Jahresrückblick: Teilt eure schönsten Funde 2025!

Es gibt 15 Antworten in diesem Thema, welches 1.092 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Schrumz.

  • Edit: Ich mache das mal zu einem allgemeinen Thread, teilt hier gerne eure Lieblingsfunde aus 2025 nochmal, käme bestimmt einiges tolles zusammen

    Hallo zusammen,

    hier auf der Ostalb war das Pilzjahr tatsächlich gar nicht so schlecht, was wohl auch daran liegt, dass unsere Regenmengen unterm Strich sogar leicht überdurchschnittlich waren - lediglich das Frühjahr war katastrophal. Herausragend war die Saison zum Beispiel für die sommerlichen Röhrlinge sowie für Amanita sect. Validae und A. sect. Vaginatae.

    1. Trotz großer Trockenheit gab es Mitte März pünktlich ein paar Märzschnecklinge

    2. Und auch Morchelbecherlinge

    3. Die Speisemorcheln hatten Anfang April fast Totalausfall, nur vereinzelt Exemplare

    Im Juni gab es dann kräftige Gewitter, die dann auch die ersten Sommerpilze hervorbrachten.

    4. Der erste große Schub Flockenstieliger Hexenröhrlinge kam raus

    5. Und außerdem gab es viele Sommersteinpilze. Hier im reinen Nadelwald!

    6. Die Schönfüße tauchten auch bereits im Juni auf

    7. Blasse Pfifferlinge gabs auch, die aber leider nur vereinzelt

    8. Netzhexen in den Parks dafür dann wieder einige, hier wenig genetzt

    9. Ebenfalls häufig waren schon ab Anfang Juni die Riesenscheidenstreiflinge

    10. Und in der Trockenphase im Juni kamen auch die Lungenseitlinge ganz gut

    Dann gings in den Juli und der war tatsächlich unglaublich verregnet bei uns. Der große Pilzschub kam dann aber erst Ende Juli/Anfang August.

    11. Anfang Juli streifte ich noch durch trockene Kalkbuchenwälder und sah nur Mutterkorn auf dem Feld

    12. Bevor es Ende Juli dann endlich mit den Röhrlingen losging. Hier aus einem eigentlich schnell austrocknenden Kalkbuchenwald, der aber halb unter Wasser stand stark bedröppelte Satansröhrlinge

    13. Etwas später dann die Anhängselröhrlinge

    14. Und die Wurzelnden Bitterröhrlinge

    15. Ebenfalls um die Zeit startete der gelbporige Raufuß

    16. Und im Park der Silberröhrling, hier im direkten Vergleich mit C. radicans

    17. Um etwa die gleiche Zeit war im Nadelwald die Zeit des Falschen Anhängselröhrlings, den ich dieses Jahr wieder an 5 neuen Stellen finden konnte

    Hier mal ein Bild der beiden Anhängselröhrlinge nebeneinander

    Sonst gab es im Nadelwald um die Zeit noch nicht viel.

    18. Echte Pfifferlinge nur vereinzelt

    Meine Funde sind nicht ganz so schön wie die von Harzi aber denke ich auch zeigenswert :D Im August gehts später weiter mit einigem an sommerlichen Röhrlingen und die Masse an Phlegmacien aus dem Herbst zeige ich später auch nochmal, auch wenn da ein paar noch beim Sequenzieren sind.

    Viele Grüße

  • Beitrag von Pilzfreund77 ()

    Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht ().
  • Der August war bei uns ein Supermomat für Pilze, die Hitze folgend auf den sehr nassen Juli ließ die Pilze nur so sprießen.

    1. Butyriboletus fuscoroseus als Babies2. Ein kleiner Prinz, der alt werden durfte wie mir berichtet wurde, Butyriboletus regius

    3. Und mit kleinem Zeitsprung in den Oktober habe ich die 6 Butyriboleten dieses Jahr wahrscheinlich alle finden dürfen. Bei diesem Fund bei Weißtanne bin ich mir immer sicherer, dass das Butyriboletus roseogriseus ist. Er geht zum Sequenzieren, sonst käme aber eigentlich nur B. appendiculatus infrage, den ich doch etwas anders kenne. Daumendrücken fürs Sequenzieren, das wäre der Erstnachweis für Baden-Württemberg.

