Beiträge von Schwammer-Dieter

    HI Maria,


    > auf diesen komischen Pilz bin ich ja total neugierig.


    Ich auch! Wenn es nichts triviales, verwachsenes ist, könnte das eine Sensation sein. Die Lamellen sind eher "Adern"... ich komm da keinen Schritt weiter... Herr schmeiß Hirn vom Himmel.


    > Kannst Du den vielleicht vor den Faserlingen und Co näher ansehen? Nur wegen meiner Neugierde, versteht sich.


    --> wir bestimmen normalerweise alles was bestimmbar und zeitlich machbar ist. Kann aber länger dauern. Bei Faserlingen kann das sehr schnell gehen, aber auch schon mal mit Sequenzierung und Analyse monate oder Jahre dauern... Aber of course ---> we do what we can....

    Hab jetzt mal die Bilder durchgescrollt.... hammer ultrageile Aufnahmen dabei... aber bei mir noch nichts gestackt.


    Beste Grüße

    Dieter

    Ich habe 1028 Einzelbilder... Also summe 1699 Einzelbilder! hammer!

    Hab grad den seltsamen Rasling-Ritterling-rötendes ding auf dem Arbeitstisch.... komm makroskopisch nicht weiter.

    Er hat ne abziehbare Huthaut - was mich wieder an eine verwachsene Nebelkappe erinnerte - aber die würde nicht röten.

    Das ist makroskopisch ein sehr seltsames Ding.

    Beste Grüße

    Dieter

    29.04.2018: Lamellen-Pilze im Frühjahr

    Liebe Pilz-Freunde,
    kurz nach der Schneeschmelze versuchten ich und Mathias wieder unser Glück. Mehr durch Zufall kamen wir in ein Feuchtgebiet wo sich doch einige erste Lamellenpilze zeigten. Diese zeigen wir Euch gerne... viel Spaß.

    Wir schreiben den Bericht wieder zusammen.
    Wie immer: Meine Texte sind schwarz,
    Matthias' Texte sind grün. ;-)
    Meine Bilder sind mit einem schwarzen
    , Matthias' Bilder sind mit einem grünengekennzeichnet.

    Fundnummer: 2018-04-29-1052
    Lamellenpilze waren zu der Zeit noch nicht so zahlreich vertreten, in einem feuchten Gebiet leuchteten uns jedoch ein paar recht freudig orangebraune Pilzchen entgegen, die sich unschwer als Galerina erkennen ließen. Bei mikroskopischer Betrachtung kam wieder einmal G. calyptrata heraus. Also bei uns wirklich nicht selten, wenn man darauf achtet. Makroskopisch sind die knallige Farbe, der Standort im Wald (meist nicht auf Wiesen) und der etwas stämmigere Bau als bei hypnorum schon Hinweise auf die Art.
    Kalyptratsporiger Moos-Häubling (Galerina calyptrata)
    :
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    Fundnummer: 2018-04-29-1134
    Wir dachten hier schon dass dieser Faserling wieder einmal ein "Spadi" ist - und so war es dann auch.
    Schmalblättriger Faserling (Psathyrella spadiceogrisea agg)
    :
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    Fundnummer: 2018-04-29-1145
    Bei dieser Parasole hofften wir auf etwas besseres - leider jedoch war es ein Standard:
    Kahlköpfiger Scheibchen-Tintling (Parasola lactea)
    :
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    Fundnummer: 2018-04-29-1146
    Hier ein extrem winziges Einzelexemplar, das sogar komplett unter Mikroskop passte.
    Kreidiges Mehlpilzchen (Clitopilus scyphoides)
    :
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    Fundnummer: 2018-04-29-1236
    Auch Helmlinge waren schon zur Stelle, silvae-nigrae ist hier im Fichtelgebirge unser klassischer Frühjahrshelmling, deutlich häufiger als abramsii.
    Zweisporiger Nitrathelmling (Mycena silvae-nigrae)
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    Das war's für heute mit dieser kleinen Tour....
    Wieder freuen wir uns über Eure Kommentare.
    Beste Grüße
    Dieter & Matthias

    18.05.2019: Aus "Steine suchen" wurde nix - aber dafür... - Teil 7
    Untertitel: Triviales und Geniales

    Liebe Pilz-Freunde,
    dies ist Teil 7 des Berichtes vom 18.05.2019
    .

    Teil 1 findet Ihr hier

    Teil 2 findet Ihr hier
    Teil 3 findet Ihr hier
    Teil 4 findet Ihr hier
    Teil 5 findet Ihr hier
    Teil 6 findet Ihr hier

    Und weiter geht's...

    Matthias und Amina untersuchten einen Eichen-Stamm akribisch:
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    Darauf fand sich einiges - unter anderem:

    Fundnummer: 2019-05-18-1250
    Blasses Hautscheibchen (Pellidiscus pallidus):
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    Fundnummer: 2019-05-18-1300
    Auch einen fotogenen Schleimpilz gab es zu sehen.
    Rotköpfiger Schleimpilz (Trichia decipiens)
    :
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    Am Fundtag:

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    Nach 2 Tagen in der Feuchtekammer:
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    Nach 4 Tagen in der Feuchtekammer:
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    Nach 10 Tagen in der Feuchtekammer:
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    Nach 18 Tagen in der Feuchtekammer:
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    Nach 22 Tagen in der Feuchtekammer:
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    Capillicium:
    Bestehend aus 4 Spiralbändern

    Breite: (3,1) 3,5 - 3,7 (3,9) µm; N = 9; Me = 3,6 µm

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    Sporen:
    warzig, bildet ein unvollständiges Netz durch Grate aus, wobei nur einige Warzen miteinander verbunden sind
    Maße:

    (10,6) 10,8 - 11,6 (12,1) x (9,7) 9,9 - 10,8 (11,3) µm
    Q = (1,0) 1,02 - 1,1 (1,3) ; N = 35
    Me = 11,2 x 10,4 µm ; Qe = 1,1

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    Fundnummer: 2019-05-18-1310
    Die Cryptodiscus hier waren vor Ort etwas auffälliger als die typischen C. foveolaris, die man ja in Massen findet. Und tatsächlich war es hier was Neues für uns - C. pallidus. Mikroskopisch leicht von foveolaris durch die mehrfach septierten, größeren Sporen zu unterscheiden. Abgesehen von Helicomyces eines der beiden Highlights dieser Tour für mich.
    Blasses Höhlenbecherchen (Cryptodiscus pallidus):
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    Schnitt durch Apothezium:
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    Hymenium in Lugol:
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    Asci:
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    Asci + Paraphysen:

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    Junge Asci + Paraphysen:

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    Paraphysen + Subhymenium:
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    Paraphysen:
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    Sporen:
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    Das war's für heute....
    Wir hoffen Ihr hattet viel Spaß beim dabei sein und freuen uns auf Eure Kommentare.
    Beste Grüße
    Dieter & Matthias

    18.05.2019: Aus "Steine suchen" wurde nix - aber dafür... - Teil 6
    Untertitel: Triviales und Geniales

    Liebe Pilz-Freunde,
    dies ist Teil 6 des Berichtes vom 18.05.2019
    .

    Teil 1 findet Ihr hier

    Teil 2 findet Ihr hier
    Teil 3 findet Ihr hier
    Teil 4 findet Ihr hier
    Teil 5 findet Ihr hier
    Teil 7 findet Ihr hier


    Und weiter geht's...

