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Ist der Link zu offiziellen Petition 186771 im Bundestag.
Liebe Grüße
Ria
Es gibt 18 Antworten in diesem Thema, welches 960 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Südwald.
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Liebe Grüße
Ria
Man lese im Link in den zwei Beiträgen zur Diskussion.
In dem Beitrag von
Die Stoffe zur med. Anwendung zu benutzen – da bin ich dabei. Die Stoffe aus dem BtMG zu nehmen, wäre sehr schlimm.
Die Stoffe aus dem BtMG zu nehmen, wäre sehr schlimm.
Hallo Steffen,
super, dass Du eine Diskussion anstösst. Der Austausch über dieses Thema kann bereichernd sein. Ich bin neugierig auf verschiedene Perspektiven.
Ich habe noch keine fertige Meinung zur wieder-Legalisierung. Ich bin auch froh, wenn da Expertinnen auf dem Gebiet draufschaun, denn es ist recht unüberschaubares Thema. Aber die medizinische Nutzung befürworte ich- falls das ein Mittel bei schweren Depressionen ist, möchte ich dass Leute diese Hilfe erhalten können.
Was sich für mich nicht erleuchtet beim BtMG: Harte Drogen gelten als legal und und weiche Drogen sind illegalisiert.
Z.B. warum ist Alkohol legal? Und Psilocybin/Psilocyn illegalisiert? Warum ist Nikotin legal? Warum wurde Marihuana so lange illegalisiert?
Anscheinend geht es nicht um gesundheitliche Risikoabschätzung. Es würde nicht so viele schwer Erkrankte und Tote geben, wie bei Alkohol oder Nikotin.
Und warum wird Leuten Alkohol überlassen und zugetraut, dass sie damit vernünftig umgehen können ( was ja viele auch gar nicht tun, siehe z.B. Silvester in der Notaufnahme, oder nach jedem Fußballspiel in der Nähe eines Stadions)? Und warum wird allen Leuten wiederrum der gesunde Umgang mit Psychodelika abgesprochen?
Ich finde es unlogisch und inkonsequent und würde das gern besser verstehen, warum die Gesetze sind wie sie sind. Wenn es darum geht bestehende Kultur zu schützen, dann finde ich das Gesetz überholt und da finde ich auch andere Werte wichtiger.
Warum Navajoa, falls Du Dich dazu nochmal äußern willst, warum wäre es "sehr schlimm"?
Liebe Grüße
Ria
Hallo Ria ,
ich stimme deiner Meinung voll zu. Und eigentlich gibt es nur eine Antwort in Bezug auf Alkohol und Nikotin - der Staat ist der Hauptverdiener über die Steuern, die bei Konsum anfallen.
Weisheit ich glaube das stimmt unterm Strich nicht.
Steuereinnahmen durch Alkohol liegen bei ca. 3 Milliarden Euro jährlich
Und die Kosten, die durch Unfälle, die Behandlung der Abhängigkeit und Folgeerkrankungen, Pflegekosten, Arbeitsausfälle, Frühverrentung und ansich erstmal tageweise verringerte Produktivität, Kosten von Polizei und Justiz, Todesfälle liegen bei jährlich ca. 57 Milliarden Euro. Nagut, vielleicht sparen wir mehr Rente ein, weil viele Menschen durch Alkohol deutlich früher sterben.
Kein Verdienst der Gesellschaft also. Alle seriösen aktuellen Studien kommen zu dem Ergebnis, dass Alkohol für die Gesellschaft deutlich mehr Kosten verursacht, als durch Alkoholsteuern eingenommen wird.
Hallo Ria,
ja, ich stimme dir durchaus zu. Durch regelmäßige Erhöhung der Preise für Alkohol und Tabak wird versucht, den Konsum einzudämmen, was aber nur minimal gelingt. Die politisch Verantwortlichen haben mit Sicherheit eine enorme Angst davor, den Alkohol- und Tabakkonsum per Gesetz den Kampf anzusagen bzw. gar zu verbieten.
In dem Beitrag von Käptn Future lese man den letzten Satz.
