Mir gefällt der Gedanke meine eigene Sporenpampe in Rumänien anzurühren und diese dann über meine Lieblingseiche zu gießen. In der Trockenheit dann mit Fahrrad, Gießkanne und Tropenhelm zum Heiligen Gral. Wenn dann meine ersten Babies kommen, werde ich glücklich sein. Kommt zu eurer Mami in die Bratpfanne.
2 Kaiserlingsfunde in D. i. d. letzten Woche - Amanita Caesarea breitet sich nach Norden und Osten aus
- Albus
- Erledigt
Es gibt 54 Antworten in diesem Thema, welches 3.238 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Wolfgang P..
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Aus meiner laienhaft Sicht fände ich es auch problematisch, bei einer menschengemachten Verbreitung, dass anderen Mykorrhiza-Arten, die hier heimisch sind, die Chance genommen würde, einen passenden Baumpartner zu finden.
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Aus meiner laienhaft Sicht fände ich es auch problematisch, bei einer menschengemachten Verbreitung, dass anderen Mykorrhiza-Arten, die hier heimisch sind, die Chance genommen würde, einen passenden Baumpartner zu finden.
Da würde ich mir keine Gedanken machen, die Baumpartner können durchaus Mykorrhiza mit verschiedenen Pilzen eingehen. An meiner Kaiserlingstelle wuchsen beim Erstfund gleichzeitig noch Ziegenlippen, bei einem späteren Besuch gab es Sommersteinpilze und einen nicht näher untersuchten rothütigen Täubling. Da es eine einzelne freistehende Eiche ist kommen da keine anderen Baumpartner in Frage weil mögliche weitere Partnerbäume zuweit entfernt sind.
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Hallo,
Zunächst nochmal herzlichen Dank an Wolfgang P. auch für die letzte Info mit der Anleitung zur Suspensions-Herstellung. Das habe ich natürlich nicht gewußt.
Es wundert mich kaum, und es macht mir gar nichts aus, daß sich wieder mehr Bedenkenträger als Antworter auf konkrete Fragen (rein theoretischer Natur) melden. Das hatte ich erwartet, da ich ähnliche Fragen schon mal vor einem Jahr in einem anderen Thread gestellt hatte, mit einem quasi null Erkenntnisgewinn. Diesmal lief es sehr gut, vor allem ank Wofgang, und ich hätte noch eine letzte Frage zu diesem Themenkomplex, die ich am schon noch stellen
Ich muß aber schon ein paar Sachen anmerken:
- Die Bedenken der Bedenkenträger sind total unbegründet, da sie offensichtlich nicht richtig verstanden haben, was ich schrieb und fragte, und Sachen reininterpretiert und unterstellt haben, worum es MIR gar nicht geht ("Dieser komische Vogel Albus glaubt, daß er den Kaiserling vermehren kann"). Kann sein, daß ich das nicht deutlich genug für manche erklärt habe, aber es kann auch nicht sein, daß man jedesmal statt 3 ungefähr 10-20 fettgedruckte Disclaimer vorweg schicken muß bevor man eine einfache Frage stellt, um überhaupt eine valide Antwort zu erhalten. Das was sehr aufwendig ist, aber scheinbar notwendig, damit nicht etwas was falsch verstanden und reininterpretiert wird.. Also nochmal:
- Ich habe mindestens drei mal weiter oben angemerkt, daß es nur Gedankenexperimente sind, verbunden mit konkreten theoretischen Fragen, für die es Expertise gibt, deren Antworten mich interessieren.
- Ich habe auch angemerkt, daß ich fast zufällig und unerwartet mal einen einzigen Kaiserling finden und probieren konnte (im Ausland), und daß ich damit schon vollends zufrieden bin, und daß ich die Chancen jemals meinem Leben einen weiteren Kaiserling zu finden auf kleiner als 0,01% schätze. Ich habe nicht gesagt, daß ich morgen 1400km zu einem Pilzmarkt fahre umzu schauen ob ich da Kaiserlinge finde. Denn das werde ich garantiert nicht machen, und auch die Chancen, daß ich irgendwann mal zu dem Zeitpunkt an dem es dort Kaiselinge gibt auch sehr gering sind.
