Beiträge von Loona

    Hallo Raphael,


    wenn Du an C. eugeniae denkst solltust Du die Huthaut mal unters Mikro legen. Die wurde als nodulose-koralloid beschrieben, die langen Hyphen sollten also kurze, knotige Auswüchse haben. Die Sporen von C. eugeniae sind 7-9 µm lang und ebenso boletoid wie bei Atractosporocybe. Die Art gehört also ganz bestimmt nicht zu den Clitocyben.

    Einmal mehr muss ich einsehen, dass ich von Trichterlingen keine Ahnung habe.

    zu 6. - Atractosporocybe inornata kenne ich aus Kalklaubwäldern, wie weit runter die alpine Atractosporocybe polaris kommt, weiß ich nicht, zumindest solltest Du mit letzterer vergleichen.

    zu 7. - für C. rivulosa ss.str. erscheinen mir die Sporen etwas zu schlank; mit Sicherheit etwas aus diesem Komplex, aber ich denke, da gibt es mindestens 3-5 kryptische Arten

    zu 8. und 9. - ich denke, dafür ist noch kein Name bekannt

    zu 10. auch da habe ich keine Ahnung was das sein könnte

    zu 11. das könnte durchaus C. metachroides sein, auch wenn es makroskopisch als "kleine metachroa" etwas zu kräftig aussieht; ich könnte mir aber auch etwas aus der "metachroa-Gruppe" vorstellen, z. B. C. quercina - was zu den Flaumeichen sehr gut passen würde.

    Alles in allem bin ich also wieder mal keine große Hilfe. Klar ist nur, dass es in der Gattung ss. l. noch viele Rätsel zu lösen gibt und viele Arten existieren von deren Existenz wir keine Ahnung haben.

    Verkaufe den alten Moser und kaufe Dir die beiden Gröger-Bände. Der Horak ist seinerzeit, als er rauskam, zu Recht viel kritisiert worden. Sei Dir aber bewusst, dass auch Grögers Bände eine in vielen Teilen ältere Taxonomie darstellen, aber für mich gibt es nix Besseres als diese beiden Bände.

    Pseudoclitocybe cyathiformis ist wohl ein Komplex aus mehreren Arten, dazu gehören P. beschidica Singer & Kuthan und auch P. bacillaris (Pers.) Singer und mglw. noch einige unbeschriebene. Dahin gehört der Fund sicher nicht. Aber auch P. expallens ist mglw. ein Komplex aus mehreren Arten. Die Bilder 2 und 3 hätte ich ohne weiteres damit identifiziert, die starken Stiele auf Bild 1 scheinen mir eher untypisch zu sein. P. trivialis ist mglw. eine Art, die zum Komplex um P. expallens gehört. Aber ohne eine ausführlichere Studie incl. Sequenzierung wird da wohl keine Klarheit zu erreichen sein.

    Hallo Raphael,


    sehr schöne und interessante Kollektionen!

    Und noch interessanter, dass ich für etliche davon auch keinen Namen weiß.

    Zu 1. - Vom Aussehen her fast wie C. marginella. Dazu passen aber nicht die stämmigen Stiele und die kleinen breitelliptischen Sporen.

    zu 2. - Ich denke, eine Leucocybe. Wenn es nicht L. candicans ist - was ich denke - ist auch dies eine bislang Unbeschriebene.

    zu 3. - Pseudoomphalina kalchbrenneri (Bres.) Singer- würd´ ich unterschreiben

    zu 4. - Aussehen und Geruch passen für C. marginella, allerdings sind mir die Sporen etwas zu groß - was besseres weiß ich aber nicht.

    zu 5. - auch hier k. A. - ich glaube nicht an C. agrestis.

    zu 6. Clitocyber barbularum scheint mir ok

    zu 7. wenn es nicht Spodocybe collina ist - was ich denke - dann kenne ich auch diesen Pilz nichtzu 8. ich glaube nicht, dass dass C. rivulosa ist. Schon Harmaja bemerkte, dass es um C. rivulosa einen relativ großen Komplex von versch. unbeschriebenen Arten gibt. Er sagte wörtllich: "