Uff, das ist aber schon harter Tobak, was er da über Antimaterie in homöopathischen Präparaten schreibt
.
Die Stoffe zur med. Anwendung zu benutzen – da bin ich dabei. Die Stoffe aus dem BtMG zu nehmen, wäre sehr schlimm.
Sehe ich auch so. Ich denke, der Hauptbeweggrund für eine Streichung aus dem BtMG wäre, dass man dadurch zuhause gewisse tropische Träuschlingsverwandte anbauen kann, ohne Angst vor Strafverfolgung haben zu müssen. Das BtMG schließt ja keine theraupeutische Verwendung aus, es muss nur innerhalb des BtMGs der rechtliche Status angepasst werden.
LG Suillus
Guten Morgen zusammen,
ganz so einfach, Studien mit Präparaten genehmigen zu lassen und durchzuführen, die unter das BtMG fallen, ist es leider nicht. Es bedeutet organisatorisch und finanziell einen erheblichen Mehraufwand. Ob die Motivation der Petitionsersteller darin liegt, zu Hause ungestraft Psilos anzubauen, betrachte ich zuerst einmal als Möglichkeit, die aber durchaus bezweifelt werden kann. Ich glaube, wenn wir mit Betroffenen sprechen würden, die von einer Therapie mit Psychodelika profitieren könnten, würde sich das Meinungsbild etwas anders abbilden. Die Frage, ob wir Menschen schützen müssen, diese Präparate zu konsumieren, ist dann noch einmal eine ganz andere.
LG Michael
Moin, schwierig.
Der Unterschied ist, dass Tabak rauchen und Alkohol trinken hierzulande Kulturgutstatus haben. Ein Verbot käme dem Untergang des christlichen Abendlandes gleich, so wie wohl auch ein Tempolimit auf Autobahnen.
Andererseits sorgen Verbote für einen florierenden Schwarzmarkt, wo die Gewinne bei irgendwelchen Dealern landen und die Konsumenten leichter an irgendwelche Drogen herankommen, die schon nach einmaligem Konsum abhängig machen. Die Drogenmafia lacht sich ins Fäustchen.
Verbot oder Legalisierung ist ein bisschen wie Pest oder Cholera. In Anbetracht unseres Umgangs mit Tabak und Alkohol spricht für meinen Geschmack etwas mehr für einen entspannteren Umgang mit Psilocybin.
Hallo,
Tabak und Alkohol haben relativ klar umrissene Wirkungen. Drogen die Halluzinationen bewirken, können völlig unterschiedliche Wirkungen entfalten, positiv und negativ. Es kommt auf die Psyche des Individuums an. Dies macht bei starken Drogen alles so schwierig und unberechenbar. Also, ich habe Probleme und nehme dagegen erfolgreich Pilze und ich nehme Pilze und bekomme deswegen Probleme, sind die zwei Seiten der Medaille. Deshalb die strenge ärztliche Kontrolle bei Psilocybin.
Beste Grüße
Stefan F.
Guten Morgen,
es ist zweifelsfrei so, dass der Gebrauch jeglicher bewusstseins(wahrnehmungs)verändernder Substanzen sowohl kurzfristig als auch langfristig negative Folgen haben kann. Das gilt für Alkohol genauso, wie für LSD (im übrigen ja auch pilzlicher Genese), Psilocybin und THC. Wir wissen aber (auch durch die kultureller Traditionen bei uns), dass Alkohol ein Spektrum an körperlichen Folgen mit sich bringen kann, die in erheblichem Maße weitreichender sind, als das, was bislang an körperlichen Folgeerkrankungen bei Konsum von Psilocybin, LSD, THC festgestellt wurde. Und das liegt vornehmlich nicht an der unterschiedlichen Menge an Beobachtungen und Studien, sondern an der Giftigkeit. Ich möchte betonen, dass ich hier definitiv nicht für den Gebrauch von Suchtmitteln plädieren möchte. Ich persönlich halte es für ein gesellschaftliches Ziel, über die Gefahren von Drogenkonsum so aufzuklären, dass Genuss nicht in Gefahr läuft, zur Sucht zu werden. Das gilt im Übrigen auch für nicht-stoffliche Süchte.