    Der vierte Fund - eine Mollisia - ebenso auf diesem Eichenästchen (Ast Nummer 4):
    Fundnummer: 2019-05-18-1216-D

    Morphologische Daten:

    Substrat: Ast Nummer 4 - siehe vorhergehend (Eichenholzast (Quercus))
    Inkubationsdaten: Erscheinend ab 1 Woche in Feuchtekammer, voll reif mit 3 Wochen
    Becherfarbe: jung: weiß, glasig wirkend, reif: Zentrum etwas grauend, Rand etwas gilbend, voll reif: blass beige-grau
    Becherrand: nicht sichtbar, nicht farblich abgesetzt
    Stiel:
    Becher ist nicht deutlich gestielt sondern fast ohne Stiel, dieser Stielstummelchen ist reif schwarzbraun
    Bechergröße:
    reif 0,33 - 1 mm - also eine relativ sehr leine Mollisia
    Makrochemische Reaktion: KOH 3% auf Becher, sofort deutlich gelb

    Mikroskopische Daten:

    Sporen:
    langgestreckt ellipsoid, nicht septiert, Ölgehalt: 0-1 (selten 2)
    Maße (vital, in Wasser):
    (7,2) 7,5 - 10,4 (10,6) x (1,8) 2,0 - 2,5 (2,7) µm
    Q = (3,5) 3,7 - 4,5 (4,8) ; N = 25
    Me = 8,9 x 2,2 µm ; Qe = 4,0

    Diese Sporen dürfen bis auf wenige nicht mehr vital sein:
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    Diese Sporen sollten vital sein:
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    Asci:
    Porusreaktion mit Lugol blau (bb), Haken nicht gesehen (aber nicht auszuschließen)

    8-sporig, ca. (32,4) 39,1 - 43,5 (44,5) x (4,9) 5,6 - 7,6 (7,7) µm; N = 7; Me = 40,1 x 6,6 µm

    Paraphysen:
    langgestreckt leicht keulig, in KOH 3% gelblich, manchmal septiert
    Breite (an breitester Stelle gemessen): (1,8) 1,9 - 2,9 (3,1) µm; N = 12; Me = 2,4 µm
    Länge: ca. 24 - 48 µm; N = 18

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    Paraphysen + Asci in Lugol:

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    Subhymenium:
    hyalin (keine deutlich bräunlichen Hyphen)

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    Ectal-Excipulum:
    in H2O braun, mit KOH 3% gelblich-grünlich

    Marginalzellen:
    keulig, septiert, hyalin, in KOH 3%
    gelblich, nicht 50 µm deutlich übersteigend, nicht schwarzbraun

    Breite (an breitester Stelle gemessen): (2,7) 2,74 - 4,9 (5,1) µm; N = 11; Me = 3,5 µm

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    Marginalzellen in Lugol:

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    Hymenium+Marginalzellen in Lugol:

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    Hymenium in Lugol:

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    Sporen und Kompletter Fruchtkörper in KOH:
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    Schlüsselweg:
    Mollisia Schlüssel von Andreas Gminder - Version 2008
    rote Schlüsselpunkte sind die unsicheren

    1 > 1a > 2 > 2* > 5 > 5b > 7 > 7b > 10 > 10a > 11 > 11b > 12 > 12* > 17 > 17a > 18 > 18b (Schlüssel Holzarten an der Stelle unvollständig oder Andreas hat da eine andere Auffassung der Art) > Mollisia albogrisea

    1 > 1a > 2 > 2* > 5 > 5b > 7 > 7b > 10 > 10a > 11 > 11b > 12 > 12* > 17 > 17a > 18 > 18d
    > Mollisia "conifericola" nom. prov.

    Ausgeschlossene Alternative:
    1 > 1a > 2 > 2* > 5 > 5b > 7 > 7b > 10 > 10a > 11 > 11b > 12 > 12** > Mollisia perparvula --> passt nicht (allein wegen fehlendem Kurz-Stiel)

    Ich wäre hier ganz klar bei Mollisia "conifericola" nom. prov. gelandet. War mir aber nicht sicher. Matthias untersuchte den Pilz nach und bestimmte eindeutig Mollisia albogrisea - was ich gerne glaube. Zu beachten ist hier die Abweichung im Schlüssel Punkt 18b --> Die Auffassung einiger Autoren weicht hier ab.
    Weißgraues Weichbecherchen (Mollisia albogrisea)
    :
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    Unreife Fruchtkörper:

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    Reife Fruchtkörper:

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    sehr reife Fruchtkörper:
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    Fundnummer: 2019-05-18-1218
    Amina fand 2 tolle Exemplare vom
    Mai-Stielporling (Polyporus ciliatus):
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    Fundnummer: 2019-05-18-1219
    Wir zogen weiter... Am Wegrand war ein kleiner "stehender" Bachlauf.
    Auch von dort sammelte Dieter ein Stück verdächtiges Holz - Ast Nummer 5 - auf:

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    An diesem Ast fanden sich zwar auch Pilze, jedoch nichts, was ich besonders interessant für eine nähere Bestimmung fand.
    Jedoch fand ich etwas anderes interessant - nämlich folgende pillenartigen Objekt (sicher kein Pilz):

    Fundnummer: 2019-05-18-1219-A

    Der Durchmesser beträgt ca. 68 µm.
    Hier half mir das Mikroskopie-Forum auf die Sprünge. Dann konnte ich das Objekt anhand des Schlüssels hier:
    https://www.arcella.nl/arcella-key-2/
    Als Schalenamöbe Arcella intermedia identifizieren:

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    Weiter ging es. wir waren gerade mal ca. 50 Meter vom Auto weg bis jetzt gekommen.

    Fundnummer: 2019-05-18-1236

    Eine Psathyrella, die wir schon vor Ort als "Spadi" vermuteten untersuchte ich mikroskopisch.
    Die Schneide in Luft zeigte die üblichen Cheilos:

    mush-16037.jpg


    Doch die Lamellenflanke machte mich stutzig - denn es waren ganz klar neben 4-sporigen auch 2-sporige und 3-sporige Basidien vorhanden.
    Hier markiert mit 2, 3 und 4. Die 2-sporigen konnte ich auch im Durchlicht bestätigen:
    mush-16038.jpg


    Auch die Cheilozystiden verwundeten mich, da sie (selten) grünliche Anlagerungen trugen:
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    Ich schlüsselte also nach dem aktuellen Pilzmel-Schlüssel alle Alternativen.
    Die roten Punkte sind die unsicheren:

    1 > 1* > 2 > 3 > 3* > 5 > 6 > 6* > 7 > 7* > 11 > Teil C > 1 > 1* > 3 > 3* > 4 > 4* > 5 > 5* > 8 > 8* > 12 > 12* > 14 > 14* > 22 > Teil F > 1 > 1* > 2 > 6 > 6* > 11 > 14 > 14* > 15 > 15* > 16 > 16* > 17 > 17* > 18 > 18* > 19 > 19* > 20 > Psathyrella spadiceogrisea

    1 > 1* > 2 > 3 > 3* > 5 > 6 > 6* > 7 > 7* > 11 > Teil C > 1 > 1* > 3 > 3* > 4 > 4* > 5 > 5* > 8 > 8* > 12 > 12* > 14 > 15 > 16 > P. tephrophylla (kann nicht sein wegen Velum)

    1 > 1* > 2 > 3 > 3* > 5 > 6 > 6* > 7 > 7* > 11 > Teil C > 1 > 1* > 3 > 3* > 4 > 4* > 5 > 5* > 8 > 8* > 12 > 12* > 14 > 15 > 15* > 18 > 18* > 19 > Sackgasse

    1 > 1* > 2 > 3 > 3* > 5 > 6 > 6* > 7 > 7* > 11 > Teil C > 1 > 1* > 3 > 3* > 4 > 4* > 5 > 5* > 8 > 8* > 12 > 13 > 13* > P. thujina (kann nicht wegen Sporenform)

    1 > 1* > 2 > 3 > 3* > 5 > 6 > 6* > 7 > 7* > 11 > Teil C > 1 > 1* > 3 > 3* > 4 > 4* > 5 > 5* > 8 > 9 > 9* > 10 > 10* > 11 > Sackgasse

    Der Pilz ist nahe oder gleich Psathyrella spadiceogrisea, wobei die 2- und 3-sporigen Basidien abweichend sind. Auch die seltenen Anlagerungen an den Cheilozystiden sind verdächtig. Da beides jedoch selten ist, und die 4-sporigen Basidien dominieren, bleibt es bei Psathyrella spadiceogrisea agg., wobei das letzte Wort in der ganzen Sektion sowieso noch nicht gesprochen ist. Zu beachten sind hier die abgestutzen Sporen, welche diese Exempare deutlich zeigten.

    Somit bleibt es: Schmalblättriger Faserling (Psathyrella spadiceogrisea agg.):
    mush-16040.jpg


    Weiter zum Teil 7

    18.05.2019: Aus "Steine suchen" wurde nix - aber dafür... - Teil 5
    Untertitel: Triviales und Geniales

    Liebe Pilz-Freunde,
    dies ist Teil 5 des Berichtes vom 18.05.2019
    .

    Teil 1 findet Ihr hier

    Teil 2 findet Ihr hier
    Teil 3 findet Ihr hier
    Teil 4 findet Ihr hier
    Teil 6 findet Ihr hier
    Teil 7 findet Ihr hier


    Und weiter geht's...

