Beiträge von Ria

    Hallo Bläuling,


    das klingt nach einer sehr belastenden und schweren Zeit. Ich kann gut nachvollziehen, dass du deshalb nach allen Möglichkeiten Ausschau hältst, die dir vielleicht helfen könnten. Ich hatte vor drei Jahren einen so starken Vitamin D Mangel und Eisenmangel, als Nachwirkung von Antibiotika, dass uch keine Treppen mehr steigen konnte. Das war sehr gruselig und jetzt ist wieder alles gut.

    Einen ausgeprägten Vitamin-D-Mangel würde ich aber nicht mit Vitalpilzen behandeln. Interessant ist aber tatsächlich, dass Pilze Ergosterol enthalten. Durch UV‑B-Strahlung wird dieses Ergosterol in Vitamin D2 umgewandelt. Hat ja Sandra ja schon erwähnt.


    Das funktioniert z.B. bei Champignons, Austernseitlingen, Shiitake und ist wissenschaftlich nachgewiesen. Am besten werden die Pilze aufgeschnitten beziehungsweise mit den Lamellen nach oben draußen in die direkte Sonne gelegt. Hinter Fensterglas funktioniert es nicht, weil Glas die erforderliche UV‑B-Strahlung nicht durchlässt.

    In einer Versuchsreihe stieg der Vitamin D Gehalt verschiedener Pilze bereits nach 15 Minuten direkter Sonne deutlich an. Wie viel tatsächlich entsteht, schwankt jedoch ziemlich stark je nach Pilzart, UV-Index, Bewölkung, Tages- und Jahreszeit sowie Bestrahlungsdauer ect. Anfang September kann die Anreicherung bei direkter Mittagssonne tatsächlich noch gut funktionieren, sie ist aber schon weniger verlässlich als im Hochsommer.

    Due fehlende Dosierbarkeit ist ein Nachteil: Bei einem ausgeprägten Mangel sind "besonnte" Pilze kein Ersatz für ein genau dosiertes Vitamin D präparat und eine anschließende Kontrolle der Werte durch den Arzt. Sie können in so nem Fall höchstens Ernährung zusätzlich ergänzen.


    Naja und die Pilze sollte man außerdem nicht unnötig stundenlang in warmer Sonne liegen lassen. Wärme beschleunigt Zersetzung und mikrobiellen Verderb. Besser nur so lange wie nötig bestrahlen, anschließend kühl lagern und zeitnah futtern, bzw. trocknen. Mit Fett essen, denn Vitamin D ist nur fettlöslich.

    Es gibt auch zugelassene standartisierte Präparate aus UV-behandeltem Champignonpulver mit D2. D3 ist jedoch wirksamer: Es erhöht Vitamin-D-Speicher stärker und hält ihn länger stabil. Für die gezielte Behandlung eines starken Mangels würde ich deshalb D3 Präperate (plus evtl Magnesium ) einnehmen. Veganes D3 wird z.B. auch aus Flechten gewonnen.


    Cordyceps und Reishi werden traditionell bei Erschöpfung benutzt und es gibt einzelne kleine Humanstudien die das positiv bestätigen. Die Daten reichen aber nicht aus, um einen Pilz für Behandlung starker Schwäche oder Erschöpfung zu empfehlen. Vor allem ersetzen solche Präparate keine Abklärung von Ursachen! Wenn nicht ganz klar ist woher Erschöpfung kommt, würde ich erstmal auf Vitalpilzprodukte verzichten. Und bei Einnahme würde ich das gut mit dem behandelnden Arzt absprechen und Werte kontrollieren. Vitalpilze sind nicht harmlos, haben Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit Medikamente. Bei Reishi kommen seltene Fälle akuter Leberschädigung vor.

    Es fehlen für viele Produkte , die ja lediglich als Nahrungsergänzung verkauft werden Langzeituntersuchungen. Wegen den unterschiedlichen Extraktionsverfahren und evtl. Verunreinigungen lassen sich eben nicht alle Präparate gleich bewerten. Die Qualität schwankt enorm.

    Gerade bei einem bereits stark geschwächten Menschen würde ich deshalb keinen solche Pulver und Extrakte auf Verdacht und ins Blaue empfehlen.


    Ich wünsche Dir von Herzen gute Besserung.

    Liebe Grüße

    Ria

    Hallo in die Runde,


    die „Kunst“ des Promptens sollte nicht unterschätzt werden, denn die Qualität KI-generierter Lernhilfen hängt stark von der Qualität des Auftrags ab. Der professionelle Umgang mit KI ist erlernbar.


