Gelber Röhrling
- OtesOtum
- Unerledigt
Es gibt 20 Antworten in diesem Thema, welches 980 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Jürgen.
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Hallo OtesOtum
der wird meist als Falscher Schwefelröhrling bezeichnet, manche sehen in als eigene Art, manche als farbarme Variante des Flockenstieligen Hexeröhrlings
Boletus junquilleus (Falscher Schwefelröhrling) – Fundkorb
Es gibt bei den anderen Hexenröhrlingen auch gelbe Varianten,
viele Grüsse
Matthias
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Guten Abend,
da stehen auch Lärchen herum? Zumindest bilde ich mir ein, ein paar Lärchennadeln auf dem Boden zu sehen, und die Rinde der Stämme könnte auch dazu passen.
------------------------------> Goldröhrling ( ? )
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Hallo Radelfungus,
der Goldröhrling scheidet hier aus, auf dem ersten Bild zwei Druckstellen an den Röhren zu sehen die blauen, das würde beim Goldröhrlinge braune Verfärbungen ergeben.
Auch die blauen Verfärbungen am Stiel sind untypisch auch wenn manchmal bei Goldröhrlingen das Stielfleisch im Anschnitt blau färbt,
viele Grüsse
Matthias
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Radelfungus Goldröhrling glaube ich eher nicht, obwohl es durchaus sein kann, dass dort in unmittelbarer Nähe auch Lärchen standen.
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Hallo zusammen,
ich sehe auch eine xanthoide (=gelbe) Form des Flockenstieligen Hexenröhrlings. Bitter sollte der eigentlich nicht schmecken. Bist du sicher?
Viele Grüße
Emil
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Beitrag von Vidar ()
Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht (). -
Servus "OtesOtum",
die filzig-haarige Stielbasis ist ein Gattungsmerkmal für Neoboletus. Für Neoboletus erythropus erscheinen mit die Stielschüppchen zu klein und dezent. Ich wäre da bei Neoboletus pseudosulphureus. Ein Neoboletus ist es aber auf jeden Fall. Toller Fund!
Goldröhrling kann es nicht sein, da am Stiel kein Velum universale erkennbar ist, der Pilz auf Druck stark blaut, der Hut nicht schleimig ist (usw.).
Liebe Grüße,
Christoph
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Tricholomopsis Vielen Dank, das freut mich zu hören.
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Hallo OtesOtum,
der bittere Geschmack könnte durch ranzig gewordenes Speisefett verursacht worden sein. Nur so eine Idee.
Freundliche Grüße
Oehrling
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die filzig-haarige Stielbasis ist ein Gattungsmerkmal für Neoboletus. Für Neoboletus erythropus erscheinen mit die Stielschüppchen zu klein und dezent. Ich wäre da bei Neoboletus pseudosulphureus.
Hallo Christoph,
laut diesem Paper ist das Taxon „Neoboletus pseudosulphureus“ nicht auf Artebene von N. erythropus (=luridiformis) trennbar.
Hast du dazu neue Erkenntnisse?
Viele Grüße
Emil
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Servus Emil,
das von dir verlinkt Paper nutzt nur ITS. In der aktuellen Mycological Progress ist ein Stammbaum erschienen, in dem tef 1alpha, RPB2 und 28S (keine ITS) herangezogen wurde (tef scheint bei Röhrlingen viel zu bringen). Da ist das, was dort als Neoboletus junquilleus bezeichnet wird, eine Schwesterart zu Neoboletus erythropus (dort N. luridiformis). Zudem wurde eine neue Art namens Neoboletus deodarae aus Indien beschrieben, die auch mit einem "N. junquilleus" aus Deutschland zusammen einen Clade bildet. Es scheint also wohl mehr als nur eine gelbe Art bei uns zu geben.
Im Moment ist da also noch etwas Chaos, aber ich bleibe daher erstmal bei der wirklich gelben Ausprägung auf Artebene. Ich meine nicht die teils gelben, teils gefärbten Kollektionen (kenneicha uch aus dem Bergnadelwald, das sind danna ber wohl wirklich nur xanthoide bzw. teilxanthoide Formen).
Ach ja, das paper: Datta et al. (2026): Unveiling three new species in Boletaceae (Boletales, Basidiomycota) with multigene molecular phylogeny and morphological evidence from India. Mycol. Progress 25: 11. https://doi.org/10.1007/s11557-026-02120-8
OtesOtum – habe ich das richtig gelesen? Du sammelst einen Pilz, von dem du nicht mal die Gattung sicher weißt, geschweige denn, welche Art und dann isst du den auch noch? Ernsthaft?
