Beiträge von Wutzi

    Hallo Jörg,

    für belastbare Aussagen reichen Fotos bei Täublingen selten aus. Was bei Pfifferling und Marone funktioniert, ist da deutlich komplizierter, weil das Artenspektrum wesentlich vielfältiger ist. Mitunter ist dieselbe Täublingsart ganz unterschiedlich gefärbt. Am besten du gibst alles an Informationen, was möglich ist. Begleitbäume, lässt sich die Huthaut abziehen, Geruch, Geschmack (nu bei Täublingen und nach 30 sec. ausspucken!) Längschnitt. Du kannst einen Sporenabwurf machen, damit erkennbar ist ob die Sporen cremeweiß oder dunkelocker oder irgendwie dazwischen gefärbt sind. Alles was du an Informationen aus dem Pilz herausbekommst, kann wichtig sein.

    Hallo zusammen,


    hier ist das Ergebnis der genaueren Betrachtung der kleinen borstigen Becherlinge von der meiner Radtour am Schwarzaufer.

    Die kleinen bis 3 cm Durchmesser großen Fruchtkörper wuchsen in der Nähe eines baufälligen Gebäudes am Boden zwischen verrottetem Holz in der Laubstreu. Das Hymenium hat eine porzellanähnliche weiße Farbe. Die Fruchtkörper sind halbkugelig. Das Fleisch ist zäh.


    1.


    2.


    3.



    4. Die Außenseite der Halbkugeln ist mit kleinen spitzen braunen Borsten übersät.


    5. Auffällig sind die septierten Paraphysen; Asci mit 8 Sporen.


    6. feinwarzige Sporen mit zwei Öltropfen


    7. Die Ansammlung des weißen Pulvers im Inneren des ersten Fruchtkörpers erwies sich als Sporenpulver.


    Damit stimmen die Mikro- und Makromerkmale mit den Vorschlägen der Forianer des letzten Onlinetreffens und dem Tipp von Aretah überein.

    Falls jemand Kontakt zu 123-Pilze hat: da sind die Sporen als glatt ausgewiesen. Vielleicht mag das jemand korrigieren.

    Ach Elisabeth, nee: "Sequenzieren" ==Gnolm6 .

    Im Onlineforum bekam ich den Namensvorschlag auch schon. Wir haben den Pilz dort noch ein bisschen diskutiert, unter anderem über den gelegentlichen Schimmelbefall gesprochen. Und ich Grobmakroskopikeren wollte den einfach einmal nach allen Regeln der Kunst unter die Lupe nehmen, weil Ascos manchmal ein ganz schickes Innenleben haben. Und natürlich wollte ich sehen, ob ich die Merkmale nachvollziehen kann. Ich mach von dem Ergebnis später mal einen eigenen Beitrag. 🥴

    Ich bin ganz bei euch mit den Wiederholungen und der" Bloatware". Manchmal ist es aber so, dass zeitgleich geantwortet wird. Mir ist schon passiert, dass ich beim Schreiben länger gebraucht habe und in der Zwischenzeit schon 3 Antworten zwischengeschoben waren. Das lässt sich dann später nicht mehr rekapitulieren und wirkt wie sinnlose Wiederholung. Das ist aber natürlich eher Ausnahme, als Regel.


    LG Michael

    Hallo Michael,

    das passiert doch häufig und ist völlig normal. Ist ja auch nicht schlimm, denn der Beitrag wird nicht noch einmal nach ein paar Stunden als ungelesen markiert. Auch Wiederholungen mit der Erklärung weiterer Aspekte sind völlig in Ordnung. Aber diese reine Redundanz nach Stunden zu Trivialanfragen mit ein paar Allgemeinplätzen kostet Zeit, weil man noch einmal nachliest und ist so überflüssig wie ein Kropf.

    Die 35) ist Humaria hemisphaerica.


    LG

    Hallo Elisabeth, danke, das war gestern Abend auch mein Arbeitstitel. Mit deiner Expertise könnte ich ja eigentlich auf die Auswertung der Mikrobilder verzichten. Aber ich werde das wohl trotzdem noch aufbereiten. So lernt es sich einfach besser.

