Butyriboletus cf. fechtneri

Es gibt 25 Antworten in diesem Thema, welches 711 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Juergen-M.

  • Grüß euch,


    Röhrlinge sind ja nicht gerade meine besten Freunde darum wollt ich mal hier nachfragen ob mir wer von euch weiterhelfen könnte.

    Wenn ich durchschlüssel mit "Die Pilze Deutschlands" komm ich zu Butyriboletus und dann über Gesamthabitus und vA die rot überhauchten Röhrenmündungen lande ich am ehesten bei meiner ersten Vermutung und zwar B. fechtneri.

    Allerdings macht mich das Schnittbild etwas skeptisch weil ich doch im Stiel meine eine eher blaue als rote Verfärbung zu erkennen, allerdings kann das auch an meiner rot-grün-schwäche liegen.


    Hab leider auch gerade meine ganze Literatur nicht bei der Hand um da besser zu recherchieren.


    Danke für eure Mithilfe

    Lg Florian


    Habitat: Buchen-Fichten-Mischwald über Kalk, sehr seichtgründig, luftfeucht wegen Bachnähe jedoch insgesamt eher wärmebegünstigt

    Hut: bis ca 30cm, Recht lange festfleischig, jung mit rosastich, im Alter ausblassend

    Röhren: gelbe Grundfarbe, rot überhaucht, auf Druck stark blauend

    Fleisch: gelb, in Hut und unterer Stielhälfte blauend, im Stiel könnte da durchaus auch ein Rotstich dabei sein, traue ich mir aber wie oben erwähnt nicht ganz zu beurteilen

    Stiel: gelb, im unteren Bereich rötlich, feine Netzzeichnung in Farbe der Stieloberfläche

    Geruch und Geschmack: angenehm pilzig


    Schnittbild links nach ca 15-20min, rechts nach 1min

  • Hallo Florian,

    meiner Meinung nach bist du mit einem Butyriboletus in der falschen Gattung, die haben keine roten Poren und keine Blauverfärbung im Schnitt an der Stielbasis.

    Von den Begleitbäumen her bin ich hier bei Rubroboletus rubrosanguineus,

    viele Grüsse

    Matthias

  • Hallo Florian,


    das ist aber ein Rotporer. Damit ist die ganze Gattung Butyriboletus raus. Ich halte deinen Fund für einen älteren Satansröhrling.


    VG Jörg

  • Grüß euch,


    danke für eure Antworten... hab natürlich oben noch was wichtiges vergessen und zwar Geruch und Geschmack... wurde ergänzt

    wegen der roten Röhren hatte ich natürlich auch schon an Rubroboletus gedacht, aber so wirklich auf eine. grünen Zweig bin ich da auch nicht gekommen...

    R. satanas hätt ich ausgeschlossen weil ich den eigentlich meine schon anhand des Geruchs sicher zu erkennen und obwohl ich an mehreren Fruchtkörpern in verschiedenem Alter gerochen hab könnte ich nix anderes als einen angenehmen Pilzgeruch feststellen

    R. rubrosanguineus finde ich eigentlich hier in der Gegend recht häufig und kenn ich mit viel intensiveren Farben, keine Ahnung ob der auch so blass daherkommen kann

    R. rhodoxanthos hab ich erst einmal gesehen, dachte aber auch, dass der deutlichere Rottöne am Stiel haben sollte

    R. legaliae kenn ich zwar nur aus der Literatur und würde mir optisch ganz gut gefallen, sollte aber auch anhand des Geruchs erkennbar sein


    Lg

  • R. rhodoxanthus hätte kräftig gelbes Fleisch, kommt in Süddeutschland im Flachland vor.

    Ich schließe mich Hias an, R. rubrosanguineus. Der eher höhere Lagen bevorzugt.

    Außerhalb der Fraßstellen kann man die Rottöne am Stiel auf dem Foto ja ganz gut erkennen.

  • Hallo,


    R. rubrosanguineus sollte aber in diesem Alter deutlich mehr Rot auf der Huthaut haben. Das gilt auch für R. legaliae. Der hier ist komplett grau.