Zum einen ist das sehr schade, denn du hast etwas seltenes der Natur entnommen. Es gibt häufige Speisepilze, warum müssen es Raritäten sein, die man essen will?
Zumanderen ist es fahrlässig, Pilze zu essen, die man gar nicht kennt. "Es ist kein Satan" ist ein Umkehrschluss, der auch mal nach hinten losgehen kann. Was wäre, wenn es "Boletus" gabretae gewesen wäre und wenn der giftig wäre (hat, denke ich, noch niemand gegessen)?
Bitte, um Vergiftungen zu vermeiden:
Nur essen, was man sicher kennt. Keine Umkehrschlüsse. So lebt man länger und gesünder.
Liebe Grüße,
Christoph
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Tricholomopsis Ich glaube, dass du hier ein bisschen vorschnell urteilst. Ich habe den Pilz selbstverständlich vor dem Verzehr recherchiert und bin ebenso wie du auf den "Falschen Schwefelröhrling" gestoßen, welcher ja klar als "Essbar" deklariert ist. Außerdem ist mir durchaus bewusst, dass es keine "giftigen", abseits Magen-Darm-giftigen, Röhrlinge in Deutschland gibt. Falls doch, dann lasse ich mich natürlich gerne eines Besseren belehren.
Weshalb sollte es dann problematisch sein einen einzigen Fruchtkörper zu entnehmen, zu bestimmen und dann zu probieren? Ganz nebenbei, der zweite Fruchtkörper verblieb übrigens im Habitat.
Ich finde es wirklich sehr schade, dass sich in den Pilzforen einige Persönlichkeiten wirklich etwas überheblich und direkt verurteilend verhalten. Die ganzen Kommentare bezüglich der Pilzbestimmung finde ich übrigens auch etwas drüber, wenn ich lediglich nach einer groben Einordnung frage und eben nicht nach einer Essensfreigabe oder dergleichen. Ich finde das verdirbt einem als Einsteiger ein bisschen den Spaß und könnte an mancher Stelle freundlicher vermittelt werden..
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Ich finde es wirklich sehr schade, dass sich in den Pilzforen einige Persönlichkeiten wirklich etwas überheblich und direkt verurteilend verhalten.
Hallo OtesOtum,
im Vergleich zu anderen Foren oder gar Facebook geht es hier doch relativ gesittet und freundlich zu. Das hier ist ein in jeder Hinsicht freies Forum, wo jeder so schreibt wie er es für richtig hält, auch die von dir erwähnten "einigen Persönlichkeiten". Sobald du einen Thread gestartet hast, kannst du nicht mehr beeinflussen, wer wie antwortet (es sei denn es wird gegen Forumsregeln verstoßen). Wer vermeintlich überhebliches Verhalten von denjenigen, die er um Rat gefragt hat, nicht abkann, sollte sich eventuell an eine der Bezahladressen wenden.
FG
Oehrling
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Hallo Oehrling,
ja man muss sich auch nicht immer an schlechten Beispielen bemessen oder wie siehst du das? Empfinde ich zumindest als ziemlich unreflektiert.. Ich wollte damit eigentlich nur sagen, dass man vielleicht auch mal etwas mehr Nachsicht haben haben kann bezüglich Einsteigern und nicht direkt vorschnell urteilen sollte. Habe es leider schon öfters erleben müssen, dass sich einige echt aufgeilen und fast schon darauf warten, wenn jemand "Neues" etwas postet was nicht ganz in den Vorstellungen der Experten steht. Ich möchte damit eigentlich nur mal zum Nachdenken anstoßen und daran erinnern, dass alle mal irgenwo angefangen haben und man als Community auch etwas nachsichtiger und freundlicher handeln könnte
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Hallo Oehrling,
ja man muss sich auch nicht immer an schlechten Beispielen bemessen oder wie siehst du das? Empfinde ich zumindest als ziemlich unreflektiert.. Ich wollte damit eigentlich nur sagen, dass man vielleicht auch mal etwas mehr Nachsicht haben haben kann bezüglich Einsteigern und nicht direkt vorschnell urteilen sollte. Habe es leider schon öfters erleben müssen, dass sich einige echt aufgeilen und fast schon darauf warten, wenn jemand "Neues" etwas postet was nicht ganz in den Vorstellungen der Experten steht. Ich möchte damit eigentlich nur mal zum Nachdenken anstoßen und daran erinnern, dass alle mal irgenwo angefangen haben und man als Community auch etwas nachsichtiger und freundlicher handeln könnte
.Hallo OtesOtum,
also ehrlicherweise habe ich hier im Thread bisher nichts überhebliches gelesen. In einem früheren Post hast du bereits etwas gekränkt auf einige Hinweise reagiert. Du solltest dir vergegenwärtigen, dass Pilze dich potentiell umbringen könnten, und diese Hinweise nicht den Sinn haben, dich zu erniedrigen, sondern davor bewahren, Schaden zu nehmen. Der Satzteil "es gibt keine tötlich giftigen Röhrlinge", ein Zitat von dir, stimmt beispielsweise meines Wissens nach so nicht. Es gibt eine ganze Reihe von Röhrlingen, die oft gegessen werden und bisher keine Probleme verursacht haben - und es gibt einige, bei denen das noch niemand versucht hat, jedenfalls nie dokumentiert. Und zum anderen ist es eine Fehlinterpretation, dass man nur an tötlich giftigen Pilzen sterben kann - Eine Magen-Darmvergiftung könnte dich, je nach Konstitution, ebenfalls umbringen.
