Beiträge von Schwammer-Dieter

    Hallo Stefan,

    Danke für Deinen Beitrag, dem ich voll zustimme, mit einem "Aber":

    Für eine "Interpretation der Ergebnisse" - wenn man Unterschiede der niederen Phylogenie wissen möchte, also genau da, wo wir uns bei der Problemstellung befinden wäre die ITS (alleine) bereits ausreichend. Unabhängig davon - und somit Dir zustimmend: Die Divergenz in den Konsensus-Sequenzen der Zählinge liegen in den nicht-codierenden Loci (ITS und LSU - auch homöopatisch in der SSU) genau so wie in den codierdenden Sequenzen des haploiden Kergenoms. Moderne Studien würden aber nicht die ITS alleine betrachten. Eine Mulitigen-Phylogenie setzte ich natürlich als den üblichen Standard voraus.

    Beste Grüße

    Dieter

    Hallo,
    Die Zählinge werden phylogenetisch stark beleuchtet. Wenn man es genau nimmt, spalten sich 2 deutliche Subkladen in L. cochleatus stirps als auch in L. ursinus stirps ab, deren morphologische Unterschiede wohl noch nicht näher untersucht wurden. Da die Divergenz der Konsensussequenzen der Subkladen nicht unerheblich sind, könnte es sein, dass beiden Kladen noch in Variatas oder Subspecies aufgeteilt werden.

    Beste Grüße
    Dieter

    Hallo Tanja,
    Das zweite Bild finde ich wirklich toll!

    Viellicht ist es kein Befall sondern eine Farbänderung, verursacht durch "VBs" (refractive vacuolar bodies)
    Vergleiche hier:
    baral-et-al-mp-11-201-214-2012-0001.pdf

    Siehe auch hier auf Seite 364:
    mycotaxon v044n2.pdf

    Hans-Otto Baral nennt es jedenfalls eine "Farbveränderung" - und "typisch" für die Art oder vielleicht der Gattung.
    Siehe z.B. hier:
    Unknown red and white asco - Forum ASCOFrance

    Beste Grüße
    Dieter

    11.09.2016: Wieder ein paar Erstfunde - Teil 1

    Hallo Pilz-Freunde,
    das Wetter war trocken, doch ich und Matthias gingen trotzdem auf Tour. Neben einem Laubwaldgebiet steuerten wir kurz noch einen Sumpf an.
    Seht was wir alles entdeckten...

    Wegen der Menge müssen wir diesen Bericht diesmal auf 2 Teile aufteilen.

    Teil 2 findet Ihr hier

    Um alle Bilder zu sehen, ohne sie einzeln anklicken zu müssen könnt Ihr wie folgt vorgehen: Hier im Forum einloggen, ein Bild anklicken und den Haken in der Checkbox "Diese Einstellung merken" und "Speichern" klicken.

    Wir schreiben den Bericht wieder zusammen.
    Wie immer: Meine Texte sind schwarz, Matthias' Texte sind grün. ;-)
    Meine Bilder sind mit einem schwarzen
    , Matthias' Bilder sind mit einem grünengekennzeichnet.
    Und los geht's...

    Fundnummer: 2016-09-11-0925
    Eigentlich eine häufige Art, aber sehr variabel. Oft sind die ganz fein gelblich gefärbte Schneiden ein Hinweis auf die Art, hier fehlen aber sogar die, was bei jüngeren Exemplaren nicht selten vorkommt. Entscheidend sind dann Habitus, Standort und v.a. mikroskopisch die Breiten HDS-Zellen.
    Olivgelber Helmling (Mycena flavescens)
    :







    Fundnummer: 2016-09-11-0950
    Ein Augenschmaus - der Gelbmilchender Helmling (Mycena crocata):







    Ich fand diese Ansicht besonders schön:




    Fundnummer: 2016-09-11-1032
    Wespennest (Metatrichia vesparium)
    :










    Fundnummer: 2016-09-11-1041
    Ein häufiger Standard: Eiförmiger Kohlenkugelpilz (Lasiosphaeria ovina):




    Fundnummer: 2016-09-11-1043
    Gelber Neststäubling (Trichia affinis)
    :




    Fundnummer: 2016-09-11-1047
    Catinella olivacea ist uns nur aus diesem einen Gebiet bekannt, dort derzeit auf zwei alten Buchenstämmen.
    Olivfarbenes Kelchbecherchen (Catinella olivacea):













    Hier der Knabber-Käfer dem der Pilz wohl gut schmeckte:




    Fundnummer: 2016-09-11-1106
    Darüber freute ich mich sehr - denn es war für mich ein Erstfund:
    Runzeliger Dachpilz (Pluteus phlebophorus)
    :










    Fundnummer: 2016-09-11-1128
    Ebenfalls ein Erstfund für mich - noch größere Freude:
    Roststieliges Samthäubchen (Conocybe tenera)
    :










    Weiter zum Teil 2

    11.09.2016: Wieder ein paar Erstfunde - Teil 2

    Liebe Pilz-Freunde,
    dies ist Teil 2 des Berichtes vom 11.09.2016.

    Teil 1 findet Ihr hier

    Und weiter geht's...

    Fundnummer: 2016-09-11-1151
    Henningsomyces hat folgende Verwechslungsmöglichkeiten:
    H. puber; Deutlich seltener, mit filziger Außenseite und weniger ästig verzweigten Haaren am Rand.
    Woldmaria filicina: Hat deutliche Brauntöne, mikroskopisch sofort durch die beidseitig zugespitzten Sporen klar. Henningsomyces haben fast kugelige Sporen.