Gesellschaftliche und persönliche Realität ist aber, dass es Konsum gibt, und diesen häufig in gesundheitsschädlichem Maß. Und das gilt insbesondere für Alkohol: während in meiner Jugend noch galt, dass ein Glas Rotwein am Tag gesund sei und lebensverlängernd wirken könne, wissen wir heute, dass dieses Zellgift mit dem ersten Tropfen schadet. Nebenbei: wenn ich von Alkohol bei starker Abhängigkeit eine Entgiftung auf eigene Faust unternehme, ist das lebensgefährlich. Eine so starke körperliche Abhängigkeit entwickelt sich beim Konsum von Psilocybin, THC oder LSF erst gar nicht.
Es gibt die missverständliche Haltung zum Recht auf Rausch. Für mich ist damit im Grundsatz das Selbstbestimmungsrecht gemeint. Ich darf Dinge tun, die gefährlich für die Gesundheit und das Leben sind (Skifahren, E-Roller nutzen, Unmengen an Cola trinken, Rauchen, saufen... endlos erweiterbar). In diesem Zusammenhang gibt es auch das "Recht auf Verwahrlosung". Das wird sicherlich schädlich sein, aber das Selbstbestimmungsrecht wirkt höher, als das Ziel, Menschen vor Schaden zu bewahren zu müssen. Eine Ausnahme bilden selbstverständlich die Menschen, die aus Gründen keine eigenverantwortliche Entscheidung treffen können. Die benötigen besonderen Schutz.
Ich selbst konsumiere wider besseren Wissens gelegentlich ein alkoholhaltiges Getränk, gehöre also zu den Selbstgefährdern, und wäre sehr irritiert, wenn das strafbar würde. Wer sich mit dem Thema offen und intensiv befasst, wird feststellen, dass die von mir genannten Stoffe alle ein Suchtpotential haben, alle negative Folgen für die psychische und soziale Gesundheit haben können. Die Bewertung der Unterschiede des Gefährdungspotenzials, was diese Aspekte angeht, ist uneindeutig. Eindeutig ist aber der immense Unterschied bei körperlichen Folgeerkrankungen sowohl durch Alkohol, als auch durch Nikotin. Die sind beide legal, wieso eigentlich?
Ich bin in meiner Einordnung da bei Claudia Wutzi.
LG Michael
PS: dass ich auch die Gefahren sehe und nicht für Konsum plädiere, zeigt auch dieses Gedicht:
Ich sehe das ehrlich gesagt anders. Warum sollte Psilocybin grundsätzlich weniger berechenbar sein als Alkohol? Für diese Aussage gibt es keine wissenschaftliche Belege.
Psilocybin ist nicht harmlos. Es hat spezifische Risiken, insbesondere für Menschen mit einer Veranlagung für Psychosen oder bipolare Störungen. Daraus folgt für mich aber nicht, dass Psilocybin grundsätzlich unberechenbarer wäre als Alkohol. Beide Substanzen haben unterschiedliche Risikoprofile. Alkohol führt deutlich zu Abhängigkeit und ist mit Depressionen, Angststörungen, Gewalt und vielen anderen psychischen und sozialen Folgeschäden verbunden. Psilocybin kann dagegen Wahrnehmung und Denken stärker verändern und dadurch Angst oder Panik auslösen. Das sind andere Risiken, nicht automatisch größere.
Ich denke, dass die unterschiedliche Bewertung besonders historisch und kulturell geprägt ist. Alkohol ist seit Jahrhunderten gesellschaftlich akzeptiert, während Psychedelika über Jahrzehnte vor allem als illegale Drogen wahrgenommen wurden. Das beeinflusst wie wir Risiken einschätzen.