    Hallo Schupfi,

    danke für die Einschätzung der Lorchel.

    Echinoderma calcicola war mir beim Googeln nach Andreas Beitrag auch ins Auge gesprungen. Da hat mich nur die Farbe, dieser dunkle Kakaoton gestört. Aber mein Pilz war ziemlich mit Laub bedeckt, da sind sie schon mal bleicher.

    Ich bin jetzt sehr zuversichtlich, dass ich zumindest die Gattung auf dem Schirm habe, wenn ich ihr wieder begegnen sollte. Und liegen lasse ich so ein Exemplar natürlich auch nicht noch einmal.

    Danke für deine Hilfe!

    Hallo Claudia, wie toll, so einen Hotspot mit so vielen Arten auf engstem Raum zu finden. Da kann man sich ja dann vergnügen.

    Bei diesem Täubling handelt es sich um den Kurzstieligen Ledertäubling - Russila cremor.

    Meinst du Russula curtipes?


    LG Sebastian

    Danke Sebastian, wenn es die Chance gibt irgendwo einen Namen zu vermurksen, dann gelingt mir das ziemlich zuverlässig. Schön, dass du aufgepasst hast.

    Von diesem Kurzundschön musste mich erst das Mikroskop überzeugen.


    Da wäre ich vollkommen ratlos gewesen. Ist ja irre, wie unterschiedlich die daherkommen können. Aber die Huthaut war ja schleimig, bei deinem Pilz. Meiner hatte eher eine samtige Struktur. Ds Präparat fürs Mikroskop musste ich abbröckeln, die Huthaut war kein bisschen elastisch. War sie das bei deinen Präparaten?

    In der Gattung Xerula gibt es übrigens mit X. caussei auch noch eine weitere Art, die in unseren Gefilden vorkommt.



    Björn

    Na der wäre doch schon mal wesentlich passender, Björn ==Gnolm13.


    Nach dieser Anregung, in der Gattung Xerula zu suchen, habe ich jetzt Xerula pudens entdeckt. Mit dem könnte ich mich tatsächlich ganz gut anfreunden. Der hat diese dicken und auseinanderstehenden Lamellen. Was ich eigenartig finde, sind auch diese sehr dicken Lamellen. Das passt zu X. radicata nicht so gut.

    Ich wittere Morgenluft! Morgen, gutes Stichwort , vergleiche ich die gesamten Merkmale mit den heimischen Xerula-Arten. Mal sehen, was dabei herauskommt.



    Hallo Stefan, bist du sicher? Das ist doch garantiert ein Langundbreit.

    So,

    nun hab ich das doch noch wieder gefunden. 2019 als echinaceum verbucht (was nicht heißt, dass das gesichert ist). Alter und Witterung sollten bei den zarten Strukturen eine Rolle spielen…

    Gruß

    Andreas

    Hallo Andreas, vielen Dank! Wenn dein Pilz Echinoderma echinaceum ist, dann kommt das wirklich hin. Allerdings waren die mir zugänglichen Vergleichsbilder alle ein bisschen anders. Du hattest den nicht unterm Mikroskop, oder?


    Immerhin wissen wir jetzt ziemlich sicher, dass mein Fund wohl dasselbe ist wie deine Echinoderma echinaceum.

    Hallo Stefan, das wäre ohne diese schneeweißen Lamellen tatsächlich auch ein guter Ansatz. Die hatte ich hier in der Gegend sogar schon gefunden. Allerdings passt da die vollständig schuppenlose, abgesetzte, helle Stielspitze auch nicht hundertprozentig.

    Naja, es ist hier ja auch schon mehr als nur die Huthaut. Aber diese Zellstruktur schließt halt schon ganz viele Gattungen aus. Dazu noch große, hyaline Sporen und es bleibt ja fast nichts mehr übrig.


    Björn

    Hallo Björn, die Sporengröße hatte ich zumindest registriert, aber mangels einschlägiger Vergleiche hat mir das nicht weitergeholfen. Wie gut, dass ich hier immer ein paar Joker habe🥴.