    Weißes Hängeröhrchen (Henningsomyces candidus):




























    Fundnummer: 2016-09-11-1205
    Den fand ich einfach schön: Buchen-Schleimrübling (Oudemansiella mucida):







    Fundnummer: 2016-09-11-1219
    An der Basis des kleinen Exemplars sind noch kleine Becherchen zu sehen, die zu Hyaloscypha gehören dürften. Diese wurden aber nicht weiter untersucht.
    Kurzstieliger Olivschnitzling (Simocybe haustellaris):
















    Fundnummer: 2016-09-11-1324
    Unterscheidbar von M. giseoviride durch hellere Grüntöne, den Standort an sumpfigen Stellen im Nadelwald anstatt unter Buchen und den verschiedenen Breiten der toten(!) Asci.
    Grüne Erdzunge (Microglossum viride):



















    Fundnummer: 2016-09-11-1333
    Wässeriger Porling (Physisporinus vitreus)
    :




    Fundnummer: 2016-09-11-1349
    Kahler Erlenschnitzling (Naucoria scolecina)
    :




    Fundnummer: 2016-09-11-1355
    Die Schmetterlingstramete (Trametes versicolor) in voller Pracht:













    Fundnummer: 2016-09-11-1400
    Zum Schluss gab es noch den Hasen-Öhrling (Otidea leporina) zu bestaunen:










    Das war's für heute....
    Wir freuen uns wie immer auf Eure Kommentare
    Beste Grüße
    Dieter & Matthias

    Hallo,

    danke für die Infos und die Fehlermeldung. Ich muss hier nochmal meine Papier-Notizen heraussuchen. In diesem und in dan anderen Beitrag über die blauen Träuschlinge ist bei mir etwas durcheinander geraten (weiß jetzt nicht ob Bilder oder Mikrobilder oder Texte). Auch einen Pilz-Namen hatte ich wo falsch drin (hat Matthias schon bemerkt). Werd ich noch korrigieren.

    Bis später

    Dieter

    Hi Stefan,
    hier kann ich ausnahmsweise einmal weiter helfen, weil ich das gleiche Problem hatte.
    Nach meinen Recherchen stammt der Begriff aus dem Jahre 1804ff aus der Botanischen Zeitung Regensburg (Autor hab ich nicht notiert) und ist nichts anderes als "ausgebuchtet angewachsen" und bedeutet dass "eine Anwachsung an den Stiel ausgerundet" ist.
    Beste Grüße
    Dieter

    Hi M,

    ja cool! Na da müssen wir hin - ist ja klar. Wie an so viele Orte an die wir hin müssen.

    Only for Insiders wie Nobi zum Beispiel: Ich bearbeite gerade Z***moos 2016... mann mann mann... was für geile Funde...

    Hoffentlich haben wir 2019 ähnliche Schandtaten im Programm. ich zähl auf Dich - und auf Nobi und Begleitung natürlich auch!

    Gruß

    Schwammer-Dieter

    Hi Nobi,
    GEIL!
    Kleiigen Haselbecher (Encoelia furfuracea) wäre so einer meiner Traumfunde!
    Eis und Schwammer --> sehr schöne Motive hast Du eingefangen. Wäre gern dabei gewesen.
    Ja, die Flechten haben es in sich... Ich meine rein Sucht-mäßig ;-)) Hoffe da komme ich 2019 mehr dazu.
    Gruß
    Dieter

    Danke Pablo,
    aber es scheint hier Verständnisprobleme zu geben.

    1. "www.nocrotec.com" ist eine url. "nocrotec.com" ist eine Domain. "nocrotec" ist ein Domainname. Der Angezeigte Text welcher in dem Fenster erscheint ist fachlich falsch, da an keines dieser 3 Dinge "Daten übertragen" werden können. Elektronische Daten können nur von - auf Datenträger übertragen werden.

    2. Gemeint ist hier natürlich, dass die IP (sonst aber auch nichts) an den Server übertragen wird, auf dem die Domain mit der angezeigten url gehostet wird. Also an den ISP. Ebenso genau genmmen nicht "an mich" oder an "nocrotec.com".

    3. Klüppi weiß offensichtlich nicht dass jede Website die er besucht seine IP an einen ISP überträgt. Klüppi traut sich mit dieser IP z.B. auf Youtube Videos anzusehen (wie wir aus seinen Beträgen wissen), hier vom Forum also "Neue Medien Muennich Gmbh", "Netclusive Gmbh", "Hetzner-AS" usw. vertraut er seine IP adresse auch ohne zu zögern an... Er traut sich aber nicht von Domainfactory ein Bild zu laden, dass auf einen SSL-Server mit gültigem Sicherheitszertifikat liegt. Er denkt weiter, dass "man" - also dann wohl Domainfactory damit auf fremde Rechner eindringen könne, was man ganz klar an seiner Aussage erkennt - das das "die Wahrheit" wäre. Man stelle sich einmal vor - was das bedeuten würde, wenn das wahr wäre :-))))

    4. Ich lade die Bilder natürlich nicht "auf eine Seite hoch", da ich ja direkten Zugriff auf meinen eigenen Serverspace habe. Domainfactory ist natürlich "sauber".

    5. nocrotec.com - also ich - habe (wie für Klüppi ebenso sicherlich ersichtlich) ein gültiges ssl Zertifikat. Das Forum blockt aber sogar https-urls, obwohl das nicht nötig wäre. Ich verstehe aber auch die Forenbetreiber vollkommen, die sich damit wohl "doppelt" absichern wollten. Also alles gut so wie es ist aus meiner Sicht. Jeder kann natürlich selbst entscheiden, ob er dieses "Risiko" (welches gegen null geht) eingeht oder nicht. Dann sollte er aber schon daran denken NICHT auf youtube zu schauen, und vor allem auch die Smilies, die Werbe-Banner usw blockieren - aber bitte nicht mit einem Adblocker - wer nämlich denkt, dass ein Adblocker diese Übertragung der IP unterbindet - der täuscht sich. Adblocker blenden nämlich nur die Inhalte aus, im Hintergrund werden sie trotzdem geladen. Natürlich gibt es Tools die eine IP-Kontrolle, Tatsächliche Lade-Blockierung usw. können (ich besitze solche auch in großer Anzahl).

