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letzter Beitrag von silbergrau am

Waage mitnehmen!

  • Quelle


    Zitat

    Zwei Pilzsammler haben in einem Wald nahe Ibach bei Waldshut in Baden-Württemberg gegen das Bundesnaturschutzgesetz verstoßen. Die 67 Jahre und 69 Jahre alten Männer haben am Dienstag ihren Kofferraum mit Pilzen beladen, wie die Polizei mitteilte.

    Einem Zeugen fiel die große Menge an Pilzen auf – er verständigte die Polizei. Die Beamten entdeckten im Auto 19 Kilogramm Steinpilze. Laut Gesetz darf jede Person pro Tag ein Kilogramm Pilze im Wald sammeln.

    Grüßle ... und so :)


    Meine, meist falschen und dilettantischen, oft auch einfach so hingeworfenen, Bestimmungsversuche stellen in keinem Fall und niemals eine Essensfreigabe dar!


    Schwammerl! Es heißt Schwammerl!
    94 Chipse. 2 x 3 verloren für Porlingswette.

  • Hallo Silbergrau,


    uuups, dabei dachte ich immer, in BW dürften 2 kg pro Person und Tag gesammelt werden ... Aber schon krass - 19 kg! ==Gnolm11 Das ist echt ungerecht verteilt dieses Jahr, da hat der liebe Wettergott Mist gebaut. ==Gnolm6


    Grüßle

    Heide

  • liebe Pilzfreunde,

    zu diesem Thema „Massensammler“ , ist in unserer Schwarzwald SW-Ecke - an die Schweiz und Frankreich angrenzend, zu Pilzrunzeiten,

    wiederholt folgende Praxis angewendet worden! In Seitentälern - exponierten Parkplätzen - Wald-und Wiese abgestellten Fahrzeugen, wurden speziell „Auslandkennzeichen“ von offizieller Seite festgestellt - und gleichentags bei Ausreise am jeweiligen Zoll - speziell nach

    Pilzen befragt und kontrolliert! Es wurden bei diesen Maßnahmen, diverse Übertretungen an Menge und Gewicht festgehalten, die Pilze gingen an öffentliche Einrichtungen/Krankenhäuser etc , Bußgelder bis 5ooEU ausgesprochen!

    LG Walter

  • Doch, doch, der Wald bei Ibach, der kann das. Das ist Hochschwarzwald. Ich war selber schon mal dort. Da gibt es auch die berühmten "gelben Teppiche" bestehend aus Pfifferlingen. Der Wald wird, genauso wie Walter das geschildert hat, viel von Schweizern und Franzosen "heimgesucht", denen die noch strengeren Kontrollen in ihren Heimatländern nicht in den Kram passen. Aber was für die Zeitungsmeldung schlecht recherchiert wurde, ist die Rechtslage. In Wirklichkeit gibt es in Deutschland überhaupt kein "Gesetz", das eine Sammelmenge auf 1 kg täglich beschränken würde. Es müsste sich (wenn überhaupt?) daher um eine lokal erlassene Vorschrift der Gemeinde bzw. des Landkreises handeln. In der Bundesartenschutzverordnung ist lediglich das Sammeln von Pilzen "in geringen Mengen für den Eigenbedarf" freigestellt, von einer konkreten Menge ist dabei nicht die Rede. Wieviel kg sich hinter dem Begriff Eigenbedarf verbergen, entscheidet der Forst- bzw. Polizeibeamte vor Ort, und da gibt es bekanntlich entspannte und übellaunige. Selbstverständlich sprengt der Kofferraum voller Pilze mit 19 kg Gewicht jede irgendwie geartete Eigenbedarfs-Unterstellung. Vermutlich waren die Pilze ohnehin in gewerblicher Absicht (aber ohne dass ein Gewerbeschein oder eine Erlaubnis der Forstbehörde vorgelegen hätte) gesammelt worden, und wenn man dabei verwischt wird, kostet es halt richtig was, so ist die Spielregel.