    VG Jörg

  • Zur Farbe der Huthaut bzw. wie gut die auch auf dem Bild zu bewerten ist kann ich leider nicht viel sagen, weil ich rosatöne nur sehr schlecht sehe, jedoch meinte meine Freundin auf die Frage welche Hautfarbe der Fruchtkörper hätte "grau mit einem sehr deutlichen Rosastich"

    die älteren Exemplare waren deutlich blasser


    Lg

  • Hm, sieht nach zwei verschiedenen Arten aus, die uns hier präsentiert werden. Gibts da noch weitere Bilder dazu?


    links unten und rechts oben ist eine Art, links oben und rechts unten ist eine Art;-))

  • Hallo zusammen

    Kann mir hier auch satanas vorstellen, die kommen bei mir im Buchenwald mit eingestreuten Fichten auf 700m gerade auch in rauhen Mengen. Jung riechen die kein Bisschen unangenehm.

    Viele Grüße

    junge Satansröhrlinge riechen angenehm nussig, wie Walnuss oder Walnuss-Schale

  • Grüß euch und danke für die zahlreichen Rückmeldungen.


    Wie gesagt hab ich an einigen Fruchtkörpern gerochen, auch an recht alten, aber vielleicht ist mein Geruchssinn auch noch etwas angeschlagen von der Erkältung die ich bis vor ein paar Tagen hatte.

    Aber wird dann wohl wirklich nix anderes sein als satanas, zumindest ist es das einzige was übrig ist das mir irgendwie plausibel scheint.


    Juergen-M: Bilder gibt's leider keine weiteren, hatte leider kein Handy mit. Allerdings bin ich mir Recht sicher, dass es sich auf dem Bild nur um eine Art handelt... ist nämlich nur ein Fruchtkörper auf dem Bild zu sehen 😉


    Lg

  • Als Nussig würde ich es nicht unbedingt bezeichnen aber das ist ja subjektiv. Für mich leicht würzig, manchmal sogar ein Bisschen parfümiert.

    Viele Grüße

    ich hab die sogar mal probiert: Einzelverkostung; in der Pfanne gebraten (natürlich nicht runtergeschluckt), sehr intensiver Umami-Geschmack! ;)

  • Hallo,

    ich hab die sogar mal probiert: Einzelverkostung; in der Pfanne gebraten (natürlich nicht runtergeschluckt), sehr intensiver Umami-Geschmack!

    und wie ist er Dir bekommen ;) ?


    VG Jörg

  • Hallo Jörg,


    das war nur eine sogenannte experimentelle Einzelverkostung, um den Geschmack des Pilzes bei einer eventuellen Zubereitung zu beurteilen. Da wird nichts gegessen (geschluckt). Ich mache das hin und wieder mal bei Pilzen mit unbekannten Speisewert oder auch bei Giftpilzen. So kann man beurteilen, warum z.B. bestimmte Giftpilze so ohne Weitereres gegessen werden. Vom Satansröhrling gibt es und gab es ja immer wieder mal Vergiftungsfälle; würde dieser Pilz z.B. sehr bitter oder unangenehm schmecken, würde man da kaum nennenswerte Portionen davon essen. Leider schmeckt er sehr würzig und nicht schlecht, und die Zubereitung in der Pfanne erzeugt auch keine unangenehmen Gerüche.


    Anders sieht es - als Beispiel - mit dem Terpentin-Schneckling aus (Hygrophorus abieticola / pudorinus), der riecht schon beim Braten in der Pfanne so furchtbar, und "verstinkt sozusagen die Küche" - dass man den auch nicht mehr probieren will.


    Grüßle

    Jürgen

  • würde dieser Pilz z.B. sehr bitter oder unangenehm schmecken, würde man da kaum nennenswerte Portionen davon essen. Leider schmeckt er sehr würzig und nicht schlecht, und die Zubereitung in der Pfanne erzeugt auch keine unangenehmen Gerüche.


    Anders sieht es - als Beispiel - mit dem Terpentin-Schneckling aus (Hygrophorus abieticola / pudorinus), der riecht schon beim Braten in der Pfanne so furchtbar, und "verstinkt sozusagen die Küche" - dass man den auch nicht mehr probieren will.