    6. Klüppi sieht nun aber ja meine Bilder, ohne sie anzuklicken. Er hat nocrotec.com also wohl durch eine "Fehlbedienung" auf die whitelist gesetzt - was mir zeigt dass er mir nun offensichtlich doch vertraut ;-)))

    7. Ich kann versichern dass ich erfolgreich einen DSGVO-Lehrgang absolviert habe.

    8. Das alles ist meiner Meinung nach nicht Thema für ein Pilzforum und ich bitte es damit zu belassen und abzuschließen und nicht weiter breit zu treten. Ich werde dies nun auch tun und mich wieder um die Schwammer kümmern und hier weiter die Bilder auf die für mich monmentan einzig mögliche zeitlich vertretbare Art einbinden. Obwohl ich problemlos ein Script schreiben könnte, welches hier in das Forum eben diese Bilder automatisch lädt und einbindet und damit den Speicherplatz voll automatisch "zumüllt"....

    In diesem Sinne...
    Haut rein!
    Beste Grüße
    Dieter

    Danke an Euch,

    Noch ein kleine Frage zu den letzten Fotos. Mit den Bildern werft Ihr mein gefühltes Raukopf - Hautkopf- Wissen völlig durcheinander. Die Huthaut sieht ja schon ziemlich rau aus, trotzdem ist es ein Hautkopf? Woran macht ihr das fest?


    Öhhhm.... also... bin auch kein Experte für Hautköpe aber ich würde das so beschrieben:
    Der Hut bzw die Deckschicht ist immer trocken und immer kräftig gefärbt und nie hygrophan.
    Sie kann glänzend sein, aber auch filzig-faserig (wie einige Risspilze) und immer ohne durchscheinende Lamellen. Der Hutrand ist kaum oder gar nicht behangen.
    Aber diese Merkmale sind mir nicht wirklich bewusst. Wenn ich eine Dermocybe erahne - dann ist es meist instinktiv so.

    Das eigentliche Haupt-Merkmal für Dermocybe sind denke ich aber die in Wasser lösbaren Pigmente.

    Beste Grüße
    Dieter

    15.10.2016: Speisepilztour, Schönheiten und 4 Erstfunde

    Liebe Schwammer-Freunde,
    an diesem Tag wollte ich mal ganz entspannt ein paar Schopftintlinge holen und mir diese gemütlich braten... Hmmmm... da läuft mir schon das Wasser im Mund zusammen wenn ich dran denke... Naja was soll ich sagen, ich hätte besser nicht meine Kamera mitnehmen sollen, denn es sprangen mir wieder einige Schönheiten vor die Füße. Ganz unverhofft machte ich auch noch 3 Erstfunde, davon sogar ein richtiger Knaller... schaut es Euch an...
    Los geht's...

    Um alle Bilder zu sehen, ohne sie einzeln anklicken zu müssen bitte geht wie folgt vor: Hier im Forum einloggen, ein Bild anklicken und den Haken in der Checkbox "Diese Einstellung merken" und "Speichern" klicken.

    Fundnummer: 2016-10-15-1428

    Ein interessanter Täubling, der mich neugierig machte weil ich fast sicher war, dass ich diese Art noch nicht gesehen habe. Und so war es auch.

    Morphologische Daten:

    Fundort: ca. 550 müNN. ca. N50, O12, bei Fichte und Kiefer
    Fundzeit: 15.10.2016
    Wuchsform: einzeln
    Hutform: relativ flach, Zentrum niedergedrückt
    Huthaut-Konsistenz: trocken
    Huthaut-Farbe: weinrot, mit vielen kleinen gelblichen Flecken, Zentrum schwärzlich, matt, Hutrand deutlich bereift
    Huthaut-Abziehbarkeit: 1/3 abziehbar
    Fleischfarbe unter Huthaut: weinrot
    Hut-Fraßstellen-Rand-Verfärbung: keine
    Hutrand: nicht gerieft
    Lamellen: mittelocker, am Fundort mit Grünschimmer (zuhause nicht mehr gesehen), eng stehend, wenige Y-Gabeln - diese in Stielnähe, fast keine Zwischenlamellen, Queradern am Grund, Lamellenhöhe: 7 mm
    Lamellenschneiden: glatt, einige Schneiden sind vom Rand her kurz rosa gefärbt
    Lamellensprödigkeit: kaum spröde, fast flexibel, bei stärkerem Druck brechen sie aber doch
    Lamellen-Stielübergang: ausgebuchtet angewachsen
    Stiel: runzelig, weiß, glänzend, an einer Stelle weinrot überhaucht, nicht verfärbend, keulig, schief, fest, voll mit einer Hohlkammer, Stielfleisch nicht schwammig ausgestopft sondern nur etwas weich
    Stielbasis: weinrötlich überhaucht
    Fleisch: weiß, im Hut etwas Zitronengelb, nicht verfärbend
    Größe: Hutdurchmesser 10 cm, Stiellänge 9 cm, Stieldurchmesser ca. 30 mm
    Sporenpulverfarbe: Pantone 1345U = ████ - das ist keine Romagnesi-Farbe, am ehesten: mehr oder weniger IVa im direkten Vergleich mit der Romagnesi-Tafel
    Geruch: unzerrieben, Lamellen gerieben: Riechen stark nach ??? - schwer zu sagen - "Zigarrenkiste (Zedernholz)" könnte sein
    Geschmack: nach 15 Sekunden sehr scharf

    Makrochemische Reaktionen:
    Ammoniak 25%: auf Lamellen, im Stielfleisch, auf Stiel außen: keine Reaktion
    Anilin pur: im Stielfleisch, auf Stiel außen: keine Reaktion
    Sulfovanillin: keine Reaktion
    Guajak: im Hutfleisch nach 5 minuten minimal blaugrün und braun = "oliv-braun", auf Stielspitze: keine Reaktion
    Phenol: im Stielfleisch und Stiel außen: weinrot nach 2 min.
    Eisensulfat FeSo4: im Hutfleisch sofort rosa

    Mit diesen Merkmalen kann es nur Zedernholz-Täubling (Russula badia) sein. Der erst Erstfund heute!
    Wichtige Merkmale: Die Eisensulfat FeSo4 Reaktion zu rosa oder ockerorange (nicht grünlich), die langsame, schwache Guajak-Reaktion, die Sporenpulverfarbe, die verzögerte Schärfe, die ocker-farbigen Flecken am Hut.

