde.

    Hallo boccaccio,


    ich bin zwar kein Experte, ich hänge mich aber trotzdem mal in euer Gespräch rein.

    Ist es denn nicht auffallend, dass die HDS jedenfalls für mich, oft so "lanzettartige Elemente zeigt und diese auch noch auf so kleineren Tönnchen" aufsitzen?


    Ich habe mir erlaubt ein Bild von boccaccio mal zu markieren wo ich denke, das das einfach welche sind.


    Kann es denn sein, dass bei der Sporenpulver-angabe da was schief gelaufen ist?

    Dadurch dann anstelle zu der R. heterophylla zu den Griseinae abgebogen worden Ist?


    Ist ja nur ein Gedanke von mir wegen den auffälligen Zellen und da kenne ich aus der Literatur nur drei Arten die das besitzen sollen.

    LG

    claus

    Du meinst von der HDS? Was wäre da aus deiner Sicht relevant zu sehen?

    Hallo Sebastian,


    ja in der HDS, zwar vielleicht nicht in jeder Wasser-Probe gleich zu erkennen aber mit Glück kann man solche Elemente wie auf meinem angehängten Bild auch mal in Kongo beobachten. Sieh dir das Bild genau an, auch in der rechten unteren Ecke. Siehst du IN den Hyphen die farbigen Partikel?

    Das war eine R. aeruginea.


    Hier ein Zitat von Oehrling das ich mir mal notiert habe, damals ging es um eine R. medullata von Norbert.S:

    "...in den Haaren difforme bl-sw-gn Krümelchen sichtbar, =Nachweis Griseinae."


    Wenn du diese aufgereihten Partikel irgendwann mal siehst, sollte es Klick machen.

    Das war das was ich meinte, und nochmals, erst kommt Wasser oder Kongo, dann das Übrige.


    Ich freue mich weiterhin auf deine tollen Beiträge!

    LG

    claus

    Habe auch fleißig geschlüsselt bis zur Sektion "Integrinae" und lande schließlich bei Russula medullata.

    Hallo Sebastian,

    wie findest du die R. medullata denn bei den Integrinae? R. medullata gehört in die Gruppe der Griseinae.

    Ok, nicht so schlimm, aber was ich persönlich wieder vermisse ist die Geschmacksangabe und vielleicht noch dazu den Baumpartner. Ich koche auch nur mit Wasser und wenn ich nachschlüsseln will brauch ich dringend dazu die Geschmacksangabe. Bei Russula braucht man die kompletten Angaben, sonst brauch man gar nicht erst anfangen.


    Mir gefallen ja deine detaillierten Mikroaufnahmen, ABER die nützen mir wenig, wenn ich nicht weiss, nach was ich suchen will und soll. Als Beweis meiner MAKROSKOPISCHEN Vermutung so zu sagen.

    Und an dem Punkt bist du ja schon angelangt.


    Ich glaube schon, dass du in der Gruppe der Griseinae gelandet bist, dazu hätte ich aber generell zuerst mal in Wasser oder in Kongorot mikroskopiert. Da hätte man unter Umständen typische Merkmale einer Griseinae gesehen. Warum mikroskopierst du wie es aussieht die Lamellenschneiden? Das habe ich bisher nur einmal bei einer Amoeninae (amoena/violeipes etc) gebraucht.


    Deine vermutete R. medullata gehört schon zur Gruppe der Griseinae, aber wie gesagt, vermute ich hier wegen der starken FeSo4 Reaktion schon R. grisea. Auch der Stiel kommt leicht rosa bei mir rüber. Würde auch passen. ABER, ist es überhaupt eine Griseinae? Im Mikro erahne ich gewisse Teile zu erkennen, aber das sagt alles nichts.


    Mach bitte mal ein 400er Mikro in Wasser oder in Kongo, vielleicht erkennen wir ja die gewissen Hyphen-Einzelheiten einer Griseinae und nicht nur diese fetten Dermatozystiden.

    Schön wäre auch, wenn man wüsste, welches Bild welche Nummer hat und mit welchem Medium mikroskopiert wurde. Ich tue mich immer schwer damit.


    Spätestens wenn Oehrling auftaucht ist der Fall geklärt, wetten?

    Also, bis dann...

    claus

    Christoph, Danke für deine Erklärung über das Velum.


    Jetzt ist mir vollkommen klar, warum ich z.B. bei einer R. ochroleuca nur manchmal auf "einer" Stielbasisseite oder manchmal sogar nur strichweise an der Basis eine Rotfärbung mit KOH bekomme.

    Das erklärt auch die fehlende Anfärbung bei meiner R. viscida.

    R. insignis fehlt mir leider noch, aber da dürfte jetzt nichts mehr schiefgehen.


    Björn, das ist für mich ein ganz toller Beitrag von dir. Daraus kann ich viel lernen. Die Anfärbung der HDS Hyphen in Wasser soll ja bei R. insignis ähnlich der o.a. sein und ehrlich, beim KF-Bild da hätte ich auch mal blöd geguckt. Aber auch Karl sei Dank.


    Wunderbarer Vortrag... :gwinken:

    Grüsse


    claus

    Hallo Oehrling,


    danke für deine Überzeugungsarbeit und das helle Licht deiner Taschenlampe.


    Fakt ist, die Sporenpulverfarbe dieses Fundes und die Sporenpulverfarbe aller davor am gleichen Platz gefundenen Pilze ist IVc.