    Tatsächlich wollte ich bei der Beschreibung von C. ruderalis ein Beispiel für unbeschriebene Arten in der Sektion Candicantes (Quél.) Singer & Digilio geben. Bei der Überarbeitung der Gattung Clitocybe in Fennoscandia stellte sich heraus, dass es zu viele, sehr eng verwandte kleine weißliche Arten in dieser Sektion gab, um im Rahmen dieser Überarbeitung angemessen behandelt zu werden. Einige schienen einen Namen zu haben; z. B. nahm ich an, dass einige Exemplare die nordamerikanische C. truncicola (Peck) Sacc. darstellen könnte. Diese Identifizierung konnte jedoch nicht bestätigt werden (heutzutage wurde diese Art tatsächlich aus Europa gemeldet). Viele der alten Namen, die sich auf weißliche kleine Arten beziehen, sind jedoch nicht mit hinreichender Sicherheit zu identifizieren. Aber die meisten dieser Arten von Clitocyben schienen (und scheinen immer noch!) unbenannt zu sein, obwohl einige neue Arten später in Mitteleuropa beschrieben wurden. Einige, die eng mit C. candicans (Pers.: Fr.) P. Kumm. verwandt sind, wachsen in der Waldstreu. Die meisten dieser wenig bekannten Pilze sind jedoch Bewohner offener Lebensräume (Wiesen, Felder, Küsten, subalpine und alpine Pflanzengemeinschaften)." - M. E. was Unbeschriebenes.

    zu 9. Infundibulicybe glareosa - denk ich auch

    zu 10. - auch hier weiß ich wieder nichts. I. glareosa ist das m. E. nicht.

    Métrod hatte wegen des Mehlgeruchs C. cyanolens ja zunächst als Clitocybe ditopoda (Fr.) var. longispora beschrieben. Der riecht schon deutlich nach ranzigem Mehl und ich habe auf dem einzigen Standort in D, den ich kenne, öfter vergeblich den Blausäuregeruch gesucht.


    Lt. Romagnesi hat Klán, der C. collina umkombiniert und ausführlicher beschrieben hatte, eine Verschiedenheit von C. herbarum und C. collina bestätigt. Die Chinesen, die Spodocybe beschrieben hatten, hatten ja auch zwei Belege von C.trulliformis aus Europa sequenziert und mitgeteilt dass die wohl auch zu Spodocybe gehören. Da Vizzini dann zusammen mit Alvarado ud Dima sowohl Spodocybe collina als auch herbarum neben trulliformis und fontqueri umkombiniert hatten, gehe ich davon aus, dass ihnen entsprechende Sequenzen vorlagen, auch wenn diese wohl noch nicht in einer Datenbank erfasst sind. Ich hoffe da kommt bald mal eine ausführlichere Arbeit. Ich denke, dass Alvarado schon vor den Chinesen gesehen hatte, dass diese mehlig riechenden Pilze mit den weit herablaufenden Lamellen nicht zu Clitocybe gehören und als die Arbeit der Chinesen draußen war, hat man sich erst mal lediglich die neuen Umkombinationen gesichert.Allerdings kenne ich die Originalarbeit von Vizzini et al. nicht, weil die Zeitschrift fast niemand hat.

    Hallo Raphael, nach einer kleinen Odysse mit dem C-Wort, Computerklau und gecrashter Festplatte bin ich jetzt wieder da. In der Schweiz war ich nicht und musste meinen Urlaub wegen C absagen, dazu aber direkt in einer E-Mail in den nächsten Tagen mehr. Zu Deinen beiden Spodocyben: Die erste, von der Du annimmst, es sei Spodocybe collina ist Clitocybe cyanolens. Die kommt im Elsass tatsächlich vor und ist schon oft z. B. vom Bollenberg berichtet worden. Der zweite gezeigte Pilz von den beiden ist dann Spodocybe collina.