    Also das mit den 1 kg dürfte nicht so eng gesehen werden, außer die in Ibach haben eine spezielle Regelung. Ist ja auch vernünftig, denn bei 2 großen einzelnen Steinpilzen kann die Grenze schon mal locker überschritten sein. Noch ein Tipp: schneidet man direkt am Fundort die verschmutzten oder madigen Stellen ab, zählen sie bei einer eventuellen Verwiegung durch Kontrollpersonen nicht mit. Tut man das nicht, werden sie mitgewogen, inklusive des anhaftenden Drecks.


    Noch was nebenbei: wenn ich bei der Pilzsuche sehr erfolgreich war und stelle dann Fotos von Pilzbergen mit 5 kg Gewicht oder noch mehr ins Netz (so wie z. B. gestern Abend wieder), mache ich mich potenziell angreifbar. Also: wenn ich schon so viel gesammelt habe, dann genieße ich mein Glück im Stillen und teile es nicht unbedingt mit Anderen.


    FG

    Oehrling

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

    7 Mal editiert, zuletzt von Oehrling ()

  • Ja. Genau das war auch mein erster Gedanke ...
    Wenn das hier so weiter geht, komm ich nicht einmal auf 19 Gramm in diesem Jahr.

    Grüßle ... und so :)


    Meine, meist falschen und dilettantischen, oft auch einfach so hingeworfenen, Bestimmungsversuche stellen in keinem Fall und niemals eine Essensfreigabe dar!


    Schwammerl! Es heißt Schwammerl!
    94 Chipse. 2 x 3 verloren für Porlingswette.

  • Hallo Oehrling,


    danke für Deinen Kommentar.


    Du hast absolut recht. Still geniessen und nicht auch noch Bilder posten!


    Sonst kommt man (auch ich) schnell in ein "Wettrüsten", und das steckt andere (auch mich) an.


    Ich nehme für mich mit: Ein paar schöne Speislinge zeigen ist wunderbar, aber wenn es um den Mengenaspekt bzgl. Sammeln geht, ist es (für mich) besser den Schnabel zu halten.


    Grüßle

    RudiS

  • Zu dem Bericht habe ich den Fund auf Foto gesehen. Zwei klassische Körbe voll und ein Sack gleichen Ausmaßes.

    Die Strafe beläuft sich auf 1700 Euro weil jeder ein Kilo behalten durfte. Sonst wären es 1900 Euro.

    So viele Pilze sind das nicht, meine ich. Einen vollen Korb Steinpilze, klar, wer würde den nicht gerne nachhause tragen.

    Die Oppas tun mir schon leid. Wenn die Rente so verbraten wird müssen die demnächst noch sehr viel mehr in den Wald um etwas zum Essen zu besorgen.

  • Das hätte ich bis heute auch unterschieben. Auf den Höhen des mittleren Schwarzwaldes sieht es inzwischen besser aus. Ich habe so im vorbeilaufen die Schönsten gesammelt und die Großen stehen lassen. Bei einer strengen Kontrolle hätte ich mindestens eine Begleitperson gebraucht. In meinem Gebiet war ich seit zwei Wochen nicht. Ich vermute, dass da immer noch Dürre und Pilzleere herrscht.


    Gruß Alis

  • Noch was nebenbei: wenn ich bei der Pilzsuche sehr erfolgreich war und stelle dann Fotos von Pilzbergen mit 5 kg Gewicht oder noch mehr ins Netz (so wie z. B. gestern Abend wieder), mache ich mich potenziell angreifbar. Also: wenn ich schon so viel gesammelt habe, dann genieße ich mein Glück im Stillen und teile es nicht unbedingt mit Anderen.


    FG

    Oehrling

    So sieht es wohl aus, deswegen mache ich das schon lange nicht mehr.

    Nur, wer bestraft eigentlich die sog. ökologische Forstwirtschaft, die durch den Einsatz der panzerähnlichen Maschinen im Wald die Pilzhabitate in 24h nachhaltiger schädigen als es 3 Generationen exzessiver Pilzsammler während ihres ganzen Lebens jemals vermöchten?