    Anfänger wissen häufig noch nicht, welche Inhalte wichtig sind und was sie überprüfen müssen. Von KI-erfahrenen Fachleuten erstellt, können KI-Lernhilfen dagegen sehr effektiv sein: Die Fachperson wählt Inhalte, wissenschaftliche Standards und geeignete Quellen aus, während die KI sie strukturiert und didaktisch aufbereitet. Das Ergebnis ist nicht automatisch weniger verlässlich, weil es mithilfe von KI entstanden ist. Entscheidend sind "hochwertiges" promten und die abschließende gründliche Kontrolle der Inhalte.

    Warum nicht gleich selber machen? -> Geschwindigkeit.


    Liebe Grüße

    Ria

    Hallo Björn,

    aja, wetterbedingte Unterschiede hatte ich nicht auf dem Schirm- große Porlinge gibts gerade genug zu bestimmen für mich, bei Blätterpilzen sieht das natürlich ganz anders aus.


    Das Zoom Metting am Mittwoch spiegelt, aber finde ich nicht die Beteiligung am Forum, ist doch nur eine sehr kleine Runde im Vgl mit 12000 Nutzenden des Forums.

    Ich schätze mal, dass der feste Kern (ca. 300)ähnlich aktiv ist im Forum, aber das Laufpuplikum, dh. potentielle spätere Expert:innen sind wenig aktiv. Ob das Wetter eine Rolle spielt, wäre interessant zu beobachten, das wäre zumindest für das Thema Forum beruhigend. Leider sind in der Statistik nur 13 Monate sichtbar.

    Mir ist noch etwas aufgefallen, das ich für diskussionswürdig halte.

    Zum einen scheint das Pilzforum bei Google deutlich schlechter gefunden zu werden als noch vor ein paar Monaten. Zum anderen zeigen die Forenstatistiken( für alle einsehbar) einen deutlichen Rückgang der Aktivität. Natürlich unterliegt das Pilzforum starken saisonalen Schwankungen. Deshalb ist sinnvoll aktuell z.B. Juli mit Juli zu vergleichen.

    Nach den aktuellen Zahlen sprechen wir ungefähr im Vergleich mit den Vorjahr von:

    • rund zwei Dritteln weniger Nutzende,
    • etwa der Hälfte weniger Beiträgen,
    • rund drei Fünfteln weniger Konversationen
    • und auch deutlich weniger Reaktionen.

    Für mich ist das ein Warnsignal.

    Ich glaube allerdings nicht, dass es dafür nur eine einzige Ursache gibt. Wahrscheinlich kommen mehrere Entwicklungen zusammen. Deshalb sehe ich das nicht als ein Problem, das man mit dem Gedanken„Google macht eben, was Google macht“ abhaken sollte, oder "wer wirklich sucht, der: die findet". Auf die Google-Algorithmen hat niemand direkten Einfluss. Sehr wohl kann man sich aber überlegen, wie das Forum technisch und inhaltlich auf diese Veränderungen reagiert und wie der enorme Wissensschatz des Forums auch in Zukunft sichtbar und auffindbar bleibt.

    Ich würde mich freuen, wenn wir diese Entwicklung ernst nehmen und gemeinsam überlegen, welche Möglichkeiten es gibt. Das Pilzforum ist aus meiner Sicht eine der wichtigsten deutschsprachigen Wissenssammlungen zur Mykologie. Es wäre sehr schade, wenn dieses Wissen nach und nach an Sichtbarkeit und damit auch an aktiver Beteiligung verliert. Auch finde ich gibt es in der Community nach wie vor das Thema, dass wir dringend Nachwuchs brauchen, die Tendenz sieht für mich hier aber erschreckend gegenläufig aus.

    Ich sehe das ehrlich gesagt anders. Warum sollte Psilocybin grundsätzlich weniger berechenbar sein als Alkohol? Für diese Aussage gibt es keine wissenschaftliche Belege.


    Psilocybin ist nicht harmlos. Es hat spezifische Risiken, insbesondere für Menschen mit einer Veranlagung für Psychosen oder bipolare Störungen. Daraus folgt für mich aber nicht, dass Psilocybin grundsätzlich unberechenbarer wäre als Alkohol. Beide Substanzen haben unterschiedliche Risikoprofile. Alkohol führt deutlich zu Abhängigkeit und ist mit Depressionen, Angststörungen, Gewalt und vielen anderen psychischen und sozialen Folgeschäden verbunden. Psilocybin kann dagegen Wahrnehmung und Denken stärker verändern und dadurch Angst oder Panik auslösen. Das sind andere Risiken, nicht automatisch größere.

