... Hey, sag mal, ist das nicht Oberpfälzer Wald?
Beiträge von KaMaMa
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Hallo Ingo,
Wow! Basidioflechten habe ich noch nie gefunden, bzw. gesehen. Glückwunsch!
Dermatocarpon ist gesetzt. Ich würde auch die kleinblättrige D. luridum vermuten.
Super!
LG, Martin
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Hallo Peter,
ich müsste noch einen Ast mit Grünspanbecherlingen in Garten liegen haben.
Falls du noch Interesse haben solltest, kann ich den gerne auf Fruchtkörper hin überprüfen und dir welche zusenden.
LG, Martin
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Hallöle!
Eine alte Linde neben einem Fischteich in Mittelfranken:
Bild 1a Lindenstamm mit Krusten- und Strauchflechten..
Bild 1b .. nahe baumumstanderem Teich
Bild 1 Cremeweiße bis grünlich-graue Krusten mit schwarzen Fruchtkörpern an Lindenstamm, Nordostseite
Bild 3 Hier vermutete ich zuerst eine befallene Lecanora und lag dmit völlig daneben.
Bild 4 einge gelbliche Apothecien und viele schwarze Fruchtkörper? Eventuell Befall?
Die schwarzen Fruchtkörper sind tatsächlich Pyknidien der Flechte, zu der die Apothecien gehören.
Bild 5 Die gelblichen Apothecien sitzen auf, haben einen thallusfarbenen Rand
Bild 6 Warziger Thallus
Bild 7 Der Thallus und die schwarzen Fruchtkörper sind mehr oder minder stark weißlich bereift, der Thallus deutlich warzig areoliert.
Bild 8 Der Thallus reagiert schnell K+gelb, dann langsam aber kräftig nach orange wechselnd.
P-, C-, UV-
Bild 9 Apothecienquerschnitt in Wasser: Durchmesser ca. 800 µm. Rand algenfrei, Algenpartner trebouxoid.
Medulla und Apothecium leuchten unter UV eigentümlich blau.
Epithecium braun, weiß bereift mit feinen KOH-unlöslichen Kristallen; in KOH entfärbend.
Hymenium J+ blau.
Bild 10 Hymenium in verd. KOH: Asci 8-sporig, Sporen 2-zellig, hyalin; 10-12,5 x 2,5(-3,0) µm gemessen.
Paraphysen nicht verzweigt.
Bild 11 Schwarze Pyknidien und gelbliche Apothecien im gleichen Thallus; Thallus bereift.
Bild 12 Pyknidienquerschnitt in Wassertropfen unter Deckglas,
Konidiosporen 1z, farblos, elliptisch, um 4 x 1,5 µm.
Bild 13 Pyknidienwand in KOH von braun nach violett umfärbend.
Mit den 2-zelligen Sporen schlüsselt man zu Catillaria/Lecania aus. Bei Catillaria mit lange berandeten, hellen Apothecien UND schwarzen Pyknidien kommt man zu Clostomum und speziell zu C. corrugatum;
DFD: "Ap. blassgelb, .." <= 1mm Durchmesser, "anfangs dick berandet, konkav bis schwach gewölbt, oft fehlend. Thallus warzig bis fast schollig..", "weißlich, gelblichgrau..". "Pyknidien auffallend groß, .. vorspringend"
"In naturnahen, lichten .. Eichen-Hainbuchenw., .. auf sehr alten Quercus-Stämmen, selten an anderen Laubbäumen, .. planar bis submontan, .."
Eine neue Gattung für mich und also wohl doch kein Befall - spannend!
LG, Martin
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Hallo Bernd,
das Wetter war wie vom Wetterdienst vorhergesagt: Morgens noch Regen, während der Fahrt nach Süden nur noch stellenweise wenige Tröpfen. Dann bis Mittag bedeckt, später blau-weißer Himmel mit SEHR sonnigen Abschnitten.