    Fundnummer: 2019-05-18-1216
    Dieser weitere verdächtige Ast Nummer 4 aus dem Tümpel ging auch bei Dieter mit - er verbarg einige weitere tolle Geheimnisse:
    mush-16144.jpg


    Zunächst machte ich hier ebenso eine Holzbestimmung, da sich vermutlich viele Pilze auf dem Ast tummelten.

    Mikroskopische Daten:

    Gefäßzellen/Poren oder nur Tracheiden?: Gefäßzellen/Poren --> also Laubholz
    Porenform: eindeutig ring-porig
    Porenausrichtung: eindeutig tangential ausgerichtet
    Strahlenart: Schwer zu erkennen – die Randzellen sind zwar leicht erweitert – ich würde die Strahlen aber als homogen bezeichnen
    Strahlenbreite: einreihig (uniseriate) und vielzellig (multiseriate) – Achtung das Bild vom Tangentialschnitt zeigt nur die einreihigen Zellen
    Perforation plates: nicht vorhanden
    Spiralverdickungen: nicht vorhanden


    Damit ist das ganz klar Eichenholz (Quercus).

    Hier die Mikrobilder:

    mush-16152.jpg


    Achtung: Dieses Bild vom Tangentialschnitt zeigt nur die einreihigen Zellen.
    mush-16151.jpg


    mush-16153.jpg


    Der erste tolle Fund an Ast Nummer 4:
    Fundnummer: 2019-05-18-1216-A

    Mikroskopische & Morphologische Daten:

    Fruchtkörper:
    jung glasig weis, dann orange-braun, alt dunkel-braun mit ausgeblasst wirkendem Rand, rund oder oval, Breite (vollreif): (0,46) 0,5 - 0,6 (0,68) mm

    Sporen:
    fusiform, enden etwas ausgezogen, Enden abgeplattet
    Maße:
    (6,6) 6,8 - 7,2 (7,3) x (1,9) 2,0 - 2,4 (2,6) µm
    Q = (2,8) 2,9 - 3,5 (3,6) ; N = 8
    Me = 7,0 x 2,2 µm ; Qe = 3,2

    Asci:
    Trotz langer Suche nur einen einzigen reifen gefunden: 8-sporig, 40 x 5,7 µm

    Paraphysen:
    auch gegabelt/verzweigt
    Paraphysen Breite: (0,9) 1,1 - 1,4 (1,9) µm; N = 11; Me = 1,3 µm
    Paraphysen Länge: ca, 40µm

    mush-16197.jpg


    Randhaare:
    typische "Glashaare"
    Breite: (2,2) 2,3 - 3,0 (3,3) µm; N = 12; Me = 2,7 µm

    mush-16198.jpg


    mush-16199.jpg


    mush-16200.jpg


    Dies ist ein Pilz den wir erst vorstellten:
    Das
    Holz-Glashaarbecherchen (Olla scrupulosa):
    mush-16192.jpg


    Die sehr reifen Fruchtkörper:
    mush-16193.jpg


    mush-16194.jpg


    mush-16195.jpg


    Die jüngeren Fruchtkörper:
    mush-16196.jpg


    Und hier ganz junge Fruchtkörper zwischen Mollisia (die Mollisia zeigen wir gleich):
    mush-16245.jpg


    Und die ganz jungen:
    mush-16348.jpg


    Der zweite überaus interessante Fund an Ast Nummer 4:
    Fundnummer: 2019-05-18-1216-B

    Morphologische Daten:

    Holzdaten siehe oben.
    Inkubationsdaten: Bereits nach 3 Tagen erscheinend.
    Der Pilz wächst in Büscheln, die ca. 130 µm hoch sind.
    Die Büschel bestehen aus perlkettenartig aneinander gereihten Konidien.
    Die Äste können auch 2- oder 3-fach gegabelt sein.
    Die Büschel zerfallen in Wasser sofort in einzelne Konidien. Ich konnte nur wenige aneinander gereihte Konidienketten im Wasser finden.
    Die Schildzellen sind manchmal septiert und annähernd gleich groß wie die Konidien.

    Mikroskopische Daten:

    Konidien:
    Farbe: die Farbe ist ein wichtiger Schüsselpunkt. Anfangs dachte ich die Konidien sind glasklar, doch als die flaumige Schicht dicker wurde nahm ich den Belag als grünlich-grau wahr. Die Konidien zeigen im Durchlicht auch eine grünlich-graue Farbe. Da auch alle Schlüsselversuche (siehe unten) mit "hyalin" im Nichts enden, gehe ich von "schwach grünlich grau pigmentiert" aus.
    Form: spindelig, Enden zeigen eine warzenartige Verdickung, Enden auch ausgezogen
    Maße:
    (6,3) 6,6 - 8,1 (8,9) x (1,8) 2,1 - 2,9 (3,1) µm
    Q = (2,4) 2,5 - 3,5 (4,4) ; N = 29
    Me = 7,4 x 2,5 µm ; Qe = 3,0

    mush-16226.jpg


    Die Schildzellen:

    mush-16227.jpg


    Der Pilz ist äußerst schwer zu fotografieren, da er so klein ist. Selbst mit einer Lupe ist er völlig unsichtbar.
    Deshalb bat ich Tuppie anhand der spärlichen Daten und Bilder ein Bild zu zeichnen.
    Tuppie ließ sich nicht lange bitten und fertigte folgendes Bild an welches den Pilz gut trifft.
    Vielen Dank dafür! :-))
    mush-16225.jpg
    Bild gezeichnet von Tuppie

    Nach einer längeren Recherche kann ich bislang folgendes sagen:

    Nach dem Schlüssel in "Delimiting Cladosporium from morphologically similar genera" [2007]. Crous, P.W. Braun, U. Schubert, K. Groenewald, J.Z und auch nach dem in "The genus Cladosporium" - K. Bensch, U. Braun, J.Z. Groenewald and P.W. Crous gelangt man zu folgenden Gattungen:
    (rot = unsichere Schlüsselpunkte)

    S. 13 > 1 > 1* (75%) > 4 > 4* > 5 > 6 > 7 > 7* > 8 > Cladophialophora --> selten an Holz, aber eben möglich. passt mikro-morphologisch

    S. 13 > 1 > 1* (75%) > 4 > 4* > 5 > 6 > 7 > 7* > 8 > Fusicladium s. lat. (incl. Pseudocladosporium) --> passt nicht

    S. 13 > 1 > 1* (75%) > 4 > 4* > 5 > 6 > 7 > Polyscytalum --> passt nicht


    S. 13 > 1 > 2 (25%) > 2* > 3 > 3* > Genus Hyalodendron --> nicht als eigenständig anerkannt, die Synonyme und Verweise auf Sporothrix, Raffaelea und Trichosporon führen ins Leere (Mikro-Morphologie nicht passend).

    Ich gehe also davon aus, dass der Pilz in die Gattung Cladophialophora gehört.
    Leider konnte ich diesen Pilz nicht näher bestimmen - bin aber für jeden Hinweis dankbar.
    unbekannter Schwärz-Pilz (Cladophialophora spec.):
    mush-16251.jpg


    mush-16147.jpg


    Die weißen Kügelchen hier, und in den nächsten 2 Bildern gehören nicht zu dieser Art sondern zur gleich folgenden!
    mush-16148.jpg


    mush-16149.jpg


    mush-16150.jpg


    Fundnummer: 2019-05-18-1216-C

    Morphologische & Mikroskopische Daten:

    Fundort:
    An Ast Nummer 4 - Daten siehe vorhergehend
    Inkubationsdaten: Ast 4 Tage in schwach belüfteter Tageslicht-Feuchtekammer.

    Konidiophoren:
    unten schwarzbraun, nach oben weiß werdend, zylindrisch – nach oben schmäler werdend, 5-7-septiert, dickwandig, an der Spitze der Konidiophoren treten die Konidien aus (siehe Bild)
    Maße: (68) 79 - 124 (153) x (2,7) 2,9 - 3,0 (3,7) µm; N = 6; Me = 104,0 x 3,1 µm --> Hinweis: Die Breite ist an der breitesten Stelle gemessen (also unten)


    Konidiophoren-Basen:
    stark schlagartig knorrig verbreitert

    Hier seht ihr in Teilbild 2 und 4 die Konidiogenese recht gut:

    mush-16157.jpg

    "Köpfe" (die Sporenknödel):

    rund wirkend, glasartig weiß glänzend, in Wasser sofort verschwindend, nicht mehr zu sehen, damit sind das Sporenknödel, die in Wasser in einzelne Konidien zerfallen.