    Ich wuste gar nicht, dass es diese Anamorphe gibt, geschweige denn, dass ich so schon mal irgendwo auf einem Foto gesehen habe. Danke fürs zeigen.

    Beste Grüße - Peter

    Rhodocybe popinalis ist mit (40-60 mm Hutdurchmesser) ein Pilz, der in der Regel deutlich größer ist als die kleine Entoloma undatum mit um die 20 mm.

    Hallo, eine sehr interessante und zudem schöne Kollektion mit guten Mikrofotos und auch eine sehr interessante Diskussion.

    Vielleicht kann ich etwas beitragen, wenn ich auch nicht die Lösung liefern kann. Allemal ist es diese gut dokumentierte Kollektion wert, in ein Sequenzierungsprojekt eingereiht zu werden. Hast Du Exsikkate davon, Sandra?


    Ich würde bei allen diesen trichterlingsähnlichen Pilzen immer zuerst die Fundumstände (d. h. Biotop und Jahreszeit) betrachten. Abweichungen davon sind zwar immer mal möglich, aber, dass z. B. eine Hochgebirgsart wie I. bresadolana in Hamburg auf einem Friedhof vorkommt, ist nahezu ausgeschlossen. Aber betrachten wir mal alle genannten und nicht genannten Kandidaten.


    Was wir heute als Infundibulicybe glareosa bezeichnen ist eher ein Pilz des Spätherbstes, der auf kalkigen, kargen Böden wächst. Allerdings ist der Name wohl zu korrigieren, weil es für den Pilz einen älteren Namen gibt, der Priorität genießt. Dazu aber an anderer Stelle mehr. Aussehen tut der aber anders, insbesondere solch kompakte Stiele hat er nie. Die Sporen dieser Art sind lacrymoid mit einer Größe von 5-8 x 3,5 µm. Vor 1984 wurden die Funde meist mit dem Namen folgender Art belegt.


    Infundibulicybe bresadolana kommt – wie oben schon gesagt - nur im Hochgebirge vor und nicht im Flachland. Es ist ein Pilz mit einem eher dunkelbraunen Hut. Fundmeldungen dieser Art aus dem Flachland und insbesondere von vor 1984 (Erstbeschreibung von C. glareosa) sind meist I. glareosa zuzuordnen. Insofern sind eben auch die Verbreitungsangaben in älterer Literatur und auch auf der DGfM-webseite mit Vorsicht zu interpretieren. Selbst Singer, der Autor von C. bresadolana (als bresadoliana), hatte sich hier geirrt und Einhellingers I. glareosa von der Garchinger Heide mit Verwunderung – weil eben auch ihm nur aus dem Hochgebirge bekannt - als C. bresadolana bestätigt. Die meisten Bilder im web, die diese Art zeigen sollen, zeigen tatsächlich andere Arten.


    Es fiel die Bezeichnung „Dünentrichterling“ – so wird in aller Regel Clitocybe barbularum bezeichnet – ein kleiner, relativ langstieliger, brauner Pilz, der zuerst als Omphalia beschrieben wurde. I. glareosa wird meist als Kiesliebender Trichterling, manchmal auch als Gerölltrichterling bezeichnet.


    Clitocybe paropsis (Fr.) Sacc. 1887 – nom. dub. – ist ein Name, der oft für einen rotbraunen Trichterling herumgeistert. Schon Clémencon (1984) listete ihn in seinem Clitocybe-Kompendium 1984 ganze drei Mal mit verschiedenen Deutungen auf, meint aber, dass die richtige C. paropsis auf Tafel 157 bei Bresadola zu sehen sei. Ich denke, dass dort eine Herbstkollektion von Bonomyces sinopicus dargestellt ist, die entgegen Bresadolas Auffassung nicht nur im Frühjahr fruktifiziert, sondern zwei Mal im Jahr (April bis Juni und dann September bis November) Fruchtkörper schiebt. Das Bild von C. paropsis in der Sachsen-Flora zeigt eindeutig typische I. glareosa, ob auch die anderen Fundmeldungen in der Sachsen-Flora diese Art betreffen, ist natürlich unbekannt. Der Name sollte daher tatsächlich als Nomen dubium angesehen und folglich gemieden werden.