Bild 8? Die Hubbelchen sehen interessant aus, nicht? Ich glänze mit völliger Ahnungslosigkeit, denn ich habe die Stelle nicht weiter untersucht. Unter Lupe erscheinen die erhebenen Stellen jedenfalls keine Fruchtkörperbildungen zu beherbergen. Ich bin der Meinung, dass hier eine unebene Felsstelle vorliegt, über der eine z.B. Verrucaria gewachsen ist. Die hellen und dunkleren Stellen würde ich auf etwas unterschiedlichen Wassergehalt zurückführen. Es hatte ja vor wenigen Stunden geregnet!
Bild 9 zeigt eine pyrenocarpe, endolithische, weiße Flechte und vollständig eingesenkten, schwarzen Fruchtkörpern, die nach Ausfall einen schwarzen Ring zurücklassen: Sie erinnert erst mal stark an die Gattung Bagliettoa, aber auch andere Gattungen kommen in Betracht (insb. Verrucaria). Hier würde ich unbedingt Mikrosopieren enpfehlen! Es gibt etliche ähnlich wirkende Krustenflechten auf/in Kalk.
Ja, es war recht schön, ich bin dann aber doch recht zeitig wieder anch Hause; ich hatte den Hut im Auto gelassen, weil ich die Sonnenstrahlung falsch eingeschätzt hatte. Das war iein Fehler!
Ich war einem Sonnenstich nahe...
LG, Martin
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Hallo,
zum Abschluss des Sommers war ich noch mal auf dem Albuch (vgl. Ausflug mit Felli hier) und liefere ein paar Fotos mit schönen Flechtenfunden nach.
Diesmal ohne große Kommentierung, mir ging es mehr um den Ausflug als solchen, weniger um Flechtenbestimmung...
Bild 1 Die Gegend: ein sonniges Trockental mit Kalkfelsen an den Hängen
Bild 2 Flavoplaca granulosa, hier steril
Bild 3
Bild 4 Lathagrium cf. cristatum in feuchtem Zustand
Bild 5 Pyrenodesmia variabilis
Bild 6 Lathagrium (Collema) cristatum
Bild 7
Bild 8
Bild 9
Bild 10 Caloplaca s.lat.
Bild 11
Bild 12 Thalloidimia candidum
Bild 13 Placynthium nigrum mit kleinen, glänzenden Apothecien
Bild 14 Acarospora cf. cervina (hier steril)
Bild 16 Lobothallia radiosa
Bild 17 Collema s.lat. (ev. Enchylium polycarpon Bildmitte, L. cristatum rechts unten anschließend)
Bild 18 Cladoniengesellschaft
Bild 19 Variospora flavescens
Bild 20 Thalloidimia candidum
Bild 21 Synalissa ramulosa
Bild 22 Flechtenartig aus dem Kalkstein herausgewitterte Strukturen
Bild 23 Placidium rufescens
Bild 24 Kleine Farne (Mauerstreifenfarn)
Bild 25 Rückblick
Viele Grüße, Martin
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Hallo,
Felix Schumm ist ein bekannter Name. Er ist in Deutschland und der Welt weit gereist und hat über die Jahre ein sehr großes Herbarium angelegt und in Text und Bild dokumentiert.
Etliche hervorragende Bücher zum Thema Flechten hat er herausgegeben, die großteils vergriffen sind.
Nun hat er sämtliche seiner Bücher u.v.m. auf seiner Homepage, genauer im Archive for Lichenology, zu kostenlosen Download bereitgestellt.
Unter der Vielzahl an PDF-Dateien möchte ich hier nur ein Buch hervorheben:
"F. Schumm, Kalkflechten der Schwäbischen Alb, ein mikroskopisch anatomischer Atlas", 430 Seiten stark, und mit einer wahrlich erschöpfenden Zahl an hervorragenden Makro- und Mikrofotos.
Qualitativ ein wahrer Zungenschnalzer - nicht umsonst sind viele der Mikroskopaufnahmen von Felix Schumm bei Italic eingestellt!
Die Anzahl an eingestellten PDF-Dateien im Archiv ist in den letzten Monaten sehr stark angewachsen (> 100), deshalb am einfachsten mit [STRG][F] durchsuchen.
Wer sich für Gattungsübersichten, für makaronesische, brasilianische, südostasiatische oder australische Flechten interessiert, wird hier ebenfalls schnell fündig.
