Beiträge von Lütte

    Moin,


    der Maipilz ist im allgemeinen kein Anfängerpilz, d.h. als unerfahrener Pilzsammler würde ich die mir mal in natura von einem erfahrenen Sammler zeigen lassen. Es besteht theoretisch die Verwechslungsgefahr mit Risspilzen, Riesenrötling und weißen Trichterlingen. Das sind alles keine Pilze, die in einem Gericht landen sollten, denn es gibt hier durchaus auch tötliche Ausgänge. Pilze mit weißen Lamellen sind keine Anfängerpilze und bedürfen einer größeren Erfahrung.


    Der Riesenrötling produziert in der Regel recht stämmige/große Fruchtkörper, liebt eher wärmebegünstigte Standorte. Im jungen Zustand hat er gelbliche Lamellen, die sich im Alter rosa verfärben. Der Geruch ist mehlartig (riecht aber m.E. anders als der Maipilz; die Sache mit den Pilzgerüchen braucht aber auch Erfahrung -> z.B riechen angetrocknete Pilze oft nicht). Die Chance, ihm im zeitigen Frühjahr zu finden, ist eher gering. Kann man aber nicht ausschließen.


    Die Risspilze bilden kleine bis mittelgroße Fruchtkörper, haben braunes Sporenpulver, oft eine kleine Knolle an der Stielbasis und riechen wie im Fall vom Ziegelroten Risspilz (Hauptverwechslungspartner) spermatisch. Sie sind radialfaserig, d.h. von der Hutmitte ausgehend zum Rand hin (vgl. Speichen eines Rades) sieht man kleine "Striche"/Fasern. In diese Richtung reißen die Hüte auch gerne auf (->Rißpilz). Gerade junge Ziegerote Rißpilze können reinweiß (wie ein Maipilz) erscheinen. Die Rötung tritt erst beim Altern ein.


    Gerade unter den weißen Trichterlingen gibt es einige tödlich giftige. Sie haben weißes Sporenpulver. Hier gibt es einfach zu viele.....Sie werden zudem mit dem Mehlräßling im Herbst verwechselt. Aber das ist ein anderes Thema.......


    Der Maipilz hat weißes Sporenpulver, eng stehende Lamellen (sehr gedrängt). Sie sind am Stiel gerade oder auch ausgebuchtet angewachen. Er bildet kleine bis mittelgroße FK. Der Geruch wird als mehlig bis gurkig bezeichnet. Zudem gibt es eine Variante mit gelben Hut. Er bevorzugt kalkhaltigen Untergrund.


    LG, Lütte

    Hallo Thomas,


    die unteren Bilder zeigen Böhmische Verpeln. Schimmlige wie auch zu alte Fruchtkörper sollte man immer stehen lassen, denn sie bergen immer die Gefahr einer Lebensmittelvergiftung. Die Verpeln sind zwar mehr oder weniger über ganz Deutschland auf kalkigen Boden anzutreffen, jedoch würde ich sie nicht als häufig bezeichnen. Würde ich sie im nördlichen Niedersachen finden, dann würde ich sie schonen. Ein Mittelweg wäre z.B. bei Massenaukommen einige für`s Probieren zu sammeln.

    Da ich sie bisher nicht gegessen habe, kann ich zum kulinarischen Wert nicht viel sagen. Im amerikanischen Raum werden sie als "false morels" bezeichnet und nicht so hochwertig wie die gelben Morcheln angesehen.

    Die Spitzmorcheln gehören zu den Frühstartern unter den Morcheln und kommen oft schon vor den Verpeln und auch Morchelbecherlingen. Kommen sie an denselben Stellen? Jein. Die Spitzmorchel als solche gibt es nicht. Vielmehr sind es verschiedene Arten, die auch an die Ökologie unterschiedliche Ansprüche haben. Mein erster Fund war auf saurem Boden bei Pappel, immer wieder findet man sie bei Fichte (sauer Boden). Andere Pilzfreunde haben sie bei Esche (basischen Boden) gefunden.


    LG, Lütte

    Guten Morgen Steffen,


    ich denke mal in puncto Mikroskope hast Du viele gute Tipps bekommen. An für sich ist es eine sehr spannende Sache, die neue Möglichkeiten und Einblicke bietet. Als ich vor etwas mehr als einem Jahr damit angefangen habe, war ich allerdings etwas blauäugig und dachte, damit sind jetzt alle Bestimmungsprobleme gelöst...... :gomg: Manche bestimmt, aber es kommen auch neue hinzu :P


    Zu den PdS: Es sind schöne Bücher, die man sich u.a. wegen der Mikrospie zulegt. Leider sind dort auch ein paar Fehler in den Werken. Zudem sollte man wissen, das die angegebenen Sporengrößen nur zu der gefundenen Kollektion gehören und nicht die Werte von mehreren sind. So lässt man sich schnell mal fehlleiten.