    Ich denke, dass die unterschiedliche Bewertung besonders historisch und kulturell geprägt ist. Alkohol ist seit Jahrhunderten gesellschaftlich akzeptiert, während Psychedelika über Jahrzehnte vor allem als illegale Drogen wahrgenommen wurden. Das beeinflusst wie wir Risiken einschätzen.


    Vielleicht noch als Einordnung meiner Perspektive: Ich habe selbst unterschiedliche Erfahrungen gemacht, bin aber inzwischen überhaupt kein Freund von Drogen. Ich trinke nicht einmal Kaffee. Ich betrachte das Thema möglichst nüchtern ;)


    Für mich steht der Jugendschutz und breite Aufklärung an erster Stelle. Bei Erwachsenen sehe ich aber grundsätzlich Eigenverantwortung. Ich wünsche mir eine Drogenpolitik, die sich am tatsächlichen Schadenspotenzial orientiert und nicht an Gewohnheiten. Je höher die gesundheitlichen und gesellschaftlichen Schäden einer Substanz sind, desto stärker sollten sie im Jugendschutz reguliert werden.


    Für mich ist auch das potenzielle Nutzen-Risiko-Verhältnis wichtig. Mich interessiert bei einer Substanz nicht nur, wie gefährlich sie ist, sondern auch, welches Potenzial sie hat. Genau deshalb finde ich Psilocybin so spannend. Im Gegensatz zu Alkohol und Nikotin sehe ich hier ein enormes therapeutisches Potenzial. Bei Alkohol und Nikotin erschließt sich mir dagegen, abgesehen vom Genuss oder der Suchtbefriedigung, kaum ein vergleichbarer Nutzen. Deshalb finde ich es bemerkenswert, dass wir gesellschaftlich vor allem über die Gefahren von Psilocybin sprechen, während wir bei Alkohol und Nikotin deren Potenzial kaum hinterfragen.

    Klar, immer hinterfragen, das bringt uns alle weiter und ist bereichernd.


    Ich habe jetzt keine Quellen zu Hand die genau das belegt, was ich gesagt habe. Meine Behauptung fußte eher auf eigenen Erfahrungen und gehörtem Erfahrungswissen. Ich hab mal zum Spaß ein bisschen recherchiert. Es gibt Studien die verschieden Punkte davon benennen.


    Z.B. Dixon, J. R. (1975). Chlorosplenium and its segregates. II. The genera Chlorociboria and Chlorencoelia. Mycotaxon 1(3): 193–237. Beschreibt als Substrat auch Nadelholz in Amerika.


    Tudor, D., Margaritescu, S., Sánchez-Ramírez, S., Robinson, S. C., Cooper, P. A. & Moncalvo, J. M. (2014). Morphological and molecular characterization of the two known North American Chlorociboria species and their anamorphs. Fungal Biology 118(8): 732–742. https://doi.org/10.1016/j.funbio.2014.05.003 Belegt, dass die amerikanischen Kollektionen genetisch gleiche Arten sind wie die europäischen.


    Rustøen, F., et al. (2023). Substrate affinities of wood decay fungi are foremost structured by wood properties not climate. Fungal Ecology 63: 101231. DOI: 10.1016/j.funeco.2023.101231. Beschreibt, dass sich Holz strukturell, physikalisch und chemisch verändert, während der Zersetzung und dass sich dadurch auch die Pilzgemeinschaften im Laufe des Prozesses verändert.


    Belt, T., Harju, A., Kilpeläinen, P., Venäläinen, M. et al. (2022). Fungal Degradation of Extractives Plays an Important Role in the Brown Rot Decay of Scots Pine Heartwood. Frontiers in Plant Science 13:912555. DOI: 10.3389/fpls.2022.912555 Während der Zersetzung bauen sich Harze ab, dadurch nimmt die Abwehr gegen weitere Zersetzer ab.

    ( Aber hier möchte ich anmerken, dass Grünspahnbecherlinge keine Zellulose, oder Lignin abbauen können, sind also keine klassischen Holzzersetzer.)