Martin
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Hallo Ingo,
vielen Dank für den schönen, kleinen Rundgang durch Flechten Elbas.
Da bekomme ich direkt Lust auch mal wieder loszuziehen nach längerer Pause.
Es freut mich, dass du die mediterrane Lepra noch bestimmen konntest!
Mich beeindruckt insbesondere die Solenospora - die Gattung ist mir bis dato fremd.
Offenbar gibt es eine verwandte Art auf der Fränkischen Alb (S. candicans, lt. Italic Placolecania candicans) auf Dolomit im Trockenrasen.
Vielleicht bist du schon daran vorbei gegangen, sie ähnelt auch manchem Foto bei flüchtigem Blick einer stark breiften Toninia oder Diplotomma. Also Augen offen halten!
LG, Martin
P.S. "Was sind denn bitte schön hidden Tracks auf alten Scheiben?
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Hallo Bernd / Felli ,
sorry wegen des langen Schweigens.
Ich bin aus privaten Gründen seit knapp vier Wochen nicht im Forum gewesen und auch sonst kaum mit Flechten oder Mikroskop beschäftigt.
Ich hatte noch nicht einmal Lust und Zeit, meine Proben aus den Alpen anzusehen...
Wie auch immer, Ablenkung tut Not, tut gut!
1) Bei G. jenesis würde ich mitgehen. Ich meine sogar, dass man bei einigen der Apothecien "Kerben" ahnen kann.
2) Bei der Cyano-Blattflechte würde ich in Richtung Collema auriforme prüfen.
Deine Flechte ist relativ groß, vom Habitus her eine Blattflechte; sie deutlich liegt nicht flach am Substrat an und hat kugelige Isidien.
3) Ich bin überhaupt kein Cladonienexperte und muss mich insbesondere bei dieser Riesengattung langsam und mühsam durch den Schlüssel bewegen.
Bei der Cladina / "Rentierflechte" würde ich als erstes die Basis das (Nicht-)Vorhandensein von Schuppen/Blättchen prüfen.
Dann ist es immer gut, einen Tüpfeltest zum Nachweis von Flechtenstoffen zu machen. Dann sieht man weiter.
Mit Cladonia liegst du jedenfalls goldrichtig!
Liebe Grüße, Martin
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Hallo Bernd Felli ,
ich glaube, ich sehe, was du mit dem hohem Netz meinst. Was isch zuerst für hochstehende Pusteln hielt, sind oft schwach eingefärbte und damit wohl membranartig dünne Abschnitte des Netzes, die hochstehen.
Wenn das Ornament von M. bouderi dem von M.flavescens - wie in dem tschechischen Paper von Moravec abgebildet - ähnelt (beide Arten schlüsseln bei ähnlicher Ornamentbeschreibung aus), ist diese Art und der gesamte Ast des Melastiza-Schlüssels wohl raus und es geht wohl wirklich Richtung der drei Arten M. cornubiensis/carbonicola/flavida.
Ohne Ornament messe ich Sporengrößen wiederholt um 17 x 9 µm, was aber für alle drei Arten passen würde und also nicht weiterhilft.
Die Ornamentdicke liegt typisch bei 1µm, an den Polen bis etwa 3,5µm.
Die Breite des Netzes in Aufsicht liegt typisch bei 1-1,5 (2) µm, das passt nicht zu M. flavida mit dort 1,5-3(4,5) µm.
Das Ornament wirkt gleichmäßig dick, nur an sehr wenigen Stellen nicht geschlossen.
Der Paraphysendurchmesser wurde bisher nicht erwähnt, er liegt bei etwa 3,5 µm, Köpfe 7-8 µm breit.
Die braunen Härchen haben einen Durchmesser von 10-12 mm und eine Länge von > 140 µm. Ich zähle bis zu 4 Septen, wobei das Haar abgebrochen und nicht vollständig war. Die Wandstärke liegt bei 1-1,5 µm. Bis zu 4 Septen werden bei M. chateri erwähnt (M. carbonicola: nur 3 Septen).
Ich finde, dass auch die Sporenabbildung im Paper von M. chateri (= M. cornubiensis) besser mit dem Fund übereinstimmt als die von M. carbonicola.
