Becherlinge auf Baum

Es gibt 24 Antworten in diesem Thema, welches 2.101 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Thorwulf.

  • Hallo liebe Pilzfreunde g:-)


    Wir hatten am Mittwoch Abend in der Konferenz ja schon über meine „Haselkleie-Becherlinge“ gesprochen. Nun war ich fleißig und hab die Bäume mal fotografiert… ich hoffe man erkennt genug. Auffällig war, das die Äste fast schwarz sind, wenn sie nass sind… hier nun die Bäume und dann hab ich die Bilder der Becherlinge nochmal angehängt. :gwinken:

    Gruss corne







  • Hallo Corne,


    dürfte die Baum-Hasel (Corylus colurna) sein. Diese Haselart findet sich in zahlreichen Städten bei uns. Sie wurde früher gerne als "Straßenbaum" gepflanzt und gerade ältere Exemplare sieht man in unsren Städten recht oft. Die Baum-Hasel ist eine sehr robuste Baumart und für das Stadtklima bestens geeignet; sie hat relativ geringe Ansprüche an den Boden und die Umwelt und verträgt auch Trockenheit und Dürreperioden.


    Viele Grüße

    »Was wäre die Welt, wäre sie bar

    aller Nässe und Wildheit? Lasst sie doch da,

    Oh, lasst sie doch da, Nässe und Wildheit;

    Lang lebe die Wildnis, die Unkrautigkeit.«

    Gerard Manley Hopkins, Inversnaid (1881)

  • Hallo Corne,


    ich finde die Becherchen oft an Erle.

    Baumhasel ist natürlich auch eine gute Idee.

    Hast Du mal unter den Bäumen geschaut, zB nach Blättern, Erlenzapfen, Nussschalen oder Hüllen?

    Das könnte weiterhelfen.


    LG, Nobi

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    Chips: 72

  • Servus beinand'

    ich hab Encoelia furfuracea neben Hasel auch schon an Grau-, Schwarz- und Grünerle gehabt. Wie schon vorgeschlagen, kommt hier eigentlich nur Baumhasel oder Grauerle infrage. Wie Nobi schon angemerkt hat, muss das vor Ort ja leicht zu eruieren sein.

    An liabn Gruaß

    Werner

  • Hallo Corne,

    Vom Rindenbild und Habitus würde ich auf Linden tippen.

    Die Baumhasel entwickelt recht bald eine Schuppenborke.

    Wenn möglich fotografiere mal einen Zweig mit Knospen und die Knospe im Detail.

    Grüße aus dem Schwarzwald

    Simon

  • Hallo Jungs,


    Ok, Baumhasel habe ich noch gar nicht gehört … würde aber einiges erklären …. ;)

    Erlenzapfen sind mir nicht aufgefallen, aber ich werde nochmal gezielt danach Ausschau halten.

    Vielen Dank schonmal für die Hinweise.


    Lg und schönes Wochenende,

    Corne

  • Hallo Corne,


    für Dich und manch anderem Interessierten hier die Kleine Baumschule der Uni Münster zum Download. Einen Steckbrief zur Baum-Hasel (Corylus colurna) findest Du dort ab Seite 41. :)


    Ebenfalls ein schönes Wochenende!

  • Hallo Thorwulf,


    sehr schönes Heftchen von der Uni Münster!

    Danke für's Weiterreichen.


    LG, Martin

  • Hallo Corne,


    ich tippe auf die Purpur-Erle (Alnus x spaethii), eine gärtnerische Hybride aus Alnus japonica und Alnus subcordata. Rindenbild und Habitus passen recht gut dazu. Es handelt sich um eine schnellwüchsige Kulturform, die als Park- oder Straßenbaum eine gewisse Verbreitung gefunden hat. Encoelia furfuracea wird zwar überwiegend auf Corylus avellana gefunden, kommt aber offensichtlich auch mit vielen Alnus-Arten und möglicherweise auch mit Alnus-Hybriden, wie der Purpur-Erle, zurecht.


    LG Ingo

  • Hallo Ingo,


    Vielen Dank auch für diesen Hinweis. Ich bin gespannt, was da noch dabei rauskommt. Ich melde mich wieder, wenn ich Neuigkeiten habe :) vielen Dank auch an Thorwulf für den Link!

