Beiträge von coröhrling97

    Guten Morgen,


    es handelt sich hier um eine Art aus der Sektion Calochroi.

    Mit der KOH Reaktion am Hut wäre ich bei Cortinarius callochrous.

    Es gibt in der Sektion auch Arten mit blutroter KOH Reaktion am Hut (C. catharinae) und Arten mit KOH Reaktion am Basalmyzel.

    Generell ist es empfehlenswert KOH am Hut, im Fleisch und am Basalmyzel aufzutragen.


    VG Cornelius

    Moin Christopher,


    ich bin häufig im Kalkbuchenwald unterwegs und habe dort erst 2x je einen Einzelfruchtkörper von Edulis gefunden.

    In den sauren Buchen und Buchen/Eichen-Wäldern ist Edulis hingegen häufig anzutreffen.

    Im Kalkbuchenwald kann man im Sommer hingegen Unmengen von Reticulatus finden und an sehr wenigen Stellen ebenfalls aereus. Aereus scheint hier bei Eiche/Hainbuche häufiger vorzukommen als bei Buche.


    VG Cornelius

    Moin Schrumz,


    tolle Funde die du in den Nadelwäldern machst!
    Ich beobachte hier das selbe Dilemma in den Buchenwäldern.

    Es gibt hier mit Ausnahme des gelben Knollenblätterpilzes keinerlei Mykorrhizapilze.

    Selbst Nebelkappen zeigen sich nur an ganz wenigen Stellen.

    Die 60 l/m2 Regen im Oktober sind sogar überdurchschnittlich und würden in anderen Jahren einiges an Pilzwachstum bewirken.


    In diesem Jahr war die Vorgeschichte einfach zu extrem (sehr hohe Niederschlagsdefizite bei sehr warmen Temperaturen über viele Monate). Der trockenwarme September hat hier die Pilzsaison gekillt.


    VG Cornelius

    Hallo Björn,


    ich halte den Fund ebenfalls für Cortinarius acutispissipes.

    Die Art finde ich auf Sandboden in einem heideartigen Bestand mit Birken, Pappeln und Kiefern.

    Anhand der Sporengröße lassen sich die Arten laut der "Flora Agaricina Neerlandica" gut trennen.


    VG Cornelius


    Moin Daniel,


    ein erster kurzzeitiger leichter Nachtfrost/Bodenfrost beendet die Pilzsaison nicht direkt.

    Zumal es in den nächsten Tagen deutlich mildere Nächte gibt.


    Allgemein haben die Spätherbst-Pilzarten wie Ritterlinge, Schnecklinge und co keine Probleme mit kühlen Nächten.

    Ich finde diese Gattungen zuverlässig im November, ebenso wie die Herbsttrompeten.


    VG Cornelius


    Hallo,


    bei uns schwanken die Niederschlagsprognosen ebenfalls sehr stark. Im September gab es hier gerade einmal 30 l/m². Dementsprechend ist der Wald nach dem trockenen Sommer inzwischen knochentrocken und weitestgehend pilzleer.

    Für Donnerstag sehen die Hauptwettermodelle derzeit zwischen 15 und 30 l/m². Entscheidend dürfte aber vor allem die anschließende Witterung sein. Sollte sich eine nachhaltige Nordwestlage einstellen, könnte es gegen Ende Oktober vielleicht noch einmal etwas mit den Pilzen werden. Baut sich dagegen nach dem Tiefdurchgang erneut ein Hoch auf, schreibe ich die Pilzsaison für Südniedersachsen endgültig ab.

    Die letzten beiden Hauptläufe des ECMWF stimmen mich diesbezüglich zumindest etwas optimistisch. Aber abwarten – optimistische Prognosen gab es in diesem Jahr schließlich schon häufiger.


    VG

    Cornelius

    Es wird ja wild darüber nachgedacht welche Bäume die jetzigen mal verteten sollen. Was macht Sinn?

    Das Problem ist, dass die Entscheidung letztlich von der Forstwirtschaft wieder an vielen Standorten in Hinsicht auf Ertragsoptimierung getroffen wird, nicht was ökologisch Sinn macht. Anstatt auf wärmetolerante, aber europäische Baumarten zu setzen, z.B. Traubeneiche, Zerreiche, Schwarzkiefer, Elsbeere etc. läuft es wieder auf Douglasie und Paulownien oder so einen Quatsch hinaus, die überhaupt nicht ins Ökosystem passen.


    LG Suillus


    Die Entscheidungsgewalt liegt am Ende beim Förster.