Da zudem die Lokalität in unmittelbarer Bachnähe nicht wie eine Brandstelle wirkt, tentiere ich daher zu M. cornubiensis (= M. chateri).
Das ist aber eher eine Glaubensfrage. Es bleibt also bei Melastiza spec.
Vielen Dank allen Beitragenden,
insbesondere dir Bernd für das Paper!
Martin
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Hallo Bernd und Ingo,
vielen Dank für die Anregungen.
Die tschechische Seite war mir bei den Recherchen bereits aufgefallen, jedoch gelingt es mir nicht sie erfolgreich aufzurufen.
LG, Martin
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Hallo nochmal!
Ja, Scutellinia hätte typischerweise längere, abstehende Borsten.
Die Pusteln an den Schnittpunkten des Epispors passen auch besser zu Melastiza.
Hier einige Sporen in besserer Vergrößerung:
Asci 1-reihig, 8-sporig
Die Sporen sind elliptisch und haben eine Länge um 19-20 µm, die Breite liegt um 11 µm (inkl. Ornament).
In Aufsicht ist ein mehr oder minder geschlossenes Netz erkennbar.
Die Kreuzungspunkte der Netzstruktur sind in Aufsicht stellenweise verdickt.
Am Perimeter ist erkennbar, dass das Ornament (Netz) flach ist, die dunkel eingefärbten Bereiche sind in der Sporenmitte um 1 µm hoch.
An den Kreuzungspnkten des Netzes steht das Ornament weiter ab, was ich als die im Schlüssel erwähnten "Pusteln"/"Warzen" interpretiere.
Diese Strukturen ereichen an den Polen bis zu 3 µm Höhe/Dicke.
Mit dem Melastiza-Schlüssel von Ascomycetes.org gelange ich über
1b Ornament << 5µm, eher um typ. 1µm hoch (an den Polen bis 3µm), vollständig netzförmig
2a Netz mit hochstehenden Pusteln/Warzen an den Kreuzungspunkten
3 Hier soll ich Warzen von Pusteln unterscheiden...
Vermutlich sind Warzen flacher als Pusteln; ich würde hier für Pusteln votieren.
Im Falle von (flachen) Warzen wäre ich bei M. kumouensis, eren Sporenbreite bei max. 9 µm läge.
=> 3b Pusteln
4a Ascospores (15) 16.6–19.5 (21) × 9.2–12.5 (15) μm, mainly 18.8 × 10.5 μm. Pustules 1.5–3 (4.5) μm high, up to 5.5 μm at the poles where they may overlap
=> M. boudieri
Sporengröße und Pustelhöhe passen recht gut.
Falls doch keine Pusteln vorliegen sollten => 2b
5b Sporen ellipsoid
6a länger als 15 µm
7a Asci 8-sporig
8b Ornament recht regelmäßig, eher nur 1µm hoch, an Polen etwas mehr
=> M. cornubiensis
Da kenne ich mich mit den Begrifflichkeiten der Gattung nicht aus.
M. cornubiensis scheint die häufigere Art zu sein, wird zumindest auch in "Fungi of temp. Europe" abgehandelt.
thorben96 , du hast die Art offenbar schon bestimmt. Würdest du hier eventuell M. conubiensis erkennen?
LG. Martin
LG, Martin
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Danke Thorben,
werde ich machen.
LG, Martin
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Hallöchen,
hier ein geselliger, kleiner roter Asco mit kurzen Börstchen an Rand/Unterseite.
Gefunden in einem Tal in Bachnähe auf Sand unter einer Lärche in den Hohen Tauern Anfang Juli.
Durchmesser Apothecium bis ca. 5 mm, Dicke um 0,5-0,75 mm.
Exsikkat in Wasser quellend
Die Sporen erweisen sich als elliptisch und in der Größenordnung von 21x10,5 µm.
Das Epispor ist netzartig ausgebildet.
Alleine mit diesen beiden Parametern gelange ich mit dem französischen Schlüssel von Jeannerot zu S. pseudotrechispora.
Bild Querschnitt des Exsikkats nach Quellen in Wasser (Auflicht)
Haare sind braun und sehr kurz.