    Konidien
    :
    hyalin, ellipsoid, oft einseitig eingedellt
    Maße:
    Präparat: Kratzpräparat von Ast; Untersuchungsmedium: Wasser; Messwertanzahl: n = 54
    Test auf Normalverteilung nach Anderson Darling: Länge: normalverteilt; Breite: normalverteilt; Q: normalverteilt
    Standardabweichung S. D.: von L × B: 0,4 × 0,2 µm; von Q: 0,2
    Median: von L × B: 3,7 × 1,8 µm; von Q: 2,1
    Arithmetischer Mittelwert Me: von L × B: 3,7 × 1,8 µm; von Q: 2,1
    Abmessungen nach t-Verteilungsverfahren mit 80%-Konfidenzintervall: für L × B: (3) 3,3 - 4,2 (4,7) × (1,5) 1,5 - 2 (2,3) µm; für Q: (1,7) 1,8 - 2,4 (2,7)
    Abmessungen nach t-Verteilungsverfahren mit 90%-Konfidenzintervall: für L × B: (3) 3,1 - 4,4 (4,7) × (1,5) 1,5 - 2,1 (2,3) µm; für Q: (1,7) 1,7 - 2,5 (2,7)


    mush-16154.jpg


    Der Pilz ist ebenso äußerst schwer zu fotografieren wie der vorhergehende, da er ebenso klein ist. Auch dieser ist mit einer Lupe völlig unsichtbar.
    Deshalb konnte ich ihn nur zeichnen. Das glitzernde Sporen-Knödel und die austretende Spore ist quasi andeutungsweise:
    mush-16155.jpg



    Ich konnte den Pilz nicht einmal einer Gattung zuordnen, er dürfte aber sehr sicher aff. Cylindrotrichum sein.
    Hier bitte ich Euch um Eure Tipps und Hinweise.

    Hier die Foto-Versuche:

    mush-16156.jpg



    Die perlschnurartigen Pilze hier, und im nächsten Bild gehören nicht zu dieser Art sondern zu Fundnummer 2019-05-18-1216-B.
    mush-16148.jpg


    mush-16149.jpg


    Weiter zum Teil 6

    18.05.2019: Aus "Steine suchen" wurde nix - aber dafür... - Teil 4
    Untertitel: Triviales und Geniales

    Liebe Pilz-Freunde,
    dies ist Teil 4 des Berichtes vom 18.05.2019
    .

    Teil 1 findet Ihr hier

    Teil 2 findet Ihr hier
    Teil 3 findet Ihr hier
    Teil 5 findet Ihr hier
    Teil 6 findet Ihr hier
    Teil 7 findet Ihr hier


    Und weiter geht's...

    Fundnummer: 2019-05-18-1205
    Am Tümpel machten wir wie üblich ein bisschen Stöckchendrehen.
    Sehr erfreulich für mich, da sich gleich ein toller Erstfund finden ließ:
    Braungraues Weichbecherchen (Mollisia olivaceocinerea)
    :
    mush-16031.jpg


    mush-16032.jpg


    mush-16068.jpg


    mush-16069.jpg


    Fundnummer: 2019-05-18-1211
    Auch Amina schaute sich um und fand im Tümpel einen
    Teichmolch (Triturus vulgaris):
    mush-16034.jpg


    Fundnummer: 2019-05-18-1214
    Dieser verdächtige rötliche Ast Nummer 3 musste natürlich auch noch in Dieter's Rucksack wandern:
    mush-16035.jpg


    Zunächst machte ich hier eine Holzbestimmung.

    Gefäßzellen/Poren oder nur Tracheiden?: Gefäßzellen/Poren --> also Laubholz
    Porenform: Diffus- und (unsicher) einzel-porig
    Porenausrichtung: nicht ausgerichtet (diffus)
    Porenverästelung vorhanden?: nein

    Strahlenart:
    heterogen
    Strahlenbreite: einreihig (uniseriate)
    Strahlenvereinigung vorhanden?: nein
    Perforation plates: einfach oval
    Spiralverdickungen: nicht vorhanden

    Damit ist das sehr wahrscheinlich Weide (Salix)

    Hier die Mikrobilder:

    mush-16228.jpg


    Obwohl ich skeptisch war über das Ergebnis (Salix), ist die Strahlenart definitiv heterogen (rote Pfeile):

    mush-16229.jpg


    mush-16230.jpg


    mush-16231.jpg


    mush-16232.jpg


    Hier war ich mir nicht sicher ob Spiralverdickungen vorhanden waren - würde bei den Fransen aber her auf abgeschnittene Strahlenporen tippen:

    mush-16233.jpg


    Der erste Fund auf diesem Ast war gleich etwas Gutes, wenn auch nur cf. bestimmbar:
    Fundnummer: 2019-05-18-1214-A
    Ein wunderschöner Helicoil...

    Mikroskopische und Morphologische Daten:

    Ca. 5-6 Windungen, Konidien-Breite ca. 4-5 µm, Coil-Länge ca. 21-26 µm, Coil-Durchmesser ca. 18-21 µm.
    Die Helicoils hängen traubenartig an einer verzweigten Konidiophore, so erscheinen jeweils Konidientrauben von mehreren (bei dieser Kollektion 5-7) Stück.
    Damit ist das optisch zwar eindeutig Helicoon dendroides, was jedoch abweicht ist die Oberfläche des Astes, denn Helicoon dendroides besiedelt nur berindete Äste.

    Der Pilz ist sehr klein und mit der Lupe nicht zu erkennen. Ich fand nur 4 Trauben am Holz. Nach dem erstellen der Bilder gelang es mir nicht, den Pilz am Holz wieder zu finden, obwohl ich es nur kurz vom Kreuztisch nahm um die Trauben auf einen Objektträger zu bringen. Somit waren leider keine Mikrobilder möglich.
    Die Holzart hilft uns bei der Bestimmung leider nicht weiter.

    Wahrscheinlich ist hier jedoch der
    Traubenartige Helicoil-Wasserpilz (Helicoon cf. dendroides), da die makroskopische Struktur und Maße dafür einwandfrei passen.
    Abweichend ist das Substrat, welches laut "Die aero-aquatischen Pilze des Sauwaldgebietes - Hermann Voglmayr (2000)" nur "berindete Äste" sind:

    mush-16212.jpg


    Ebenso an Ast Nummer 3 fand sich eine weitere hochinteressante Pseudaegerita...
    Fundnummer: 2019-05-18-1214-C

    Morphologische Daten:

    Substrat:
    Ast Nummer 3 (Daten siehe vorhergehend)
    Inkubationsdaten: Holz 18 Tage in schwach belüfteter Tageslicht-Feuchtekammer
    Konidienfarbe: Im Auflicht: schmutzig weiß über olivgrün bis dunkelgrün; im Durchlicht: bräunlich bis oliv-grünlich

    Mikroskopische Daten und Bilder:

    Konidien Auflichtmessung:
    (55,8) 75,9 - 115,3 (182,4) µm; N = 41; Me = 96,7 µm

    Einzelzellen:
    selten globos, häufig sub-triangular und 3-dimensional poly-angular
    Maße: (3,5) 4,1 - 5,0 (5,3) µm; N = 24; Me = 4,5 µm

    Hyphen:
    bräunlich, septiert
    Konidiophoren: einzeln aufsteigend, bräunlich
    Phialiden-Form: nicht gesehen
    Zusammenhalt der Konidien: Im Präparat nicht leicht in Fragmente zerfallend


    mush-16285.jpg


    mush-16286.jpg


    mush-16287.jpg


    mush-16288.jpg


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    mush-16290.jpg


    mush-16291.jpg


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    mush-16293.jpg


    mush-16294.jpg


    mush-16295.jpg


    mush-16296.jpg


    Auch hier verwendete ich den neu erstellen Schlüssel - welcher zu einem überraschenden aber eindeutigen Ergebnis führt:

    mush-16257.jpg

    Nach Prüfung aller mir zugänglicher Literatur bleibt nur eine Möglichkeit übrig:

    Knochenzelliger Luft-Bulbillenpilz (Pseudaegerita ossiformis)
    :
    mush-16280.jpg


    mush-16281.jpg


    mush-16282.jpg


    mush-16283.jpg


    mush-16284.jpg


    Nach 3 Wochen Inkubationszeit machte Matthias nochmals eine Datenaufnahme.
    Die Konidienkugeln haben sich noch dunkler verfärbt:

    mush-16341.jpg


    mush-16342.jpg


    mush-16343.jpg


    mush-16344.jpg


    mush-16345.jpg


    mush-16346.jpg


    mush-16347.jpg


    Weiter zum Teil 5

    18.05.2019: Aus "Steine suchen" wurde nix - aber dafür... - Teil 3
    Untertitel: Triviales und Geniales

    Liebe Pilz-Freunde,
    dies ist Teil 3 des Berichtes vom 18.05.2019
    .

