Beiträge von nobi_†

    Liebe Pilzfreunde,

    ich bin echt von meinen kleinen Dungproben total begeistert. Jedes Mal, wenn man draufschaut, entdeckt man etwas Neues

    Auch für mich ist es immer wieder ein Erlebnis mit der Stereolupe ein paar cm² Dung zu untersuchen.

    Ich empfinde es ähnlich einem Spaziergang in der Natur. An manchen Ecken winken einem alte Bekannte, während woanders neue Arten scheinbar über Nacht gewachsen sind.

    Ich hoffe, ich nerve nicht zu sehr, wenn ich nun ständig eine entdeckte Art hier poste.

    Mich zumindest nervst Du nicht, im Gegenteil finde ich es toll, dass sich immer mehr Pilzfreunde mit diesen kleinen Außenseitern

    (denn nichts anderes sind die coprophilen Pilze letztendlich im riesigen Pilzkosmos) beschäftigen. So lernen wir alle nach und nach dazu.:thumbup:


    Nun aber zu Deinem Pilz, Matthias.

    Im Prinzip bin ich für die bereits von Dir vorgeschlagene Sporormiella grandispora, aber...

    Mit Sporormiella irregularis geistert eine ähnliche Art durch die Literatur, die sich durch +/- schräge Septen, minimal schmalere Sporen und breitere Asci unterscheiden soll!

    Auch wenn meiner Meinung nach hier S. grandispora ein zweites Mal unter einem anderen Namen beschrieben wurde, möchte ich Dich wenigstens darauf hinweisen.

    Kannst Du gern im folgenden nachlesen und vergleichen.

    Es wäre ja auch zu einfach, wenn es einfach wäre! ;)

    Sporormia borealis, irregularis, scandinavica_Egeland, Nytt Mag. Bot. 16, 1969.pdf


    Liebe Grüße vom Nobi, der schon gespannt auf weitere Dungpilze von Dir wartet!

    Klasse Bilder vom Blautopf!:thumbup:

    Das motiviert so richtig, um an der DGfM-Tagung Anfang Oktober in Blaubeuren teilzunehmen.:)

    Auch wenn ich bis dahin 500 km fahren muss - Hauptsache, man kann dann schon wieder tagen.


    LG, Nobi

    Die seltsamen Objekte, die ich am 2.2. hier gezeigt hatte, sind übrigens immer noch da. Irgendwie tut sich da wenig (oder einzelne von denen verschwinden über Nacht - das würde dann ja für Tintlinge sprechen).

    Hmmm. Ich hatte eher in Richtung Thecotheus pelletieri gedacht.?(

    Leg' doch mal so eine "unreifes Etwas" unters Mikro.


    LG, Nobi

    Was für eine schön Sonnenrunde, Tuppie!

    Da bin ich gern mitgegangen.:)


    Auch wir hatten hier gestern einen wunderschönen Sonnentag und zudem noch reichlich Schnee.

    Da war eine Langlaufrunde über noch tiefverschneite Felder ein Riesenerlebnis. Ein großes Rudel Rehe haben wir gesehen, 25 waren es!

    Leider gibt es davon kein Bild, dafür eines von mir beim "einfach mal Durchschnaufen".


    An mein Futterhäuschen kommt leider fast kein Vogel.

    Da sieht es hier in einer relativ katzenfreien Umgebung und in Waldnähe glücklicherweise völlig anders aus!

    Direkt neben dem Futterhaus habe ich unseren Pflaumenbaum mit mehreren Meisenknödeln und diversen Nuss-Säckchen geschmückt.

    Heute waren u.a. 4 Schwanzmeisen, eine Tannenmeise, viele Kohl- und Blaumeisen und ein Amselpärchen am knabbern.

    Während der letzten Tage auch Haubenmeisen, Buchfinken, Gimpel, Feldsperlinge und ein Buntspecht.


    Liebe Grüße und nun wollen wir uns aber endlich auf den Frühling freuen,

    Nobi

    Insgesamt lande ich damit bei Coprinopsis radiata. Paßt das?

    Wie die Faust aufs Auge, sage ich mal ganz salopp, lieber Björn!:thumbup:

    Das dürfte ein Kollege sein, der im Doveri fehlt.

    Die Gattung fehlt übrigens nicht nur im Doveri sondern auch in meinem provisorischen Schlüssel der Dung-Pyrenos. :(

    Mit Watling bin ich bei Phomatospora gelandet und dann dank diverser Forumsbeiträge mit den schräg im Ascus liegenden Sporen und Kuh als Substrast bei Phomatospora minutissima

    Exakt!:thumbup:

    aber vielleicht gelingt es ja mit dem Nobi-Joker trotzdem, einen Namen zu vergeben.

