Beiträge von Erich T

    Hallo Martin,

    danke für deine ausführliche Erklärung. Sie hat mir wirklich weitergeholfen. Besonders, daß die weißen Strukturen der Thallusoberfläche als Pseudocyphellen zu deuten sind, ist eine wichtige Information für mich. Die mikroskopischen Aufnahmen mache ich vor allem um etwas Übung zu bekommen, auch wenn sie für die Bestimmung nicht unbedingt nötig sind.

    Die von dir genannte geografische Verbreitung würde auch eher für P. aipolia sprechen. Der Fund stammt aus dem bayrisch / österreichischen Grenzgebiet. Die Probe mit KOH ist aber eindeutig negativ. Daher denke ich, daß eine P. stellaris vorliegt.


    Liebe Grüße

    Erich

    Liebes Forum,

    diese Flechte fand ich auf einem Ast einer Erle.

    Thallusdurchmesser 3 cm, Oberfläche färbt mit K gelblich, sonst keine chem. Reaktion (P-, C-).

    Die Thallusoberfläche erscheint weiß gefleckt, ich weiß nicht, ob man das als Sorale ansprechen kann.

    Unterseite hell, schwarze Rhiziden.

    Apothecien fast weiß bereift, darunter sehr dunkel, fast schwarz

    Sporen 2 zellig, bläulich gefärbt, 27-30 x 9-13 mü, 8 Sporen pro Ascus.

    Ich würde die Flechte als Physcia stellaris einordnen, würdet ihr mir zustimmen oder liege ich völlig falsch.


    Foto1: Thallus


    Foto2: Apothecien


    Foto3: Thallusunterseite


    Foto4: Thallusquerschnitt


    Foto5: Sporen


    Hoffe auf eure Rückmeldungen.


    Liebe Grüße

    Erich

    Nochmals Hallo,

    habe mir die angebliche Krustenflechte nochmal vorgenommen. Konnte tatsächlich keine Pilzhyphen finden. Die Grünalgen sind in kristalline Strukturen eingelagert, die in KOH nicht löslich sind. Nach dem begrenzten fleckförmigen Erscheinungsbild auf dem Baumstamm bin ich immer noch sehr überrascht, dass es nicht doch eine Krustenflechte ist - muss es aber wohl glauben.

    Den Pyromyceten hab ich ebenfalls nochmals untersucht. Habe diesmal erst nach längerer Suche erneut Asci gefunden, der Ascoporus läßt sich nicht mit Lugol anfärben. Ist sicher etwas aus der Eutypa Verwandtschaft, wie von Andreas hingewiesen, weiter kann ich es aber nicht eingrenzen.

    Liebe Grüße

    Erich

    ok, dann werde ich mir das nochmal genauer ansehen. Wahrscheinlich hast du recht. Werde morgen auch nochmal die Asci des Pyrenomyceten auf Jodfärbung der Ascusspitze prüfen. Das scheint ja ein Kriterium für die Bestimmung zu sein. Werde das dann noch berichten.

    Liebe Grüße

    Erich

    Liebes Forum,

    ich versuche gerade mich etwas bei den Flechten einzuarbeiten und stoße auf erhebliche Schwierigkeiten. Die Krustenflechte fand ich am Stamm einer Hainbuche, am Ufer eines Bergsees auf ca 600m SH (Oberösterreich). Ich fand weder Apo- noch Perithecien und kam auf die unsichere Bestimmung von Pertusaria sp. Es finden sich einige, dunkel umrandete Flächen darauf, am Thallusrand ist deutlich ein weißer Prothallus zu sehen

    (Bild 1).

    Chemie: K+, gelblich; C+, erst gelb, dann orange/braun werdend; P-

    An einer anderen Stelle des Stammes war ein Bereich, auf dem ich aber Perithecien (zumindest halte ich diese Gebilde dafür) fand (Bild 5). Die darin gefundenen Ascosporen (6,4-8,6x1,6-2,0µm) konnte ich keiner Art zuordnen.


    Bild 1: Thallus ohne Fruchtkörper, mit dunkel umrandeten Arealen


    Bild 2: Thallus Oberfläche


    Bild 3: Thallus Oberfläche im Bereich der dunklen Linien auf Bild 1


    Bild 4: Grünalgen auf Thallusoberfläche


    Bild 5: Thallus mit Perithecien?


    Bild 6: Perithecium?


    Bild 7: Perithecium im Schnitt


    Bild 8: Aufsicht auf abgelöstes Perithecium


    Bild 9: Perithecium im Schnitt mit Paraphysen?


    Bild 9: Asci


    Bild 10: Sporen



    Ich wäre sehr dankbar, wenn ihr mir bei der Bestimmung weiterhelfen könntet.