    Auch was Raphael,

    ich bin robust. Wer austeilt, muss auch einstecken können. Aber so im Stillen hatte ich tatsächlich gehofft, etwas Besseres entdeckt zu haben. Naja, nächstes Mal vielleicht.

    Beruhigend, dass du als Profi auch auf Pilze reinfallen kannst. Da ist mir das jetzt nur noch halb so peinlich, dass ich den Langunddünn nicht erkannt habe.

    Hallo Claudia,


    aber insgesamt hat sich die Investition doch gelohnt, zeigt sie doch u.a. wie wichtig die Huthaut sein kann.


    Björn

    Eigentlich ist es unglaublich Björn, dass nur allein das Runzelige der Huthaut artbestimmend sein soll. Da war so gar nichts Klebriges an dem Hut. Und die Mikromaße überprüf ich vorsichtshalber noch mal. Nicht, dass ihr mich alte Frau veräppelt.

    Normalerweise ist es doch immer die Summe aller Merkmale, die zu berücksichtigen sind. In diesem Fall reduziert sich das auf die Struktur der. Huthaut und die Mikromerkmale. Das ist schon ziemlich spooky.

    Aber aufschlussreich war das in der Tat.

    Hallo Stefan, nein, da war noch keine einzige Spore, aber die blütenweißen Lamellen sind zumindest ein Indiz für einen Weißsporer. Hätte ich geahnt, dass der Pilz solchen Stress macht, hätte ich ihn zu den Täublingen in den Helm gepackt. Aber ich werde da demnächst sowieso noch einmal hinfahren und ein paar Döschen und Kästchen mitnehmen. vielleicht habe ich ja Glück und finde einen weiteren.

    Hallo Björn, Raphael und Jörg,


    habt ihr eine Vorstellung, wie viel Blut, Schweiß und Tränen in der Aufarbeitung dieses ganz besondern Fundes stecken. Und dann so ein Trivialpilz. Ich fasse es nicht. Der war nicht schleimig und ganz kurz. Seid Ihr ganz sicher, dass ich keine neue Art entdeckt habe, so wie Brummel zum Beispiel vorschlug.


    Nein? Kein bisschen? Nun denn.

    Dann danke ich Euch für das Schließen einer meiner Wissenslücken, obwohl ihr mich am Boden zerstört zurücklasst. Einfach verrückt, diese Funga!

    Hallo Jasmin,

    alles gut. Pratzen hinter dem Pilz sind gerade noch so akzeptiert. Wurstfinger über dem Stiel hingegen nicht. ==Gnolm4

    Immerhin lagst du bei der Gattung richtig. Ansonsten sind Champignons ebenso wie Champions ziemlich heikel. Es ist schwer Champignons festzunageln und Champions lassen sich wahrscheinlich auch nicht gern festnageln. Für viele der 60-80 Champignon-Arten brauchst du gute Literatur und ein Mikroskop. Bei den Champions sollte zumindest eine zweite Person zum Festhalten dabei sein.


    Sorry, das war so eine schöne Vorlage und mir war gerade nach Klamauk.

    Hallo,

    bin bei Beli.

    Die rätselhafte 23 könntest Du mal mit Echinoderma (Lepiota) echinaceum vergleichen.

    Gruß

    Andreas

    Hallo Andreas, vielen Dank! Den Tipp hatten die Kollegen beim Onlinetreffen auch schon gegeben und ich habe daraufhin auch mit Echinoderma echinaceum verglichen. Aber die hätte ja richtig isolierte spitze Schuppen, während mein Rätselpilz eher so etwas wie faserige Schuppen hat.

    Aber weil ihr so hartnäckig seid👍🏼, habe ich gerade weiter in der Richtung gegoogelt und bin auf Echinoderma calcicola gestoßen. Da würde die Struktur der Schuppen passen, aber der Rest wiederum nicht. Es gibt ja noch etliche andere Arten, zu denen mir jedoch die einschlägige Literatur fehlt. Ich werde den Pilz also als Echinoderma spec. ablegen. Der Rest ist was für die Profis.