    Da hast du die Rechnung ohne Pilzlaien gemacht... Da habe ich schon von mehreren Fällen gehört, bei der erst nach Anruf beim Giftnotruf auf Nachfrage, wie das Gericht denn geschmeckt hätte, den Personen der Einfall kam... "Ja, jetzt wo ich drüber nachdenke. So richtig lecker war es nicht."

  • Da habe ich schon von mehreren Fällen gehört, bei der erst nach Anruf beim Giftnotruf auf Nachfrage, wie das Gericht denn geschmeckt hätte, den Personen der Einfall kam... "Ja, jetzt wo ich drüber nachdenke. So richtig lecker war es nicht."

    Ja, das gab's beispielsweise bei einem meiner Fälle mit dem Karbolegerling.


    Bei dem kenne ich es auch, dass Leute den Geruch/Geschmack nicht als schlecht wahrnehmen. Hier kamen mal Leute vorbei, die eine Klappkiste voller Karbolegerlinge im Kofferraum eines kleinen Autos spazierengefahren hatten. Als die den Kofferraum aufmachten, bin ich schier hintenüber gekippt, aber meine SchwieMu schnupperte und sagte beseelt: "Oooooh, lecker Champignons!" =O


    Sie würde die auch mit Genuss essen.


    Dennoch finde ich dein Experiment spannend, Jürgen.


    Beste Grüße

    Sabine

    100 Startguthaben minus APR-Gebühr 2024 = 90 + 3 (drittschnellstes Jokerverballern 2024) = 93 + 10 (dritter Platz APR 2024) = 103 minus 15 für APR 2025 = 88 + 2 (Nannettes Zwischenrätsel als 11. gelöst) = 90 + 6 (6. Platz Platzierungswette APR 2025) = 96

  • Da hast du die Rechnung ohne Pilzlaien gemacht... Da habe ich schon von mehreren Fällen gehört, bei der erst nach Anruf beim Giftnotruf auf Nachfrage, wie das Gericht denn geschmeckt hätte, den Personen der Einfall kam... "Ja, jetzt wo ich drüber nachdenke. So richtig lecker war es nicht."

    ;) Ja, da hast Du Recht. Der Sammler ist halt auf sein Sammelgut so stolz, dass er beim Verspeisen verdächtige Geschmacksrichtungen erst mal ignoriert. Ist wohl Psychologie. EIN bekannter Fall, der jetzt nichts mit Pilzen zu tun hat, ist ja diese tödliche Vergifung mit einer wilden Zucchini-Sorte. Die muss wirklich herbst bitter schmecken, aber der stolze Züchter hat das bei seiner Mahlzeit irgendwie ignorieren können.


    Es gibt natürlich auch die Möglichkeit, dass die Geschmacksrezeptoren für Bitterstoffe beeinträchtigt sind.

  • EIN bekannter Fall, der jetzt nichts mit Pilzen zu tun hat, ist ja diese tödliche Vergifung mit einer wilden Zucchini-Sorte. Die muss wirklich herbst bitter schmecken, aber der stolze Züchter hat das bei seiner Mahlzeit irgendwie ignorieren können.


    Es gibt natürlich auch die Möglichkeit, dass die Geschmacksrezeptoren für Bitterstoffe beeinträchtigt sind.

    Ich kenne einen (inzwischen an anderen Ursachen verstorbenen) Mann persönlich, der mit heftigen Vergiftungssymptomen nach Zucchiniverzehr im KH war. Wenn ich dran denke, frage ich die Tochter mal, ob sie sich erinnert, ob es ein "schmeckt nicht, esse ich trotzdem" oder ein Nichtwahrnehmen des Bitterstoffs war. Das interessiert mich nämlich auch.


    Beste Grüße

    Sabine

    100 Startguthaben minus APR-Gebühr 2024 = 90 + 3 (drittschnellstes Jokerverballern 2024) = 93 + 10 (dritter Platz APR 2024) = 103 minus 15 für APR 2025 = 88 + 2 (Nannettes Zwischenrätsel als 11. gelöst) = 90 + 6 (6. Platz Platzierungswette APR 2025) = 96