    Teil 1 findet Ihr hier

    Teil 2 findet Ihr hier
    Teil 4 findet Ihr hier
    Teil 5 findet Ihr hier
    Teil 6 findet Ihr hier
    Teil 7 findet Ihr hier


    Und weiter geht's...

    Fundnummer: 2019-05-18-1155-B
    Die 2. Art auf Ast Nummer 2 war ein Kernpilz...

    Morphologische Daten:

    Fundort: Auf Laubholz-Ast Nummer 2 (Daten siehe vorhergehend)
    Maße der Fruchtköper: Breite ca. 0,47-0,58 mm, Höhe ca. 0,46-0,55 mm

    Mikroskopische Daten:

    Asci:
    8-sporig
    Maße: ca. 201 - 206 x 10,7 - 11,9 µm; N = 2; Me = 203 x 11,3 µm

    Paraphysen:
    septiert

    Maße der septierten Zellen: ca. (17) 18 - 28 (38) x (3,7) 3,9 - 5,9 (6,2) µm; N = 13; Me = 23,9 x 4,9 µm

    mush-16166.jpg


    Sporen
    3-fach-septiert, spindelig, hyalin, mit Öltröpfchen
    Maße:
    (22,7) 23,5 - 27,5 (28,0) x (7,2) 7,3 - 8,2 (8,4) µm
    Q = (2,9) 2,93 - 3,7 (3,9) ; N = 25
    Me = 25,2 x 7,7 µm ; Qe = 3,3

    mush-16167.jpg


    Das ist der Dreifach-Septierte Groß-Kernpilz (
    Annulusmagnus triseptatus) (der deutsche Name ist frei ausgedacht):

    mush-16183.jpg


    mush-16160.jpg


    mush-16161.jpg


    mush-16162.jpg


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    mush-16164.jpg


    mush-16165.jpg


    Fundnummer: 2019-05-18-1155-C

    Morphologische Daten:

    Fundort: Auf Laubholz-Ast Nummer 2 (Daten siehe vorhergehend)
    Wuchsform: Die Objekte haften rund um Kernpilze (Annulusmagnus triseptatus) herum.
    Form:
    wie liegende Eier
    Breite: ca. (130) 142.8 - 172.7 (176.2) µm
    Farbe: gelblich mit braunen Inkrustierungen

    Ich dachte zunächst, diese ist ein parasitärer Pilz, der die Kernpilze (Annulusmagnus triseptatus) auffrisst, da er rund um die Fruchtkörper wächst.
    Nach einigen Recherchen bin ich aber nun recht sicher dass Fundnummer 2019-05-18-1155-C ein Gelege ist und die "Sporen" nur Öltröpfchen oder ähnliches sind.
    Ihr könnt ja mal schreiben, was Ihr meint:

    mush-16159.jpg


    mush-16168.jpg


    mush-16169.jpg


    mush-16170.jpg


    mush-16171.jpg


    mush-16172.jpg


    mush-16173.jpg


    mush-16174.jpg


    mush-16175.jpg


    mush-16176.jpg


    Die Objekte bestehen aus einer braun inkrustierten Außenhülle, einer weißen Innenhülle. Beide eiförmig.
    Im Inneren der Innenhülle befinden sich vermeintliche "Sporen" und Öltröpfchen
    Ich konnte keine Asci oder Paraphysen entdecken:
    mush-16177.jpg


    mush-16178.jpg


    Ein aufwändiger Puzzle-Stack davon gleicht die Scheiß-Qualität der Optik aus (der Vergleich zum vorherigen Bild ist beachtlich):
    mush-16179.jpg


    Die Unterseite der Außenhülle:
    mush-16180.jpg


    Die Oberseite der Objekte "aufgeplatzt":
    mush-16181.jpg


    Die vermeintlichen Sporen oder Öltröpfchen:
    globos, warzig, grate zwischen Warzen bilden unvollständiges Netz
    Maße:
    (3,6) 3,64 - 4,5 (5,4) x (3,3) 3,5 - 4,1 (4,2) µm
    Q = (1,0) 1,02 - 1,2 (1,3) ; N = 28
    Me = 4,1 x 3,7 µm ; Qe = 1,1

    mush-16182.jpg


    Das nächste Objekt auf Ast Nummer 2:
    Fundnummer: 2019-05-18-1155-D
    Ein bisschen weiter mit "Off-Topic" (oder vielleicht gar nicht so sehr?):
    Auch Kieselalgen waren auf diesem Ast zu finden.
    Hier eine hübsche Art: Kieselalge (Pinnularia microstauron):
    mush-16158.jpg


    Ebenso auf Ast Nummer 2:
    Fundnummer: 2019-05-18-1155-E

    Diese weißliche Orbilia ist leider nicht sicher bestimmbar. Entfärbte Kollektionen ohne Anamorphe kann man nicht unterscheiden, es kann Orbilia rosea oder Orbilia luteorubella sein. Müsste man sequenzen, da soll der Unterschied riesig sein meint Zotto. Typisch sehen die auch unterschiedlich aus, so ist es aber leider nicht möglich.
    Die Sequenzierung war leider nicht mehr durchführbar, da die Zeit um ein frische Fragmente auf Agar zu züchten einfach fehlte.
    Somit bleibt das Orbilia rosea l. luteorubella:
    mush-16335.jpg


    mush-16336.jpg


    mush-16337.jpg


    Asci+Paraphysen:
    mush-16338.jpg


    mush-16339.jpg


    mush-16340.jpg


    Auf Ast Nummer 2 rissen die Funde nicht ab - ein weiterer interessanter aero-aquatischer Hyphomycet aus der Pseudaegerita-Ecke kam auch zum Vorschein.
    Fundnummer: 2019-05-18-1155-F

    Morphologische Daten:

    Substrat:
    Ast Nummer 2 (Daten siehe vorhergehend)
    Inkubationsdaten: Holz 18 Tage in schwach belüfteter Tageslicht-Feuchtekammer
    Konidienfarbe: Im Auflicht: weiß, über goldgelb bis orange, diese Farben gemischt durcheinander

    Mikroskopische Daten und Bilder:

    Konidien Auflichtmessung:
    (30,5) 44,7 - 83,9 (88,8) µm; N = 25; Me = 63,4 µm

    Einzelzellen:
    selten globos, meist subglobos und häufig ellipsoid, bräunlich
    Maße: (3,4) 3,5 - 4,4 (4,7) µm; N = 35; Me = 4,0 µm

    Hyphen:
    bräunlich, septiert
    Phialiden-Form: nicht gesehen
    Zusammenhalt der Konidien: Im Präparat leicht in Fragmente zerfallend


    Geschlüsselt nach meinem vorhergehend gezeigten Schlüssel und nach einiger Recherche ist das der
    Pseudaegerita corticalis s.l.
    Wieso ich diesen als "s.l." benenne möchte ich kurz erklären:
    Die Autoren unterscheiden sich stark in der Meinung was den Durchmesser der Konidien angeht.
    Die Autoren unterscheiden sich ebenso stark in der Meinung was den Zusammenhalt der Konidien angeht.
    Es ist wahrscheinlich, dass es sich aufgrund der Unterschiede in den Beschreibungen um eine Sammelart handelt, weshalb der Zusatz "s.l." angebracht erscheint.
    Das wohl eindeutigste Merkmal dieser Art scheinen die Unterschiedlich gefärbten Konidien zu sein. Bei Kulturen auf Agar sind die Konidien jedoch gleichfarbig.

    Somit sehen wir hier nun den Vielfarbigen Luft-Bulbillenpilz (Pseudaegerita corticalis s.l.):
    mush-16330.jpg


    mush-16331.jpg


    mush-16332.jpg


    mush-16333.jpg


    Die Micro-Bilder dazu:

    mush-16327.jpg


    mush-16328.jpg


    mush-16329.jpg


    Weiter zum Teil 4


    18.05.2019: Aus "Steine suchen" wurde nix - aber dafür... - Teil 2
    Untertitel: Triviales und Geniales

    Liebe Pilz-Freunde,
    dies ist Teil 2 des Berichtes vom 18.05.2019
    .