    Hier nun der Zedernholz-Täubling (Russula badia):









    Fundnummer: 2016-10-15-1454

    Morphologische Daten:


    Fundort: ca. 550 müNN. ca. N50, O12, im Nadelwald
    Fundzeit: 15.10.2016
    Wuchsform: gesellig
    Hutform: glockig
    Huthaut: rosa, körnig
    Hygrophanität: nein
    Hutrand: behangen oder Hülle bis Stiel geschlossen
    Lamellen: weiß, mit Zwischenlamellen
    Lamellenschneiden: ohne Besonderheiten
    Lamellen-Stielübergang: angeheftet

    Stiel: rosa, körnig, längsfaserig, voll
    Ring: oben weiß, unten rosa
    Stielbasis: knollig
    Fleisch: wässrig, cremefarben
    Größe: Hutdurchmesser ca. 1,5-2,5 cm, Stiellänge 4-6 cm, Stieldurchmesser ca. 5-7 mm
    Sporenpulverfarbe: nicht getestet
    Geruch: unzerrieben neutral, zerrieben etwas pilzig & leicht fruchtig, etwas nach Heu, auf keinen Fall neutral.
    Geschmack: nicht getestet

    Ganz sicher war ich mir nicht wegen des schwachen Geruches, bestimmte ihn dann aber doch als
    Starkriechender Körnchenschirmling (Cystoderma carcharias):
    Schaut Euch diese Schönheiten genau an:









    Fundnummer: 2016-10-15-1506

    Wenn man nicht genau hinschaut ein "langweiliger" Flaschen-Stäubling (Lycoperdon perlatum):



    Doch wenn man genauer hinschaut.... dannnn..... ;-)))
    Achtung! Nicht zu lange das Bild anschauen! Denn das ist ganz klar ein magic mushroom ;-)))



    Fundnummer: 2016-10-15-1516

    Einfach mal ein Gemeiner Rotfußröhrling (Xerocomellus chrysenteron):





    Fundnummer: 2016-10-15-1607
    Lecker und total hübsch - nicht wahr? - der Rauchblättrige Schwefelkopf (Hypholoma capnoides):



    Fundnummer: 2016-10-15-1624
    Total lecker ist aber auch der Anis-Zähling (Lentinellus cochleatus):







    Fundnummer: 2016-10-15-1635
    Eine Amanita, bei der ich ert einmal ins Schleudern kam.

    Im Nadelwald, hauptsächlich Kiefern und ein paar Fichten, Geruch absolut neutral, lappige, sackartige Scheide, keine Hutschuppen.
    Zuhause dann KOH-Reaktion auf Lammellen: orange.
    Auch wenn er seltsam aussieht kann es nur der Narzissengelbe Wulstling (Amanita gemmata) sein:



    Fundnummer: 2016-10-15-1653

    Dann folgte der Fund des Tages!

    Fundort: ca. 550 müNN. ca. N50, O12, im Nadelwald (Fichte, Kiefer) auf einem Waldweg im feuchten Gras auf Boden (nicht auf Holz, jedoch könnten natürlich Holzstücke im Boden gewesen sein)
    Fundzeit: 15.10.2016
    Wuchsform: gesellig
    Hutform: konvex mit leichtem Buckel
    Huthaut: gelb, Zentrum bräunlich, klebrig, Huthaut komplett abziehbar wie eine Gummihaut
    Hygrophanität: nein
    Hutrand: minimal behangen, Behang vom Sporenpulver braun gefärbt
    Lamellen: gelblich, braunfleckend, mit Zwischenlamellen
    Lamellenschneiden: ohne Besonderheiten
    Lamellen-Stielübergang: ausgebuchtet angewachsen

    Stiel: Spitze gelb, nach unten braun werdend, befasert, längsfaserig, hohl
    Stielbasis: rund
    Fleisch: gelb, nach unten braun werdend
    Größe: Hutdurchmesser ca. 2-6 cm, Stiellänge 4-12 cm, Stieldurchmesser ca. 3-7 mm
    Sporenpulverfarbe: Pantone 483U = ████
    Geruch: im Wald dachte ich "stark fruchtig", zuhause den "pilzig - sonst nichts", dann beim Antrocknen "eindeutig erdig wie erdig riechende Cortinarius"
    Geschmack: muffig, mild

    Mikroskopische Daten:

    Sporen:
    ellipsoid, glatt, KP minimal bis deiutlich sichtbar, honigbraun

    Präparat: Sporenabwurf; Untersuchungsmedium: GSM; Messwertanzahl: n = 94
    Test auf Normalverteilung nach Anderson Darling: Länge: normalverteilt; Breite: normalverteilt; Q: normalverteilt
    Standardabweichung S. D.: von L × B: 0,4 × 0,2 µm; von Q: 0,11
    Median: von L × B: 6,7 × 4 µm; von Q: 1,66
    Arithmetischer Mittelwert Me: von L × B: 6,7 × 4 µm; von Q: 1,68
    Abmessungen nach Quantil-Verfahren mit 80%-Standardbereich: für L × B: (5,7) 6,2 - 7,3 (7,7) × (3,5) 3,8 - 4,3 (4,5) µm; für Q: (1,36) 1,53 - 1,82 (1,96)
    Abmessungen nach Quantil-Verfahren mit 90%-Standardbereich: für L × B: (5,7) 6,2 - 7,4 (7,7) × (3,5) 3,7 - 4,4 (4,5) µm; für Q: (1,36) 1,51 - 1,88 (1,96)
    Abmessungen nach t-Verteilungsverfahren mit 80%-Konfidenzintervall: für L × B: (5,7) 6,2 - 7,2 (7,7) × (3,5) 3,8 - 4,3 (4,5) µm; für Q: (1,36) 1,53 - 1,83 (1,96)
    Abmessungen nach t-Verteilungsverfahren mit 90%-Konfidenzintervall: für L × B: (5,7) 6,1 - 7,4 (7,7) × (3,5) 3,7 - 4,3 (4,5) µm; für Q: (1,36) 1,49 - 1,87 (1,96)



    Cheilozystiden:
    flaschenförmig, ca. 61-72µm × 11-16 µm

    Pleuro-Crysozystiden:
    flaschenförmig, ca. 47-61µm × 10-14 µm

    Basidien:
    4-sporig, ca. 26 - 30 × 6,8 - 7,9 µm, 4-sporig mit Schnallen



    Lamellentramahyphen:
    Schnallen vorhanden, ca. 3,8-6,2 µm



    Gröger-Schlüsselung:
    S. 413 > A* > B > Teilschlüssel b., S. 418 > 1b > 10 > 10b > 11 > 11a > 12 > 13 > Pholiota conissans
    Alternativen geprüft:
    Pholiota graminis --> ist nun ein Synonym von Pholiota conissans
    Pholiota pityrodes --> passt nicht

    Ein supergenialer Erstfund - der Feuchtstellen-Schüppling (Pholiota conissans):







    Fundnummer: 2016-10-15-1708

    Eine wunderschöne Cortinarius, zeigte sich...

