Perlpilz, Pantherpilz oder Grauer Wulstling?

Es gibt 32 Antworten in diesem Thema, welches 3.398 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Uwe58.

  • Hallo zusammen,


    heute bin ich auf ein paar vermeintliche Perlpilze gestoßen. Der Ring sieht gerieft aus, allerdings hat er beim Anschnitt nicht gerötet. Die Fraßflecken sehen auch höchstens minimal gerötet aus. Geruch und Geschmack waren neutral. Die erfahrenen Forenmitglieder können mir sicherlich weiterhelfen :)


    Vielen Dank!


  • Hallo Marcel36,

    wir diskutieren hier selbstverständlich nur über den einen Pilz, den wir auf dem Foto sehen, nicht über die anderen, die da möglicherweise auch noch standen. Die roten Fraßstellen im Hut weisen eindeutig Richtung Perlpilz. Leider ist er, wie man sieht, stark verwurmt und meiner Ansicht nach nicht mehr verzehrgeeignet.

    Seltsam übrigens, dass du, wie du sagst, den Geschmack des Pilzes geprüft hattest. Du warst in der Gattung Amanita unterwegs, in der es tödlich giftige Arten gibt, das war dir bei der Geschmacksprobe hoffentlich klar.

    FG

    Oehrling

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

  • Hallo,


    das sind ganz klar Perlpilze, gut zu erkennen an den roten Madengängen. Die rote Fleischverfärbung beim Anschneiden kommt erst nach einigen Stunden zum Vorschein.


    VG Jörg

  • Hallo Marcel36,

    wir diskutieren hier selbstverständlich nur über den einen Pilz, den wir auf dem Foto sehen, nicht über die anderen, die da möglicherweise auch noch standen. Die roten Fraßstellen im Hut weisen eindeutig Richtung Perlpilz. Leider ist er, wie man sieht, stark verwurmt und meiner Ansicht nach nicht mehr verzehrgeeignet.

    Seltsam übrigens, dass du, wie du sagst, den Geschmack des Pilzes geprüft hattest. Du warst in der Gattung Amanita unterwegs, in der es tödlich giftige Arten gibt, das war dir bei der Geschmacksprobe hoffentlich klar.

    FG

    Oehrling

    Hallo Oehrling,

    vielen Dank für deine Antwort. Den Geschmack habe ich nur an einem kleinen Stückchen getestet, das danach ausgespuckt wurde. Sollte ich das sicherheitshalber künftig seinlassen?

    LG

  • Hallo Marcel,

    nein musst Du nicht, wenn Du die Probe gut und gründlich ausspuckst. Wenn ich einen Pilz geschmacklich teste, der extrem giftige "Doppelgänger" hat, dann nehme ich nach dem Ausspucken noch ein bis zwei Mundspülungen mit Wasser vor, dass hat man ja bei einer Pilzsuche ohnehin dabei. Einem erwachsenen gesunden Menschen, kann die dann möglicherweise immer noch verbliebene Giftmenge des Pilzes nichts mehr anhaben.

    Als großer Freund der Perlen, kann ich meine Vorschreiber nur bestätigen, das ist ganz sicher eine Perle.

    LG Mischa

  • Wenn ich einen Pilz geschmacklich teste, der extrem giftige "Doppelgänger" hat, dann nehme ich nach dem Ausspucken noch ein bis zwei Mundspülungen mit Wasser vor, dass hat man ja bei einer Pilzsuche ohnehin dabei.

    Hallo

    Warum muß man solche Pilze überhaupt probieren? Und warum hat man Wasser dabei?

  • Wenn ich einen Pilz geschmacklich teste, der extrem giftige "Doppelgänger" hat, dann nehme ich nach dem Ausspucken noch ein bis zwei Mundspülungen mit Wasser vor, dass hat man ja bei einer Pilzsuche ohnehin dabei.