    Teil 1 findet Ihr hier

    Teil 3 findet Ihr hier
    Teil 4 findet Ihr hier
    Teil 5 findet Ihr hier
    Teil 6 findet Ihr hier
    Teil 7 findet Ihr hier


    Und weiter geht's...

    An Ast Nummer 1 fand sich dann noch etwas sehr Gutes...
    Fundnummer: 2019-05-18-1153-C

    Ein wunderschöner Pilz, der aber mit 0,2 mm Höhe und 0,03 mm Breite, kaum oder gar nicht zu fotografieren ist. Auch im Durchlicht ist er nicht in seiner Schönheit zu fotografieren, da dessen Konidien im Wasser leicht abfallen oder verklumpen. Außerdem spulen sich die Spiralen im Präparat etwas auf und zeigen nicht mehr Ihre eigentliche Form am Pilz. Zusätzlich verlieren sie die wunderschöne gelbe Farbe. Die einzige Chance ist also, ihn zu zeichnen...
    Da ich ein schlechter Zeichner bin fraget ich Tuppie ob sie Anhand der Daten eine Zeichnung anfertigen kann und sie machte sich gleich ans Werk.
    Das Ergebnis ist die wohl erste Farbdarstellung von diesen grandiosen Fund.
    Das Grünlichgelbe Spiralenpilzchen (Helicosporium vegetum) (der deutsche Name ist frei ausgedacht)
    Und wem das lieber ist: Offiziell wäre der Name nach der Hauptfruchtform allerdings Tubeufia cerea.
    Hier seht ihr Tuppie's wunderbares Werk:
    mush-16352.jpg
    Bild gezeichnet von Tuppie

    Hier unsere Foto-Versuche - bedenkt die Kleinheit des Pilzes und entschuldigt die Unschärfe der Bilder:

    Hier kann man die Anordnung und echte Form der Spiralen sehen:
    mush-16271.jpg


    mush-16270.jpg


    mush-16273.jpg


    mush-16272.jpg


    mush-16266.jpg


    Weiter heraus gezoomt:
    mush-16267.jpg


    mush-16268.jpg


    mush-16269.jpg


    Hier kommt nun das zunächst Rätselhafte an dem Pilz:
    Als wir uns die Sache genauer anschauten, sah es so aus, als ob an einer Stelle am Ast an Helicosporium vegetum oben noch tränenförmige Konidien wachsen. Dies zeigen die gleich folgenden Bilder. Synanamorphen gibt es nicht bei Helicosporium.
    Als wir schon fast am verzweifeln waren fand sich die einfache Lösung des Problems:
    Fremdsporen einer benachbarten Art die auf dem Küchenkrepp in der Feuchtekammer lagen haben sich durch das häufige Umlagern des Astes an die Konidiophoren geklebt.

    mush-16313.jpg


    mush-16312.jpg


    mush-16311.jpg


    Wir zoomen weiter heraus:
    mush-16316.jpg


    So sieht der Pilz am Holz aus. Beachtet die Fläche auf der er wächst: Sie ist nur 1 mm breit.
    Mit dem Auge ist der Pilz nicht zu sehen. Mit der Lupe erkennt man nur "etwas Gelbes" wenn man weiß wo der Pilz wächst.
    mush-16309.jpg


    Mikroskopische Daten und Bilder:

    Konidiophoren:
    braun, nach oben hin heller (fast hyalin) werdend, selten laterale Äste, Zellen werden nach oben hin schmäler und länger, Basis flach wurzelig oder knollig, einzeln aufstrebend
    Maße:
    Längen: (194) 203 - 227 (233) µm; N = 6; Me = 212,6 µm
    Breite unten: (2,6) 3,1 - 3,6 µm; N = 14; Me = 3,3 µm
    Breite oben: (1,6) 1,62 - 2,1 (2,2) µm; N = 9; Me = 1,9 µm
    Zellenlängen: (6,8) 7,5 - 13,0 (22,7) µm; N = 13; Me = 10,2 µm

    mush-16274.jpg


    mush-16275.jpg


    Rechts im Bild ein Lateraler Ast:
    mush-16276.jpg


    Die Konidiophoren-Basen im Substrat:
    mush-16277.jpg


    Denticles:
    monoblastic und polyblastic, hyalin

    mush-16278.jpg


    Konidien (Spiralen):
    1,5- bis 3,3-fach gewunden, septiert, im Auflicht zitronengelb mit leicht grünlichem Schimmer, im Durchlicht gelblich bis hyalin, hauptsächlich im unteren Teil vom Konidiophor wachsend, Konidien fallen im Präparat leicht vom Konidiophor ab
    Spiralebreite: ca. (11,1) 11,3 - 19,8 (22,1) µm; N = 9; Me = 15,7 µm
    Konidien Filament: (1,2) 1,4 - 1,7 (1,8) µm; N = 7; Me = 1,5 µm

    mush-16279.jpg


    Die Konidien in Baumwollblau:

    mush-16310.jpg


    mush-16315.jpg


    Fundnummer: 2019-05-18-1155
    Des Weiteren fand sich dieser dicke Ast Nummer 2 - von dem jeder von uns ein Stück mit nahm:
    mush-16025.jpg


    Der erste Fund auf diesem Ast war ein aeroaquatischer Hyphomycet und entpuppte sich als schwer bestimmbar:
    Fundnummer: 2019-05-18-1155-A

    Morphologische und Mikroskopische Daten:

    Fundort: Auf Laubholz-Ast Nummer 2
    Inkubationsdaten: Holz 4 Tage in schwach belüfteter Tageslicht-Feuchtekammer
    Konidienfarbe:
    Im Auflicht: rein weiß, nicht grünlich oder verfärbend

    Konidien im Durchlicht:
    Präparat: Fruchtkörper; Untersuchungsmedium: Wasser; Messwertanzahl: n = 51
    Test auf Normalverteilung nach Anderson Darling: nicht normalverteilt
    Arithmetischer Mittelwert Me: 63,3 µm; Standardabweichung S. D.: 15,1 µm; Median: 59,3 µm
    Abmessungen nach Quantil-Verfahren: mit 80%-Standardbereich: (42,5) 47,8 - 91,5 (113,5) µm; mit 90%-Standardbereich: (42,5) 46,3 - 94,1 (113,5) µm
    Abmessungen nach t-Verteilungsverfahren: nicht anwendbar, da nicht normalverteilt

    Einzelzellen:

    globos, (3.3) 3.6 - 4.5 (4.6) µm; N = 17; Me = 4.1 µm

    Zunächst ist dieser Pilz offensichtlich eine Pseudaegerita.
    In dieser Gattung sieht es derzeit so aus, dass eventuell noch eine genauere Artentrennung anhand morphologischer und phylogenetischer Untersuchungen nötig ist. Es gab noch keinen gattungs-übergreifenden Schlüssel, also musste ich selbst einen anfertigen.
    Ich verwendete also alle vorhandenen Arten der Gattung, inklusive Trichoderma matsushimae, da diese Art morphologisch sehr ähnlich ist wie Pseudaegerita.
    Einen Auszug aus diesem Schlüssel stellen wir Euch zunächst hier vor:

    mush-16257.jpg

    Die deutlichen Unterschiede zu allen anderen Arten im Schlüssel sprechen eine klare Sprache.
    Danach ergibt sich für den Fund ein eindeutiges Ergebnis, welches ich vorerst so als einzige Möglichkeit als wahr annehme.
    Es handelt sich wahrscheinlich um den
    Schneeweißen Luft-Bulbillenpilz (Pseudaegerita websteri).
    (der deutsche Name ist frei ausgedacht):

    mush-16201.jpg


    mush-16202.jpg


    mush-16203.jpg


    Die Konidien bilden luftgefüllte Hohlkörper (die Luft ist hier schwarz im Bild zu sehen):

    mush-16204.jpg


    mush-16205.jpg


    Weiter zum Teil 3

    18.05.2019: Aus "Steine suchen" wurde nix - aber dafür... - Teil 1
    Untertitel: Triviales und Geniales

    Liebe Pilz-Freunde,
    eigentlich wollten ich und Amina heute nur kurz auf einen Acker zum Steine suchen gehen (Kristalle und so) und dann noch ein paar Maipilze holen.
    Wir fuhren los und dachen wir schauen schnell mal bei Matthias vorbei und fragen ihn ob er Lust hat auf ne gaaaanz kurze Tour.
    Was dann so alles passierte seht ihr gleich - viel Spaß ;-)

    Wegen der Menge müssen wir diesen Bericht diesmal auf 7 Teile aufteilen.