So ist jedenfalls mein Wissenstand. Ohne dir zu nahe treten zu wollen, vermute ich, dass auch du kein fundierteres Wissen besitzt.
Und ich jedenfalls bin dann vorsichtiger und dankbar, wenn sich bewandertere Leute ihre Zeit nehmen, um mir dazu Rat zu geben.
Das wären meine Tipps von Laien zu Laie.
Viele Grüße
Michael
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Ich wollte damit eigentlich nur sagen, dass man vielleicht auch mal etwas mehr Nachsicht haben haben kann bezüglich Einsteigern und nicht direkt vorschnell urteilen sollte.
.Hallo OtesOtum,
aber dann wird ja möglicherweise nichts besser, und wenn ich dich richtig verstehe, willst ja auch du, dass es besser wird. Es ist nun mal ein Zielkonflikt. Würde dir keiner antworten, oder jeder dir auf die Frage, was du besser machen könntest, nur unangemessenes, übertriebenes Lob schreiben, wärst du wohl auch nicht zufrieden, weil du spürst, dass du nichts dazulernst (vielleicht auch dass das Lob zwar freundlich, aber nicht ehrlich ist). Immerhin wirst du und dein Anliegen beachtet, und jemand macht sich die Mühe, dir Antwort zu geben, ohne dazu verpflichtet zu sein. Man könnte dich ja auch einfach ignorieren, wäre das besser?
Übrigens ist der Gelbe Hexenröhrling ein wirklich toller Fund, der mir in über 50 Jahren Pilzesuchen erst zwei Mal gelungen ist. Nie käme ich allerdings auf die Idee, so was zu essen. Da der Pilz so selten ist und man nicht mal gesichert weiß, ob es eine eigene Art ist, besteht zumindest theoretisch die Gefahr, dass es ein Giftpilz sein könnte, und dass der Lehrsatz "es gibt keine tödlich giftigen Röhrlinge" umgeschrieben werden muss, falls hier eine bisher nicht bekannte Ausnahme vorliegt. Ein Indiz könnte der von dir festgestellte bittere Geschmack sein, den die anderen Hexenröhrlinge nun mal nicht haben. Eigentlich müsste man dir sogar danken, dass du dich als menschliches Versuchskarnickel zur Verfügung gestellt hast, aber auf diesen Dank kannst du sicher verzichten
.FG
Oehrling
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Servus "OtesOtum",
dass du meine Replik als überheblich und direkt verurteilend empfunden hast, finde ich schade. Ich weiß nicht, ob du schonmal eine Satanspilzvergitfung mit bekommen hast. Ich schon. Der Patient lag auf der Intensivstation und der Arzt hatte Sorge, ihn durch die Nacht zu bringen. Ich hatte den Fall als Pilzberater mit betreut und konnte mit der Pilzbestimmung zum Glück helfen, da es den Arzt beruhigte, dass er "nur" den Elektrolythaushalt in den Griff bekommen musste. Ohne Intensivbetreujgn wäre das tödlich ausgegegangen.
Der Riesenrötling (ich weiß, kein Röhrling) ist auch "nur" Magen-Darm-giftig, aber auch lebensbedrohend.
