Hallo, Besucher der Thread wurde 455 aufgerufen und enthält 6 Antworten

letzter Beitrag von Beorn am

Stadtwald Duisburg 15.04.2018

  • Hallo zusammen,


    gestern Nachmittag ging es für mich auf eine kleine Runde in den Duisburger Stadtwald bei Bissingheim. Obwohl es in der Nacht geregnet hatte, hielt sich die Zahl an Pilzen doch eher in Grenzen. Aber das eine oder andere Exemplar fand sich dann natürlich doch und wurde abgelichtet:


    1. Keine Ahnung, was dieser Knubbel ist oder mal werden will. Kommt später noch unters Mikroskop.


    2. Wohl auch ein Fall fürs Mikroskop nachher.


    3. Hier bin ich bei Fomitopsis pinicola


    4. Rhopographus filicinus


    5. Pycnoporus cinnabarinus


    6. Mollisia sp.


    7. Hypomyces sp.? Auch mitgenommen.



    7. Hypocrea rufa? Im Mikroskop war da leider irgendwie nichts Gescheites zu erkennen.



    8. Hypoxylon rubiginosum


    9. Auch wenn weit und breit kein Nadelbaum zu sehen war, scheint das in Richtung Zapfenrübling zu gehen.

    Pleurozystiden


    Lamellenquerschnitt

    Pleurozystiden und Basidien in KOH

    Caulozystiden

    Pileozystiden


    10. Auf Rubus sp., wird auch noch mikroskopiert



    11. Hypogymnia tubulosa mit den charakteristischen Kopfsoralen, die sie von Hypogymnia physodes mit Lippensoralen unterscheiden.



    Björn

  • Hallo, Björn!


    Schöne Funde, der Bewohner auf dem abgestorbenen Porling sieht interessant aus.

    Die Nummer 7 ist schon eine Hypocrea (ist ja auch eine enstprechende Anamorphe dabei), aber noch völlig unreif. Da sind noch keine Perithecien gebildet, also kannst du auch keine Asci geschweige denn Ascosporen finden. Eine Bestimmung dürfte damit leider auch kaum möglich sein, es sei denn es gibt mittlerweile eine Möglichkeit, Artbestimmungen aucuh nur mittels der Anamorphen durchzuführen.

    Der Zapfenrübling ist auf jeden fall einer, weiß der Geier, wo diese Zapfen im Boden immer herkommen. Auch ohne entsprechenden Baum weit und breit.
    Mit den zystiden ist es entweder Strobilurus tenacellus oder Strobilurus esculentus.



    LG; Pablo.

  • Hallo Björn, wie immer tollte Fotos. Am meisten beeindruckt mich der Rotrandige. Es gibt tatsächlich welche mit einem roten Rand. Und du hast einen gefunden und so wunderbar fotografiert. Herzlichsten Glückwunsch!

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


    Hier im Forum gibt es grundsätzlich keine Verzehrfreigaben.

  • Hallo Pablo und Claudia,


    zum Zapfenrübling: Wenn ich da mit dem Gröger schlüssele, lande ich irgendwie direkt bei S. tenacellus, da die Zystiden doch alle recht spitz sind. Was spricht deiner Meinung nach für S. esculentus?


    Jetzt gibt es auch noch weitere Mikrobilder. Nummer 1 war leider kein Ascomycet und auch sonst nicht sehr kooperativ. Nummer 2 gab auch nichts her. Bei Nummer 10 gab es dann jede Menge Sporen, leider handelt es sich um eine Anamorphe und Ellis & Ellis hat da nichts passendes:


    Nummer 7 präsentierte sich dann folgendermaßen. Eine wirkliche Idee habe ich dazu nicht.


    Björn

  • Servus Björn,


    mit den spitz endenden Pleurocystiden ist es völlig klar Strobilurus tenacellus, wie du ja selber sagst. Strobilurus esculentus hätte ja stumpf endende, lageniforme bnis etwas kopfig-lageniforme Pleurocystiden. Daher ist Pablos Unsicherheit unnötig... ja, wenn nicht... wenn es nicht zwei unterschiedliche Strobilurus-tenacellus-Arten in Europa gäbe. Es gibt eine zweite Art, die allerdings bislang nur aus Makedonien an Pinus peuce bekannt ist und noch nicht gültig beschrieben ist. Sie steht innerhalb der Gattung relativ weit weg von Strobilurus tenacellus und gehört in den Strobilurus-wyomingensis-Komplex. Man kann die beiden anhand der Sporenformen (Quotient der Sporen) neben dem Substrat auseinanderhalten (wobei nicht klar ist, ob nicht mehrere Kiefernarten genommen werden).


    Ich habe übrigens aus der aktuellen Studie von Qin et al. (2018) den dort enthaltenen Weltschlüssel der Gattung Strobilurus ins Deutsche übertragen (nur marginal ergänzt) und im selben Posting auch einen Europaschlüssel (eigentlich unnötig bei vier Arten) erstellt. Der Weltschlüssel ist vielleicht nicht uninteressant, da es ja auch Arten an Douglasie gibt und die auch eingeschleppt werden können (oder unerkannt schon wurden?).


    Die Studie von Qin et al. (2018) wurde erst vor wenigen Tagen online publiziert (Mycologia) und ist nicht frei zugänglich.


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Ahoi!


    Tatsächlich hatte ich da irgendwas falsch im Kopf, und hätte besser nochmal einen Blick in meine Dateien werfen sollen vor'm Schreiben. Klar sehen die Zystiden von S. esculentus nochmal anders aus.

    Interessant der Hinweis auf die bisher nur provisorisch beschriebene Art und den Schlüssel! :thumbup:



    LG, Pablo.

    • Gäste Informationen
    Hallo, gefällt Dir das Thema und willst auch Du etwas dazu schreiben, dann melde dich bitte an.
    Hast Du noch kein Benutzerkonto, dann bitte registriere dich, nach der Freischaltung kannst Du das Forum uneingeschränkt nutzen.