- Ich habe auch angemerkt, daß mir von Anfang an bewußt ist, das es keine Erfolgsgarantie, keine schnell messbare Ergebnisse, keinen persönlichen Nutzen geht (was komischerweise von manchen unterstellt wird, und auch im letztjährigen Thread wurde sofort Eigennutz unterstellt). Ich habe auch angemerkt, daß die Chancen dem Pilz überhaupt weiterzuhelfen zwischen unter 5% liegen, daß ich aber auch mit dieser Erfolgsquote zufrieden wäre, falls sich die Gelegenheit überhaupt ergeben würde, was sowieso unwahrscheinlich ist.
- Ich habe nicht deutlich genug beschrieben, daß es mir nicht um den Kaiserling geht, sondern allgemein um das Wissen, was man am besten machen könnte falls... auch wenn nie dazu kommt. Es immer beser das vorher Wissen zu haben.
Und wie gesagt, es geht nicht nur um den Kaiserling, sondern allgemein und um das Wissen theoretischer Natur, daß man nicht in Pilzbüchern findet, wie sich diese Pilze vermehren, exakt die Sachen die mir Wolfgang und Emil erklärt haben.
- Niemand (ich nicht, sonst irgendwer ernsthaftig auch nicht) hat mit irgendeinem Wort die Intention geäußert den Kaierling weiter nach künstlich nach Norden und nach Osten zu verbreiten. boccaccio
Wenn, dann wieder zurück nach Süden, nach Baden-Württemberg (Achtung Scherz! - bitte nicht wieder falsch verstehen!)
Und was die Sinnhaftigkeit anbetrifft, das liegt im Ermessen eines jedenen einzelnen.
Es müssen nicht alle die gleiche Definition der Sinnhaftigkeit haben.
Sein Wissen zu erweiten, sich selber Fragen zu stellen, und wenn man nicht weiterkommt diese an Experten zu richten erachte ich als sinnhaft.
- Ich habe auch mit keinem Wort behauptet, daß der Kaiserling der beste Speisepilz ist, auf den ich scharf bin. Und sonst auch niemand ernsthaft. Von Speisewert und Verzehrabsichten war keine Rede.
Ich wollte eigentlich früher auch kurz berichten von meiner 4-Pilze Verkostung, weil es ein spezieller Pilzabend war. Hab das nicht gemacht, weil es nebensächlich war. Hätte ich das bloß getan... jetzt hol ich es nach an ( Oehrling gerichtet nix für ungut, das konntest du nicht wissen):
An dem Tag, es war ein arbeitsreicher Tag wollte ich unbedingt um 18 Uhr in den berühmten Eichenwald aus der Kindheit zurückkehren, den ich seit 30 Jahren nicht besucht hatte, ein gutbesuchter Hauswald, gelegen zwischen fünf Dörfern. (Mit den Pilzen hatte ich auch erst seit einem Jahr angefangen mich zu beschäftigen, allerdings nur im Herbst in Fichtenwäldern auf der suche nach "Fichten"steinpilze wie jeder Anfänger.). Hab den Nachbarn vor Ort (großer Pilzexperte) gefragt ob er mitkommen würde, hatte aber keine Zeit und gemeint es gäbe bei der Trockenheit eh keine Pilze. Außer dem Fund dieses einzelenen Kaiserlings, hatte ich auch den persönlichen Erstfund von Sommersteinpilzen, dazu einen großen Frauentäubling und ein Perlpilz. Sofort zum Nachbarn der mächtig gestaunt hat, und mir die Pilze bestätigt hat. Danach war ich aufgeregt, weil ich mir überlegte wie am besten zubereiten, damit ich jeden Pilz wieder erkennen kann. Ich hab dann die Pilze halbiert, und an 2 Abenden in großen Stücken (halber Hut, halber Stiel), so vorsichtig zubereitet, daß ich stets wußte welcher wo in der Pfanne und auf dem Teller platziert ist.
Und das Ergebnis war: Den Frauentäubling fand ich am leckersten (und den Perlpilz am schlechtesten).
Im Nachhinein hab ich mich gefragt, ob es daran gelegen hat, daß der Kaiserling schon großgewachsen war, und die Sommersteinis hitzegeplagt mit aufgerissenem Hut... Nein, der Frauentäubling war auch groß und aufgeschirmt, es bleibt dabei: an beiden Abenden hat der Frauentäubling gewonnen!