    LG, Andreas

    Vielen Dank für Eure Hilfe und Hinweise :)


    Zitat von Habicht

    Eine willkommene Abkürzung für die Bestimmung auf S. austriaca sind (für mich) die Paraphysen,

    Vielleicht muss ich die nochmal suchen. Leider habe ich sie unterm Mikro nicht gefunden, aber dass heißt nichts, denn hier habe ich noch Nachholbedarf.


    LG, Lütte

    Hallo liebes Forum,


    am letzten Wochenende habe ich bei einem kleinen Bach kleine rote Becher der Gattung Sarcosypha gefunden. Das Holz, auf dem sie wuchsen, habe ich mir leider nicht näher angeschaut. In unmittelbarer Umgebung standen Erle und Buche. Reife Sporen hat er natürlich noch nicht produziert, deswegen habe ich ein Stück Expiculum aus dem Übergang zum Stiel entnommen. Die Haare von austriaca sollen im Vergleich zu coccinea "korkenzieher-artig". Auf meinem Mikrofotos sind sie gekrümmt, was mich zu austriaca tendieren lässt, aber korkenzieher-artig sind sie für mich nicht. Was meint ihr dazu?


    LG, Lütte

    Hallo Jo,


    die Streuobstwiesen sollten nicht stark bewirtschaftet sein. Am besten ist es, wenn schon länger nicht mehr bewirtschaftet wurden, d.h. nicht gemäht wird und auch das Fallobst liegen bleiben darf. Die Morcheln lieben zwar vom Menschen veränderte Stellen, jedoch sollte die Störung ein bisschen in der Vergangenheit liegen. Zudem sollte sie auch nicht gedüngt sein, was oft viele Wegränder mit Obstbäumen ausschließt.


    LG, Lütte

    Guten Morgen liebes Forum,


    ich bin auf der Suche nach dem Titel "Die Gattung Helvella in Europa unter besonderer Betonung der im Norden vorkommenden Arten" von Henry Dissing. Kann mir da jemand weiterhelfen? Vielleicht gibt es ja einen link oder ähnliches. Darüber würde ich mich sehr freuen.


    LG Andreas

    Hallo Martin,


    die ersten drei Bilder sind sehr wahrscheinlich C.virgineus. Eine Verwechslungsmöglichkeit wären in dem Fall weiße Schnecklinge, die haben meines Wissens nach aber keine Anastosmosen, wie sie auf dem vierten Bild (kleine Adern zwischen den Lamellen) gut zu erkennen sind. Auf Bild 4 wird eine der zwei etwas dunklere Varietäten von C.virgineus sein (->C.virgineus var. ochroceopallida). C.virgineus kann manchmal auch rote bis pinke Flecken und eine Kokosgeruch aufweisen, was von einem Pilzbefall herrührt. Die farbigen Flecken sind die Konidien des Parasiten. Der Juchtenellerling ließe sich durch dessen lederartigen Geruch sicher von C. virgineus abtrennen.

    Die Tricherlinge kannst Du anhand der viel enger stehenden Lamellen ausklammern.


    LG Lütte

    Hallo Anton,


    Stockschwämmchen und einige andere Arten (z.B. Grünblättrige Schwefelköpfchen) sind sogenannte Dauerfruktifizierer, d.h. sie können bei geeignetem Wetter das ganze Jahr erscheinen. Das unterscheidet sie von vielen anderen Arten, die nur zu einer bestimmten Jahreszeit erscheinen (z.B. Morcheln und co). Allerdings kommen gerade bei sehr mildem Wetter im Spätherbst natürlich auch die Gifthäuptlinge durchaus noch vor.


    LG,Lütte

    Hallo,


    scheinbar kann man ganze Foren abonnieren, zumindest suggeriert es der Unterpunkt bei den Einstellunge zu den Benachrichtigungen. Kann man ein ganzes "Unterforum" abonnieren bzw. wie ginge das?


    Vielen Dank für Eure Hilfe und liebe Grüße


    Lütte


    Bilder

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    Vom Bild her könnte das R. mustelina sein, könnte aber auch R.intergra sein. Wie sieht es mit dem Fundort aus? Begleitbäume? Höhenmeter? R. mustelina kommt im Flachland nicht vor und hat, wie oben erwähnt, einen sehr harten Stiel.

    Für eine halbwegs mögliche Bestimmung der Täublinge brauchts neben dem Geschmack (bitte nur, wenn man Täublinge als solche sicher erkennt), Geruch, eine Sporenabwurf, um die Farbe nach Romagnesi zu bestimmern (hier ließen sich mustelina und integra schon unterscheiden) und die Guajak-Reaktion (siehe Artikel von Chalange, Farbe nach 8 bis 10 Sekunden).


    LG, Lütte