    Tafel 157 von Bresadola


    Clitocybe clavipes ist inzwischen Ampulloclitocybe clavipes und gehört in die Familie Hygrophoraceae. Die aus Amerika beschriebene Clitocybe subclavipes soll nach Bon zwar auch in Südeuropa vorkommen, hätte aber ebenso wie A. clavipes gelbliche Lamellen – beide scheiden also aus.


    Bonomyces sinopicus und Bonomyces arnoldii würden beide deutlich mehlig riechen.

    Dann gibt es noch Clitocybe squamulosoides P.D. Orton 1960.

    Dem Protolog zufolge hat P. D. Orton hier Clitocybe trullaeformis von Tafel 35E bei Lange (1935) auf Artrang neu beschreiben wollen, weil er darin (wie fast alle anderen Mykologen auch) nicht C. trulliformis sah. Mehrheitlich wurde in der Tafel 35/E aber von nahezu allen Mykologen eine Darstellung von Clitocbe costata gesehen. C. squamolosoides P. D. Orton wäre demnach ein Synonym von Infundibulicybe costata (Kühner & Romagn.) Harmaja. IF und MB sehen das Taxon jedoch als Synonym von Ampulloclitocybe clavipes. Für meine Begriffe zeigt Lange hier jedoch tatsächlich einen Pilz aus der squamulosa – Gruppe. Infundibulicybe squamulosa selbst schließt P. D. Orton im Protolog aus, wegen einer blasseren Färbung, einem mehligen Geruch und lacrymoiden Sporen gegenüber der neu beschriebenen C. squamulosoides. Die Sporen dieser Art sind deutlich schmaler als die von I. squamulosa, Orton nennt 7-8 x 3,5 - 4 µm

    Tafel 35E von Lange


    Infundibulicybe costata (Kühner & Romagn.) Harmaja 2003 mit Sporen von 5-7 x 3,5-4,6 µm, scheidet auch diese Art, die mir von allen hier genannten die häufigste scheint, aus.


    Clitocybe incilis (Fr.) Gillet 1874 wird ss. Bresadola, Ricken, Métrod und Nüesch als Synonym von I. costata gesehen. Ss. Favre, Lamoure, Gröger und Ludwig ist das jedoch tatsächlich eine „gute“ Art. Gillet (1874) sah sie in der Nähe von C. sinopica.


    Abb.: Clitocybe incilis Fr. aus: Bresadola Tafel 163/1


    Infundibulicybe meridionalis (Bon) Pérez-De-Greg. 2012 sieht dem hier gezeigten Pilz sehr ähnlich, auch die Sporengröße würde hinhauen, sie wird mit 6-10,5 x 3,5 – 6 µm angegeben, nur sind die Sporen bei I. meridionalis eher ovoid und keinesfalls so tropfenförmig – scheidet also auch aus.


    Infundibulicybe mediterranea Vizzini, Contu & Musumeci 2011 - Ludwig (2012) hatte die Art, die als Infundibulicybe beschrieben wurde, zu Clitocybe transferiert, da er die Abtrennung der Gattung Infundibulicybe von Clitocybe nicht anerkannte. Für mich ist das eindeutig in der Zuordnung eine Infundibulicybe.

    Die Sporen sind lacrymoid, aber werden in der OB nur mit 4,5–6 x 3–4 µm angegeben, sind also für den hier gezeigten Fund zu klein.


    Clitocybe pseudosquamulosa Singer ex Bon ist ein neuerer (gültiger) Name für die ohne lat. Diagnose von G. Métrod beschrieben Clitocybe sinopica var. microspora. Genauer: Zunächst hatte Singer diesen Namen nur ad interem gegeben und mitgeteilt, dass C. sinopica var. microspora synonym sei und Bon hat den neuen Namen dann gültig gemacht. Singer hatte erkannt, dass der von ihm vorläufig beschrieben Pilz nichts mit Clitocybe sinopica zu tun hat, aber ebenso wie dieser mehlig riecht, was C. squamulosa jedoch nie tue. Die Angaben zur Synonymie mit Bonomyces sinopicus verschiedener Datenbanken wären demnach unzutreffend.Aber mit mehligem Geruch scheidet der Kandidat auch aus.


