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letzter Beitrag von Erich T am

Ascomycet?

  • Seit Dezember hielt ich in einer feuchten Kammer einen Schleimpilz.


    Ich hoffte, dass er Fruchtkörper bildet um ihn bestimmen zu können. Das hat er leider nicht getan, er ist schließlich Ende Jänner eingegangen. Ich habe die feuchte Kammer belassen und fand heute diese kleinen weißen Gebilde auf dem Holz.



    Die verdickten unteren Enden sind ins Holz eingelagert und beinhalten das was ich für Asci halte, die jeweils 8 Sporen beinhalten. Es ist ca 870µm lang und der Durchmesser am dünnen oberen Ende ca 80µm



    Ein Ascus ist ca 180-190µm lang


    Die Sporen messen 22-28x7,8-8,8µm


    Weiters fand ich einige Pilze die ich für Mucor halte


    Vielleicht könnt ihr damit was anfangen und mich auf die richtige Spur bringen.


    Liebe Grüße

    Erich

  • Hallo Erich

    das ist wohl doch keine Torrentispora. Björn hat mir mittgeteilt das es sich wahrscheinlich um Cryptadelphia handelt und das die Perithezien aufgrund der Kulturbedingungen keine Farbe haben. Feli hat recht das die Anamorphe eine Brachysporium ist und die hängt mit der Cryptadelphia zusammen.


    LG,Eike

  • Verstehe! Es ist für mich immer noch sehr seltsam, dass zwei Entwicklungsstufen ein und desselben Organismus verschiedene wissenschaftliche Namen haben. Ich komme von der Entomologie und analog dazu müßte eine Käferlarve einen anderen Namen als der adulte Käfer haben. Sehr gewöhnungsbedürftig.

    Aber auf jeden Fall Danke für die Erklärungen.

    LG, Erich

  • Hallo Erich,

    danke für den sehr interessanten Beitrag!:thumbup:


    Besonders spannend finde ich den Ascomyceten (Bilder 2-5).

    Etwas ähnliches, allerdings mit kleineren Sporen (15-18 x 5-7 µm) fand ich vor einigen Jahren an Hirschlosung.

    Vermutlich fakultativ, da an pflanzlichen Resten wachsend.





    Ich bin sicher, dass es sich um die gleiche Gattung handelt.

    Wenn es hier zu einer Klärung käme, würde mich das sehr freuen.

    Eike hatte ja schon einige Ideen.:)


    Liebe Grüße und bitte dranbleiben, Nobi

    Bilder

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  • Servus Erich,


    bei Insekten ist es wohl einfacher gewesen, Larvenstadien und Imagines eineander zuzuordnen (beobachten und warten, was dann schlüpft). Bevor die Genetik half, war es bei Pilzen schwierig, herauszubekommen, welche Nebenfruchtform zu welcher Hauptfruchtform gehört und umgekehrt. Deshalb hat man früher eine zweigleisige Nomenklatur gefahren.


    Mittlerweile gilt aber auch bei Pilzen: One fungus, one name. Insofern hat der gezeigte Pilz nur einen Namen. Ob die Gattung aktuell Cryptadelphia oder Brachysporum heißt, weiß ich allerdings nicht. Ich gehe davon aus, dass Cryptdelphia der richtige Name ist (wurde aber erst 2004 beschrieben), da Brachysporium obovatum, der Typus der Gattung Brachysporium, nicht Teil von Cryptadelphia ist (soweit ich weiß). Das Problem ist, dass die "Gattung" Brachysporium deutlich größer als die Gattung Cryptadelphia ist. Und da man ein Brachysporium ganz gut erkennen kann, aber daran nicht direkt sieht, zu welcher Hauptfruchtform das dann gehören wird, ist es für Mykologen, die sich mit Anamorphen beschäftigen, oft leichter, entsprechend eine eigene Nebenfruchtformnomenklatur zu verwenden.


    Man müsste also das Brachysporium und die Hauptfruchtform genau bestimmen, dann kann man sagen, ob sie die gleiche Spezies in unterschiedlichen Stadien darstellen (was wahrscheinlich ist) - oder ob hier zwei relativ nah verwandte Arten zusammen vorkommen. Da ist es pragmatisch, zu sagen, "dass das eine eine Cryptadelphia ist und das andere ein Brachysporium, die aber vermutlich zusammengehören".


    Gehören sie aber wirklich zusammen, dann haben sie letzten Endes wie gesagt beide den gleichen Namen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Hallo Christoph,

    vielen Dank für deine Erklärung. Mir ist schon klar, dass es bei diesen Organismen nicht so einfach ist. Und historisch gewachsene Nomenklaturen sehr schwer umzustellen sind, besonders, wenn sich sehr lange Zeit, sehr gut bewährt haben. Ein Ziel der Nomenklatur muß ja auch sein, dass sie praktikabel ist, was hier ja zutrifft. Ein anderes sollte sein, dass sie auch die systematische Stellung widerspiegelt - was auch bei anderen Organismengruppen nicht immer der Fall ist. Das perfekte System wird es ohnehin nie geben, da es sich um natürliche und damit dynamische, immer wieder an neue Erkenntnisse angepasste Systeme handelt. Also werde auch ich damit klarkommen müssen.


    @ Nobi:

    dein Pilz sieht dem meinen wirklich sehr ähnlich. Ich glaube auch, dass sie zur selben Gattung gehören müsste. Vielleicht ergibt sich ja noch eine Lösung des Rätsels. Hast du relevante Literatur dazu? Vermutlich nicht sonst hättest du sicher schon ein Ergebnis.

    Lassen wir uns überraschen,


    Liebe Grüße

    Erich

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