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letzter Beitrag von Beorn am

Stadtwald Duisburg 04.01.2019

  • Hallo zusammen,


    heute Vormittag habe ich eine kleine Runde durch den Stadtwald hier in Duisburg gedreht. Dabei bin ich natürlich auch wieder mal über Pilze gestolpert, die ich hier vorstellen möchte.


    1. Kuehneromyces mutabilis


    2. Bjerkandera adusta


    3. Polyporus brumalis


    4. Auricularia auricula-judae


    5. Seratiomxya serotina


    6. Panellus stipticus


    7. Xylaria hypoxylon Anamorphe



    Und jetzt zu den Rindenpilzen:


    8. An Sambucus nigra. Wird wohl Hyphodontia sambuci sein, aber ich werde bei Gelegenheit auch noch mal mikroskopisch reinschauen.


    Dann bin ich über einen Stapel mit toter Buche gestolpert und habe dann mein Pensum für heute zusammengesammelt.


    9.

    Sporen (kann man die eigentlich in Kongorot SDS zuverlässig messen oder sollte man ein separates Präparat in Wasser machen?)

    Basidien hat er auch

    Zystide

    Nochmal Sporen

    Noch eine Zystide

    Nochmal Basidien

    Schnallen hat er auch

    Sporen in Melzer



    10.

    Sporen

    Schnalle

    Basidie und Zystiden

    Nochmal Sporen


    In Melzer



    11. Im feuchten Zustand leicht krisselig

    Zu Hause im trockenen Zustand dann rissig.


    Ließ sich dann auch nicht so recht wieder befeuchten und war im trockenen Zustand nicht wirklich auf den Objektträger zu bringen. Da schaue ich im Laufe der Tage noch mal rein.


    12. Nicht mehr an Buche sondern an unbekanntem Laubholz. Auffällig, daß es hier scheinbar eine Anamorphe (kleine, weiße Kügelchen) und eine Teleomorphe (flächig) gibt. Ob die zusammen gehören?

    Zunächst die Anamorphe:


    In Melzer

    Und die Teleomorphe:

    Auffällige, inkrustierte Zystiden

    Sporen

    Eine Übersicht

    Und noch eine Spore

    Schnalle

    Basidie

    In Melzer



    Björn

  • Hallo, Björn!


    schöne Funde! :thumbup:

    Nr. 9 ist >Cylindrobasidium laeve<
    Nr. 10 ist >Radulomyces confluens<

    Zu Nummer 11 schon mal vorab ein paar Bilder von Peniophora lycii:





    Und das Substrat von Nr. 12 lag bestimmt sehr feucht, wenn nicht regelrecht nass, oder?
    Gehört beides zusammen, die Kügelchen sind die Anamorphe, beides zusammen ist Bulbillomyces farinosus:






    LG, Pablo.

  • Hi Björn,


    jetzt auch Krusten. Du machst mir Angst. :eek: :D

    Zumindest bei der 12 kann ich dir Bulbillomyces farinosus vorschlagen.


    LG, Jan-Arne


    Edit: Da wollte ich Pablo einen vorwegnehmen ... :D

                                                                               
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  • Hallo zusammen,


    ich sammel die Krusten ja nur und lege sie unters Mikroskop. Den schweren Teil übernimmt Pablo dann - dafür an dieser Stelle ein herzliches Danke! Irgendwie gibt es da nämlich verdammt viele Rindenpilze, so daß ich bis jetzt noch nicht dieses Aha-Erlebnis hatte, daß ich sagen konnte: Sowas Ähnliches hab ich schon mal gesehen... Kommt hoffentlich noch!


    Björn

  • Hallo zusammen,

    Björn stellte eine Frage die mich auch interessiert:

    "Sporen (kann man die eigentlich in Kongorot SDS zuverlässig messen oder sollte man ein separates Präparat in Wasser machen?)"

    Nach meinen Tests konnte ich keinen Unterschied bei Messreiehen zwischen SDS und Wasser feststellen.

    In meinen Büchern steht auch nur (als Nachteil) , dass SDS schwach letal ist. (Letal: „tötet ab“ --> dadurch verändern sich Strukturen).

    Aber was meinen die Experten dazu?

    --> ansonsten Björn: sehr schöne Darstellung.

    Beste Grüße

    Dieter

  • Hallo zusammen,

    "Sporen (kann man die eigentlich in Kongorot SDS zuverlässig messen oder sollte man ein separates Präparat in Wasser machen?)"

    Nach meinen Tests konnte ich keinen Unterschied bei Messreiehen zwischen SDS und Wasser feststellen.

    Ich habe auch nur gehört, dass man die Sporen in Wasser statt in SDS misst.

    Aber gerade bei der Gattung Mycena sind die Sporen oft in Wasser geschädigt, jedoch in Kongorot gut erhalten, deshalb frage ich mich ob man nicht doch auch Ausnahmen machen kann.