    Teil 2 findet Ihr hier
    Teil 3 findet Ihr hier
    Teil 4 findet Ihr hier
    Teil 5 findet Ihr hier
    Teil 6 findet Ihr hier
    Teil 7 findet Ihr hier

    Wir schreiben den Bericht wieder zusammen.
    Wie immer: Meine Texte sind schwarz, Matthias' Texte sind grün. ;-)
    Meine Bilder sind mit einem schwarzen
    , Matthias' Bilder sind mit einem grünengekennzeichnet.
    Außerdem wirkte diesmal Tuppie mit - Ihre Zeichnungen sind mit einem roten
    gekennzeichnet.

    Wir besuchten also Matthias. Natürlich hatte er Lust auf eine kurze Tour, musste noch schnell seine Sachen packen, so hatten wir Zeit uns in seinem Garten kurz umzusehen... Und da ging es schon los mit den ersten Pilzen...

    Fundnummer: 2019-05-18-1117
    Amina stand zwischen einem Meer aus
    Schlehenrötlingen (Entoloma sepium):
    mush-16005.jpg


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    Matthias meinte ich kann ruhig ein paar mitnehmen - da sagte ich natürlich nicht nein...
    Zuhause wollte ich kurz testen wie das nun wirklich ist mit Anilin und Guajak, für zukünftige Bestimmungen.
    Denn zum einen ist nicht so ganz klar "wo" und "wie lange" die Substanzen aufgetragen werden bzw. einwirken sollen/müssen.
    Ich trug also Anilin und Guajak im Stielfleisch und Hutfleisch auf und auch auf der Stielrinde und wartete.
    Hier mein Test dazu:
    mush-16010.jpg


    Es zeigten sich tatsächlich Unterschiede und folgende Erkenntnisse - die man wohl beachten sollte:
    a) die Wartezeit für Guajak ist unrelevant. - die blau-grün-Färbung tritt unmittelbar nach dem Auftragen ein
    b) die Wartezeit für Anilin hingegen ist kritisch. Man sollte mindestens 20 Minuten warten.
    c) Guajak kann überall aufgetragen werden, jedoch nicht im Stielfleisch in der Stielmitte, denn dort ist die Reaktion undeutlich bis sogar rot(!)
    d) Anilin sollte auf der Stielspitze außen oder im Hutfleisch im Zentrum aufgetragen werden - dort ist die Reaktion am deutlichsten.

    Weil ich selten so viele Schlehenrötlinge finde um einen Geschmackstest damit machen zu können, packte ich die Gelegenheit beim Schopfe und machte heute einen.
    So sehen sie geputzt aus - sehr appetitlich finde ich:

    mush-16011.jpg


    Auch in der Pfanne machen sie ein knackiges Bild und sehen fast aus wie Austernseitlinge:
    mush-16012.jpg


    Der Geruch während des Bratens ist unüblich für Pilze - etwas seltsam.
    Wie üblich für meine Geschmackstestes briet ich sie nur in Margarine, bisschen Steinsalz drauf - fertig.
    Und auf dem Teller sehen sie sehr gut aus und riechen dann auch hervorragend:
    mush-16013.jpg


    Was mir als erstes auffiel ist die Knusprigkeit der Pilze - was ich sehr mag. Sie knuspern wirklich wie Kartoffelchips, sofern sie fein geschnitten sind.
    Der Geschmack ist ebenso sehr gut, jedoch etwas schwach pilzig. An bestimmte Täublinge und Krause Glucke (meine Lieblings-Speisepilze) kommen sie nicht ran.
    Der Schlehenrötling bekommt deshalb die Wertung 8,5 von 10 möglichen Punkten.
    Hier wieder einmal ein Update der kompletten Geschmackstest-Chart:

    mush-16114.jpg

    Nach dem Garten fuhren also los in ein nahe gelegenes Laubwaldstück. Wir fanden einen kleinen Tümpel (im Bild gelb markiert).
    Und natürlich fanden sich gleich die ersten Pilze... Matthias hier bei der Arbeit an der gleich folgenden Fundnu
    mmer 2019-05-18-1159 (roter Pfeil).
    mush-16022.jpg


    Hier also das Was Matthias gerade im Bild fotografiert:
    Fundnummer: 2019-05-18-1159
    Unverschämtes Weißhaarbecherchen (Lachnum impudicum)
    :
    mush-16057.jpg


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    In dem Tümpel fanden sich auch 4 interessante Äste, die Dieter kultivierte und später Matthias weiterreichte:

    Fundnummer: 2019-05-18-1153
    Hier Ast Nummer 1 - ein halb-entrindeter Ast - von dem Dieter natürlich ein Stück einpackte:
    mush-16023.jpg


    An diesem Ast fand sich zunächst ein seltsamer und bislang quasi ungeklärter Pilz:
    Fundnummer: 2019-05-18-1153-B

    Morphologische Daten:

    Fundort: ca. 550 müNN. ca. N50, O12, an Ast Nummer 1
    Inkubationsdaten: Holz 14 Tage in schwach belüfteter Tageslicht-Feuchtekammer
    Wuchsform: einzeln
    Hutform:
    konvex
    Huthaut: weiß, aerifer-filzig
    Hygrophanität: nein
    Hutrand: behaart
    Lamellen: cremeweiß, Zwischenlamellen
    Lamellenschneiden:
    deutlich weiß beflockt
    Lamellen-Stielübergang:
    die Lamellen erreichen den Stiel nicht, somit als "frei" zu bezeichnen
    Stiel: stark exzentrich, kurz-stummelig, gebogen, weiß behaart auf ganzer Länge, darunter wohl rötlich-braun
    Stielbasis: ohne Besonderheiten
    Fleisch:
    keine Daten ermittelbar
    Größe: Hutdurchmesser ca. 2,5 mm, Stiellänge ca. 0,8 mm, Stieldurchmesser ca. 0,4 mm
    Sporenpulverfarbe:
    Farbe Aufnahme unmöglich, jedoch an den Lamellenflanken rotbräunlich
    Geruch: nicht feststellbar
    Geschmack: nicht feststellbar


    Mikroskopische Daten:

    Sporen:
    glatt, ellipsoid bis ovoid, oft ungleichmäßig, kleiner Keimporus leicht sichtbar
    Maße:
    (7,9) 8,4 - 10,2 (11,3) x (4,7) 5,2 - 6,0 (6,4) µm
    Q = (1,4) 1,5 - 1,8 (2,1) ; N = 66
    Me = 9,2 x 5,6 µm ; Qe = 1,6

    Basidien:
    2-sporig

    Cheilozystiden:
    zylindrisch geschlängelt wurmförmig, (eine mit großen runden Kopf gefunden - mag nichts heißen)

    Stielhaare:
    septiert, mit Schnallen, gelblich-bräunlich oder hyalin ca. 50 x 3-3,6 µm

    mush-16320.jpg


    mush-16322.jpg


    Huthaut:
    Es war mir nicht möglich den eigentlichen Aufbau der Huthaut festzustellen.
    Die Huthaare konnte ich jedoch erkennen, diese sind wurmartig geschlängelt, mit Schnallen und septiert, 30-140 x 1,5-2,5 µm

    Pileozystiden: der Übergang zwischen Pileozystiden und Haaren ist für mich nicht klar abzugrenzen. Somit: unbekannt.