    4. An weiteren sommerlichen Röhrlingen hatte Boletus aereus ein Superjahr

    5. Und Suillellus queletii gabs auch einige

    6. Sonst gab es noch Massen an Hainbuchenraufüßen

    7. Und den ein oder anderen Eichenflocki (nicht sequenziert, sollte aber xanthopus sein)

    8. Dieses Jahr war auch die Ziegenlippe ungewohnt häufig

    9. Und um die Zeit gabs dann auch die ersten echten Steinpilze

    10. Suillellus mendax habe ich auch das erste Mal mikroskopiert

    11. Sonst war um diese Zeit Amanitenzeit, A. echinocephala

    12. Viele viele A. ceciliae

    13. Bei diesen winzigen Kollegen bei Hasel im Mischwald glaube ich ohne jegliche Beweise zu haben an A. coryli

    14. Und auch hier glaube ich noch an etwas Besonderes. Ein Scheidenstreifling bei Linde im Laubmischwald. Für A. ceciliae gefallen mir die hellen Hutschuppen und das deutliche Schwärzen auf Druck nicht. An anderer Stelle wurde hier A. tomentella f. albida vorgeschlagen, den ich überhaupt nicht kenne. Leider ist das Exsikkat verschimmelt. Tricholomopsis kennst du den vielleicht?

    15. Sonst gab es A. franchetii zum ersten Mal in meinen Wäldern.


    16. Auch zum ersten Mal begegneten mir die kleinsten Scheidlinge

    17. Noch ein Freiblatt, Pluteus salicinus s.l. an Buche

    Auch bei denen könnte ich mir vorstellen, dass da mehrere Arten im Komplex sind und hab mal ein anderes Exemplar zum Sequenzieren geschickt.

    18. Sonst gab es wie üblich viele Täublinge wie den grüngefelderten

    19. Lactarius acerrimus, bei mir auch zum Ersten Mal aufgetaucht

    20. Und durch das feuchte Wetter kamen auch ein paar Herbstpilze überraschend früh; hier Gomphidius maculatus

    21. Und Entoloma nitidum


    Der August war bei uns die Zeit, seltene Arten zu finden. Bei mir gab es in Wäldern, die ich seit 5 Jahren sehr regelmäßig durchlaufe einiges an Arten die ich dort noch nie gesehen hatte. Der September war bei uns dann eher durchwachsen, der Oktober aber wieder super. Da werde ich nochmal einiges an Phlegmacien zeigen.

    Viele Grüße

  • Hallo,


    da hast Du richtig schöne Funde gemacht von denen mir noch viele fehlen.

    Der August war bei uns ein Supermomat für Pilze, die Hitze folgend auf den sehr nassen Juli ließ die Pilze nur so sprießen.

    Bei mir war genau das Gegenteil der Fall. Mit der kurzen Hitzewelle war das Wachstum wie abgeschnitten und hat sich erst im September wieder erholt.


    Danke fürs präsentieren deiner Funde.


    VG Jörg

  • Hi Schrumz,


    vielleicht könntest auch du ja deinen Titel editieren oder editieren lassen, so als allgemeiner Thread. Dann haben wir hier ein kleines Sammelbecken und vielleicht füllt sich dieses ja noch sehr gut.


    Aber am Ende mag das vielleicht auch nicht funktionieren. Wer weiß, ist nur eine Idee.


    VG

  • So und jetzt kommt ein ganzer Haufen Phlegmacien, bei denen es ein völlig verrücktes Jahr war.