    Hallo

    Warum muß man solche Pilze überhaupt probieren? Und warum hat man Wasser dabei?

    Jörg hat Deine Frage ja schon halb beantwortet, aber wir verwenden das Wasser auch zum gelegentlichen Säubern unserer Hände, dass ist bei einigen Arten auch notwendig, wenn man nicht mit verklebten Fingern das mitgebrachte Hummerbrötchen verzehren möchte.==Gnolm7

    Zu Deiner zweiten Frage, muss man nicht, aber man kann. Bei der o. beschriebenen Vorsicht, ist das völlig Gefahrlos. Denn erst die Menge macht das Gift.

    Übrigens scheinst Du ja auch gern, dass eine oder andere Risiko einzugehen. Alkohol und Pilze ist oft eine gefährliche Kombination für viele Menschen.

    LG Mischa

  • Hallo zusammen,

    es gibt zwar schon Gattungen bzw. Gruppen, bei denen Geschmacksproben Sinn machen (z. B. Galli versus Steini, Grünblättriger versus Rauchblättriger Schwefelkopf, scharfe versus milde Täublinge). Bei Amanita wäre das dagegen gefährlicher Unsinn. Was will man denn durch eine solche Probe rausfinden? Der Grüne Knolli schmeckt z. B. nach den Aussagen Vergifteter ziemlich lecker, auch Fliegenpilze haben angeblich einen recht guten Geschmack. Scharfe oder bittere Amaniten gibt es auch nicht, also worin soll der Sinn einer Amanita-Geschmacksprobe liegen?

    FG

    Oehrling

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

  • Hallo zusammen, im Pilzkurs habe ich von Andreas Gminder gehört, dass bei einem Mädchen schon Blutveränderungen festgestellt worden sind, nachdem sie lediglich eine Lamelle Knollenblätterpilz im Mund hatte. Oehrling hat schon die Frage nach der Sinnhaftigkeit gestellt. Auf alle Fälle ist es gefährlich und deshalb sollte man auf Geschmacksproben bei Wulstlingen generell verzichten.

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


    Hier im Forum gibt es grundsätzlich keine Verzehrfreigaben.

    Pilzsachverständige findest du hier.

  • Hallo,

    Muss man halt erstmal die Pilzgattungen erkennen können.

    Dann macht die Geschmacksprobe Sinn oder auch nicht.

    Gruß

    Norbert

    ------------------------------------------------------
    Pilzchips = 100 -5 APR 2015 +12 APR 2016 = 107 -7 Für APR 2017 = 100 + 5 APR 2018 =105 +5 APR 2019 =110+6 APR 2020=116+5+4 APR2021=125

    Pilzbestimmung im Netz ist keine Essfreigabe

    ------------------------------------------------------

  • Hallo zusammen, im Pilzkurs habe ich von Andreas Gminder gehört, dass bei einem Mädchen schon Blutveränderungen festgestellt worden sind, nachdem sie lediglich eine Lamelle Knollenblätterpilz im Mund hatte. Oehrling hat schon die Frage nach der Sinnhaftigkeit gestellt. Auf alle Fälle ist es gefährlich und deshalb sollte man auf Geschmacksproben bei Wulstlingen generell verzichten.

    Sorry, aber das würde ich mal in den Bereich der Fake News verorten wollen. Hörensagen ohne Beleg ist immer kritisch zu betrachten. Das Mädchen müsste schon sehr jung gewesen sein und die Lamelle verschluckt worden sein, damit das Kind eine körperliche Reaktion erhält, auf deren Grund eine Untersuchung erfolgt ist, die ein derartiges Ergebnis zeitigte. Denn als Versuchsobjekt wird man das Kind sicher nicht benutzt haben, oder wie hat man diese Feststellung treffen können?