    LG und schönen Sonntag Euch,

    Corne

  • Hallo Corne,


    ich tippe auf die Purpur-Erle (Alnus x spaethii), eine gärtnerische Hybride aus Alnus japonica und Alnus subcordata. Rindenbild und Habitus passen recht gut dazu. Es handelt sich um eine schnellwüchsige Kulturform, die als Park- oder Straßenbaum eine gewisse Verbreitung gefunden hat. Encoelia furfuracea wird zwar überwiegend auf Corylus avellana gefunden, kommt aber offensichtlich auch mit vielen Alnus-Arten und möglicherweise auch mit Alnus-Hybriden, wie der Purpur-Erle, zurecht.


    LG Ingo

    Hallo Ingo,


    Dein Vorschlag gefällt mir sehr!


    An Alnus x spaethii hab ich hier auch mal kurz gedacht, aber neben anderen Merkmalen sieht die Wuchsform für mich mehr nach Corylus colurna aus.


    Zudem blüht die A. x spaethii schon im Jan., die C. colurna hat ihre Blütezeit erst jetzt.


    Und im Allgemeinen ist C. colurna im städtischen Terrain letztlich noch weiter u. über längere Zeit verbreitet als A. x spaethii; diese Erlenart ist erst seit Ende der 90er Jahre bei der Stadt- u. Parkbegrünung mit dabei.


    Ich bin schon gespannt, was Corne hier noch herausfindet.


    Einen schönen Sonntagabend Euch!

    »Was wäre die Welt, wäre sie bar

    aller Nässe und Wildheit? Lasst sie doch da,

    Oh, lasst sie doch da, Nässe und Wildheit;

    Lang lebe die Wildnis, die Unkrautigkeit.«

    Gerard Manley Hopkins, Inversnaid (1881)

  • Hallo an alle,


    nach der Erwiderung von Thorwulf habe ich mir den einleitenden Text von Corne noch mal durchgelesen. Danach scheint es ja gar nicht sicher zu sein, dass es sich bei den Becherchen um Encoelia furfuracea handelt, oder warum wurde Hasel-Kleiebecherling in Anführungszeichen gesetzt?


    Geht man nun davon aus, dass es eine andere Art ist, dann fällt natürlich die Beschränkung auf Haseln (Corylus) und Erlen (Alnus) als besiedeltes Substrat weg und dann hat meiner Ansicht nach Simon den mit Abstand wahrscheinlichsten Tipp abgegeben, es sind Linden (Tilia spec.).


    Auf dem vorletzten der hier von Corne gezeigten Fotos meine ich auch Spuren von Lindenstreu erkennen zu können, neben Laubblättern auch die schmalen Hochblätter, die den Früchten der Linden als „Flügel“ dienen.


    An Linden gibt es mit Rutstroemia (Encoelia) tiliaceae einen (sehr) seltenen Becherling, ob diese Art aber in Frage kommt, ist ohne Kenntnis mikroskopischer Details, wohl nicht zu klären.


    Makroskopisch hatte ich wenig Zweifel an Encoelia furfuracea. Aber eventuell geht diese Art gelegentlich auch fremd und ist dann außer auf Haseln und Erlen auch auf anderen Laubbäumen (wie z.B. Linden) zu finden?


    LG Ingo

  • Moin, moin zusammen,


    beim Betrachten der abgebildeten Bäume habe auch ich spontan ganz klar an Linden gedacht, deren Äste sich typisch vom Stamm abzweigen. Da ich vom Habitus der Baumhaseln keine Ahnung habe, wollte ich nicht widersprechen. Heute habe ich mal ein Foto eines unbelaubten Baumhasel-Baumes gefunden, bei dem die Äste ganz anders abzweigen als bei den Bäumen auf den Eingangsfotos.


    Viele Grüße

    Kücki

  • Hmm, durchaus wär da noch Tilia × europaea denkbar, wenn ich mich wie Ingo davon trenne, dass wir Encoelia furfuracea i.d.R. nur auf Corylus u. Alnus vorfinden bzw. möglicherweise noch eine anderweitige Pilzart im Spiel ist.