Also, keine unnötigen Sorgen machen, alle Bedenkenträger können ruhig schlafen, dieser komische Vogel Albus wird den Kaiserling nicht nach BaWü und schon gar nicht an die Ostsee und nach Berlin bringen, (und dadurch die heimischen Pilze verdrängen, durch das Blockieren der Mykorrhiza-Andockstellen
Malker
! Er wollte nur ein paar theoretische Sachen wissen, die er schon lange wissen wollte, und hat das am Beispiel des Kaiserlings versucht.Ich bin auch keinem böse, sondern schätze alle sehr, da sie sich viel mehr Wissen angeignet haben als ich es besitze.
Meine letzte rein theoretische Frage spar ich mir auch erstmal auf, will zuerst mal gründlich recherchieren, ob ich was selbst in Erfahrung bringen kann, was sehr schwierig sein wird, und werde mich dann ggf. an Leute wenden die das vielleicht wissen können, aber bitte mich nicht wieder ins Kreuzfeuer nehmen und nicht fälschlicherweise was reininterpretieren. (Die Disclaimer-Liste ist jetzt zum Glück fast vollständig, ich muß sie nicht nochmal schreiben

P.S. Habe aus diesem Anlass lange nach einem Foto gesucht und gekramt vom Abend der 4-Pilze-Verkostung mit dem Kaiserling, dem Sommersteini, dem Perli und dem siegreichen Frauentäubling. Dunkel hatte ich in Erinnerung, daß ich ein Foto hatte.
Die Qualität ist sehr schlecht, bitte das zu entschuldigen, damals war ich nicht im Forum unterwegs und hab' meine Funde nicht richtig dokumentiert. Außerdem war ich aufgeregt am Grübeln über die bevorstehende Zubereitung, daß da ja nichts schiefläuft bei dieser einmaligen Gelegenheit!
Herzliche Grüße allerseits!!
Albus
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Hallo Albus,
der Frauentäubling ist m.E. ein grüngefelderter T. und hat wahrscheinlich deshalb so gut abgeschnitten. Der Sommersteinpilz hat einen veritablen Trockenschaden, was ggf. der Qualität nicht so zuträglich war.
LG Michael
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P.P.S. Ein Nachtrag am Beispiel Kaiserling, da ich auch in den letzten Tagen einen interesanten Artikel fand.
Mir scheint das so zwischen den Zeilen gelesen, daß der Kaiserling als eine Art Neophyt betrachtet wird, als mediterraner, nicht einheimischer Pilz, der von den Römern nach Germanien, Gallien, etc. eingeschleppt worden ist.
Ob das gültige Lehrmeinung ist weiß ich nicht. Ich hätte auch nichts dagegen wen das so wäre.
Der Pilz ist auch im Burgenland- Österreich, in Ungarn, in der Slowakei und in Tschechien beheimatet, auch in Mittelfrankreich (Burgund), in der Westhälfte Rumänien, so weiß ich nicht ob man nach 2000 Jahren noch von einem mediterranen Neophyten sprechen kann, bzw wie weit die Zeitgrenze definiert ist ab der man von einem Neophyten sprechen kann.
Kann ja sein, daß noch mehr Pilze, Pflanzen und andere Lebewesen in so einem großen Zeitraum auch natürlich nach Norden gewandert sind.
Wenn man noch ein paar Jartausende zurückgeht waren ja der ganze Alpenraum inklusive Voralpen vergletschert, Allgäu bis fast zur Donau, Oberbayern bis nach München, Skandinawien, Mecklenburg-VP, Brandenburg, war ja nur Eiswüste, irgendwannmal sind alle Planzen und sonstige Lebewesen nach Norden gewandert.
Jetzt zu dem Artikel, ich hab gerade in den letzten Tagen eine kurze Recherche mit tschechischen Stichwörtern gemacht, um tschechissprachige Infos zur Verbreitung des Kaiserlings in Tschechien.
"
Bereits Mitte des 20. Jahrhunderts stellten jedoch tschechoslowakische Mykologen fest, dass der „Kaiserling“ allmählich aus unseren Breiten verschwand. Nach 1950 ging die Zahl der Fundmeldungen von *Amanita caesarea* stark zurück, und ab den 1970er Jahren trat der Pilz nur noch vereinzelt auf.