    Clitocybe subsquamulosa Singer ist zwar aus dem sibirischen Altai beschrieben worden, doch gibt Singer als Referenz Clitocybe squamulosa ss. Konrad & Maublanc und Bresadola an, womit die Art dann auch in Mitteleuropa vorkommen würde. Tafel 158 bei Bresadola zeigt demnach also nicht C. squamulosa, was angesichts der gegenüber der Originalbeschreibung viel zu schmalen Sporen auf der Tafel von Bresadola auch Sinn macht.

    Tafel 158 Bresadola



    Infundibulicybe squamulosa (Pers.) Harmaja 2003 ist hier im Forum schon diskutiert worden


    Infundibulicyvbe alkaliviolascens (F. Bellú) F. Bellú

    Sporen - 7.0-9.6 x 4.5-5.6 µm, 7-8 x 4,5-5 µm.

    Geruch aromatisch nach Blausäure oder Kumarin (typisch für zahlreiche Trichterlinge der Sektion); Lamellen crèmefarbig, crèmegelblich, bis seltener blaßocker.

    Ist aus dem herzynischen Trockengebiet bei Gommern (ST) mit einem Fund für D belegt.


    Infundibulicybe splendoides (H.E.Bigelow) Versterh. – C. splendoides wurde aus Michigan beschrieben. Bigelow vermerkte, dass seine Art identisch mit C. splendens ss. Bresadola sei. Ich tu mich immer schwer damit, vom äußeren Erscheinungsbild und auch von den Mikros her, Pilze Nordamerikas für dieselben des europäischen Kontinents zu halten. Zu oft erwies sich das nach molekularer Untersuchung als Trugschluss. In jedem Fall ist der Pilz aber gelblich und sollte anders aussehen als der Gefundene.


    Tafel von Bresadola


    Beste Grüße - Peter

    C. krizii-josephii soll sich nach dem Prolog durch sein frühes Erscheinen (im Mai) auszeichnen und eine aufreißende Huthaut haben. C. rivulosa ist eine (Mager)Wiesenpilzart, die eigentlich eine rötliche Hutfarbe hat, die durch aerifere Huthautelemente weiß überhaucht ist, Im Alter und bei Regen wird diese Schicht dann abgewaschen und bricht auf, weshalb dann immer diese rötliche Hutfarbe durchscheint. Außerdem ist C. rivulosa meist ein eher kleiner, schmächtiger Pilz. C. augeana ist eher nitrophil und war als Fremdpilz aus Champignonkulturen beschrieben worden. C. dealbata ss. auct. und C. rivulosa sind früher oft vermengt worden und C. augeana ist zu beiden mal in den Varietätsrang herabgestuft worden - das war - das klingt jetzt etwas despektierlich - zu den Zeiten als Kuyper die Gattung Clitocybe auf möglichst wenige Arten "einschmelzen" wollte. Inzwischen hat sich aber die Ansicht durchgesetzt, dass es eben doch viel mehr weiße Trichterlinge gibt, als die, die wir momentan in den Schlüsselwerken haben. Ich habe tatsächlich keine Vorstellung was diese kompakten Fruchtkörper sein könnten.

    Hallo, der Fund von Singerocybe viscida Harmaja wäre wohl der Erstnachweis für die Schweiz. Meines Wissens ist die Typusart der Gattung bisher nur aus Finnland sowie von einem Fund aus Belgien bekannt. In jedem Fall sollte der sequenziert werden.