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    mush-16326.jpg


    Die Schlüsselung nach Gröger (dann FN) bringt folgendes Ergebnis:

    Gröger I > S. 25 > Haupschlüssel > 1 > 1b > 6 > 6b > 8 > 8a > Gattungsschlüssel 1, S. 30 > 1 > 1b > 2 > 2b > 3 > 3b > 8 > 8b (50%) > 14 > 14b (90%) > 16 > 16b (70%) > 21 > 21b (60%) > 23 > 23b > 26 > 26b > 27 > 27b > 31 > 31a > 32 > 32a > Crepidotus p.p. Teil 2 > im Teil 2 wurde aber Crepidotus nicht behandelt.
    Wechsel auf FN: S. 978 > 1 > 3 > 4 > 6 > 12 > 13 > 14 > Crepidotus luteolus > Mikromerkmale nicht gut passend

    Gröger I > S. 25 > Haupschlüssel > 1 > 1b > 6 > 6b > 8 > 8a > Gattungsschlüssel 1, S. 30 > 1 > 1b > 2 > 2b > 3 > 3b > 8 > 8b (50%) > 14 > 14a (10%) > 15 > Sackgasse

    Gröger I > S. 25 > Haupschlüssel > 1 > 1b > 6 > 6b > 8 > 8a > Gattungsschlüssel 1, S. 30 > 1 > 1b > 2 > 2b > 3 > 3b > 8 > 8b (50%) > 14 > 14b (90%) > 16 > 16b (70%) > 21 > 21b (60%) > 23 > 23b > 26 > 26b > 27 > 27b > 31 > 31b > 33 > 33b > 34 > 34b > 35 > 35b > 36 > 36b > 37 > 37a > 59.1 Marasmiellus lateralis > passt nicht

    Gröger I > S. 25 > Haupschlüssel > 1 > 1b > 6 > 6b > 8 > 8a > Gattungsschlüssel 1, S. 30 > 1 > 1b > 2 > 2b > 3 > 3b > 8 > 8b (25%) > 14 > 14b (90%) > 16 > 16b (70%) > 21 > 21b (60%) > 23 > 23a > 24 > 24b > 25 > Sackgasse

    Gröger I > S. 25 > Haupschlüssel > 1 > 1b > 6 > 6b > 8 > 8a > Gattungsschlüssel 1, S. 30 > 1 > 1b > 2 > 2b > 3 > 3b > 8 > 8b (25%) > 14 > 14b (90%) > 16 > 16b (70%) > 21 > 21a (40%) > 22 > 22b > Sackgasse

    Gröger I > S. 25 > Haupschlüssel > 1 > 1b > 6 > 6b > 8 > 8a > Gattungsschlüssel 1, S. 30 > 1 > 1b > 2 > 2b > 3 > 3b > 8 > 8b (25%) > 14 > 14b (90%) > 16 > 16a (30%) > 17 > 17a > 60 Marasmius p.p. > Teilschlüssel a, S. 307 > 1 > 1b > 2 > 2b > 3 > Sackgasse

    Gröger I > S. 25 > Haupschlüssel > 1 > 1b > 6 > 6b > 8 > 8a > Gattungsschlüssel 1, S. 30 > 1 > 1b > 2 > 2b > 3 > 3b > 8 > 8a (50%) > 9 > 9b > 10 > 10a (50%) > Simocybe rubi = Simocybe haustellaris --> Gestalt, Farbe, Lamellen, Lamellen-Stielübergang passt nicht
    Alternativen prüfen:
    Simocybe coniophora: wie vorhergehend, Sporen zu groß

    Gröger I > S. 25 > Haupschlüssel > 1 > 1b > 6 > 6b > 8 > 8a > Gattungsschlüssel 1, S. 30 > 1 > 1b > 2 > 2b > 3 > 3b > 8 > 8a (50%) > 9 > 9b > 10 > 10b (50%) > 11 > 11b (80%) > 12 > 12b > 13 > 13a > Deconica Sekt. Melanotus (Teil2) > S. 409 > Sackgasse

    Gröger I > S. 25 > Haupschlüssel > 1 > 1b > 6 > 6b > 8 > 8a > Gattungsschlüssel 1, S. 30 > 1 > 1b > 2 > 2b > 3 > 3b > 8 > 8a (50%) > 9 > 9b > 10 > 10b (50%) > 11 > 11b (80%) > 12 > 12b > 13 > 13b > Pleuroflammula ragazziana > passt nicht > Phaeomarasmius > passt nicht > Sackgasse

    Gröger I > S. 25 > Haupschlüssel > 1 > 1b > 6 > 6b > 8 > 8a > Gattungsschlüssel 1, S. 30 > 1 > 1b > 2 > 2b > 3 > 3b > 8 > 8a (50%) > 9 > 9b > 10 > 10b (50%) > 11 > 11a (20%) > Crepidotus p.p. Teil 2 > Crepidotus epibryus > passt nicht > Crepidotus mollis Crepidotus calolepis > Größe des Fruchtkörpers passt nicht, Schnallen passen nicht

    Der Pilz ist nicht 100% sicher bestimmbar, es bleibt also
    vermutlich das
    Flaumige Krüppelfüßchen (Crepidotus cf. luteolus) (evtl. Kümmerform):
    mush-16317.jpg


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    mush-16319.jpg



    Weiter zum Teil 2

    Danke Thorben,
    ich habe gestöbert... leider konte ich über "Schraiben-Tracheen" nichts näheres finden.
    Allerdings scheinen die immer(?) von einer weiteren Hülle umgeben zu sein...

    Danke Nobi für die Infos, die ich mir nun mal in Ruhe angeschaut habe.
    OK, Thecotheus pelletieri nicht selten... macht nichts - für mich war er trotzdem toll zu sehen.

    Bald gibt's neuen Stoff... und morgen geh ich mit Matthias auf Tour. Yeah!
    Beste Grüße
    Dieter

    14.04.2018: In der Trockenzeit...

    Liebe Pilz-Freunde,
    es war sehr trocken in dieser Zeit. Trotzdem versuchten ich und Matthias unser Glück. Ein paar Sachen fanden sich wie immer.
    Viel Spaß beim dabei sein.

    Wir schreiben den Bericht wieder zusammen.
    Wie immer: Meine Texte sind schwarz,
    Matthias' Texte sind grün. ;-)
    Meine Bilder sind mit einem schwarzen
    , Matthias' Bilder sind mit einem grünengekennzeichnet.

    Fundnummer: 2018-04-14-0958

    Das erste Fotomodell war kein Pilz - aber eine andere Schönheit - die
    Grüne Huschspinne (Micrommata virescens)
    :
    mush-16361.jpg


    mush-16362.jpg


    Auch in gelb war sie zu sehen:
    mush-16363.jpg


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    Fundnummer: 2018-04-14-1013

    Weil es sonst wenig zu sehen gab nahmen wir diese mal mit. Leider ergab sich auch mikroskopisch nichts anderes als eine
    angetrocknete Gallertträne (Dacrymyces spec)
    :
    mush-16366.jpg


    Fundnummer: 2018-04-14-1033

    Hier bei uns keineswegs selten. Was mir aber selten gelang waren gute Mikrofotos, diesmal hat es geklappt.
    Glänzender Schwarzborstling (Pseudoplectania nigrella):
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    Paraphysen und Asci:
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    Paraphysen:
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    Randhaare (der schwarze Filz an der Kante der Schüssel):
    mush-16374.jpg


    Fundnummer: 2018-04-14-1116
    Wildschweinlosung-Faserling (Psathyrella tenuicula)
    :
    mush-16375.jpg


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    Fundnummer: 2018-04-14-1136
    Weil es nicht so viel gab auch davon mal wieder ein Bild:
    Fichtenzapfenrübling (Strobilurus esculentus)
    :
    mush-16378.jpg


    Fundnummer: 2018-04-14-1142
    Schleimiger Pillenwerfer (Pilobolus roridus)
    :
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    Fundnummer: 2018-04-14-1145

    Lasiobolus macrotrichus: Die häufigste Lasiobolus-Art hier bei uns. Auf Platz zwei in meiner Liste steht dann ciliatus.
    Langhaariger Dungpilz (Lasiobolus macrotrichus) an Reh:
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    Asci und Paraphysen:

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    Fundnummer: 2018-04-14-1149

    Sarea resinae: Unser erster Fund dieser Art. Nun, über ein Jahr später hab ich die Art schon so oft gesehen, dass das gar nichts besonderes mehr ist. Wirklich sehr verbreitet bis häufig, aber man muss genau hinsehen. Die schwarze, seltenere Schwesterart Sarea difformis haben wir beide bisher nur einmal gesehen.
    Gelbes Harzbecherchen (Sarea resinae):
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    Unreifer Ascus und Paraphysen:
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    Schnitt durch Hymenium - Asci und Paraphsen, oben Exsudat der Paraphysen als braune Schicht erkennbar:
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    Paraphysen:
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    Ascus (vielsporig):
    mush-16404.jpg


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    Das war's für heute....
    Wir hoffen Ihr hattet viel Spaß und freuen uns wie immer auf Eure Kommentare.
    Beste Grüße
    Dieter & Matthias