    Unser Förster hält zB nichts von der Douglasie und forstet als einzigen Nadelbaum aktuell Weißtannen auf (im Buchenwald).

    Mit Buchen wird nach wie vor in der Verjüngung gearbeitet, es werden aber keine Buchen aktiv aufgeforstet.


    Weitere Baumarten die aufgeforstet werden sind Roteiche, weitere Eichenarten, Esskastanie, Baumhasel, Elsbeere und Bergahorn.


    Viele der hier genannten Baumarten sind ektomykorrhizafähig und die Esskastanie kann z.B. mit Hunderten verschiedenen Ektomykorrhizapilzen eine Symbiose eingehen.

    Aus Nordspanien weiß ich, dass in Esskastanienwäldern zahlreiche (deutsche) Raritäten gefunden werden. Der Kaiserling ist ebenfalls ein Vertreter der Esskastanienwälder.


    VG Cornelius


    Hallo Uwe,


    vielen Dank für deine Antwort und das Angebot!

    Ich habe einen Fruchtkörper getrocknet und werde in den nächsten Tagen zunächst reife Sporen aus den Lamellen mikroskopieren und vermessen.

    Mein Verdacht geht inzwischen recht deutlich in Richtung Sektion Glaucopodes. Wenn ich Schmidt-Stohn et al. (2016) zum Vergleich heranziehe, erscheint mir C. scaurocaninus momentan als ein sehr interessanter Kandidat. Makroskopisch passt einiges recht gut, insbesondere die graublauen bis blassvioletten Lamellen der jungen Fruchtkörper sowie die auffälligen hellen Velumplacken auf dem Hut, die bei C. scaurocaninus offenbar ebenfalls sehr kräftig ausgeprägt sein können.

    P. magicum und P. luhmannii erscheinen mir dagegen weniger passend, da ich diese mit deutlich kräftigeren Violetttönen kenne (beide Arten konnte ich bereits finden; C. luhmannii gehört bei uns zu den häufigeren Arten bei Buche).

    Mal schauen, ob die Sporen zu C. scaurocaninus passen – ich stelle die Ergebnisse dann hier ein.


    Viele Grüße

    Cornelius

    Hallo Jörg,


    vergleich deinen Fund mal mit H. gliocyclus und H. flavodiscus.

    Beides sind Kiefernbegleiter.


    H. gliocyclus konnte ich vor 2 Jahren in einem ehemaligen Steinbruch auf Kalk in großen Gruppen finden.


    VG Cornelius

    Was spricht denn gegen C.luhmannii? Bei meinen Funden war die knallig lilafarbene Lamellenfarbe recht vergänglich und nur bei jungen Fruchtkörpern gut zu erkennen.


    Ich habe soeben ein Bild der Lamellenfarbe nachgereicht.

    Luhmannii hatte ich bereits ein paar mal, immer unter Buche.

    Die Lamellen waren jung violett und nicht blaugräulich. Die KOH-Reaktion müsste bei luhmannii negativ ausfallen.

    Folgende Bilder kann ich noch nachreichen.

    Gerade die Lamellenfarbe junger Fruchtkörper ist ein sehr wichtiges Merkmal:



    Bei dem oberen Fruchtkörper ist die KOH-Reaktion auf dem Hut im oberen Bereich erkennbar. Ich würde die Verfärbung dort als orangebraun bezeichnen. Mir ist allerdings nicht ganz klar, ob das bei der ohnehin braunen Hutfarbe bereits als positive Reaktion zu werten ist oder lediglich als bräunliche und damit eher negative Reaktion.

    Die KOH-Reaktion im Stielfleisch habe ich vermutlich zunächst etwas überbewertet – danke an Sabine für den Hinweis. Rückblickend würde ich die Verfärbung eher als dunkel rotbraun und nicht als knallrot bezeichnen.


    Damit erscheinen mir Arten mit bereits jung braunem Hut, auffälligem hellem Universalvelum und graublauen bis blassvioletten Junglamellen wieder interessanter. Vom Habitus her wäre für mich beispielsweise Cortinarius scaurocaninus einen Vergleich wert.

    Wie würdet ihr die KOH-Reaktionen auf den Bildern einschätzen, und in welche Gruppe würdet ihr mit dieser Merkmalskombination weiterschlüsseln?

    Vielleicht haben Mykollege_Günter und Cortinarius eine Idee – ich würde mich über eure Einschätzung freuen.


    VG

    Cornelius

    Hallo zusammen,


    bei diesem kräftigen Klumpfuß komme ich momentan nicht weiter und würde mich über Einschätzungen freuen.