Basierend auf zusammengefassten Daten aus den 1980er Jahren wurde der Pilz an 163 Standorten in der ehemaligen Tschechoslowakei nachgewiesen – 42 in Böhmen, 93 in Mähren und 28 in der Slowakei. Er wuchs vorwiegend in Laubwäldern, insbesondere in Eichenwäldern; die Fruchtkörper erschienen im August und September, wobei der Höhepunkt Anfang September lag.
Im Jahr 1989 wiesen die tschechischen Mykologen František Kotlaba und Svatopluk Šebek darauf hin, dass der Bestand des Kaiserlings deutlich zurückging. Sie führten diesen Rückgang auf Veränderungen in der Waldbewirtschaftung – insbesondere die Umwandlung von Laubwäldern in Fichten-Wirtschaftswälder – sowie auf die Zerstörung von Lebensräumen durch Baumaßnahmen, lang anhaltende Niederschlagsdefizite und die Empfindlichkeit des Pilzes gegenüber dem Klimawandel zurück. Der Kaiserling benötigt lichte Eichenwälder mit ausreichendem Lichteinfall und gleichbleibender Feuchtigkeit – eine Umgebung, die in der tschechischen Landschaft allmählich zu verschwinden begann. Kotlaba und Šebek schlugen zudem vor, die Art von der tschechoslowakischen Liste der Speisepilze zu streichen – auf der sie paradoxerweise als für den Handel geeignet geführt wurde – und sie stattdessen unter Schutz zu stellen "
Im Artikel steht noch, daß es zur Zeit nur noch zwei Caesarea Hotspots in Tschechien gibt.
Das überrascht mich nicht, finde es aber trotzdem bemerkenswert: Der Kaiserling war zumindest in Tschechien viel weiter verbreitet als es kälter und weniger mediterran war, und seine Verbreitung ist aufgrund anderer menschlicher Eingriffe stark zurückgegangen (Waldumbau - Fichten, landschaftliche und landwirtschaftliche Flureingriffe).
Schöne Grüße
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Lieber Albus
Ein Neophyt ist per Definitionem eine Pflanze, welche vom Menschen nach 1492 ("Entdeckung" Amerkas) eingeführt wurde. Bei Pilzen spricht man von Neomyceten. Die Pilzsporen können auch auf natürlichem Weg grosse Distanzen überwinden und wenn die Bedingungen am neuen Ort stimmt, können sie Myzele bilden. Deswegen werden diverse mediterrane Arten wohl gerade häufiger in und nördlich der Alpen (Klimawandel). Von Neomyceten wird dabei nicht gesprochen. Neomyceten sind es dann, wenn sie sich durch "Flucht" aus Pilzzucht oder durch Mitbringen von Jungbäumen oder Substrat in einem neuen Gebiet ansiedeln. So verstehe ich das jedenfalls.
LG Andreas
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Deswegen werden diverse mediterrane Arten wohl gerade häufiger in und nördlich der Alpen (Klimawandel).
Ob das auf den Kaiserling zutrifft, ist für mich nicht klar, wenn ich die Kartierungen in der Schweiz anschaue. Im Raum Genfersee und im Tessin scheint es deutlich mehr Funde zu geben in den letzten 15 Jahren, nördlich davon jedoch eher weniger.
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Hallo Austernseitling
Vielen Dank für Deinen aufklärenden Beitrag. Viele Grüße!
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Hallo Albus,
ich habe mir dies jetzt alles einmal durch gelesen und vielleicht interpretiere ich auch einiges falsch - Interpretation ist ja immer auch ziemlich persönlich.
Ich habe den Eindruck, dass Du Dich angegriffen fühlst. Ich habe aber auch den Eindruck, dass Dich hier niemand angreift.
Ich habe den Eindruck, dass hier lediglich eine Diskussion über ein durchaus wichtiges Thema im Gange ist und dies ist ja auch legitim - oder?
Also, mein ganz persönliches Fazit ist:
Ich habe hier viel gelernt was evtl. "Pilz-Vermehrung/Verbreitung" in der Natur angeht, und ich denke, dies war auch Deine Intension.