    Liebe Grüße

    Ria

    Hallo Uwe,

    wie sah es denn zwischen den Röhrenschichten der verschiedenen Wachstumsperioden aus? G. lipsiense (applanatum europäisch) hat in der Regel eine dünne Schicht Trama dazwischen und und oft auch große helle Stellen der Autolyse. G.adspersum hat offene Röhren, dh. verschließt die nicht mit einer Tramaschicht. Ich selbst habe G. adspersum nur ein mal an der Basis einer Buche gefunden.

    Liebe Grüße

    Ria

    Achso, es gibt das Phänomen, das Pilze, die nur auf Laubholz wachsen auch mal auf vermorschten Nadelholz vorkommen können, wenn die abwehrenden Harze schon langsam weg sind. Aber nur sehr selten.

    Hallo Konstantin,


    es gibt Chlorociboria aeruginascens und Chlorociboria aeruginosa. Beides nur an Laubholz.

    Wenn das Holz keine Fruchtkörper zeigt, ist der Unterschied nicht mit den Augen/Mikroskop festzustellen. Ersterer ist häufiger. Entweder ist es eine andere Holzart, oder es ist eine seltene Ausnahme soweit meine Kenntnis reicht. Vielleicht wird ja noch was anderes geschrieben hier.

    Hübsch.

    Liebe Grüße

    Ria

    Hallo in die Runde,

    ich habe heute eine Mail bekommen, dass die Prüfungsordnung des Fachberaters geändert worden ist.

    Die Aufnahmeprüfung fällt weg, es sind nur noch 6 Module (aus 8) nötig und es gibt kein Fachgutachten mehr.


    Ich denke, dass jetzt ein paar Barrieren abgeschafft sind um die Ausbildung zu beginnen, oder sie erfolgreich abzuschließen. Manche der Teilnehmenden werden wohl nun spontan fertig werden.

    Ich finde aber auch, dass es dadurch zu einer Abwertung der Qualität des Abschlusses kommt.



    Liebe Grüße

    Ria

    Ihr Lieben, ich hatte heute Ganoderma pfeifferi am Wickel. Ich konnte einfach keine Schnallen finden und auch keine Basidien. Ich habe zig Präperate (in KOH3%) von verschiedenen Stellen gemacht und die generativen Hyphen waren eh schon kaum zu finden. Wo genau schau ich nach um Schnallen zu finden? Ich habe nur ein kleines Stück vom Fachgruppenabend mit nach hause genommen. Makroskopisch aber typisch G.pfeifferi (Harzschicht, dunkler Kontext, süßer Geruch, lebende Buche)

    Liebe Grüße

    Ria


    Sporen sehen aus wie kleine Melonenkerne mit Warzen. Hab nicht viele gemessen, ca 9-10x6-7. ( Im Vergleich dazu war G. resinaceum siehe unten ca. 11- 12x7)


    Sporenornamente



    Röhren, irgendwelche Verdickungen? Ich dachte im ersten Moment Basidiolen, aber aus ihnen sind verästelte Hyphen heraus gewachsen



    Trimitischer Kontext


    Kontext in der Nähe der Röhren



    Links G.pfeifferi, rechts G. resinaceum zum Vergleich



    Alte oben abgebrochene Buche

    Weisheit ich glaube das stimmt unterm Strich nicht.


    Steuereinnahmen durch Alkohol liegen bei ca. 3 Milliarden Euro jährlich

    Und die Kosten, die durch Unfälle, die Behandlung der Abhängigkeit und Folgeerkrankungen, Pflegekosten, Arbeitsausfälle, Frühverrentung und ansich erstmal tageweise verringerte Produktivität, Kosten von Polizei und Justiz, Todesfälle liegen bei jährlich ca. 57 Milliarden Euro. Nagut, vielleicht sparen wir mehr Rente ein, weil viele Menschen durch Alkohol deutlich früher sterben.


    Kein Verdienst der Gesellschaft also. Alle seriösen aktuellen Studien kommen zu dem Ergebnis, dass Alkohol für die Gesellschaft deutlich mehr Kosten verursacht, als durch Alkoholsteuern eingenommen wird.

    Hallo in die Runde,


    "Wenn jemand ernsthaft ein Pilzforum sucht, wird er auch dieses finden. Qualität setzt sich eben durch. "

    Leider stimmt das vielleicht nicht Peter. Ich habe inzwischen sehr viel Pilz- Fortgeschrittene getroffen, die nur das DGfM und 123 Forum kennen. Ich bin auch immer erstaunt, wie das an ihnen vorbei gehen kann.