    Die Art wuchs im Laubwald auf Kalk direkt neben einer Gruppe mittelalter Hainbuchen und etwas Buchenverjüngung.

    Der Hut hat deutliche Brauntöne und weiße Velumplacken, die zunächst an Cortinarius luhmannii erinnern.

    Bereits jung hatten die Lamellen einen Braunton.
    Der Geruch war einer dieser klassischen unspezifischen "Phlegmacien-Gerüche", nichts wirklich auffälliges.


    Am auffälligsten ist die innerhalb kurzer Zeit knallrote KOH Reaktion im Stielfleisch. Dieses Merkmal könnte ein Alleinstellungsmerkmal sein bzw. die Art eng eingrenzen. Ein Exemplar ist getrocknet und kann für mikroskopische Zwecke verwendet werden.


    Ich würde mich sehr über fundiertes Expertenwissen freuen.

    PS: Ich kann gerne weitere Bilder ergänzen, diese müssten aber erst von der Kamera auf den Laptop übertragen werden.


    VG Cornelius

    Die Art wächst bei mir direkt an einem Waldparkplatz unter einer Solitäreiche. Allerdings ist an der Stelle Kalkschotter ausgebracht.


    VG Cornelius

    Hallo Axel,


    du zeigst hier einige Hammerfunde aus meiner Lieblingsgattung, den Cortinarien!

    C. eucaeruleus ist für mich einer der schönsten Pilze überhaupt – der fehlt mir leider bisher noch.

    Am Wochenende werde ich mal die thermophilen Kalklaubwälder aufsuchen. Ich bin optimistisch, dass sich die Cortinarien hier nun auch langsam hervortrauen – zumindest in den ausreichend bewässerten Wäldern.


    Viele Grüße

    Cornelius

    Hi,

    klar sind die Röhrlinge der Knaller aber Calonarius arcuatorum ist auch ein sehr schicker Fund. Schade, dass du uns die herrliche KOH Reaktion vorenthalten hast, die er mit seiner Schwesterart, C. dibaphus, gemein hat.

    Viele Grüße


    Kein Problem, die Reaktion reiche ich gerne nach.

    Ich hatte im Wald leider kein KOH dabei, da ich noch nicht mit Cortinarien gerechnet hatte.


    Hallo liebe Pilzfreunde,


    ich war am Samstag auf Exkursion im südlichen Eichsfeld und im Stadtwald Mühlhausen.
    Dort gab es in den letzten Wochen etwas ergiebigere Niederschläge als in meinen eigentlichen Pilzterritorien.

    Die niederschlagsreicheren Regionen befinden sich ausschließlich auf Muschelkalk.


    Zunächst führte mich meine Exkursion in die Nähe des Kloster Zellas. Hier gab es am Parkplatz zwei Täublingskollektionen bei Birke, Salweide und Buche.

    Im angrenzenden Wald gab es bis auf wenige Netzhexen und Sommersteinpilze dutzende Myzelien des Satansröhrlings und Fruchtkörper in allen Altersklassen. Abgesehen vom Satansröhrling war der Wald nahezu pilzfrei.



    Nach ca. 45 Minuten habe ich den Wald gewechselt und bin den nächsten Parkplatz an der Bundesstraße angefahren.

    Hier hat mich ein toller, nährstoffarmer Buchenwald mit kleineren von Kiefern bestandenen Sukzessionsflächen erwartet.

    Bei den Kiefern gab es ausschließlich ringlose Butterpilze. Im Buchenwald war der Satansröhrling die dominierende Pilzart.

    Allerdings konnte ich auch WuBis finden:



    Aufgrund der geringen Artenvielfalt habe ich auch diese Waldrunde nach ca. einer Stunde beendet.


    Im Anschluss bin ich ohne große Erwartungen den Stadtwald Mühlhausen angefahren.

    Ich kannte den Wald bislang nicht, allerdings handelt es sich um einen großen Laubmischwald nördlich vom NP Hainich.


    Am Waldrand erwarteten mich einige Kiefern mit ringlosen Butterpilze und die ersten Eichengruppen.

    Eichenbestände auf Kalk sind in meiner Region eine absolute Rarität, weshalb ich tiefer in den Wald hineinging.


    Ich wurde schnell mit dem ersten Klumpfuß des Jahres und somit einem Erstfund belohnt:



    Calonarius arcuatorum mit rosa KOH-Reaktion


    Im Anschluss bin ich eine größere Runde durch den Wald gegangen, bis mir eine untypische Hexenröhrlinge auffielen. Hier vermute ich Suillellus mendax, die Sporen muss ich noch ausmessen:

    Nur wenige Meter neben den Hexenröhrlinge dann die große Überraschung. Mein Erstfund des Königsröhrlings, der in Thüringen als RL1 Art gelistet ist.