Asci mit Sporen
BWB-Färbung
Sollte das richtig sein? Muss ich genauer messen?
LG, Martin
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Hallo Bernd,
ja der Schlüssel leitet einen aufgrund der Isidien zu S. parvum Scytinium war früher bei Leptogium einsortier.
Passt schon!
Mich hat nur deine Bezeichnung Collema-Scytinium... irritiert. Die Art war wohl ursprünglich oder früher zumindest bei Collema geführt, ist aber mittlerweile unter Scytinium zu finden, einer Gattung mit Cortex. Collema hat sowas normalerweise ja nicht. Aber alles ist ja ständig im Fluss...
LG, Martin
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Halle Bernd,
eventuell ja, oder eben auch nicht. Die in Frage kommenden Gattungen haben halt solche Asci/Sporen. und das wäre zu prüfen.
LG, Martin
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Hallo Bernd,
wenn sie Sporen schwierig zu erkennen sind, färbe ich gern in BWB ein. Möglichst dünn quetschen, ggf. mit etwas KOH (danach prüfen, manchmal klärt sich die Sache schon hier) und anschließendem Spülen vor BWB-Zugabe.
Es ist denkbar, dass die Schläuche nur 1-2 große, 1zelluge Sporen enthalten. Diese großen Sporen erkennt man nicht unbedingt gleich als solche, wenn man mit kleineren Sporen rechnet.
Martin
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Hallo Bernd,
K9 hat dich deutlich eine dunkle Rinde, ich würde deshalb bei Leptogium schlüsseln.
K10 es gibt vollständig endolithische Flechten. Kratze mit einer Nadel oder Messerspitze das Gestein und du wirst vermutlich einen grünlichen Strich erzeugen. Wenn das Substrat mürbe genug ist, lasst es sich auch mit einer Rasierklinge einschneiden und im Idealfall wird ein Thallusquerschnitt sichtbar. Aber man braucht mehr Angaben (Thallusrand? Algenpartner?...)
K11 = Acarospora moenium, steril. Schwärzliche Soredien unter dem Thallusrand!
LG, Martin
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Hi Bernd,
Collemopsidium glaube ich nicht, die Gattung bevorzugt den Gezeitenbereich von Meeresküsten und andere wässrige Habitate. Bekannt ist z.B. die Art C. favoleatum, die regelmäßig eingesenkt in den Gehäusen von Seepocken im Tidenhubbereich lebt. Das insb. C. faveolatum passt hier also nicht.
Könnte das kein Thelidium (z.B. minutulum) sein?
Man bräuchte möglichst einen Schnitt durch ein Perithecium.
Verrucaria ist sehr schwierig zu bestimmen. Und ohne Schnittbild durch das Perithecium noch schwerer. Zum Schlüsseln braucht man immer die Dicken und Farben, Anordnung der Hyphen etc ..
Da weiß ich auch nicht weiter.
LG, Martin
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Hallo Bernd,
bei der ersten Rinodina (eine schöne Flechtengattung) hätte ich spontan an R. bischoffii gedacht.
Die seltene und zudem alpine R. castanomelodes hat laut Schlüssel einen deutlich epilitischen Thallus, den du ja selber anzweifelst. Einen wulstigen Thallusrand. ein insperses Hymenium und sehr dicke Paraphysenköpfe sehe ich auch nicht.
Das schwarze Zeug kann ein Cyanobakterien-Biofilm sein. Den hat man oft neben oder auf den Krusten!
Die zweite Rinodina wirkt schon makroskopisch anders. Die Sporen haben ein schwaches Band auf Höhe des Septums und die Apothecien sind eingesenkt, hinterlassen Gruben im Substrat beim Ausfallen.
Die Pyrenodesmia variabilis (Aggregat) sehe ich auch.
Das könnte schon alles passen. Ganz sicher bin ich mir leider auch nicht. R.immersa habe ich noch nicht gefunden und bestimmt.
LG, Martin
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Hallo Bernd,
ein ergiebiges Steinchen hast du da eingesteckt!