    Liebe Grüße

    Erich

    Vielen Dank euch beiden. Ich dachte mir schon, dass nur anhand der Fotos keine exakte Bestimmung möglich ist. Schließlich hat es auch einen Grund, warum ich mich bisher nicht mit dieser Pilzgruppe befasst habe: es ist wirklich sehr aufwendig. Kulturen anlegen und Sequenzierungen gehen sicher zu weit für eine hobbymäßige Anfrage.

    Zumindest weis ich jetzt in welche Richtung es gehen kann.

    Liebe Grüße

    Erich

    Hallo Thorben,

    habe etwas gegoogelt und die Bilder die ich gfunden habe passen wirklich sehr gut zu Stachybotrys. Du hast mir wieder einmal sehr weitergeholfen.

    Danke und liebe Grüße

    Erich

    Hallo alle,

    habe vor kurzem ein Aststück in eine feuchte Kammer gegeben um zu sehen was sich entwickelt. Bisher nur dieser Pilz, den ich als zu den Mucorales gehörig einstufe. Da ich keinerlei Erfahrung, auch keine Literatur zu dieser Gruppe habe hoffe ich, dass ihr mir weiterhelfen könnt. Ist dies aufgrund der Fotos möglich?

    Die Sporen sind bis zu 10 µm groß (Bild 4).


    Bild 1:


    Bild 2:


    Bild 3:


    Bild 4:


    Auch wenn keine Artbestimmung möglich ist, vielleicht doch eine nähere Eingrenzung und auch eine Bestätigung ob es sich wirklich um Mucorales handelt.


    Danke und liebe Grüße

    Erich

    Großartig, vielen Dank für die vielen hilfreichen Tipps. Ohne sie wäre ich nie zu einer Bestimmung gekommen. Wieder ein Pilz, den ich bei einem nächsten Kontakt hoffentlich besser erkenne. Zumindest habe ich gelernt, worauf ich zu achten habe.


    Liebe Grüße

    Erich

    Hallo miteinander,

    jetzt habe ich noch einen Querschnitt der Huthaut gemacht. Hier glaube ich, dass man die Schichtung gut erkennen kann: ganz aussen lockere Hyphen, darunter eine dichtere Schicht, darunter die weitlumigere Tramaschicht.

    Seht ihr das auch so, und bestätigt das die Bestimmung?



    Liebe Grüße

    Erich

    Dann vielen Dank an alle für Eure Bemühungen. Damit scheint mir Pholiota oedipus am plausibelsten. Ich habe jetzt auch mit dem Gröger geschlüsselt, dort ist der Hutdurchmesser mit 15-50mm angegeben. Das scheint ein Fehler in der Funga Nordica zu sein. Alle Fakten zusammengenommen und der Vergleich mit euren Daten machen mich jetzt ziemlich sicher.


    Liebe Grüße

    Erich

    Super die Porträts, die sind wirklich sehr aussagekräftig. Für die Sporen hab ich nun mein schärfstes Geschütz aufgefahren. Ein PlanApo 63/1,4 Ölimmersion. Aber auch damit konnte ich keine Keimporen erkennen. Trotzdem kommt Ph. oedipus schon sehr nahe an meinen Pilz heran. Was mich stutzig macht ist, dass in der Funga nordica dieser Pilz mit einem Hutdurchmesser von 5-20mm beschrieben ist. Meiner hatte satte 50mm.




    Hier nocheinmal Bilder der Huthaut. Kann man damit etwas anfangen?

    Liebe Grüße

    Erich

    Habe nochmals alles gecheckt. Einen Keimporus kann ich nicht finden. Ich verwende die Funga nordica für meine Bestimmungsversuche. Wenn ich alles bisher Gesagte zusammenfasse und vergleiche (Sporengröße, Cheilozystidenform, etc,) gelange ich am ehesten zu Philotina tuberculosa. Allerdings finde ich es passt die Farbe des Fruchtkörpers nicht wirklich und auch sollte eine Ringzone vorhanden sein, die ich auch nicht erkenne.


    Cheilozystiden


    Was haltet ihr von diesen Überlegungen, oder helfen die abgebildeten Cheilozystiden weiter?


    Liebe Grüße

    Erich

    Vielen Dank für die vielen Anregungen,

    Karl: es war mir klar, dass es nicht ganz zu Pholiotina passt, deshalb auch mein Hilferuf an das Forum. Bild 6 ist mit Ölimmersion aufgenommen. Einen Keimporus kann ich nirgends erkennen.


    raphael: Hebeloma muss ich mir nochmal genauer anschauen ob das in Frage kommt. In Melzer habe ich keine Verfärbung der Sporen erkennen können. Diese eigenartigen Hyphen am Stiel hätte ich auch als Zystiden interpretiert. Wüsste nicht was es sonst sein sollte.