    Dieses Myzel war bislang nicht kartiert.


    Aufgrund dieses Hammerfundes habe ich mir für diesen südwestlich exponierten, relativ flachen Hang viel Zeit genommen und konnte neben vielen Myzelien des Satansröhrlings auch zwei Myzelien des Silberröhrlings finden.

    Der Baumbestand in diesem Waldabschnitt war buchendominiert, allerdings standen dort auch ca. 20% Eichen.



    Zwei Satansröhrlinge sahen allerdings etwas untypisch aus. Hier stören mich die Rosatöne im Hutrand. Dennoch würde ich aufgrund der Fleischverfärbung zu Rubroboletus satanas tendieren:


    Ich werde diesen Wald auf jeden Fall im (Spät-)Herbst aufsuchen und erhoffe mir einige seltene Cortinarien.


    Details zu den Täublingen (insgesamt 3 Kollektionen) folgen in den nächsten Tagen.


    Ansonsten gab es (noch) sehr wenige Lamellenpilze, eine Ausnahme war der Perlhuhnegerling mit insgesamt 6 Myzelien, aber hauptsächlich vertrockneten Fruchtkörpern. Der Karbol-Geruch und das Gilben waren trotz des Alters der FK eindeutig ausgeprägt.


    Ich hoffe, euch hat der kleine Fundbericht gefallen!

    Viele Grüße,

    Cornelius

    Moin,


    es ist wie verhext in diesem Jahr.

    Nach jedem Tiefdruckgebiet wölbt sich direkt das nächste Hoch auf.


    Ich kann mich an keine länger anhaltende Tiefdruckphase seit Anfang Juni erinnern.


    Hier hat es seit letzten Freitag nicht mehr geregnet und bis Sonntag fällt kein Tropfen Regen.

    Man muss wie in den letzten Jahren abermals auf den Oktober hoffen.


    Die Wettermodelle performen in diesem Jahr in der Mittelfrist echt miserabel.


    VG Cornelius

    wie kommst Du denn bei denen auf die Espenrotkappe?

    Meine Merkmalsliste für Rotkappen sagt: Espenrotkappe = Stielschuppen orangebraun, Fleisch: weiß, verfärbend graulila, Huthaut überstehend. All das traf auf die paar schönen Exemplare zu die ich mitgenommen habe.

    Falsch? Mit den Raufüßen stehe ich eh auf Kriegsfuß bei der Bestimmung. Pappelraufuß bekomme ich mittlerweile hin, der kommt halbwegs häufig vor bei mir. Und natürlich der Gelbporige (hier ja ein Massenpilz) der eh einfach zu bestimmen ist. :D


    LG Christopher


    Moin Christopher,


    die Rotkappe mit den rotbraunen Stielschuppen ist für mich die Laubwaldrotkappe, früher auch gerne als Eichenrotkappe bezeichnet.

    Ich finde die sowohl bei Eiche als auch bei Espe. Ich kenne eine Stelle an der beide Arten vorkommen (Weißstielige Rotkappe und Laubwaldrotkappe).


    VG Cornelius

    Moin,


    in meiner Region hatten wir im letzten Oktober auch nur etwa 40 Liter Regen, und trotzdem gab es in einigen Habitaten (vor allem in heideartigen Biotopen) zahlreiche Pilze. Auch einige Steinpilze waren zu finden - kein Riesenschub, aber es hat sich durchaus gelohnt.

    Bei uns gibt es nur selten mehr als 60 bis 100 Liter Regen innerhalb von zwei Wochen. Trotzdem finde ich in den meisten Jahren im Herbst viele Pilze. Bei durchschnittlich etwa 600 l/m² Jahresniederschlag ist die Wahrscheinlichkeit für solche ergiebigen Niederschläge innerhalb kurzer Zeit ohnehin eher gering.


    Die Temperaturen sind gerade im Norden schon ziemlich frühherbstlich, und die große Hitze ist dort bereits seit einiger Zeit vorbei.

    Dort sollten sich also bald Pilze zeigen. Die Witterung im Norden ist momentan ohnehin vielversprechend. Ich denke, dass dort demnächst eine längere Hauptsaison anstehen könnte.


    VG Cornelius

    Hallo Steffen,


    das Ding bei Würzburg und auch die ganze nachschleifende Front könnte schon vollen Kurs auf dich nehmen. Vielleicht haste ja diesmal richtig Glück. Andere Regionen kriegen heute auch mal gar nichts….