Unabhängig davon – ich helfe seit vielen vielen Jahren Krankenhäusern bei Vergiftungsfällen. Mir wäre funktionierende Prävention lieber als Hilfe im Nachhinein, zumal es auch für mich anstrengend ist, mitten in der Nacht das Mikroskop anzuwerfen und mit Kliniken zu kommunizieren, wenn ich in der Früh wieder in die Arbeit muss.
Und ja, ich habe "ein Herz für Pilze", sprich: ich empfinde Naturschutz als wichtig. Dass es mir etwas weh tut, wenn jemand einen wirklich sehr seltenen Pilz mitnimmt, um ihn dann einfach zu essen, tut mir nicht leid. Wenn du das als überheblich empfindest, muss ich damit leben. Dass meine Anmerkung, es hätte auch eine Art sein können, die noch nicht durch Verzehr und Beobachtung der Wirkung auf seinen Speisewert "getestet" wurde (wie bei Biletus gabretae, der eben auch völlig gelb ist), so wirkt, verstehe ich nicht.
Es ist doch kein Problem, dass du dir mit der Bestimmung nicht sicher warst und hier nachgefragt hast. Aber dass du einen nicht bestimmten Pilz einfach so probiert hast, ist genau das Verhalten, das mir immer wieder Nächte kostet, wenn die Vergiftung passiert ist. Die Warnung vor Umkehrschlüssel war keine Spitze, sondenr ernst gemeint. Umkehrschluss ist: Satanspilz, manche Purpurröhlinge, Schönfuß und "WuBi" sind (stark bis weniger) giftig. Es war keiner davon, also muss er essbar sein. Korrekt wäre die Aussage "bei anderen Röhrlingen in Deutschland ist keine Giftigkeit bekannt".
Ich weiß, man soll keine Ratschläge erteilen, wenn diese nicht explizit erfragt wurden. Du bist ein mündiger Bürger und du kannst beim Pilzeverzehren Umkehrschlüssen folgen, wie du lustig bist. In einem Pilzforum lesen aber auch andere mit. Und da Pilzberater und auch -beraterinnen u. a. Vergiftungsprävention betreiben wollen, schreibt man dann halt mal eine Warnung. Früher gab es die Regel, dass alle Riesenschrimlinge, also Pilze mit verschiebbarem Ring und freien Lamellen, essbar sind. Heute weiß man mehr, es gibt giftige Arten bei den Safranschirmlingen i.w.S. und ebenso macht der Jungfernschirmling Probleme. Daraus kann man ableiten, man müsse nur Chlorophyllum brunneum (inkl. Chl. venenatum) und Leucoagaricus nympharum kennen, dann stimme sie Regel wieder. Und siehe da, plötzlich taucht Chlorophyllum molybdites auf (es wird halt wärmer) und schon ist es passiert.
Weltweit gesehen gibt es auch tödlich giftige Röhrlinge. Zudem werden auch neue Arten eingeschleppt (wie aktuell der Röhrling Aureoboletus projectellus, der zum Glück nicht giftig ist). Wie auch immer, ich will mich nicht rechtfertigen, dass ich versuche, vor Pilzvergiftungen durch Verzehr unbestimmter Arten zu warnen.
Wie auch immer - ich habe gerne geholfen, den abgebildeten Pilz siweit es geht zu bestimmen. Zu den anderen Punkten, die ich geschrieben habe, stehe ich. Wo ich da abwertend dir gegenüber war, sehe ich immer noch nicht. Und wenn es für dich überheblich rüberkam, habe ich es wohl zu direkt formuliert. In dem Fall sorry, zum Inhalt stehe ich aber wie gesagt.
Ich wünsche dir viel Spaß mit deinem Hobby und wünsche, dass du das Hobby auch langfristig ohne Probleme und Vergiftung betreiben kannst.
In diesem Sinne ciao,
Christoph
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Zudem wurde eine neue Art namens Neoboletus deodarae aus Indien beschrieben, die auch mit einem "N. junquilleus" aus Deutschland zusammen einen Clade bildet.
Hallo Christoph,
sehr interessant. Die im Cladogramm des von Dir verlinkten Papers mit "Bju1" zitierte Kollektion hatte ich Manfred Binder seinerzeit zum Sequenzieren zur Verfügung gestellt (siehe seine Diss. von 1999, S. 21). Funddaten, Dia und Beleg habe ich noch.
Grüße, Jürgen