    Morphologische Daten:

    Fundort: ca. 550 müNN. ca. N50, O12, eindeutig bei Fichte
    Fundzeit: 15.10.2016
    Wuchsform: gesellig
    Hutform: jung: spitz und glockenförmig, alt: spitz und kegelförmig
    Huthaut: rötlich braun, nach außen heller werdend, radialfaserig
    Hygrophanität: nicht getestet
    Hutrand: ohne Behang, kantig
    Lamellen: gelblich orange, mit Zwischenlamellen, leicht queraderig
    Lamellenschneiden: ohne Besonderheiten
    Lamellen - Stielübergang:
    ausgebuchtet angewachsen
    Stiel: gelblich, nach unten bräunlich werden, rotbräunlich überfasert, hohl
    Stielbasis: ohne Knolle, rund
    Fleisch: im Stiel oben gelblich, nach unten bräunlich werden
    Größe: Hutdurchmesser ca. 2-3 cm, Stiellänge ca. 4-7 cm, Stieldurchmesser ca. 5-6 mm
    Sporenpulverfarbe: Pantone 7511U = ████
    Geruch: unzerrieben neutral, zerrieben etwas nach Rettich
    Geschmack: mild, neutral, nur etwas pilzig

    Der nächste Erstfund war gesichert - der Safrankegelige Hautkopf (Cortinarius croceoconus):









    Fundnummer: 2016-10-15-1722

    Der nächste Fund war ein Asco. Sicherlich eine junge Ascocoryne. Nur welche...
    Optisch cylichnium... aber wer weiß. Matthias schickte mir den Link zum Schlüssel.
    Es müssen die Sporen gemessen werden... es waren schon reife Fruchtkörper dabei.. glück gehabt.

    Sporendaten:

    Untersuchungsmedium: GSM; Messwertanzahl: n = 16
    Test auf Normalverteilung nach Anderson Darling: Länge: normalverteilt; Breite: normalverteilt; Q: normalverteilt
    Standardabweichung S. D.: von L × B: 1,8 × 0,3 µm; von Q: 0,4
    Median: von L × B: 17,9 × 4,5 µm; von Q: 4,1
    Arithmetischer Mittelwert Me: von L × B: 18,5 × 4,5 µm; von Q: 4,1
    Abmessungen nach t-Verteilungsverfahren mit 80%-Konfidenzintervall: für L × B: (16,2) 16,1 - 20,9 (22,4) × (4,1) 4,1 - 4,9 (4,9) µm; für Q: (3,3) 3,5 - 4,7 (4,8)
    Abmessungen nach t-Verteilungsverfahren mit 90%-Konfidenzintervall: für L × B: (16,2) 15,4 - 21,6 (22,4) × (4,1) 4 - 5,1 (4,9) µm; für Q: (3,3) 3,4 - 4,8 (4,8)



    Trotz verdacht auf cylichnium war es also dann doch der Fleischrote Gallertbecher (Ascocoryne sarcoides).
    Und damit der vierte Erstfund:





    Fundnummer: 2016-10-15-1753

    Zuhause im Garten noch schnell mal geschaut - Einer der Blauen Träuschlinge stand da herum.
    In einigen Beschreibungen kann man lesen, dass diese durch den Geruch, Beflockung des Hutes und die Färbung der Lamellenschneiden (im Alter) bestimmt werden könnte. bestimmt werden könnten. Bei dem Fund war der Geruch jedoch unzerrieben neutral, im Schnitt krautig, eine Hutbeflockung war vorhanden und die Schneiden im Alter weiß.
    Es ist also zu erkennen das die morphologischen Merkmale kein gutes Bestimmungsmerkmal sind.
    Die Cheilozystiden geben jedoch immer Auskunft: Es waren keine Chrysozystiden vorhanden, Sondern Lepto-Cheilozystiden, keulenförmig, oft kopfig gekeult.



    Damit ist das eindeutig der Weißblaue Träuschling (Stropharia pseudocyanea).
    EDIT:
    Damit ist das eindeutig der Grünspan-Träuschling (Stropharia aeruginosa). Danke Matthias ;-)
    Ich freute mich, denn für den Garten ist das eine neue Art:



    Natürlich zeige ich Euch auch die Speisepilz-Ausbeute - die ich und diesmal auch meine Mutter genüsslich verspeisten:



    Das war's für heute....
    Ich hoffe dieser alte Bericht hat Euch gefallen und wie immer freue ich mich über Eure Kommentare.
    Beste Grüße

    Dieter

    30.07.2016: Farbenfrohes Pilzfestival XXXL - Teil 1
    (Update 12.02.2019)

    Hallo Pilz-Freunde,
    an diesem Tag planten in und Matthias eine Tour auf Wiese nebst Mischwald.
    Was uns an diesem Tag erwartete war ein Feuerwerk an Arten wie man es sich nur wünschen kann.
    Warnung!
    Wir müssen alle Leser vor diesem Bericht warnen, denn er kann unheilbare Pilzsucht auslösen!
    Auch PT (Pilzträume) sind nicht ausgeschlossen.
    Ebenso sollten die Sicherheitsgurte angelegt und erst 5 Minuten nach dem Fertiglesen wieder geöffnet werden.
    Nach dem Lesen könnte ein starkes Verlangen nach interessanten Pilzarten zu suchen verspürt werden.
    Aber dafür können wir nichts.... ;-)))

    Um alle Bilder zu sehen, ohne sie einzeln anklicken zu müssen bitte geht wie folgt vor: Hier im Forum einloggen, ein Bild anklicken und den Haken in der Checkbox "Diese Einstellung merken" und "Speichern" klicken.