  • Hallo Stephan !


    In meine Umgebung ist 2 kg pro Person - Tag erlaubt . Darf ein 10 Jähriges Kind auch 2 kg pro Tag sammeln oder nur Erwachsene . Polizei - Forstmänner hier Toleriert größere Menge Pflücken für Familienbedarf , 5 und mehr Kilo


    LG beli !

    Hallo beli, die 2 kg gelten für jede Person, auch für Kinder. Das habe ich gerade im Pilzkurs gelernt.

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


    Hier im Forum gibt es grundsätzlich keine Verzehrfreigaben.

  • Nur, wer bestraft eigentlich die sog. ökologische Forstwirtschaft, die durch den Einsatz der panzerähnlichen Maschinen im Wald die Pilzhabitate in 24h nachhaltiger schädigen als es 3 Generationen exzessiver Pilzsammler während ihres ganzen Lebens jemals vermöchten?


    Genauso so ist es!


    Ich wollte das kürzlich bei einer parteiinternen Mitgliederversammlung, in der es u.a. auch um eine geplante Trasse für Windräder mitten durch den Wald ging, mal zu Sprache bringen. Da hatte ich allerdings den Eindruck, dass mir überhaupt nicht zugehört wurde. Das einzige, was interessierte, war die befürchtete Geräuschentwicklung.


    HG, Josef

  • Im Schwarzwald sehr gut möglich. Ich bin seit Ende August unterwegs und es hat hervorrragende Steinpilze und jetzt echt extrem viel und sie wachsen permanent nach. Auch alle anderen Pilze kommen nun, alles ist schön feucht, perfekte Bedingungen.


    1kg ist einfach lächerlich. Ich denke das überschreitet eigentlich jeder Sammler.

    Pilze im Wald putzen ist sinnvoll, nicht nur wegen dem Gewicht, sondern auch um Würmer rauszuschneiden, die fressen nämlich sonst weiter. Auch bleibt der Pilz-Biomüll dort wo er hingehört: im Wald.

    Kontrollen sind trotzdem wichtig, denn sonst artet es aus und man hat schnell kommerzielle Sammler die alles abgrasen und oft von auswärts anreisen. Die lokale Bevölkerung die seit Jahrunderten in ihrem Lebensraum sammelt sollte aber mit Nachsicht behandelt werden.

  • In der Tat ein bedenkliche Entwicklung. Das sind dann bald keine Wälder mehr, sondern Industrieparks mit Bäumen. Für jedes dieser inzwischen enorm großen Windräder muss eine Trasse in den Wald geschlagen werden, die sich mit schweren LKW befahren lässt, Kurvenradien so groß, dass man auch mit Tiefladern und den geladenen, gigantischen Rotorblättern um die Kurve kommt. Dann wird ein riesiges Fundament aus Beton gegossen (bis 1000m³) und dann steht diese lärmende und die flugfähige Tierwelt erschlagende Anlage dort. Die größte Gefahr für den Wald ist aber eine andere: In Zeiten von Dürresommern wie diesen kann der gesamte Wald abgefackelt werden, denn die Windräder können auch brennen und brennende Teile fallen dann direkt in den Wald. Löschen dieser Türme unmöglich. Wer googelt findet erschreckende Videos, allein schon in Deutschland und von diesem Jahr! Zum Glück bisher auf abgeernteten Feldern, aber ein Brand einer Anlage im Wald ist nur eine Frage der Zeit.

  • Hallo,


    In meinem Lieblingspilzwald muss es wohl zwischenzeitlich mal etwas geregnet haben.

    Letzte Woche war mit den Steinpilzen noch tote Hose, Heute war ich wieder dort, hatte aber nur eine Tüte dabei.

    Das Ergebnis (hab's zum Spass mal nachgewogen): knapp 800 gr. kleine bis mittlere Steinpilze und ca. 200 gr. andere Pilze.

