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letzter Beitrag von Bernhard am

Schwefelporling auf Nadelholz?

  • Hallo!


    Heute hat meine Freundin diesen Porling beim gemeinsamen Schwammerlsuchen entdeckt.

    Für mich ein Schwefelporling. Was mich stutzig macht ist das Substrat. Es war ein Nadelholzstumpf, ich dachte der wächst nur auf Laubholz.

    Ich hab dann im Pareys Buch der Pilze nachgeschaut. Bon schreibt dass er in Einzelfällen auch auf Nadelholz wächst.

    Später fiel mir dann ein, dass es ja eine Art oder Varietät geben soll die in Höhenlagen auf Lärche wächst.

    Der Fund wurde auf ca. 900 m.ü.A. gemacht.

    Meiner Meinung nach war das Substrat Fichte, aber der Stumpf war schon recht vermodert. Vielleicht doch Lärche?


    Hier die Fotos. Vielleicht fällt jemandem was dazu ein.


    LG Bernhard

  • Hallo Bernhard,

    der Schwefelporling ist ein so aggressiver Parasit, dem ist grundsätzlich egal, welchen Baum er besiedelt. Findet man ihn auf Nadelholz im Gebirge, kann es auch diese spezielle Nebenart Hochgebirgs-Schwefelporling sein (den wissenschaftlichen Namen habe ich gerade nicht parat, ebensowenig worin die mikroskopischen Unterscheidungsmerkmale liegen). Vor Jahren fanden wir auch so einen am Prebersee bei Tamsweg (Grenzgebiet Salzburg - Steiermark), der wurde später auf der dazugehörigen Myko-Tagung von einem Experten als Hochgebirgs-Schwefelporling bestimmt.

    FG

    Oehrling

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

  • Hallo Oehrling,

    danke für deine Antwort.

    Wenn ich dich richtig verstanden habe, ist der Fruchtkörper für dich ein Schwefelporling (entweder die Gebirgsvarietät oder auch der normale). Oder bestehen hier Zweifel?

    Die Fotos sind etwas rötlich geraten, oder ist es nur mein Notebookmonitor? In Wirklichkeit war die Oberseite jedenfalls satt orange-gelb.

    LG Bernhard

  • Hallo,

    Ja , die Fotos sind sehr rötlich betont.

    Da dies aber auch schon an der Nadelstreu zu sehen ist , rechnet man sich das geistig raus.

    Gruß

    Norbert

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    Pilzchips = 100 -5 APR 2015 +12 APR 2016 = 107 -7 Für APR 2017 = 100 + 5 APR 2018 =105 +5 APR 2019 =110+6 APR 2020=116
    Pilzbestimmung im Netz ist keine Essfreigabe

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  • Hallo,


    ich habe den schon häufig an Fichtenstümpfen gefunden und finde das daher nicht verwunderlich. Ob es sich dabei um Laetiporus montanus handelt kann ich nicht beurteilen. Ob man die Höhe von ca. 400m sich schon als Gebirge bezeichnen kann weiß ich auch nicht. Das einzige was ich wirklich von meinen Fichtenfunden weiß ist dass die überhaupt nicht schmecken.


    VG Jörg

  • Grüß euch,

    ist Laetiporus montanus eine seltene Art? Falls ja, würde es sich eventuell lohnen den Fruchtkörper nochmals aufzusuchen und ein Exsikkat von der ÖMG bestimmen zu lassen. Der Fund ist auf ca. 900m (nicht 400) gemacht worden, und in der Steiermark, AT.

    LG Bernhard

  • Hallo zusammen,


    B. Rivoire gibt in seinem aktuellen Porlingsbuch auch Picea als Wirt für L. montanus an. Er schreibt aber auch, daß es mikroskpisch und makroskopisch praktisch unmöglich ist, die Arten zu trennen. Es gibt nur einen marginalen Unterschied in der Sporengröße: (5.8-)6.0-8.0(9.0) x (3.8-)4.0-5.0 für L. montanus und (5.3-)5.4-6.4-7.4(-7.9) x (3.6-)3.9-4.7-5.6(-5.9) für L. sulphureus.


    Björn

  • Grüß euch,

    ist Laetiporus montana eine seltene Art? Falls ja, würde es sich eventuell lohnen den Fruchtkörper nochmals aufzusuchen und ein Exsikkat von der ÖMG bestimmen zu lassen. Der Fund ist auf ca. 900m (nicht 400) gemacht worden, und in der Steiermark, AT.

    LG Bernhard

    GriasDi Bernhard,

    wenn Du einen Bezug zur ÖMG, z.B. zur Irmgard oder zum Gernot, dann mach einen schonend getrockneten Beleg. Ich könnt mir schon vorstellen, dass da Interesse an einer Sequenzierung besteht.

    Ich hab übrigens noch nie einen Schwefelporling an Nadelholz gefunden, aber einmal an Eibe.

    An liabn Gruaß,

    Werner

  • Hallo Werner,


    wenn ich wieder dort vorbeikomme und der Fruchtkörper noch da ist (ich denke bei einem Porling habe ich etwas Zeit) werde ich einen Teil mitnehmen, trocknen und dann mit Irmgard Greilhuber in Kontakt treten. Vielleicht will sie ihn ja sequenzieren.


    LG Bernhard

  • Servus!


    Auch angesichts der Sporenangaben von Bernard Rivoire beschleicht mich wieder der Verdacht, daß das Augenmerk bei diesen beiden Arten mal auf den Sporenquotienten zu lenken wäre - mit den üblichen Einschränkungen (Sporen von reifem Fruchtkörper, idealerweise Abwurf etc.). Das könnte eventuell aufschlussreicher sein als die absoluten Maße in diesem Fall. Aber dazu braucht es natürlich Sequenzen von gut dokumentierten Funden... Einschließlich Einer statistisch verwertbaren Menge an Sporenmessungen.
    Vielleicht ist ja Laetiporus montanus ja gar nicht so selten und gar nicht auf Höhenlagen im Gebirge beschränkt?
    Wenn alle Falachland - Funde an Nadelholz generell ohne weitere Untersuchung als Laetiporus sulphureus notiert werden (kein Vorwurf, weil ich mich selbst ja bisher auch bei Nadelhozfunden im planaren bis collinen Bereich nie drum gekümmert habe), dann fehlt vielleicht einfach die Datengrundlage? Also morphologische Beobachtungen in Kombination mit regelmäßigeren Sequenzierungen?

    In so fern hoffe ich natürlich, daß der Fund bei der ÖMG sequenziert werden kann und bin mal gespannt, was raus kommt.



    LG, Pablo.

  • Hallo Pablo!


    Ich bleibe dran!

    Ich kann allerdings nicht sagen wann ich wieder dort vorbeikomme. Der Fund ist eine halbe Stunde Autofahrt und dann noch eine gute halbe Stunde Fußmarsch von mir entfernt. Derzeit bin ich ziemlich eingespannt :-(

    Wenn ich dort wieder vorbeikomme und er noch da ist, trete ich sicher mit Irmgard Greilhuber in Kontakt diesbezüglich.


    LG Bernhard

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