Vielleicht noch als Einordnung meiner Perspektive: Ich habe selbst unterschiedliche Erfahrungen gemacht, bin aber inzwischen überhaupt kein Freund von Drogen. Ich trinke nicht einmal Kaffee. Ich betrachte das Thema möglichst nüchtern ![]()
Für mich steht der Jugendschutz und breite Aufklärung an erster Stelle. Bei Erwachsenen sehe ich aber grundsätzlich Eigenverantwortung. Ich wünsche mir eine Drogenpolitik, die sich am tatsächlichen Schadenspotenzial orientiert und nicht an Gewohnheiten. Je höher die gesundheitlichen und gesellschaftlichen Schäden einer Substanz sind, desto stärker sollten sie im Jugendschutz reguliert werden.
Für mich ist auch das potenzielle Nutzen-Risiko-Verhältnis wichtig. Mich interessiert bei einer Substanz nicht nur, wie gefährlich sie ist, sondern auch, welches Potenzial sie hat. Genau deshalb finde ich Psilocybin so spannend. Im Gegensatz zu Alkohol und Nikotin sehe ich hier ein enormes therapeutisches Potenzial. Bei Alkohol und Nikotin erschließt sich mir dagegen, abgesehen vom Genuss oder der Suchtbefriedigung, kaum ein vergleichbarer Nutzen. Deshalb finde ich es bemerkenswert, dass wir gesellschaftlich vor allem über die Gefahren von Psilocybin sprechen, während wir bei Alkohol und Nikotin deren Potenzial kaum hinterfragen.
Tut mir leid, Michael, dass ich korinthenkackerisch aus deinem interessanten Posting das hier rauspicke, aber seit der Artikel-Flutwelle vor vielleicht zwei Jahren zu dem Thema habe ich eine kleine Allergie zu diesem Statement:
wissen wir heute, dass dieses Zellgift mit dem ersten Tropfen schadet
Meiner Ansicht nach wissen wir das nicht.
Das wird in den Medien gerne so rübergebracht, und ich weiß nicht, was in den Veröffentlichungen steht, auf welche sich die Artikel beziehen.
Aber der Gedanke, es könnte in einer Studie feststellbar sein, dass Menschen, die Alkohol tröpfchenweise konsumieren, ein höheres Risiko für Schäden haben als Leute, die das nicht tun, ist einfach lächerlich.
Alkoholmengen in dieser Größenordnung nehmen selbst Kinder zu sich - in reifen Bananen, Apfelsaft, Hustensaft, Brot, usw. Ich kann mir nicht mal vorstellen, dass man da überhaupt eine Kontrollgruppe zusammenbekommt.
Selbst wenn es um über die Nahrung hinausgehenden Alkohol gehen sollte, halte ich es für ausgeschlossen, dass es einen statistisch signifikanten Unterschied gibt bei der Gesundheit von Leuten, die nie Alkohol trinken, und denen, die nur an Silvester ein Glas Sekt trinken (natürlich bei ansonsten gleichen Randbedingungen).
Mit solchen Alkoholmengen kommt der Körper ja problemlos klar. Dass Alkohol im Laborversuch Zellen schädigt, heißt ja nicht, dass unsere Körper dem hilflos ausgeliefert sind: Normalerweise baut die Leber Alkohol ja ab, geschädigte Zellen werden vom Körper repariert. Dass die schädlichen Mengen kleiner sind als früher angenommen (das berühmte Glas Rotwein), das glaube ich hingegen gern, und finde es auch gut, dass neue Erkenntnisse dazu mitgeteilt wurden.
Beste Grüße
Sabine
Alles anzeigenTut mir leid, Michael, dass ich korinthenkackerisch aus deinem interessanten Posting das hier rauspicke, aber seit der Artikel-Flutwelle vor vielleicht zwei Jahren zu dem Thema habe ich eine kleine Allergie zu diesem Statement:
wissen wir heute, dass dieses Zellgift mit dem ersten Tropfen schadet
Meiner Ansicht nach wissen wir das nicht.
Das wird in den Medien gerne so rübergebracht, und ich weiß nicht, was in den Veröffentlichungen steht, auf welche sich die Artikel beziehen.