    Da braucht es keinen "Nobi-Joker".;)

    Ich äußere mal eine vorsichtige Tendenz zu Podospora communis.

    Auch den hast Du richtig erkannt!

    So schwer sind die Coprophilen doch gar nicht, oder?


    Liebe Grüße und gern weiter so,

    Nobi

    Hi, can someone help me to find this document:

    Synoptic Keys to the Sclerotiniaceae & Rutstroemiaceae in Nordic Countries [Norway, English]

    Look here, Steve.

    0 Synoptic keys to the inoperculate stromatic discomycetes in the Nordic countries.pdf


    But if it will help you?

    If you're interested in a special genus, ask me.

    There are some more documents from Schumacher & Holst-Jensen, which I can send.


    Regards, Nobi

    Hallo Matthias,

    die gedrungenen Asci und die erweiterten Paraphysenspitzen lassen bei der Sporengröße keine andere Art als Coprotus granuliformis zu!

    Ich habe die Art 15 x untersucht und bin mir da ziemlich sicher, auch wenn die Sporenmaße an der unteren Grenze liegen.

    So käme für mich auch noch die Art Coprotus trichosuri ins Spiel, habe aber leider keine Bilder der Paraphysen dieser Art gefunden.

    Coprotus trichosurus unterscheidet sich vor allem durch die nicht (kaum) erweiterten Paraphysenspitzen. Bei ähnlichen Asci und Sporen.

    Hatte ich bisher vermutlich erst einmal. Falls ich das richtig bestimmt habe. ;)

    Coprotus trichosurus_Bell & Kimbrough, 1973.pdf


    Liebe Grüße,

    Nobi

    Durch die Farben (jung noch recht rötlich und älter ergrauend) denke ich, dass es sich um Parasola misera handeln müsste.

    So ist es, Matthias.:thumbup:

    Aufgrund der Kleinheit, des Vorkommens direkt auf Dung, der Farbe (junge FK typisch ziegelrot) und der Sporen gibt es da keine Zweifel!

    Für mich eindeutig Parasola misera.

    Hier zum Vergleich das Portrait der Art von Andreas Melzers ehemaliger HP. Ganz typisch sind die Zeichnungen von Lange.

    Parasola misera.pdf

    Tintling ohne Velum mit diesen "Plektren"förmigen Sporen; das wird auf Parasola plicatilis hinauslaufen...

    Einspruch, Euer Ehren!;)

    Ich weiß ja nicht, wie oft Du misera gefunden hast, um solche Vorschläge zu unterbreiten, Stefan! :(

    Also, ich kenne die Art von weit über 50 Aufsammlungen und sie gehört neben Coprinopsis nivea zu den Dungtintlingen, welche ich mir zutraue, bereits makroskopisch anzusprechen.

    So man denn eine aussagekräftige Kollektion hat.

    P. plicatilis ist zudem keine coprophile Art und deutlich größer.


    LG, Nobi

    Hmmm. Ich habe ebenfalls ca. 32 Sporen gezählt. Rechnet man von der gegenüberliegende Ebene nochmal die gleiche Zahl hinzu, wäre man tatsächlich bei 64 Sporen.

    Ascozonus woolhopensis ist schon am wahrscheinlichsten, allerdings hat der längere Sporen.

    Evtl. käme noch der 48-sporige Ascozonus leveillei in Betracht mit Sporen von 12-14,5 x 2,5-4 µm.


    LG, Nobi

    Die einzigen weißen Ohren, die ich je gesehen habe, waren bei einem Pilzfreund im Garten.

    Schade, dass dem Pilzfreund offensichtlich Zeit, Kraft und vielleicht auch die Motivation fehlen, um hier wieder mitzuspielen.

    Ich erinnere mich nicht nur gern an die von ihm gezeigten Bilder der weißen Ohren sondern auch an seine freundliche Art, die dieses Forum eine zeitlang sehr bereicherte.

    C'est la vie.


    LG, Nobi

    Hallo Elisabeth.

    Makroskopisch klar brevisetulosus. Coprinellus heterosetulosus ist eine noch kleinere Art.

    Alle anderen Arten der Setulosi passen aus verschiedenen Gründen nicht.

    Pileozystiden

    Hmmm. Sind die tatsächlich so dickwandig und gefärbt? Oder ist das eher durch das Foto verfälscht?

    Pleurozystiden

    Für mich ganz klar Pileos (Huthautzystiden) mit Huthautzellen, und die passen perfekt zu Coprinellus brevisetulosus.