Ich persönlich habe mir Gedanken gemacht, und ich vermute auch dies war eigentlich Deine Intension, ob es sinnvoll (und möglich) ist, der Natur "unter die Arme zu greifen" oder ob man der Natur einfach seinen Lauf lassen sollte.
Ich persönlich habe meine Meinung bilden können ...
Du musst Dich nicht rechtfertigen (und bei der Rechtfertigung Argumente/Begriffe bringen - naja - Danke Andreas für Deine richtig gute Antwort) - es ist legitim solche Gedankenspiele zu haben - und vor allem finde ich es toll, dass Du fragst, Informationen zu diesen Gedankenspielen suchst. Für mich Klasse!
Liebe Grüße
Maria -
Vielleicht ist die grundsätzliche Fragestellung nach der gewollten Pilzansiedelung gar nicht mal so unangebracht denn wegen des Klimawandels werden wir z.B. erleben (mal schauen ob ich noch genug Lebenszeit mitbringe) wie das Baumsterben gewisser Arten in Deutschlands Süden beginnend nach Norden zieht. Sie können halt nicht weglaufen vor den Veränderungen und das Tempo der Erwärmung ist auch nicht gut. Daher wird zumindest in der Forstwissenschaft ein intensiver Blick auf die Veränderungen und neuen Herausforderungen nötig. Es wird ja wild darüber nachgedacht welche Bäume die jetzigen mal verteten sollen. Was macht Sinn? Und, wer weiß, vielleicht wird es auch nötig Unterstützung in der Flora zu geben. Evtl. durch Ansiedelung diverser Pilzarten anderer Herkunft?! Durchaus denkbar!
Aber so ein paar Kaiserlinge in meinem hamburger Umfeld wären schon nett.

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Es wird ja wild darüber nachgedacht welche Bäume die jetzigen mal verteten sollen. Was macht Sinn?
Das Problem ist, dass die Entscheidung letztlich von der Forstwirtschaft wieder an vielen Standorten in Hinsicht auf Ertragsoptimierung getroffen wird, nicht was ökologisch Sinn macht. Anstatt auf wärmetolerante, aber europäische Baumarten zu setzen, z.B. Traubeneiche, Zerreiche, Schwarzkiefer, Elsbeere etc. läuft es wieder auf Douglasie und Paulownien oder so einen Quatsch hinaus, die überhaupt nicht ins Ökosystem passen.
LG Suillus
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Aber so ein paar Kaiserlinge in meinem hamburger Umfeld wären schon nett.

Hallo Mausmann,
in den Grosspilzen BaWü ist ein älterer Fund in der Nähe von Hamburg erwähnt
Re: Nordgrenze für Vorkommen von Kaiserling
viele Grüsse
Matthias
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Es wird ja wild darüber nachgedacht welche Bäume die jetzigen mal verteten sollen. Was macht Sinn?
Das Problem ist, dass die Entscheidung letztlich von der Forstwirtschaft wieder an vielen Standorten in Hinsicht auf Ertragsoptimierung getroffen wird, nicht was ökologisch Sinn macht. Anstatt auf wärmetolerante, aber europäische Baumarten zu setzen, z.B. Traubeneiche, Zerreiche, Schwarzkiefer, Elsbeere etc. läuft es wieder auf Douglasie und Paulownien oder so einen Quatsch hinaus, die überhaupt nicht ins Ökosystem passen.
LG Suillus
Sorry, dies geht jetzt etwas weg vom Kaiserling, aber mir fällt mit den obigen Posts gerade zu einem äußerst pilzreichen Wald die Neubepflanzung mit nicht wenigen Blauglockenbäumen ein, zu denen ich eh einmal recherchieren wollte. Weiß da jemand etwas darüber? (also ausser dass, was in Wikipedia steht). Wenn ja, dann mache ich gerne einen neuen Post dazu - oder ihr macht dies selbst.
Liebe Grüße
Maria -
Alles anzeigen
Aber so ein paar Kaiserlinge in meinem hamburger Umfeld wären schon nett.

Hallo Mausmann,
in den Grosspilzen BaWü ist ein älterer Fund in der Nähe von Hamburg erwähnt
http://www.pilzepilze.de/cgi-b…02.pl?noframes;read=24980
viele Grüsse
Matthias
Ja, darüber bin ich informiert.