    Hallo zusammen,

    es gibt zwar schon Gattungen bzw. Gruppen, bei denen Geschmacksproben Sinn machen (z. B. Galli versus Steini, Grünblättriger versus Rauchblättriger Schwefelkopf, scharfe versus milde Täublinge). Bei Amanita wäre das dagegen gefährlicher Unsinn. Was will man denn durch eine solche Probe rausfinden? Der Grüne Knolli schmeckt z. B. nach den Aussagen Vergifteter ziemlich lecker, auch Fliegenpilze haben angeblich einen recht guten Geschmack. Scharfe oder bittere Amaniten gibt es auch nicht, also worin soll der Sinn einer Amanita-Geschmacksprobe liegen?

    FG

    Oehrling

    Gegenfrage, hast Du schon einmal persönlich eine Geschmacksprobe von einer Perle und einem Panther genommen?==Gnolm5 Ich schon, da mein Vater mir früh die Verwechslungsmöglichkeit mit einem sehr schmackhaften Speisepilz und seinem sehr gefährlichen "Doppelgänger" beigebracht hat. Es gibt durchaus einen geschmacklichen Unterschied zwischen den beiden Arten. Zugegeben der wird von den einzelnen Individuen unterschiedlich wahrgenommen, so wie das auch beim Geruch und Farbempfinden ist.

    Das ist aber nicht der Punkt,==Gnolm19 auch ist es nicht einmal notwendig den Panther zu probieren, sondern wenn man sicher ist eine Perle vor sich zu haben, sollte man eine Kostprobe nehmen. Wenn man dies öfter tut, prägt sich der individuelle Geschmack ein. Wenn dann wieder in einem Zweifelsfall die Geschmacksprobe anders ausfällt, ist es ein gutes Merkmal den FK sicherheitshalber zu verwerfen.

    Ich möchte noch einmal betonen, dass ich nur ein alter Speisepilzsammler bin und keineswegs die neuen Erkenntnisse der Mykologen und Chemiker in Frage stellen will. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass eine übertriebene "Angstmache" nicht nur überflüssig, sondern auch schädlich sein kann.

    Die Hinweise auf Gefahren im Umgang mit Pilzen sind ebenso richtig wie wichtig, aber sollten nicht dazu führen, dass Angst den Umgang bestimmt, sondern optimierte Vorsicht und angepasstes Verhalten, wie o. beschrieben.==Gnolm8

    LG Mischa

  • Hallo zusammen, im Pilzkurs habe ich von Andreas Gminder gehört, dass bei einem Mädchen schon Blutveränderungen festgestellt worden sind, nachdem sie lediglich eine Lamelle Knollenblätterpilz im Mund hatte. Oehrling hat schon die Frage nach der Sinnhaftigkeit gestellt. Auf alle Fälle ist es gefährlich und deshalb sollte man auf Geschmacksproben bei Wulstlingen generell verzichten.

    Sorry, aber das würde ich mal in den Bereich der Fake News verorten wollen. Hörensagen ohne Beleg ist immer kritisch zu betrachten. Das Mädchen müsste schon sehr jung gewesen sein und die Lamelle verschluckt worden sein, damit das Kind eine körperliche Reaktion erhält, auf deren Grund eine Untersuchung erfolgt ist, die ein derartiges Ergebnis zeitigte. Denn als Versuchsobjekt wird man das Kind sicher nicht benutzt haben, oder wie hat man diese Feststellung treffen können?

    Hallo Mischa,

    1. der Fall ist belegt.

    2. Ja, das Mädchen war sehr jung.

    3. Das Kind war vorsorglich zur Beobachtung im Krankenhaus, da die Eltern feststellen mussten, dass das Kind eine Lamelle eines Pilzes in den Mund genommen hatte, bei dem es sich um Amanita phalloides handelte.

    4. halte ich Andreas Gminder nicht für einen Menschen, der es nötig hat, FakeNews zu verbreiten

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


    Hier im Forum gibt es grundsätzlich keine Verzehrfreigaben.

    Pilzsachverständige findest du hier.