    Dass man bei den Winzlingen gelegentlich beim mikroskopieren durcheinanderkommt ist der Kleinheit geschuldet.

    Bei den Sporen stelle ich mir die Frage, ab wann der Keimporus exzentrisch ist, und wann nicht.

    Schwierig!

    Stefan glaubt Sporen mit exzentrischen Keimporen zu sehen. Ja und nein.

    Bei heterosetulosus sind diese auffallend exzentrisch, befinden sich also total neben dem Pol.

    Gerade Keimporen können auch schon mal etwas schräg sein und das sehe ich auf Deinen Bildern.


    Also ich glaube, dass Du mit Coprinellus brevisetulosus wahrscheinlich richtig liegst. Sicher bin ich mir aus der Ferne jedoch nicht.

    C. heterosetulosus hat übrigens deutlich zwei verschiedene Typen von Pileozystiden, was Dir sicher aufgefallen wäre.

    Groß, schlank und dünnwandig vs. klein, oft gekrümmt und dickwandig.


    Liebe Grüße,

    Nobi

    Ist das Ascozonus whoolhopensis?

    Ein paar weitere Informationen wären sicher nicht schlecht gewesen, Hagen!

    Anzahl der Sporen pro Ascus, Ascus- und Sporengröße, Größe der Apothecien und eventuelle Haare.

    Laut Literatur soll es ja noch einige ähnliche Arten geben...


    Wahrscheinlich ist das der von Dir vermutete Ascozonus woolhopensis, allerdings bin ich mir aufgrund der etwas lückenhaften Vorstellung nicht sicher.

    Die Jahreszeit würde natürlich perfekt passen, A. woolhopensis ist eine typische Winterart. Und Reh ist eines der bevorzugten Substrate.


    LG, Nobi

    Schön, das Du wieder an Bord bist, Christoph, auch wenn die Umstände alles andere als schön sind!

    Bzgl. Deiner Mutter kann ich mit Dir fühlen, da ich vor einem halben Jahr eine vergleichbare Situation in meiner Familie erlebte.

    Fühl Dich hier einfach unter Freunden, die Dich verstehen.


    Sei tapfer,

    Nobi


    PS. Euer Buch ist klasse! So viele Informationen, die ich zukünftig auch in meinen Pilzberatungen weitergeben kann.

    Ah, es geht weiter! Sehr schön, Sandra.:thumbup:

    Neues hat sich nicht getan,

    aber ich hab nochmal neue Fotos gemacht und die Sporen gemessen: im Durchschnitt 22,6 x 16,6 waren sie.

    Doch!

    Denn die Art, die Du nun zeigst, ist etwas anderes als die wahrscheinliche Sordaria fimicola vom Anfang.==12

    Dafür sind die Sporen viel zu gedrungen, vor allem aber viel zu breit.

    Das 2. Bild hab ich bisl bearbeitet, da sieht man die Gelhülle so schön.

    Nun, die Gelhülle hast Du in der Tat schön sichtbar gemacht, allerdings sieht man nun deutlich, dass diese bei weitem nicht so ausgeprägt ist, wie bei den anderen Arten der Gattung.

    Da kann sie durchaus 5-6 µm dick sein. Hier ist sie kaum vorhanden bis äußerst reduziert, nach eigenen Untersuchungen 1-2 µm.

    Das alles führt zu Sordaria humana, eine Art, die ich oft vergesellschaftet mit S. fimicola finde. Auf immerhin ca. 20 von gut 40 Funden traf das zu!

    Da ich leider keine Literatur hab, kann ich die Sporenmaße nicht vergleichen, vermute aber mal S.fimicola.

    Als Einstieg hier mal der Schlüssel nebst einiger Sporenbilder aus dem Lundqvist (Nordic Sordariaceae s. lat., 1972).

    Sordaria, Schlüssel und Sporen_Lundqvist, 1972.pdf


    Liebe Grüße,

    Nobi

    Leider ist es noch ein Muggaseggele zu warm für Schneefall

    Nach dem Muggaseggele, wohl einem der schönsten schwäbischen Dialektworter, musste ich gerade mal eben googeln!

    Ich stelle mir gerade vor, wie Freiburgs Christian Streich das ausspricht!:D

    In Sachsen hat man bis soeben nichts davon gehört. Ei verbibbsch aber auch!


    Sehr schön!

    Nobi

    Hallo Elisabeth.

    Leider habe ich gar keine Ahnung von der Tintlingsbestimmung, aber ich kann euch ja ein bisschen was zum Gucken da lassen.