    Fangen wir im Laubwald an:

    1. Häufigstes Phlegmacium hier war dieses Jahr Calonarius sodagnitus


    2. Ebenfalls überraschend regelmäßig anzutreffen war Calonarius catharinae

    3. Soll im Laubwald ja teils häufig sein, bei mir eher selten; Phlegmacium anserinum mit bitterer Huthaut.


    4. Nur an wärmebegünstigten Stellen gibts Calonarius rufo-olivaceus


    5. Ebenfalls wohl recht wärmeliebend ist Calonarius insignibulbus mit der blutroten KOH Reaktion nur am Basismyzel


    6. Auch in Kalklaubwald zuhause ist Calonarius saporatus


    7. Und in der Nähe teils Phlegmacium magicum


    8. Die namensgebende Art der Calochroi, bei Buche und ohne KOH Reaktion, mit goldgelbem Velum Calonarius calochrous


    9. Im gleichen Habitat zuhause mit Grüntönen und kräftig durchfärbtem Fleisch Calonarius citrinus

    10. Nicht ganz so viel Kalk brauchend, ein bitter Bruder von Phlegmacium glaucopus ist Phlegmacium olidoamarum


    11. Und dann wieder auf Kalk mit herrlichen Blautönen Phlegmacium eucaeruleum


    Die letzten Fotos sind von letztem Jahr, die Arten kamen zwar dieses Jahr auch, ließen sich aber nicht so schön fotografieren. Im Nadelwald war noch mehr los, vor allem ab Mitte Oktober knallte es da richtig.


    12. Hier bei mir im Kalknadelwald das häufigste Phlegmacium ist Phlegmacium varium bei Fichte, ein toller Pilz

    13. Auch sehr regelmäßig gibt es Calonarius odorifer mit seinem tollen Anisgeruch


    14. In sehr großen Gruppen auftretend mit kleinen Sporen und ohne KOH Reaktion ist Phlegmacium glaucopus


    15. a) Nach ihm benannt ist dieser Pilz, der auf der Roten Liste immerhin mit Kategorie 1 (vom Aussterben bedroht) geführt wird. Dieses Jahr bei mir regelrecht häufig anzutreffen, mit kräftigem Rettichgeruch und violettem Velum war Calonarius pseudoglaucopus


    15 b) Wenn dieser Pilz mit sehr viel gelb aber ansonsten sehr ähnlichen Merkmalen auch zu pseudoglaucopus gehört, war er sogar noch häufiger. Hier geht ein Exemplar zum Sequenzieren

    15 c) Und eventuell gehören diese Monster mit Violett überhauchtem Stiel und riesigen Sporen bis über 15 um auch dazu, auch hier geht ein Exemplar an Pablo

    16. Wieder deutlich leichter zu Bestimmen (zumindest im Aggregat) mit Mehlgeruch ist Phlegmacium dionysae agg.

    Bei Tanne mit den Hutfarben wohl Phlegmacium olivaceodionysae

    17. Auch bei Tanne, ein schöner Calochroi mit relativ großen Sporen, Calonarius haasii

    18. In direkter Begleitung eines leider schon älteren Tannenbegleiters, Calonarius atrovirens

    19. Ebenfalls direkt dabei, mit wenig violettem Stiel, KOH negativ und mit kleineren Sporen, Calonarius cf. piceae

    20. Und nochmal direkt daneben, KOH positiv mit weißen Velumpacken auf dem Hut, Calonarius metarius

    21. Ziemlich vergraben daherkommend, der letzte Calochroi, Calonarius corrosus

    22. Zu den Fulvi gehört dieser herrliche Tannenbegleiter, Calonarius dibaphus

    23. Ebenfalls dorthin gehört diese tolle Art mit jung violettgrauem Velum auf dem Hut und goldgelbem, augenblicklich mit KOH reagierendem am Hutrand, Calonarius aureopulverulentus

    24. Und um Calonarius abzuschließen (die haben sich bei mir irgendwie zu einer meiner Lieblingsgattungen gemausert) paradoxerweise nicht zu den Fulvi gehörend, trotz des Namens, Calonarius aureofulvus.

    25. An weiteren tollen Phlegmacien gab es in großen Gruppen den toll gefärbten Phlegmacium fulminoides

    26. Und vielleicht auch seinen Bruder (geht zum Sequenzieren) Phlegmacium cf. subrugulosum der in Deutschland noch kaum kartiert ist

    27. Mein Lieblingsphlegmacium, bei alten Weißtannen erscheint oft spät im Jahr mit herrlichen Farben Phlegmacium terpsichores

    28. Und ein etwas blasser blaues Phlegmacium, Phlegmacium caesiocanescens ist trotzdem auch noch schön.

    29. Zum Abschluss gab es noch zwei die ich etwas schwierig fand, riecht auch tatsächlich nach Bananenschale; Phlegmacium nanceiense.