  • Hallo Mischa,

    1. der Fall ist belegt.

    O.K. dann führe auch bitte diesen Beleg hier an, damit alle mitlesenden und interessierten Freunde diesen Beleg prüfen, nachvollziehen und für sich bewerten können.

    Verstehe mich bitte nicht fasch, ich will Herrn Gminder keinesfalls eine absichtlich unrichtige Behauptung unterstellen, allerdings halte ich es für mehr als unwahrscheinlich, dass sich ein Kind an den Sporen eines Knollis so vergiften kann, dass eine Blutuntersuchung notwendig wurde, die das von Dir beschriebene Ergebnis erbracht hat.

    Dass Du dies sicherlich nicht aus der Hüfte heraus machen kannst, leuchtet uns allen ein. Also lass Dir Zeit und schreibe Herrn Gminder an, damit er uns den Beleg liefern kann. Das würde bestimmt hier viele Pilzfreunde aber sicher auch die Experten interessieren.

    LG Mischa

  • Hallo Mischa


    So, wie ich den Sachverhalt verstehe, waren nicht die Sporen des Knollis das Problem. Sobald man etwas in den Mund steckt und dies mit dem Speichel in Berührung gerät, beginnt im Prinzip schon der Verdauungsprozess. Die ersten, leicht löslichen Stoffe werden herausgezogen und somit wird dieses Etwas für die weitere Verdauung vorbereitet. Im Falle des Knolli werden eben auch die gefährlichen Amanitine zum Teil schon herausgelöst und gelangen über die Schleimhäute direkt ins Blut. Das sollte bei einem kleinen Kind durchaus reichen, um Veränderungen im Blut auszulösen.


    LG Matthias

    98 PC vorm APR 2021

    - 10 PC Startgebühr APR 2021

    + 4 PC zweitschnellster Jokerverballerer

    + 4 PC glatter Zwanzger

    + 4 PC lustiger Hiasl

    + 9 PC viertbester Zaunphahl

    = 109 Pilzchips



    Ohne den Pilz selbst in der Hand gehabt zu haben, ist eine 100%ige Bestimmung nie möglich. Keine Verzehrfreigabe übers Internet. Die gibt es nur beim Pilzsachverständigen/-berater/-kontrolleur vor Ort.

  • Hallo Mischa


    So, wie ich den Sachverhalt verstehe, waren nicht die Sporen des Knollis das Problem. Sobald man etwas in den Mund steckt und dies mit dem Speichel in Berührung gerät, beginnt im Prinzip schon der Verdauungsprozess. Die ersten, leicht löslichen Stoffe werden herausgezogen und somit wird dieses Etwas für die weitere Verdauung vorbereitet. Im Falle des Knolli werden eben auch die gefährlichen Amanitine zum Teil schon herausgelöst und gelangen über die Schleimhäute direkt ins Blut. Das sollte bei einem kleinen Kind durchaus reichen, um Veränderungen im Blut auszulösen.


    LG Matthias

    Genauso hatte Andreas das erklärt, Matthias. Und nach meiner Erinnerung hat er sich hier im Forum auch schon zu genau diesem Sachverhalt geäußert. Ich weiß nur nicht mehr in welchem Beitrag. Einfach alle mal durchlesen, Mischa. Nein im Ernst. Andreas steckt gerade in der stressigsten Zeit des Jahres. Nach der Saison schreib ich ihn gern einmal an.

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


    Hier im Forum gibt es grundsätzlich keine Verzehrfreigaben.

    Pilzsachverständige findest du hier.

  • Also lass Dir Zeit und schreibe Herrn Gminder an, damit er uns den Beleg liefern kann.

    Hallo,


    das Blutbild hätte ich auch gerne gesehen, und welche Werte da wie weit außerhalb der Norm abgedriftet sind.


    Den Namen der Patientin und des Labors könnte man ja schwärzen.