    Ich sehe diesen Beitrag leider erst jetzt. Wahrscheinlich ist von dem Trichterling nix mehr da? Schade. Ich hätte einen ganz anderen Namen als Vorschlag und wäre dann demzufolge der Meinung, dass das - wenn man es denn ordentlich bestimmt und dokumentiert hätte - der deutsche Erstfund von Paralepista amoenolens gewesen sein könnte. P. flaccida ist eigentlich nicht so blass, P. gilva ist nicht so kräftig. Und wenn Ihr hier vergleicht: Paralepistopsis amoenolens - Funghi Velenosi - Funghi in Italia - Fiori in Italia - Forum Micologia e Botanica

    dann sieht das wirklich verdammt danach aus.

    Ich sehe diesen Beitrag leider erst jetzt. Wahrscheinlich ist von dem Trichterling nix mehr da? Schade. Ich hätte einen ganz anderen Namen als Vorschlag und wäre dann demzufolge der Meinung, dass das - wenn man es denn ordentlich bestimmt und dokumentiert hätte - der deutsche Erstfund von Paralepista amoenolens gewesen sein könnte. P. flaccida ist eigentlich nicht so blass, P. gilva ist nicht so kräftig. Und wenn Ihr hier vergleicht: Paralepistopsis amoenolens - Funghi Velenosi - Funghi in Italia - Fiori in Italia - Forum Micologia e Botanica

    dann sieht das wirklich verdammt danach aus.

    Da ich als Holzschutzgutachter beruflich schon mehrfach solche oder ähnliche Befallsbilder gesehen habe: Die verbaute OSB-Platte ist hier mit Sicherheit feucht geworden. Mehrfach war es in diesen Fällen so, dass die OSB-Platte nicht ordentlich abgedichtet eingebaut wurde, und, da die Baumarktqualität wunderbar aufquellen kann und Wasser förmlich anzieht, dann auch kaum je wieder austrocknet. Hier liegt also ein Baufehler vor, der zu einem Bauschaden geführt hat. Fundmeldungen vom Austernseitling auf OSB-Plattenmaterial gibt es zahlreich. Letztens wurden Bilder aus einem Linienbus gezeigt, wo unter der nicht dicht geschlossenen Gummifußmatte für die Fahrgäste solche wuchsen - bei Regen kommen die Fahrgäste mit nassen Schuhen in den Bus und auch von den Regenschirmen läuft Wasser ab. Es gibt spektakuläre Bilder aus einem Motarradseitenwagen (auch hier OSB-Platte) und ich selbst hatte mal im "Tintling" Bilder vom Austernseitling gezeigt, die im X-sel zwischen unteren Fensterrahmen und Teppich wuchsen und sich von der unter dem Teppich verbauten OSB-Platte ernährten. Dort war die OSB-Platte bis unters Fenster gezogen und die äußere Fensterbank nicht richtig abgedichtet, so dass auch hier die Platte nass wurde.

    Beim Selberbauer wird meist verkannt, dass es sehr verschiedene Qualitäten von OSB-Platten gibt, von dampfdicht bis Wasserresevoir

    Die Dunkelfruchtkörper verschiedener Pilze sind immer sehr spektakulär und oft kann man nur erahnen, was es für eine Art ist. Spektakulärstes Beispiel was mir bisher als Gutachter unterkam: Ein aus dem Türrahmen eines sauteuren Wohnmobils herauswachsender Zaunblättling - auf kompletter Türhöhe.

    Ohne genaue Sporenmaße und Angaben zur Form der Sporen würde ich erst einmal gar keinen Namen dafür vergeben wollen. Anis-Geruch und Geruch nach Marzipan (der im wesentlichen durch den Mandelgeruch definiert ist) sind m. E. doch sehr unterschiedlich.

    Dass Clitocybe eine erschreckende Gattung ist halte ich für ein Gerücht. Clitocybe ist im letzten Jahrhundert ein Sammelbecken für alle möglichen Pilze gewesen, die sehr oft nicht miteinander verwandt sind. Vor allem deshalb ist es für uns eine schwierige Gattung. Meine Prognose ist, dass es in ein paar Jahren eine sehr überschaubare Gattung ist, weil nur noch ein paar Arten dazugehören werden.