    30. Und einen nahen Verwandten. Hübsch gefärbt und in der Hand noch angenehm fruchtig riechend.

    Am nächsten Tag stank nicht nur der Raum, in dem die Pilze lagen sondern sogar mein Auto, in dem sie nur 30 Minuten transportiert wurden katastrophal muffig, staubartig. Der stinkende Schleimkopf, Phlegmacium mussivum. Interessanterweise war der Geruch an den Fruchtkörpern selbst kaum wahrzunehmen.

    31. Und den hatte ich noch vergessen, leider nicht sicher bestimmt, Phlegmacium cf. fraudulosum

    An dieser Stelle auch nochmal ein dickes Dankeschön an Cortinarius und Mykollege_Günter fürs Helfen, ich lasse euch dann auch wissen, was beim Sequenzieren rauskam.

    Viele Grüße

  • Schrumz

    Hat den Titel des Themas von „Auch von mir ein kleiner Jahresrückblick“ zu „Jahresrückblick: Teilt eure schönsten Funde 2025!“ geändert.
  • Moin,


    ein insgesamt sehr sehr trockenes Pilzjahr neigt sich dem Ende. Insbesondere von Ende Februar bis Ende Mai gab es kaum nennenswerte Regenfälle, sodass die Suche nach Morcheln und Maipilzen kaum Sinn machte.


    Weitere extreme Trockenphasen über den Spätsommer und Frühherbst erschwerten ein nachhaltiges Pilzwachstum doch sehr. Trotzdem gab es immer wieder kurze Phasen, in denen sich plötzlich viel regte.


    Der Pilz der Saison war eindeutig der Fliegenpilz. :)


    Sehr gut war es auch bei den Täublingen des Frühsommers. An der Pfifferlingsfront dauerte es heuer mit dem Start etwas länger und es war am Anfang auch nicht so ergiebig wie in den letzten Jahren. Aber es gab sie an den verschiedensten Stellen recht lange bis in den November.


    Beim Durchstöbern der Pilzbilder konnte ich mich am Ende gar nicht wirklich festlegen, welche die schönsten Erinnerungen hervorbrachten.


    Im Anhang einfach ein paar Impressionen ohne besondere Chronologie:






















    Und nach der Fliegenparade dann noch zwei späte Nachzügler von Mitte-Ende November, aufgenommen nach Kamerawechsel:



    VG

  • Tja, bei soviel Schönheiten muss ich auch nochmal: vieles gepostete war auch hier so, wenn die 2 Wellen aber da waren, gab es für je ca

    1 Woche auch viel zu fotografieren. Angefangen haben die ca. am 4.8., dann aber 2 Wochen Ende September/Anfang Oktober.pilzforum.eu/attachment/580191/

    pilzforum.eu/attachment/580192/

    Pilzreste mit schwach ausgeprägt Lamellen in Maehwiese Nähe Pilzmauer Mainz-Weisenau.

    Macrolepiota, vmtl. Konradii (Beschallung, Ring, Größe) im Frankfurter Flughafenwald Nähe Bahnhof Sportfeld.

    pilzforum.eu/attachment/580192/

    Bisher unbenannte Baumpilze in Mainz.


    Vermutlich junger Fransen-Wulstling, Standort Nähe Bild 2.

    Marasmien (?) im Flughafenwald Frankfurt a.M.

    pilzforum.eu/attachment/580201/

    Baumschwamm im NP Mainspitze.

    Großer Schirmling/Egerlingsschirmling (D ~12 cm, Stielquer 1 cm leicht gilbend, angenehmer Lepiota-Geruch, nitrophler Scherrasen, Südlage, Mainzer Ober-Stadt. Bild darunter: Lepiota/Macrolepiota mit kleineren, fransigen Hüten, an M.nympharum/L.violacea erinnernd (D ~ 7 cm)

    Bild darunterSchon viele Jahre an Olivenhochstamm fruktifizierder Pilz in Frankfurt-Bockenheim, vmtl. Oelbaumpilz.