    Wegen der Menge müssen wir diesen Bericht diesmal auf 6 Teile aufteilen.

    Teil 2 findet Ihr hier
    Teil 3 findet Ihr hier
    Teil 4 findet Ihr hier
    Teil 5 findet Ihr hier
    Teil 6 findet Ihr hier


    Wir schreiben den Bericht wieder zusammen.
    Wie immer: Meine Texte sind schwarz, Matthias' Texte sind grün. ;-)
    Meine Bilder sind mit einem schwarzen
    , Matthias' Bilder sind mit einem grünengekennzeichnet.
    Und los geht's...

    Fundnummer: 2016-07-30-0807
    Den anfang machte der schmackhafte Hainbuchen-Raufuß (Leccinum pseudoscabrum).
    Ich liebe dieses Bild:




    Fundnummer: 2016-07-30-0811
    So orange wie ne ;-) - der Orangeroter Heftelnabeling (Rickenella fibula):




    Fundnummer: 2016-07-30-0822
    Sofort ging es los mit tollen Saftlingen - der erste war der Schleimfuß-Saftling (Hygrocybe glutinipes):



    Fundnummer: 2016-07-30-0833
    Dann ein Kartoffelbovist, der gar nicht so einfach zu bestimmen war.

    Morphologische Daten:

    Fundort: ca. 550 müNN. ca. N50, O12, auf Rasen, bei Hainbuche
    Fundzeit: 30.07.2016
    Wuchsform: gesellig
    Haut:
    feldrig schuppig, Schuppen braun auf beigen Grund, leichter gelbgrün-Stich
    Peridienfleisch: cremeweiß mit violettem Ton in Richtung Gleba
    Peridiendicke:
    am frischen Fruchtkörper gemessen: 1.3 - 1.5 mm; Me = 1.4 mm
    Gleba:
    schwarz mit violettem Ton, Gleba mit weißen Adern durchzogen
    Stielansatz: wurzelnd bis 10 mm lang
    Größe: Durchmesser 3-5 cm, Höhe ca. 2,5 cm
    Geruch:
    etwas gummiartig
    Geschmack: nicht probiert

    Mikroskopische Daten:

    Sporen:
    fast rund, mit Ornament, fast vollständiges Netz ausbildend, Typ (B)C nach Kuo
    Maße:
    Sporen mit Ornament gemessen:
    Präparat: Kratzprobe aus Exsikkat entnommen; Untersuchungsmedium: GSM; Messwertanzahl: n = 22
    Test auf Normalverteilung nach Anderson Darling: normalverteilt
    Arithmetischer Mittelwert Me: 15,2 µm; Standardabweichung S. D.: 1,4 µm; Median: 15,2 µm
    Abmessungen nach t-Verteilungsverfahren: mit 80%-Konfidenzintervall: (12) 13,3 - 17 (17,6) µm; mit 90%-Konfidenzintervall: (12) 12,7 - 17,6 (17,6) µm

    Sporen ohne Ornament gemessen:
    Präparat: Kratzprobe aus Exsikkat entnommen; Untersuchungsmedium: GSM; Messwertanzahl: n = 30
    Test auf Normalverteilung nach Anderson Darling: normalverteilt
    Arithmetischer Mittelwert Me: 12,1 µm; Standardabweichung S. D.: 1,2 µm; Median: 12 µm
    Abmessungen nach t-Verteilungsverfahren: mit 80%-Konfidenzintervall: (9,8) 10,5 - 13,7 (14,8) µm; mit 90%-Konfidenzintervall: (9,8) 10 - 14,1 (14,8) µm




    Peridienhyphen:
    Schlauchförmig, septiert, Schnallen zahlreich vorhanden
    Präparat: Schnitt aus Exsikkat entnommen --> Ammo 10% --> Kongo NH3; Untersuchungsmedium: GSM; Messwertanzahl: n = 16
    Test auf Normalverteilung nach Anderson Darling: normalverteilt
    Arithmetischer Mittelwert Me: 5,2 µm; Standardabweichung S. D.: 1,2 µm; Median: 4,7 µm
    Abmessungen nach t-Verteilungsverfahren: mit 80%-Konfidenzintervall: (2,8) 3,6 - 6,7 (7,2) µm; mit 90%-Konfidenzintervall: (2,8) 3,1 - 7,2 (7,2) µm




    Nach verschiedenen Bestimmungsschlüsseln gelangt man entweder zu Scleroderma citrinum oder Scleroderma bovista.
    Nach meiner Recherche kann es aber nur der
    Gelbflockige Kartoffelbovist (Scleroderma bovista) sein:




    Fundnummer: 2016-07-30-0849

    Morphologische Daten:
    Fundort:
    ca. 550 müNN. ca. N50, O12, auf Wiese (nicht Holz), unter verschiedenen Laubbäumen
    Fundzeit:
    30.07.2016
    Wuchsform: büschelig
    Hutform:
    jung: glockig
    Huthaut: jung: ocker, befasert
    Hygrophanität: nicht getestet
    Hutrand: stark behangen
    Lamellen: jung: creme, alt: braun, mit Zwischenlamellen
    Lamellenschneiden: weiß
    Lamellen-Stielübergang:
    ausgebuchtet angewachsen
    Fleisch: zerbrechlich
    Stiel: weiß, seidig glänzend, oben bereift, hohl
    Stielbasis:
    rund, nicht wurzelnd, nicht
    verdickt
    Größe:
    Hutdurchmesser ca. 1 cm, Stiellänge 4-7 cm, Stieldurchmesser ca. 3 mm
    Sporenpulverfarbe: schwarz-violett
    Geruch: neutral,
    etwas nach Gummi
    Geschmack: nicht probiert

    Das ist der Behangene Faserling (Psathyrella candolleana agg.).
    Wahrscheinlich ist das daraus speziell der Elegante Faserling (Psathyrella elegans) - jedoch nicht eindeutig bestimmbar:



    Fundnummer: 2016-07-30-0858
    In großer Anzahl - der Matte Zwergschwindling (Marasmiellus vaillantii):




    Fundnummer: 2016-07-30-0925

    Dann der erste Täubling...