Aber der Gedanke, es könnte in einer Studie feststellbar sein, dass Menschen, die Alkohol tröpfchenweise konsumieren, ein höheres Risiko für Schäden haben als Leute, die das nicht tun, ist einfach lächerlich.
Alkoholmengen in dieser Größenordnung nehmen selbst Kinder zu sich - in reifen Bananen, Apfelsaft, Hustensaft, Brot, usw. Ich kann mir nicht mal vorstellen, dass man da überhaupt eine Kontrollgruppe zusammenbekommt.
Selbst wenn es um über die Nahrung hinausgehenden Alkohol gehen sollte, halte ich es für ausgeschlossen, dass es einen statistisch signifikanten Unterschied gibt bei der Gesundheit von Leuten, die nie Alkohol trinken, und denen, die nur an Silvester ein Glas Sekt trinken (natürlich bei ansonsten gleichen Randbedingungen).
Mit solchen Alkoholmengen kommt der Körper ja problemlos klar. Dass Alkohol im Laborversuch Zellen schädigt, heißt ja nicht, dass unsere Körper dem hilflos ausgeliefert sind: Normalerweise baut die Leber Alkohol ja ab, geschädigte Zellen werden vom Körper repariert. Dass die schädlichen Mengen kleiner sind als früher angenommen (das berühmte Glas Rotwein), das glaube ich hingegen gern, und finde es auch gut, dass neue Erkenntnisse dazu mitgeteilt wurden.
Beste Grüße
Sabine
Danke, Sabine, für die Richtigstellung. Du hast recht, da war ich polemisch. Das kann ich selbst eigentlich nicht so gut leiden. Deine Richtigstellung ändert allerdings die Grundaussage nicht, wie du ja selbst auch geschrieben hast.
LG Michael
Meine Frau hat als Psychologin im Krankenhaus eine etwas andere Sicht auf die Dinge: nicht wenige Drogen können beim Konsumenten Psychosen oder psychose-artige Zustände auslösen. In der Regel haben Betroffene bereits eine Disposition für so etwas, und der Konsum (manchmal bereits beim ersten Mal) ist dann schlicht der Auslöser. Das Problem ist, dass man diese Disposition im Vorfeld nicht erkennen oder abschätzen kann. Es bleibt also am Ende schlicht Glück, ob man einfach nur einen guten Tripp hat oder zu der bedauernswerten Minderheit gehört, die nach eine akuten Psychose einen meist jahrelangen tiefgreifenden Leidensweg antreten zu müssen. Insofern steht sie aus guten Gründen kritisch jedweden Legalisierungsrufen gegenüber.
Ob das als Argument ausreicht, Substanzen grundsätzlich zu verbieten, kann ich selbst nicht bewerten. Aber ich verstehe den Staat, der stur auf Statistiken sieht und den Schutz der breiten Bevölkerung über die Freiheit des Genusses und Trips stellt. Aus dieser Argumentation heraus müsste allerdings Alkohol ebenso verboten werden.
Und ich freue mich in erster Linie darüber, dass hier sachlich diskutiert und abgewogen wird. Ich finde nahezu alle von beiden "Seiten" vorgebrachten Argumente nachvollziehbar und neige bislang (dennoch) dazu, der bedingten Legalisierung solcher Substanzen zuzustimmen ("Selbstbestimmungsrecht"). Aber ich halte den dies begleitenden gesellschaftlichen/kulturellen Diskurs darüber, wie wir mit den damit einhergehenden Risiken umgehen wollen, für enorm wichtig.
Ach, eigentlich war mir nur der erste Satz wichtig ![]()
nicht wenige Drogen können beim Konsumenten Psychosen oder psychose-artige Zustände auslösen. In der Regel haben Betroffene bereits eine Disposition für so etwas, und der Konsum (manchmal bereits beim ersten Mal) ist dann schlicht der Auslöser. Das Problem ist, dass man diese Disposition im Vorfeld nicht erkennen oder abschätzen kann. Es bleibt also am Ende schlicht Glück, ob man einfach nur einen guten Tripp hat oder zu der bedauernswerten Minderheit gehört, die nach eine akuten Psychose einen meist jahrelangen tiefgreifenden Leidensweg antreten zu müssen. Insofern steht sie aus guten Gründen kritisch jedweden Legalisierungsrufen gegenüber.
