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letzter Beitrag von Chorknabe am

Clitocybe? Leucopaxillus?

  • Hallo,


    endlich Regen. Die Kalkwälder rund um Jena explodieren gerade und es ist eine Freude sie zu durchstreifen, nachdem der Wald den bisherigen Sommer und Herbst wirklich rascheltrocken war.


    Der folgende Fund Fund von gestern lässt mich noch etwas ratlos zurück. Gefunden im Fichtenwald auf Kalk. Wuchs in einer größeren Gruppe im Hexenring. Grundsätzlich erinnert mich die Statur, Farben und (zumindest entfernt) der Geruch an den Mönchskopf; diesen kenne ich aber nicht mit einem derartig stämmigen Stiel, außerdem fehlt der Buckel. Ein eine andere Clitocybe? Oder Leucopaxillus? Ich Freue mich über Anregungen.




  • Tach!


    EIn Mönchskopf wäre aber auch durchaus möglich.
    Den gibt es mit und ohne Buckel. Mönchsköpfe ohne Buckel werden manchmal auch als "Clitocybe geotropa var. maxima" geführt.

    Ist aber schon innerhalb eines Mycels variabel, ob ein Buckel gebildet wird oder nicht, darum würde ich da momentaan noch nicht mal Varietätsrang einräumen.



    LG; Pablo.

  • Servus. Ja, da ist was wahres dran - wieso in exotische Richtungen denken und nicht das Naheliegende annehmen? Es ist eben nur so, dass ich Mönchsköpfe ganz gut kenne und sammle - aber solche sind mir noch nicht unter gekommen. Die Möchsköpfe die mir bisher in den Korb gehüpft sind, sind trotz jungem Zustand mit ordentlich eingerolltem Hut kräftig in die Höhe geschossen. Der Stiel war stets auffällig lang und niemals so kräftig wie bei meinem Fund. Auch ältere Fruchkörper an der Fundstelle waren - für Mönchsköpfe - von eher gedrungener Statur, dazu aber dieser sehr massive (und dabei sich wattig anfühlende) Stiel.


    Am gleichen Tag habe ich an altbekannter Stelle Mönchsköpfe finden dürfen, anbei Bilder.





    Clitopaxillus alexandri ist eine gute Idee, aber mir fehlt das rechte Gefühl ob das eine ernsthafte Hypothese sein. Fundort würde allerdings gut passen.

  • Hallo an alle,


    so ausgeprägte Wasserflecken auf dem Hut kenne ich eigentlich nur von Lepista-Arten, nicht vom Mönchskopf. Den sehe ich aber nicht so oft und C. alexandri noch gar nicht.


    Zu Lepista passt aber die Ökologie nicht so gut. Für mich nicht vom Bild bestimmbar. Mikros erwünscht.


    Gruß,

    Wolfgang

  • Servus,

    Meiner Meinung nach könnte es sich schon beim Eingangspilzchen um C. alexandrii handeln. Der eingerollte Hutrand, der kurze, kräftige Stiel, die braunen Wasserflecken/Schuppen auf dem Hut---

    Hier mal ein Vergleichsbild von mir


    ist die Ähnlichkeit nicht verblüffend?


    Grüße

    Felli

  • Hi,


    ich votiere auch für Clitocybe alexandri. Ein Vergleichsbild meines einzigen Fundes der Art. Wenn man sich die etwas jünger denkt...



    Beste Grüße
    Jan-Arne

                                                                               
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  • Hallo,


    nachdem der dringende Verdacht im Raum stand, dass ich da eine zumindest nicht alltägliche Art gefunden habe, bin ich fünf Tage später nach meinem Fund noch einmal zum Fundort gegangen. Die Fruchtkörper waren nun voll ausgewachsen. Ich habe die Funde nochmal mit der Kamera dokumentiert:

    Die Wasserflecken sind bei jungen und alten Exemplar immer vorhanden. Der Stiel ist auffallend stämmig, irgendwie wattig und weist im unteren Bereich einen auffälligen weißen Basalfilz auf. All dies weißt stark auf C. alexandri hin.








    Ich habe mal das Mikroskop bemüht und mir zumindest die Sporen mal angeschaut. Diese sind nicht warzig (an die Hypothese Lepista hatte ich eh nicht geglaubt). Die Sporenmaße (muss ich nachreichen, gerade nicht zur Hand) passen ebenfalls zu C.alexandri.



    Abschließend habe ich in dem im letzten Jahr erschienene Buch "Die Großpilze Jenas" geschaut, dem ja lokale Funddaten aus mehreren Jahrzehnten zugrunde liegen. Der Buchsblättrige Trichterling wurde in diversen Exkursionsgebieten rund um Jena nachgewiesen. U.a. in zwei Gebieten die nahtlos an meinen Fundwald angrenzen.


    Alles passt zusammen, ich denke den Fund kann man nun sicher als den Clitocybe alexandri abheften.


    Schon recht aufwändig, sich so intensiv mit einem Fund zu beschäftigen, aber es macht auch Freude, die Hypothese mittels Literatur und Mikroskop zu unterfüttern. Danke nochmal an alle Hinweisgeber hier im Forum!

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