    Paralepista, Paralepistopsis, Trichocybe, Ossicaulis, Atractosporocybe, Leucocybe, Hygrophorocybe, Ampulloclitocybe, Rhizocybe, Clitolyophyllum, Pogonoloma, Notholepista, Musumezia, Singerocybe, Harmajaea, Clitopaxillus, Infundibulicybe, Neoclitocybe, Giacomi, Notholepista, Pseudoclitopilus, Pseudolaccaria, Austroclitocybe; Gyroflexus - alles ist für die allermeisten von uns derzeit noch Clitocybe. Dabei gehören die neu beschriebenen Gattungen teilweise nicht mal mehr in die Familie Tricholomataceae, sind also nicht einmal ferner mit den Clitocyben verwandt. Hinzu kommt, dass viele in die Synonymität verwiesene Namen wieder "ausgebuddelt" werden müssen, weil erst jetzt mit Hilfe der gentechnischen Möglichkeiten frühere akribisch arbeitende Mykologen, die von den "Lumpern" oft geringschätzig als "Splitter" bezeichnet wurden, rehabilitiert werden können. - Beste Grüße - Peter

    Hallo Maria, auf Fb hatte ich den Link zu diesem Thread hier zunächst gar nicht gesehen und deshalb um mehr Bilder gebeten. Ich denke, dass hier jetzt Bilder zweier verschiedener Arten - u. a. auch brumale -zu sehen sind. Mikael Jeppsen, der bekannte schwedische Gasteromyceten-Spezialist hatte in seiner letzten Arbeit zu Tulostoma allein 5 neue Arten beschrieben und weitere 19! unbeschriebene Arten analysiert, denen aber, weil es jeweils nur ungenügendes Material gab, noch keinen gültigen Namen gegeben. Die allermeisten davon waren übrigens als "cf. brumale" aufgesammelt worden. Wenn man in deutschsprachige bebilderte Pilzbücher schaut, unterliegt man sehr schnell dem Trugschluss, man müsse sich nur zwischen 4-7 verschiedenen Artnamen bei einer Bestimmung entscheiden. Tatsächlich gibt es aber mit den o. g. noch unbeschriebenen - aber gensequenztechnisch bereits charakterisierten Arten - deutlich mehr als 50 Arten in Europa und die allermeisten werden wohl auch in D vorkommen und hier ein unerkanntes Dasein leben weil vorschnell ein Name ins Feld gerufen wird. Die hier ins Spiel gebrachte T. squamosum kann ich auf keinem der Bilder erkennen. T. brumale meine ich auf einigen Bildern zu sehen. Aber die allermeisten Bilder kann ich keiner der bislang aus Deutschland bekannten Arten zuordnen, deshalb wäre es wirklich schön, Du würdest Hartmut mal ein größeres Konvulut einer Aufsammlung zusenden. Wir würden dann schauen wollen. Aber ich sag´s lieber gleich: Ein schnelles Ergebnis ist wenig wahrscheinlich. Beste Grüße - Peter Specht

    Neben Clitopaxillus alexandri - so der neue Name für den nicht mehr zu den Trichterlingen gehörenden Pilz - gibt es auch noch Clitopaxillus fibulatus. Nachlesen kann man das hier:

    Pablo Alvarado, Pierre-Arthur Moreau, Bálint Dima, Alfredo Vizzini, Giovanni Consiglio, Gabriel Moreno, Ledo Setti, Tapio Kekki, Seppo Huhtinen, Kare Liimatainen, Tuula Niskanen (2018): Pseudoclitocybaceae fam. nov. (Agaricales, Tricholomatineae), a new arrangement at family, genus and species level. - Fungal Diversity 90(1): 109-133.

    Mit ziemlicher Sicherheit verbergen sich auch in Deutschland diese zwei Arten unter allen als Clitocybe alexandri in die Listen eingegangenen Funde. Ohne Sequenzierung ist es aber recht schwer die beiden Clitopaxillus-Arten auseinanderzuhalten, weil neben dem differenten makroskopischen Aussehen mikroskopisch bislang nur Unterschiede bei den Schnallenverhältnissen an den Basidien festzustellen sind.