Ja, es stimmt, dass es vulnerable Menschen gibt, die eine persistente Psychose mit Konsum oder manchmal durch nachfolgende Entgiftung erleiden. Und es ist auch so, dass momentan die vorherrschende Interpretation dazu ist, dass diese Menschen an einer Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis leiden, die vor dem Konsum nicht virulent war. Nach dem Vulnerabilitäts-Stress-Modell sind die erkrankten Menschen in diesem Fall für diesen Faktor anfällig. Allerdings ist eine Psychose im medizinischen Sinn nicht gleichzusetzen mit wahnhaftem oder halluzinatorischem Erleben. Bei einer Schizophrenie gibt es ein Spektrum an weiteren Symptomen, die oft erst durch eine oder mehrere wahnhafte Episoden medizinische Relevanz erlangen. Ich würde da also nicht von reinem "Glück" sprechen, oft gab es vorher gab es schon vorher Leidensdruck, nicht selten sogar Anlass für den Konsum als "Selbsttherapie".
Sowohl Alkohol, als auch Psychodelika, Amphetamine etc. und v.a. THC können einen solchen Vulnerabilitätsfaktor darstellen. THC scheint dabei die größte Rolle zu spielen, vor den nur wenig differenziert untersuchten Psychodelika und seltener auch von Alkoholabusus. Es scheint wahrscheinlich, dass die konsumierte Menge über einen längeren Zeitraum eine wichtige Rolle spielt. Es gibt dieses Phänomen also definitiv. Selten kann auch ein einzelner Konsum so wirken, da bin ich aber nicht wirklich sicher, wie belastbar die Datenlage ist. Die Idee von "Glück oder Pech haben" impliziert eine 50/50 Wahrscheinlichkeit. Die Wahrscheinlichkeit ist aber selbst bei THC sehr gering (ich möchte das definitiv nicht verharmlosen, die Folgen sind wirklich übel).
Die Frage, die bleibt: müssen potentielle Konsumenten von außen (von Gesetzen, vom Staat) durch Verbote geschützt werden und können diese das überhaupt? Und wo liegen die Grenzen dieses Schutzes? Was ist der Unterschied zu Risiken beim Skifahren ( ich fahre Ski, konsumiere aber kein Psilocybin) eine sehr einschränkende Querschnittslähmung oder eine sonstige lebenslang einschränkende Verletzung zu erleiden. Fällt das in den Rahmen meiner Selbstbestimmung? Hinzu kommt die mögliche therapeutische Bedeutung, wie sie Ria beschreibt.
Der Mensch wird Drogen konsumieren, egal ob legal oder illegal. Drogen zu verbieten, behindert vernünftige Aufklärung, Präventions- und Suchthilfeangebote, sowie Forschung und fördert kriminelle Strukturen in immensem finanziellem Ausmaß.
Alkohol ist in den Top 5 (je nach Studie auch Nr. 1) der schädlichsten Drogen für den Menschen und die Gesellschaft. Besonders zu beachten gilt, dass Alkohol nicht nur den Konsumenten, sondern auch Menschen in seinem Umfeld gefährdet. Der Großteil von häuslicher Gewalt passiert unter Alkoholeinfluss. Dazu kommen Schlägerein, Vergewaltigungen, usw. Außerdem die unfassbaren Kosten für das Gesundheitssystem.
Es gibt keinen logischen Grund dafür, dass Alkohol legal ist, während es mildere Drogen nicht sind.
Auch der kulturelle Aspekt greift meiner Meinung nach nicht. Beim Beispiel Hanf: Bayern war ein Hanfanbaugebiet und Hanf kulturell stark verankert. Auch die medizinische Forschung für THC war in Bayern stark vertreten.