    Schöne Aufnahmen, sowohl makroskopisch als auch mikroskopisch!

    Die Art hat Stefan ja bereits genannt. Zum Vergleich auch nochmal die Doku von Andreas Melzer, die leider nicht mehr online ist.

    Coprinopsis radiata (A. Melzer).pdf


    Auch möchte ich nochmals auf meine Übersichtstabellen der Dungtintlinge hinweisen, die für eine erste Orientierung sorgen sollen.

    Bestimmungstabellen Coprinus s.l._Heine, 2014, unpublished.pdf

    Makroskopisch wie eine Trüffel anmaßend, 2-3 mm groß, Konsistenz wie eine Trüffel. Ein Sklerotium?

    Vermutlich ein Sklerotium. Kann man weiterzüchten, gelingt aber nicht immer.

    Eine Kernia. Noch nie gesehen. Scheint wohl selten zu sein.

    Zumindest in unseren Breiten.

    Einen Fund diskutieren wir hier, wo ich auch etwas zur damals bekannten Verbreitung sage.

    Inzwischen gibt es einige weitere deutsche Funde.

    Kann mir jemand die Bestimmung bestätigen?

    Ich denke, auch ohne intakte Asci gesehen zu haben, ist die Art eindeutig definiert, so dass einer Bestimmung als Kernia nitida nichts im Wege steht.

    Glückwunsch zum besonderen Fund.


    Liebe Grüße,

    Nobi

    Hallo Matthias.

    Ha, und am Ende bin ich wahrscheinlich in einer ganz falschen Gattung.

    Nee, das ist schon Lasiobolus, aber halt keine häufige Art.

    Sporen (ich habe jetzt nur die größeren gemessen): 23-29X13-15,5;

    Damit kommt außer diversisporus nur noch L. ruber infrage, der allerdings deutlich kräftigere Haare und eine andere Sporenform hat.

    Ich selbst kenne Lasiobolus diversisporus mit Sporen 24-33 x 13-16 µm. Auffällig ist zudem, dass die reifen Sporen unterschiedlich groß sind (Name!).

    Auf dem 5. Foto sieht man um die Sporen so etwas wie eine Hülle; misst man nun die Spore mitsamt der Hülle oder nicht?

    Solche Gelhüllen kommen bei vielen Sporen vor, sie werden jedoch meist übersehen. Man misst stets ohne Hülle.

    Sind die Sporen nun biserat oder uniserat?

    Wie Du selbst schreibst: uniseriat, wenn jung, später unregelmäßig uni- bis biseriat. Das konnte ich ebenfalls so beobachten.

    Es handelt sich, wie ich bereits oben schrieb, um eine recht seltene Art. Neben den 7 Datensätzen bei Pilze-Deutschland kommen noch 7 weitere Eigenfunde aus Sachsen hinzu. Alle meine Funde gelangen übrigens ebenfalls an Rinderdung!


    Auch hier sind Dir wieder wunderschöne Aufnahmen gelungen!:thumbup:


    LG, Nobi

    Hallo Marco,


    für Sporormiella kansensis sind die Sporen zu klein.

    Zudem ist das eine Art, die ich selbst nicht kenne und die auch bei Pilze-Deutschland fehlt.

    Am ehesten halte ich das für Sporormiella grandispora.


    LG, Nobi

    Ja, das ist schon Sordaria fimicola, eine sehr variable Art, Manfred!

    Wer weiß, vielleicht verbergen sich hinter dem Namen auch mehrere ähnliche Arten, aber das will ich an dieser Stelle nicht diskutieren.


    Du schreibst, dass Du an den Hasenkötteln ebenfalls Sordaria macrospora gefunden hast.

    Das ist eine interessante Beobachtung, die sich mit meinen Erfahrungen deckt!

    Von meinen gut 100 Aufsammlungen der Sordaria fimicola und den reichlich 50 der S. macrospora fand ich beide Arten 15 mal vergesellschaftet an Hase und einmal an Kaninchen.

    Sie scheinen mitunter tatsächlich eine gemeinsame ökologische Nische zu besetzen.


    Liebe Grüße,

    Nobi

    Also, die kugeligen Zellen zwischen den Setae sehen schon sehr nach Sphaerozysten aus, Björn.

    Sie sollten fein genoppt (inkrustiert) sein.

    Die Sporen passen von der Größe und mit dem exzentrischen Keimporus perfekt zu Coprinellus pusillulus, den wir erst kürzlich diskutiert haben.

    Die Diskussion wirst Du sicherlich kennen, aber ich verlinke dennoch nochmals dahin.


    LG, Nobi