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... aber mir fällt mit den obigen Posts gerade zu einem äußerst pilzreichen Wald die Neubepflanzung mit nicht wenigen Blauglockenbäumen ein, zu denen ich eh einmal recherchieren wollte. Weiß da jemand etwas darüber? (also ausser dass, was in Wikipedia steht). Wenn ja, dann mache ich gerne einen neuen Post dazu - oder ihr macht dies selbst.
...Irgendwie sehe ich deine Frage nicht.
Bezüglich Pilzen zu dem Baum weiß ich nichts. Aber ich weiß daß der Ben zu dem Baum mal ein Video gemacht hat. Ein Mann im Wald über Paulownia.
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Hallo Mausmann,
meine Frage war: "Weiß da jemand etwas darüber? (also ausser dass, was in Wikipedia steht)."
Danke für den Link - das Video über beinahe eine Stunde schaue ich mir allerdings erst morgen an.
Liebe GrüßeMaria
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Zur Paulownia hier ein (leider sehr unkritischer) Beitrag vom Bayerischen Rundfunk: Schnellwachsend und hitzeresistent: Ist die Paulownia der Wunderbaum für Bayern?
Spoiler: Für Waldbesitzer natürlich sehr attraktiv, für die Natur nicht so sehr.
LG Suillus
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Obwohl ich ganz großer Banause beim Thema Forst und Baumarten bin, hab ich mir alle Beiträge zu diesem Thema (klimgerechter Waldumbau) beispielsweise im SWR (Radio/Fernsehen) angehört und angeschaut. Und bin danach eher skeptisch.
Ich sehe daß so ähnlich wie Suillus.
Mein Eindruck ist, daß das Thema Klima jetzt im Bereich Forst dazu "mißbraucht" wird um stärkeren Eingriffen das Wort zu reden, Eingriffen, die nicht unbedingt so nachhaltig sind wie sie vorgeben, weil andere Interessen im Hintergrund stehen ("Ertragsoptimierung", wie Suillus das schon benannte . Dehalb wurde ja soviel Werbung für die Douglasie gemacht.
Ich glaube, daß die einheimischen Baumarten schon ganz gut auch mit mehr Wärme und Trockenheit zurechtkämen, wenn man sie auch in Ruhe ließe, und das ganze nicht so dramatisch ist wie es in manchen Medien gemacht wird. Mischwälder und auch mehr Eichen wären m.M.n. ganz ok.
Stattdessen werden bei mir in der Nähe in einem kleinen Waldbereich am exponierten Waldrand mit wenigen Eichen, Buchen und Fichten, Jahr für Jahr alle Eichen rausgenommen (gerade vor zwei Wochen die "vorletzten", und auch nebenbei Buchen gekillt und liegengelassen nur weil sie dem Harwester/Forwarder im Weg standen, und es entstehen große Lichtungen am Waldrand. Von Pilzen ist dort keine Spur mehr, und es war eine der besten Stellen, mit unglaublichem Artenreichtum bis vor ein paar Jahren.
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P.P.P.S. zm Thema Kaiserling:
hab bei meiner "tschchischen Recherche" auch eine historische Kartierung zu den Fundstellen in Tschechien gefunden von 1900 bis 2026, die den Rückgang des Kaiserlings trotz Klimaerwärmung illustrieren:
Ich verlinke sie mal hier der Vollständigkeit wegen und, daß man sie bei Bedarf schneller findet, auch wenn es vielleicht nicht viele interessiert:
Kartierung zum Rückgang des Kaiserlings in Tschechien 1900-2026
Hab eine der Karten mal rausgeschnitten:
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Es wird ja wild darüber nachgedacht welche Bäume die jetzigen mal verteten sollen. Was macht Sinn?
Das Problem ist, dass die Entscheidung letztlich von der Forstwirtschaft wieder an vielen Standorten in Hinsicht auf Ertragsoptimierung getroffen wird, nicht was ökologisch Sinn macht. Anstatt auf wärmetolerante, aber europäische Baumarten zu setzen, z.B. Traubeneiche, Zerreiche, Schwarzkiefer, Elsbeere etc. läuft es wieder auf Douglasie und Paulownien oder so einen Quatsch hinaus, die überhaupt nicht ins Ökosystem passen.
