Hallo liebe Pilzfreunde,
ich war am Samstag auf Exkursion im südlichen Eichsfeld und im Stadtwald Mühlhausen.
Dort gab es in den letzten Wochen etwas ergiebigere Niederschläge als in meinen eigentlichen Pilzterritorien.
Die niederschlagsreicheren Regionen befinden sich ausschließlich auf Muschelkalk.
Zunächst führte mich meine Exkursion in die Nähe des Kloster Zellas. Hier gab es am Parkplatz zwei Täublingskollektionen bei Birke, Salweide und Buche.
Im angrenzenden Wald gab es bis auf wenige Netzhexen und Sommersteinpilze dutzende Myzelien des Satansröhrlings und Fruchtkörper in allen Altersklassen. Abgesehen vom Satansröhrling war der Wald nahezu pilzfrei.

Nach ca. 45 Minuten habe ich den Wald gewechselt und bin den nächsten Parkplatz an der Bundesstraße angefahren.
Hier hat mich ein toller, nährstoffarmer Buchenwald mit kleineren von Kiefern bestandenen Sukzessionsflächen erwartet.
Bei den Kiefern gab es ausschließlich ringlose Butterpilze. Im Buchenwald war der Satansröhrling die dominierende Pilzart.
Allerdings konnte ich auch WuBis finden:

Aufgrund der geringen Artenvielfalt habe ich auch diese Waldrunde nach ca. einer Stunde beendet.
Im Anschluss bin ich ohne große Erwartungen den Stadtwald Mühlhausen angefahren.
Ich kannte den Wald bislang nicht, allerdings handelt es sich um einen großen Laubmischwald nördlich vom NP Hainich.
Am Waldrand erwarteten mich einige Kiefern mit ringlosen Butterpilze und die ersten Eichengruppen.
Eichenbestände auf Kalk sind in meiner Region eine absolute Rarität, weshalb ich tiefer in den Wald hineinging.
Ich wurde schnell mit dem ersten Klumpfuß des Jahres und somit einem Erstfund belohnt:

Calonarius arcuatorum mit rosa KOH-Reaktion
Im Anschluss bin ich eine größere Runde durch den Wald gegangen, bis mir eine untypische Hexenröhrlinge auffielen. Hier vermute ich Suillellus mendax, die Sporen muss ich noch ausmessen:

Nur wenige Meter neben den Hexenröhrlinge dann die große Überraschung. Mein Erstfund des Königsröhrlings, der in Thüringen als RL1 Art gelistet ist.
Dieses Myzel war bislang nicht kartiert.

Aufgrund dieses Hammerfundes habe ich mir für diesen südwestlich exponierten, relativ flachen Hang viel Zeit genommen und konnte neben vielen Myzelien des Satansröhrlings auch zwei Myzelien des Silberröhrlings finden.
Der Baumbestand in diesem Waldabschnitt war buchendominiert, allerdings standen dort auch ca. 20% Eichen.

Zwei Satansröhrlinge sahen allerdings etwas untypisch aus. Hier stören mich die Rosatöne im Hutrand. Dennoch würde ich aufgrund der Fleischverfärbung zu Rubroboletus satanas tendieren:


Ich werde diesen Wald auf jeden Fall im (Spät-)Herbst aufsuchen und erhoffe mir einige seltene Cortinarien.
Details zu den Täublingen (insgesamt 3 Kollektionen) folgen in den nächsten Tagen.
Ansonsten gab es (noch) sehr wenige Lamellenpilze, eine Ausnahme war der Perlhuhnegerling mit insgesamt 6 Myzelien, aber hauptsächlich vertrockneten Fruchtkörpern. Der Karbol-Geruch und das Gilben waren trotz des Alters der FK eindeutig ausgeprägt.

Ich hoffe, euch hat der kleine Fundbericht gefallen!
Viele Grüße,
Cornelius