    Aber der Andreas Gminder muss sich ja nicht rechtfertigen. Wenn er das so berichtet wird es schon stimmen. Er hat es ja nicht nötig, sich so etwas aus den Fingern zu saugen.

  • Hallo Gemeinde,

    ist ja alles nicht falsch was ihr schreibt, aber um einen Vorgang beurteilen zu können muss man halt alle Umstände kennen. Wenn man eine Behauptung aufstellt, ohne die genauen Umstände zu schildern, dann entsteht schnell ein falscher Eindruck, auch wenn man dies gar nicht wollte. Der erste Thread von Claudia, vermittelte den Eindruck, dass schon eine Lamelle der Grünen Knolle in den Mund genommen, bei einem Kind eine Vergiftung zeitigt. Das kann der Knolli nicht (meine Behauptung).

    Hallo zusammen, im Pilzkurs habe ich von Andreas Gminder gehört, dass bei einem Mädchen schon Blutveränderungen festgestellt worden sind, nachdem sie lediglich eine Lamelle Knollenblätterpilz im Mund hatte. Oehrling hat schon die Frage nach der Sinnhaftigkeit gestellt. Auf alle Fälle ist es gefährlich und deshalb sollte man auf Geschmacksproben bei Wulstlingen generell verzichten.


    Deshalb meine Bitte, uns die genauen Umstände und konkreten Ergebnisse zu benennen. Kann es sein, dass die Eltern des Kindes beobachteten, wie das Kind eine Kostprobe vom Grünen nahm, sofort reagierten und das Kind zumindest ein Teil (Lamelle) wieder ausgespuckt hat. Die Eltern dann vorbildlich handelten und das Kind in ein Krankenhaus fuhren. Dort haben die Ärzte dann vorsorglich ein Blutbild gefertigt und dann, welche Veränderungen festgestellt?==Gnolm5

    Wichtig auch zu wissen, ob das Kind überhaupt zu irgend einer Zeit Vergiftungssymptome aufwies und wenn ja, welche und wie schwer. Amatoxine und Phallotoxine sind ohne Zweifel starke Pilzgifte, aber sie sind in ihrer Wirkung lange kein Arsen, Zyankali oder Nowitschok.==Gnolm1

    Deshalb den Ball immer schön flach halten. Reißerische Aussagen, egal welcher Art, erzeugen bei mir immer Magenschmerzen, auch ganz ohne Toxine.==Gnolm7


    Möchte abschließend nur nochmal feststellen, dass es mir völlig fern liegt unserer Claudia oder Herrn Gminder, irgendetwas zu unterstellen oder ihnen gar zu nahe zu treten. Es geht mir nur um die reale Schilderung der Ereignisse, um den von Claudia benannten Vorfall und eine realistische Einschätzung der „Risiken“ von Kauproben.


    So, und jetzt schleppe ich meinen Astralkörper zu meiner Minibar und schenke mir einen Irisch-Malt ein, der – sehr zum Leidwesen meines Kardiologen – mein Blutbild verändern wird, aber meine Laune auch.==Gnolm8

    LG Mischa

  • Hallo Mischa,

    jetzt mal Tacheles: da Claudia und ich Pilzsachverständige sind, ist es unsere Pflicht, vor einer Kostprobe innerhalb der Gattung Amanita zu warnen. Unter Pilzsachverständigen ist unsere hier vertretene Auffassung Konsens und ist nicht weiter belegbedürftig. Was du mit diesen Informationen anfängst, ist selbstverständlich deine Sache. Genauso selbstverständlich darfst du weiterhin deine Amaniten kosten, wir haben unsere Pflicht mit der Warnung bzw. dem Abraten getan. Dass selbst der Perlpilz, für den du eine Kostprobe zur Abgrenzung vom Pantherpilz vorschlägst, roh giftig ist, ist dir ja sicherlich auch bekannt.