    @Beli: natürlich verfärbt die Aufnahme mit Blitz etwas. Ich glaube aber im Großen und Ganzen ist es sehr ähnlich der echten Farbe. Wobei ich dazu sagen muss, dass ich den Pilz bei Regen gepflückt habe und er eine eher schleimige Oberfläche hatte. Bis ich zu Hause war, hatte ich den Eindruck, dass er sich bereits etwas verdunkelt hat. Ich werde euch nochmal Richtung Phholiota nachschauen.


    Bin gespannt was sich noch ergibt.


    Liebe Grüße

    Erich

    Liebes Forum,

    diesen Pilz fand ich in einem Moor am Boden. Es scheint, er wuchs auf Blättern und Pflanzenresten.

    Höhe: 6cm, Hut DM 5cm,

    Stiel: hohl, 8x40mm, am Fuß am dicksten, nach oben verjüngend.

    Der Sporenabwurf hell schokoladenbraun

    Sporen nicht skulpturiert, ohne Keimporus aber mit kleinem Anhängsel.

    Schnallen vorhanden.

    Geruch: pilzig.

    Meine Bestimmungsversuche führen in Richtung Pholiotina, ev. Ph. aporos. Dabei bin ich aber äußerst unsicher und bitte um eure Mithilfe.


    Bild 1:

    41282490hg.jpg


    Bild 2:

    41282491lm.jpg


    Bild 3:

    41282492sj.jpg


    Bild 4:

    41282493zr.jpg


    Bild 5:

    41282494ro.jpg


    Bild 6:

    41282497be.jpg


    Bild 7:

    41282499nl.jpg


    Bild 8:

    41282500mf.jpg


    Bild 9: Huthaut

    41282501yk.jpg


    Bild 10: Huthaut

    41282503sc.jpg


    Bild 11: Stiel

    41282504vx.jpg


    Ich freue mich über Eure Rückmeldungen und bin neugierig, wie weit ich danebengelegen bin.

    Liebe Grüße

    Erich

    Hallo Stefan,

    danke auch für dieses Vergleichsbild. Für mich ist das eine sehr unübersichtliche Gruppe, bei der ich ohne Hilfe auf keinen grünen Zweig kommen würde.

    Habe auch gerade gesehen, dass das sogenannte vergrößerte Bild nicht vergrößert dargestellt wurde. Ich stelle es daher nochmals ein. Vielleicht läßt sich damit etwas anfangen.


    LG

    Erich

    Hallo Pablo,

    das mit der Farbe von Sporenpulver und Lamellen ist mir klar. Die Härchen bei meinem Fund kann ich nicht so deutlich erkennen wie auf Stefans Foto. Würdest du sagen, dass man sie auf dem vergrößertenBild erkennen kann?


    Liebe Grüße

    Erich

    Liebes Forum,


    auf einem bemoostem Baumstumpf wuchsen diese kleinen Pilzchen (Bild 1 bis 5). Sie sind etwa 3 cm hoch, derHut ca 6x 6 mm groß. Der Sporenabwurf ist schwarzbraun (Bild 6), die Sporen verfärben sich nicht in Melzer, Keimporus liegt zentral, Größe durchschn. 9,6x4,2µm (Bild7). Cheilozystidien sind inkrustiert, das Endstück zylindrisch, 75 x 17(Basis) 9,5(Endstück) µm (Bild 8). Am Stiel vereinzelt Zystidien (Bild 98).


    Bild 1:


    Bild 2:


    Bild 3:


    Bild 4:


    Bild 5:


    Bild 6:


    Bild 7:


    Bild 8:


    Bild 9:


    Ich wäre sehr dankbar, wenn mir jemand bei der Bestimmung weiterhelfen könnte. Meine Bestimmungsversuche führen mich in die Nähe von Coprinopsis, aber irgendwie passt alles nicht so richtig zusammen. Die Pilzchen sind inzwischen verschrumpelt und kaum noch vorhanden. Weitere Merkmale zu untersuchen wird wohl kaum möglich sein, aber vielleicht genügt ja das Vorhandene.


    Liebe Grüße

    Erich

    Hallo Pablo,

    vielen Dank für die ausführliche Erklärung. Besonders der Vergleich mit den in deinem link vorgestellten Beispielen, ist sehr überzeugend. Was ich auch aus dem Ganzen gelernt habe: ein Bestimmungsbuch kann nicht die Erfahrung und das Gesehen haben von vielen Varianten, ersetzen.


    Liebe Grüße

    Erich

    Hallo Beli,

    danke für deine Antwort, I. lacteus passt auch von der Sporengröße her besser. Aber sollte der nicht auch enkrustierte Zystidien haben, oder verschwinden die mit dem Alterungsprozess?

    LG

    Erich