    Liebe Grüße

    Ria

    Die Stoffe aus dem BtMG zu nehmen, wäre sehr schlimm.

    Hallo Steffen,


    super, dass Du eine Diskussion anstösst. Der Austausch über dieses Thema kann bereichernd sein. Ich bin neugierig auf verschiedene Perspektiven.

    Ich habe noch keine fertige Meinung zur wieder-Legalisierung. Ich bin auch froh, wenn da Expertinnen auf dem Gebiet draufschaun, denn es ist recht unüberschaubares Thema. Aber die medizinische Nutzung befürworte ich- falls das ein Mittel bei schweren Depressionen ist, möchte ich dass Leute diese Hilfe erhalten können.


    Was sich für mich nicht erleuchtet beim BtMG: Harte Drogen gelten als legal und und weiche Drogen sind illegalisiert.


    Z.B. warum ist Alkohol legal? Und Psilocybin/Psilocyn illegalisiert? Warum ist Nikotin legal? Warum wurde Marihuana so lange illegalisiert?

    Anscheinend geht es nicht um gesundheitliche Risikoabschätzung. Es würde nicht so viele schwer Erkrankte und Tote geben, wie bei Alkohol oder Nikotin.

    Und warum wird Leuten Alkohol überlassen und zugetraut, dass sie damit vernünftig umgehen können ( was ja viele auch gar nicht tun, siehe z.B. Silvester in der Notaufnahme, oder nach jedem Fußballspiel in der Nähe eines Stadions)? Und warum wird allen Leuten wiederrum der gesunde Umgang mit Psychodelika abgesprochen?

    Ich finde es unlogisch und inkonsequent und würde das gern besser verstehen, warum die Gesetze sind wie sie sind. Wenn es darum geht bestehende Kultur zu schützen, dann finde ich das Gesetz überholt und da finde ich auch andere Werte wichtiger.


    Warum Navajoa, falls Du Dich dazu nochmal äußern willst, warum wäre es "sehr schlimm"?


    Liebe Grüße

    Ria

    Hallo Eddi, das Thema ist recht komplex. Vorweg die beiden Arten lassen sich nicht makroskopisch, oder mikroskopisch unterscheiden, sogar genetisch ist das herausfordern da auf einen Nenner zu kommen. Es ist ein interessantes Beispiel, dass Pilzbestimmung an Grenzen kommen kann und eh immer nur ein Annäherungsversuch ist. Es kommt dann drauf an, warum man eigentlich die Art bestimmen möchte. Für den Speisewert brauchst du es hier nicht weiter auseinandertröseln, wie Stefan ja schon schrieb. Weiter als Pleurotus ostreatus Komplex lässt sich das aktuell auch gar nicht bestimmen. Aber Pleurotus ostreatus im Engen Sinne lässt sich ausschließen, weil es dafür zu warm ist.


    Nun Genauer:


    1. Das Taxon Pleurotus Ostreatus var. florida steht generell zur Diskussion. Es wird vermutet, dass diese Linie eher mit Pleurotus pulmonarius verwandt ist, als mit P. ostreatus. Es kommt ja auch drauf an, welches Artenkonzept man drunter legt. Meist steht das evolutionäre Artenkonzept im Vordergrund. P. florida und P. ostreatus lassen sich kreuzen, obwohl sie genetische eigene Arten sind.


    2.In der Pilzzucht werden verschiedene Arten von Pleurotus rege und gezielt gekreuzt um Merkmale zu stärken. Kreuzungen, die über den Ostreatus Komplex hinausgehen. Also auch z.B. P corucorpiae und P. djamor. So dass es viele mosaikartige Pilzstämme gibt auch wenn es früher mal klare Entwicklungslinien in den natürlichen Kladen gab. Diese haben sich nun als Kulturflüchtlinge mit den Wildformen vermischt. Es ist also nicht möglich diese zu unterscheiden, wenn sie nicht extrem ausgeprägte Merkmale zeigen und selbst dann bleibt es unsicher.


    3. Es gab Versuche Merkmale makroskopisch und unterm Mikroskop zu beschreiben, aber die sind so variable, dass sie wissenschaftlich nicht haltbar sind. Sie sind nunmehr nur genetisch unterscheidbar.


