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letzter Beitrag von Bibliothekar am

Literatur

  • Hallo Pilzfreunde,

    seit ich hier auf dem Forum bin bin ich beeindruckt von den Kenntnissen einiger.

    Da komme ich mit meinen Bestimmungsbüchern nicht hinterher:|. Deshalb die Frage:


    Gibt es Standartliteratur für...

    1. Pilzmikroskopie?

    2. Chemische Bestimmung?

    3.Tiefere Biologie und Ökologie

    4. Bestimmte Familien und Gattungen (Vertiefung)?


    Oder ist das total verstreut und muss selber mit der Zeit zusammengesammelt werden:/?


    Womit arbeitet ihr denn so?

    Ich habe bisher nur "Grundkurs Pilzbestimmung, Rita Lüder", "Handbuch für Pilzsammler, Andreas Gminder", und "Der Große Blv Pilzführer, Ewald Gerhard".


    Freue mich auf eure Antworten:)


    Liebe Grüße,

    Daniel

  • Hallo Daniel,


    die Kenntnisse basieren bei manchen auf jahrzehntelanger Beschäftigung mit den Pilzen, ich selbst z. B. mühe mich in der Pilzbestimmung seit 45 Jahren, das ist bei anderen Forumsteilnehmern bestimmt ähnlich. Also das wichtigste: einen langen Atem haben, nicht zu früh zu viel wollen, erstmal auf sich statt auf die anderen gucken, und vor allem: das, was man so mitbekommt, im Gedächtnis behalten und nicht schnell wieder vergessen.


    Deine Literatur sollte zu deinen Ansprüchen passen. Du setzt dir selber Ziele, und dann schaust du, dass du die dazu passende Literatur anschaffst. Spezialliteratur ist teuer, manchmal extrem teuer. Willst du nicht mikroskopieren, brauchst du die mittlerweile antiquarische, hunderte Euro teure Mikroskopieranleitung nicht. Willst du dich nicht auf Cortinarius spezialisieren, brauchst du die tausende Euro teure Cortinariusliteratur nicht. Willst du nur gelegentlich Speisepilze sammeln, langt ein 300-Arten-Pilzbuch für 20 Euro, wie es massenweise im Buchhandel angeboten wird. Also müsstest du für eine qualifizierte Beratung offenlegen, wo deine Ziele sind, zumindest müsstest du dir selber darüber klar werden. Mit den Büchern, die du genannt hast, kommst du meiner Meinung nach mindestens aufs Pilzberaterlevel.


    zu 1) google mal nach den Autoren ERB/MATHEIS und CLEMENCON

    zu 2) wird im ERB/MATHEIS ebenfalls abgehandelt, die Inhalte des CLEMENCON kenne ich selber nicht

    zu 3) meiner Meinung nach führend: G.J. KRIEGLSTEINER (Hrsg.), Die Großpilze Baden-Württembergs, Band 1 - 5

    zu 4) bitte im myko-shop.de stöbern, was da alles verfügbar ist; es gibt wohl kaum eine Großgattung (mit Großgattung meine ich die Auffassung von Gattungen vor der Splittungsära), zu der es nicht auch eine Monographie gibt


    FG

    Oehrling

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

  • Hi,


    zu 3. hat Marius Seiler einen sehr schönen Artikel im Tintling Heft 124 geschrieben. Den gibts online hier:


    http://tintling.com/artikel/pilze


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Hallo,

    aus meiner Sicht bis zu einem bestimmten Niveau noch wichtiger als sich alleine durch Literatur oder gar Bestimmungsschlüssel -oft ins dortige Nirvana- zu kämpfen:

    Nimm bei jeder Gelegenheit an Kursen, Exkursionen etc. teil und löchere die Profis mit Fragen! Auch beim Mikroskopieren musst Du nicht alle Tricks selbst erst noch einmal erfinden :) Unter entsprechender Anleitung kommst auch bei der Pilzbestimmung meist eher an ein plausibles Ziel als alleine, und mehr Spass macht die Beschäftigung mit Pilzen in Gesellschaft netter Menschen ja auch oft.

    Schöne Grüße und viel Spaß

    Eberhard

    Chiprechnerei:

    284 (Zeitrechnung < APR 2020), minus 30 (APR-Teil-(und Aus-)nehm-Gebühren) =254

    - 3 ("Top-10-wette" mit Hans) = 251.

    Nun +5 (Platz 10 geteilt) +5 (schnellstes 3-Joker-Ziehen) +5 (schnellstes Alle-Joker-Loswerden) +5 (Phählhellseherei, dank Habicht!) = 271 ...Minus2 fürs FFPR = 269

    ...sic transit gloria unki...

  • Hallo Daniel,


    dieselbe Frage bezüglich der Literatur habe ich mir auch schon gestellt. So wirklich allgemeine Einführungen in die Mykologie (z.B. für Erstsemester oder sowas wie "Mykologie für das Nebenfach" wie ich es aus der Chemie kenne) scheint es nicht zu geben. Von daher würde ich mich Eberhard anschließen (Kurse, Exkursionen etc. und Experten löchern).

    Persönlich finde ich für den Anfang "Der Tintling" ganz gut, da man hier z.B. Artenprotraits findet und auch einige Sachen zusätzlich erklärt werden, die man nicht unbedingt in einem Fachbuch/Aufsatz findet, da diese i.d.R. vieles voraussetzen. Zudem habe ich mir das "Wörterbuch der Mycologie" von Dörfelt zugelegt, so dass ich bei Bedarf mal ein Fachwort nachschlagen kann.


    LG Andreas

  • Hi,


    dieselbe Frage bezüglich der Literatur habe ich mir auch schon gestellt. So wirklich allgemeine Einführungen in die Mykologie (z.B. für Erstsemester oder sowas wie "Mykologie für das Nebenfach" wie ich es aus der Chemie kenne) scheint es nicht zu geben.

    Doch ;) Ist allerdings etwas veraltet...


    Pilze - Eine Einführung | J. Webster | Springer


    Weiterhin gibts noch gute Publikationen von Prof. Meike Piepenbring. Sie hat ein sehr schönes mykologisches Grundlagenwerk geschrieben (kleine Einschränkungen: über tropische Pilze und englischsprachig). Hier mal ein Link zu weiterführenden Materialien


    Goethe-Universität — Digitale Lern- und Lehrmaterialien zur Mykologie?


    Die Fachberaterkurse, insbesondere den Einsteigerkurs bei Hermine kann ich auch jedem Interessierten, der tiefer in die Mykologie eintsteigen will, empfehlen.


    Fachberater Einstiegskurs; eine Zusammenfassung


    Ansonsten bleibt noch der verlinkte Artikel oben. ;)


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Hallo,


    ich empfehle aber auch immer Ibsens Spruch mit dazu.


    "Man schlinge Wissen nicht wie Grütze,

    Man nehme nur was einen nütze."
    Quelle: Ibsen, Peer Gynt, 1867


    Man wird aber ohnehin niemals für jede Frage das richtige Buch im Regal haben können. Wichtig ist auch, nach Wissen richtig zu suchen.


    Beste Grüße

    Stefan

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