LG Suillus
Die Entscheidungsgewalt liegt am Ende beim Förster.
Unser Förster hält zB nichts von der Douglasie und forstet als einzigen Nadelbaum aktuell Weißtannen auf (im Buchenwald).
Mit Buchen wird nach wie vor in der Verjüngung gearbeitet, es werden aber keine Buchen aktiv aufgeforstet.
Weitere Baumarten die aufgeforstet werden sind Roteiche, weitere Eichenarten, Esskastanie, Baumhasel, Elsbeere und Bergahorn.
Viele der hier genannten Baumarten sind ektomykorrhizafähig und die Esskastanie kann z.B. mit Hunderten verschiedenen Ektomykorrhizapilzen eine Symbiose eingehen.
Aus Nordspanien weiß ich, dass in Esskastanienwäldern zahlreiche (deutsche) Raritäten gefunden werden. Der Kaiserling ist ebenfalls ein Vertreter der Esskastanienwälder.
VG Cornelius
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Cornelius, das klingt ja traumhaft. Darf ich fragen, um welchen Wald es sich handelt? Dann kann ich meine Steinpilz-Claims für 2050 schonmal abstecken
.LG Suillus
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Die Entscheidungsgewalt liegt am Ende beim Förster.
Unser Förster hält zB nichts von der Douglasie und forstet als einzigen Nadelbaum aktuell Weißtannen auf (im Buchenwald).
Mit Buchen wird nach wie vor in der Verjüngung gearbeitet, es werden aber keine Buchen aktiv aufgeforstet.
Weitere Baumarten die aufgeforstet werden sind Roteiche, weitere Eichenarten, Esskastanie, Baumhasel, Elsbeere und Bergahorn.
Viele der hier genannten Baumarten sind ektomykorrhizafähig und die Esskastanie kann z.B. mit Hunderten verschiedenen Ektomykorrhizapilzen eine Symbiose eingehen.Hi Cornelius,
ja, es gibt Zukunftsbaumarten, die auch für Zukunftspilzarten attraktiv wären, um auf den Kaiserling zurückzukommen.
Das Problem ist leider, dass sich die forstlichen Untersuchungsanstalten und die Forstverwaltungen nicht einmal für die Frage interessieren, ob die Baumart Ektomykorrhiza-fähig ist oder nicht. Da wird meistens immer noch in Festmetern gedacht und geplant. Wie schön für jede Ausnahme!
Nicht einmal bei der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald werden Mykorrhizapilze unter "sonstige Ökosystem-Dienstleistungen" erwähnt.
Sicher ist: der Wald wird sich dramatisch verändern, und die Funga mit ihm.
Gruß,
Wolfgang
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Hallo, ich kann nicht widerstehen, auch einige Kaiserling-Erlebnisse auszubreiten.
Ich habe 1978 angefangen mich für Pilze zu interessieren, aber das allgemeine Wissen um diese Lebewesen war damals noch überschaubar.
In meinem ersten Pilzbuch war ein Kaiserling abgebildet und ich dachte damals, dass ich den wohl nie in natura sehen würde.
Nach mehr als 30 Jahren war es aber dann doch soweit. Ich lebe in Ostösterreich und wir haben da speziell im Burgenland ein pannonisches (warmes) Klima. In einem Eichenwäldchen wurde ich dann erstmals fündig, später in ähnlichen Habitaten noch öfters.
Ja, diesen Pilz umgibt ein Mythos, schon der lateinische Name A. caesarea verweist auf die Antike. Auch bei uns ist der Pilz auf der Roten Liste.
Zu Deutschland habe ich mehrere Theorien über seine Existenz gelesen - eine besagt, dass sein Vorkommen in D auch mit der römischen Besatzung und Besiedelung zusammen hängen könnte. Aber man darf diesem tollen Pilz auch ein wenig seine Geheimnisse belassen.
Damit schließe ich schon und wünsche den Forumianern schöne Funde.
Das beigelegte Foto stammt aus dem Burgenland und am abgestorbenen Laub sieht man schon die Eichenblätter zuhauf.
LG Martin