    Mal sehen was die anderen dazu sagen.


    VG : Thorben

  • Hallo, Björn!


    Achja: Bei den meisten Krusten und Porlingen sehe ich auch keinen nenneswerten Unterschied bei den sporen ob in Leitungswasser oder KongoSDS.
    Selten mal, daß da irgendwas komisch wird, allelrdings habe ich mein KongoSDS auch noch mal gut runtergedünnt (50% dest. Wasser). Reicht zum Anfärben völlig aus, und ist eben nicht ganz so lethal. Was manchmal kaputt geht, sind Sporeninhalte. Bei Ascos scheint das anders zu sein, deren Sporen sind wohl mitunter viel empfindlicher.

    Insgesamt schient mir KOH sogar kritischer zu sein, weil es bei vielen Arten anscheinend (so jedenfalls mein Verdacht) die Sporenwände aufweicht, und die Sporen dadurch leichter deformierbar sind zB bei Druck.


    Das mit dem Wiedererkennen von Krusten (mikroskopisch) kommt bestimmt bald: Denn Cylindrobasidium laeve und Radulomyces confluens wirst du noch sehr, sehr oft finden, auch in ganz unteschiedlichen makroskopischen Ausprägungen - Mikroskopie sollte bei beiden immer sein, weil sich die makroskopischen Erscheinungsformen stark mit etlichen anderen Arten überlappen.


    Wenn sich die Peniophora tatsächlich als lycii entpuppt: Die muss natürlich auch immer mirkroskopisch bestätigt werden, ist aber ebenfalls extrem häufig und wird dir noch oft begegnen - wenn sie es denn ist.



    LG, Pablo.

  • Hallo zusammen,


    dann werde ich in Zukunft wohl meine Krusten erstmal direkt in Kongorot mikroskopieren und nur bei konkretem Bedarf anschließend auch noch mal in Wasser reinschauen.


    Noch ein Nachtrag zu Nr. 12. Da hatte Pablo ja gefragt, ob ich den Pilz an einem sehr feuchten Standort gefunden habe. Da ist die Antwort ein klares Jein ;-) Der Fundort war eine kleine Senke im Wald, das heißt, da wird es schon feuchter sein als an anderen Stellen. Am Fundtag selbst hat es dann genieselt, da war sowies alles irgendwie naß - inklusive Finder. Ansonsten wuchs der Pilz aber an einem kleinen Ast, der nicht direkt auf dem feuchten Boden lag, sondern unten im Gestrüpp zusammen mit anderen Ästen und Stämmchen stand.



    Gestern hatte ich dann auch noch Zeit weiter in meiner Funde reinzuschauen. Zunächst zu Nr. 11, der vermuteten Peniophora lycii


    Insgesamt war das alles relativ unschön im Mikroskop. Hyphen gab es gar nicht zu sehen und meistens war auch mehr Holz als Pilz im Bild. Aber einige Basidien und Zystiden gab es dann doch zu sehen. Zystiden kamen in verschiedenen Ausprägungen. Einige wenige waren lang und spitz, dann gab es viele breit abgerundete Zystiden. Auf dem letzten Bild ist dann eine Zystide zu sehen, die einen körnigen Inhalt hat, was ich mal unter Vorbehalt aus Gloeozystide interpretieren würde (Sulfovanillin habe ich gerade nicht zur Hand).

    Reicht das zusammen mit der makroskopischen Erscheinung um den Fund als P. lycii ablegen zu können?


    Und Nr. 8 wanderte dann auch noch unters Mikroskop. Wie erwartet Lyomyces sambuci:



    Björn

  • Hallo, Björn!


    Dann wären die auch abgehakt. :thumbup:

    Auch zwei Pilze, die man immer wieder findet, den Holunderrindenpilz übrigens nicht nur an Holunder (hatte ich auch schon an Rotbuche, Weide und Efeu).
    Bei der Peniophora kann man sich die Zystiden noch angucken, aber im Grunde wüsste ich sonst nichts mit solchen hyalinen Dendrohyphidien und dem makroskopischen Erscheinungsbild (Peniophora cinerea s.l. ohne Dendrohyphidien).



    LG; Pablo.

  • Hallo, Maren!


    Interessante Beobachtung.

    Manchmal frage ich mich, ob es vielelicht mit dem Brechungsindex mancher Medien zu tun hat? Leitungswasser zB dürfte einen etwas anderen Brechungsindex haben als KOH, kann das sein? Die Unterschiede sind minimal, eigentlich kaum messbar, aber die Sporenwände sehen mitunter schon etwas anders aus, als wenn sich der Kontrast verändert hätte (bei unveränderter Einstellung der Kondensorbelnde).



    LG; Pablo.

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