Caloplaca crenulatella s.lat. kann gut sein. Aber sicher bin ich mir auch nicht, denn es gibt etliche sehr ähnliche Caloplacen. Man vertut man sich ganz schnell im Schlüssel... (Du könntest noch testen, ob der Thallus auch auf K reagiert.) Ich lande beim Schlüsseln jedenfalls bei den gleichen Komplex.
Bei C. contorta bin ich völlig bei dir.
Nur die Flechte K1 kann keine Rhizocarpon sein, wenn das Hymenium J+ rot reagiert, blau wäre richtig!
Auch das K+ intensiv grüne Epihymenium kann stutzig machen. Vergleich die Eigenschften mal mit deiner C. contorta! Ich vermute hier eher eine Kruste aus der Gattung Circinaria.
Ich glaube, R. umbilicatum hat auch eine blaue Reaktion mit Lugol in der Medulla, zumindest K+ gelb. Und ein dunkles Hypothecium, hier ist es hyalin.
LG, Martin
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Hallo Sandra,
du weißt schon, dass es jede Menge hitze- und trockenheitstoleranter Pilzchen auch bei dir zu finden gibt. Meist sind sie lichenisiert, was ein Auffinden zu jeder Jahreszeit erleichtert.
Überdenke deinen Entschluss nochmal. Auch Flechten sind wundervoll. Gibt sein tolles Hobby nicht auf!
LG, Martin
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Hi, Bernd!
Da hast du ja einige interessante Candelariella-Arten in den Ring geworfen, die auf der italienischen Flechtenseite im Schlüssel auftauchen.
Im deutschen Schlüssel sind sie nicht vertreten, und in der Deutschen Roten Liste, die ich diesbezüglich überprüft habe, auch nicht. Da wäre ich denn vorsichtig.
Stur nach den "DFD" vorgehend - Candelariella ist klar gesetzt - würde ich für C. vitellina votieren, die zudem auch weit verbreitet und häufig ist: Gelbe, nicht rosettig-gelappte, nicht besonders dick krustige, nicht einheitlich feinkörnige, soralfreie, nicht parasitische Krustenflechte mit Apothecien auf Holz; Asci mit 16-32 Sporen => C. vitellina (1*-2*-4*-6*-10*-12*-13*-15* Holz!-16) körnig, gelb-braungelb, Paraphysen nicht verdickt, etc. passt eigentlich.
Die Probe, die ich an vermutlich der gleichern Stelle genommen hatte, besteht tatsächlich aus gelb-braunen, leicht koralloiden, oberflächlich warzigen Areolen (O Gott, wie beschreibt man sowas?) und wächst untermischt mit A. punctata auf dem zähmorschen Holzgeländer. Meine Probe war leider steril.
In situ
Vergrößert
schräg von unten / der Seite
in Wasser (wegen der Färbung). Die schwarzen Apothecien gehören zu A. punctata.
Ich bin mir da auch nicht sicher, würde aber für eine häufige Art plädieren, sie erinnert mich - abgesehen von der hier eher bräunlichen Grundfärbung - mehr oder minder stark an einen üppigen Fund auf Holz, den ich vor 3 Jahren als C. kuusomoensis bestimmen wollte, bis ich von einem Lichenologen zurückgepfiffen wurde, der den Fund schlicht als C. vitellina einstufte. Passt wohl sehr gut!
Na ja - für unsereins bleiben immer größere Unsicherheiten.
LG, Martin
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Hallo Bernd ( Felli )
Wenn man bei Italic nachliest, hat T. sedifolium einen irreguläre imbricaten Thallus, was für deinen Fund (vgl. Querschnitt!) als Beschreibung recht gut passt. Häufig hat Die Art nur teilweise bereifte Loben/Lappen. Hier scheint mir der Thallus vollständig (?) bereift zu sein.
Was ich auf dem Bild nich erkenne, ist die Struktur der Bereifung (grob/fein) und ob der Thallus vollständig und gleichmäßig bereift ist; Th. sedifolium hat eine feinkörnige (mehlig) Bereifung, während Th. diffractum grobkörnig bereift wäre.