    Fundort:
    ca. 550 müNN. ca. N50, O12, im Moos bei Fichte und Birke
    Fundzeit: 30.07.2016
    Wuchsform: zu dritt
    Hutform:
    schon jung stark vertieft - fast
    trichterartig, minimaler Buckel
    Huthaut-Konsistenz: feucht: klebrig und glänzend, trocken: eher matt, fein höckerig im Randbereich
    Huthaut-Farbe: rosa, Zentrum ocker-gelb mit Oliv-Stich
    Huthaut-Abziehbarkeit:
    1/2 abziehbar
    Fleischfarbe unter Huthaut: rosa
    Hut-Fraßstellen-Rand-Verfärbung: keine
    Hutrand:
    stark gerieft, stumpf
    Lamellen:
    ocker-gelb, bauchig, keine Zwischenlamellen, Y-Gabeln in Stielnähe, Queradern
    Lamellensprödigkeit: sehr spröde

    Lamellenschneiden: glatt, vom Rand her deutlich rosa
    Lamellen-Stielübergang:
    ausgebuchtet angewachsen
    Stiel: weiß, minimal runzelig, zusammendrückbar, wattig ausgestopft, zylindrisch, oben verbreitert, außen nicht verfärbend beim Trocknen, nur im Schnitt bräunend
    Stielbasis: eher spitz
    Fleisch: weiß,
    im Schnitt bräunend
    Größe: Hutdurchmesser 4-6 cm, Stiellänge 2-5 cm, Stieldurchmesser 8-12 mm
    Sporenpulverfarbe: Pantone 719U = ████ - am ehesten passt IIIc im direkten Vergleich mit der Romagnesi-Tafel

    Geruch: un-zerrieben absolut neutral, auch zerrieben absolut neutral
    Geschmack: absolut neutral
    in den Lamellen

    Da wir genau am gleichen Standort bereits im Juni einen makroskopich gleichen Pilz fanden, mit gleichen Morphologische Daten, erspare ich mir diesmal das Mikroskopieren, denn and den markanten Merkmalen (rosa Lamellenschneiden, olives Zentrum, IIIc, etc.) kann ich inzwischen sagen:
    Das ist der Milde Glanz-Täubling (Russula nitida):





    Hier nochmals die typischen rosa Schneiden der Art:




    Fundnummer: 2016-07-30-0930

    Und noch ein Täubling...

    Morphologische Daten:

    Fundort: ca. 550 müNN. ca. N50, O12, bei Birke und Fichte
    Fundzeit: 30.07.2016
    Wuchsform: einzeln
    Hutform:
    jung konvex, schartig, verbogen, Hutrand eingerollt
    Huthaut-Konsistenz: matt, samtig, Rand bereift
    Huthaut-Farbe: weinrot, Zentrum ocker
    Huthaut-Abziehbarkeit: 2/3 abziehbar
    Fleischfarbe unter Huthaut
    : minimal rosalich
    Hut-Fraßstellen-Rand-Verfärbung: rötlich
    Hutrand: eingerollt, stumpf, nicht gerieft
    Lamellen: cremeweiß, viele Y-Gabeln am Stiel, keine Zwischenlamellen, wenig Queradern
    Lamellensprödigkeit: spröde
    Lamellen-Stielübergang:
    ausgebuchtet bis gerade angewachsen
    Stiel:
    weiß, fein runzelig, zylindrisch, exzentrisch angewachsen, nicht verfärbend (auch nicht beim Trocknen), zusammendrückbar, innen madig (vermutlich schwammig ausgestopft), nicht rosa überhaucht
    Stielbasis: rund
    Fleisch: weiß, absolut nicht verfärbend (auch nicht beim Trocknen)
    Verfärbungen auf Druck: keine (weder innen noch außen)
    Größe: Hutdurchmesser 5 cm, Stiellänge 4 cm, Stieldurchmesser ca. 20 mm
    Sporenpulverfarbe:
    nicht zuordenbar zu Pantone, am ehesten IIa im direkten Vergleich mit der Romagnesi-Tafel
    Geruch: völlig neutral, auch zerrieben völlig neutral
    Geschmack: völlig
    mild (unmittelbar und auch nach 1 Minute Kauen)

    Da wir einige Meter weiter vor kurzem eine Kollektion des Rotstieligen Reif-Täubling (Russula lilacea) gefunden hatten, ebenfalls bei Birke, hatte ich sofort den Verdacht, dass es dieser sein könnte. Die makroskopischen Daten bestätigten das. Ich war mir aber nicht ganz sicher.
    Theoretisch kommen anhand der makroskopischen Daten noch folgende weitere in Betracht:

    Weißblättriger Reif-Täubling (Russula azurea)
    Die ocker-gelbe Mitte wäre untypisch, das Sporenpulver ist etwas zu dunkel, die Fleisch-Konsistenz passt nicht

    Blaugrüner Reif-Täubling (Russula parazurea)
    Die ocker-gelbe Mitte wäre untypisch, der Geruch passt nicht, die Fleisch-Konsistenz passt nicht

    Eine klare Trennung der Kandidaten liefert nicht die Untersuchung der Huthaut, denn bei lilacea und azurea ist diese ähnlich aufgebaut. Gut zur Trennung sind die Sporendaten geeignet, hier speziell die Warzenhöhe. Trotzdem muss zum Nachweis die Huthaut (also inkrustierte Primordialhyphen) untersucht werden, denn parazurea hat davon keine.