    4. Aber der Komplex ist genetisch noch sehr jung, also hat sich noch nicht so lange als verschiedene Arten aufgetrennt. Nur ein paar millionen Jahre her.;) weswegen sich in der ITS- Region, also Standard Barcode noch kaum unterscheiden lassen. Wegen der Hybridisierung sowieso schwierig. Das bedeutet für fundierte Bestimmung brauchst du verschiedene Genmarker gleichzeitig.


    5. In der Vergangenheit gab es zwar einiges an Forschung zu Pleurotus, aber die reicht auch immer noch nicht aus weil auch zum Beispiel zu wenige Referenzsequenzen gibt. Der Artenkomplex P. ostreatus ist auch sehr komplex und verschiedene Forscher bekommen dann auch verschiedene Interpretationen.


    Zusammengefasst: Pleurotus ostreatus-Komplex, oder Pleurotus ostreatus sensu lato, aber da P. ostreatus s.str. ausgeschlossen werden kann, würde ich mich bei einer Kartierung für Pleurotus cf. pulmonarius entscheiden.



    Liebe Grüße

    Ria

    Ihr Lieben,

    ich habe vermutlich Funalia trogii und Coriolopsis gallica am selben Eschenstamm gefunden. Liegend, mäßig zersetzt. Die Fruchtkörper sind durcheinander gewachsen. Ich hab leider kein Foto gemacht. Aber die frischen Fruchtkörper mitgenommen. Hier im Vergleich:

    Funalia trogii

    Coriolopsis gallica


    Funalia trogii




    Coriolopsis gallica



    Unten F. trogii

    Oben C. gallica



    KOH3% erste Minute




    KOH3% 15 Minuten



    Die Sporen waren bei beiden leider zu ähnlich, um auf unterschiedliche Werte zu kommen. Lange zylindrische und Kommaförmige Würste. Ich bilde mir ein bei C. gallica die Apiculus leicht deutlicher zu sehen.


    Gibt es noch weitere mikroskopische Unterscheidungsmerkmale? Ich dachte nämlich, dass F. trogii nur an Pappel wächst.


    Liebe Grüße

    Ria

    Ganoderma resinaceum
    Gefunden an der Basis einer lebenden Eiche. Der Stiel war harzig-klebrig.



    Leicht eindrückbare Hutschicht. Hier die gelbe Schicht unter der Harzschicht zu sehen, die auch mit Feuerzeug gebruzzelt hat. Somit kann G. lucidum-Komplex ausgeschlossen werden.


    Trama im Gegensatz zu G. pfeifferi blass, mit einer dunklen Schicht über den Röhren, aber hier nur sehr dünn ausgeprägt.

    Hallo in die Runde,

    hier ein interessantes Paper zum Thema. Es geht u.a. um den Zutronenseitling:

    "Stranger danger: emerging biosecurity risk from fungus inoculation and cultivation"


    "Fremde Gefahr: Entstehende Biosicherheitsrisiken durch die Inokulation und Kultivierung von Pilzen"


    Im Anhang das PDF auf englisch und dann noch mal (60) mit deepl auf Deutsch übersetzt.

    Liebe Grüße

    Ria

    Hallo Oliver,

    ich verstehe das nicht so wie du. Kannst Du erklären warum es nicht nötig sein soll?

    Liebe Grüße

    Ria

    Ich meine, auf deinem Schnittbild zwei Röhrenschichten zu erkennen. Insofern wäre ich bei Ganoderma adspersum.

    Mal abgesehen von der Oberfläche des Fruchtkörpers, nur zur Beschaffenheit des Röhrenbildes: Wenn zwischen zwei Röhrenschichten deutlich Trama zu erkennen ist ( d.h. Röhrenschichten geschlossen sind), dann dachte ich kann G. adspersum immer ausgeschlossen werden. Oder?

    Echt? Ich kenne den Spaltblättling nur als Vitalpilz. Was macht man kulinarisch denn mit dem?

    Hier in dem Artikel den ich angehängt habe gibt es ein paar Erwähnungen. Meist wird er lange mitgekocht in Eintöpfen, oder Fleischgerichten, oder gemeinsam mit anderen Zutaten fritiert. Es geht beim Spaltblättling eher nicht um seinen Geschmack, da er geschmacklich eher neutral ist. Er wird als Konsistensgeber genutzt der den Geschmack annimmt von Gewürzen. Ähnlich wie die Gallertpilze die zu Speiszwecke genutz werden, aber die Konsistenz ist zäher, faserig.