    Bild darunter: Zerlegte M.cf.konradii am genannten Fundort.

    Oben: Abgestreifter Ring des M.cf.konradii

    Vermutlich großer, gilbender Leucagaricus in Mainz-Weisenau. Darunter: Habitatbild des M.cf.konradii

    Nochmals sorry für die vielen Bildmängel, trotzdem steckt mein authentisches Fotojahr mit drin. Und ja, ich habe noch mehr davon ... :rain:

  • Ahoj,


    Alles schön und gut -

    aber warum Alles gleich 4 mal?


    LG

    Malone

    Link zu Pilzlehrwanderungen: Pilzschule Rhein-Main

    Link: Verzehrfreigaben gibt es online nicht

    Galerie: Pilzfotos "zum Anfassen"/Stereobilder

    Der frühe Vogel fängt den Wurm. Soll er doch im Dunkeln tappen...ich fange lieber Pilze. Fossas sind auch nur aktiv, wenn es sich lohnt.

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  • Hallo Maronisto, du bist ja noch nicht so lange hier aktiv. Aber bitte lies dir die jeweiligen Überschrifen durch und entscheide dann, ob und welche Fotos du in welchem Thread einstellst. Hier geht es um Pilze die besonders sind und bei denen gute Fotos gelungen sind. Wohl kaum jemand hat Lust, sich durch endlosen Folge unscharfer Fotos zu scrollen. Weniger ist oft mehr.

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


    Hier im Forum gibt es grundsätzlich keine Verzehrfreigaben.

    Pilzsachverständige findest du hier.

  • Schöne Idee mit dem Jahresrückblick. Da mache ich doch auch mal mit.


    2025 war ein seltsames Pilzjahr, wobei bei mir ja der Fokus primär auf Speisepilzen liegt. Vieles hat gefehlt, einiges kam deutlich später als gewohnt, manches aber auch deutlich früher. Manche Arten nur mit einem Schub statt sonst mehreren. Und trotzdem gab es auch viele Erstfunde für mich und insgesamt einen prall gefüllten Trockenvorrat.


    April

    Die Morchelsaison ist dieses Jahr leider fast vollständig ausgefallen. Es war zu lange kalt und als die Temperaturen dann gepasst haben, war es zu trocken. Am Ende gab es in der ganzen Saison für den Korb nur eine Portion Morchelbecherlinge. Speisemorchel konnte ich bei über 40 Tour-Kilometern zu Fuß genau eine finden und diese hatte einen deutlichen Trockenschaden. Nach 2024 sehr ernüchternd, da hatten die Gelben Speisemorcheln eine Massenblüte.


    Mai

    Der Mai bringt Maipilze. So auch dieses Jahr pünktlich zum 1. Mai. Wobei das hier recht ungewöhnlich ist. In der Donauwörther Gegend kommen sie in der Regel schon ab Anfang April. War also ein später Start in 2025. Trockenheit auch ihnen zu schaffen gemacht, allerdings gab es trotzdem Massenwachstum.


    Auch die Schwefelporlinge waren dieses Jahr später dran. Sonst meist im April, dieses Jahr erst in Richtung Mitte Mai. Dafür allerdings mit richtig prächtigem Wachstum und meinen bisher schönsten Funden der Art.


    Juni

    Die Sommersteinpilze waren 2025 recht pünktlich. Das erste Exemplar gab es schon Anfang Juni.


    Und die ersten Habitate mit Massenblüte haben dann auch nicht mehr lange auf sich warten lassen.


    Kurios: Da einige Habitat der Mai-Ritterlinge wegen Trockenheit nicht gezündet hatten, haben sie sich dann im Juni entschlossen nach Regenfällen loszulegen.


    Zeitgleich tauchten dann auch die ersten Lungenseitlinge auf.


    Ebenfalls im Juni gab es den ersten Eichenflocki (N. Xanthopus)


    Juli

    Der Juli war recht trocken und hat Pilz-technisch nicht viel geliefert. Im Eichenflocki Habitat gab es dann allerdings mitten in der größten Trockenheit plötzlich diesen Knüppel zu bewundern. Kuriose Wuchsform die ich so auch noch nicht gesehen habe.