Interessant ist in diesem Zusammenhang vielleicht auch die Beschreibung bei Italic des Thallus bei Th. diffractum als ".. more or less orbicular, .. initially scattered, later sometimes contiguous but not forming distinct rosettes ..". Th. sedifolium ist dreidimensionaler, salopp ausgedrückt, während Th. diffractum recht plan daherkommt. So etwas meine ich schon mal gefunden zu haben. Die Beschreibung inkl. Bereifungsart passt sehr gut zum Fund unten (inkl. Mikroskopie und Chemie).
Thalliodima diffractum mit kreisrunden, grob bereiften Thalli und hier gemischt unbereiften und weißlich bereiften Apothecien (vgl. insb. letztes Foto bei Italic)
Ich würde mir die Thallusbereifung genauer zu Gemüte führen und mit der Beschreibung und den Fotos auf Italic abgleichen.
Italic nennt übrigens noch eine weitere Art (in Wirth zumindest nicht als separate Art enthalten), die eventuell in Frage käme, falls sie hier vorkommen sollte: Th. sqaumatum, die in Bergland auf Moos über Moos gedeihen soll. Die deutsche Rote Liste kennt diese Art nicht.
LG, Martin
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Hallo,
da direkt nach den Lampen gefragt wird, hier gerne noch ein wenig mehr dazu, auch die Bezeichnungen der Lampen.
Alle drei Taschenlampen verfügen über verschiebbare Linsen, um die Breite des Streukegels einzustellen (Spotbeleuchtung, Weitwinkel). Hier im Bild wurde der maximale Streukegel eingestellt.
Die eingeschalteten Lampen liegen auf einem Briefkuvert und regen das Papier zur Fluoreszens an. Lampen A & B erreichen bei weitem nicht die Intensität von Lampe C.
Der normale Betriebsmodus von Lampe A ist allerdings Weißlicht.
Taschenlampe A:
"LETION LE-100D" ist umschaltbar von Weißlicht auf UV 395nm.
Ich verwende sie meist als Lichtquelle in schräger Beleuchtung am Mikroskop (quasi von der Seite), was ein auflichtartiges Mikroskopbild erzielt. Den UV-Modus verwende ich normalerweise nicht.
Bei Apothecienquerschnitten kommt so die Eigenfabe der Strukturen natürlicher und brillianter als im Durchlicht heraus. Das funktioniert aber nur bei hinreichend großem Objektiv-Proben-Abstand, d.h. bei dem 4x und dem 10x Objektiv.
Hier ist zudem der Lichtfluss (pro Fläche) für den Zweck völlig ausreichend.
Die Taschenlampe gibt es unter diesem Namen zwar nicht mehr, aber eine Taschenlampe namens MOWETOO wirkt absolut identisch (derzeit 10 €).
Beispiele für Durchlicht / Auflicht im Vergleich (mit Lampe A):
Gyalecta geoica
Lathagrium cristatum
Eine kleine, kräftige Weißlichttaschenlampe braucht man, wie ich finde unbedingt am Mikroskop.
Für diesen Zweck bin ich mit der Lampe vollauf zufrieden.
Taschenlampe B:
"Eletorot UV-Taschenlampe 395 nm" (derzeit 9 €).
Würde ich nicht wirklich empfehlen, siehe UV-Vergleichsaufnahmen oben.
Sie vergammelt im Schubfach...
Taschenlampe C:
"Darkbeam A300" kostet tatsächlich 16 €, emittiert aber bei einer brauchbaren Weelelänge von 365 nm und hat die höchste Intensität, wenn ich mal den direkten (s.o.) Vergleich heranziehe.
Die UV-Fluoreszenz ist bei Flechtenbestimmungen eine hilfreiche Kenngröße. die im Zeifel weiterhilft.
Für diesen Zweck ist diese Taschenlampe durchaus geeignet.
Aufgrund der abgestrhlten Wellenlänge und Intensität trägt sie als einzige natürlich einen Warnhinweis.
Die Ausleuchtung der Lampe ist für meinen Zweck absolut homogen genug.
Letztlich verwende ich sie im Spot-Modus, um möglichst viel UV-Strahlung in den Probenabschnitt im Gesichtsfeld unter dem Mikroskop einzukoppeln.
Intensitätsverteilung im Weitwinkel- und Spotmodus
Floureszenz einer Krustenflechte
LG, Martin