Und nun zum Stoff um den es in diesem Thread geht:
Ihr lest vllt schon raus, dass ich für eine liberale Drogenpolitik bin. Ich selbst habe noch nie psychoaktive Pilze konsumiert. Psilocybin steht für mich aber ganz oben auf der Liste von Stoffen die freigegeben werden müssen. Der medizinische Nutzen übersteigt bei weitem die negativen Aspekte einer Freigabe. Das Suchtpotenzial ist sehr gering im Vergleich zu anderen Drogen. Der Petitionstext begründet es gut, das muss ich glaube ich nicht weiter ausführen.
*edit: ich möchte noch etwas anführen, die Entkriminalisierung von THC hat vielen Menschen geholfen vom Alkohol weg zu kommen. Psilocybin könnte dies auch schaffen. Dringend nötig wäre, dass sich die Gesellschaft über die Gefährlichkeit von Alkohol einig wird und wir so gemeinsam dagegen etwas tun können.
Guten Tag, Ria
zu offiziellen Petition 186771 im Bundestag.
das Quorum ist bisher nicht erreicht.
Es geht leider nicht hervor, wer der Hauptpetent ist.
Könnte das ein Pharma-Unternehmen sein, das Profite machen will?
In den 70er Jahren gab es im bayrischen GI-Sektor astreine LSD Löschblatt-Linsen ("Yellow Sunshine")
damals wurde nach Anleitungen von T. Leary/Stan Grof/C.Naranjo das SET & SETTING mit erfahrener Reisebegleitung praktiziert.
In weiten Kreisen wurde der therapeutische Effekt durch Selbst-Erfahrung-Workshops erprobt.
Das 5bändige "LSD-Psychotherapie" wurde Grundlage für spätere Therapeutische Anwendungen.
Das ging bis in die 80er Jahre: als noch Claudio Naranjo und Stanislav Grof in Todtmoos/Schwarzwald workshops für therapeutische Berufe anbieten konnten.
Aus einer von Graf Dürckheim mit organisierten Veranstaltung 1985 im Schwarzwald mit Geburtshelfer Michel Odent und Grofs ging das Buch Geburt, Tod, Transzendenz hervor.
Über Apothekenkontakte konnte astreines Harmin von vertrauenswürdigem medizinischen Personal besorgt werden.
Dann kam der politische Riegel, der der Hippy&Holy&Happy&Healthy-Kultur ein Ende bereitete.
Die Psychiatrien hatten in ihren geschlossenen Abteilungen etliche Indienfahrer, die leichtsinnig, durch Medien unsachlich-sensationellen Berichten Pilze und deren Derivate als Party-Highs propagierten, exzessiv konsumierten. Einige sind psychotisch hängengeblieben, hatten kein Nach-Briefing.(Fallgeschichten HuPflA Erlangen, ZfP Reichenau).
"Wer unter LSD-Einfluß in die Mühle der psychiatrischen Routinemaßnahmen gerät, kann ein lebenslängliches Trauma zurückbehalten...Außerdem sieht die heutige psychiatrische Behandlung, wenn der LSD-Prozeß zu keiner befriedigenden Auflösung gelangt, eine fortgesetzte medikamentöse Behandliung mit Tranquilizern vor statt einer aufdeckenden Therapie, wie sie unter diesen Umständen geboten wäre." (Grof)
Die Psychedelika-selbsterfahrene Therapeuten-Generation ist nun im Ruhestand. Wer kann die unbeaufsichtigten Bad-trippers auffangen?
Etliche durch Pilze Eingeweihte, arbeiteten später mit jahrelangen Meditations-Rückzügen die angeregten Insights weiter auf, einige wurden Meditationslehrer und wurden zu spirituellen Heilern.
Ob LSD Dr. Albert Hofmann's Wunderkind oder Sorgenkind wurde, hing primär vom Set & Setting ab.
Eine Legalisierung sollte lediglich für Forschung-Wissenschaft und Lehre erfolgen: das Potenzial für Bewußtseinserweiterung sollte nicht durch Gesetze blockiert werden.
Erinnerungsgrüße aus dem letzten Jahrhundert
inge
Abbie Hofmann entlastete sich mit dem Büchlein1979 "LSD-Mein Sorgenkind"