    Tilia × europaea, auch als Holländische Linde bekannt, ist auch ein weit verbreiteter Straßen- u. Parkbaum hierzulande mit ähnlichem Wuchsbild wie die Baum-Hasel. Und das Borkenbild würde zu dieser Sorte auch mit passen.


    Corne muss jetzt lösen. :kaffee:;)

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    Gerard Manley Hopkins, Inversnaid (1881)

  • Hallo liebe Pilzfreunde,


    Es wird immer verrückter! Habe gestern die Knospen fotografiert und mir den Boden unter den Bäumen angeschaut. Dort ist quasi alles zu finden: Eichenblätter, Birkenblätter, Buchenblätter, Lindenblätter, andere Blätter, Erlenzapfen, Lindensamen, irgendwelche Samen die wie Schoten aussehen usw :gkopfkratz: Falls Euch die Knospen nicht weiterhelfen, müssen wir wohl warten, bis der Baum getrieben hat.

    Achja, es gab ja noch Spekulationen: also, der Ast lag am Boden (nach einem stärker windigen Tag), halt genau unter diesen Bäumen. Da der Ast aber relativ dick war (mind. 4cm Durchmesser) kann er nicht so weit geflogen sein. Außerdem stehen erstens dort fast ausschließlich diese Bäume (nicht nur die zwei auf den Fotos) und es waren mehrere Äste die unten lagen und mehrere, die die Becherlinge hatten!

    Dann habe ich den den Ast mitgenommen und zu Gerolf gebracht. Gerolf ist Mitglied bei den Vogtländern (wo auch ich, die Hilmi und der Steffen (Navajoa) dazugehören) und der sollte mir die mikroskopieren. Da hat er auch gemacht und hat die als Hasel-Kleie-Becherlinge bestimmt. Über seine Mikroskopier-Fähigkeiten kann ich nix sagen… auch nicht, ob der den wirklich seltenen Fall zwischen dem „gängigen“ erkennen und bestimmen könnte.

    Aber sehet selbst g:-)


    Liebe Grüße,


    Corne

  • Hi Corne,

    das sieht für mich schon nach Lindenknospen aus.....


    Grüßle

    Liebe Grüße aus dem Vogtland

    die Schwarzhex

    :gwinken: Sandra

    (PC 100 - 10 (fürs APR 2020) = 90 - 15 (APR 21) = 75-10 (APR22) = 65 + 7 (APR 22 Auflösung) - 5 (Rätsel-Gedicht)= 67 - 10 (APR 23) = 57 + 5 Gnanzierung = 62 - 10 (Ast-Wette gegen Björn) = 52 )

  • Hallo zusammen,


    die Knospen von den gängigen Tilia-Arten u. Corylus colurna sehen sich dummerweise recht ähnlich, wobei die jungen Triebe von Corylus deutlich bewimpert sind, was ich hier nicht sehe. Finale Klarheit würden hier die Blüten bringen, aber ich bin von einer Linde hier noch nicht überzeugt.


    Sonnige Grüße in die Runde!

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    Gerard Manley Hopkins, Inversnaid (1881)

  • Hallo Thorwulf,

    die Knospen (Corylus und Tilia) können recht ähnlich aussehen. Anhand der Rindenstruktur kann man sie recht gut unterscheiden (vor allem bei älteren Zweigen).

    Anbei von meiner Abendrunde mit dem Hund, eine Baumhasel auf einem bescheidenen Standraum. Aber sie kämpft!

    Mit Grüßen aus dem Schwarzwald
    Simon

  • N'abend Simon,


    ich bin hier im Grunde ganz sehr nah bei Dir. Von dem Borkenbild sehe ich in den Aufnahmen vom Eingangspost mittlerweile mehr Tilia × europaea als Corylus colurna, wobei jetzt Dein Exemplar von Parkplatz-Corylus colurna wirklich ein armes Kerlchen ist und vom Borkenbild her auch nicht der Baum-Hasel-Archetyp ist.


