Da will ich mich nun endlich auch in diese nicht immer kurzweilige und nicht immer begreifbare Diskussion einbringen.
Mein Lieblingsbeitrag ist übrigens #46 von Björn, weil ich da zwar noch weniger verstehe als bei vielen anderen der oft überlangen Antworten, aber hier wenigstens einer zu einem Thema schreibt, dass er vermutlich tatsächlich begriffen und verinnerlicht hat!
Mir geht es allerdings um etwas scheinbar Banaleres.
Genau Paulaner und gscheits Weißbier in einem Satz zu nennen ist Blasphemie.
Gut, bei einem Jahresausstoß von 6.000.000 Hektolitern (entspricht 1,2 Milliarden Flaschen a 0,5 l) spreche ich hier nicht mehr von einer Brauerei oder einer Bräu sondern von großindustrieller Herstellung in einer Bierfabrik. Allerdings verbergen sich hinter dem Namen Paulaner gleich mehrere große Brauereien. Wobei ich das Paulaner Hefeweizen und das Salvator (Doppelbock) noch genießbar und durchaus trinkbar finde.
Schlimmer sieht es da schon mit dem beinahe militant beworbenen Erdinger aus, das als reine Weißbierbrauerei eine Jahresmenge von 1,7 Mio Hektolitern produziert! Ich sage bewusst produziert und nicht braut, denn mit herkömmlichen Brauverfahren hat so eine Bierherstellung nichts zu tun. Was man in diesem Falle wirklich schmeckt oder besser nicht schmeckt!
Mit nur 400.000 Hektos und damit eine ganze Nummer kleiner kommt Maisels aus Bayreuth daher - und das schmeckt man meiner Meinung nach auch.
So ist Maisels Weisse Original für mich eines der besten Weißbiere einer größeren Brauerei.
Ein wirklich sehr gutes, sozusagen ein Spitzenweißbier, findet man wohl nur in kleinen Privatbrauereien, die nicht den Ehrgeiz haben, die halbe Welt zu beliefern sondern deren Biere aufgrund des geringen Ausstosses nur regional anzutreffen sind. Hier wird noch traditionell gebraut und man kann so manches Juwel entdecken.
Und natürlich können nicht nur die Bayern Weißbier brauen, das können auch andere Bundesländer und z.T. sogar sehr gut.
So kommt mein Lieblingsweizen vom Dresdener Brauhaus Watzke
, wo bei einer Jahresmenge von 400 hl noch althergebracht in Kupferkesseln gebraut wird.
Genießen kann man das allerdings nur in den Sommermonaten und nur direkt vom Fass. Übrigens ist ein früherer Kollege einer der Braumeister dort!
Damit habe ich mich hier als gelernter Brauer geoutet und hoffe, dass ich mit meinem Fachwissen diesen Thread bereichern und ihm eine weitere Note hinzufügen konnte.
Liebe Grüße und Prost,
Nobi