    August

    Der August war in Sachen Regen deutlich gesegneter und hat den Wald dann richtig zum Blühen gebracht. Ein Highlight war eine Massenblüte bei den Hainbuchen Raufüßen.

    Die Gelbporigen waren dann auch da, allerdings deutlich später als sonst (normal ab Mitte bis Ende Juni) und waren deutlich spärlicher vertreten als sonst. Normal hier ein Massenpilz und der häufigste Raufuß. Viele Habitate blieben leer.

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    Die Sommersteinpilze hatten zum Monatswechsel Juli / August auch ihr zweite Massenblüte des Jahres (und auch die Letzte). Diese war aber derart enorm, dass sämtliche wärmebegünstigte Laubwald-Habitate regelrecht übersäht waren. Man konnte wirklich in ein beliebiges unbekanntes Waldstück mit grob passenden Voraussetzungen schlüpfen und wurde garantiert fündig. Ein absoluter Traum, den man auf Bildern leider nur schlecht eingefangen bekommt.


    Die größte Sensation im August waren aber nicht die Sommersteinis, sondern etwas abseits von den Speisepilzen. Der Zitronenhütige Steinpilz. Hätte mir jemand zuvor gesagt, dass ich den mal finden würde, hätte ich dem nen Vogel gezeigt. :D
    Und es gab dort sogar zwei Fruchtkörper, der andere war aber arg "zerschneckt".
    Jetzt wird es die kommenden Jahre spannend: Wird er dort wieder erscheinen?


    September

    Der September war Speisepilz-technisch gut. Die Fichtensteinpilze wollten aber nicht so recht. Nur in einem Habitat gab es ein kurzes Massenwachstum. Viele Habitate blieben leer oder brachten nur einzelne Fruchtkörper hervor. Immerhin auch ein paar mit stattlicher Größe.


    Für Krause Glucken war es allerdings ein sehr gutes Jahr. In den Habitaten gab es sehr üppiges Wachstum und auch meinen bisher größten Gluckenfund, der fast die Sammelgrenze gesprengt hat.


    Pfifferlinge sind 2025 fast ausgefallen. Ein einziger Fruchtkörper hat sich in den mir bekannten Habitaten gebildet.


    Dieser Korallenfund hat mich glücklich gemacht. Die gelben Laubwald Korallen-Arten sind ja leider nicht sehr häufig. In dem Habitat wurde ausgeholzt und dann kam die Art dort nicht wieder. Das Myzel hat es allerdings überlebt und musste sich wohl nur erholen. Nun stand sie wieder an gewohnter Stelle.


    Meine einzige Stelle für Pappelraufüße hatte 2025 ein sehr gutes Jahr mit gleich mehreren Schüben. Sehr große und zahlreiche Fruchtkörper, da durfte dann mal ausnahmsweise einer entnommen werden. Fazit: Ähneln vom Speisewert her den Hainbuchen-Raufüßen sehr, bleiben aber länger fest. Also im Grunde eine Mischung aus Hainbuchen-Raufuß (Geschmack) + Gelbporiger Raufuß (feste Konsistenz).


    Und dann gab es im September auch noch Erstfunde zu verbuchen. Einmal der Lärchenmilchling, welcher wohl ein gutes Jahr erwischt hat, da er mir ab dann immer wieder begegnet ist.


    Und dann auch noch der Morenkopfmilchling, über den ich mich lustigerweise erst ein paar Tage zuvor im Forum beklagt hatte, dass er sich hier nicht finden lässt. Und dann stand er plötzlich da. Ein winzig kleiner Fruchtkörper, den ich von oben zunächst für eine junge Marone gehalten hatte.


    Oktober

    Der Oktober verlief dann relativ planmäßig - bis auf den Umstand, dass sich die Steinpilze komplett verabschiedet haben und auch nicht mehr wieder gekommen sind.

    Auch hier gab es einen Erstfund zu verbuchen: Den Marzipan Schneckling. Nicht dass der selten wäre, aber aufgefallen ist er mir zum ersten mal bewusst. Eventuell auch, weil ich gezielt danach gesucht habe.


