Hallo Bläuling,
das klingt nach einer sehr belastenden und schweren Zeit. Ich kann gut nachvollziehen, dass du deshalb nach allen Möglichkeiten Ausschau hältst, die dir vielleicht helfen könnten. Ich hatte vor drei Jahren einen so starken Vitamin D Mangel und Eisenmangel, als Nachwirkung von Antibiotika, dass uch keine Treppen mehr steigen konnte. Das war sehr gruselig und jetzt ist wieder alles gut.
Einen ausgeprägten Vitamin-D-Mangel würde ich aber nicht mit Vitalpilzen behandeln. Interessant ist aber tatsächlich, dass Pilze Ergosterol enthalten. Durch UV‑B-Strahlung wird dieses Ergosterol in Vitamin D2 umgewandelt. Hat ja Sandra ja schon erwähnt.
Das funktioniert z.B. bei Champignons, Austernseitlingen, Shiitake und ist wissenschaftlich nachgewiesen. Am besten werden die Pilze aufgeschnitten beziehungsweise mit den Lamellen nach oben draußen in die direkte Sonne gelegt. Hinter Fensterglas funktioniert es nicht, weil Glas die erforderliche UV‑B-Strahlung nicht durchlässt.
In einer Versuchsreihe stieg der Vitamin D Gehalt verschiedener Pilze bereits nach 15 Minuten direkter Sonne deutlich an. Wie viel tatsächlich entsteht, schwankt jedoch ziemlich stark je nach Pilzart, UV-Index, Bewölkung, Tages- und Jahreszeit sowie Bestrahlungsdauer ect. Anfang September kann die Anreicherung bei direkter Mittagssonne tatsächlich noch gut funktionieren, sie ist aber schon weniger verlässlich als im Hochsommer.
Due fehlende Dosierbarkeit ist ein Nachteil: Bei einem ausgeprägten Mangel sind "besonnte" Pilze kein Ersatz für ein genau dosiertes Vitamin D präparat und eine anschließende Kontrolle der Werte durch den Arzt. Sie können in so nem Fall höchstens Ernährung zusätzlich ergänzen.
Naja und die Pilze sollte man außerdem nicht unnötig stundenlang in warmer Sonne liegen lassen. Wärme beschleunigt Zersetzung und mikrobiellen Verderb. Besser nur so lange wie nötig bestrahlen, anschließend kühl lagern und zeitnah futtern, bzw. trocknen. Mit Fett essen, denn Vitamin D ist nur fettlöslich.
Es gibt auch zugelassene standartisierte Präparate aus UV-behandeltem Champignonpulver mit D2. D3 ist jedoch wirksamer: Es erhöht Vitamin-D-Speicher stärker und hält ihn länger stabil. Für die gezielte Behandlung eines starken Mangels würde ich deshalb D3 Präperate (plus evtl Magnesium ) einnehmen. Veganes D3 wird z.B. auch aus Flechten gewonnen.
Cordyceps und Reishi werden traditionell bei Erschöpfung benutzt und es gibt einzelne kleine Humanstudien die das positiv bestätigen. Die Daten reichen aber nicht aus, um einen Pilz für Behandlung starker Schwäche oder Erschöpfung zu empfehlen. Vor allem ersetzen solche Präparate keine Abklärung von Ursachen! Wenn nicht ganz klar ist woher Erschöpfung kommt, würde ich erstmal auf Vitalpilzprodukte verzichten. Und bei Einnahme würde ich das gut mit dem behandelnden Arzt absprechen und Werte kontrollieren. Vitalpilze sind nicht harmlos, haben Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit Medikamente. Bei Reishi kommen seltene Fälle akuter Leberschädigung vor.
Es fehlen für viele Produkte , die ja lediglich als Nahrungsergänzung verkauft werden Langzeituntersuchungen. Wegen den unterschiedlichen Extraktionsverfahren und evtl. Verunreinigungen lassen sich eben nicht alle Präparate gleich bewerten. Die Qualität schwankt enorm.
Gerade bei einem bereits stark geschwächten Menschen würde ich deshalb keinen solche Pulver und Extrakte auf Verdacht und ins Blaue empfehlen.
Ich wünsche Dir von Herzen gute Besserung.
Liebe Grüße
Ria