    Das ist ungefähr die Menge, die ich üblicherweise maximal mitnehme, mehr würde auch nicht in mein Körbchen passen.

    Also alles im grünen Bereich. Eine Waage werde ich daher nicht mitnehmen müssen.

    1 Kg hört sich erstmal wenig an, ist aber doch mehr als man vielleicht denkt. Ich hätte meine ungewogen nahe der 2 Kg-Grenze geschätzt, war aber nur knapp 1 Kg. Da die Pilze unvermadet waren und ich nur wenig Abfall hatte, ergab das bei mir 3 Portionen als Beilage und noch 3 Siebe zum Trocknen. Mehr könnte ich sowieso nicht auf einmal verarbeiten.


    @ Radpilz:

    In meinem Beitrag ging es mir eigentlich nicht um die Windräder selbst; ich wollte damit nur sagen, dass sich anscheinend niemand ausser uns für das Thema Zerstörung der Wälder und damit des Lebensraums für Pilze interessiert.


    HG, Josef

  • Hallo zusammen,


    also, ich erinnere mich, dass in den 70er und 80er Jahren im Südschwarzwald regelrechte Pilz-Safaris von den südlichen Nachbarn veranstaltet wurden, wo die Sammler sich über Walkie-Talkies (damals gab's noch keine Smartphones) gegenseitig zu den besten Plätzen gerufen haben. Es wurde so extrem, dass der Pfifferling vom Aussterben bedroht war, weil er nicht mehr reif werden und aussporen konnte, bevor er gepflückt wurde.

    Das Regierungspräsidium Freiburg hat dann Ende der 80er oder Anfang der 90er festgelegt, dass südlich der B31 nur noch maximal 1kg pro Person und Tag gesammelt werden darf. Das wurde von den Landkreisen als Naturschutzbehörden umgesetzt und gilt bis heute, und ist auch die Grundlage für die Regelung, die in Ibach Gültigkeit hat.


    HG Günter

    Ein Standpunkt ist en Gesichtskreis vom Radius Null (Einstein) - ergo: Pilzsammler sollten niemals einen Standpunkt vertreten ;)

  • Apropos Waage:


    Vielleicht wären wir gestern auf über 2 Zentner gekommen, wenn wir alle Satansröhrlinge gewogen hätten, die wir im Lauf unseres Spaziergangs (Lauterach, Südrand Schwäbische Alb) sahen.

    Viele alte Schlappen in Fussballgrösse, aber auch etliche im Jugendstadium...


    Liebe Grüße

    Ralph



  • Hallo RudiS,


    jetzt wo Du es sagst...

    Ich habe natürlich nicht alle umgedreht, aber zumindest die, die ich mir genauer anschaute waren m.E. welche.

    Beim letzten Bild beschleichen mich jetzt aber auch gewisse Zweifel...


    Liebe Grüße

    Ralph

  • Hallo Ralph,


    auf dem 2ten Bild der umgedrehte FK sieht für mich ein wenig nach Satan aus, wg. der Farbe des Hutes. Der Stiel ist aber auch nur wenig typisch rötlich gefärbt. Bei den anderen Schlappen sieht man einfach zu wenig. Und der gelbliche Stiel auf dem letzten Bild sieht schon nochmal anders aus.


    Durxh meine (nicht sehr große Erfahrung mit dem Teufel) weiß ich, dass diese Röhrlingsarten oft im Rudel wild durcheinander wachsen.


    Konkrete Bestimmungstips kann ich aber auch nicht liefern.


    Grüßle

    RudiS

  • Die Geräuschentwicklung ist das allerwenigste. Bei mir in der Gegend wurden vor einigen Jahren 8 dieser Windräder mitten im Wald aufgestellt. Die Verwüstungen die dadurch angerichtet wurden sind einfach nur unvorstellbar.

    Nicht nur, das diese - mit Verlaub- Scheißdinger die komplette Landschaft verschandeln, so liefern sie auch mangels ausreichend Wind die Hälfte des Jahres keinen Strom.

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