    Allerdings ist die Unterscheidung anhand der Knospen u. Zweiglein ein bissl schwierig, insbesondere weil die Natur bei Corne im noch mehr od. weniger winterlichen Vogtland ein bissl hinterher hinkt. Will sagen: die im Vergleich zur Tilia deutlich bewimperten Jungtriebe bei der Baum-Hasel können wir hier möglicherweise nicht zur Unterscheidung heranziehen.


    Dummerweise blühen aber sowohl die Lindenbäume und auch die Baum-Hasel nahezu zeitgleich, wahrscheinlich auch im kälteren Corne-Gebiet, wenn's dann mal soweit ist. Aber erst mit den Blüten hätte man hier ein brauchbares Unterscheidungsmerkmal.


    Corylus colurna, die über 3 - 4 m hinauswachsen, weisen auch oftmals eine Art von Zwieselbildung auf, so wie ich sie zumindest auf der einen Aufnahme vom Eingangspost an einem Baum dort auszumachen meine. Bei Tilia ist dies eher unwahrscheinlich.


    Hinzu kommt ja nun auch noch, dass wir es nun wohl doch mit Hasel-Kleiebecherlinge zu tun haben, so dass dies ja was ausgesprochen Neues wäre, solche an Tilia vorzufinden.


    Ich bin halt noch nicht so restlos überzeugt, lasse mich aber auf die Theorie, dass wir diesen Fund auf Tilia × europaea haben, gerne ein.


    Frühlingsabend-Grüße aus dem Thüringer Vogtland :)

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  • Hallo Thorwulf,

    ich finde schon das meine kleine Parkplatz-Corylus :) dem Baumhasel-Borkenbild "fast" entspricht. Im Vergleich dazu ein paar dickere Baumhasel aus Zürich (Alter Botanischer Garten) und aus Wien.


    Und auch der Habitus meines Parkplatz-Bäumchen ist nicht ganz untypisch. Klar dem Standort geschuldet...Aber sie kämpft (der eine in Zürich auch ganz schön).



    Ob Zwiesel bei Baumhasel häufig vorkommen kann ich Dir nicht sagen, dafür kenn ich zu wenig Exemplare (zumindest das eine Wiener Exemplar hat einen Zwiesel). Die meisten Straßenbäume die ich kenne haben einen klaren Leittrieb und die Äste eher flach ausgebreitet und daher keinen Zwiesel.


    Bei Linden kommen Vergabelungen und Zwiesel mit eingewachsener Rinde häufig genug vor (zumindest kenn ich viele Linden mit Zwieseln, welche mit einer Kronensicherung zusammengebunden sind). Dies wird der jeder Baumkontrolleur bestätigen.


    Also die steilen Astanbindungen (häufig mit eingewachsener Rinde) wie z.B. bei den Bäumen von Corne, sehe ich häufiger bei bestimmten Linden-Sorten.


    Aufgrund der Bilder scheidet für mich die Baumhasel aus. Ich sehe am ehesten eine Linde. Tilia ssp.

    Der Ast mit den Pilzen ist aufgrund der Rinde auf jeden Fall keine Baumhasel. Könnte Linde sein (von Farbe und Rindenstruktur).


    Bleibt auf jeden Fall spannend.


    Frühlingsabend-Grüße aus dem Schwarzwald

  • N’abend Simon,


    eine sehr schöne Gegenüberstellung! :daumen: Vielen Dank!


    Tilia-Exemplare begegnen mir jetzt eigtl. mehr mit Maserknollen als mit Zwieseln, also mit Wucherungen durch den massenhaften Austrieb von schlafenden Knospen, wo die ganzen Triebe jedoch meist schnell wieder zugrunde gehen, aber solche Dinge würde ich jetzt für eine Bestimmung auch niemals überbewerten.


    Möglicherweise bekommen wir hier noch in einer zweiten Runde eine finale Klarheit, wenn dann die Vogtland-Kerlchen hier in die Blüte eintreten. Dann scheinen die Hasel-Kleiebecherlinge dort auch möglicherweise nicht nur Corylus u. Alnus zu besiedeln, sondern noch dazu eine Tilia-Art. Wär ja was Sensationelles. :)


    Für heute Ade!

    »Was wäre die Welt, wäre sie bar

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    Gerard Manley Hopkins, Inversnaid (1881)