    VG

    Für den Westen hatte das IconD2 gestern Abend noch eine starke Kaltfront mit viel gewittrigem Regen/Gewittern im Gepäck.

    Diese ist laut dem Icon-RUC komplett zerstückelt und bringt den meisten kaum Regen.

    Schon erschreckend, wie hier sogar die guten Modelle in der Kurzfrist (weniger als 24h) versagen.


    VG Cornelius

    Moin Steffen,


    die Member vom ICON-D2 streuen aktuell sehr stark.

    Die genaue Zugbahn und Lage der Gewitter wird erst im Nowcasting prognostizierbar sein.

    Aktuell halte ich noch nicht viel von möglichen Niederschlagsprognosen.

    Lokal wird es bis Freitag Nacht sicherlich Peaks von 30-50 l/m2 geben.


    VG Cornelius

    Hallo zusammen,


    bei uns waren es auch ca. 35 l/m2 in der letzten Woche.

    Der Wald wirkt alles andere als feucht und ist aktuell noch pilzfrei (allerdings habe ich die ersten Grünblättrigen Schwefelköpfe gesehen und den ersten Champignon vor dem Wald).

    Nach der langen Dürre benötigt selbst die Fruktifikation der Saprobionten länger als gewohnt.

    Am Donnerstag/Freitag entscheiden mögliche schwere Gewitterlagen, wo regional bzw. lokal das Pilzwachstum bald richtig Fahrt aufnehmen wird.


    Im übrigen fließt in einem Laubwald mit einer dicken Humusschicht insgesamt wenig Wasser ab, allerdings hat man mMn in eher trockenen Jahren dennoch am Unterhang bessere Chancen auf Pilze als am Oberhang.


    Ich bleibe weiterhin optimistisch und werde nächste Woche meine Gluckenstelle aufsuchen.


    VG Cornelius

    Moin,


    die Ensembles des ECMWF sehen aktuell ebenfalls ziemlich spannend aus.

    Der aktuelle Hauptlauf ist im Süden wohl eher als deutlich zu nasser Ausreißer zu sehen. Interessant ist aber, dass auch das Ensemble-Mittel für weite Teile Deutschlands einiges an Niederschlag auf der Rechnung hat. Es sieht momentan definitiv nach einem Ende der Trockenheit aus.


    Im Norden und in der Mitte Deutschlands ist das GFS im Mittel derzeit etwas trockener aufgestellt als das ECMWF Mittel. Für die mittlere Frist schaue ich bei der Niederschlagsentwicklung allerdings besonders auf das ECMWF, da das IFS gerade im mittelfristigen Bereich insgesamt zu den leistungsfähigsten globalen Wettermodellen gehört.

    Insgesamt ist aktuell ordentlich Musik in der Wetterküche. Neben den eher nassen Lösungen gibt es einige interessante Optionen für kräftige Niederschlagsereignisse. Einzelne ICON-Member rechnen zu Beginn der kommenden Woche sogar mit einem möglichen Vb-Tief – natürlich noch mit großer Unsicherheit.



    Was die Pilzsaison betrifft, stimmen mich die aktuellen Modellläufe daher durchaus optimistisch. Wenn sich die Entwicklung bestätigt, sehe ich aktuell gute Chancen auf einen pilzreichen September.

    Wer sich selbst einmal durch die verschiedenen Lösungen arbeiten möchte, findet bei Meteologix einen sehr guten Überblick über die Modellrechnungen, inklusive ECMWF-ENS, Ensemble-Mittel, Min/Max und den einzelnen Membern:

    Meteologix – ECMWF Modellkarten und Ensembles

    Gerade beim Niederschlag lohnt sich der Blick auf das Ensemble-Mittel und die Streuung der Member deutlich mehr, als nur den jeweiligen Hauptlauf anzuschauen.


    VG

    Cornelius

    Hallo,


    hier gab es heute Morgen ein kurzes Gewitter, das immerhin 4 l/m² Niederschlag gebracht hat. In der näheren Umgebung kamen gestern Abend stellenweise bis zu 25 l/m² herunter, teilweise begleitet von kräftigem Hagel.

    Die Wetterlage ab Donnerstag sieht allerdings schon wieder komplett pilzfeindlich aus. Daher dürfte der August – und damit vermutlich auch der gesamte Sommer – weiterhin eine einzige Pilzflaute bleiben.

    Man kann nur hoffen, dass dem Sommer bald die Puste ausgeht und sich endlich eine tiefdruckgeprägte Wetterlage mit einem aktiven Jetstream einstellt.


    Viele Grüße

    Cornelius