    Mikroskopische Daten:

    Sporen:
    Präparat: Sporenabwurf; Untersuchungsmedium: Melzers Reagenz; Messwertanzahl: n = 63
    Test auf Normalverteilung nach Anderson Darling: Länge: nicht normalverteilt; Breite: nicht normalverteilt; Q: normalverteilt
    Standardabweichung S. D.: von L × B: 0,5 × 0,3 µm; von Q: 0,1; von V: 22 µm³
    Median: von L × B: 6,7 × 5,7 µm; von Q: 1,2; von V: 114 µm³
    Arithmetischer Mittelwert Me: von L × B: 6,8 × 5,7 µm; von Q: 1,2; von V: 119 µm³
    Abmessungen nach Quantil-Verfahren mit 80%-Standardbereich:
    für L × B: (6,2) 6,3 - 7,4 (8,3) × (5,1) 5,4 - 6,2 (6,7) µm; für Q: (1,1) 1,1 - 1,2 (1,3); für V: (86) 100 - 148 (193) µm³

    Warzen:
    Zylindrisch bis babyschnullerförmig
    Präparat: Sporenabwurf; Untersuchungsmedium: Melzers Reagenz; Messwertanzahl: n = 39
    Test auf Normalverteilung nach Anderson Darling: normalverteilt
    Arithmetischer Mittelwert Me: 0,68 µm; Standardabweichung S. D.: 0,1 µm; Median: 0,69 µm
    Abmessungen nach t-Verteilungsverfahren: mit 80%-Konfidenzintervall: (0,41) 0,55 - 0,81 (0,88) µm; mit 90%-Konfidenzintervall: (0,41) 0,51 - 0,85 (0,88) µm

    Apikulus:
    Präparat: Sporenabwurf; Untersuchungsmedium: Melzers Reagenz; Messwertanzahl: n = 5
    Arithmetischer Mittelwert Me: von L × B: 1,4 × 0,8 µm; von Q: 1,7
    Abmessungen nach t-Verteilungsverfahren mit 80%-Konfidenzintervall: für L × B: (1,2) 1,1 - 1,6 (1,7) × (0,7) 0,6 - 1 (1) µm; für Q: (1,3) 1,2 - 2,2 (2,1)




    Ornament:
    Isoliert, einige Dopplungen und Haarlinien, aber doch Typ A

    Hilarfleck:
    Polygonal bis rundlich
    2.1 - 2.6 µm
    N = 3
    Me = 2.3 µm




    Inkrustierte Primordialhyphen (ohne gutes Bild - sorry):
    Vorhanden, mehrfach septiert
    Präparat: Huthaut - Skalpellschnitt (Exsikkat) --> Ammo 10% --> Karbolfuchsin --> P. Wäsche; Untersuchungsmedium: GSM; Messwertanzahl: n = 6
    Test auf Normalverteilung nach Anderson Darling: normalverteilt
    Arithmetischer Mittelwert Me: 3,9 µm; Standardabweichung S. D.: 0,9 µm; Median: 3,7 µm
    Abmessungen nach t-Verteilungsverfahren: mit 80%-Konfidenzintervall: (3,1) 2,6 - 5,2 (5,5) µm; mit 90%-Konfidenzintervall: (3,1) 2,1 - 5,6 (5,5) µm

    Pileozystiden:
    nicht vorhanden

    Epikutis-Endhyphen:
    Präparat: Huthaut - Skalpellschnitt (Exsikkat) --> Ammo 10% --> Karbolfuchsin --> P. Wäsche; Untersuchungsmedium: GSM; Messwertanzahl: n = 10
    Test auf Normalverteilung nach Anderson Darling: normalverteilt
    Arithmetischer Mittelwert Me: 3,6 µm; Standardabweichung S. D.: 0,7 µm; Median: 3,5 µm
    Abmessungen nach t-Verteilungsverfahren: mit 80%-Konfidenzintervall: (2,5) 2,6 - 4,5 (4,7) µm; mit 90%-Konfidenzintervall: (2,5) 2,3 - 4,9 (4,7) µm


    Somit klar: Rotstieliger Reif-Täubling (Russula lilacea):



    Fundnummer: 2016-07-30-0935
    Risspilze waren natürlich auch da - sogar zwischen Schotter.
    Der erste Rissi: Bittersüßer Risspilz (Inocybe Stirps dulcamara):



    Fundnummer: 2016-07-30-0941

    Und schon wieder ein Täubling...

    Morphologische Daten:

    Fundort: ca. 550 müNN. ca. N50, O12, bei Birke und Fichte
    Fundzeit: 30.07.2016
    Wuchsform: einzeln
    Hutform:
    konvex, Mitte vertieft
    Huthaut-Konsistenz: feucht leicht schmierig und klebrig, glänzend
    Huthaut-Farbe: grau-rosa, Zentrum oliv, cremefleckig
    Huthaut-Abziehbarkeit: nicht getestet
    Fleischfarbe unter Huthaut
    : nicht getestet
    Hut-Fraßstellen-Rand-Verfärbung: keine Fraßstellen
    Hutrand: stumpf, etwas gerieft
    Lamellen: weiß, kaum Y-Gabeln, keine Zwischenlamellen, Queradern
    Lamellensprödigkeit: nicht getestet
    Lamellen-Stielübergang:
    leicht ausgebuchtet angewachsen
    Stiel:
    weiß, fein runzelig, zylindrisch, leicht keulig, etwas mahlartig bereift
    Stielbasis: rund
    Fleisch: weiß
    Verfärbungen auf Druck: nicht getestet
    Größe: Hutdurchmesser 5 cm, Stiellänge 6 cm, Stieldurchmesser ca. 20 mm
    Sporenpulverfarbe:
    am ehesten IIa/IIb im direkten Vergleich mit der Romagnesi-Tafel
    Geruch: seltsam - "nach Plastikspielzeug" fiel mir spontan ein
    Geschmack: nicht getestet

    Mikroskopische Daten:

    Matthias ermittelte: Sporen: 7-8 x 6,5-7µm, Ornamente bis max. 1,5µm.
    Ornament: A3




    Wir ahnten schon vor Ort dass dies die gleiche Art wie Fundnummer 2016-07-30-1036 (siehe unten) ist.
    Und so war es auch wie sich mikroskopisch herausstellte. Deshalb siehe weitere Bestimmung dort.
    Das ist ein Prachtexemplar des
    Grünvioletten Täublings (Russula violacea):






    Weiter zum Teil 2