    Freundliche Grüße

    Oehrling

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

  • Hallo Mischa,

    jetzt mal Tacheles: da Claudia und ich Pilzsachverständige sind, ist es unsere Pflicht, vor einer Kostprobe innerhalb der Gattung Amanita zu warnen. Unter Pilzsachverständigen ist unsere hier vertretene Auffassung Konsens und ist nicht weiter belegbedürftig.

    Ah, jetzt verstehe ich Euch und danke für die Klarstellung, über den Grund Eurer rigorosen Ablehnung von Kostproben bei der Gattung Amanita. Das Ihr nur gemäß Eurer Funktion hier gewarnt habt, war mir so nicht klar und selbstverständlich ist hier niemand belegpflichtig, auch kein PSV. Aber es wäre doch schon hilfreich, wenn Ihr Eure Warnung belegen würdet, weil hier ja viele Laien – so wie ich – mitlesen, die gerne die Gründe dafür nachvollziehen möchten.==Gnolm8

    Jetzt muss ich mir noch einen Single Malt holen, damit ich sachlich bleibe.==Gnolm7


    Sicherlich ist Euch deshalb auch bekannt, dass die Pilzgifte in dieser Gattung sehr unterschiedlich sind. Weswegen es mich schon wundert, dass die Grünen Knollen – mit ihren Toxinen Amatoxin und Phallotoxin – die somit in einer anderen Liga spielen - als Beispiel in diesen konkreten Fall angeführt werden. Hier war doch die Ausgangsfrage Perle oder nicht Perle.

    Die Verwechslungspartner sind – und das dürfte doch allgem. Konsens sein – der Graue Wulstling und der Panther. In ersten Fall würde sich lediglich eine geschmackliche Enttäuschung einstellen(meine Geschmacksempfindung), aber im zweiten Fall könnte sich je nach zugenommener Menge und Individuen ein Drama abspielen. Wir diskutieren hier also nicht die Gruppe Amanita, sondern Perle versus Panther.

    Der Panther, mit seiner Ibotensäure, die durch Lagerung und höhere Temperaturen, mit Decarboxylierung Muscazon erzeugt, also ein psychotropes Alkaloid, welche unsere älteren Vorfahren schon bei bestimmten Anlässen, als Halluzinogen nutzten und heute wahrscheinlich eine unerwünschte Renaissance erfährt, bedarf einer ungleich höheren Dosierung, um den Grad homöopathischer Gefährdung zu erreichen, als dieses beim Grünen Knolli und dessen Toxinen der Fall ist.

    Will sagen, dass wir darauf achten müssen zu differenzieren, damit wir nicht in dem Bestreben einen Leitfaden zu finden, zur Schematisierung neigen, was nicht nur für einen normal Sterblichen, sondern auch für die PSV, ein nicht zielführender Weg wäre.

    Genauso selbstverständlich darfst du weiterhin deine Amaniten kosten, wir haben unsere Pflicht mit der Warnung bzw. dem Abraten getan. Dass selbst der Perlpilz, für den du eine Kostprobe zur Abgrenzung vom Pantherpilz vorschlägst, roh giftig ist, ist dir ja sicherlich auch bekannt.

    Freundliche Grüße

    Oehrling

    Das brauche ich heute schon lange nicht mehr, meine Perlen erkenne ich inzwischen auch so. Aber für viele Pilzfreunde, die noch nicht so viele Jahrzehnte Speisepilze sammeln wie meine brandenburger Freunde und ich, sollte mein Hinweis eine Hilfe sein.

    Und natürlich ist Dir auch bekannt, dass die Mehrzahl unserer Speisepilze - bei entsprechender Menge - roh genossen toxisch wirken. Inclusive des Steinpilzes, aber dies ist Dir als PSV selbstverständlich geläufig.


    Jetzt hole ich mir den dritten Single-Malt, den habe ich mir doch verdient, oder?==Gnolm7==Gnolm8

    LG Mischa