    Mit den Herbsttrompeten war es 2025 interessant. Nachdem es 2024 eine extreme Massenblüte hatte, blieben dieses Jahr sehr viele Habitate leer. Einige bildeten aber eine Ausnahme. Und da wo sie gekommen sind, ging richtig die Post ab. In meinem besten Habitat für die Art gab es auch die gewohnten XL, XXL und XXXL Exemplare.


    November

    Im November wurde es richtig kalt, auch mit den ersten Nachtfrösten. Allerdings wurde es auch dauerfeucht und das hat die Trompetenpfifferlinge so richtig in Fahrt gebracht. Auf eine Tour konnte ich von der Art mein bisher ergiebigstes Habitat entdecken. Eine kleine, sehr abgelegene Fichtenschonung ohne direkten Zugang von den Forstwegen, die komplett überwuchert mit der Art war. Da konnte man sich wunderbar die schönsten Exemplare aussuchen.


    Durch die Dauerfeuchte gab es im Holundergebüsch auch Beeindruckendes zu finden. Derart große Judasohren in gutem Zustand findet man nur, wenn die Bedingungen über Wochen hinweg perfekt sind.


    Zeitgleich ging es auch bei den Winterpilzen so richtig los. Hier wunderschöne Austern im Stadtpark an einer Rosskastanie, welche dieses Jahr endgültig verstorben ist (kein Laub mehr). Von dem Habitat werde ich mich wahrscheinlich in absehbarer Zeit verabschieden müssen. Anlässlich der Umgestaltungen an der Wörnitz zur Landesgartenschau 2028 dürfte der Baum mit all seinen Kollegen entfernt werden.


    Ein weiteres Habitat außerorts (Ahorn) war kurz vor dem richtig harten Frost (-10°C nachts) erntereif. Mitsamt Eispanzer.


    Und deutlich später als im Vorjahr erscheinen im November dann auch endlich die ersten Samtfußrüblinge an Weide in den Donau-Auen.


    Dezember

    Und so bilden diese dann auch den Abschluss des Jahres im Dezember, wo die Massenblüte in der warmen Phase nach den anhaltenden Frösten eingesetzt hat.


    Und so zeigt sich mal wieder: Kein Pilzjahr ist wie das Vorangehende. Man darf gespannt sein, was 2026 so bringt.


    LG Christopher

  • Schrumz


    Zitat

    14. Und auch hier glaube ich noch an etwas Besonderes. Ein Scheidenstreifling bei Linde im Laubmischwald. Für A. ceciliae gefallen mir die hellen Hutschuppen und das deutliche Schwärzen auf Druck nicht. An anderer Stelle wurde hier A. tomentella f. albida vorgeschlagen, den ich überhaupt nicht kenne. Leider ist das Exsikkat verschimmelt. Tricholomopsis kennst du den vielleicht?


    Servus "Schrumz", sorry, da traue ich mir am Foto nichts zu zu sagen. Amanita tomentella Krombh., Naturgetreue Abbildungen und Beschreibungen der Schwämme 4: 23, 29:6-9 (1836) ist laut Mycobank ein Synonym zu Amanita porphyria. Ich habe mir die Tafel von Krombholz angeschaut (https://dn790002.ca.archive.or…2/mobot31753002807052.pdf /Tafel 29 Abb. 6-9

    Die Abbildungen 6-9 sind klar Amanita porphyrea, ohne Zweifel. Krombholz nennt ihn "feinfilziger brauner Fliegenschwamm, Amanita tomentella".


    Der Name kann also nicht für einen Scheidenstreifling verwendet werden.


    Da ich den Pilz nicht bestimmen kann, kann ich wenigstesn was zum Namen Amanita tomentella beitragen ;)


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Danke dir, auch fur den Link.

    Ok dann wieder auf Null und hoffen, dass der wieder auftaucht... war leider das erste Mal in 5 Jahren in diesem Wald, dass ich den gesehen habe. Vor allem das deutliche Schwärzen und das helle Hutvelum fand ich sehr ungewöhnlich; ich wollte den zum Sequenzieren schicken aber der ist mir irgendwie verschimmelt...

    Viele Grüße