    Bei dem damaligen Erstfund wurde von mir wohl eine Fehleinschätzung bei der Ablesung der Farbtabelle oder auch mit dem Zugeständnis einer +/- Karenz verursacht. Dass dann danach die am gleichen Ort aufgesammelten Arten in das gleiche Muster gesteckt wurden ist nicht verwunderlich, da ein Vergleich einer „echten R. curtipes“ fehlt.


    Dabei gilt die Sporenpulverfarbe gerade bei Täublingen als eine Art Fingerabdruck, das hätte ich besser wissen müssen. Die Farbe IVc ist IVc und nicht IVb oder IVd.


    Meine Aussage:

    „Und solange dieses eine Merkmal der Huthautabziehbarkeit nur auf romellii zutrifft, bin ich trotz dunklerem Sporenpulver auch wenn es IVd ist gezwungen, Russula curtipes oder Russula spec. zu sagen.“


    Dies ist schlicht falsch, weil „SPORENPULVERFARBE FIRST“


    Ergo, ist dieser Fund und alle meine vorherigen Aufsammlungen R. romellii und NICHT R. curtipes


    Ist jetzt nur noch für mich abzuklären, wie weit lässt sich eine Hh bei R. curtipes tatsächlich abziehen.


    Zu den bei MARXMÜLLER hervorgehobenen Endzellen in der Hh findet sich übrigens zu romellii auch bei ROMAGNESI auf Tafel 992 / S.779 so ein verkümmertes Teil, aber ohne Kommentar.


    Ich danke vielmals dass ich von Dir wieder was gelernt habe. :daumen:


    LG

    claus

    Hallo,


    ich habe da jetzt noch etliche eigene Aufzeichnungen von meinem Russula-Chef über R. romellii gefunden.

    Die muss ich erst noch mal alle durcharbeiten. Da ist auch die Abb. von SARNARI 2005/7, S.983 dabei.

    Vielleicht versteife ich mich einfach zu sehr auf MARXMÜLLER etc. und alles war bisher R. romellii.


    Was mir auch noch heiss einfällt, die Huthaut meines Fundes ist später beim Präparieren weiter als die Hälfte abgegangen. Nachher weiss ich mehr, da muss ich erstmal durch. Danke.


    LG

    claus

    Hallo Oehrling, hallo Karl hallo Sebastian,


    danke für die Antwort, ja das ist eine spannende Sache.


    sebastian,der ist trotz Trocknung für mich bis jetzt noch geruchlos, neutral schwach pilzig

    Karl, danke für die schöne Aufsammlung, gab mir schliesslich ein wenig Hoffnung.

    Oehrling, auch dir erstmal ein Danke für deine wertvolle Meinung und Einschätzung zu diesem Fund.


    Ich versuche mal auf das geschriebene zu antworten und darzulegen, warum ich zu R. curtipes tendiere und nicht zu R. romellii. Vielleicht bestimme ich diesen Fund und die Funde dieser Art davor schon immer falsch, wer weiss. Aber mir bleibt nichts anderes übrig als so zu verfahren.


    Das einzige was mich gewaltig stört ist die SpP Farbe. Da gebe ich Dir vollkommen Recht. Die ganzen Funde der letzten Jahre waren alle IVc. Bei dem vorgestellten Fund hätte ich fast IVd gesagt.

    Die Farbe des zuallererst gezeigten Exemplars passt mMn dagegen nicht. Der Pilz ist auf dem Hut bläulich rosa und sieht ja fast wie ein Frauentäubling aus, d. h. bei dem müssen blaue Pigmente in der Huthaut sein. So was kann mMn R. curtipes beim besten Willen nicht.

    Dazu stelle ich nochmals 3 Bilder ein

    Bild 14 das ältere Exemplar jetzt aus 2020


    Bild 15 das junge Exemplar jetzt aus 2020


    Bild 16 Exemplare aus 2019


    Ich würde dir R. curtipes viel leichter glauben, wenn du auch kurze, verbreiterte und nicht nur lange dünne, zugespitzte Haarglieder zeigen würdest.

    Auf Bild 8 Mitte oben, da sind meiner Meinung welche zu sehen


    Jetzt komme ich mal zum Mikro.


    Zitat MARXMÜLLER aus 2-578

    “…Epikutishaare auf. Letztere tragen an ihrer Spitze manchmal eine schmale, längliche

    Zelle mit gelblichem Inhalt, die aussieht wie eine verkümmerte Pileozystide. („G" für „gelb" auf der mikroskopischen Zeichnung)“ Ende Zitat


    Bild MM


    Diese verkümmerte Elemente beobachte ich seit Anfang an und nehme das als Kriterium der Pilzbestimmung an. Zu sehen auch auf meinem Bild 9 bei der Ziffer 8 und in der Vergrösserung unterhalb der Ziffer 7, einer sogar in gelb.


    Das was mich weiter von romellii abhält ist die Abziehbarkeit der Huthaut, darunter ist sie auch noch rötlich. Hier ein Bild von meinem einzigen Fund (schon mal gezeigt) vom 22.08.2016.

    BILD 17


    Ist das ein Argument?

    Bei R. curtipes oder auch R. rubroalba ist die Huthaut nur max ½ oder nur wenig abziehbar

    ( s. EINHELLINGER, GRÖGER, ROMAGNESI)


    Und solange dieses eine Merkmal der Huthautabziehbarkeit nur auf romellii zutrifft, bin ich trotz dunklerem Sporenpulver auch wenn es IVd ist gezwungen, Russula curtipes oder Russula spec. zu sagen.


    Huthautfarbe hin oder Huthautfarbe her.


    LG

    claus